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Zeiten außer Rand und Band

18.09.2016

Wir geraten in eine Lage, in die Deutschland vor nicht allzu langer Zeit geriet. Wenn ich mit einem Deutschen spreche, der zu unserer Gemeinde stößt, ist es meistens so, dass er in einer Stadt auf dem Land wohnte. Der fromme Deutsche im ländlichen Bereich besucht noch immer Gottesdienste, aber in den großen Städten herrscht praktisch der Atheismus vor.

Warum ist dies so? Die Prediger sind schuld daran. Sie predigten so, dass die Leute ihren Glauben an die Schrift verloren haben; sie lehrten sie zu zweifeln. Der bösartigste Diener Satans, den ich kenne, ist der Diener des Evangeliums, der nicht nur in seiner Seele an der Wahrheit zweifelt sondern durch seine Kritik, Anspielungen und leeren Worten Zweifel in anderen sät. Einige Prediger glauben nichts, außer dass man nichts glauben kann. Das Gewissen eines solchen Mannes ist abgestumpft. Eine Reihe von modernen Predigern hat gar nicht mehr die Fähigkeit zu glauben; sie haben mit Worten gespielt, bis sie nicht mehr wahr sein konnten.

Gegen dieses Übel habe ich mit meiner ganzen Seele protestiert. Die Leute sagen: „Warum hast du dich nicht vor 25 Jahren dagegen ausgesprochen?“ Ich antworte: „Dieses Übel war in jener Zeit kaum vorhanden.“ Die Dinge sind heute anders als in der Zeit, als ich meinen Dienst begann. Es ist dazu gekommen, dass die Giftpilze des Irrtums wucherten. Damals hörte ich nichts vom Universalismus oder von Errettung nach dem Tode oder von Läuterung in der anderen Welt. Bis vor kurzem habe ich von keinem Prediger gehört, der über das Blut Jesu spottete. Ich will allerdings die traurigen Fakten, die mir kürzlich zu Ohren gekommen sind und die mir in der Seele weh tun, nicht wiederholen.

Die Zeiten sind außer Rand und Band. Die Welt mag sorglos sein, denn die Gemeinde ist vielerorts voller Unglauben. Ich hoffe, dass der gegenwärtige Wirbelsturm des Übels bald vorbei sein wird; aber jeder, der wachen Sinnes ist, wird sorgenvoll zugeben müssen, dass das gute Schiff der Gemeinde derzeit von unterschiedlichen Winden hin- und hergetrieben wird und den Herrn braucht, der kommt und zu den Winden spricht: „Seid still!“


Spurgeon sprach von 1872 - 1890 jährlich an den Konferenzen am Pastor's College. Seine Reden wurden später in dem Buch An All Around Ministry zusammengefasst. Obiges Zitat stammt aus Kapitel 10: "The Evils of the Present Time, and Our Object, Necessities, and Encouragements."

 


Ursprüngliche Quelle und Dank: distomos.blogspot.com, mehr dazu unter dem Vorwort

 

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