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Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus

02.05.2019

Durch ihn (Gott) aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung (1. Korinther 1,30).

In einem Punkt sind sich Christen wohl einig, sie vertrauen auf die Zusage aus Römer 8,1: So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Bei der Frage jedoch, über wen dies gesagt werden kann, sieht es anders aus, hier herrscht bei Weitem nicht so viel Einmütigkeit, dennoch sind alle wahren Gläubigen hier wohl weitaus leichter auf einen Nenner zu bringen, als bei der Frage, nach der Ursache. Wenn man sich darüber einig ist, dass alle wahren Gläubigen als solche bezeichnet werden können, die in Jesus Christus sind, dann bleibt immer noch die Frage, nach der Hauptursache. Ist sie primär in der Willensentscheidung des Gläubigen zu sehen oder im Willen Gottes? Genau diese Frage beantwortet der Text, um den es in diesem Beitrag gehen soll, und dieser besagt: Durch ihn (Gott) aber seid ihr in Christus Jesus.

Es ist Gott der Vater, dem wir unseren Glauben zu verdanken haben, es ist Seine Liebe, die uns zu IHM gezogen hat. Die gewaltige Aussage: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade (Jer 31,3), gilt für jedes wahre Kind Gottes. Natürlich gilt es zu Jesus zu kommen, natürlich gilt Seine Zusage: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen (Joh 6,37b), doch kommen werden nur jene, die der Vater dem Sohn gegeben hat, denn so hat es Jesus selbst gelehrt. Direkt vor dieser häufig zitierten Einladung, sagte Jesus nämlich: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen (Joh 6,37a). Im Gegensatz dazu, sagte ER zu den selbstgerechten Pharisäern: Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen (Joh 10,26).

Viele Christen haben zwar ein Problem mit dieser Lehre, aber wir können nicht objektiv mit der Schrift umgehen, wenn wir diese Lehre unter den Teppich kehren. Sie ist fest in der Schrift verankert und wird immer und immer wiederholt, sodass man das Wort Gottes nicht lesen kann, ohne auf diese Lehre zu stoßen. Doch warum stoßen sich viele Christen daran? Vermutlich weil ihr denken mehr vom Humanismus geprägt ist, als vom Wort Gottes. Deshalb kommt oft der Einwand, es sei Ungerechtigkeit bei Gott, doch es war der vom Heiligen Geist inspirierte Apostel Paulus, der diese Frage in Römer 9,14 beantwortet hat: Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott? Auf keinen Fall! Denn er sagt zu Mose: "Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe." So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott (Röm 9,14-16).

Unsere Errettung, unser Glaube, es ist allein das Werk unseres himmlischen Vaters, der sich über uns erbarmt hat. Jesus hat ausdrücklich gesagt: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat (Joh 6,29). Darum hat auch kein Fleisch Grund sich zu rühmen. Alle Ehre gebührt Gott allein. Wer es für unfair hält, dass Gott nicht allen Menschen diesen rettenden Glauben schenkt, der hat ein völlig falsches Verständnis von dem, was Gnade bedeutet. Gnade ist unverdient, kein Mensch hat rechtmäßigen Anspruch auf Gottes Gnade. Würde uns Gott das geben, was wir verdient haben, dann würde Römer 6,29 nur aus diesen 8 Worten bestehen: Denn der Lohn der Sünde ist der Tod... Denn wir alle sind schuldig, wir alle haben Gottes Gebote übertreten. Wer also auf Recht und Gerechtigkeit pocht, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er durch das Gesetz verurteilt und schuldig ist. Dass es dennoch Rettung gibt, ist allein der Gnade Gottes zu verdanken, weshalb der Vers nicht mit Tod und ewiger Verdammnis endet, sondern den Gegensatz dazu aufzeigt, und das ist Gottes unbegreifliche Gnade, ... aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn (Römer 6,29b).

Darum sei es noch einmal betont, der rettende Glaube an Jesus Christus ist eine Gnadengabe Gottes, kein Verdienst auf den wir einen Anspruch haben, sondern ein unverdientes Geschenk mit unermesslichem und unvergänglichem Wert. Darum hat der Mensch seine Errettung auch nicht selbst in der Hand, sondern ist auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen, denn niemand ist in der Lage, die Forderungen des Gesetzes zu erfüllen, allein über Jesus kann gesagt werden, dass ER ohne Sünde war. Allein deshalb kann gesagt werden, dass ER unsere Gerechtigkeit ist, so wie geschrieben steht: Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt (2.Kor 5,21).

Anstatt sich über die Lehre der Erwählung zu ärgern, sollte sie vielmehr Grund zum Trost, zur Freude und zur Dankbarkeit sein und nicht zuletzt sollte sie uns zu tiefst demütigen. „Was aber hast du, das du nicht empfangen hast?“, lautet die berechtigte Frage aus 1.Korinther 4,7. Somit gibt es keinen Grund zum Rühmen, sondern nur Grund, bis in alle Ewigkeit zu danken und Gott zu loben. Wir rühmen und loben Gott, weil ER uns bereits vor Grundlegung der Welt erwählt hat (vgl. Eph 1,4) und dürfen wissen, dass wir unser Heil aufgrund dessen nicht mehr verlieren werden. Die Tatsache, dass Gott uns zur Rettung erwählt hat, ist nämlich zugleich die Sicherheit unseres Heils. Denn weil Gott das gute Werk in uns begonnen hat, haben wir die Garantie, dass ER es auch vollenden wird und das bringt uns zum Thema „Heilsgewissheit“. Alle wahren Gläubigen werden das Ziel der ewigen Seligkeit erreichen, weil ihr Heil und ihr Glaube auf den unwiderruflichen Entschluss Gottes zurückzuführen ist. Denn wenn geschrieben steht: Durch ihn (Gott) aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung (1. Kor 1,30), dann sehen wir nicht nur, dass Gott der Vater die Ursache unseres Glaubens ist, denn durch IHN sind wir in Christus, sondern dass dieser von Gott gewirkte Glaube alle Aspekte unserer Errettung abdeckt. In Christus ist uns die Weisheit geschenkt, geistliche Dinge zu verstehen und zu beurteilen (vgl. 1.Kor 2,12-13). Christus ist unsere Gerechtigkeit (Jer 23,6). Ebenso ist ER unsere Heiligung (vgl. Hebr 12,14) und unsere Erlösung (Röm 3,24). Und weil diese vier Aspekte unzertrennlich zusammengehören, ist unser Heil in Christus so sicher, dass Georg Whitefield in Bezug auf diesen Bibelverses zu folgendem Schluss kam: Wenn es im Wort Gottes keinen anderen Text gäbe, würde dieser ausreichend beweisen, dass die wahren Gläubigen ans Ziel kommen: Denn Gott hat noch nie einen Menschen gerechtfertigt, den er nicht auch geheiligt hat, noch hat er jemand geheiligt, den er nicht auch vollkommen erlöst und verherrlicht hat. Gottes Wege und seine Werke sind vollkommen. Alles, was er begonnen hat, hat er auch vollendet. So wie in der ersten Schöpfung, so ist es auch in der neuen. Wenn Gott sagt: „Es werde Licht“, dann ist da Licht, das bis zum vollkommenen Tag immer stärker stahlt, an dem die Gläubigen zur ewigen Ruhe einkehren, so wie Gott in die seine eingekehrt ist.* 

Durch ihn (Gott) aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. Dieser Vers ist eine untrennbare Kette, wir können uns unserer Erlösung und unseres Heils nur dann sicher sein, wenn wir der Heilung nachjagen. Doch wir werden nicht gerettet, weil wir dies tun, sondern umgekehrt, wenn wir der Heiligung nachjagen, dann ist dies ein Zeichen, dass wir gerettet sind. Entweder macht den Baum gut, dann ist seine Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist seine Frucht faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt (Mt 12,33). Doch wer kann den Baum gut machen? Wer kann steinerne Herzen in fleischerne Herzen verwandeln? (vgl. 2.Kor 3,3). Wer kann geistlich Tote zum Leben erwecken? Wer hat die Macht dazu? Keine Frage, es ist allein der allmächtige Gott. Darum sagte Jesus zu dem frommen Nikodemus: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen! Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden! (Joh 3,5-7).

So wenig wir unsere natürliche Geburt selbst in der Hand hatten, so wenig sind wir für unsere geistliche Geburt verantwortlich, denn ehe wir durch den Geist Gottes zum Leben erweckt wurden, waren wir, wie die Übrigen, geistlich Tod. Unser geistlicher Zustand war vergleichbar mit dem, was ganz zu Beginn des Schöpfungsberichts über die Erde gesagt wird: sie war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe, lesen wir in 1.Mose 1,2 und wenn wir das auf unser Herz anwenden, dann wird deutlich, welch ein gewaltiges Wunder an uns geschehen ist: Unser Herz war wüst und leer und völlig verfinstert, es war kein geistliches Leben vorhanden, wir haben nichts vernommen vom dem, was des Geistes Gottes ist (vgl. 1.Kor 2,14), doch dann geschah, was Paulus in 2. Korinther 4,6 festgehalten hat: Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi (2.Kor 4,6). Unser Glaube ist einzig und allein das Werk unseres himmlischen Vaters. Auf dass gilt, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!« (1. Kor 1,31).

Fazit: Unsere Rettung liegt nicht in unserer Hand, vielmehr gilt: Die Rettung kommt von dem HERRN! (Jon 2,10). Und wenn wir das wirklich realisieren, dann und nur dann, werden wir es dem Zöllner aus dem Gleichnis Jesu gleichtun und flehen: "O Gott, sei mir Sünder gnädig!" (Lk 18,13).

 

 

*Quellangabe: Georg Whitefield – Lieber verbrennen als verrosten, S. 98/99


 

Beitragsempfehlung zum Thema "Heilsgewissheit": Der Geist der Herrlichkeit

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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