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Damit die Schrift erfüllt würde

08.04.2020

 

In diesem Beitrag geht es um das Thema „erfüllte Prophetie“ und zwar mit dem Schwerpunkt, welche alttestamentlichen Prophezeiungen sich rund um die Kreuzigung und Auferstehung unseres HERRN erfüllt haben. Grundlage dieser Wortbetrachtung ist der Bericht aus dem Johannes Evangelium. Die Zielsetzung besteht darin, unseren Glauben zu stärken, indem wir uns wieder neu Bewusst machen, wie zuverlässig das Wort Gottes, und somit die Grundlage unseres Glaubens ist. Kein Buch der Welt hat jemals so präzise und genau zukünftige Ereignisse vorhergesagt. Diese Tatsache ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Heilige Schrift kein Menschenwort, sondern wahrhaftig Gottes Wort ist (vgl. 1.Thess 2,13). Selbst wenn wir dieses Thema stark eingrenzen, können wir feststellen, dass allein die vier Evangelien eine regelrechte Fundgrube in Bezug auf erfüllte Prophetie sind. Immer wieder stoßen wir auf Aussagen, wie, „Da wurde erfüllt, was gesagt ist“, „So steht's geschrieben“, „Aber es muss die Schrift erfüllt werden“, Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde“,… (Mt, 27,9; Lk 24,46, Joh 13,18: 19,36). Soweit dieser einleitende Gedanke, gehen wir nun der Reihe nach, die Ereignisse durch, um zu sehen, welche alttestamentlichen Prophetien sich innerhalb dieser kurzen Zeitspanne erfüllt haben:

Alles nahm seinen Lauf, als sich Jesus zum Passafest nach Jerusalem begab. Johannes berichtet dies wie folgt: Am folgenden Tag, als die große Volksmenge, die zu dem Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem komme, nahmen sie die Palmzweige und gingen hinaus, ihm entgegen, und schrien: Hosanna! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn, und der König Israels! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: "Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen." Dies verstanden seine Jünger zuerst nicht; jedoch als Jesus verherrlicht war, da erinnerten sie sich, dass dies von ihm geschrieben war und sie ihm dies getan hatten (Joh 12,12-16). Dass der Messias auf einem Esel nach Jerusalem einreiten würde, hatte der Prophet Sacharja angekündigt (Sach 9,9). Der euphorische Empfang und die Worte: „Fürchte dich nicht…“, sind im Buch Jesaja zu finden; besonders beachtenswert hierbei ist die Aussage: „… Seht, das ist euer Gott“ (Jes 40,14). Wenn wir diese Verbindung zu dem alttestamentlichen Text beachten, haben wir einmal mehr den Beleg dafür, dass Christus Gott ist. Auch daran kann man falsche Lehre ausmachen, denn wo immer dies bestritten wird, handelt es sich nicht um das wahre Evangelium.

Ein Kapitel später stoßen wir erneut auf die Erfüllung messianischer Prophetie, und zwar in der Tatsache, dass IHN ein vertrauter Freund verraten würde. Es war beim Passamahl, als Jesus sprach: Das sage ich nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muss die Schrift erfüllt werden: »Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen« (V 13). Dieses Schriftwort ist in Psalm 41,10 zu finden. Doch in Bezug auf den Verräter, wurde noch mehr prophezeit, und zwar ist der Lohn genannt worden, den Judas für diesen Verrat erhalten würde, es wurde prophezeit, dass es 30 Silberlinge sein würden und genauso kam es auch. Des Weiteren war prophetisch angekündigt, dass er dieses Blutgeld wieder an die Priester zurückgeben, dass diese davon den Töpferacker kaufen würden und dass sich Judas dort erhängen würde (vgl. Sach 11,12; Jer 32,9; Apg 1,16-20). Wer kann hier von Zufall reden?

Auch der unbegründete Hass, der dem Sohn Gottes, sowohl durch die religiöse Obrigkeit als auch durch einen Großteil des jüdischen Volkes, entgegenstand, war eine Erfüllung biblischer Prophetie. In Kapitel 15 heißt es dazu: Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund« (V 25; vgl. Ps 69,5). In Kapitel 17 wird erneut Judas erwähnt, indem Jesus ihn im hohepriesterlichen Gebet als Sohn des Verderbens bezeichnet und dabei folgende Aussage macht: Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde (Joh 17,12; vgl. 1.Petr 1,5).

Es lag nicht an Jesus, dass ER Judas verloren hatte, sondern es geschah, damit die Schrift erfüllt würde (vgl. Ps 41,10: 109,8). Wenn wir nun zur nächsten Bibelstelle kommen, wird zugleich deutlich, dass Judas nie wirklich zu den wahrhaftigen Jüngern des HERRN gezählt hat, denn in Kapitel 19,9 steht geschrieben: Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast (V 9). Dieser Vers bezieht sich darauf, dass Jesus bei Seiner Festnahme gesagt hatte: Ich bin's. Sucht ihr mich, so lasst diese gehen! (V 8). Jesus hatte dafür gesorgt, dass man nur IHN verhaften würde. ER allein ging ans Kreuz, sie wurden verschont. Die geistliche Bedeutung ist in Seinem stellvertretenden Sühneopfer und der Tatsache, dass ER von den Seinen auch nicht einen verlieren wird, zu sehen.

Kommen wir nun zum 19. Kapitel des Johannes Evangelium, wo wir gleich drei Bibelstellen, mit dem Hinweis auf die Erfüllung messianischer Prophetie vorfinden: Die erste ist Vers 24, wo wir die Erfüllung des Psalmwortes sehen, das in Psalm 22,19 geschrieben steht. Johannes berichtet wie folgt: Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. Nur wenige Verse später erfüllt sich bereits das nächste Schriftwort, und zwar ist es in Vers 28, wo gesagt wird. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Hier sehen wir die Erfüllung von Psalm 69,22, wo geschrieben steht: Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst“, und zwar weil man Jesus auf Seine Bitte hin, nicht etwa Wasser zu trinken gab, sondern Galle mit Essig vermischt (vgl. Mt 27,34; Joh 19,29). Hier wird noch einmal deutlich, wie abscheulich und widerwärtig Jesus behandelt wurde. So klar wir dies erkennen, so deutlich sehen wir auch hier einen weiteren Beleg für die Zuverlässigkeit biblischer Prophetie.

Die dritte Bibelstelle, die wir im 19. Kapitel finden, beginnt ab Vers 39, wo folgendes berichtet wird: Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied. Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den Sabbat über – denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag –, baten die Juden Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit einer Lanze in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.« Und ein anderes Schriftwort sagt: »Sie werden auf den sehen, den sie durchbohrt haben.« In diesem kurzen Textabschnitt finden wir sogar gleich zwei erfüllte Prophetien, und zwar darin, dass man dem Lamm Gottes, wie in 2.Mose 12,46 gesagt, kein Bein zerbrechen würde, was bei den Mitgekreuzigten der Fall war, und dass man IHN durchbohrt hat, was durch Sacharja prophezeit wurde (Sach 12,10).

Zu guter Letzt nimmt Johannes im 20 Kapitel Bezug auf die alttestamentliche Prophetie, in dem er schreibt: Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste (Joh 20,9). Dies hatte Jesus Seinen Jüngern zuvor mehrfach angekündigt (vgl. Mt 16,21: 17,23: 20,19 …) und entspricht genau dem, was in Psalm 16,10 prophezeit wurde und worauf auch in der Apostelgeschichte zweimal Bezug genommen wird: Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe (Apg 2,27: 13,35).

Dies war noch nicht einmal eine vollständige Zusammenfassung aller messianischen Prophetien, die sich beim ersten Kommen Christi erfüllt haben. Es gibt noch weitere Stellen, die ich nicht erwähnt habe, doch ich empfehle die folgenden selbst nachzuschlagen: Mt 26,31: 27,9; Lk 4,17-21: 22,37: 24,44-46; Apg 2,23-32. Warum ich all das aufgezeigt habe hat nur einen Grund, ich wollte anhand der Schrift verdeutlichen, dass unser Herr Jesus Christus wahrhaft der versprochene Messias. Der allmächtige Gott hat sich offenbart in Seinem Sohn (vgl. Joh 12,45; 14,9; 2.Kor 5,19) und der Beleg dafür ist die haargenaue Erfüllung biblischer Prophetie. Worin wir zugleich auch den Beweis der Zuverlässigkeit von Gottes Wort sehen können. Gott hat über Seinem Wort gewacht, und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens, indem ER dafür gesorgt hat, dass sich alles erfüllt, und zweitens, darin, dass uns dieses Wort bis auf den heutigen Tag erhalten blieb (vgl. Jer 1,12, Jes 6,8).

Achten wir auch darauf, wer uns dies alles überlieft hat. Es waren die Jünger, es waren jene treuen Zeugen, die immer wieder betont haben, alles mit eigenen Augen gesehen und eigenen Ohren gehört zu haben. Auch der Bericht von der Kreuzigung ist ein Augenzeugenbericht, denn so lässt es uns Johannes wissen, indem er schreibt: Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt. Seine Absicht hat Johannes klar genannt, sein aufrichtiges Anliegen war, ein wahrheitsgemäßes Zeugnis von all den Geschehnissen zu geben, das hat er eindrücklich versichert. Zudem lässt er uns wissen, warum ihm dies so wichtig war, seine Begründung lautet: Damit auch ihr glaubt. Dies war auch das Ziel dieser kurzen Wortbetrachtung, es ging darum, unseren Glauben wieder neu zu stärken, damit uns bewusst ist, was der Apostel Petrus wie folgt formuliert hat: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen (2.Petr 1,16; vgl. 2.Tim 3,16) und wenige Verse später schreibt er: Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.

Die Quelle unseres Glaubens ist absolut zuverlässig, darum können wir gewiss sein, ebenso wie sich alle prophetischen Worte in Bezug auf das erste Kommen unseres Herrn erfüllt haben, wird sich auch die biblische Prophetie über Seine Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit erfüllen. Darum schlussfolgert der Apostel im selben Textzusammenhang: Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen (2.Petr 1,19).

Lasst uns daher auch die Zeichen der Zeit anhand des prophetischen Wortes betrachten (vgl. Mt 16,3) und in der festen Gewissheit leben, dass selbst dann, wann alles außer Kontrolle zu geraten scheint, immer noch gilt, was in Psalm 103,19 geschrieben steht: Der HERR hat im Himmel aufgerichtet seinen Thron, und seine Herrschaft regiert über alles. Kein irdischer König, kein Herrscher hätte je macht über Jesus bekommen, wenn sie ihm nicht von oben gegeben worden wäre (vgl. Joh 19,11). Und warum wurde sie ihm gegeben? Damit der Ratschluss Gottes zustande kam (vgl. Apg 2,23). Gott in Seiner unbegreiflichen Weisheit vermag selbst den Hass Seiner Feinde so zu lenken, dass letztlich Sein Ratschluss zustande kommt. Genau dieses geistliche Prinzip gilt auch für unsere turbulente Zeit. Was auch immer kommen mag, alles steuert auf die Erfüllung dessen zu, was wir im Vaterunser beten: Dein Reich komme. Dein Wille geschehe (Mt 6,10). Die Reiche dieser Welt vergehen. Der HERR macht zunichte den Ratschluss der Nationen, er vereitelt die Gedanken der Völker (Ps 33,10) doch Sein Reich kommt. Und so möchte ich schließen mit den letzten Worten der Bibel: Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen! (Offb 22, 20-21).

 


 

Dies war ein Auszug aus dem 11.Kapitel des E-Books "Ein unfassbarer Fall von Diskriminierung" das nachfolgend als Download zur Verfügung steht.

 

 

 

Predigt-Empfehlung zum Thema:

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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