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Kinder Gottes oder Kinder des Teufels

26.01.2021


Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge (Joh 8,44).

 

Was für eine Begebenheit, Jesus sieht sich einer Gruppe von Männern gegenüber und bezeichnet diese allen Ernstes, als Kinder des Teufels. „Der ist ein Mörder von Anfang an“, lässt Er sie wissen, „und der Vater der Lüge“. Weiter hält Er ihnen vor, dass ihr Tun den Begierden ihres Vaters entsprechen würde und nennt hierbei Mord und Lüge als Grundeigenschaft. „Mit anderen Worten, ihr habt den Teufel zum Vater, denn ihr seid Mörder und Lügner!“. Das allein wäre schon krass genug gewesen, denn wer hat schon den Mut, jemanden mit einer solch unschönen Wahrheit zu konfrontieren? Bedenkt man jedoch, dass Jesus diese Worte nicht etwa an verruchte, zwielichtige Gestalten, nicht an Straftäter oder Schwerverbrecher gerichtet hat, sondern religiös und moralisch hoch angesehene Persönlichkeiten damit konfrontiert hat, dann kann man hier wohl von einem eindeutigen Tabubruch reden. Wie konnte Jesus die religiöse Elite Seiner Tage nur so scharf kritisieren, wusste Er nichts von ihren Verdiensten und Auszeichnungen, von ihrem Rang und ihrer Stellung? Wer gab Ihm das Recht ausgerechnet diesen ehrbaren Männern, die in Amt und Würden standen und unter dem Volk ein sehr hohes Ansehen genossen, zu unterstellen, dass sie Kinder des Teufels seien?


Doch war dies wirklich eine Unterstellung? Gewiss nicht, es war absolut zutreffend, Jesus kannte ihre Absichten und Pläne. Ihm konnte niemand etwas vormachen. Auch wenn sie sich äußerlich als noch so fromm und gerecht darstellten, Jesus kannte ihr Herz bis auf den Grund (vgl. Joh 2,25). Wie richtig Er dabei lag, wurde insbesondere dadurch deutlich, dass sie falsche Zeugen gegen Ihn aufstellten, um Ihn aus Neid ans Kreuz zu bringen. Mord und Lüge, genau wie es Jesus ihnen auf den Kopf zugesagt hatte. 


Dies entsprach natürlich keineswegs ihrem eigenen Selbstverständnis, im Gegenteil, sie hielten sich für ehrbar und gerecht und waren ihrer eigenen Selbsteinschätzung nach, dem gewöhnlichen Volk moralisch weit überlegen. Sie waren überzeugt von ihren eigenen Fähigkeiten, überzeugt von ihrem Bildungsgrad und ihrem hohen Intellekt. Vor Stolz und maßloser Selbstüberschätzung aufgebläht, blickten sie nicht nur verächtlich auf den Sohn Gottes herab, sondern sahen sich dazu berufen, Ihn aus dem Weg zu räumen. Er passte nicht in ihr selbstgestricktes Konzept, bei dem es nur zum äußeren Schein, um die Verehrung Gottes ging, sich in Wahrheit jedoch alles um sie selbst drehte: Sie selbst waren der Mittelpunkt, es ging um ihr Ansehen, ihre Ehre und ihre Karriere und darum musste dieser Jesus, der so unangenehme Wahrheiten aussprach unter allen Umständen beseitigt werden. 


Jesus hatte dies bereits im Voraus in ihren Herzen gesehen und Er hatte sie mehrfach damit konfrontiert, die Frage jedoch, die wir uns stellen sollten, lautet, wie steht es um unser Herz? Der direkteste Weg dies herauszufinden, ist unsere Haltung gegenüber Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der Mensch wurde, um den Preis für unsere Sünden zu bezahlen. Nehmen wir auch Anstoß an Ihm, ärgern wir uns über Sein Wort, halten wir es vielleicht sogar für unerträglich, ohne Ihn hoffnungslos verloren zu sein und bestehen darauf, wir seien gerecht genug, um vor Gott bestehen zu können? In Matthäus 11,6 sagt Jesus: Glückselig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt! Je nachdem, wie es sich bei uns mit der Antwort auf diese Frage verhält, können wir erkennen, welches Geistes Kind wir sind. Kinder Gottes oder Kinder des Teufels. Es ist eine geistliche Wahrheit, an Jesus Christus scheiden sich die Geister. Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren religiöse Menschen, sie gaben vor, Gott zu verehren, doch ihr Gottesdienst war vergeblich, denn für sie galt, was für jeden Menschen gilt: Denn wer den Sohn ablehnt, der ist auch nicht mit dem Vater verbunden. Doch wer sich zum Sohn bekennt, der hat auch Gemeinschaft mit dem Vater (1.Joh 2,23).


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