und und

Er wird sein Volk retten

14.12.2019

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden (Matthäus 1,21). 

 

Diese Ankündigung des lang ersehnten Messias, stellt gleich zu Beginn des Neuen Testaments klar, worum es beim Evangelium geht: Es geht um den Sohn Gottes, der Mensch wurde, um Sein Volk von der Sünde zu retten. In unseren Tagen ist auch viel von Rettung die Rede. Tagtäglich hören wir in den Medien, dass wir das Klima retten müssen. Politiker und Klimaaktivisten werden nicht müde uns einzureden, dass der CO2-Ausstöß das größte Problem der Menschheit sei. Die Bibel hat hier eine ganz andere Sicht, sie zeigt uns, dass die Sünde der Leute Verderben ist (Spr 14,34) und weil sich die Menschheit an diesem Punkt nicht selbst retten kann, sandte Gott Seinen geliebten Sohn in diese Welt. Doch beachten wir den genauen Wortlaut, es wird ausdrücklich gesagt: Er wird sein Volk retten von ihren Sünden.  Ist es nicht erstaunlich, dass hier von Seinem Volk die Rede ist? Jesus kam um "Sein" Volk zu retten. Nicht von der Macht der Römer, nicht vor irgendwelchen Umweltkatastrophen oder Klimaveränderungen, sondern von ihren Sünden. Somit stellt sich die Frage, wie unser Herz gegenüber Jesus Christus gesinnt ist? Haben wir die Erkenntnis, dass wir von unseren Sünden gerettet werden müssen? Kommen wir zu der Einsicht, zu der einst König David kam als er sagte: Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen (Ps 51,7). Stimmen wir mit dem Urteil Gottes überein, das besagt: Das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an (1.Mo 8,21). Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung (Mt 15,19). Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer (Röm 3,10-12).

Das ist das erschütternde Urteil Gottes über die gefallene menschliche Kreatur und die Frage ist, wie stehen wir dazu? Erkennen wir an, dass wir aufgrund unserer sündhaften Natur niemals ohne Jesus Christus, den Sohn Gottes, vor dem dreimal heiligen Gott bestehen können? Wenn nicht, erklären wir Gott in zweifacher Hinsicht zum Lügner. Erstens, weil wir entgegen Seinem Wort daran festhalten, keine Rettung nötig zu haben und zweitens, weil wir Sein Zeugnis über Christus für unwahr erklären (vgl. 1.Joh 1,10: 5,10). Darüber hinaus macht diese Haltung deutlich, dass wir offensichtlich nicht zu Seinem Volk gehören. Ansonsten hätte der Engel dieses Volk sicher nicht als ein Volk gesehen, das die Rettung von Sünden nötig hat. Im Gegenteil, er hätte sehr wahrscheinlich von einem tugendhaften, vortrefflichen Volk geredet. Wer sich nun für so tugendhaft und perfekt hält, den werden die Worte des Engels sicher nicht ergreifen. Wer glaubt, keine Rettung nötig zu haben, der kann mit dieser Botschaft nicht viel anfangen. Wer hingegen durch die Gnade Gottes erkannt hat, wie überaus sündig seine Natur ist, der wird dieser Botschaft sehr viel Bedeutung zumessen. Mehr noch, diese Botschaft wird sogar die Beste sein, die er jemals gehört hat. Selbst das größte Glück und das höchste Gut, das diese Welt zu bieten hat, verblasst angesichts des überragenden Erlösungswerks, das Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat, zur absoluten Bedeutungslosigkeit. Wer sich seiner Verlorenheit und seiner Schuld vor Gott bewusst ist, für den kann es keine bessere Botschaft geben, als die Worte des Engels, der sprach: „Er wird sein Volk retten von ihren Sünden!“

Wer sich also fragen sollte, ob er zum Volk Gottes gehört, der muss sich fragen, ob er sich wirklich als jemand sehen kann, der diese Rettung nötig hat. Gebe ich Gott die Ehre, indem ich meine Schuld und Sünde eingestehe oder halte ich an meiner Selbstgerechtigkeit fest? (vgl. Ps 32,2). Dementsprechend wie unsere Haltung an diesem Punkt ist, wird uns das Evangelium ansprechen oder nicht. Mit anderen Worten, nur wer ein empfinden für seinen geistlichen Bankrott hat und unter seiner sündhaften Natur leidet, kann der Botschaft des Evangeliums etwas abgewinnen, wer hingegen glaubt, keinen Retter nötig zu haben, dessen Herz ist viel zu sehr von Stolz erfüllt, als dass da noch Raum für den Sohn Gottes wäre. Wie viele Menschen gegen doch selbstsicher durchs Leben und sind überzeugt, alles im Griff zu haben, sie haben kein Empfinden für Schuld und Sünde, sondern halten sich für gerecht und gut. In Wahrheit sind sie jedoch die bedauernswertesten Kreaturen, die man sich vorstellen kann, denn an sie richtet sich das Evangelium nicht. Denn Jesus hat es selbst bezeugt, dass ER nicht für die Gerechten, sondern für die Sünder gekommen ist, wortwörtlich sagte ER: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder“ (Mk 2,15).

Und das sind wahrlich keine leeren Worte, sondern im Gegenteil, egal wie groß das Versagen und die Sünde ist, Seine Macht zu retten ist größer, bei Jesus gibt es keine hoffnungslosen Fälle (vgl. Röm 5,20). Es ist völlig ausgeschlossen, dass ER jemals einen Sünder, der zu IHM kommt, abweisen wird. Nein, wer zu Ihm kommt, so hat Er es selbst versprochen, wird nicht hinausgestoßen (Joh 6,37). Daher gilt, was einst Bischof J.C. Ryle treffend festgehalten hat: Der Mensch, der im Glauben zu Christus kommt, sollte nie an Christi Bereitschaft zweifeln, ihn gern aufzunehmen. Die bloße Tatsache, dass der Sohn Gottes freiwillig in die Welt kam, um zu sterben, und freiwillig litt, sollte derartige Zweifel völlig zum Schweigen bringen.1

Wer also seine Schuld eingesteht und seine Sünde bekennt, dem kann ich versichern, dass Christus die Barmherzigkeit und Güte in Person ist. Er kam als Retter für sündige Menschen, die auf sich allein gestellt, hoffnungslos verloren sind. Und wer auch immer zu dieser Erkenntnis gelangt und Jesus Christus als seinen Herrn und Heiland annimmt, der wird aufgenommen in Gottes Familie und gehört zu Seinem Volk. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind (Joh 1,12-13).

Es ist nicht die selbstgerechte Welt, sondern es ist allein Sein Volk, dem dieses Versprechen gilt. Dieses Volk besteht nicht aus Gerechten, sondern ausschließlich aus begnadigten Sündern. Gerechtfertigt werden sie allein durch Jesus Christus. Er, der sie durch Sein kostbares Blut teuer erkauft hat, ist ihre Gerechtigkeit. Darum stimme ich mit Spurgeon überein, der sagte: Die größte Seligkeit liegt nicht darin, von Verwirrungen wiederhergestellt zu sein, sondern auf vollkommenem Weg bis ans Ende erhalten zu werden. Möge der Herr uns bis zum Ende bewahren! Doch auch dann werden wir uns nicht mit den Pharisäern rühmen können, sondern immer noch mit dem Zöllner beten: "Gott sei mir Sünder, gnädig!" 2

Abschließend sei betont, dass Jesus Christus Sein Volk nicht nur vor den Folgen der Sünde, sondern auch von der Macht der Sünde rettet. Auch wenn der Christ noch von der Sünde versucht wird, so wird er nicht mehr von ihr beherrscht. Einst war er, wie die Übrigen, ein Sklave der Sünde, doch durch die rettende Macht Seines HERRN und Erlösers, wurde er von der Knechtschaft der Sünde befreit. Das verfinsterte, eigenwillige Herz auf dessen Thron das Ich saß, ist durch die Macht Gottes erneuert worden und wird nun durch den Heiligen Geist geleitet (vgl. Röm 8,14).

 


 

Quellangabe:
1. John Charles Ryle, Lukas Band 2, S. 114
2. Charles H. Spurgeon, Andachtsbuch, Besser als Gold, 5.November

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben