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Wie in den Tagen Noahs II

Aber wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: - sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte -, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei Frauen werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen. Wacht also! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen (Matthäus 24, 35-41: 44).

Wie uns die Geschichte von Noah zeigt, wurde an jenem furchtbaren Tag des göttlichen Gerichts nicht danach gefragt, was die Mehrheit dachte. Es gab weder eine Umfrage noch eine Abstimmung, entscheidend war nur die Frage: Bin ich innerhalb der Arche oder stehe ich außerhalb? Selbst wer am Tage des Gerichts ganz nahe bei der Arche stand, wurde von den Wasserfluten hinweg gerissen, man musste in der Arche sein, um dem Zorngericht zu entgehen. Wie schon erwähnt, bedeutet es übertragen auf uns: So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind (Röm 8,1). In Seinem Namen allein ist das Heil zu finden, nur im Vertrauen auf IHN sind wir am Tage des Gerichts sicher und geborgen. An jenem Tag wird es ohne Bedeutung sein, was die Mehrheit über das Kreuz dachte. Die Mehrheit entscheidet nicht darüber, wer einst ins Himmelreich kommen wird, sondern allein DER, der auf dem Thron sitzt, Sein Wort allein wird zählen, sonst nichts. An jenem Tag werden alle Gottlosen verstummen (vlg. Ps 31,18).

Wir dürfen uns in der Frage des Heils niemals nach der Mehrheit richten. Denn damals zur Zeit Noahs waren es nur 8 Menschen, die in der Arche Zuflucht gesucht hatten, die große Mehrheit hingegen befand sich außerhalb der Arche, die große Mehrheit wurde vom Zorngericht Gottes hinweggerafft. Auch andere Bibelstellen machen deutlich, dass man beim wahren Christentum nicht von einer großen Massenbewegung ausgehen kann; denn als Jesus eines Tages gefragt wurde, ob es viele seien, die in das Himmelreich eingehen würden, lautete Seine Antwort nicht etwa: „Klar doch, die Pforte des Himmels ist so breit, dass sie keiner verfehlen kann!“, sondern vielmehr erwiderte ER: „Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht können“ (Lk 13,24). Bedenken wir auch, dass ER sagte, dass der Weg, der zum Leben führt, schmal ist, und dass es nur wenige sind, die ihn finden werden. Den Weg zur Verdammnis hingegen beschrieb ER als einen breiten Weg, auf dem sich viele befinden (vgl. Mt 7,13-14). Und an anderer Stelle sprach ER: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben“.

Auch wenn es viele schwärmerische Vorstellungen über den Haufen wirft, müssen wir, sofern wir die Worte des HERRN ernstnehmen, erkennen, dass die Welt bei Seiner Wiederkunft in einem schrecklichen, gerichtsreifen Zustand sein wird. Einen anderen Schluss lässt Sein drastischer Vergleich nicht zu; denn ER hätte kaum ein schrecklicheres Bild wählen können, als den Bezug auf die Tage Noahs. Treffend merkt Bischof J.C. Ryle hierzu an: Es ist schwer, sich eine Bibelstelle vorstellen zu können, welche die gängigen Auffassungen, die unter den Menschen über die Wiederkunft Christi vorherrschend sind, so komplett über den Haufen wirft. Die Welt wird nicht bekehrt sein, wenn der Herr wiederkommt. Die Erde wird nicht voll Erkenntnis des Herrn sein. Das Friedensreich wird noch nicht aufgerichtet worden sein. Das Tausendjährige Reich wird noch nicht begonnen haben. Diese herrlichen Dinge werden nach der Wiederkunft Christi geschehen, aber nicht vor ihr. Wenn Worte überhaupt eine Bedeutung haben, dann zeigen diese Verse, die wir vor uns haben, dass die Erde an dem Tag der Erscheinung Christi voller Bosheit und Weltlichkeit sein wird. Es werden sehr viele Ungläubige und Unbekehrte auf ihr gefunden werden. Es werden, ebenso wie in den Tagen Noahs und Lots, nur sehr wenige Gläubige und Gottesfürchtige gefunden werden.1

Wir dürfen also, genau wie Noah, nicht danach gehen, was die Mehrheit tut und denkt, sondern müssen es in Kauf nehmen, um Jesu willen, als Außenseiter zu gelten. Wir müssen aus der Welt herauskommen und abgesondert sein. Wir müssen es wagen, in den Augen der Welt merkwürdig zu sein1. Denn die Welt wird uns bestimmt nicht applaudieren, wenn wir Jesus nachfolgen, im Gegenteil, wir müssen damit rechnen, dass es uns ähnlich ergehen wird wie Noah. Man wird uns als engstirnige Hinterwäldler ansehen, als verbohrte Fanatiker, doch dies sollte laut dem HERRN kein Grund zur Resignation sondern ein Grund zu Freude sein, sagte ER doch: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen“ (Mt 5,11; vlg. Lk 6,22).

Wer sich also immer nach der Mehrheit richten möchte, der wird die enge Pforte, von der Jesus sprach, gewiss verfehlen, die breite Masse befand sich seit jeher auf dem breiten Weg, dass dies umso mehr die Endzeit kennzeichnen wird, hat uns Jesus sehr eindrücklich vor Augen gestellt, indem ER diese Zeit mit den Tagen Noahs verglich. Wir dürfen das wahre Evangelium weder von der Masse erwarten, noch bei der Masse suchen. Orientierung gibt uns allein das Wort Gottes. Nicht der Trend der Masse, sondern allein das geschriebene Wort Gottes, gibt uns in dieser finsteren Welt Orientierung, Halt und Hoffnung (vgl. 2.Petr 1,19). Doch viele sehen sich um, und denken, „nun ja, die anderen sehen es ja auch nicht so eng, also kann ich es auch ganz locker angehen“. Da diese Denkweise insbesondere bei vielen religiösen Vertretern vorzufinden ist, wird der Eindruck vermittelt, es würde sich hierbei um den christlichen Glauben handeln. Wer dieses oberflächliche Glaubensbekenntnis übernimmt, liegt voll im Trend unserer Zeit, wer hingegen am Wort Gottes festhält, gerät in der Welt immer mehr ins Abseits. Treffend bringt es Martyn Lloyd-Jones auf den Punkt, wenn er sagt: Es mögen zwar viele sein, die eigentlich nicht wollen, wie die Masse will, aber die bloße Existenz der Masse reißt sie mit, sie fürchten sich, allein zu stehen. Abgesehen von dem Einfluss, den die Welt durch ihre Überzahl ausübt, ist es aber auch ihre Reaktion auf andersgesinnte Minderheiten, die ernste Prüfungen mit sich bringt. Wir sehen, wie Noah bitteren Hohn und Spott zu ertragen hatte, Lot und seiner Familie ging es in Sodom und Gomorra nicht besser, und in dem Maße, wie wir wahre Christen sind, werden wir das gleiche am eignen Leib erfahren. Die Welt lehnt uns ab, und ihre Methoden, uns das zu zeigen, sind zahllos. Vielfach bleibt es bei einer stummen Ablehnung, die sich nur im kühlen reservierten Verhalten unserer Mitmenschen uns gegenüber äußert; doch gelegentlich nimmt sie auch aktive Formen an, so dass wir angegriffen werden, ob ein moderner und intelligenter Mensch dergleichen Dinge überhaupt noch glauben kann: „Du glaubst doch nicht etwa, dass die Bibel inspiriertes Wort Gottes ist?“ Wir werden ausgelacht und als Narren angesehen, wenn wir die Geschichten in den ersten Kapiteln der Bibel für wahr halten. Die Welt verwirft dieses Buch, hält es für widerlegt und abgetan 2.

Natürlich ist es einfacher mit dem Strom zu schwimmen, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein, wo dieser breite Strom hinführt. Er führt, wie Jesus sagte, direkt in die ewige Verdammnis. Darum fordert uns Jesus auf, durch die enge Pforte zu gehen, ER will, dass wir dem schmalen Weg folgen, der zum Leben führt. ER selbst hat diesen Weg für uns geebnet, weil ER uns vor dem schrecklichen Schicksal, der ewigen Verlorenheit bewahren will. Aber nicht nur das, ER will uns darüber hinaus sogar an Seiner Herrlichkeit teilhaben lassen. Allen, die IHM nachfolgen, hat ER versprochen wiederzukommen, um sie zu sich zu nehmen. Im Hebräerbrief heißt es dazu: So wird auch der Christus, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male ohne Beziehung zur Sünde denen zum Heil erscheinen, die ihn erwarten (Hebr 9,28).

Wenn die Anzeichen des göttlichen Gerichts sich immer mehr verdichten, wird jenen, die bereit sind, gesagt: „Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht (Lk 21,28). Die Unvorbereiteten hingegen sollten sich über folgendes Bibelwort Gedanken machen: Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein (Mal 3,2). Natürlich kann man das alles verdrängen und einfach sorglos weiter in den Tag leben, doch man folgt damit, wie gesehen, dem Negativbeispiel von Noahs Zeitgenossen und steuert auf das ewige Verderben zu. Kein Ort ist so schrecklich wie die Hölle, und das Furchtbarste ist, es wird ein Ort ewiger Qual sein, von dem es kein Zurück mehr gibt. Die Tür des Himmels wird für jene, die Gottes Gnadenangebot im Hier und Jetzt ablehnen, auf ewig verschlossen sein; es wird dann keine zweite Chance mehr geben.

Auch wenn noch so viele Theologen etwas anderes lehren, wenn es um die Frage des Heils geht, gibt es nur eine zuverlässige Quelle, und das ist das Wort Gottes. Alles, was nicht mit diesem Wort übereinstimmt, ist nichts als leere Spekulation, nichts als reines Wunschdenken basierend auf Menschenweisheit. Eine dieser menschlichen Weisheiten las ich auf dem Banner einer Gegendemonstration zu einer christlichen Veranstaltung, es waren die Worte: "Ohne Kirche keine Hölle!" Natürlich kann man solche Behauptungen aufstellen, doch wer auch immer so denkt, macht seine Rechnung ohne Gott. So wie es heute Menschen gibt, die dagegen protestieren, dass es immer noch Christen gibt, die am Wort Gottes festhalten und Sünde Sünde nennen, so hätten auch Noahs Zeitgenossen mit den Worten: "Ohne Arche keine Sintflut!", gegen die Arche demonstrieren können, doch was hätte es ihnen genützt? Es ist egal, ob wir dagegen protestieren, die Sintflut ist ein historisches Ereignis, das uns klar vor Augen stellt, dass wir Gottes Gericht ernst nehmen müssen. Lassen wir uns durch Gottes Wort bewusstmachen: Gott hat die frühere Welt nicht verschont, sondern bewahrte allein Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben andern, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte (2.Petr 2,4). Vielleicht denken wir, Gott wäre ungerecht, weil ER die damalige Welt vernichtet hat, doch das kann nicht sein, denn Gott ist ein gerechter Richter. Noah wird als Prediger der Gerechtigkeit bezeichnet, weil Gottes Gericht über die Gottlosigkeit der damaligen Welt, so hart es für uns klingen mag, gerecht war. Gott ist heilig, ER ist ein gerechter Richter und daher kann ER Sünde niemals ungestraft lassen. Die Erde war, wie uns der Bibeltext zeigt, in Gottes Augen verdorben, sie war voller Gewalttat und der Grundsatz von Gottes richterlichem Urteil lautet: Was der Mensch sät wird er ernten (Gal 6,7).

Die Frage ist nur, wie konnte Noah diesem Gericht entgehen? Warum wurden er und seine Familie gerettet, während alle anderen in den Fluten ertranken? Die Antwort ist in 1.Mose 6,8 zu finden, dort heißt es: Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn. Hier wird deutlich, Errettung geschieht immer aus Gnade. Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Der Mensch hat keinen Anspruch auf Gnade. Wer denkt, Gott sei verpflichtet uns zu retten, hat ein falsches Bild von Gott. Die Bibel sagt ganz klar: Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es (Eph 2,8). Das Gott, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Gnade (Ps 145,8) ist, wird auch in der Geschichte Noahs deutlich. Auch hier war Gott langmütig gegen die Ungehorsamen (vgl. 1.Petr 3,20). 120 Jahre hat Noah an der Arche gebaut, 120 Jahre kündigte er dadurch das bevorstehende Gericht Gottes an. (Anmerkung: Zu dieser Zeit hatten die Menschen eine höhere Lebenserwartung). Ist es nicht erschütternd, dass keiner seiner Zeitgenossen die Botschaft vom bevorstehenden Gericht ernst genommen hat? 120 Jahre stand die Tür zur Arche offen, 120 Jahre wurde Noah belächelt. Bestimmt sah man in ihm eine Spaßbremse, wahrscheinlich war die Arche vielen ein Dorn im Auge, so wie es heute das Kreuz ist. Auch die Bibel macht daraus kein Geheimnis, sondern sagt: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft (1.Kor 1,18). Dieser Vers zeigt, was auch durch die Geschichte Noahs deutlich wird, der Unterschied liegt immer im Auge des Betrachters, wer die Arche nur von außen sah, war hoffnungslos verlorenen, wer jedoch in der Arche war, der war völlig gerettet. Ebenso gilt für uns, dass es für jene, die in Christus sind, keine Verdammnis geben wird, alle übrigen jedoch werden ausnahmslos selbst den Preis für ihre Sünde bezahlen müssen. Wer nicht bei Jesus Christus Zuflucht sucht, wird auf ewig verloren gehen.

Aus diesem Grund, sollten wir klüger sein als Noahs Zeitgenossen und Gott wirklich ernst nehmen; denn genauso wie die damalige Welt vom Wasser überschwemmt, unterging, wird der jetzige Himmel und die jetzige Erde aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. Es gibt nur einen Grund warum Gott dieses Gericht verzögert, und der lautet: Er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen (2.Petr 3,5-9). Gott ist langmütig, ER will nicht, dass wir verloren gehen, doch wir sollten nicht mit Seiner Geduld spielen, denn, wie bereits gesagt, es gibt ein Zuspät. Als die Flut kam, war es Gott selbst, der die Tür der Arche verschlossen hat (vgl. 1.Mo 7,16). Darum gilt: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht“ (Hebr 3,15).

Die Arche, die zu Noahs Zeit die einzige Möglichkeit zur Rettung war, ist, wie gesagt, ein Bild auf Jesus Christus, den Sohn Gottes, der gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist (Lk 19,10). Ich hoffe, dass noch viele erkennen und begreifen, dass Gottes Gericht am Kreuz von Golgatha vollzogen wurde. Wo ist der sicherste Ort wenn es brennt? – Da wo es schon gebrannt hat. Das Feuer des Gerichts hat auf Golgatha gewütet. Wer Jesus annimmt, steigt bildlich gesehen in die Arche und wird gerettet. Darum versichert uns Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen“ (Joh 5,24).

Noch steht diese Tür zu unserer Errettung offen, so wie damals, als die Tür der Arche sehr lange offen stand. Noah baute Tag für Tag an der Arche, die Leute die vorübergingen konnten ihn tagtäglich beobachten. Wann immer sie fragten, wozu er dieses Schiff bauen würde, hörten sie aus seinem Munde die Antwort: „Gott gab mir diesen Auftrag weil die Sündhaftigkeit der Menschheit so groß geworden ist, dass ER die ganze Menschheit auslöschen wird. An jenem Tag des Gerichts wird diese Arche der einzig sichere Ort sein, um dieser Strafe zu entgehen!“ Ist es nicht sonderbar, dass sich unter seinen Zeitgenossen kein Einziger befand, der sich Noahs Worte zu Herzen nahm und sich von Schuld und Sünde überführen ließ? Offensichtlich hielten sich alle für viel zu gut und gerecht, als dass ausgerechnet sie auf eine solche Rettungs-Arche angewiesen wären. So liefen sie kopfschüttelnd weiter, trieben ihre Späßchen und suchten nach Ablenkung und Zerstreuung. Lange ging ihre Rechnung auf, lange schien es so als wäre Noah der Dumme und sie die Klugen, doch am Tage als die Flut hereinbrach, wendete sich das Blatt. Nicht einer, der außerhalb der Arche war, überlebte, als das Unwetter hereinbrach. Nicht einer, der Gottes Rettungsangebot missachtet hatte, entkam der Flut des göttlichen Gerichts. Sie alle wurden ohne Ausnahme an jenem Tag hinweggerafft und ebenso wird es all jenen ergehen, die heute das Gnadenangebot Gottes, welches uns durch das Kreuz von Golgatha gegeben ist, ablehnen. Was kann man sich hier als gläubiger Mensch mehr wünschen als das, was einst Spurgeon sagte: Oh, wenn die Menschen weise wären, in die Arche einzugehen, auf den Herrn Jesus zu blicken, so dass sie in ihm sicher und geborgen sind, wenn die Gerichtsfluten steigen 3.

An jenem Tag hatte weder gesellschaftlicher Status noch Anerkennung oder Beliebtheitsgrad unter den Mitmenschen irgendeine Bedeutung. Die falschen Propheten kamen ebenso um wie jene, die auf deren Lügen vertraut hatten. Die Positivdenker erwischte es ebenso wie die Beschwichtiger und Schönredner, alles menschliche Meinen und Besserwissen war völlig ohne Belang, alles was an diesem Tag zählte, war allein die Frage, ob man es lieber mit der Masse gehalten hatte oder den Mut hatte, sich auf die Seite des verachteten Noahs zu stellen. Nur jene 7 Menschen, die ihm in die Arche gefolgt waren, entkamen dem göttlichen Gericht. Ebenso ist es heute entscheidend, dass wir uns auf die Seite des von der Welt verachteten und verschmähten Sohnes Gottes stellen, nur in Seinem Namen ist das Heil, nur wer an IHN glaubt kommt nicht ins Gericht (vgl. Joh 5,24). Jesus hat nie gesagt, dass es einfach wäre, diesen Standpunkt einzunehmen, doch ER machte auch deutlich, dass am Tage des Gerichts alleine dies von Bedeutung sein wird. Unmissverständlich sprach ER: Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln (Mk 8,38).

Jesus nachzufolgen ist gerade in unserer Zeit mit sehr viel Schmach verbunden. Man wird mit dem Kopf schütteln, wenn wir an die Inspiration der Bibel glauben, insbesondere in Bezug auf alles Übernatürliche wird man in Frage stellen, ob wir wirklich auf der Höhe der Zeit sind. Man wird uns belächeln und als zurückgeblieben ansehen, wenn wir am Schöpfungsbericht festhalten, wenn wir von der Jungfrauengeburt überzeugt sind und tatsächlich mit der Wiederkunft des HERRN in Macht und Herrlichkeit rechnen. Den Menschen wird dies so lächerlich vorkommen, wie es den Zeitgenossen Noahs lächerlich erschien, eine Arche zu bauen. „Warum Vorkehrungen für ein Gericht treffen, dass nur das Hirngespinst eines alten Mannes ist?“, sagten sie sich. Heute sagt man: „Lass doch diese verrückten Christen glauben, was sie wollen, dass Jesus wiederkommt ist doch nur ein Märchen!“ Doch genau das entspricht der Haltung, die uns in Gottes Wort prophezeit wurde, indem geschrieben steht: Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist. Denn sie wollen nichts davon wissen, dass der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; dennoch wurde damals die Welt dadurch in der Sintflut vernichtet. So werden auch der Himmel, der jetzt ist, und die Erde durch dasselbe Wort aufgespart für das Feuer, bewahrt für den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen (2.Petr 3,3-8).

Überprüfen wir also unsere Einstellung gegenüber dem Wort Gottes und fragen wir uns ernsthaft, was uns unsere eigene Seele wert ist. Lohnt es sich wirklich, nur die Anerkennung der Menschen zum Lebensziel zu haben, oder ist es nicht weitaus klüger, Vorsorge für den Tag des Gerichts zu treffen? Noah traf diese Vorsorge, indem er die Arche baute und dafür den Spott seiner Mitmenschen in Kauf nahm. Wir hingegen können Zuflucht beim Kreuz suchen, doch das bedeutet, dass wir uns mit dem Gekreuzigten identifizieren, indem wir IHM bedingungslos nachfolgen und IHN zum alleinigen HERRN unseres Lebens machen. Den Preis für unsere Erlösung hat Jesus vollständig bezahlt, dennoch sprach ER davon, dass wer IHM nachfolgen will, vorher die Kosten überschlagen müsse. Die Kosten, worum es hier geht, sind Bedingung der Nachfolge, und diese besteht logischerweise darin, den Weg zu gehen, den Jesus selbst gegangen ist. Von daher können wir nicht erwarten, besser behandelt zu werden als unser HERR (vgl. Joh 15,20).

Dass uns dies einiges abverlangt, hat Jesus nie verschwiegen, doch wenn wir bedenken, was ER auf sich genommen hat, um uns zu erlösen, sollte es außer Frage stehen, dass wir unseren Dank an IHN durch unsere ungeteilte Liebe zu IHM ausdrücken. Das gerade dies den Mut beinhaltet andersartig zu sein, macht folgendes Zitat von Martyn Lloyd-Jones deutlich: Gewiß ist es für den Einzelnen nicht einfach, sich von seinen Mitmenschen zu unterscheiden und allein gegen eine große Mehrheit zu stehen. Rein instinktiv wollen wir nicht aus dem Rahmen fallen. Wie viel einfacher ist es da, mit dem Strom zu schwimmen und sich seiner eigenen Meinung zu enthalten. Aber eben davor warnt uns die Bibel und zeigt uns Noah, der allein gegen eine ganze Welt zu stehen hatte und von ihr verlacht wurde; sie weist uns hin auf Lot in Sodom und auf die ersten Christen. Unsere Stellung mag unseren protestantischen Vätern gleichen, die selbst von ihrer Kirche verdammt wurden. Nein, es ist nicht leicht, und doch werden wir dazu aufgerufen. Wir dürfen nicht alles glauben, was wir hören, müssen anhand des Wortes Gottes prüfen und Verfechter des Glaubens sein.4

Wir können uns in dieser finsteren Welt auf nichts verlassen, als allein auf das Wort Gottes. Nur wenn wir Seinem Wort Vertrauen schenken, nur wenn wir hier die entsprechenden Konsequenzen ziehen und das Gnadenangebot annehmen, das ER durch Seinen Sohn Jesus Christus anbietet, können wir dem zukünftigen Gericht entfliehen. Wir können uns auf nichts verlassen, als allein auf das, was ER am Kreuz für uns getan hat. Unser gesellschaftlicher Status wird keine Rolle spielen, ob wir gebildet oder ungebildet sind, ob arm oder reich, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt, wir können dem Zorngericht nur entfliehen, wenn wir Zuflucht am Kreuz suchen. Bis jetzt mag es so scheinen, als gäbe es keinen Unterschied zwischen denen, die an Christus glauben und jenen, die IHN ablehnen, doch an jenem Tag wird es diese endgültige Scheidung geben. An jenem Tag wird es sein, wie Jesus es angekündigt hat, als ER sprach: Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei Frauen werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen. Wacht also! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Das aber erkennt: Wenn der Hausherr gewusst hätte, in welcher Wache der Dieb kommt, so hätte er wohl gewacht und nicht zugelassen, dass in sein Haus eingebrochen wird. Deshalb seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen (Mt 24, 40-44).

Wie wir sehen, können zwei Menschen Tag für Tag zusammen arbeiten, doch an jenem Tag wird einer errettet und einer verworfen. Wie die Parallelstelle im Lukas Evangelium zeigt, können sich sogar Menschen das Bett teilen, sie können verheiratet sein, doch es kann sein, dass nur einer von beiden errettet wird. Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf "einem" Bett liegen; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben werden (Lk 17,34). Diese unwiderrufliche Trennung wird bei der Wiederkunft des Herrn stattfinden, unabhängig davon, welche menschlichen Verbindungen bis dahin bestehen werden: Jene, die Christus geliebt haben, werden im Himmelreich aufgenommen, jene, welche die Welt geliebt haben, werden auf ewig verstoßen werden. Auf die einen wartet eine ewige Herrlichkeit, die mit Worten nicht zu beschreiben ist (1.Kor 2,9), auf die anderen eine niemals endende Qual in der Hölle. Darum gilt: Sucht den Herrn, alle ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt! Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut; vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Zorns des Herrn! (Zef 2,3).

Das Heil ist nicht übertragbar, jeder muss also für sich persönlich sicher gehen, dass sein Leben mit Gott in Ordnung ist. Daher die Frage: Bin ich mit IHM versöhnt durch das Opfer, das Christus am Kreuz vollbracht hat? Habe ich IHM meine Sünde bekannt? Ist er wirklich der HERR meines Lebens oder bin ich immer noch mein eigener Herr? Bedenken wir auch, dass zu viel auf dem Spiel steht, um diese Lebensübergabe auf die lange Bank zu schieben. Jesus wird überraschend wiederkommen, zu einer Stunde, in der wir nicht damit rechnen. Darum gilt es, allezeit bereit zu sein. Wenn ich bildlich gesehen noch nicht in der Arche Zuflucht gesucht habe, nützt es mir nichts, sie nur von außen zu betrachten, es nützt mir auch nichts nur darüber zu diskutieren oder erst mal abzuwarten, was die anderen machen, entscheidend ist, dass ich selbst hineingehe, entscheidend ist, dass ich durch die enge Pforte hindurchgehe, in dem ich am Kreuz Zuflucht suche.
So möchte ich mit den folgenden Worten des unvergessenen Spurgeon, dem ich auch einige Gedanken dieses Beitrags zu verdanken habe, schließen: Möge Gott uns Gnade gewähren, dass er uns am Tage der Entrückung im Frieden mit ihm finde! Alles hängt für dich einzig und allein von der Frage ab: Glaubst du an Jesus Christus? Wenn dein Herz Jesus vertraut, bist du sicher – komme, was da wolle. Aber wenn du nicht in ihm ruhst, bist du auf ewig verloren. Bedenke den Ernst dieser Wahrheit! 5



Quellangabe: 1. J.C. Ryle, Lukas Band 3, S. 70: 2. C.H. Spurgeon, Der gute Kampf des Glaubens, S. 28

 

 

 

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