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Er wird sein Volk retten

09.12.2018

 

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden (Matthäus 1,21).

 

Diese Ankündigung des lang ersehnten Messias, dürfte vielen bekannt sein. Doch eben, weil diese Botschaft so vertraut ist, besteht die Gefahr, gedankenlos darüber hinweg zu lesen. Umso mehr liegt es mir am Herzen, gerade in der Vorweihnachtszeit etwas näher darauf einzugehen. Welche Bedeutung haben die Worte: Er wird sein Volk retten von ihren Sünden?

Ist es nicht erstaunlich, hier ist von Seinem Volk die Rede. Jesus kam um "Sein" Volk zu retten. Nicht von der Macht der Römer, sondern von ihren Sünden. In erster Linie können wir das natürlich auf Israel beziehen, doch wie uns das Neue Testament lehrt, geht es beim Evangelium nicht darum wer äußerlich zum Volk Israel zählt, sondern wer innerlich dazu zählt. Entscheidend ist nicht die natürliche, sondern die geistliche Geburt, entscheidend ist die Erneuerung des Herzens (vgl. Röm 2,28-29). So stellt sich die Frage, wie unser Herz gegenüber Jesus Christus gesinnt ist? Haben wir die Erkenntnis, dass wir von unseren Sünden gerettet werden müssen? Können wir dem zustimmen, was uns die Bibel über das menschliche Herz sagt? Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding (Jer 17,9). Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung (Mt 15,19). Erkennen wir an, dass wir aufgrund unserer sündhaften Natur niemals ohne Seinen Sohn Jesus Christus, vor Gott bestehen können? 

 

Wenn nicht, erklären wir Gott in zweifacher Hinsicht zum Lügner. Erstens weil wir entgegen Seinem Wort daran festhalten, keine Rettung nötig zu haben und zweitens, weil wir Sein Zeugnis über Christus für unwahr erklären (vgl. 1.Joh 1,10: 5,10). Darüber hinaus macht diese Haltung deutlich, dass wir offensichtlich nicht zu Seinem Volk gehören. Ansonsten hätte der Engel dieses Volk sicher nicht als ein Volk gesehen das die Rettung von Sünden nötig hat. Im Gegenteil, er hätte sehr wahrscheinlich von einem tugendhaften, vortrefflichen Volk geredet. Wer sich nun für so tugendhaft und perfekt hält, den werden die Worte des Engels sicher nicht ergreifen. Wer glaubt, keine Rettung nötig zu haben, der kann mit dieser Botschaft nicht viel anfangen. Wer hingegen durch die Gnade Gottes erkannt hat, wie überaus sündig seine Natur ist, der wird dieser Botschaft sehr viel Bedeutung zumessen. Mehr noch, diese Botschaft wird sogar die Beste sein, die er jemals gehört hat. Jesus wird Sein Volk von ihren Sünden retten. Wer sich also fragen sollte, ob er zum Volk Gottes gehört, der muss sich fragen, ob er sich wirklich als jemand sehen kann, der diese Rettung nötig hat. Gebe ich Gott die Ehre, indem ich meine Schuld und Sünde eingestehe oder halte ich an meiner Selbstgerechtigkeit fest? (vgl. Ps 32,2)

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich froh und dankbar bin, dass Jesus nicht für die Gerechten sondern für Sünder gekommen ist. Allein das gibt mir Hoffnung, allein darin kommt mein Herz zur Ruhe, dass der gerechte, vollkommene Sohn Gottes, gekommen ist, um Sünder selig zu machen. Genauso hat ER es auch selbst bezeugt, als ER sprach: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder“ (Mk 2,15).

 

Bei Jesus Christus gibt es keine hoffnungslosen Fälle, wer auch immer an seinem eigenen Versagen verzweifelt, dem gilt dieser Ruf des Evangeliums: „Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder“. Es ist Jesus selbst, der sündige Menschen zu sich ruft. Wer auch immer zu dieser Erkenntnis gelangt und Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland annimmt, der gehört zu Seinem Volk. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind (Joh 1,12-13).

Es ist nicht die selbstgerechte Welt, sondern es ist allein Sein Volk, dem dieses Versprechen gilt. Dieses Volk besteht nicht aus Gerechten, sondern ausschließlich aus begnadigten Sündern. Gerechtfertigt werden sie allein durch Jesus Christus, der sie durch Sein kostbares Blut teuer erkauft hat. Darum stimme ich mit Spurgeon überein, der sagte: Die größte Seligkeit liegt nicht darin, von Verwirrungen wiederhergestellt zu sein, sondern auf vollkommenem Weg bis ans Ende erhalten zu werden. Möge der Herr uns bis zum Ende bewahren! Doch auch dann werden wir uns nicht mit den Pharisäern rühmen können, sondern immer noch mit dem Zöllner beten: "Gott sei mir Sünder, gnädig!"*

 

 

Amen

 

 


 

*Quellangabe: Charles H. Spurgeon, Andachtsbuch, Besser als Gold, 5.November

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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