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Vorwort zu Fluch oder Segen

Als ich damit begonnen habe, mich mit dem Buch Jeremia zu befassen, hätte ich nicht gedacht, dass so viele Beiträge zusammenkommen, dass das Material am Ende sogar den Umfang eines Buches erreichen würde. Doch obwohl dem so ist, möchte ich schon vorab sagen, dass es sich bei den Wortbetrachtungen nur um einen flüchtigen Einblick in das Prophetenbuch handelt. Es sind keine detaillierten Auslegungen, in denen alle Aspekte bis in kleinste Detail ergründet werden, sondern lediglich gewisse Teilaspekte, die nach meinem Eindruck, sehr deutlich in unsere Zeit sprechen. Mir persönlich ging es beim Lesen des Prophetenbuches wie einst dem Psalmisten, der schrieb: Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht (Ps 119,162).

Der Reichtum der uns in Gottes Wort offenbart wird, ist so groß und unerschöpflich, dass man ein Leben lang in Seinem Wort forschen kann und dennoch immer wieder etwas Neues entdecken wird. Allein was das Buch Jeremia anbelangt könnte man ohne Weiteres ein ganzes Jahr aus dem Reichtum dieses Prophetenbuches schöpfen und wäre immer noch nicht am Ende. Wenn das für dieses eine Prophetenbuch gilt, wie viel mehr für den unerschöpflichen Reichtum der gesamten Schrift?

Was ich letztlich damit sagen will ist, dass ich teilweise nur an der Oberfläche gekratzt habe und längst nicht alle Tiefen der göttlichen Weisheit ergründet habe, doch wie sollte ich auch, Seine Weisheit ist schließlich unergründlich. Sehr treffend sagte bereits David: Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand (Ps 139,17-18). Doch wie lautet sein Resümee, zu welchem Schluss kommt David? Sagt er sich etwa, vergessen wir das Ganze, wozu sich mit einem Gott befassen, der so groß und gewaltig ist, dass wir Ihn ohnehin nicht erfassen können? Nein, er kommt zu einem ganz anderen Schluss, sein Fazit lautet: Am Ende bin ich noch immer bei dir.

David war überwältigt von Gottes Weisheit, von Seiner Allwissenheit und davon, dass dieser Gott allgegenwärtig ist, und nicht zuletzt, dass bei ihm das Heil und die Rettung ist. Doch bei all seinem Staunen und all seiner Bewunderung, war das Entscheidende, dass er sagen konnte: Am Ende bin ich noch immer bei dir.

Hier steckt mehr Wahrheit drin, als auf den ersten Blick ersichtlich, David war am Ende all seiner Überlegungen bei Gott, doch die Worte „noch immer“ machen deutlich, dass Gott auch der Ausgangspunkt seiner Überlegungen war. Genau darauf kommt es an, dass wir am Ende bei Ihm sind. ER ist Anfang und Ende, Alpha und Omega (Offb 21,6: 22,13). ER steht über allem und IHM allein gebührt die Ehre. IHM steht der erste Platz zu, in unseren Gemeinden und in unseren Herzen.

Mein Gebet ist, dass dieses Buch einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass diese Wahrheit in unseren Herzen wieder ganz neu groß gemacht wird. Letztlich besteht das Ziel des Buches darin, zum Nachdenken und zum Umdenken anzuregen, ohne dass sich der Autor damit über andere überheben will, oder den Anspruch erhebt, vollkommen zu sein. Im Gegenteil, genau dieselben Fehler auf die ich in diesem Buch eingehen werde, habe ich bereits selbst gemacht. Ich bin gewiss nicht besser als andere, sondern gebe nur weiter, was mich selbst angesprochen hat, daher gilt alles was kritisch anspreche, zuallererst mir selbst. Ich veröffentliche dieses Material nur, damit auch andere daran Anteil haben können. 

 

 

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