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Der Geist der Herrlichkeit

18.10.218

Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens Christi willen, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch (1.Petr 4,12-14).

Auch wenn wir hierzulande nicht die massive Verfolgung erleben, wie in vielen anderen Ländern, so erleben Christen dennoch Ausgrenzung und Diskriminierung um ihres Glaubens willen. Doch dadurch sollten wir uns nicht entmutigen lassen, sondern es lernen, die Sichtweise der Apostel zu übernehmen, die sich sogar darüber gefreut haben, dass sie als würdig erachtet wurden, für den Namen des HERRN Schmach zu leiden. Natürlich ist dies einfacher gesagt, als getan, denn rein menschlich gesehen, ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Es liegt in unserer Natur, dass wir akzeptiert, und nicht ausgegrenzt werden wollen. Daher ist es umso entscheidender auf die Belohnung zu sehen. Das Leiden um Christi Willen ist nicht vergeblich (vgl. Röm 8,17). Denken wir nur daran, was die vielen treuen Zeugen, die vor uns waren alles erdulden mussten. Denken wir an einen Mann wie Mose, über den geschrieben steht: Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen, und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung (Hebr 11,24-26).

Ja, es wird Lohn geben für den Gerechten, das Blatt wird sich wenden, nur noch eine kurze Zeit, und es wird sich erfüllen, was Jesus versprochen hat: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt. Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und tun. Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst (Offb 22,12-17). Es wird zu dieser großen Scheidung der Menschheit kommen, Jesus wird die Schafe von den Böcken scheiden. Wohl allen, die sich bei IHM bergen. Wohl allen, die ihre Kleider reingewaschen haben im Blut des Lammes (vgl. Ps 2,12; Offb 7,14).

Die Frage ist natürlich, warum haben Christen diesen Glaubenskampf, warum ist nicht zutreffend, was die Verkündiger des Wohlstands-Evangeliums lehren, nämlich dass Gott Seinen Kindern alle Leiden ersparen will und man ab dem Tag, an dem man sich an Jesus wendet, keine Probleme mehr hat? Der Eingangstext gibt uns die Antwort, Grund für die Ablehnung ist, weil der Geist der Herrlichkeit und Gottes auf ihnen ruht. Das ist es, was sie von den Kindern dieser Welt grundlegend unterscheidet. Warum wurden denn die Apostel gehasst? Weil sie nicht von dieser Welt waren. Warum wurden die Propheten gehasst und verfolgt? Der Hebräerbrief gibt uns die Antwort: Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Erdlöchern (Hebr 11,38). Ausgestoßen, ausgegrenzt und diskriminiert in dieser Welt, doch willkommen im Himmelreich. Das ist die Perspektive für alle die dem Lamm Gottes nachfolgen. Beides zugleich geht nicht. Denn wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein (Jak 4,4). Wahrlich das Reich des HERRN ist nicht von dieser Welt und die Kinder Gottes sind es auch nicht. Darum sollte es uns nicht verwundern, wenn die Welt über uns den Kopf schüttelt, sondern eher, wenn wir von allen akzeptiert und gelobt werden (vgl. Lk 6,26). Da uns Gottes Wort deutlich macht, unter wessen Herrschaft diese Welt steht, sollte klar sein, dass nicht die Meinung oder der Beifall dieser Welt entscheidend ist, sondern die Frage, wessen Geistes Kind wir sind. Ziel kann es nicht sein, ein Leben zu führen, das dieser Welt wohlgefällig ist, sondern vielmehr geht es darum, Gott wohlgefällig zu leben. Denn wer werden wohl jene sein, zu denen der HERR einst sagen wird: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! (Mt 25,11.23)? Etwa jene, die sich Seiner und Seiner Worte geschämt haben, nur um es ja aller Welt recht zu machen? Oder jene, die treu an Seinem Wort festgehalten haben? Die Antwort ist offensichtlich, der HERR wird nur Treue belohnen und diese zeigt sich darin, dass wir Sein Wort unverfälscht und somit auch ohne Abstriche weitergeben.

Von daher gilt es auch den unpopulären Standpunkt beizubehalten, dass allein in dem Namen Jesus das Heil zu finden ist. Denn genau das hält man für anstößig. Und man stelle sich vor, es gibt sogar Leute, die unter christlicher Flagge unterwegs sind und sagen, es sei arrogant, mit diesem Absolutheitsanspruch aufzutreten. Was sie dabei übersehen, ist die Tatsache, dass es hier nicht um menschliche Meinungen geht, sondern um die zentrale Lehre des Evangeliums. Es war Jesus selbst, der sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Joh 14,6). Man kann sich nicht als Sein Nachfolger ausgeben und zugleich behaupten, Jesus sei nur einer unter vielen Wegen. Ein treuer Zeuge des HERRN kann hier nicht einfach klein beigeben, auch wenn alle Welt darauf besteht. Das Wort Gottes gibt uns hier nicht den Spielraum, irgendwelche Zugeständnisse zu machen oder Kompromisse zu finden. Jesus Christus ist der entscheidende Eckstein im Heilsplan Gottes, an IHM führt kein Weg vorbei. Auch wenn alle Welt sagt, dies sei intolerant, so gilt es dennoch, an der gesunden Lehre der Schrift festzuhalten. Unabhängig von Meinungen und Wünschen ist jeder Christ zum Zeugendienst berufen und von daher immer der Wahrheit verpflichtet. Aus diesem Grund ist nicht entscheidend, was Menschen erwarten, sondern was im Wort Gottes geschrieben steht. Allein das geschriebene Wort ist der Maßstab.

Doch wer sich hier nicht verbiegen lässt, der wird auf Widerstand und Unverständnis stoßen. Doch erinnern wir uns noch einmal an die Worte des Apostel Petrus, der unter Inspiration des Geistes schrieb: Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch (1.Petr 4,14). Darum liebes Kind Gottes, verzage nicht, dein Lohn ist dir gewiss und denke immer daran, wir sind hier nur Pilger, wir sind in dieser Welt wie Fremdlinge ohne wahres Bürgerrecht, doch dafür ist unser Bürgerrecht im Himmelreich (vgl. 1.Petr 2,11; Eph 2,12-13). Wir sollten uns immer wieder bewusstmachen, dass wir hier keine bleibende Stadt haben, sondern auf dem Weg zur zukünftigen sind (vgl. Hebr 13,14). Behalten wir auch jene im Blick, die uns vorausgegangen sind, so wie es uns der Schreiber des Hebräerbriefes sagt, wenn er zu Beginn des 12. Kapitels schreibt: Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist. Der Weg des Glaubens ist kein gemütlicher Spaziergang. Wir sehen es in all den Beispielen, die uns in der Bibel genannt werden. Es wird deutlich im Leben von Einzelpersonen, ebenso wie in der Geschichte Israels. Der Glaube jedes Einzelnen wurde geprüft, die Schrift spricht nicht von einem sorgenfreien Leben, ohne Widerstand, vielmehr wird uns gesagt: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen (Apg 14,22).

Bedenken wir vor allem, wie viel unser HERR erleiden musste; Sein Weg zur Herrlichkeit führte übers Kreuz. Wenn selbst ER, der vollkommene Sohn Gottes, durch Leiden vollendet wurde, können wir als Seine Nachfolger nicht davon ausgehen, dass uns sämtliche Leiden erspart bleiben. Dies zumal wir im Feindesland leben, denn noch ist Satan der Fürst dieser Welt. Aus diesem Grund sprach Jesus: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Joh 16,33). Doch nun die Frage: Was soll uns getrost machen? Etwa, dass wir so große Glaubenshelden sind, die locker hindurchkommen? Was soll und Halt in der Bedrängnis geben? Unsere Charakter- und Willensstärke, unsere eiserne Selbstdisziplin und das Selbstvertrauen, es in unserer eigenen Stärke zu schaffen? Ist es das? Nein, Jesus sprach: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Nur wenn unser Glaube fest auf das gegründet ist, was Christus vollbracht hat, nur dann findet unsere Seele Ruhe. Wir dürfen nie vergessen, ER hat eine vollständige Erlösung erworben, denn geschrieben steht: Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht (Hebr 10,14). Allein darauf können wir unseren Glauben gründen. Wir verdienen uns die Erlösung nicht selbst, es ist allein Sein Verdienst, darum muss unser Blick auf IHN gerichtet sein, nicht auf uns und unser Eigenvermögen. Ansonsten wird es uns ergehen wie Petrus. Als er dem HERRN auf dem Wasser entgegenging, ging dies genauso lange gut, wie er seinen Blick auf den HERRN gerichtet hat. Als er jedoch auf die Wellen sah und auf den Wind achtete, ging er unter (vgl. Mt 14,30). So ergeht es auch uns, wenn wir nur auf die Widerstände und die Probleme sehen und unser Heil letztlich in unserem menschlichen Bemühen sehen. Das ist nicht der Glaube, zu dem uns die Schrift auffordert, das entspricht nicht dem, was Petrus sagt, wenn er schreibt: Deshalb umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Christi! (1.Petr 1,13).

Wir dürfen uns nicht den Helm des Heils rauben lassen, darum ist es entscheidend, dass wir in der biblischen Lehre festhalten, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann (vgl. Röm 8,39). Wie sollten Gläubige Bedrängnis, Widerstand und Verfolgung durchstehen, wenn die Erlösung den einen Haken hätte, dass wir sie morgen schon wieder verlieren könnten? Die Schrift sagt: Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben (Joh 3,36a). Hier wird nicht gesagt, er wird es bekommen, sofern er durchhält und standhaft bleibt, sondern dass er es bereits empfangen hat. Doch wenn dem so ist, dann ist es doch offensichtlich, dass der Gläubige dieses ewige Leben nicht mehr verlieren kann. Würde er es verlieren, hätte er doch niemals ewiges Leben empfangen, sondern nur begrenztes. Denn entweder ist es ewig oder es hat das Verfallsdatum des eigenen Versagens. Derselbe Vers sagt aber noch mehr, er sagt: Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm (Joh 3,36b). Das ist die Kehrseite, das ist das Kennzeichen des Unglaubens, er zeigt sich im Ungehorsam. Von daher gilt es nicht die Lehre der Heilsgewissheit infrage zu stellen, sondern sicherzugehen, dass man wirklich gläubig ist (vgl. 2.Kor 13,5). Wie gesehen, es zeigt sich im Gehorsam, nicht in der Einstellung, der Gläubige hätte einen Freibrief zum Sündigen.  

Leider haben viele Gläubige ein Problem mit der Lehre der Heilsgewissheit. Dennoch ist sie biblisch, denn Jesus hat klar gesagt, dass IHM keines Seiner Schafe aus der Hand gerissen werden kann (vgl. Joh 10,28). Würde Christus nur eines Seiner Schafe verlieren, hätte ER Seinen Auftrag nicht erfüllt. Denn nicht ich, sondern ER sagte: Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag (Joh 6,39). Wer auch immer behauptet, wahre Kinder Gottes könnten das Heil wieder verlieren, der unterstellt, dass Jesus Seinen Auftrag nicht erfüllt und übersieht zudem Seinen hohepriesterlichen Dienst. Jesus hat nicht nur für Petrus Fürbitte getan, dass dessen Glaube nicht aufhöre (vgl. Lk 22,32). Nein, ER ist Fürsprecher aller Erlösten, so wie es Paulus sagt: Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet (Röm 8,34). Christus zu unterstellen, ER würde auch nur eines Seiner bluterkauften Kinder verlieren, ist eigentlich unerklärlich, warum es dennoch geschieht, hat unter anderem folgende Gründe:

1. Ein Grund, warum sich Christen mit der Lehre der Heilsgewissheit schwertun, ist, dass sie nicht die Gesamtlehre der Schrift betrachten, sondern nur ein paar Stellen beachten, die dieser Lehre zu widersprechen scheinen.

2. Genauso wie die Gnadenlehre kann und wird auch die Lehre der Heilsgewissheit gerne missbraucht. Es ist wie Bischof J.C. Ryle sagt: Bis jetzt gab es noch nie eine biblische Lehre ohne Missbrauch und Fälschung. Gottes Erwählung, des Menschen Unfähigkeit, Rettung durch Gnade – alles wird gleichermaßen missbraucht. Fanatiker und Enthusiasten werden immer da sein, so lange die Erde steht. Aber trotz allem ist die Heilsgewissheit eine Realität und eine wahre Sache; und Kinder Gottes müssen sich nicht von der Wahrheit wegtreiben lassen, nur weil sie missbraucht wird.26) Es wäre also falsch sie zu leugnen, nur weil sie missbraucht wird, denn J.C Ryle hat recht, es wird immer Menschen geben, die die Schrift verdrehen (vgl.2.Petr 3,16). Doch solche, die die Gnadenlehre oder die Lehre der Heilsgewissheit missbrauchen, sind keine wahren Kinder Gottes, sondern nur Scheinchristen, die sich sagen: „Wenn es so ist, können wir ja so leben wie die Welt!“ Kann so etwa ein echtes Kind Gottes sprechen? Kann jemand, der Jesus von ganzem Herzen liebt, wirklich Freude daran haben, seinen HERRN zu betrüben? Kann er seine Erfüllung und sein Glück in dem suchen, was seinen HERRN ans Kreuz gebracht hat? Keineswegs, vielmehr werden die Kinder Gottes an dem erkannt, was Jesus sagte: Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten (Joh 14,15). Wer hingegen Freude am Übertreten Seiner Gebote hat, sollte wahrlich keine Heilgewissheit haben.

3. Die größere Gefahr jedoch, die sich hinter der Ablehnung dieser Lehre verbirgt, ist eine besonders fromm verpackte Werkegerechtigkeit. Eine Werkegerechtigkeit, bei der den Gläubigen vermittelt wird, sie würden sich durch das Ausharren das Heil verdienen. Doch die Lehre der Schrift besagt, dass Christus der Anfänger und Vollender des Glaubens ist (Hebr 12,2). Und so vermittelt die Schrift den wahren Kindern Gottes die Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu (Phil 1,6).

Der Grund, warum dennoch Menschen vom Glauben abfallen, ist derselbe, wie es bei Judas der Fall war, sie waren nie wirklich sein. Johannes erklärt dies in seinem 1. Brief, indem er sagt: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind (1.Joh 2,19). Das ist der entscheidende Punkt: Wer wirklich wiedergeboren ist - wer mit dem Heiligen Geist versiegelt ist, der hat das Unterpfand auf das Erbe und der darf wissen, dass er das ewige Leben hat (vgl. 2.Kor 1,22; Eph 1,13: 4,30). Denn so schreibt es Johannes, wenn er sagt: Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, euch, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes (1.Joh 5,13).

Das bedeutet nicht, dass ein Christ leben kann, wie er will, sondern es bedeutet, dass, sofern der Glaube echt ist, der Christ durch diesen Glauben die Welt überwinden wird. Sehen wir uns doch den genauen Wortlaut an, wie die Heilige Schrift den Glauben der Überwinder bezeichnet. Wir finden die Definition in 1. Johannes 5,4, wo geschrieben steht: Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Ausschlaggebend ist also die Wiedergeburt, entscheidend ist, dass ein Mensch, der geistlich Tod war, zum Leben erweckt wurde. Alles hängt also von der Beschneidung des Herzens ab, denn das ist ein weiteres Bild für die Wiedergeburt (vgl. Gal 6,15; Phil 3,3; Kol 2,11). Denn was geschieht denn, wenn ein Mensch von neuem geboren wird, und was ist das Kennzeichen des Neuen Bundes, über den Jesus sagte: „Dies ist der neue Bund in meinem Blut“ (Lk 22,20)? Wir finden die Antwort in Hebräer 10, wo in Vers 16 folgendes gesagt wird: Dies ist der Bund, den ich für sie errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr, ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihren Sinn schreiben". Das ist der Schlüssel, das ist der Grund, warum die Kinder Gottes der Heiligung nachjagen. Das ist auch der Grund, warum sie die Gnade Gottes nicht als Deckmantel für ein zügelloses Leben missbrauchen.

Beachten wir auch den genauen Wortlaut, was über den Glauben, der aus Gott Geborenen gesagt wird: Und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Hier ist nicht von einem Glauben die Rede, der die Welt überwinden wird, sondern von einem Glauben, der die Welt überwunden hat. Das ist Vergangenheit, das ist eine abgeschlossene Sache, somit kann es sich nicht auf die Leistung des Gläubigen beziehen, sondern auf das Werk, das Christus am Kreuz vollbracht hat. Das allein kann uns getrost machen, das allein ist der Grund unserer Erlösung und zugleich die Garantie, dass wir am Ziel ankommen werden. Deshalb sprach Jesus: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Was könnte uns getrost machen, wenn alles an uns hinge, wenn alles an dem seidenen Faden unseres Wollens und Laufens hinge, anstatt an Gottes Erbarmen? (vgl. Röm 9,15-16; 2.Mo 33,19). Wie gesagt, Jesus hat eine vollständige Erlösung erworben. ER hat überwunden und in IHM werden auch wir überwinden. Allein das kann unser Trost und Halt in der Bedrängnis sein, nur darin kommt unser Herz zur Ruhe. Jesus sagte: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht (Joh 14,27; vgl. 16,33). Die Welt und allen voran die falschen Propheten versprechen Frieden, und es ist doch kein Friede. Jesus hat nicht den Weltfrieden versprochen, (nicht vor Seiner sichtbaren Wiederkehr, nicht ehe ER Sein Friedensreich aufrichten wird), sondern ER hat den Seinen den Frieden Gottes versprochen. Ein Friede, unabhängig äußerer Umstände, ein Friede mitten im Sturm des Lebens. Die Welt sehnt sich nach Frieden, doch wahrer Friede kann nur auf ein reines Gewissen gegründet sein und dazu gibt es nur einen Weg und der führt über das von Christus vollbrachte Erlösungswerk. Alle Alternativen dazu bewirken höchstens einen Scheinfrieden, denn sie können das Gewissen allenfalls betäuben, aber niemals den inneren Frieden geben, den Gott Seinen Kindern schenkt. Ein Friede, wie in Paulus beschrieben hat, als er sagte: Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus (Phil 4,7). Richard Greenham kommentiert: Die Gewissheit unserer Rettung, von der Paulus spricht, die Petrus wiederholt und von David erwähnt wird (Ps 4,8), ist jene besondere Frucht des Glaubens, die geistliche Freude und inneren Frieden bewirkt, der alles Verstehen übersteigt.27

 

Quellangaben
26. J.C. Ryle – Heilsgewissheit, S.11
27. Richard Greenham - Ebd., S.53

 


 

 

Dies war ein Auszug aus dem E-Book "Fluch oder Segen?"

 

  192 Seiten, A5, PDF

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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