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2. Dein Name werde geheiligt

23.08.2018

 

Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Matthäus 6,9-13

 

Kommen wir nun zu der ersten Bitte, die uns Jesus durch dieses Gebet in den Mund legt, und das ist die Aussage: „Dein Name werde geheiligt“. Mit diesen Worten lenkt ER unsere Aufmerksamkeit auf die Erhabenheit Gottes. Dem Beter wird damit gleich zu Beginn die Einzigartigkeit und die Vortrefflichkeit von Gott dem Vater vor Augen gestellt. Wir würden sehr wahrscheinlich dazu neigen, Gottes Liebe an den Anfang zu stellen, Jesus hingegen betont ganz bewusst die Heiligkeit Gottes. Gerade diese wichtige Grunderkenntnis, ist dem modernen Christentum weitgehend abhandengekommen. Daher ist es ganz wichtig zu realisieren, dass wir bei den Eigenschaften Gottes immer mit Seiner Heiligkeit beginnen müssen.

Denken wir an den Einblick, der dem Propheten Jesaja vom Thron Gottes gewährt wurde. Wie er schildert, dass der HERR auf einem hohen erhabenen Thron saß und Sein Saum den Tempel erfüllte und dann den Blick auf die Serafim lenkt. Was rufen diese sechsflügeligen Engelswesen? - Wie sieht ihre Gottesverehrung aus? Sprechen sie: „Liebe, liebe, liebe ist der HERR!“ oder betonen sie Gottes Allmacht, Seine Allgegenwertigkeit oder die Tatsache, dass ER der ewige Gott ist, der allein Unsterblichkeit hat? Nein, sie rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“ (Jes 6,3).

Was anderes wird hier deutlich, als die Tatsache, dass Gottes herausragendste Eigenschaft Seine Heiligkeit ist? Obwohl Gott Seine eigenen Geschöpfe in allem deutlich überragt, obwohl ER in allem deutlich über ihnen steht, ist es Seine Heiligkeit, die IHN am deutlichsten von allen Seinen Geschöpfen abhebt. Darum zielt wahre Anbetung immer auf Gottes Heiligkeit ab. Wir sehen dies auch ganz deutlich im Buch der Psalmen, welches das Gebetsbuch der Bibel ist. Denken wir nur an Psalm 103, wo König David betet: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!“ (Ps 103,1). Auch hier steht die Heiligkeit Gottes im Vordergrund, wobei besonders die Erhabenheit Seines Namens hervorgehoben wird. David fordert seine eigene Seele dazu auf, den heiligen Namen Gottes zu erheben. Diese Haltung erinnert auch an Psalm 96, wo uns gesagt wird: „Gebt dem HERRN die Ehre seines Namens!“ (Ps 96,8).

Genau das, so die Lehre von Jesus, ist die richtige Haltung fürs Gebet. An erster Stelle steht die Ehre und Erhabenheit von Gottes heiligem Namen. Welche andere Erkenntnis können wir daraus ziehen, als die wichtige Lektion, dass es beim Beten in erster Linie um Gott geht? Nicht um uns selbst, um IHM muss es sich drehen; um Seine Heiligkeit, um Seine Erhabenheit. Es ist Gott allein, dem unsere Anbetung gelten muss. Anstatt ständig darauf aus zu sein, dass uns genügend Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Anerkennung zukommt, sollten wir auf die Ehre Gottes bedacht sein. Wie schnell sind wir beleidigt, wenn wir mal nicht gegrüßt werden oder schmollen, weil uns jemand nicht zum Geburtstag gratuliert hat. Wären wir doch nur halb so darauf fokussiert, dass dem Namen Gottes die Ehre zuteilwird, anstatt darauf aus zu sein, selbst geehrt zu werden. Ganz praktisch können wir uns hierzu fragen, was uns antreibt und motiviert? Wollen wir von anderen Menschen geehrt werden, suchen wir nach ihrer Anerkennung oder drehen sich unsere Aktivitäten um die Ehre Gottes? Wenn ersteres der Fall ist, führt dies zu Unzufriedenheit, denn in diesem Fall, werden wir uns immer nur um uns selbst drehen. Auch wenn man dabei zeitweise Zufriedenheit verspürt, reichen schon Kleinlichkeiten aus, um das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen.
Von daher gilt es diese verschobene Sichtweise - uns zuerst zu sehen - gegen die Sichtweise einzutauschen, die uns Jesus hier ans Herz legt. Nehmen wir also wahr, dass es Gott ist, der über allem Thron, auf IHN müssen wir fokussiert sein, um Seine Ehre sollten unsere Gedanken kreisen, nicht um unsere Eigene. Wie schwer dringen doch solch klare biblische Anweisungen zu unseren Herzen durch, wie wir sie in Römer 12,16 vorfinden, wo uns gesagt wird: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug! Oder wie wir an anderer Stelle ermahnt werden: Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen (Phil 2,3).

Wir sollten es also niemals anstreben, selbst auf dem Thron zu sitzen; es gibt nur einen, dem diese Ehre gebührt, und das ist Gott. Erst wenn wir anfangen IHN in allem zu Ehren und unser Leben ganz Seiner Führung unterstellen, werden wir ein wirklich erfülltes Leben haben, denn genau dazu wurden wir geschaffen, zur Ehre Gottes, nicht zu unserer eignen. Wenn wir also beten: „Dein Name werde geheiligt“, bringen wir zum Ausdruck, dass wir unser Leben auf die Ehre Gottes ausrichten wollen und es unserem Wunsch entspricht, dass sich dieses Lob mehrt, indem immer mehr Menschen darin einstimmen. Martyn Lloyd-Jones kommentiert: Der Sinn dieser Bitte, ist der brennende Wunsch, dass alle Welt vor Gott auf die Knie fallen möchte in Anbetung, Verehrung, in Lob und Danksagung. 1

Wie bereits gesagt, wir neigen eher dazu Gottes Liebe in den Vordergrund zu stellen, doch seine alles überragende Eigenschaft ist Seine Heiligkeit. Beachten wir, selbst Jesus betete nicht, „lieber Vater…“, sondern: „Heiliger Vater!“ (Joh 17,11). Gerade wenn wir uns die Heiligkeit Gottes bewusstmachen, dann unterstreicht dies meine bereits im letzten Teil getroffene Aussage, dass das Vaterunser kein Gebet für jedermann sein kann. Vielmehr können es nur jene aufrichtig sprechen, die sich darüber im Klaren sind, mit wem sie es zu tun haben. Wie viele Leute halten es doch für eine Selbstverständlichkeit, vor dem Allerhöchsten erscheinen zu können. Sie verschwenden nicht einen Gedanken daran, ob sie überhaupt würdig sind, vor Gottes Thron zu erscheinen. Doch überlegen wir uns einmal, Gott ist nicht nur irgendein König, ER ist der König der Könige. ER regiert nicht nur über ein Land, ER regiert nicht nur über unseren Planeten, sondern über das gesamte Universum. Niemand würde wohl davon ausgehen, er könnte einfach, mir nichts dir nichts, vor einem weltlichen Herrscher erscheinen, um seine Bitten vorzutragen. Doch würde man es ihm gewähren, käme er sicher nicht in dieser lockeren Haltung, die viele Menschen einnehmen, wenn sie zu Gott beten. Bedenkt man jetzt noch, dass Gott heilig ist, wie kann dann ein sündiger Mensch darauf kommen, er könnte mal ganz locker vor dem Thron Gottes erscheinen. Wie unangemessen diese Haltung ist, machen die Worte aus 3.Mose 10,3, deutlich, wo Mose zu Aron sagt: „Dies ist es, was der HERR geredet hat: Bei denen, die mir nahen, will ich geheiligt und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden“.

Doch was, war geschehen? Die Söhne Arons waren durch ein Feuer verzehrt worden, das vom HERRN ausgegangen war, so dass sie starben. Und dies geschah, weil sie sich Gott in unwürdiger Weise genähert hatten. Sie hatten fremdes Feuer vor den Altar Gottes gebracht, worauf dieses Strafgericht folgte. Von daher fragt David in Psalm 15 völlig zu Recht: „HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?“  Wir dürfen dankbar sein, dass in Psalm 15 nicht nur diese berechtigte Frage aufgeworfen wird, sondern dass diese, unter Inspiration des Geistes, auch beantwortet wird, so lesen wir dann ab Vers 2: Wer untadelig lebt und tut, was recht ist, und die Wahrheit redet von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, wer seinem Nächsten nichts Arges tut und seinen Nachbarn nicht schmäht; wer die Verworfenen für nichts achtet, aber ehrt die Gottesfürchtigen; wer seinen Eid hält, auch wenn es ihm schadet; wer sein Geld nicht auf Zinsen gibt und nimmt nicht Geschenke wider den Unschuldigen. Wer das tut, wird nimmermehr wanken (Ps 15,1-5). Doch wer unter den Sterblichen kann diese Charaktereigenschaften aufweisen, wer kann sagen: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf!“ (Mk 10,20)?

Dadurch, dass Jesus gleich durch die erste Bitte des Vaterunsers die Heiligkeit Gottes hervorhebt, werden wir gleich zu Beginn dieses Gebets mit der großen Kluft, zwischen dem Heiligen Gott auf der einen Seite, und dem sündigen Menschen auf der anderen, konfrontiert. Was uns zur Frage führt: Wie kann ein sündiger Mensch vor diesem heiligen Gott, dessen Augen wie Feuerflammen sind, erscheinen? Der bekannte Prediger Spurgeon gibt uns dazu folgenden Kommentar: O Heiliger und Erhabener, wem ist Gemeinschaft mit Dir gestattet? Die Himmel sind in Deinen Augen nicht rein, und Deinen Engeln legst Du Irrtum zur Last. Wer von den Sterblichen kann dann bei Dir wohnen, Du schrecklich verzehrendes Feuer? Ein Bewusstsein von der Herrlichkeit des HERRN und von der Heiligkeit, die Seinem Haus, Seinem Dienst und Seinen Dienern geziemt, erschreckt das demütige Herz, so dass es sich diese ernsten Fragen stellt. Wenn schon Engel ihre verhüllten Angesichter neigen, wie könnte da ein Mensch überhaupt Gott wohlgefällig anbeten? 2

Hierauf kann es nur eine Antwort geben, nur einer hat alle Forderungen des Gesetzes erfüllt, nur über einen kann gesagt werden, dass er ohne Sünde war, und das ist Christus (vgl. Hebr 4,15; Joh 8,46). Nur wenn ER unser Bürge und Führsprecher ist, nur wenn wir uns auf das von IHM vollbrachte Erlösungswerk berufen können, können wir vor dem Thron der Gnade erscheinen. Außerhalb dieses Erlösungsplanes steht unser Leben unter dem gerechten Zorn Gottes. So schreibt Spurgeon weiter: Wir müssen von dem Herrn des Heiligtums erfahren, was zu Seinem Dienst qualifiziert, und wenn Er uns belehrt hat, begreifen wir deutlich, dass nur unser fleckenreiner Herr Jesus jemals wohlgefällig vor der Majestät in der Höhe stehen darf – und alle, die in Sein Bild verändert wurden.2
Nur wer durch das Blut des Lammes mit dem Vater versöhnt ist, kann die gewaltige Bitte: „Dein Name werde geheiligt“, aussprechen. Denn überlegen wir doch, was man damit zu Ausdruck bringt. Wenn ich diese Bitte vor Gott ausspreche, bekunde ich damit, dass mir an der Ehre Seines Namens gelegen ist. Mit anderen Worten, ich behaupte damit, dass es ist mir wichtig sei, Seinen Namen heilig und unbefleckt zu halten, doch wie sieht das praktisch aus? Passt mein Leben zu dem, was ich durch diese Bitte zum Ausdruck bringe?

Beginnen wir mit dem Negativen, in den 10 Geboten werden wir gewarnt: Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht (2.Mo 20,7). Dies entspricht dem genauen Gegenteil, der Bitte das Vaterunser, somit kann man nicht das Vaterunser aufsagen, und zugleich den Namen Gottes missbrauchen. Wer es trotzdem macht, zeigt damit, dass er es nicht ernst meint, denn in Wahrheit ist ihm nicht an der Ehre von Gottes Namen gelegen. Wie viele Menschen fluchen doch unbedacht vor sich hin, doch bringen es fertig bei entsprechenden Anlässen das Vaterunser aufzusagen. Wobei noch einmal erwähnt sei, dass Aufsagen, nie die Absicht Jesu war. Unmissverständlich stellte ER dem Vaterunser Worte „Darum sollt ihr so beten“, voran. Der Vater sucht keine Menschen, die mit leeren Phrasen vor Sein Angesicht kommen, auch nicht solche, die schöne Worte machen können, sondern solche, die IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten (vgl. Joh 4,23-24). Das heißt, die Worte des Gebets sollten wahrhaftig sein, sie sollten der wahren Herzenseinstellung entsprechen. Nichts könnte also beim Beten verkehrter sein, als nur leere Worte zu machen. Somit können wir festhalten, wer den Namen Gottes flucht oder zu nichtigem ausspricht, macht sich zusätzlich der Heuchelei schuldig, wenn er das Vaterunser betet.

Vielleicht hat sich jemand auch im Griff, so dass er nicht flucht, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sein Leben wirklich darauf ausgerichtet ist, dass der Name Gottes geehrt wird. Was meine ich damit? Nun, das Neue Testament fordert uns auf: Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn (Kol 3,17). Das heißt, alles soll im Einklang mit Seinem Willen und Seinem Wesen sein, und zwar so, wie Jesus es gelehrt hat, als ER sprach: „Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Mt 5,48). Warum ist die so entscheidend? Nun, weil wir das Reich Gottes repräsentieren sollen. Wir haben ein sehr großes Vorrecht, dass wir Kinder Gottes heißen dürfen, doch wir haben dadurch auch eine sehr hohe Verantwortung. Darum schreibt der Apostel Petrus: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht; die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid. Doch Petrus nennt nicht nur diese überragenden Vorzüge, nicht nur diese überwältigenden Tatsachen, dass die Kinder Gottes ein königliches Priestertum sind, sondern er schreibt weiter: Ihr Lieben, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Völkern, damit die, die euch als Übeltäter verleumden, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung (1.Petr 2,10-12).

Als königliches Priestertum, als heiliges, auserwähltes Eigentumsvolk Gottes, kann man nicht einfach so in den Tag hineinleben, sondern muss sich seiner hohen Berufung bewusst sein, darum erinnert Petrus auch zu Beginn des Briefes, was in 3.Mose 19,2, geschrieben steht, indem er zitiert: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.« (1.Petr 1,16). Wer ein Kind Gottes ist, wer sich der Heiligkeit seines himmlischen Vaters bewusst ist, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er die hohe Berufung hat, das Reich Gottes auf Erden zu repräsentieren. Dabei muss uns klar sein, es ist wie im natürlichen Bereich, ungezogene Kinder, die sich ständig danebenbenehmen, werfen automisch ein schlechtes Licht auf ihre Eltern. Denn man schließt daraus, dass die Eltern genauso sind, was letztlich den Familiennamen in den Schmutz zieht (vgl. Spr 28,7). Die Bibel stellt uns dazu das Negativbeispiel des Volkes Israel vor Augen. Israel war im alten Bund Gottes auserwähltes Volk, dass das Vorrecht hatte, den wahren Gott repräsentieren zu dürfen. Sie sollten den Namen Gottes unter den Heidenvölkern bekannt machen. Doch was war das Ergebnis, was sagt uns die Schrift? Mehrfach lesen wir, was Paulus im Brief an die Römer sagt: Denn "der Name Gottes wird euretwegen unter den Nationen gelästert" (Röm 2,24). Wir finden diese Aussage gewiss nicht im Neuen Testament, damit wir mit dem Finger auf Israel zeigen können, sondern damit wir uns davor hüten, dass das Selbe über uns gesagt werden muss. Die Bitte: „Geheiligt werde dein Name“, ist nicht glaubwürdig, wenn wir nicht ernsthaft nach der Heiligung streben. Natürlich werden wir nie perfekt sein, aber es ist unglaubwürdig, dies zu bekunden, und sich dann im Alltag nicht darum zu scheren, ob unser Verhalten den Namen Gottes in Misskredit bringt. Klar ist natürlich auch, dass wir hier in völliger Abhängigkeit vom HERRN sind, was wiederum ein Grund ist, der uns deutlich macht, wie wichtig ein beständiges Gebetsleben ist.

Abschließend zu diesem Punkt möchte ich auch daran erinnern, was uns in Jakobus 1,26 gesagt wird: Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist vergeblich. Ist uns dies wirklich in diesem Maß bewusst, sind wir uns darüber im Klaren, dass wir noch so schön unsere Lieder singen können, dass wir noch so schön beten können, doch all dies vergeblich ist, wenn wir unsere Zunge nicht im Zaum halten können? Es sollte also keinesfalls so sein, dass wir einen Waffenschein für unsere Zunge brauchen, vielmehr muss uns bewusst sein, wie widersprüchlich unsere Gebete sind, wenn aus unserem Mund zugleich Segen und Fluch hervorgeht. Jakobus bringt diesen krassen Gegensatz sehr treffend auf den Punkt, indem er sagt: Mit ihr (der Zunge) preisen wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen, die nach dem Bild Gottes geschaffen worden sind. Dies, meine Brüder, sollte nicht so sein! (Jak 3,10). Wenn wir also beten: „Geheiligt werde dein Name“, dann sind unsere Worte nichtig, sofern wir mit unserer Zunge zugleich über Menschen fluchen, die nach dem Bild Gottes geschaffen sind. Obwohl der Mensch durch die Sünde tief gefallen ist, und das Abbild Gottes sehr entstellt ist, repräsentiert jeder Mensch etwas von seinem Schöpfer, was auch daran zu sehen ist, dass der Mensch trotz der Sündhaftigkeit, auch viele gute Eigenschaften aufzuweisen hat.

 

 

 

Quellangaben
1. Martyn Lloyd-Jones - Bergpredigt. Band 2: "Unser Vater im Himmel..." S.69
2. Spurgeon – Besser als Gold – Andacht 30.Januar


 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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