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1. Unser Vater im Himmel

18.08.2018

 

Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Matthäus 6,9-13

 

Bereits die ersten Worte dieses Gebets manchen deutlich, dass dieses Gebet nicht als ein Allerwelts-Gebet gesehen werden kann. Denn die Aussage: „Unser Vater“, verdeutlicht die enge Verbindung zwischen dem Beter und Gott. Somit wird bereits hier deutlich, dass dieses Gebet für Kinder Gottes gedacht ist. Doch entgegen der gängigen Auffassung trifft dies nicht automatisch auf jeden Menschen zu, vielmehr besagt die Lehre der Schrift, dass wir nur durch Jesus Christus zu Kindern Gottes werden können. Denn so wird es uns gelehrt, indem geschrieben steht: So viele ihn (Jesus) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben (Joh 1,12). Jesus aufzunehmen ist eine aktive, bewusste Willensentscheidung, die einem weder andere Menschen, seien es die Eltern, seien es Verwandte, Freunde oder Bekannte, noch die Kirche abnehmen können. Somit wird kein Mensch unbewusst zu einen Kind Gottes, auch nicht während ein Säugling mit Wasser besprengt wird, sondern in dem Moment, in dem ein Mensch durch die Gnade Gottes von seiner Schuld und Sünde überführt, zum Thron der Gnade kommt und in einem Gebet Jesus Christus als seinen Erlöser annimmt. Jesus aufzunehmen bedeutet nicht weniger, als IHM die uneingeschränkte Herrschaft über mein Leben zu geben. Darum nannte Jesus auch die Selbstverleugnung als Bedingung der Nachfolge (vgl. Mt 16,24; Mk 8,34; Lk 9,23). Entscheidend ist, dass Jesus durch den Glauben der HERR meines Lebens ist, was nicht weniger voraussetzt, als eine völlige Herzenserneuerung. Entsprechend heißt es dann auch über jene, die Jesus aufgenommen haben: Die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind (Joh 1,13).

Um ein Kind Gottes zu sein, muss ein Mensch aus Gott geboren sein. Denn die Lehre Jesu besagt: Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist (Joh 3,6). Mit anderen Worten, durch die natürliche Geburt wird niemand ein Kind Gottes, dies geschieht allein durch Sein übernatürliches Eingreifen. Nur wenn der Heilige Geist das Wort Gottes im Herzen eines sündigen Menschen aufgehen lässt, indem ER ihm auf der einen Seite seine Verlorenheit vor Augen stellt, und auf der anderen den Erlöser groß macht, geschieht, was Jakobus mit folgenden Worten beschreibt: Nach seinem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren (Jak 1,18). Nicht weniger als dieses gewaltige Wunder ist die Voraussetzung, um Gott, mit Vater anreden zu können. Nur jene, die dies erfahren durften, werden von Jesus dazu angeleitet die Worte: „Unser Vater im Himmel!“, in den Mund zu nehmen.

Dabei sollte uns diese Aussage wirklich in großes Staunen versetzen, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir den Schöpfer von Himmel und Erde, Vater nennen dürfen. Vielmehr müssen wir mit den Worten Davids fragen: Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? (Ps 8,5).
Was veranlasst den heiligen Gott, sich um sündige Geschöpfe wie uns zu kümmern? Wenn wir uns überlegen, was es IHN gekostet hat uns von der Macht der Finsternis zu erlösen, dann haben wir wirklich sehr viel Grund zur Dankbarkeit. Denn früher waren wir wie die übrigen Kinder des Ungehorsams (Eph 2,2: 5,6: Kol 3,6), Kinder des Zorns (Eph 2,3), Kinder des Teufels (1.Joh 3,10, Joh 8,44), doch nun sind wir Kinder des Gehorsams (1.Petr 1,14), Kinder des Lichts (Eph 5,8), Kinder Gottes (Joh 1,12; Röm 8,16: 9,8; Phil 2,15: 1.Joh 3,1-2). Doch das alles völlig unverdient, nicht aus Werken, sondern allein aus Gnade. Kein Gläubiger hat sich je selbst gerettet, keiner hat sich je selbst auf dem Sumpf der Sünde gezogen, vielmehr gilt was in Kolosser 1,13 gesagt wird: Er (Gott) hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.

Und wiederum steht geschrieben: Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken (1.Petr 1,18-19). Das ist der Preis, der für unsere Erlösung bezahlt wurde und zugleich der Grund, warum Christen nicht einfach nur mechanisch, auswendig gelernte Gebete herunterleiern, sondern es ein aufrichtiges Verlangen ihres Herzens ist, Gott die Ehre und den Dank zuteilwerden zu lassen, der IHM ohne jeglichen Zweifel gebührt. So können Kinder Gottes nur über die unbegreifliche Liebe Gottes staunen, denn es ist, wie Johannes sagt: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! (1.Joh 3,1).

Doch Johannes fügt dieser Aussage noch etwas sehr Entscheidendes hinzu, indem er sagt: Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht. Das heißt, die Bibel unterscheidet ganz klar zwischen den Kindern Gottes und den Kindern dieser Welt. Und so sei es noch einmal gesagt, dieses Gebet ist nicht für die Kinder der Welt, sondern für die Kinder Gottes gedacht. Dass dies nicht nur durch die Anrede: „Unser Vater im Himmel!“, deutlich wird, werden wir auch sehen wenn wir auf die im Gebet formulierten Bitten eingehen werden. Meines Erachtens sind es 6 Bitten, auf die ich in der Fortsetzung dieser Beitragsreihe, so der HERR will, noch näher eingehen möchte. Vorab sei bemerkt, dass sich die ersten 3 Bitten ausschließlich auf Gott beziehen. Martyn Lloyd Jones kommentiert dies wie folgt: Die ersten drei Bitten richten unser Augenmerk nur auf den Herrn und seine Ehre und Herrlichkeit. Bevor wir mit uns selber beginnen und unseren Nöten, bevor wir selbst für andere Menschen beten, muss es um Gott und seine Ehre und Herrlichkeit gehen.1

Bevor wir im nächsten Teil zur ersten Bitte kommen, möchte ich noch einmal etwas zurückblenden und erwähnen, dass das Vaterunser Bestandteil der Bergpredigt ist: Man kann dieses Gebet also nicht einfach völlig losgelöst betrachten, sondern muss sich auch dessen bewusst sein, dass Jesus den Worten dieses Gebets die Seligpreisungen vorangestellt hat. Betrachten wir dabei, dass Jesus die geistlich Armen, glückselig preist, dann wird auch dadurch unterstrichen, dass dieses Gebet kein Standardgebet für jedermann sein kann, sondern nur für jene, die ihre geistliche Armut erkannt haben. Und geistliche Armut ist nichts anderes als die Erkenntnis der völligen Abhängigkeit von Gott, denn der geistlich Arme erwartet nichts aus sich selbst, sondern alles von Gott. Der geistlich Arme hat seinen geistlichen Bankrott erkannt und hat sich in seiner völligen Verzweiflung und seinem völligen Zerrbruch an DEN gewandt, der gekommen ist Sünder selig zu manchen, und das ist Jesus. Und so werden wir auch durch die Bitten, die uns Jesus in den Mund legt, auf unsere völlige Abhängigkeit von Gott hingewiesen. Einmalmehr möchte ich dazu Martyn Lloyd Jones zitieren, er sagt in Bezug auf das Vaterunser: Nirgendwo in der ganzen Heiligen Schrift wird so deutlich aufgezeigt, wie völlig wir von Gott abhängig sind, wie hier in diesem Gebet.2

Genau hier haben wir auch den wesentlichen Unterschied zwischen einem typischen Weltmenschen und einem Kind Gottes. Zwischen einem natürlichen Menschen und einem Menschen, der durch die Gnade Gottes wiedergeboren ist. Und dieser besteht darin, dass der natürliche Mensch unabhängig von Gott leben will. In seiner gefallenen Natur sieht er in Gottes Geboten nur eine Einengung seiner persönlichen Freiheit. Er lehnt es ab jemanden über sich zu haben und will lieber selbst bestimmen. „Ich lasse mir von niemand etwas sagen“, spricht das rebellische Herz. Der natürliche Mensch besteht auf seine Autonomie, alles in ihm sträubt sich dagegen, sich der Herrschaft Christi unterzuordnen. Er kann viel akzeptieren und tolerieren, nur nicht die Herrschaft Christi über sein Leben. Ganz anderes das zerbrochene Herz eines Wiedergeborenen. Der Wiedergeborene hat den Prozess der Seligpreisungen durchlaufen, er hat seine Verlorenheit erkannt, was zu innerlichem Zerrbruch und Trauer über seinen sündigen Zustand geführt hat. Doch ehe ich selbst noch viele Worte dazu mache, will ich lieber zitieren, was Jesus in den Seligpreisungen gesagt hat:

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind (Mt 5,3-12)

Viele Ausleger haben diese Seligpreisungen als Himmelleiter bezeichnet. Die erste Stufe dieser Leiter ist die Erkenntnis der geistlichen Armut. Was nichts anderes bedeutet, als die Erkenntnis der völligen Abhängigkeit von Gott. Der geistlich Arme erwartet nichts mehr von sich selbst, sondern alles von Gott. Ihm ist bewusst, dass er auf sich allein gestellt hoffnungslos verloren ist, so erscheint er vor dem Gnadenthron, wie ein hochverschuldeter Bettler, der seine Sünde zutiefst bereut, anstatt irgendetwas zu beschönigen oder vertuschen zu wollen. Diese durch den Geist Gottes bewirkte Betrübnis beschreibt Paulus wie folgt: Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod (2.Kor 7,10).

Nur der Heilige Geist kann diese Betrübnis bewirken, und dies ist das Erste, was er ausnahmslos bei allen Kindern Gottes bewirkt. Dass dies mehr ist als nur eine oberflächliche Reue, verdeutlicht Martyn Lloyd-Jones sehr gut durch folgende Ausführung: Nur allein Kinder Gottes erkennen, dass sie eine äußerst sündhafte Natur haben. Es war Paulus, der schrieb: „Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch nichts Gutes wohnt“ (Röm 7,18). Es ist der Christ, der ausruft und sagt: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib!“(Röm 7,24).
Ein nicht wiedergeborener Gläubiger hat niemals solche Worte ausgesprochen und kann es auch nie - es stellt eine Unmöglichkeit dar. Die Innewohung des Heiligen Geistes ist es, die unsere sündhafte Natur und die Tiefe der Sünde und der Bosheit, die in unseren Herzen wohnen, bloßstellt.3

Gott der Vater erneuert das Herz Seiner Kinder, so dass sie fortan nicht in der Unabhängigkeit von IHM leben wollen. Anstatt sich so weit wie möglich von Gott und Seinen Ordnungen zu distanzieren und damit das Ziel des Lebens in der Gottesferne zu sehen, sieht das erneuerte Herz seine höchste Erfüllung in der innigen Beziehung zu Gott dem Vater. Da Gott Sein Gesetz in das Herz Seiner Kinder legt (vgl. Hebr 10,16), sehen sie ihre Lebenserfüllung nicht mehr in einem ausschweifenden Leben, so dass sie ihr Lebensglück in der Übertretung von Gottes Geboten sehen, sondern ganz im Gegenteil: Sie hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit.

Sie haben ein reines Herz, weil Gott ihr Herz gereinigt hat, sie sind rein durch das Blut des Lammes. Da sie mit Gott versöhnt sind und nur staunen können, dass ER ihnen ihre große Schuld nicht mehr anrechnet, wirkt sich dies auch auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen aus. Statt unversöhnlich zu sein, sind sie bereit anderen zu vergeben. Statt immer auf ihren Vorteil aus zu sein, ist es ihr Ziel mit jedermann in Frieden zu leben (vgl. Röm 12,18). Genau dieses Trachten nach Frieden, nennt Jesus als Erkennungsmerkmal der Gotteskindschaft, indem ER sagt: Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Dass dieses Verhalten völlig im Gegensatz zum typischen Verhalten dieser Welt ist, hat Jesus ebenfalls in der Bergpredigt verdeutlicht, indem ER sprach: Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist (Mt 5,46-48).

Nun sollte man meinen, die Welt würde sich über dieses vorbildliche Verhalten freuen. Denn was könnte der Welt besseres passieren als Menschen anzutreffen, die nach Frieden streben? Wie Jesus uns jedoch in den Seligpreisungen zeigt, ist genau das Gegenteil der Fall; anstatt sich die Welt am Verhalten der Kinder Gottes erfreuen würde, sind sie insbesondere dem fromm angehauchten, weltlichen Menschen ein Dorn im Auge, weil gerade durch ihr Verhalten jegliche fromme Heuchelei aufgedeckt wird. Demzufolge ernten die Kinder Gottes vor allem den Hass der Scheinfrommen, so dass es ihnen an diesem Punkt ebenso ergeht, wie ihrem HERRN, der sagte: Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen (Joh 15,20). Und wir wissen wer jene waren, die Jesus ans Kreuz brachten, es war die fromme Elite jener Tage. Sie waren es, die nicht eher Ruhe gaben, bis Jesus am Kreuz war. Während Seines ganzen Wirkens und öffentlichen Auftretens, haben sie IHM ständig aufgelauert. Ständig suchten sie nach einer günstigen Gelegenheit, um IHM eine Falle zu stellen, immer mit dem Ziel, IHN aus dem Weg zu räumen. Was die Scheinfrommen jener Zeit mit Jesus machten, das machen die Scheinfrommen unserer Tage mit Seinem Wort. Jesus sprach klar und unmissverständlich davon, dass das Wort Gottes, das Wort der Wahrheit ist, ER nannte den Geist Gottes den Geist der Wahrheit und bezeichnete sich selbst als den Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh 17,17: 14,17: 14,6). Doch was macht die religiöse Elite aus diesem Zeugnis? Sie stellt alles in Frage und versucht alles zu relativieren. Und warum dies? Die Antwort lautet, weil scheinheilige Frömmigkeit nicht nach der Wahrheit, sondern nach Widersprüchen sucht. Widersprüche - um der Wahrheit ausweichen zu können. Widersprüche - um an den eigenen Überlieferungen und Kirchentraditionen festhalten zu können. Widersprüche - um weiterhin selbstbestimmen zu können, anstatt sich dem Willen Gottes unterzuordnen. Denken wir an die Pharisäer, wie sie die unrealistischsten Fallbeispiele, völlig an den Haaren herbeigezogen haben, um Jesus irgendetwas zur Last legen zu können. Genauso geht das fromme Fleisch heute vor, um die Schrift als widersprüchlich und unglaubwürdig darzustellen. Denn wie gesagt: Was die geistlichen Führer damals mit Jesus machten, macht die Kirche unserer Tage mit Seinem Wort. Dass dahinter nicht der Geist der Wahrheit steht, ist offensichtlich. Wer tatsächlich hinter all dem steckt, zeigt uns Jesus in einem Gespräch mit den Pharisäern. Denn jenen geistlichen Führern, die laut ihrem eigenen Selbstverständnis Kinder Gottes waren, sagte ER: „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben“ (Joh 8,42). Doch nicht nur das, ab Vers 44, wird Jesus noch deutlicher, indem ER ihnen erklärt:

Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid “ (Joh 8,44-47).

Wenn Menschen, das Zeugnis der Heiligen Schrift nicht annehmen, wenn sie nicht bereit sind, auf das offenbarte Wort Gottes zu hören, dann sehen wir hier den Grund. So wie auf der einen Seite gilt: „Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes“. So gilt auf der anderen: „Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid!“ Darum sei es abschießend noch einmal gesagt, wer laut der Schrift die Kinder Gottes sind: So viele ihn (Jesus) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind (Joh 1,12-13).

Dass es nur jene sind, für die das Vaterunser gedacht ist, werden wir, so der HERR will, in der Fortsetzung dieser Beitragsreihe anhand der Bitten sehen, die Jesus formuliert hat. Wer sich nur annähernd mit diesen Aussagen befasst, wird erkennen, dass Menschen, die Jesus die Herrschaft über ihr Leben verweigern, niemals diese Worte aussprechen können, ohne sich im höchsten Grad der Heuchelei schuldig zu machen.

 

 

Quellangaben
1. Martyn Lloyd-Jones - Bergpredigt. Band 2: "Unser Vater im Himmel..."  S.67
2. Ebd. S.78
3. Martyn Lloyd-Jones -  Kennzeichen eines Christen, S.355

 


 

 

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