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"Ehe für alle" - eine Kirche im freien Fall

31.05.2017

Es scheint fast, als würde das 500jährige Reformationsjubiläum so manchen Theologen ganz besonders dazu beflügeln, die Evangelische Kirche zu reformieren. Nur im Gegensatz zum reformatorischen Grundsatz „sola scriptura“, wo es um eine Reformation zurück zum Wort Gottes ging, reformiert man heute in entgegengesetzter Richtung: „Weg mit der Bibel, weg mit diesem alten vertaubten Buch“, so die moderne Devise. Dies wird zwar nicht offen propagiert, sondern unterschwellig und scheibchenweise vorangetrieben. Um fromm zu erscheinen, hält man immer noch gerne die Bibel in Händen, nur der Inhalt wird nach und nach verworfen. Ständig sieht man sich gezwungen dem Druck des Zeitgeistes nachzugegeben, so dass eine biblische Wahrheit nach der anderen geopfert wird. Was auch immer nicht zu den Erwartungen der Zeit passt, was auch immer in der Gesellschaft auf Widerspruch stoßen könnte, muss laut Auffassung der modernen Reformatoren neu bewertet und neu diskutiert werden.

So war es einst mit dem Zugeständnis gegenüber der Evolutionstheorie, so ging man vor bei der Frage bezüglich der Frauenordination, wo der Druck der Feministen dafür gesorgt hat, dass Frauen auf die Kanzeln durften, und nun geht es darum schleunigst auf den Genderzug aufzuspringen. Um diesem neuen Trend gerecht zu werden, wird bedenkenlos die göttliche Schöpfungsordnung verworfen. Das Bild der Ehe, als einen von Gott eingesetzten Bund zwischen Mann und Frau, so wie in der Schrift überliefert und durch Jesus Christus bestätigt (vgl. Mt 19,5; Mk 10,8),  empfindet man als unnötigen Ballast, dessen man sich schleunigst entledigen muss. Schließlich gilt es um jeden Preis, weiterhin relevant, und vor allem gesellschaftlich anerkannt zu sein. Auch wenn sich die neuen Reformer für sehr fortschrittlich halten, und womöglich in der Illusion leben, sie würden damit die Sache Gottes voranbringen, so muss jedem, der noch ernst nimmt, was das Wort Gottes über die Endzeit prophezeit, klar sein, dass sich hier der angekündigte Abfall der letzten Tage abzeichnet (vgl. 2.Thess 2,3). Hinter diesem Treiben steht mit Sicherheit nicht der Geist der Wahrheit, sondern eine antichristliche Strömung, die dafür sorgt, dass die biblische Wahrheit, durch einen fortschreitenden Prozess, nach und nach völlig aushöhlt und unterwandert wird. Aber damit nicht genug, die fromm getarnten Menschen, die diesen Prozess eifrig vorantreiben, verdrehen die biblische Lehre regelrecht ins Gegenteil. Während in der Schrift vor Sünde gewarnt wird, setzen sie sich aktiv für die Legalisierung der Sünde ein.

Als ganz aktuelles Beispiel möchte ich auf einen Bericht in der Stuttgarter Zeitung eingehen, der mit den Worten: „Homo-Segnung: Prälatin Arnold macht Druck“, überschrieben ist. Hier sehen wir eine moderne Reformatorin am Werk. Ganz im Stile eines Luthers, bekundet Gabriele Arnold ganz mutig und unerschrocken: „Ich lasse mir keinen Maulkorb verpassen!“ * Doch anders wie es beim Reformator der Fall war, treibt sie nicht die Sorge um, dass sich die Kirche vom Wort Gottes entfernt hat, sondern ganz im Gegenteil, nach ihrem Dafürhalten kann man sich offensichtlich gar nicht weit genug von der klaren biblischen Lehre distanzieren. So fordert sie ungeachtet dessen, dass die Städte Sodom und Gomorra auf Grund dieser Sünde dem göttlichen Gericht verfielen, den kirchlichen Segen für die Homo-Ehe ein: „Wir brauchen eine Öffnung, sonst beschädigen wir die Kirche“, so ihre Überzeugung. Doch wo liegt das Problem, hat man hier nicht schon genug Zugeständnisse gemacht? Sind nicht bereits reihenweise Kirchengemeinden eingeknickt?

Ja, der Prozess schreitet voran, doch dieser Reformerin geht es nicht schnell genug, weil es unter den 66 evangelischen Gemeinden in Stuttgart immer noch 53 gibt, die gleichgeschlechtlichen Paaren den kirchlichen Segen verweigern. Dabei ist es ja keinesfalls so, als würde innerhalb der Evangelischen Kirche Gemeindezucht aufgrund von Unzucht erfolgen. Nein, Warnungen, dass Unzüchtige das Reich Gottes nicht erben werden, sind von diesen Kanzeln schon lange nicht mehr zu hören. Und einen Menschen aus der Gemeinde auszuschließen, nur weil er es nicht einsehen will, sich an die göttlichen Ordnungen zu halten, käme ohnehin niemanden in den Sinn. Lange vergessen sind biblische Mahnungen, wie die folgenden Worte des Apostel Paulus: Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen. Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müsstet ihr ja die Welt räumen. Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen lässt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen. Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind? Gott aber wird die draußen sind richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte! (1.Kor 5,9-13).

Ehe ohne Trauschein, Homosexualität, alles kein Problem in dieser Kirche, doch warum der Aufschrei der Empörung? Wo ist das Problem? Menschen die laut Gott heiraten sollen, verzichten auf den Trauschein, die Kirche hat kein Problem damit und die Gesellschaft schon gleich gar nicht. Doch nun fällt es den gleichgeschlechtlichen Paaren ein, dass sie heiraten wollen, also wieder das Gegenteil von dem, was Gott vorgesehen hat. Dass hier sowohl der Staat, als auch die medial umgepolte Gesellschaft mitgehen, macht deutlich, dass wir in einer nachchristlichen Generation leben, der daran gelegen ist die letzten christlichen Werte auszumerzen. Das schlimmste Übel hierbei ist eine Kirche ohne jegliches Rückgrat und ohne jegliches Glaubensfundament. Offensichtlich sieht man sich nur noch als Dienstleister, dessen einzige Aufgabe darin besteht, es aller Welt rechtzumachen. Keine Frage, dem Anforderungsprofil des selbstsüchtigen Menschen der Endzeit, der sich, genau wie im Wort Gottes prophezeit, Lehrer anhäufen wird, die ihm ausschließlich das Verkündigen, was er gerne hören will, wird man damit absolut gerecht (vgl. 2.Tim 4,3); dem hingegen, was Gott von einer christlichen Kirche erwartet keinesfalls (2.Tim 4,2; 1.Tim 3,15).

Entsprechend dieser Haltung ist es für Frau Arnold ein Lichtblick, dass es in Stuttgart 13 Gemeinen gibt, die durch die Segnung homosexueller Paare längst Fakten geschaffen haben. Doch mit dieser Ansicht steht sie natürlich nicht alleine, auch Dekan Klaus Käpplinger bekundet: „Ich freue mich, dass Feuerbach, Oswald-Wolfbusch und Zuffenhausen der Initiative Regenbogen beitreten. Ich glaube daran, dass Gott alle Menschen liebt und sie alle in der Kirche willkommen sind“
(Zur Info: Die Regenbogen-Gemeinden heißen nicht nur lesbische und schwule Gemeindeglieder willkommen, sie sind auch offen für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und unterstützen Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihren Partnern gleichen Geschlechts im Pfarrhaus leben wollen).
Weiter wird im Bericht die Pfarrerin Sabine Löw zitiert, die das Segnen von Homo-Ehen für eine Selbstverständlichkeit hält, und verlauten lässt: Wenn zwei Menschen sich gemeinsam auf den Weg durch dieses Leben machen wollen, dann sollen sie gesegnet sein. Wer hat das Recht, zu beurteilen und zu urteilen?“ Jesus sei es immer um die Liebe und nicht um das Gesetz gegangen, sagt sie: „Segen hat für mich mit Liebe, mit Gnade, mit Wohlwollen zu tun. Und nichts mit Gesetz und Regeln.“

Es ist erstaunlich und bestürzend zugleich, wie sich diese Theologen regelrecht darauf spezialisiert haben, den Sinn von Gottes Wort entweder umzudeuten oder einfach nur die Verse zu betrachten, die zu ihren persönlichen Vorstellungen und Ansichten passen. Offensichtlich werden Bibelstellen wie die folgenden grundsätzlich ignoriert: Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder,… werden das Reich Gottes ererben (1.Kor 6,9).
Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod. Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Mörder und die Götzendiener und jeder, der die Lüge liebt und tut (Offb 21,8: 22,15).


Egal in welcher Form auch immer, Jesus hat Unzucht nie toleriert, sondern klar als Sünde deklariert. Der Sohn Gottes kam um Menschen von diesen Sünden zu befreien, nicht um sie in ihrem sündigen Lebensstil zu bestätigen oder gar Seinen Segen darüber auszusprechen. Gerne benutzen liberale Theologen das Beispiel von der Ehebrecherin, die von den Pharisäern vor Jesus geschleppt wurde. Die Pharisäer wollten, dass sie gesteinigt wird, Jesus erwiderte: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie!“ (Joh 8,7). In ihrem Gewissen getroffen, machten sich die Schriftgelehrten und Pharisäer, einer nach dem anderen aus dem Staub. Als sie wegwahren, sprach Jesus: Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,11).

Diese Bibelstelle nun, wird von modernen Wortverdrehern so ausleget, als hätte Jesus damit Sünde legitimiert. Doch beachten wir, Jesus hat nicht zu ihr gesagt: „Geh hin und sündige getrost weiter!“, sondern:Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“
Wenn man nicht bewusst den Sinn von Worten ignoriert, wird hier deutlich, dass Jesus Ehebruch als Sünde bezeichnet hat. Wer in der Tatsache, dass Jesus dazu bereit war, dieser Frau zu vergeben, einen Freibrief für die Sünde sehen will, der tut dem Wort Gottes förmlich Gewalt an. Was gäbe es denn zu vergeben, wenn Sünde in den Augen Gottes kein Problem wäre, und für was wurde der Sohn Gottes geopfert, wenn Sünde völlig legitim, und mit der Heiligkeit Gottes zu vereinbaren wäre?
Dass Jesus bereit ist, Sünde zu vergeben, steht außer Frage, dass ER mit dem Auftrag gekommen ist, Sünder zu retten, ebenso; doch wer daraus schließt, Jesus hätte Sein Blut dafür vergossen, damit die Erretteten weiter unbeschwert in der Sünde baden können, stellt die biblische Lehre völlig auf den Kopf.

Da es genau das ist, was diese modernen Reformatoren betreiben, und da ihnen dieser Prozess offensichtlich nicht schnell genug voranschreiten kann, wundert es auch nicht, wenn Gabriele Arnold sorgenvoll zu bedenken gibt, dass sofern der Prozess nicht schnell genug vorangetrieben würde, zu befürchten sei, dass die Befürworter der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare die Kirche verlassen.“ Nicht auszumalen, wenn es so weit kommen würde, am Ende würde man sich womöglich noch darauf zurückbesinnen, dass die Bibel die Grundlage des christlichen Glaubens ist. Sollte nicht gerade das 500jährige Reformationsjubiläum daran erinnern? Es darf doch nicht nur um Reformation um der Reformation Willen gehen, sondern um die Frage, ob das religiöse Treiben, noch mit der Lehre der Schrift übereinstimmt, oder ob es nur noch menschliche Ziele und Überlegungen sind, die vorangetrieben werden. Wenn es nicht mehr um Rettung von Sünde, sondern um die Legalisierung von Sünde geht, dann ist eines offensichtlich, viel weiter wie es bei diesen modernen Reformatoren der Fall ist, kann man nicht von biblischen Kurs abdriften.

Verwunderlich ist es nur, dass es in diesem Bericht heißt, dass diese neuen Reformer sehr viel Mut aufbringen müssten, um ihren Standpunkt bezüglich der Homo-Ehe zu verteidigen. Ist es nicht offensichtlich, dass in unserer Gesellschaft genau das Gegenteil der Fall ist? Wird nicht eher der gesteinigt, der Homosexualität als Sünde bezeichnet, als jemand der den kirchlichen Segen über der Homo-Ehe aussprechen will? Während man Christen, die Homosexualität als Sünde deklarieren, Schwulenhass und Homophobie unterstellt, ist doch jenen, die darüber den kirchlichen Segen aussprechen wollen die Anerkennung der Gesellschaft gewiss. Letztlich kann auch nur der Beifall von Menschen ihre Motivation sein, denn von Gott haben sie keinen Lohn zu erwarten (vgl. Mt 6,2.5.16). Sie bezeichnen sich zwar als Diener Gottes, nach Seinem Willen jedoch fragen sie nicht, entscheidend ist für sie nur, was in der Gesellschaft gut ankommt. Man kann nicht mit Sicherheit ausmachen, worauf sich ihr vermeintlicher „Glaube“ gründet, nur eines ist gewiss, die Bibel kann es nicht sein. Im Grunde gleichen sie einem Schiffskapitän, der mitten auf hoher See seinen Kompass über Bord wirft, weil er sich lieber auf sein Bauchgefühl verlassen will. So verwerfen diese Theologen die Bibel und geben selbstsicher vor, den Weg auch so zu kennen. In Wahrheit jedoch drehen sich nur im Kreis ihres ständigen Diskutierens und neu Bewertens.

So entwickeln sie sich zu wahren Meistern der Anpassung, für die es offensichtlich nur eine Wahrheit gibt, und diese besagt, was wir heute ausdiskutiert und verabschiedet haben, muss noch lange nicht für morgen gelten, denn das einzig Wahre ist der stetige Wandel. Dies zumal ihrer Überzeugung nach, die größte Gefahr schlecht hin von beständigen Werten ausgeht. Darum sehen sie ja auch in bibeltreuen Christen eine große Bedrohung für die Gesellschaft (siehe letzter Beitrag). Alles was die Evangelische Kirche damit erreicht, ist dass man sich mit sehr großen Schritten auf die absolute Entbehrlichkeit zubewegt. Man ist nur eines, von vielen beliebigen Fähnchen, das sich im Wind des Zeitgeistes bewegt, eine Orientierung werden hier nur jene finden, die auf der Suche des falschen Weges sind. Aber dafür braucht diese Welt keine Kirche, diesen Weg findet sie auch alleine. Niemand braucht eine Anleitung um durch die breite Pforte zu gelangen, niemand braucht einen Kompass um nicht Gefahr zu laufen, sich auf dem breiten Weg zu verirren. Auf diesem Weg gilt es nur, immer schön mit dem Strom zu schwimmen, und wem Schwimmen zu anstrengend ist, der lässt sich einfach von der Strömung mittreiben.

Wo dieser Kompass jedoch unverzichtbar ist, das ist auf dem schmalen Weg, von dem Jesus sagte, dass es nur wenige sind, die ihn finden (Mt 7,14). Wer diesen Weg sucht, wer auf diesem Weg gehen will, für den ist das Wort Gottes unverzichtbar, für den ist es der einzige Kompass und das einzige Licht in dieser finsteren Welt (vgl. 2.Petr 1,19). Wer hingegen Lüge und Täuschung liebt, der kann sich an die neuen Reformer der Evangelische Kirche halten und darauf bestehen, selbst auf schlimmsten Abwegen, den kirchlichen Segen zu bekommen. Man wird die Rückendeckung dieser Kirche bekommen, sie werden alles bestätigen und segnen, solange sich damit gutes Geld verdienen lässt. Doch Gott warnt uns durch Sein Wort: Ich aber, ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen. Sie nützen diesem Volk gar nichts, spricht der HERR (Jer 23,32). Die Bibel ermutigt niemanden dazu, blinden Leitern zu folgen, im Gegenteil sie warnt ausdrücklich vor solchen Menschen. Wer es dennoch vorzieht, sein Vertrauen auf solche Menschen zu setzen, anstatt auf das Wort Gottes, darf sich nicht wundern, wenn sich erfüllen wird, was Jesus gelehrt hat: Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube (Mt 15,14). Niemand nimmt uns die Entscheidung ab, wem wir vertrauen, an diesem Punkt muss jeder für sich selbst entscheiden. Hören wir lieber auf Menschen oder auf das Wort Gottes?


Die modernen Kirchenreformierer reden sehr viel von Liebe und geben auch vor, dass ihre Reformen im Sinne der Nächstenliebe seien. Ebenso erwecken sie den Eindruck, es ginge Jesus nur darum, dass sich die Menschen selbstverwirklichen sollen, da aus Seiner Sicht grundsätzlich jeder Lebensweg richtig sei. Egal welche Haltung Menschen zum Wort Gottes haben, egal ob sie Seinen Rat und Seine Gebote verwerfen, jeder hat Anspruch auf Gottes Segen. Das Bild, das hier vermittelt wird, entspricht vielleicht einem humanistischen Jesus, aber keinesfalls dem, der uns in der Bibel bezeugt wird. Der biblische und somit der wahre Jesus, bezeichnete alle Zuhörer der Bergpredigt als böse (vgl. Mt 7,11), nannte die religiösen Führer Seiner Zeit, ein böses und ehebrecherisches Geschlecht (Mt 12,39), und sprach: Die Welt kann euch nicht hassen. Mich aber hasst sie, denn ich bezeuge von ihr, dass ihre Werke böse sind (Joh 7,7). Jesus war weder ein Schmeichel- noch ein Schönredner, vielmehr kam ER mit dem Auftrag, die Wahrheit zu bezeugen (vgl. Joh 18,37). Und die wahre biblische Lehre besagt, dass alle Menschen böse sind, dass alle gesündigt haben, und dass wir ohne Jesus Christus verloren sind (vgl. Röm 3,11-12). Nur ER kann Sünde vergeben, nur ER kann Menschen von der Macht der Sünde befreien. Doch das geschieht durch Überführung von Sünde, nicht durch Verharmlosung oder Legalisierung von Sünde.

Wo die Lehre von der sündhaften Natur des Menschen unterschlagen wird, da ist man bereits fern ab vom biblischen Weg. Man mag dies als Liebe bezeichnen, doch in Wahrheit entspricht es der uralten Lüge Satans, dass Sünde keine Konsequenzen hätte; heute wird sie nur etwas moderner verpackt. Nächstenliebe so zu verstehen, als ginge es darum, jedem Menschen den Segen Gottes zuzusprechen, entspricht in etwa der Vorstellung, als würde man einem Blinden, der direkt auf einen tödlichen Abgrund zuläuft, versichern, dass er auf gutem Wege sei. „Gott ist mit dir, der HERR segne dich“, werden die letzten Worte sein, die er zu hören bekommt, ehe er in die Tiefe hinabstürzt und man sich daranmacht, eine feierliche Beerdigung mit herzergreifender Grabrede für ihn abzuhalten. So etwas hat nichts mit der christlichen Nächstenliebe zu tun, im Gegenteil: Nächstenliebe im christlichen Sinne bedeutet Gottlose zu warnen (vgl. Hes 3,18). Denn die Botschaft des Evangeliums lautet nicht: „Lebt weiter in euren Sünden, Gott ist mit euch!“, sondern: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt (2.Kor 5,20-21).

 

 

*Quellangabehttp://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kirche-vor-zerreissprobe-homo-segnung-praelatin-arnold-macht-druck.ebbc83d0-b188-45da-bc0c-6b125b8029f1.html

 

 

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