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Keine Fabeln, sondern zuverlässige Prophetie

07.09.2019

 

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe." Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.  Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist (2.Petr 1,16-21).

Beim Betrachten dieses Textes stellen wir fest, wie wichtig es dem Apostel Petrus war, dass sich die Gläubigen ihrer Position bewusst sind. Er grenzt die Botschaft des Evangeliums und der Wiederkunft des Herrn ganz klar von Spekulationen ab, indem er versichert, dass es sich bei biblischer Prophetie nicht um Fabeln aus dem Bereich der menschlichen Vorstellungskraft und Fantasie handelt, sondern um eine zuverlässige Botschaft, die auf Fakten begründet ist. Dass er darauf einen Schwerpunkt legt, ist durchaus nachvollziehbar, denn die Adressaten seines Briefes sind Christen, die um ihres Glaubens Willen Verfolgung und Ausgrenzung erleiden mussten. So schrieb er ihnen bereits in seinem ersten Brief: Geliebte, lasst euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, [der Geist] Gottes ruht auf euch (1.Petr 4,12-14).

Ihr Glaube wurde aufs Äußerste geprüft und manch einer wird sich gefragt haben, wozu er all dies erdulden soll. Warum an diesem Glauben festhalten, wenn er nicht unmittelbar die Probleme lösen kann, sondern im Gegenteil, sogar noch der Grund für das Problem war? Warum sollten sie es in Kauf nehmen, um des Glaubens willen Anfeindungen, Schmähungen und Verfolgung zu erdulden? Warum sollten wir es in Kauf nehmen, von anderen als rückständig angesehen und belächelt zu werden? Die Antwort des Apostels lautet: Ihr müsst auf die Belohnung sehen, die euch bei der Wiederkunft des Herrn zuteilwird. Doch genau das war der Punkt, der durch jene angegriffen wurde, die fragten: „Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist!“ (2.Petr 3,8).

Diesem Zweifel, der in die Herzen der ohnehin schon angefochtenen Christen gesät wurde und ihren Glauben ins Wanken brachte, konnte Petrus nur begegnen, indem er ihnen die Zuverlässigkeit der biblischen Prophetie vor Augen stellte. Sein konkretes Argument lautet, Augenzeuge der herrlichen Größe von Gottes Sohn gewesen zu sein, womit er auf jenes Ereignis zu sprechen kommt, dass im Matthäus Evangelium wie folgt geschildert wird:

Und nach sechs Tagen nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und dessen Bruder Johannes mit sich und führte sie beiseite auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Da begann Petrus und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, so lass uns hier drei Hütten bauen, dir eine und Mose eine und Elia eine. Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!  Als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat herzu, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein (Matthäus 17,1-8).

Petrus bezieht sich auf dieses bedeutende Erlebnis, um die Glaubwürdigkeit der Schrift und der apostolischen Botschaft zu unterstreichen und kommt dabei zu dem Schluss: Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester.

Die Frage ist, welchen Gedanken verfolgt er bei seiner Argumentation? Warum haben wir das prophetische Wort umso fester? Worin liegt die Sicherheit, woher sollen wir wissen, dass die biblische Prophetie zuverlässig ist? Die Antwort lautet, weil es Zeugen gibt. Die Apostel waren Augenzeugen, sie haben festgehalten, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen haben. Und was ist die Besonderheit? Was bezeugen Sie? Sie bezeugen genau das, worauf Jesus selbst immer wieder hingewiesen hat und das ist die Tatsache, dass sich durch Sein Kommen in diese Welt, biblische Prophetie haargenau und bis ins kleinste Detail erfüllt hat. Denken wir an die Situation als Johannes der Täufer im Gefängnis saß und mit Zweifeln zu kämpfen hatte. Was ließ Jesus ausrichten, als Johannes Boten mit der Frage: „Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?“ (Mt 11,3), zu IHM sandte? Wie begegnete Jesus der Frage, ob ER wirklich der verheißene Messias sei? Wir lesen es in Matthäus 11,5: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt!“ Doch warum erwähnt Jesus das? ER erwähnt es, weil sich darin biblische Prophetie erfüllt hat, weil es die Zeichen des Messias waren (vgl. Jes 29,18, Jes 35,6). Oder denken wir auch an die frustrieten Emmaus Jünger. Sie hatten ihre Hoffnung auf Jesus gesetzt, doch nach der Kreuzigung ließen sie die Köpfe hängen und glaubten, dies sei der Untergang. Sie dachten, nun sei der auf den sie gehofft hatten tot und mit IHM seien auch all ihre Hoffnungen begraben worden. Doch dann begegnete ihnen Jesus. Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?  Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht (Lk 24,25-26).

Das ist der Punkt, um den es auch Petrus geht. Er macht deutlich, dass die Apostel nicht nur von irgendeinem bedeutenden Lehrer oder Propheten zu berichten haben, sondern dass es sich bei Jesus Christus um den Einen handelt, der bereits lange im Voraus durch die biblischen Prophetien angekündigt war. Darauf haben die Apostel immer wieder hingewiesen, dem entsprechend sehen wir in den Evangelien immer wieder Hinweise, wie: „Da wurde erfüllt, was gesagt ist“, „So steht's geschrieben“, „Aber es muss die Schrift erfüllt werden“, Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde“,… (Mt, 27,9; Lk 24,46, Joh 13,18: 19,36) und zu all diesen Stellen, finden wir im Alten Testament die entsprechenden Prophetien, die sich vor den Augen der Apostel erfüllt haben. Wenn wir sehen, wie präzise all dies vorausgesagt war, ist es bei logischer Betrachtung unmöglich, darin rein zufällige Ereignisse zu sehen, vielmehr bringt es uns zu dem Schluss, dass die Heilige Schrift kein Menschenwort, sondern wahrhaftig Gottes Wort ist (vgl. 1.Thess 2,13). Kein Buch der Welt hat jemals so präzise und genau zukünftige Ereignisse vorhergesagt. Die Heilige Schrift, so wie sie uns in der Bibel überliefert ist, kann also unmöglich ein Werk von Menschen sein, denn kein Mensch ist in der Lage die Geschichte so präzise vorherzusagen. Vielmehr gilt, was Petrus festgehalten hat, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist.

Und die Bestätigung dessen sehen wir in der präzisen Erfüllung der alttestamentlichen Prophetie. Alles, was die Propheten in Bezug auf den Messias und dessen Menschwerdung vorausgesagt haben, hat sich in Jesus Christus haargenau und bis ins kleinste Detail erfüllt und genau das ist es, was die Apostel bezeugt haben. Wir sehen es wenn über Paulus gesagt wird, dass er aufgrund der alttestamentlichen Schriften, erläuterte und darlegte, dass der Christus leiden und aus den Toten auferstehen musste (Apg 17,3) oder wenn wir von Apollos lesen: Denn er widerlegte die Juden kräftig und erwies öffentlich durch die Schriften, dass Jesus der Christus ist (Apg 18,28). Die ursprüngliche Evangeliums Verkündigung war darauf aufgebaut, dass sich in Christus nachweislich alttestamentliche Prophetie erfüllt hat. Dies wiederum ist nicht nur ein Beleg für die Zuverlässigkeit der Schrift, sondern zugleich die Bestätigung, dass Jesus Christus wirklich der Messias ist. Und weil wir für einen unerschütterlichen Glauben, ein unerschütterliches Glaubensfundament benötigen, ist genau dies der entscheidende Punkt. Wir müssen uns unserer Position sicher sein und das können wir nur, wenn wir uns immer wieder bewusst machen, dass das prophetische Wort absolut zuverlässig ist. Der logische Gedanke hierbei ist, wenn sich all die biblischen Prophetien, die vom ersten Kommen unseres HERRN berichtet haben, bei Seiner Menschwerdung erfüllt haben, und genau das bezeugen die Apostel, dann können wir sicher sein, dass sich die Prophetien, die Seine Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit ankündigen, ebenso sicher erfüllen werden.

Biblischer Glaube ist also keinesfalls eine vage Vermutung oder nur ein frommer Wunsch, sondern eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht (Hebr 11,1). Der Glaube ist nichts Undefinierbares, sondern eine Überzeugung von Tatsachen, Tatsachen die uns von treuen Zeugen überliefert wurden. Der Glaube ist weder auf Zweckoptimismus noch Spekulation begründet, sondern auf eine zuverlässige Quelle und das ist das ewig gültige Wort Gottes, der nicht lügen kann (vgl. Tit 1,2). Dieses Wort wurde durch die gesamte Menschheitsgeschichte nie widerlegt, sondern im Gegenteil, es wurde durch die Erfüllung etlicher Prophetien wieder und wieder bestätigt. Das Zeugnis der Heiligen Schrift ist absolut glaubwürdig und zuverlässig. Hätte der christliche Glaube nicht diesen Aspekt der Sicherheit, wäre nicht ein Märtyrer bereit gewesen, dafür auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Sie hätten nur ihrem Glauben abschwören müssen und wären ungeschoren davongekommen. Sie alle konnten nur standhaft bleiben, weil sie diese feste Gewissheit hatten und was für den Extremfall gilt, das gilt auch für die Widerwertigkeiten unseres Lebens. Um Schicksalsschläge und Schwierigkeiten siegreich zu überwinden, müssen wir unseren Blick, genau wie die Glaubensväter, auf die zukünftige Hoffnung richten (vgl. Kol 3,1-2; Phil 3,20). Doch dies kann uns nur dann durchtragen, wenn wir von der Zuverlässigkeit der biblischen Prophetie überzeugt sind und daran festhalten und genau darum geht es, wenn Petrus sagt: Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester.

Daher sei es abschießend noch einmal festgehalten, so wie sich die biblische Prophetie durch das Kommen unseres Herrn als Säugling in der Grippe erfüllt hat, so wie sie sich durch Sein außergewöhnliches Leben, Seinen Tod am Kreuz und Seine Auferstehung erfüllt hat, so wird sie sich auch Wort für Wort in Bezug auf Seine Wiederkunft erfüllen. Die christliche Hoffnung ist nicht auf Fabeln oder menschliche Theorien gegründet, sondern auf das unveränderliche Wort Gottes. Und wir tun gut daran, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in unseren Herzen aufgeht.

 

Amen


 

Dies war ein Kapitel aus dem Buch: "Das einzige Licht in der Finsternis", das kostenlos als Download zur Verfügung steht.

 

    E-Book A5, 270 Seiten     

 

 

 

 

 

 

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