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Ich aber sage euch…

28.03.2019

 

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen.
Es ist aber gesagt: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht!
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! (Auszugsweise aus Matthäus 5,21-48).

Die bedrückendste und wohl weltweit bekannteste Predigt, die jemals gehalten wurde, ist zweifelsfrei die Bergpredigt. Viele Verse sind sehr bekannt und werden auch heute noch gerne zitiert. Ob jene, die Jesus jeweils durch die Worte: „Ich aber sage euch…“, (Mt 5,22.28.32.34.39.44) einleitet, auch dazu zählen, ist eher fraglich. Aber selbst wenn Verkündiger auf diesen Textabschnitt eingehen, wird die Argumentation des HERRN oftmals missverstanden, weil dieses „Aber“ so interpretiert wird, als hätte Jesus hier eine völlig neue Lehre eingeführt. Dabei hat Jesus direkt zuvor verdeutlicht, dass dies keineswegs Seiner Absicht entsprach. Denn unmissverständlich hatte ER diesen Aussagen folgende Erklärung vorangestellt: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht“ (Mt 5,17-18).

Erst nach dem der HERR dies klargestellt hatte, folgten die Worte: „Ich aber sage euch…“. Somit ist es ausgeschlossen, dass sich dieses „Aber“ gegen die alttestamentliche Lehre richtet; was uns unweigerlich zur Frage führt, um welchen Gegensatz es sich dann handelt? Was steht Seinen Worten: „Ich aber sage euch…“ gegenüber? Der aufmerksame Leser kann feststellen, dass es nicht der Wortlaut: „Es steht geschrieben…“ ist, sondern, dass es sich um die Aussage: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist…“ (Mt 5,21.27.31.33.38.43) handelt. Somit ist klar: Jesus stellt nicht die Bedeutung der Schrift infrage, sondern die falschen Schlüsse, die daraus gezogen wurden. Es geht um die Korrektur falscher Auslegungen und falscher Lehren, die Jesus, wie wir hier sehen, selbst dann nicht stehen lässt, wenn angesehene Kirchenführer dahinterstehen. Des Weiteren ist beachtenswert, dass ER diese Kritik nicht im engeren Kreis Seiner Jünger, unter vorgehaltener Hand, geäußert hat, sondern öffentlich. ER hat also sowohl jene, die diese falschen Lehren vertraten, als auch jene, die unter deren Einfluss standen, direkt damit konfrontiert.

Eine praktische Anwendung, die wir hieraus ableiten können, ist darin zu sehen, dass wir die biblische Botschaft nur dann unmissverständlich ausrichten können, wenn wir auch dazu bereit sind, sie klar von den falschen Lehren abzugrenzen. Nehmen wir uns daher zu Herzen: Für bibeltreue Verkündigung ist es unverzichtbar das Richtige vom Falschen abzugrenzen. Niemand kann die Wahrheit, und damit den Herrn Jesus Christus (vgl. Joh 14,6), wirklich von ganzem Herzen lieben, ohne sich von allem abzuwenden, was IHM missfällt (vgl. Ps 97,10; 2.Tim 2,19). Gerade damit, so nicht nur meine Beobachtung, tut sich das Christentum unserer Tage besonders schwer. Man meidet jegliche Art von Konfrontation, weil man unter keinen Umständen die Harmonie gefährden will...

 

 

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