und und

Umgang mit Niederlagen

24.07.2018

Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Wenn ich auch darniederliege, so werde ich wieder aufstehen; und wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht (Micha 7,8)

 

Wenn wir gefallen sind, fällt es uns oft schwer, wieder auf die Botschaft der Gnade zu hoffen und uns ins Gedächtnis zu rufen, dass der Preis für unsere Schuld und Sünde vollständig bezahlt wurde. Jesus hat eine vollkommene Erlösung erworben. Der Schuldbrief der gegen uns gerichtet war, ist vollständig zerrissen. Obwohl wir das wider und wider gehört haben, ist es nach einem Fehltritt oft so, dass uns unser Versagen förmlich erdrückt. Wir glauben, es würde nie besser werden mit uns und neigen zu dem Fehldenken, Gott würde ein paar Schnipsel des Schuldbriefs aufbewahren, um letztlich doch noch mit uns abzurechnen. Satan reibt sich vor Freude die Hände, wenn er uns an diesen Punkt gebracht hat. Erst hat er uns eingeredet, dass das Gras außerhalb der göttlichen Ordnungen grüner sei, doch wenn wir darauf reingefallen sind, dann freut er sich über unseren Fall. Dennoch gilt, was in Micha 7,8 geschrieben steht, ein wahres Kind Gottes kann in Sünde fallen, das ist sogar fast unvermeidlich, denn welches Kind hat jemals laufen gelernt, ohne ein einziges Mal zu stürzen? Hier zu denken, ein Sturz wäre das Aus unseres Glaubenslebens, ist eine gemeine Lüge der Hölle. Achten wir auf die Worte des Apostel Johannes: Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist (1.Johannes 2,1). 

Wenn sich bei uns Resignation einschleichen will und wir keinen Ausweg mehr sehen, dann sind diese Gedanken nicht vom Heiligen Geist, sondern von Satan. Wir müssen uns daher entscheiden wem wir glauben, dem der uns die Wahrheit sagt, weil ER uns eh und je geliebt hat und um das Heil unserer Seele besorgt ist, oder dem, der uns immer nur belogen hat, weil er einen abgrundtiefen Hass gegen uns hat und uns in die Verdammnis leiten will. Erst macht er uns die Sünde schmackhaft und hinterher freut er sich genüsslich, wenn wir uns selbst zermartern. Doch wie listig er auch sein mag, wenn er uns zuflüstert, dass wir aufgeben sollen, wenn er uns durch den Gedanken martert: „Du bist ein hoffnungsloser Fall!“, dann können wir dagegenhalten, dass sich unser HERR auf hoffnungslose Fälle spezialisiert hat. ER kam nicht für die Gesunden, sondern für die Kranken; nicht für die Gerechten, sondern für die Sünder. Satan will uns einreden, wir hätten unseren letzten Kredit bei unserem himmlischen Vater verspielt, und müssten nun selbst für unsere Schuld bezahlen. Doch das ist falsch, unser himmlischer Vater hat am Kreuz abgerechnet. So gibt es keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind (Römer 8,1). Die Schuld ist beglichen, Jesus hat uns zu 100% erlöst; nicht mal 1% unserer Erlösung müssen wir selbst beisteuern. Sein Opfer gilt für die vergangenen Sünden, für die gegenwärtigen und für die zukünftigen.

Wobei wir dies natürlich nicht als „billige Gnade“ sehen dürfen, so als könnten wir leben wie wir wollen und munter darauf lossündigen. Das ist ein Missbrauch der Gnadenlehre. Bereits der Apostel Paulus hat vor einer solchen Einstellung gewarnt, indem er schrieb: Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz sind, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! (Röm 6,15). So klar die Bibel auf der einen Seite vor einer solch leichtfertigen Haltung gegenüber der Sünde warnt, so deutlich zeigt sie uns auf der anderen Seite, dass uns nichts (also noch nicht einmal unser eigenes Versagen) von der Liebe Gottes trennen kann. Das grundsätzliche Ziel des Gläubigen besteht zweifelsfrei darin, Gott zu gefallen; kommen wir aber dennoch zu Fall, dürfen wir gewiss sein, dass ER uns nicht am Boden liegen lässt. ER hat uns zugesagt, alle Tage bei uns zu sein und versichert uns Seine Treue, selbst dann, wenn wir untreu sind. Der Gerechte fällt sieben Mal, doch er steht wieder auf. Unser Gott ist treu.

Prüfen wir unser Herz, haben wir die Denkweise, es sei einerlei wie wird leben oder streben wir danach Gott zu gefallen? Bei wahren Kindern Gottes gibt es im Glaubensleben Höhen und Tiefen, doch das Domminierende in ihrem Leben ist der tiefe Wunsch, nach dem Willen Gottes zu leben. Die Bibel spricht hier vom Streben nach der Heiligung. Dieses Verlangen ist kein natürliches Verlangen, sondern wird durch den Heiligen Geist im Herzen der Kinder Gottes bewirkt. Dennoch ist der Herzenswunsch, ein gottwohlgefälliges Leben zu führen, ein sehr schmaler Grat. So wie es auf der einen Seite Menschen gibt, die die Gnadenlehre missbrauchen, gibt es auf der anderen Seite auch ein falsches Verständnis von der Heiligung; und dies ist das Streben nach Perfektion. Grundsätzlich ist es richtig, wenn wir es anstreben, Gott zu gefallen, nur müssen wir uns prüfen, aus welcher Motivation wir dies tun. Die Frage ist, sehen wir in der Heiligung eine Art Himmelsleiter, auf der wir uns durch unser vortreffliches Benehmen Schritt für Schritt hocharbeiten müssen? Wie schnell kann sich doch der Gedanke einschleichen, es ginge bei der Heiligung darum, Gottes Gunst zu gewinnen; je vortrefflicher wir leben, je wohlgesonnener ist uns unser himmlischer Vater. Wenn wir ein solches Leistungsdenken haben und immer unter Druck stehen, dann ist unser Glaube in Schieflage geraten. Wenn immer Eile geboten ist und wir nur noch die Getriebenen sind, die ständig durch das Gefühl niedergedrückt werden, den göttlichen Anforderungen nicht zu genügen, sind wir in die Falle der Gesetzlichkeit geraten.

Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass diese Denkweise nicht vom Heiligen Geist kommt, sondern vom Widersacher, der uns nur einreden will, dass wir hoffnungslose Versager seien. Wenn uns solche falschen Gedanken niederdrücken, müssen wir uns folgende Tatsache ins Gedächtnis rufen: Egal wie vortrefflich und gut wir leben, nicht eines unserer guten Werke wird den vollkommenen Ansprüchen Gottes genügen. Es gibt nur ein einziges Werk, das dies vermag, und das ist das vortreffliche Erlösungswerk, das unser Herr Jesus Christus vollbracht hat. Die Erlösung ist und bleibt ein unverdientes Gnadengeschenk, dem von unserer Seite nichts hinzuzufügen ist. Wir sind geliebte Gotteskinder, nicht durch eigene Werke oder Verdienste, sondern einzig und allein durch das kostbare Blut des makellosen Lammes Gottes; es ist Seine Gerechtigkeit, die uns zugesprochen wurde, nicht unsere eigene. Wir sind nicht errettet aufgrund dessen, was tun, sondern aufgrund dessen, was ER vollbracht hat. Es gibt nur eine gesunde Motivation nach den Geboten Gottes zu leben, es ist nicht der Gedanke, dadurch irgendetwas zu unserem Heil beizutragen, sondern es ist die Dankbarkeit für das, was ER für uns getan hat; es ist die Liebe zu unserm Erlöser, der sprach: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten!“ (Joh 14,15).

Beachten wir, das ist keine Aufforderung, Jesus sagt nicht, „wenn ihr mich liebt, müsst ihr meine Gebote halten!“; nein, es ist eine Feststellung, ER sagt: „So werdet ihr meine Gebote halten!“. Es geht hier also um Ursache und Wirkung. Die Liebe zu IHM, wirkt sich so aus, dass wir den Wunsch haben, IHM zu gefallen. Aber dies nicht um uns etwas zu verdienen, sondern weil es das ist, was wahre Liebe ausmacht; es ist das tiefste Bedürfnis, dem zu gefallen den man liebt. Es zählt nicht das Leistungsprinzip, wir sind Seine geliebten Kinder. ER hat uns eh und je geliebt, nicht weil wir so gut waren und es verdient haben, sondern weil auch auf uns zutrifft, was Gott einst zu Mose sagte: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich (2.Mo 33,19). ER hat uns zuerst geliebt und diese Liebe ist unwandelbar. Wir sind und bleiben Seine geliebten Kinder, auch dann, wenn wir Fehler machen. Wir dienen IHM weder aus Zwang, noch aus Angst, sondern weil wir IHN lieben. ER hat uns zuerst geliebt, niemand kann uns aus Seiner Hand reißen und wir lieben unsere Glaubensgeschwister, weil wir zur selben Familie gehören.

 

Amen

 

 

  Kompletter Beitrag als

 

 


 

Bibelstellen zum Nachschlagen: Kolosser 2,14; Hebräer 10,14; 2.Timotheus 3,13;

​ Sprüche 24,16; Markus 3,35;  1.Johannes 3,14  

 

Beitragsempfehlung: Ein für alle Mal

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben