und und

Der Geist der Herrlichkeit

18.10.218

Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens Christi willen, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch (1.Petr 4,12-14).

Auch wenn wir hierzulande nicht die massive Verfolgung erleben, wie in vielen anderen Ländern, so erleben Christen dennoch Ausgrenzung und Diskriminierung um ihres Glaubens Willen. Doch dadurch sollten wir uns nicht entmutigen lassen, sondern es lernen, die Sichtweise der Apostel zu übernehmen, die sich sogar darüber gefreut haben, dass sie als würdig erachtet wurden, für den Namen des HERRN Schmach zu leiden. Natürlich ist dies einfacher gesagt, als getan, denn rein menschlich gesehen, ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Es liegt in unserer Natur, dass wir akzeptiert, und nicht ausgegrenzt werden wollen. Daher ist es umso entscheidender auf die Belohnung zu sehen. Das Leiden um Christi Willen ist nicht vergeblich (vgl. Röm 8,17). Denken wir nur daran, was die vielen treuen Zeugen, die vor uns waren alles erdulden mussten. Denken wir an einen Mann wie Mose, über den geschrieben steht: Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen, und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung (Hebr 11,24-26).

Ja, es wird Lohn geben für den Gerechten, das Blatt wird sich wenden, nur noch eine kurze Zeit, und es wird sich erfüllen, was Jesus versprochen hat: Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig sind, die ihre Kleider waschen, dass sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt. Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und tun. Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst (Offb 22,12-17). Es wird zu dieser großen Scheidung der Menschheit kommen, Jesus wird die Schafe von den Böcken scheiden. Wohl allen, die sich bei IHM bergen. Wohl allen, die ihre Kleider reingewaschen haben im Blut des Lammes (vgl. Ps 2,12; Offb 7,14).

Die Frage ist natürlich, warum haben Christen diesen Glaubenskampf, warum ist nicht zutreffend, was die Verkündiger des Wohlstands-Evangeliums lehren, nämlich dass Gott Seinen Kindern alle Leiden ersparen will und man ab dem Tag, an dem man sich an Jesus wendet, keine Probleme mehr hat? Der Eingangstext gibt uns die Antwort, Grund für die Ablehnung ist, weil der Geist der Herrlichkeit und Gottes auf ihnen ruht. Das ist es, was sie von den Kindern dieser Welt grundlegend unterscheidet. Warum wurden denn die Apostel gehasst? Weil sie nicht von dieser Welt waren. Warum wurden die Propheten gehasst und verfolgt? Der Hebräerbrief gibt uns die Antwort: Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Erdlöchern (Hebr 11,38). Ausgestoßen, ausgegrenzt und diskriminiert in dieser Welt, doch willkommen im Himmelreich. Das ist die Perspektive für alle die dem Lamm Gottes nachfolgen. Beides zugleich geht nicht. Denn wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein (Jak 4,4). Wahrlich das Reich des HERRN ist nicht von dieser Welt und die Kinder Gottes sind es auch nicht. Darum sollte es uns nicht verwundern, wenn die Welt über uns den Kopf schüttelt, sondern eher, wenn wir von allen akzeptiert und gelobt werden (vgl. Lk 6,26). Da uns Gottes Wort deutlich macht, unter wessen Herrschaft diese Welt steht, sollte klar sein, dass nicht die Meinung oder der Beifall dieser Welt entscheidend ist, sondern die Frage, wessen Geistes Kind wir sind. Ziel kann es nicht sein, ein Leben zu führen das dieser Welt wohlgefällig ist, sondern vielmehr geht es darum, Gott wohlgefällig zu leben. Denn wer werden wohl jene sein, zu denen der HERR einst sagen wird: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude! (Mt 25,11.23)? Etwa jene, die sich Seiner und Seiner Worte geschämt haben, nur um es ja aller Welt recht zu machen? Oder jene, die treu an Seinem Wort festgehalten haben? Die Antwort ist offensichtlich, der HERR wird nur Treue belohnen und diese zeigt sich darin, dass wir Sein Wort unverfälscht und somit auch ohne Abstriche weitergeben.

Von daher gilt es auch den unpopulären Standpunkt beizubehalten, dass allein in dem Namen Jesus das Heil zu finden ist. Denn genau das hält man für anstößig. Und man stelle sich vor, es gibt sogar Leute, die unter christlicher Flagge unterwegs sind und sagen, es sei arrogant, mit diesem Absolutheitsanspruch aufzutreten. Was sie dabei übersehen, ist die Tatsache, dass es hier nicht um menschliche Meinungen geht, sondern um die zentrale Lehre des Evangeliums. Es war Jesus selbst, der sagte: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Joh 14,6). Man kann sich nicht als Sein Nachfolger ausgeben, und zugleich behaupten, Jesus sei nur einer unter vielen Wegen. Ein treuer Zeuge des HERRN kann hier nicht einfach klein beigeben, auch wenn alle Welt darauf besteht. Das Wort Gottes gibt uns hier nicht den Spielraum, irgendwelche Zugeständnisse zu machen oder Kompromisse zu finden. Jesus Christus ist der entscheidende Eckstein im Heilsplan Gottes, an IHM führt kein Weg vorbei. Auch wenn alle Welt sagt, dies sei intolerant, so gilt es dennoch, an der gesunden Lehre der Schrift festzuhalten. Unabhängig von Meinungen und Wünschen, ist jeder Christ zum Zeugendienst berufen und von daher immer der Wahrheit verpflichtet. Aus diesem Grund ist nicht entscheidend, was Menschen erwarten, sondern was im Wort Gottes geschrieben steht. Allein das geschriebene Wort ist der Maßstab.

Doch wer sich hier nicht verbiegen lässt, der wird auf Widerstand und Unverständnis stoßen. Doch erinnern wir uns noch einmal an die Worte des Apostel Petrus, der unter Inspiration des Geistes schrieb: Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch (1.Petr 4,14). Darum liebes Kind Gottes, verzage nicht, dein Lohn ist dir gewiss und denke immer daran, wir sind hier nur Pilger, wir sind in dieser Welt wie Fremdlinge ohne wahres Bürgerrecht, doch dafür ist unser Bürgerrecht im Himmelreich (vgl. 1.Petr 2,11; Eph 2,12-13). Wir sollten uns immer wieder bewusstmachen, dass wir hier keine bleibende Stadt haben, sondern auf dem Weg zur zukünftigen sind (vgl. Hebr 13,14). Behalten wir auch jene im Blick, die uns vorausgegangen sind, so wie es uns der Schreiber des Hebräerbriefes sagt, wenn er zu Beginn des 12.Kapitels schreibt: Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist. Der Weg des Glaubens ist kein gemütlicher Spaziergang. Wir sehen es in all den Beispielen, die uns in der Bibel genannt werden. Es wird deutlich im Leben von Einzelpersonen, ebenso wie in der Geschichte Israels. Der Glaube jedes Einzelnen wurde geprüft, die Schrift spricht nicht von einem sorgenfreien Leben, ohne Widerstand, vielmehr wird uns gesagt: Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen (Apg 14,22).

Bedenken wir vor allem, wie viel unser HERR erleiden musste; Sein Weg zur Herrlichkeit führte übers Kreuz. Wenn selbst ER, der vollkommene Sohn Gottes, durch Leiden vollendet wurde, können wir als Seine Nachfolger nicht davon ausgehen, dass uns sämtliche Leiden erspart bleiben. Dies zumal wir im Feindesland leben, denn noch ist Satan der Fürst dieser Welt. Aus diesem Grund sprach Jesus: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Joh 16,33). Doch nun die Frage: Was soll uns getrost machen? Etwa, dass wir so große Glaubenshelden sind, die locker hindurch kommen? Was soll und Halt in der Bedrängnis geben? Unsere Charakter- und Willensstärke, unsere eiserne Selbstdisziplin und das Selbstvertrauen, es in unserer eigenen Stärke zu schaffen? Ist es das? Nein, Jesus sprach: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Nur wenn unser Glaube fest auf das gegründet ist, was Christus vollbracht hat, nur dann findet unsere Seele Ruhe. Wir dürfen nie vergessen, ER hat eine vollständige Erlösung erworben, denn geschrieben steht: Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht (Hebr 10,14). Allein darauf können wir unseren Glauben gründen. Wir verdienen uns die Erlösung nicht selbst, es ist allein Sein Verdienst, darum muss unser Blick auf IHN gerichtet sein, nicht auf uns und unser Eigenvermögen. Ansonsten wird es uns ergehen wie Petrus. Als er dem HERRN auf dem Wasser entgegenging, ging dies genauso lange gut, wie er seinen Blick auf den HERRN gerichtet hat. Als er jedoch auf die Wellen sah und auf den Wind achtete, ging er unter (vgl. Mt 14,30). So ergeht es auch uns, wenn wir nur auf die Widerstände und die Probleme sehen und unser Heil letztlich in unserem menschlichen Bemühen sehen. Das ist nicht der Glaube, zu dem uns die Schrift auffordert, das entspricht nicht dem, was Petrus sagt, wenn er schreibt: Deshalb umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und hofft völlig auf die Gnade, die euch gebracht wird in der Offenbarung Jesu Christi! (1.Petr 1,13).

Wir dürfen uns nicht den Helm des Heils rauben lassen, darum ist es entscheidend, dass wir in der biblischen Lehre festhalten, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann (vgl. Röm 8,39). Wie sollten Gläubige Bedrängnis, Widerstand und Verfolgung durchstehen, wenn die Erlösung den einen Haken hätte, dass wir sie morgen schon wieder verlieren könnten? Die Schrift sagt: Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben (Joh 3,36a). Hier wird nicht gesagt, er wird es bekommen, sofern er durchhält und standhaft bleibt, sondern dass er es bereits empfangen hat. Doch wenn dem so ist, dann ist es doch offensichtlich, dass der Gläubige dieses ewige Leben nicht mehr verlieren kann. Würde er es verlieren, hätte er doch niemals ewiges Leben empfangen, sondern nur begrenztes. Denn entweder ist es ewig oder es hat das Verfallsdatum des eigenen Versagens. Derselbe Vers sagt aber noch mehr, er sagt: Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm (Joh 3,36b). Das ist die Kehrseite, das ist das Kennzeichen des Unglaubens, er zeigt sich im Ungehorsam. Von daher gilt es nicht die Lehre der Heilsgewissheit infrage zu stellen, sondern sicher zu gehen, dass man wirklich gläubig ist (vgl. 2.Kor 13,5). Wie gesehen, es zeigt sich im Gehorsam, nicht in der Einstellung, der Gläubige hätte einen Freibrief zum Sündigen.  

Leider haben viele Gläubige ein Problem mit der Lehre der Heilsgewissheit. Dennoch ist sie biblisch, denn Jesus hat klar gesagt, dass IHM keines Seiner Schafe aus der Hand gerissen werden kann (vgl. Joh 10,28). Würde Christus nur eines Seiner Schafe verlieren, hätte ER Seinen Auftrag nicht erfüllt. Denn nicht ich, sondern ER sagte: Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag (Joh 6,39). Wer auch immer behauptet, wahre Kinder Gottes könnten das Heil wieder verlieren, der unterstellt, dass Jesus Seinen Auftrag nicht erfüllt und übersieht zudem Seinen hohepriesterlichen Dienst. Jesus hat nicht nur für Petrus Fürbitte getan, dass dessen Glaube nicht aufhöre (vgl. Lk 22,32). Nein, ER ist Fürsprecher aller Erlösten, so wie es Paulus sagt: Christus Jesus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet (Röm 8,34). Christus zu unterstellen, ER würde auch nur eines Seiner bluterkauften Kinder verlieren, ist eigentlich unerklärlich, warum es dennoch geschieht, hat unter anderem folgende Gründe:

1. Ein Grund, warum sich Christen mit der Lehre der Heilsgewissheit schwertun, ist, dass sie nicht die Gesamtlehre der Schrift betrachten, sondern nur ein paar Stellen beachten, die dieser Lehre zu widersprechen scheinen.

2. Genauso wie die Gnadenlehre, kann und wird auch die Lehre der Heilsgewissheit gerne missbraucht. Es ist wie Bischof J.C. Ryle sagt: Bis jetzt gab es noch nie eine biblische Lehre ohne Missbrauch und Fälschung. Gottes Erwählung, des Menschen Unfähigkeit, Rettung durch Gnade – alles wird gleichermaßen missbraucht. Fanatiker und Enthusiasten werden immer da sein, so lange die Erde steht. Aber trotz allem ist die Heilsgewissheit eine Realität und eine wahre Sache; und Kinder Gottes müssen sich nicht von der Wahrheit wegtreiben lassen, nur weil sie missbraucht wird.26) Es wäre also falsch sie zu leugnen, nur weil sie missbraucht wird, denn J.C Ryle hat Recht, es wird immer Menschen geben, die die Schrift verdrehen (vgl.2.Petr 3,16). Doch solche, die die Gnadenlehre oder die Lehre der Heilsgewissheit missbrauchen, sind keine wahren Kinder Gottes, sondern nur Scheinchristen, die sich sagen: „Wenn es so ist, können wir ja so leben wie die Welt!“ Kann so etwa ein echtes Kind Gottes sprechen? Kann jemand, der Jesus von ganzem Herzen liebt, wirklich Freude daran haben, seinen HERRN zu betrüben? Kann er seine Erfüllung und sein Glück in dem suchen, was seinen HERRN ans Kreuz gebracht hat? Keineswegs, vielmehr werden die Kinder Gottes an dem erkannt, was Jesus sagte: Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten (Joh 14,15). Wer hingegen Freude am Übertreten Seiner Gebote hat, sollte wahrlich keine Heilgewissheit haben.

3. Die größere Gefahr jedoch, die sich hinter der Ablehnung dieser Lehre verbirgt, ist eine besonders fromm verpackte Werkegerechtigkeit. Eine Werkegerechtigkeit, bei der den Gläubigen vermittelt wird, sie würden sich durch das Ausharren das Heil verdienen. Doch die Lehre der Schrift besagt, dass Christus der Anfänger und Vollender des Glaubens ist (Hebr 12,2). Und so vermittelt die Schrift den wahren Kindern Gottes die Zuversicht, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu (Phil 1,6).

Der Grund, warum dennoch Menschen vom Glauben abfallen, ist derselbe, wie es bei Judas der Fall war, sie waren nie wirklich sein. Johannes erklärt dies in seinem 1. Brief, indem er sagt: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind (1.Joh 2,19). Das ist der entscheidende Punkt: Wer wirklich wiedergeboren ist - wer mit dem Heiligen Geist versiegelt ist, der hat das Unterpfand auf das Erbe und der darf wissen, dass er das ewige Leben hat (vgl. 2.Kor 1,22; Eph 1,13: 4,30). Denn so schreibt es Johannes, wenn er sagt: Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, euch, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes (1.Joh 5,13).

Das bedeutet nicht, dass ein Christ leben kann wie er will, sondern es bedeutet, dass, sofern der Glaube echt ist, der Christ durch diesen Glauben die Welt überwinden wird. Sehen wir uns doch den genauen Wortlaut an, wie die Heilige Schrift den Glauben der Überwinder bezeichnet. Wir finden die Definition in 1.Johannes 5,4, wo geschrieben steht: Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Ausschlaggebend ist also die Wiedergeburt, entscheidend ist, dass ein Mensch, der geistlich Tod war, zum Leben erweckt wurde. Alles hängt also von der Beschneidung des Herzens ab, denn das ist ein weiteres Bild für die Wiedergeburt (vgl. Gal 6,15; Phil 3,3; Kol 2,11). Denn was geschieht denn, wenn ein Mensch von neuem geboren wird, und was ist das Kennzeichen des Neuen Bundes, über den Jesus sagte: „Dies ist der neue Bund in meinem Blut“ (Lk 22,20)? Wir finden die Antwort in Hebräer 10, wo in Vers 16 folgendes gesagt wird: Dies ist der Bund, den ich für sie errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr, ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihren Sinn schreiben". Das ist der Schlüssel, das ist der Grund, warum die Kinder Gottes der Heiligung nachjagen. Das ist auch der Grund, warum sie die Gnade Gottes nicht als Deckmantel für ein zügelloses Leben missbrauchen.

Beachten wir auch den genauen Wortlaut, was über den Glauben der aus Gott Geborenen gesagt wird: Und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube. Hier ist nicht von einem Glauben die Rede, der die Welt überwinden wird, sondern von einem Glauben, der die Welt überwunden hat. Das ist Vergangenheit, das ist eine abgeschlossene Sache, somit kann es sich nicht auf die Leistung des Gläubigen beziehen, sondern auf das Werk, das Christus am Kreuz vollbracht hat. Das allein kann uns getrost machen, das allein ist der Grund unserer Erlösung und zugleich die Garantie, dass wir am Ziel ankommen werden. Deshalb sprach Jesus: Seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Was könnte uns getrost machen, wenn alles an uns hinge, wenn alles an dem seidenen Faden unseres Wollens und Laufens hinge, anstatt an Gottes Erbarmen? (vgl. Röm 9,15-16; 2.Mo 33,19). Wie gesagt, Jesus hat eine vollständige Erlösung erworben. ER hat überwunden und in IHM werden auch wir überwinden. Allein das kann unser Trost und Halt in der Bedrängnis sein, nur darin kommt unser Herz zur Ruhe. Jesus sagte: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht (Joh 14,27; vgl. 16,33). Die Welt und allen voran die falschen Propheten versprechen Frieden, und es ist doch kein Friede. Jesus hat nicht den Weltfrieden versprochen, (nicht vor Seiner sichtbaren Wiederkehr, nicht ehe ER Sein Friedensreich aufrichten wird), sondern ER hat den Seinen den Frieden Gottes versprochen. Ein Friede, unabhängig äußerer Umstände, ein Friede mitten im Sturm des Lebens. Die Welt sehnt sich nach Frieden, doch wahrer Friede kann nur auf ein reines Gewissen gegründet sein und dazu gibt es nur einen Weg und der führt über das von Christus vollbrachte Erlösungswerk. Alle Alternativen dazu bewirken höchstens einen Scheinfrieden, denn sie können das Gewissen allenfalls betäuben, aber niemals den inneren Frieden geben, den Gott Seinen Kindern schenkt. Ein Friede, wie in Paulus beschrieben hat, als er sagte: Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus (Phil 4,7). Richard Greenham kommentiert: Die Gewissheit unserer Rettung, von der Paulus spricht, die Petrus wiederholt und von David erwähnt wird (Ps 4,8), ist jene besondere Frucht des Glaubens, die geistliche Freude und inneren Frieden bewirkt, der alles Verstehen übersteigt.27

Natürlich bedeutet es nicht, dass uns der geistliche Kampf erspart bleibt, natürlich gilt es auszuharren und den Lauf zu vollenden, doch das können wir nur mit der kompletten Waffenrüstung Gottes und diese beinhaltet eben auch den Helm des Heils. So wie es geschrieben steht: Wir aber, die dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, bekleidet mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und als Helm mit der Hoffnung des Heils (1.Thess 5,8; vgl. Eph 6,17). Gewiss gibt und gab es immer wieder Menschen, die die Welt wieder liebgewonnen haben (vgl. 2.Tim 4,10), doch wen dem so war oder ist, liegt es nicht daran, dass sie das Heil wieder verloren haben, sondern dass sie es nie wirklich empfangen haben. Ein Mensch, der durch die Wiedergeburt zu einem Kind Gottes wurde, kann Seine Gotteskindschaft nicht mehr verlieren. Es ist nicht so, heute ein Kind Gottes, morgen wieder ein Kind des Teufels. Das ist vielleicht das, was wir nach außen hin wahrnehmen. Doch Tatsache ist, dass der Glaube der wahren Kinder Gottes auf einer festen unerschütterlichen Grundlage beruht, und diese laute: Aber der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen (2.Tim 2,19). Es gibt Menschen die äußerst fromm erscheinen, jeder mag beindruckt sein von der scheinbaren Vollmacht ihres Dienstes, und doch wurden ihre Herzen nicht erneuert, doch waren sie nie wirklich sein. Überlegen wir uns, was Jesus all jenen bekennen wird, die sich Seiner Herrschaft zwar nie wirklich unterworfen haben, aber mächtig stolz all ihre großartigen Taten aufzählen? Was werden jene einst aus Seinem Munde hören, die sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?“ Jesus wird ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (Mt 7,22-23).

Wir müssen hier genau hinsehen, Jesus sagt nicht: „Ich kenne euch nicht mehr“, sondern: „Ich habe euch nie gekannt“. Hier sehen wir, sie waren nie wirklich sein, was für Judas galt, gilt auch für sie (vgl. Joh 13,18). Bedenken wir auch folgendes, unmittelbar vor diesem drastischen Beispiel, unmittelbar vor dieser Aussage, diese nie gekannt zu haben, hat Jesus vor Wölfen in Schafskleidern gewarnt und deutlich gemacht, dass es ihre Früchte sein werden, an denen man sie erkennen wird (vgl. Mt 7,19). Diese Menschen hielten ihre erstaunlichen Taten für die Frucht, doch Jesus entlarvte sie als Gesetzlose. Hier sehen wir, dass sie den HERRN nur mit ihren Lippen verehrt hatten, ihre Herzen hingegen haben sie nie für IHN geöffnet. Ihr vermeintlicher Dienst war nur eine fromme Show. Menschen konnten sie damit beeindrucken, nicht so den HERRN, denn ER sieht das Herz an (vgl. 1.Sam 16,7; Mt 15,8).

Vergessen wir nie, was für gute Schauspieler Menschen sein können. Denken wir an Judas, drei Jahre war er mit Jesus und den anderen Jüngern unterwegs gewesen. Als Jesus den Verrat ankündigte, schauten sich alle Jünger verwundert an, es war nicht so, als sei sofort allen klar gewesen, dass Judas der Verräter war. Nur Jesus wusste Bescheid, die Jünger hingegen hielten Judas für einen von ihnen (vgl. Joh 6,64; 13,10.11.18.21.22). Überlegen wir uns doch, was die Jünger nach außen hin wahrnehmen konnten? Für sie war Judas einer der dabei war, als Jesus sie zu Missionseinsätzen ausgesandt hatte. Gemeinsam hatte er mit ihnen Dämonen austrieben und Kranke geheilt. Er war dabei als Jesus den Sturm stillte, ebenso bei den Brotvermehrungen, als sie das Brot und die Fische aussteilten. Drei Jahre hatte er alles mitgemacht, genau wie sie hatte er alles hinter sich gelassen und war nie von der Seite des HERRN gewichen.  Alles schien dafür zu sprechen, dass er ein wahrhaftiger Jünger war. Doch dann offenbarte sich, was wirklich in seinem Herzen war. Dreißig Silberlinge waren ihm mehr Wert, als das Leben des HERRN.

Sicher ist Judas ein Extrembeispiel, doch er war nicht der Einzige, der nur eine Zeitlang unter den Gläubigen war. Wie dieser Abfall begründet wird, haben wir bereits gesehen, es wird nicht gesagt, diese haben leider das Heil wieder verloren, sondern: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind (1.Joh 2,19). Die Schrift lehrt an keiner Stelle, dass wahre Kinder Gottes vom Glauben abfallen können, sondern dass jene die abfallen nie wahre Kinder Gottes waren. Wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben, so die klare Lehre der Schrift. Das Merkmal wahrer Gotteskindschaft ist anhaltende Frucht, nicht nur kurzzeitige (vgl. Joh 15,8.16; Lk 8,13.15). Das bedeutet nicht, dass sie absolut fehlerfrei leben oder dass das Glaubensleben keine Höhen oder Tiefen hätte. Doch eines ist ausgeschlossen, und das ist, dass ein wahres Kind Gottes wieder vom Glauben abfällt. Nein, selbst nach schlimmsten Fehltritten werden sie wieder aufstehen (vgl. Spr 24,16). Denn wenn ihr Glaube echt ist, werden sie, genau wie Petrus, wieder zurückkehren (vgl. Lk 22,32). Der Gläubige kann zwar wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen und zeitweise darauf ausgerichtet sein, seine Erfüllung in den Dingen dieser Welt zu finden, doch er wird nie wieder an den Punkt kommen, wo er dabei wahre Freude und Erfüllung findet. Er wird nie wieder in den Dingen dieser Welt aufgehen. Vielmehr gilt, was Martyn Lloyd-Jones treffend festgehalten hat: Wegen seiner Beziehung zu Gott, kann der Gläubige, der zurückfällt, sich doch an nichts wirklich freuen. Er versucht es möglicherweise, aber er fühlt sich elend dabei und schaut sehr bald hinter die Fassade… Die Dinge der Welt haben ihren früheren Reiz verloren. Wir spüren, dass wir den Boden unter den Füßen verlieren, wenn unsere Beziehung zu Gott nicht stimmt. Wir können an das Ende der Welt reisen, in dem Bemühen, ohne Gott Erfüllung zu finden, und müssen doch nur entdecken, dass es sie nicht gibt.28

Damit dieser Punkt nicht falsch verstanden wird, natürlich gilt es den Kampf des Glaubens zu kämpfen, natürlich es gilt auszuharren, doch wenn der Glaube echt ist, dann beinhaltet er auch das Ausharren bis ans Ende. Ohne dieses Ausharren und ohne Heiligung, wird niemand Gott schauen. Aber die Ursache dürfen wir nicht in uns suchen, sondern allein in Christus. Keine Frage, wir haben eine Eigenverantwortung, doch wir sind nicht auf uns allein gestellt, vielmehr dürfen wir wissen, was Johannes sagt: Der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist (1.Joh 4,4). Es ist der HERR, es ist der Geist Gottes, der in Seinen Kindern das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen bewirkt (vgl. Phil 2,13). Wir dürfen weder den Grund unserer Errettung, noch die Sicherheit unseres Heils in dem sehen, was wir tun, sondern in dem, was Gott in Christus getan hat, denn geschrieben steht: Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden -; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen (Eph 2,4-10).

Wenn ein Mensch wiedergeboren ist, dann aufgrund dessen, weil er mit Christus lebendig gemacht wurde. Doch dies ist keine Sache des eigenen Verdienstes, sondern einzig und allein dem überschwänglichen Reichtum von Gottes Güte zu verdanken. Es ist das Werk Gottes, es ist Gottes Gabe, wenn ein Mensch zu einer neuen Schöpfung wird. Die guten Werke sind das Ergebnis der Rettung, nicht umgekehrt. Sie sind Frucht und Auswirkung der Erlösung, niemals die Ursache. Aus diesem Grund sprach Jesus: Entweder macht den Baum gut, dann ist seine Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist seine Frucht faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt (Mt 12,33). Von Natur aus ist jeder Mensch ein fauler Baum, von Natur aus kann kein Mensch wahre Frucht zur Ehre Gottes bringen. Aus diesem Grund lesen wir in Römer 8,8: Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Die Ursache für wahre geistliche Frucht, kann also nur in geistlichem Leben gesehen werden. Und so wie es eine Ursache gibt, so gibt es auch ein Ziel, und das beseht in der Verherrlichung Gottes. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt (Joh 15,8). Aber Voraussetzung dafür ist, wie gesagt, dass geistliches Leben vorhanden ist, was unweigerlich zu der Frage führt, woher dieses geistliche Leben kommt? Jesus gibt uns die Antwort: Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts (Joh 6,36).

Geistliche Frucht ist nicht das Mittel zur Rettung, sondern der sichtbare Beweis, des lebenigen Glaubens der Kinder Gottes. Doch wer sind die Kinder Gottes? Wir sagen, alle die Jesus aufgenommen haben, und das ist richtig, denn so lesen wir es in Kapitel 1 des Johannes Evangeliums, in Vers 12, doch beachten wir, was Vers 13 sagt: die nicht aus dem Blut noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind (Joh 1,13). Das ist der Grund, warum Menschen Jesus als ihren Erlöser annehmen, das ist der Grund, warum sie entgegen der allgemeinen Haltung, in Christus diesen kostbaren Stein sehen, während andere IHN verwerfen und sich an IHM stoßen. Doch was die Ursache dafür ist, dass sie Christus angenommen haben, ist auch der Grund dafür, dass sie nicht vom Glauben abfallen werden. Warum wahre Kinder Gottes einen Überwinderglauben haben, der bis zum Ende standhalten wird, ist in dem zu sehen, was Paulus geschrieben hat: Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus.

Und gerade weil dieses Werk darin besteht, uns mehr und mehr in Sein Bild zu verwandeln (vgl. 2.Kor 3,18), wird es uns ergehen, wie einst den Jüngern. Sie hatten sich genau an das gehalten, was der HERR ihnen geboten hatte; auf Sein Geheiß hin, waren sie in ein Schiff gestiegen, um ans andere Ufer zu gelangen. Doch mitten auf dem See gerieten sie in ein einen heftigen Sturm. Matthäus berichtet: Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen (Mt 14,24). Ebenso wird uns, je mehr man Christus in uns sieht, je mehr wir in Sein Bild verwandelt werden, der Wind des Zeitgeistes entgegenstehen. Wir werden Anfeindung und Ausgrenzung erleben, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande der Druck zunehmen wird. Aber was kann uns dann Halt geben, wie können wir dem standhalten?

Ich habe es Eingangs schon gesagt, niemand wünscht sich Ausgrenzung, es liegt in unserer Natur, dass wir akzeptiert werden wollen, doch es liegt ebenso in der Natur, dass Licht und Finsternis nichts gemein haben. Je mehr sich der Kampf zwischen Licht und Finsternis zuspitzt, je klarer wir uns positionieren und je deutlicher es zu sehen ist, dass wir zum HERRN gehören, je mehr Anfeindung werden wir ausgesetzt sein. In Markus 8,38 sagt Jesus: Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Die Frage ist doch, warum sollte man sich wegen Jesus schämen, warum sollten einem Seine Worte peinlich sein? Jesus gibt uns die Antwort, weil wir umgeben sind von ehebrecherischen und sündigen Menschen. Menschen, die die Finsternis mehr lieben als das Licht.

Dass dies der Wahrheit entspricht, sehen wir in der Reaktion auf Jesus. Warum gelten denn jene, die satanische Symbole auf ihren T-Shirts haben als cool, und jene, die in der Öffentlichkeit mit einer Bibel gesehen werden als Sonderlinge?  Warum hat man in dieser Welt diese Sichtweise? Warum werden jene, die die Nächte durchfeiern und sich sinnlos betrinken, als Helden gesehen (vgl. Jes 5,22)? Und diejenigen die Sonntagsmorgen in den Gottesdienst gehen, belächelt? Ja, man erntet mitleidige Blicke, wenn man seinen Glauben an Jesus bezeugt, so als sei man nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Doch genau das bedeutet es die Schmach Christi zu tragen. Es gilt diese Schmach zur tragen, wenn wir in der Öffentlichkeit vor dem Essen beten, denn auch das halten Menschen für sonderbar. Wer sich mit fernöstlichen Religionen befasst, kann sich der Anerkennung seines Umfeldes sicher sein, wer sich hingegen klar zu Jesus Christus bekennt, muss mit Ablehnung und Spott rechnen.

Daher noch einmal die entscheidende Frage: Was kann uns aufrechterhalten, was dafür sorgen, dass wir uns nicht entmutigen lassen, wenn alles gegen uns steht? Der Apostel Paulus, der so viel Bedrängnis durchleben musste wie kaum ein zweiter, gibt uns die Antwort, indem er schreibt: Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei und nicht aus uns (2.Kor 4,7). Rein menschlich gesehen, ist es unmöglich ein Überwinderleben zu führen, wir können davon reden, wenn alles glatt läuft, doch wenn wir mitten im Sturm sind, dann wird es weder unser Selbstvertrauen, noch unsere eigene Stärke sein, die uns über Wasser halten kann, sondern allein die Kraft Gottes. Und lassen wir uns auch dies gesagt sein: Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig (2.Kor 12,9). Je geringer ein Mensch von sich selbst denkt, desto größer denkt er von Christus, und desto mehr wird er danach verlangen, in Christi Ebenbild verwandelt zu werden. Je geringer er seine eigenen früheren Werke einschätzt, desto leidenschaftlicher wird er seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck bringen, dass er aus Gottes Gnade durch die Gerechtigkeit Christi errettet ist. Diese Dankbarkeit zeigt sich dann in dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist. 29

Darum gilt es, unsere Hoffnung ganz auf die Gnade zu setzen (vgl. 1.Petr 1,13). Blicken wir also nicht auf uns, blicken wir auf IHN. Es ist wie Paulus voller Zuversicht schreibt: Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu (Phil 1,6). Unser Glaube, unser Ausharren, alles ist Sein Werk, es ist kein Verdienst, wir haben alles aus Gnade empfangen. Überreiche, unermessliche Gnade, die all unseren Verstand und unsere Vorstellungskraft übersteigt. Aus diesem Grund werden einst alle Überwinder ihre Siegeskränze vor dem Thron Gottes niederliegen (vgl. Offb 4,4-10). Die Ehre gebührt dem HERRN allein.

Amen

 

 

Quellangaben
26. J.C. Ryle – Heilsgewissheit, S.11
27. Richard Greenham - Ebd., S.53
28. Martyn Lloyd-Jones -  Schritt für Schritt, S.132
29. Charles Spurgeon http://herold-blog.com/2015/09/18/c-h-spurgeon-die-kraft-seiner-auferstehung/

 


 

 

Dies war ein Auszug aus dem E-Book "Ein unfassbarer Fall von Diskriminierung"

 

  149 Seiten, A5, PDF

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben