und

4. Dreifache Warnung vor der Hölle

17.09.2016

„Und wer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde. Und wenn deine Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab! Es ist besser für dich, als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das unauslöschliche Feuer. Und wenn dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau ihn ab! Es ist besser für dich, lahm in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (Mk 9,42-48).

Vor etwa zwei bis drei Wochen stand an der Ampel ein Auto vor mir, an dem ein Aufkleber mit der Aufschrift „I’m on the way to hell“, angebracht war. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele so einen Spruch cool finden und andere sich vielleicht darüber amüsieren können; mir hingegen zeigt es, in welcher Umnachtung die Menschen unserer Generation leben. Die Hölle wird von den einen verharmlost, und von den anderen sogar noch gefeiert und besungen. Furcht eines Tages an diesem schrecklichen Ort zu landen, scheint kaum jemand zu haben. Sorglos grölt man Rocklieder wie „Highway to Hell“, oder singt auf Schlagerkonzerten gedankenlos Strophen wie „die Hölle morgen früh ist mir egal“. Doch woher kommt diese Sorglosigkeit in Bezug auf unser ewiges Schicksal? Wie kann es sein, dass der Großteil der Menschheit so tut, als würde man ewig leben, oder einfach davon ausgeht, dass irgendwie alles gut wird. Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, dass er sich eines Tages vor seinem Schöpfer für sein Leben verantworten muss. Dennoch halten sich in unserem Land immer noch viele für Christen, doch sie beachten nicht, dass dieser Christus, um den es beim christlichen Glauben geht, mehrfach davor gewarnt hat, dass der Weg eines Sünders, der nicht Buße tut, in der Hölle enden wird. Jesus nahm das Thema Sünde nicht auf die leichte Schulter, im Gegenteil, ER verurteilte sie aufs Schärfste und forderte zu einem radikalen Bruch mit der Sünde auf.


Doch diese Sichtweise erscheint unserem modernen, aufgeklärten Christentum als längst überholt und rückständig. Denn der aufgeschlossene Christ unserer Tage sieht das alles nicht mehr so eng. Schließlich, so die Meinung vieler, sei die Hölle nur ein Mythos und Satan nur eine Phantasiefigur. Vertreten wird diese Ansicht aber nicht nur vom durchschnittlichen Namenschristen, sondern auch von einem Großteil unserer modernen Theologen. Sie sind es, die diese Irrtümer lehren und allen Leuten einreden, sie seien automatisch Anwärter auf das Himmelreich. So bringt es der redegewandte, smarte Theologe unserer Tage fertig, die Existenz der Hölle zu leugnen und hält sich dennoch für fähig, andere im christlichen Glauben unterweisen zu können. Was er dabei völlig ausblendet, ist die Tatsache, dass er sich mit dieser falschen Lehre über Jesus stellt, denn die Realität der Hölle zu leugnen, ist ein offener Angriff gegen die Worte des HERRN. Hans-Werner Deppe bringt dies sehr gut auf den Punkt, wenn er schreibt: Wer die Hölle leugnet, macht Jesus zum Lügner. Man hat gezählt, dass von den 1.870 Versen, die direkte Aussagen Jesu enthalten, 13 % von Hölle und Gericht handeln. In mehr als der Hälfte der etwa vierzig Gleichnisse Jesu geht es um Gottes ewiges Gericht über Sünder. Vielleicht müssen einige von uns ihr Bild von Jesus revidieren, denn viele meinen, er habe hauptsächlich von Liebe gesprochen. Sogar in der Bergpredigt (Matthäus 5-7), die auch von Nichtchristen als guter Lebensgrundsatz anerkannt wird, spricht Jesus mehrmals von der Hölle (Matthäus 5,22; 5,29; 7,13). 1 

Mir ist es ein Rätsel, wie man seinen Lebensunterhalt damit verdienen kann, anderen Menschen den christlichen Glauben vermitteln zu wollen, während man eine solch zentrale biblische Lehre, wie die über die Existenz der Hölle, leugnet. Angenommen diese Theologen glauben wirklich, was für ein Christus soll das bitteschön sein, an den sie glauben? Etwa einer, der ihrem Intellekt und ihrem Verstand unterlegen war und es leider nicht besser wusste? Oder hat ER etwa bewusst Lügen verbreitet? War ER in ihren Augen etwa nur ein Hochstapler, der nur vorgab, der Sohn Gottes zu sein? War es nur ein leeres Versprechen, dass ER gekommen sei, um Sein Volk von den Sünden zu retten?
Bereits im ersten Buch der Bibel wurde dieser Retter angekündigt, etliche weitere Prophetien bezogen sich ebenfalls auf IHN, und als ER dann im Neuen Testament in Erscheinung trat, sprachen Seine Jünger: „Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth“ (Joh 1,45). Sie hatten in diesem Jesus von Nazareth den Messias erkannt, den von Gott versprochenen Retter, der lange im Voraus im Gesetz und den Propheten angekündigt war.

Beachten wir, dass ER in der gesamten Heiligen Schrift als Retter und Erlöser bezeichnet wird. Bedenken wir ferner, dass der Preis dieser Erlösung Sein Leben war. ER bezahlte mit Seinem kostbaren Blut, das ER am Kreuz von Golgatha vergossen hat. Doch wofür das Ganze? Starb ER etwa, um uns vor einer nicht existierenden Strafe zu bewahren? Vergoss ER Sein Blut etwa um uns davor zu bewahren, dass wir in einer Phantasiehölle landen -  einer Hölle, die gar nicht existiert? Kann dies etwa der Grund gewesen sein, warum Gott der Vater, Seinen Sohn auf diese Erde gesandt hat? Hätte Jesus dafür wirklich die Herrlichkeit beim Vater verlassen müssen, hätte ER dafür diesen qualvollen Kreuzestod erdulden müssen?
Ich möchte es auf den Punkt bringen: Diese Art von Glauben ist die reinste Gotteslästerung. Durch solch einen „Glauben“ wird Jesus Christus, der Sohn Gottes, verhöhnt und das Evangelium wird ins Lächerliche gezogen. Wir sehen darin eine sehr schlimme Art der Verführung, die uns wieder an die erste Aussage, aus unserem Bibeltext erinnert, durch die Jesus warnt: „Und wer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde“ (Vers 42)
Sieht man sich dazu noch die Parallelstelle aus dem Matthäus Evangelium an, wird deutlich, wie scharf die Worte des HERRN an dieser Stelle sind; denn hier folgt dieser Androhung noch die Warnung: „Wehe der Welt der Verführungen wegen! Denn es ist notwendig, dass Verführungen kommen. Doch wehe dem Menschen, durch den die Verführung kommt!“ (Mt 18,7).

Obwohl dem so ist, und diese Verführer ihr Urteil tragen müssen, darf sich niemand dahinter verstecken; denn wir sind auch für uns selbst verantwortlich. Gerade in unserem Land, in dem jeder Zugriff auf das Wort Gottes hat, kann niemand behaupten, er hätte es nicht besser gewusst. Zu Recht sagt uns die Schrift: „Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir“ (5.Mo 30,14; vlg. Röm 10,8).
Es ist unsere Verantwortung, uns mit dem Wort Gottes zu befassen; es ist unsere Verantwortung, uns damit auseinanderzusetzen, was uns Gott durch Sein Wort zu sagen hat. Wenn wir es lebenslang ignorieren oder verdrängen, können wir uns nicht auf jene berufen, die das Wort Gottes verdrehen; denn wenn Blinde einem Blinden folgen, gelten folgende Worte des HERRN: „Wenn aber ein Blinder einen Blinden leitet, so werden beide in eine Grube fallen!“ (Mt 15,14).

Jesus selbst kam als Licht in diese Welt, wenn wir dieses Licht ignorieren, dürfen wir uns nicht beklagen, wenn wir in der Dunkelheit umherirren. Doch die traurige Wahrheit lautet: Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Joh 3,19).
Und ist es nicht offensichtlich, dass die Menschheit die Finsternis mehr liebt als das Licht? Ist es nicht weitaus cooler ein T-Shirt mit satanischen Symbolen zu tragen, als sich mit Jesus Christus zu identifizieren? Wird der Christ nicht als uncooler Langweiler angesehen, während „Sympathy for the Devil“ hoch im Kurs steht? Ob man Satan nun cool findet oder nur eine Phantasiefigur in ihm sieht, eines ist offensichtlich, die Menschen unserer Generation sehen das Thema ganz locker und entspannt. Für die einen ist die Hölle nicht existent, andere meinen womöglich, dort würde die große Party steigen, doch hören wir noch einmal, was Jesus Christus, der Sohn Gottes über diesen Ort zu sagen hat: „Und wenn deine Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab! Es ist besser für dich, als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das unauslöschliche Feuer. Und wenn dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau ihn ab! Es ist besser für dich, lahm in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, "wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt" (Mk 9,43-48).

Es gibt einen Partyschlager von Wolfgang Petry, da erklingen im Refrain auch dreimal die Worte, „Hölle, Hölle, Hölle!“, nur mit dem Unterschied, dass man scheinbar glaubt, die Hölle sei ein toller Party-Ort, während Jesus im Text, diese Worte dreimal anführt, um uns vor diesem schrecklichen Ort zu warnen. Ist es nicht sonderbar, dass so viele Theologen, die vorgeben an diesen Jesus zu glauben, die Existenz der Hölle leugnen, während der, dem sie angeblich nachfolgen, so eindringlich davor warnt? Für Jesus war und ist die Hölle kein Mythos, ER hat sie immer als realen Ort beschrieben und das Schlimme ist, wenn ein Mensch erst einmal dort gelandet ist, gibt es kein Zurück mehr. Menschen die Jesus abweisen, IHN ignorieren und Seine Worte nicht ernst nehmen, werden, sofern sie nicht umkehren, die Ewigkeit an diesem schrecklichen Ort ewiger Qual verbringen müssen. „Wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“.
Wir denken ja immer „Gesundheit ist alles“, doch dieser Ort ist so furchtbar, dass Jesus sagt, es wäre besser für uns, verstümmelt in den Himmel einzugehen, als unversehrt in der Hölle zu landen. Im Mittelalter musste man nicht über die Hölle predigen, da hatten alle Menschen panische Angst, an diesem furchtbaren Ort des Schreckens zu landen. Diese Furcht wurde von der Katholischen Kirche aber nicht etwa geschürt, um Menschen zum Erlöser zu führen, nein, ihnen ging es nur darum Ablassbriefe zu verkaufen, für sie war das Ganze ein lukratives Geschäft. Jesus hingegen will uns nichts verkaufen, im Gegenteil, ER ist bereit uns unsere Schuld zu erlassen; ER selbst hat den vollen Preis dafür bezahlt, indem ER Sein Leben für uns gab.

Letzten Monat habe ich an einer Burgführung teilgenommen. Als uns die Burgkapelle gezeigt wurde, machte die Frau, die uns durch die Räume führte, eine interessante Bemerkung, indem sie sagte: „Damals war es den Menschen halt noch wichtig in den Himmel zu kommen!“
Sicher glaubten damals auch nicht alle Menschen an Gott, aber die Menschen hatten viel mehr Gottesfrucht, als in unserer Zeit. In unserer Generation scheinen die Menschen zu glauben, dass, sofern Gott überhaupt existiert und es wirklich ein Leben nach dem Tod geben sollte, es außer Frage stünde, dass ER sie in Sein Reich aufnehmen wird. Darum muss man es mit der Sünde auch nicht so eng sehen, denn wie heißt es im Faschingslied, „der liebe Gott weiß, dass wir keine Engel sind, aber das mit dem Himmel kriegen wir schon hin!“ So feiert man sorglos das Leben, und macht sich keinerlei Gedanken, was nach diesem Leben sein wird. Sehr treffend kam Francis A. Schaeffer zur Feststellung: Die Welt unserer Tage hat keine festen Werte und Normen mehr, deshalb steht das an oberster Stelle, was die Menschen als ihr persönliches oder als das gesellschaftliche Glück ansehen.2

So hat der Mensch unserer Tage nur noch sein Vergnügen und sein körperliches Wohlergehen im Sinn und macht sich kaum noch Gedanken über seine unsterbliche Seele. Um sein vergängliches Leben zu erhalten, wäre er nahezu bereit alles tun, seine unsterbliche Seele hingegen, lässt er sorglos verkümmern. Bereits Spurgeon bemerkte diese Haltung unter seinen Zeitgenossen, indem er sagte: Wenn ein Mensch fürchtet, er werde in Flammen umkommen, wie wird er schreien! Welche Anstrengungen wird er unternehmen, aus dem brennenden Zimmer zu flüchten! Wenn er dem Ertrinken nahe ist, wie kämpf und ringt er! Wenn er krank ist, wie rasch schickt er nach dem Arzt, und wie strebt er danach, den bestmöglichen Rat zu bekommen, damit sein Leben erhalten bleibe! Und dennoch ist ihm die Gewinnung des ewigen Lebens ganz und gar nicht dringlich! 3
Was seinerzeit zutreffend war, gilt umso mehr für unsere moderne Kultur. Der Mensch unserer Tage legt Wert auf gesunde Ernährung und lässt sich regelmäßig medizinisch durchchecken. Er versucht alles, um sein vergängliches Leben hier auf der Erde zu verlängern, er klammert sich daran, wie an einen Strohhalm, doch um die Ewigkeit sorgt er sich nicht. Auch hat man panische Angst vor Terroranschlägen und Kriegen und doch sagt uns Jesus an anderer Stelle: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle“ (Mt 10,28).

Jeder von uns wird sich eines Tages vor Gott für sein Leben verantworten müssen. Wir können uns an diesem Tag nicht auf irgendeinen Pfarrer oder Priester berufen, der uns den Himmel versprochen hat. Gott steht nicht zum Wort derer, die Sein Wort verdrehen. Woran wir uns aber mit Sicherheit halten können, das sind die Worte des HERRN Jesus Christus. Was ER sagt hat Gewicht, was ER sagt zählt. Seine Worte haben Gültigkeit, denn Himmel und Erde werden vergehen; aber Seine Worte werden nicht vergehen (vgl. Mt 24,35).
Entweder war Jesus ein Hochstapler oder ER war tatsächlich der, der ER vorgab zu sein: Der Sohn des lebendigen Gottes.

Die meisten Theologen anerkennen IHN leider nicht als den Christus, den Gesalbten, den Sohn Gottes, denn sie schenken Seinem Wort kein Gehör, sondern setzen sich darüber hinweg, als wäre es ohne Belang. Sie erklären die Hölle zum Mythos und Satan zu einer Phantasiegestalt, während Jesus uns vor diesem schrecklichen Ort mit allem Nachdruck warnt. Der Grund warum ER dies tut, ist sicher keine übertriebene Panikmache sondern einzig und allein Seine unbegreifliche Liebe zu uns gefallenen Geschöpfen: ER möchte uns diese schrecklichen Qualen ersparen, darum hat ER die Strafe getragen, die wir verdient hätten. Noch besteht die Möglichkeit zur Umkehr, noch steht die Tür ins Reich Gottes offen, doch wir müssen hindurchgehen, ehe es zu spät ist, darum sagt uns Gottes Wort: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht“ (Hebr 4,7).

Gott redet auch heute noch durch Sein Wort zu uns und Jesus spricht auch heute noch: „Wer Ohren hat, der höre!“ (Mt 11,15). Somit sind wir aufgefordert, uns zu entscheiden, wem wir Gehör schenken, dem Sohn Gottes oder jenen, die vorgeben Seine Boten zu sein, obwohl sie sich nicht um die Botschaft scheren, die ER Seinen Jüngern zur Verkündigung aufgetragen hat. Jesus sagte Seinen Jüngern nicht: „Erzählt allen Menschen nette Geschichten und schöne Märchen über mich“, sondern: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden“ (Mk 16,15-16).
Das ist das Evangelium, es geht um nicht weniger als um ewige Gemeinschaft mit Gott, also um eine Ewigkeit im Paradies, einen Ort, über den gesagt wird: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen (Offb 21,4) oder um ewige Qualen in der Hölle.

Um hier noch einmal auf das Beispiel mit der Verkehrsampel zurückzukommen. So klar wie die Farbe „rot“ für stehen steht, und die Farbe „grün“ für gehen, so eindeutig ist die Botschaft des Evangeliums: Wer an Jesus glaubt, wird selig, wer nicht glaubt, der wird verdammt werden. Wie bei der Ampel geht es hier nicht um die Frage des persönlichen Geschmacks; ich kann nicht sagen „rot ist meine Lieblingsfarbe“ und grundsätzlich bei „rot“ über die Straße gehen. Würde ich es tun, könnte es wohl einige Male gut gehen und ich könnte mir dann einreden, es würde immer so laufen.
Auf das Geistliche übertragen, neigt der Mensch zu dem Fehlschluss, er käme immer ungeschoren davon und redet sich ein, seine Sünde bliebe ewig ungestraft, doch es kommt der Tag des Gerichts, über den Jesus sagte: „Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben (Mt 12,36). Wer will vor diesem Gericht bestehen, wer kann sagen, dass niemals ein böses Wort über seine Lippen gegangen ist? Wer kann angesichts dessen sagen, keinen Erlöser nötig zu haben? Gott ist gütig, ER ist bereit uns zu vergeben, doch die Tatsache, dass wir bislang ungestraft durchs Leben kamen, darf uns nicht zu dem falschen Schluss führen, es würde immer so weitergehen. Wenn wir ohne Jesus leben, ist die Ampel geistlich gesehen auf „rot“, wir dürfen an dieser Stelle nicht einfach so weitermachen, wie bisher, sondern müssen die biblischen Warnungen ernst nehmen, denn nur wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Die Frage, die sich jeder selbst stellen sollte, lautet: Habe ich diesen Glauben, ist Jesus Christus mein HERR und Erlöser? Wenn ja, bin ich gerettet, wenn nicht, steuere ich, ob ich mir dessen bewusst bin oder nicht, direkt auf die ewige Verdammnis zu. Nicht unsere körperliche Unversehrtheit ist das höchste Gut, sondern unsere unsterbliche Seele. So gut und wichtig ein regelmäßiger Gesundheitscheck sein mag, wenn wir uns nur halb so viele Gedanken über unsere unsterbliche Seele machen würden, dann würde es offenkundig, dass wir diesen Erlöser nötiger haben als alles andere und wie selbstverständlich wäre es dann, IHN im Gebet anzurufen?
ER lädt uns nicht nur ein mit den Worten: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben“ (Mt 11,28), sondern ER verspricht uns auch: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“ (Joh 6,37). Wohl allen, die IHN beim Wort nehmen und dieser Einladung folgen. Wir müssen nicht im Ungewissen sein, wie es nach diesem Leben weitergeht, sondern dürfen Seinen Worten Glauben schenken, die uns sagen: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist“ (Joh 11,28).

Die Hölle ist so schrecklich, dass es unser Vorstellungsvermögen übersteigt, und ich schreibe nur sehr ungern darüber. Wenn ich es dennoch tue, dann in der Hoffnung, dass der ein oder andere, der warnenden Stimme des HERRN Jesus Christus Gehör schenkt und von seinem falschen Weg umkehrt.
Dabei ist mir durchaus bewusst, dass in unseren Tagen auch in christlichen Kreisen weitläufig die Meinung vorherrscht, man solle nur das Positive hervorheben. Übertragen auf das erwähnte Beispiel mit der Fußgängerampel, ist dies, als würde man den Kindern nur die positive Regel „bei Grün gehen“ vermitteln. Die negative hingegen, die da lautet „bei Rot stehen!“, würde man unter keinen Umständen erwähnen. Doch wäre das wirklich der richtige Weg? Angenommen ein Kind will die Straße lieber bei „Rot“ überqueren, wäre es da nicht grob fahrlässig, wenn man nicht davor warnen würde, dass dies lebensgefährlich ist?
Doch genau dies geschieht auf geistlichem Gebiet, wenn man nur noch das Positive hervorheben will. Immer nur von Liebe und Gnade reden, niemals von Strafe und Gericht. Immer nur die frohe Botschaft verkünden, ohne die ernste Kehrseite zu erwähnen. Nur vom Himmel reden, niemals von der Hölle, nur davon reden, gerettet zu werden, niemals vor der Gefahr, auf ewig verloren zu gehen. Doch, wie bereits Ernst Modersohn sagte: Die frohe Botschaft hat eine sehr ernste Kehrseite. Wenn man das Heil nicht annimmt, dann schließt man sich selbst vom ewigen Leben aus. Wenn du das Heil nicht haben willst, das Gott uns bietet, dann ist nicht Gott schuld, wenn du verloren gehst. Dann hast du dich selbst von der Erlösung ausgeschlossen.4

Zudem sei bemerkt: Wenn das Evangelium ohne die Warnung vor der Hölle gepredigt wird, ist es eine unvollständige Botschaft; eine Botschaft, die der unvorstellbar schrecklichen Tragweite der Sünde nicht gerecht wird und die daher auch niemals aufzuzeigen vermag, wie unvorstellbar groß die Gnade Gottes ist, der Seinen Sohn geopfert hat, um uns dieses furchtbare Strafgericht zu ersparen. Nur wenn wir auf der einen Seite, die wahre Größe Gottes erkennen und uns Seiner Heiligkeit und Seiner Erhabenheit bewusst sind, und auf der anderen Seite sehen, wie verkommen und verdorben wir von Natur aus sind, wissen wir das Kreuz von Golgatha richtig zu schätzen. Nur wenn wir uns bewusst machen, dass wir nicht etwa einen Platz im Himmel, sondern einen Platz in der tiefsten Finsternis verdient haben, haben wir eine angemessene Sicht auf das alles überragende Erlösungswerk, das Jesus Christus am Kreuz vollbracht hat. Erst vor dem Hintergrund dieses schrecklichen Gerichts, leuchtet der Kreuzestod von Gottes Lamm hell genug, um seinen wahren Wert ermessen zu können. Nur wenn uns klar wird, wovor uns das Kreuz rettet, werden wir zu schätzen wissen, was Jesus Christus für uns getan hat. Und nur vor diesem Hintergrund können wir wirklich in den Lobgesang der Erlösten einstimmen, der da lautet: „Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob“ (Offb 5,12).


Amen.



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Quellangabe / Buchempfehlungen

1. Wie wird es in der Hölle sein?, Hans-Werner Deppe, S. 13
2. Die große Anpassung, Francis A. Schaeffer, S. 27
3. C.H. Spurgeon, Der gute Kampf des Glaubens, S. 24/25
4. Ernst Modersohn; Der schmale Weg Nr. 1 / 2013, S.7

 

Weiterführend zu diesem Thema empfehle ich den Beitrag: Entflieht dem kommenden Zorn – Spurgeon.

 

Empfehlenswert zu diesem Thema ist auch die folgende Predigt:

• In den Augen Gottes - Tim Kelly

 

 

 

 

 

 

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