und

3. Warnung vor der Augenlust

03.09.2016

Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (Mk 9,47-48).

Unser Auge ist eng mit unserer Gedankenwelt verbunden. Es ist eine wechselseitige Beziehung; denn unser Blick ist auf das gerichtet, was uns interessiert, und im Umkehrschluss können bestimmte Bilder unser Interesse wecken oder Texte unser Denken beeinflussen. Dies gilt sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Im Ausgangstext dieses dritten Teils dieser Beitragsreihe geht es zweifelsfrei um den negativen Sinn. Im letzten Teil habe ich veranschaulicht, wie wir die Worte des Herrn Jesus praktisch anwenden sollen. Ich habe dazu als Beispiel das Thema „Unzucht“ gewählt, doch wer hier keine Anfechtungen oder keinen Schwachpunkt hat, der wird mit Sicherheit andere Bereiche haben, wo Satan eine Schwäche ausgemacht hat. Sollte ein Christ tatsächlich nie mit Versuchung zu tun haben, wäre dies doch sehr verwunderlich, sagt doch die Schrift über Christus, der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde (Hebr 4,15).

Die Worte „in gleicher Weise wie wir“, machen deutlich, dass jeder Christ Versuchungen ausgesetzt ist, ansonsten wäre, das Gebet, das Jesus Seine Jünger lehrte, bezüglich der Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen (Mt 6,13), zumindest für einige Überchristen hinfällig. Doch warnt uns nicht die Schrift, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle (1.Kor 10,12)? Beachten wir auch die Worte von Jakobus, er richtet seinen Brief an Gläubige und kommt darin zu der Feststellung: Denn wir alle straucheln oft (Jak 3,2).
Gerade bei Texten, die uns so vertraut sind, wie die Passage, um die es in dieser Predigtreihe geht, neigen wir gerne dazu, uns entspannt zurückzulehnen und gedanklich abzuschalten. Wir reden uns ein, über diesen Punkt hinweg zu sein und meinen, das kennen wir schon, das ist ein alter Hut. Man hat schon viele Predigten darüber gehört und wähnt sich, mit diesem Thema bereits durch zu sein; doch wie eben zitiert: Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle.
Gerade wenn wir uns in einem solchen Zustand befinden, sind wir am meisten gefährdet, denn niemand kommt leichter zu Fall, als der, der gegen mahnende Bibelworte abgestumpft ist und sich einredet, über den Dingen zu stehen. Lassen wir uns von dem warnen, der unser Herz besser kennt, als wir selbst. ER warnt nicht umsonst, dass wir wachsam sein müssen, ER sagt nicht umsonst, dass wir uns vor der Sünde in jeglicher Form in Acht nehmen müssen.

Wenn wir uns nun mit der Frage befassen, wo die Sünde ihren Ursprung hat, dann finden wir ihn bei  der Lust der Augen. Denn wie nahm es seinen Anfang damals im Paradies? Was geschah bevor Eva ihre Hand zur Frucht der Erkenntnis ausgestreckt hat?
1. Mose 3,6 sagt, dass Eva sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war. Es war Satan, der ihre Aufmerksamkeit darauf lenkte, und sie schenkte ihm Gehör, indem sie ihren Blick darauf richtete. Sie sah darin eine Lust für ihre Augen und fand die verbotene Frucht begehrenswert. Letztlich entspricht diese begehrliche Lust der Augen exakt dem, wovon unsere Welt gekennzeichnet ist. Aus diesem Grund warnt uns die Schrift: Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit (1.Joh 2,15-16).

Unsere Welt ist gekennzeichnet von der Lust des Fleisches und der Lust der Augen. Die Menschen führen ein selbstsüchtiges, stolzes Leben und halten sich selbst für das Maß aller Dinge.
Sie glauben, Teil einer hochentwickelten Kultur zu sein und über Gott zu stehen. Sie wollen nicht wahr haben, dass Gott ihr Schöpfer ist, dass Sein Wort Autorität hat und dass sie eines Tages Rechenschaft vor IHM ablegen müssen. Sie halten nichts von Seinem Gesetz, sondern machen ihr persönliches Empfinden, ihre Lust und Leidenschaft, ihre persönliche Selbstverwirklichung zu ihrem Gesetz und Lebensziel. All ihr Denken und Streben ist nur darauf ausgerichtet, ein bequemes, schönes Leben zu leben, indem sich alles nur um sie selbst dreht, für Gott ist in ihrem Leben kein Platz. Mitten in dieser abgefallenen Welt lebt der Christ. Er ist nicht dazu aufgefordert, sich hinter Klostermauern zu verstecken und er wird auch nicht direkt nach seiner Wiedergeburt in den Himmel entrückt. Schließlich betete Jesus nicht zum Vater: „Ich bitte dich, dass du sie aus der Welt nimmst“, sondern sprach: „Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Joh 17,15).

Christen müssen mitten in dieser Welt bestehen, sie sind aufgefordert, ihre Kleider nicht zu beflecken (Offb 3,4) und darum sind sie weder zur Schläfrigkeit, noch zur Nachlässigkeit aufgerufen, vielmehr lautet der Appell des HERRN: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt! Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach“ (Mk 14,38).
Gerade bei unserem Ausgangsvers finden wir einen Punkt, bei dem wir oft unachtsam und inkonsequent sind; denn in der Regel erscheint die Sünde zunächst ganz harmlos. In der Welt gibt es solch lapidare Sprüche wie „die Gedanken sind frei“ oder „Anschauen ist erlaubt“, doch für Christen gilt ein anderer Maßstab, sie sind dazu aufgefordert, sich an die Worte ihres HERRN zu halten und die besagen: „Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,28).

Ehebruch beginnt schon mit einem begehrlichen Blick, hier ist das Einfallstor und hier müssen wir ansetzen, wenn wir der Anforderung: „Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg!“, nachkommen wollen. Ich sagte bereits, dass wir in einer gefallenen Welt leben, wir sind umgeben von leichtbekleideten, aufreizenden Frauen, und wir werden auch durch die Medien mit entsprechenden Bildern überhäuft. Mancher Film scheint ganz harmlos zu sein, doch plötzlich sieht man eine splitternackte Frau auf dem Bildschirm. In diesem Fall bedeutet, das Auge von sich zu werfen, ganz einfach den Fernseher auszuschalten. Am besten man informiert sich vorher über den Inhalt des Films, dies insbesondere wenn man Probleme auf diesem Gebiet hat. - Nebenbei bemerkt gibt es ohnehin nur wenige Filme, die wirklich lohnenswert sind und zudem ist es auch fraglich, ob man wirklich die Zeit auskauft, wenn man sich übermäßig oft durchs Fernsehen berieseln lässt. - Doch um beim eigentlichen Thema zu bleiben, egal ob es der Fernseher oder der Computer ist, ober ob uns zwielichtige Bilder in sonstiger Form begegnen, wir müssen uns entschieden und radikal davon abwenden, indem wir alles konsequent meiden, das uns in dieser Richtung gefährden kann, einschließlich falschem Umgang.

Von Hiob ist uns folgendes Zitat überliefert: „Ich hatte einen Bund geschlossen mit meinen Augen, daß ich ja nicht [begehrlich] auf eine Jungfrau blickte“ (Hi 31,1). Wir täten gut daran es ihm gleichzutun; auch wir sollten einen Bund mit unseren Augen schließen, indem wir den festen Vorsatz treffen, sie nicht der Sünde zur Verfügung zu stellen (vgl. Röm 6,13). Beachtenswert bei diesem Punkt ist auch, was Jesus in Lukas 11 gelehrt hat, als ER sprach: „Die Leuchte des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Sieh nun zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist“ (Lk 11,34-35).
Dieser Vers macht deutlich, was ich bereits eingangs geschrieben habe, unsere Gedankenwelt und unsere Augen sind eng miteinander verbunden. Was in unserem Herzen ist und wovon unser Denken beeinflusst ist, zeigt sich darin, worauf unser Blick fokussiert ist. Und wiederrum wird das, worauf unser Blick gerichtet ist, unser Denken und letztlich unser Handeln beeinflussen. Ein Sprichwort besagt: Säe einen Gedanken, ernte eine Tat; säe eine Tat, ernte eine Gewohnheit; säe eine Gewohnheit, ernte einen Charakter; säe einen Charakter, ernte ein Schicksal.!“ 1

Diese Feststellung entspricht sehr gut der biblischen Lehre unseres Ausgangstextes und erinnert zugleich an die Worte von Jakobus, der folgenden Text verfasst hat: Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod (Jak 1,13-15).
Wohlbemerkt, Jakobus richtete seinen Brief nicht an weltliche Menschen, die nicht nach Gott fragten, sondern an seine Glaubensbrüder. Er nennt die Empfänger seines Briefes „meine lieben Brüder“ (Jak 1,2). Beachten wir weiter, dass er die Entstehung einer sündigen Handlung mit einer Geburt vergleicht. Eine Frau kann nicht verhindern, von verschiedenen Verehrern umworben zu werden, doch sie kann sehr wohl verhindern, von jedem ihrer Verehrer ein Kind zu empfangen. Doch wenn sie Gefallen daran findet und bei jedem nachgibt, kann es sehr wohl passieren. Übertragend auf unser Verhalten in Bezug auf die Sünde, gilt das Motto: „Wehret den Anfängen!“.

Das Auge wegzuwerfen bedeutet konsequent alles zu meiden, das uns zur Sünde verleiten kann. Unerlässlich dafür ist, dass wir in enger Gemeinschaft mit dem Herrn leben; dass wir unser Gebetsleben nicht vernachlässigen oder verkümmern lassen und dass wir uns viel Zeit für das Wort Gottes nehmen, damit unsere Sinne dafür sensibilisiert werden, was Gottes Wille ist. Wir müssen unser Leben immer wieder im Licht der Heiligen Schrift prüfen und dürfen die Stimme unseres Gewissens nicht ignorieren. Ansonsten stumpft unser Gewissen ab und wir betrüben den Heiligen Geist. William Macdonald, schrieb in seinem Kommentar zu diesem Bibelabschnitt: Diejenigen, die den Pfad echter Jüngerschaft gehen wollen, müssen dauernd mit natürlichen Wünschen und Verlangen kämpfen. Wenn man sie zu sehr hegt, bringt das Verderben. Wenn man über sie die Kontrolle gewinnt, ist geistlicher Sieg sicher. 2 Wir müssen es also lernen, unsere Gedanken zu kontrollieren, falsche Gedanken dürfen in unserem Herzen keinen Raum finden. Auch unser Blick sollte nicht achtlos umherschweifen, stattdessen müssen wir uns immer bewusst machen, was sehe ich mir gerade an und wovon werden meine Gedanken beherrscht? Sinne ich über das nach, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert und wohllautend ist (Phil 4,8), oder sind es schmutzige oder böse Gedanken, die mich vereinnahmen wollen?

Ein kleines Beispiel dazu: Wir haben gerade Sommer, angenommen ich sitze auf meiner Terrasse und bemerke wie sich eine Stechmücke auf meinen Arm setzt. Werde ich wohl erst abwarten, wie lange es dauert, bis ich gestochen werde? Sicher nicht, sobald ich dieses Biest zu Gesicht bekomme, schlage ich zu. Ich will sie aber nicht nur vertreiben, nein, ich versuche sie so zu treffen, dass sie es kein zweites Mal versucht. Genauso müssen wir uns gegenüber sündhaften Gedanken verhalten, daher müssen wir auch alles meiden, was unsere Fantasie in dieser Richtung anregen kann.
Auch wenn es in diesem Beitrag weitgehend um die Sünde der Unzucht geht, gilt dies auch für alle anderen Bereiche. Wer klatschsüchtig ist, muss den Umgang mit erzählfreudigen Personen meiden und sollte sich auch von entsprechenden Zeitschriften, Radio- oder Fernsehsendern fernhalten. Wer Probleme hat, mit dem Geld umzugehen, darf sich nicht ständig Werbung ansehen, wo gerade das angepriesen wird, dem er nicht widerstehen kann. Man könnte diese Liste beliebig fortführen, doch wichtig ist, dass wir das Prinzip verinnerlichen. Es geht darum, die Sünde schon im Keim zu ersticken, und das geschieht, indem sie bei uns erst gar keinen Zugang findet, weder durch das, was wir sehen, noch durch das, was wir hören, noch durch unsere Gedanken. Denn hier ist das Einfallstor, wenn wir hier nicht radikal und konsequent sind, geschieht das, wovor Jakobus gewarnt hat: Wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Und hier könnte ich sagen schließt sich der Kreis und an Teil 2 der Beitragsreihe erinnern. Wenn wir das Auge nicht ausreißen, sondern unachtsam sind und mit dem Feuer spielen wollen, wenn wir in der Sünde eine Lust für die Augen sehen und sie für uns begehrenswert wird, dann werden wir diesen Gedanken solange in uns bewegen, bis es zur sündhaften Handlung kommt. Wenn wir auch an diesem Punkt achtlos sind und nicht spätestens hier die Hand abhacken, wird aus der einmaligen Sünde eine Gewohnheitssünde, wofür der Fuß steht, weil er symbolisch für unseren Lebensweg steht. Selbst hier, und das ist das Gute am Evangelium, gibt es noch die Möglichkeit zur Umkehr. Dies geschieht durch radikale Buße, doch dies kann nur geschehen, wenn der Fuß abgehauen wird. Das setzt nicht weniger voraus, als einen kompletten Bruch mit der Sünde.
In unseren Tagen wird gerne die Gnade Gottes betont, und zweifelsfrei, wir können froh und dankbar sein, dass ER so gnädig ist. Aus diesem Grund möchte ich jeden der gefallen ist, nicht auffordern, er solle am Boden liegen bleiben oder gar aufgeben - solche Wort kommen gewiss nicht vom HERRN. Das sind Worte Satans, der uns erst zur Sünde verleiten will, um uns danach einzuflüstern, es hätte ohnehin alles keinen Wert. Sollte sich jemand in solch einer verzweifelten Situation befinden, darf er der alten Schlange folgende Worte entgegenhalten: „Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Denn wenn ich auch gefallen bin, so stehe ich doch wieder auf; wenn ich auch in der Finsternis sitze, so ist doch der Herr mein Licht“ (Mi 7,8).

Der HERR würde uns nie dazu auffordern, aufzugeben, vielmehr will ER, dass wir wieder aufstehen und sichert uns durch Sein Wort zu: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit“ (1.Joh 1,9). Egal wie weit jemand abgedriftet ist, egal wie tief jemand gesunken ist, die Schuld und das Versagen kann niemals größer sein, als das Sühneopfer, das der HERR Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat, doch eines müssen wir eben auch bedenken: Als Jesus der Ehebrecherin vergeben hat, sprach ER sehr wohl: „So verdamme ich dich auch nicht“, doch was dabei gerne übersehen wird, ist der Nachsatz: „Geh hin und sündige hinfort nicht mehr“ (Joh 8,11).

Die Tatsache, dass ER bereit ist, uns unsere Verfehlungen zu vergeben, darf nicht als Freibrief für ein zügelloses Leben verstanden werden. Es ist wahr, Christen sind allein aus Gnade gerettet, doch ebenso wahr ist auch, was uns in 1.Johannes 3,3 gesagt wird: Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch er rein ist. Wir werden in diesem Leben nie den Zustand der Vollkommenheit erreichen, doch wenn wir uns nicht radikal von der Sünde abwenden, und der Heiligung nachjagen, werden wir nicht ins Reich Gottes eingehen. Denn ohne Heiligung, wird niemand den Herrn sehen (vgl. Hebr 12,14).
Dass das Himmelreich dennoch kein unerreichbarer Ort ist, sehen wir daran, dass uns bereits eine unzählige Schar treuer Zeugen vorausgegangen ist, daher wird uns im selben Kapitel des Hebräerbriefs gesagt: „Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hebr 12, 1-4).

Bei all dem bestehen jedoch unser größter Trost und unsere größte Zuversicht darin, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen, der HERR hat versprochen, bei uns zu sein, alle Tage bis ans Ende dieser Welt. Somit stehen wir nicht allein in diesem Kampf, wir müssen diesen Lauf nicht alleine bestreiten, sondern haben einen Hohenpriester, über den uns im selben Brief gesagt wird: Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde (Hebr 4,15).
Es ist kein hoffnungsloses Unterfangen, Jesus nachzufolgen, ER ist der gute Hirte, der Seine Schafe ans Ziel bringt. Wenn jemand unser vollstes Vertrauen verdient hat, dann ist es ER, der Sohn Gottes. Doch ER hat nicht nur unser vollstes Vertrauen, sondern auch unsere Loyalität, unsere vorbehaltlose Hingabe und unseren bedingungslosen Gehorsam verdient. So wollen wir um seinetwillen und um unserer eigenen Seele willen, Seine Worte zu Herzen nehmen und keine Kompromisse oder Zugeständnisse gegenüber der Sünde machen. Kein geteiltes Herz, sondern ein ungeteiltes, so dass wir des Evangeliums würdig wandeln und der Name des HERRN geehrt wird. Denn dies ist unsere Berufung, darum hat ER sich selbst für uns geben, damit ER uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken (Tit 2,14). Wir sind nicht Gottes Kinder, um weiter in den Sünden dieser Welt verstrickt zu sein, sondern um ein Leben zu Seiner Ehre zu führen.

Möge der HERR uns dies immer wieder neu ins Gedächtnis rufen, so dass wir geschärfte Sinne haben und nicht abstumpfen, sondern wachsam sind. Möge ER uns das Wollen und das Vollbringen schenken zu Seinem Wohlgefallen und wenn wir dennoch wieder zu Fall kommen sollten, dann bleiben wir nicht am Boden liegen, sondern stehen wieder auf und setzen unseren Weg fort: Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf (Spr 24,16).
Abschießend sei noch gesagt: Ja, es ist wahr, das ewige Leben ist umsonst, doch wahr ist auch, dass die Nachfolge einen Preis hat, sie kostet uns unser altes Leben, wir müssen bereit sein, es täglich mit Christus in den Tod zu geben.
Doch Jesus hat versprochen: „Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden“ (Mt 10,39). Und sollte uns Satan entgegenhalten: „Du bist zu schwach, du schaffst es nie!“, dann können wir erwidern: „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir (Gal 2,20); ich hoffe nicht auf mein schwaches Fleisch, sondern allein auf IHN; ER hat überwunden und mit IHM überwinde auch ich!“.


 

Quellangabe:
1. http://www.nc-normalechristen.de
2. William Macdonald, Kommentar zum Neuen Testament Band 1, S.194

 


Quellangabe:

1. http://www.nc-normalechristen.de
2. William Macdonald, Kommentar zum Neuen Testament Band 1, S.194

 

 

​Predigtempfehlung:

Aufwand und Abhängigkeit in der Reinigung - Tim Kelly

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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