und

Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht

06.08.2016

Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!
(Johannes 4,48)

Die Gier nach Wundern in den Tagen unseres Herrn war ein Symptom des kranken menschlichen Denkens. Die Menschen lehnten feste Speise ab und sehnten sich nach nichts mehr als Wundern. Das Evangelium, das sie so sehr nötig hatten, wollten sie nicht; die Wunder, die Jesus ihnen nicht immer geben wollte, forderten sie verbissen ein. Viele Menschen heutzutage müssen Wunder und Zeichen sehen, sonst glauben sie nicht.

Einige sagen sich in ihrem Inneren: „Ich muss tief in meiner Seele erschüttert werden, oder ich werde nie an Jesus glauben.“ Aber was, wenn du dies niemals verspüren wirst – was wahrscheinlich auf dich zutreffen wird? Wirst du deines Trotzes wegen Gott gegenüber, weil er dich wie alle anderen behandelt, in die Hölle gehen? Einer sagte sich selbst: „Wenn ich einen Traum hätte, oder wenn ich plötzlich von irgendetwas innerlich erschüttert werden würde, dann würde ich glauben.“ Träumt ihr unwürdigen Sterblichen etwa, dass mein HERR sich von euch befehlen lässt? Ihr seid Bettler an seiner Pforte und bittet um Gnade, und ihr wollt Regeln und Vorschriften aufstellen, wie er euch Gnade schenken soll. Denkt ihr, der HERR wird sich diesem beugen?

Mein Meister hat einen großzügigen Geist, aber er hat auch ein wahrhaft königliches Herz. Er weist allen Zwang von sich und bleibt in seinem Handeln souverän. Warum, lieber Leser, sollte dies bei dir der Fall sein, warum bist du so begierig auf Zeichen und Wunder? Ist nicht das Evangelium für sich selbst genommen ein Zeichen und Wunder? Ist dies nicht das Wunder der Wunder, dass „Gott die Welt so sehr liebte, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen“? Gewiss sind diese kostbaren Worte „Wer da will, komme zu mir und nehme das Wasser des Lebens umsonst“ und die grandiose Verheißung „Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen“ besser als Zeichen und Wunder! Ein wahrhaftiger Erlöser verdient es, dass man an ihn glaube. Er ist die Wahrheit selbst. Warum willst die Glaubwürdigkeit des Einen, der nicht lügen kann, in Frage stellen? Selbst die Dämonen verkündeten, dass er der Sohn Gottes ist. Werdet ihr ihm misstrauen?

 


Lord’s Day Meditation: “Except Ye See Signs and Wonders, Ye Will Not Believe” by C. H. Spurgeon (Morning and Evening, September 2nd, Evening).

 

 

Ursprüngliche Quelle und Dank:distomos.blogspot.commehr dazu unter dem Vorwort

 

Nach oben