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Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind - Teil 2a

03.03.2018

Unsere Haltung gegenüber der Welt,
macht offenbar,
wessen Geistes Kind wir sind

 

Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist nicht aus Gott. Und das ist der [Geist] des Antichristen, von dem ihr gehört habt, dass er kommt; und jetzt schon ist er in der Welt. Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist. Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie. Wir sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums (1.Joh 4,1-6).

Im ersten Teil dieser Wortbetrachtung zur Unterscheidung der Geister, haben wir diesen Textabschnitt anhand von 7 Unterpunkten betrachtet, die ich besonders hervorgehoben habe, einen Aspekt habe ich dabei nur beiläufig erwähnt, und das ist das Überwinden der Welt. Dies jedoch nicht, weil unsere Haltung gegenüber der Welt ein eher zweitrangiges Thema wäre, sondern weil es so umfangreich ist, dass ich es für sinnvoller erachte, diesen Punkt gesondert zu betrachten. Somit besteht das Ziel dieser Fortsetzung darin, unseren Blick dafür zu schärfen, wie eng das Thema Weltliebe, mit dem Geist des Irrtums zusammenhängt. Betrachten wir dazu folgende Textaussage: Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist. Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie. Wir sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns.

Johannes betont hier, dass wahre Kinder Gottes ein Überwinderleben führen, wobei wir dies sowohl in Vergangenheitsform, als auch in Gegenwartsform sehen können, denn in Christus haben wir bereits überwunden, doch, und diesen Aspekt dürfen wir nicht unterschlagen, wir sind noch nicht vollständig am Ziel. Die Erlösung ist zwar vollständig, wir können dem Heil nichts mehr hinzufügen, dennoch stehen wir in einem geistlichen Kampf. Die gute Nachricht, die wir dem Text entnehmen können, ist, dass wir in diesem geistlichen Kampf nicht auf uns allein gestellt sind. Das Überwinden der Welt, ist nicht deshalb möglich, weil wir so stark sind, sondern, weil, wie es Johannes schreibt, der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist.

Genau das ist es, was den Christen grundsätzlich vom Nichtchristen unterscheidet. Er wurde aus dem Herrschaftsbereich der Finsternis herausgerettet, er hat bei der Wiedergeburt ein neues Herz empfangen, ein Herz in dem der Heilige Geist Einzug genommen hat. Allein deshalb passen sich Kinder Gottes nicht dieser Welt an, sondern durchschauen, dass diese Welt letztlich nur leeren Träumen nachjagt. Entsprechend dieser Erkenntnis, kann das Ziel des Christen nicht mehr länger darin bestehen, dieser Welt zu gefallen, sondern Gott. Scheinchristen und falsche Propheten hingegen, leben immer noch für diese Welt, was daran ersichtlich ist, dass ihr Leben nicht auf das Zukünftig, sondern ausschließlich auf das Gegenwärtige ausgerichtet ist. Ihr Leben zielt nicht auf die zukünftige Belohnung, sondern auf die sofortige ab. Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie, analysiert Johannes, und gibt uns damit den Hinweis, dass die Einstellung zur Welt, ein entscheidendes Prüfkriterium zur Unterscheidung der Geister ist.

Der Heilige Geist lenkt unseren Blick auf das unvergängliche Erbe das uns bereitet ist, der antichristliche Geist dieser Welt hingegen, will uns für die Dinge dieser Welt in Beschlag nehmen. Immer wieder begegnet uns im Wort Gottes dieser Kontrast, so beschreibt beispielsweise der Apostel Paulus, sich und seine Mitgefährten als Menschen, die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht, und begründet diese Haltung mit der Aussage: Denn die Gestalt dieser Welt vergeht (1.Kor 7,31). Dieselbe Ausrichtung, weg vom Vergänglichen, hin zum Unvergänglichen, begegnet uns auch im Hebräerbrief, wo über die Glaubenshelden früherer Generation berichtet wird. Unter anderem erfahren wir dabei, dass Mose die Schmach Christi für größeren Reichtum hielt, als die Schätze Ägyptens; was wie folgt begründet wird: Denn er sah auf die Belohnung (Hebr 11,26). Ohne diesen Blick auf die zukünftige Belohnung, werden wir nie bereit sein, um des Glaubens Willen irdische Entbehrungen in Kauf zu nehmen. Daher gilt es immer wieder, dass wir uns der Selbstprüfung unterziehen, wovon unser Herz erfüllt und bestimmt ist. Vergessen wir nicht, es ist unser HERR, der spricht: „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Mt 6,21). Sind es die vergänglichen Dinge dieser Welt, die uns in Beschlag nehmen, oder stimmen wir mit dem Schreiber des Hebräerbriefs überein, wenn er sagt: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebr 13,14).

Letztlich können wir nicht nur jede Lehre, sondern vor allem auch unser eigenes Herz an unserem Verhältnis zur Welt prüfen. Wie ist unsere Haltung gegenüber dem Denken dieser Welt? Ist uns bewusst, dass diese Welt im Argen liegt? Dass Kinder Gottes genau dieses Bewusstsein haben, steht für Johannes außer Frage: Wir wissen, dass wir von Gott sind, und die ganze Welt liegt im Argen (1.Joh 5,19), schreibt er im 5. Kapitel seines Briefes. Gerade weil er diesem Thema so viel Aufmerksamkeit schenkt, würden wir diesem Textabschnitt nicht gerecht, wenn wir es ausklammern, im Gegenteil, gerade dieses Thema ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis, woran wir den Geist der Welt und den Geist Gottes unterscheiden können. Kurz gesagt, hinter jeder Lehre, die zur Anpassung an die Welt tendiert, verbirgt sich der Geist des Irrtums. Der Weg der Nachfolge, ist ein Weg des Überwindens der Welt, nicht der Anpassung an deren Maßstäbe. „Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden“, schreibt Johannes, und stellt damit heraus, dass sich die Kinder Gottes von der Welt unterscheiden. Ein Kind Gottes ist wiedergeboren, ein Kind Gottes ist ein Fremdling in dieser Welt (vgl. 1.Petr 2,11), entsprechend hat auch Jesus über die Seinen gesagt: Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin (Joh 17,16).

Somit ist die gesunde Lehre immer da auszumachen, wo klar zwischen Welt und Gemeinde unterschieden wird und man sich dessen bewusst ist, dass das weltliche Denken immer in Opposition zu Gottes Wegen steht. Entsprechend finden wir auch bei Johannes die Warnung: „Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit“ (1.Joh 2,15-17). Was diese Verse verdeutlichen, ist die Tatsache, dass die Liebe zur Welt, der Liebe zum Vater entgegensteht, folglich gibt es hier nur zwei Möglichkeiten: Entweder unser Herz hängt an dieser vergänglichen Welt oder es hängt an dem ewigen Gott, der uns einen Platz in Seinem unvergänglichen Reich zugesagt hat. Dies führt zu zwei Fragen:

1. Was versteht die Bibel unter Welt und Weltlichkeit?
2. Warum ist die Liebe zur Welt, unvereinbar mit der Liebe zu Gott?

Die Antwort auf die erste Frage, ist zugleich der Schlüssel zur Beantwortung der zweiten. Von daher bringt uns eine Definition von Weltlichkeit, der Lösung ziemlich nahe, wobei ich vorab kurz aufzeigen möchte, was diesbezüglich oft falsch verstanden wurde, und das ist die Auffassung, dass diese Warnung vor der Liebe zur Welt, so aufgefasst wird, als ginge es für den Christen darum, sich vollständig aus dieser Welt herauszuziehen. Dies jedoch entspricht, nicht dem, was Jesus gesagt hat. Vielmehr lautete Sein Gebet zum Vater: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen“ (Joh 17,15). Und wiederum sprach ER: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (Mt 10,16). Ein Rückzug aus der Welt, kann also nicht in Seinem Sinne sein, von daher ist eine Unterteilung in „Mönche“ und „Weltliche“ ebenso verkehrt, wie die Tendenz, Weltlichkeit so zu interpretieren, als ginge es darum, dass sich Christen aus allen weltlichen Belangen heraushalten müssen. Denn wie sollten sie in diesem Fall, Salz der Erde und Licht der Welt sein? Salz im Salztopf bewirkt so wenig, wie Licht unter einem Scheffel (vgl. Mt 5,13-16). Dies sollten auch jene bedenken, die der Überzeugung sind, es sei Christen nicht erlaubt, sich politisch zu engagieren oder sich an Wahlen zu beteiligen.
Andere definieren bestimmte Dinge als weltlich und fühlen sich solange im sicheren Bereich, wie sie sich im Rahmen ihrer eigenen Definition bewegen. So wird diese Warnung, die Welt zu lieben, auf eine Liste bestimmter Regeln reduziert, die beispielsweise wie folgt lauten könnten: Christen dürfen nicht ins Kino, dürfen keinen Alkohol trinken, dürfen nicht Kartenspielen, dürfen keinen Sport treiben,… Es soll hier gar nicht um eine Wertung gehen, sondern darum, dass dies im Endeffekt auf denselben Fehler hinausläuft, der auch bei den Pharisäern und Schriftgelehrten zu beobachten ist, und dieser besteht darin, das Wort Gottes so zu deuten, dass es einen selbst immer in einem guten Licht erscheinen lässt. So findet man leicht die Bestätigung, das bei einem selbst alles in bester Ordnung sei, und sieht sich gegenüber anderen nur allzu gern als geistlich überlegen. Gehen wir also sorgfältig an das Thema heran, ohne vorschnell einen Haken dahinter zu machen, denn um wirklich von diesem Bibelvers zu profitieren, ist es sehr entscheidend, dass wir uns darüber im Klaren sind, was die Bibel unter Welt versteht. Eine gute Antwort darauf, so meine Überzeugung, gibt uns folgendes Zitat:

Welt meint die Organisation, den Geist und die Einstellung der Menschheit, insofern als sie Gott ignoriert und ihn nicht anerkennt, und insofern als sie ein Leben in Unabhängigkeit von ihm führt, ein Leben, das sich ausschließlich auf diese Welt und dieses Leben begründet sieht. Es ist damit die Einstellung gemeint, die gegen Gott rebelliert und ihm den Rücken zugekehrt hat. Es meint mit anderen Worten, die typische Lebensführung , die den Durchschnittmenschen von heute charakerisiert, der nicht an Gott denkt, sondern seine Gedanken nur auf diese Welt und dieses Leben richtet, der nur im Rahmen um Sinne des Zeitlichen denkt und sich von bestimmten Trieben und Begierden bestimmen lässt. Es ist die ganze Lebenseinstellung, die Gott ausschließt. 1

Meines Erachtens, ist diese Erklärung, die wir Martyn Lloyd-Jones zu verdanken haben, sehr hilfreich, um zu verstehen, worauf Johannes abzielt, wenn er uns vor der Liebe zur Welt warnt. Warum diese Weltliebe nicht mit der Liebe zu Gott zu vereinbaren ist, sondern, wie es Jakobus schreibt, sogar Feindschaft gegen Gott bedeutet (vgl. Jak 4,4), ist auch offensichtlich, es liegt an der rebellischen Grundeinstellung des Menschen; es ist die typisch menschliche Haltung; Gott aus seinem Leben auszuklammern. Statt sich Gott dankbar zuzuwenden, hat sich die Menschheit seit dem Sündenfall vom Geber aller guten Gaben abgewandt, und ist IHM feindlich gesinnt. Dass dies unvereinbar mit der Liebe zum Vater ist, liegt auf der Hand. Johannes meint also mit „Welt“ nicht die Schöpfung im Allgemeinen, sondern die negative Grundeinstellung, die der gefallene Mensch gegenüberüber seinem eigenen Schöpfer eingenommen hat. Dass das Leben des natürlichen Menschen von dieser Rebellion gekennzeichnet ist, zeigt sich in seinem selbstsüchtigen Lebensstil, der, wie es Johannes aufzeigt, von Fleisches- und Augenlust geprägt ist, und im Hochmut des Lebens gipfelt.

Da ich im Rahmen der Beitragsreihe, zu den „Ich aber sage euch – Aussagen“ der Bergpredigt, bereits auf das Thema „Fleisches- und Augenlust“ eingegangen bin, möchte ich diesen Aspekt der Weltliebe zusammenfassend umreißen, der letztgenannte Punkt - der Hochmut des Lebens - soll, so der HERR will, Unterpunkt des nächsten Teils sein.

Um zu verstehen, was mit Fleisches- und Augenlust gemeint ist, gilt es zu beachten, dass es hier um einen Missbrauch dessen geht, was Gott für den Menschen vorgesehen hat. Es geht also um einen falschen Umgang mit göttlichen Gaben, nicht um Dinge, die grundsätzlich verwerflich wären. Konkret gesagt: Anstatt die Gaben Gottes in der Weise und innerhalb des Rahmens zu genießen, den Gott dafür vorgesehen hat, lässt sich der Mensch von diesen Dingen gefangen nehmen. Anstatt seine Begierden zu beherrschen und sie so zu gebrauchen, wie es sein sollte, wird der Mensch von ihnen beherrscht und kontrolliert. Folglich sieht er den Sinn und Zweck seines Lebens, ausschließlich in der Befriedigung seiner Sinne und Triebe. Wie gesagt, es wäre falsch alles zu verteufeln, indem man es als weltlich oder ungeistlich deklariert; es ist normal und natürlich, dass wir etwas Essen oder Trinken, es ist auch normal, dass wir nicht nur Arbeiten, sondern auch Erholung brauchen; dasselbe betrifft auch die Sexualität. Wir sind so veranlagt und so geschaffen, dass wir dies alles benötigen und ein natürliches Verlangen danach haben, die Problematik des Menschen ist, der falsche Umgang damit. Ob es übermäßiger Alkoholgenuss oder Fresssucht ist oder ob man nur noch für die Freizeit leben will, es läuft immer darauf hinaus, nämlich, dass diese Dinge das Leben ausmachen. Man ist nur noch darauf fokussiert, weil man in diesem zeitlichen Genus, den einzigen Sinn und die einzige Lebenserfüllung sieht (vgl. Hebr 11,25). Somit werden letztlich Gottes Gaben missbraucht, denn für sich genommen, ist all das nicht sündig, weder essen, noch trinken, noch heiraten ist Sünde, dennoch vergleicht Jesus die Menschen der Endzeit, mit jener Generation, die zurzeit der Sintflut lebte, indem ER sagt: „Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging“ (Mt 24,38).

Warum kam Gottes Gericht über diese Menschen, was war ihr Vergehen? Die Antwort ist, dass sie nur an den Gaben Gottes - nur an Seinen Segnungen – interessiert waren. Wie selbstverständlich, dachten sie, dass ihnen als das zustünde, sie sahen es als ihr gutes Recht an, darüber nach ihrem freiem Ermessen zu verfügen, doch für den Geber dieser Gaben, gab es in ihrem Leben keinen Platz. Aber eben nicht nur das, sie weigerten sie auch, in dem von Gott gegeben Rahmen zu leben. Genau das kennzeichnet auch die Menschen unserer Generation, man nimmt sich, wovon man überzeugt ist, das es einem zusteht, man hält es für sein gutes Recht, sich alles zu gönnen, was das eigene Herz begehrt. Ob man dabei gegen Gottes Gebote verstößt, interessiert nicht; im Gegenteil, gerade das Überschreiten der von Gott gesetzten Grenzen, macht bei vielen sogar einen besonderen Reiz aus.

Wie gesagt, in einem gewissen Rahmen, ist all das erlaubt, wir dürfen all dies dankbar aus Gottes Hand nehmen, wir dürfen uns an gutem Essen, ebenso erfreuen, wie an Ehe und Sexualität, nur eines gilt es zu beachten, Gott hat den Rahmen für all das festgelegt, und der ist beispielsweise bei der Sexualität die Ehe. Die Erläuterung, wie wenig unsere Welt von dieser Ansicht hält, erübrigt sich, niemand kann entgehen, dass sich der Mensch gerade auf diesem Gebiet jede erdenkliche Freiheit herausnimmt. So haben sich viele das Motto der Rockmusik zu Eigen gemacht, welches da lautet: Sex drugs and rock'n'roll. Man sieht den Sinn des Lebens, nur noch für Partys, Spaß und Vergnügen, man will alles auskosten, und lebt gemäß der Einstellung: »Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!« (Jesaja 22,13; 1.Kor 15,32). Damit erhebt sich der moderne Mensch zum Maß aller Dinge, und verdrängt dabei ganz bewusst, dass es da einen Schöpfer gibt, dem gegenüber er eines Tages Rechenschaft abgeben muss; und genau daran ist ersichtlich, dass er sich in seinem Denken, Tun und Handeln, um kein Haar von den Zeitgenossen Noahs unterscheidet.

Wenn Johannes uns vor der Liebe zur Welt warnt, und dabei auf die Fleischeslust und die Augenlust zu sprechen kommt, ist diese selbstsüchtige Haltung gemeint, vor der sich Kinder Gottes in acht nehmen müssen. Werfen wir hingegen die göttlichen Gebote hinter uns, weil uns die Befriedigung unserer Wünsche und Triebe wichtiger ist, als unsere Liebe zum Vater, dann gehen wir den Weg dieser Welt; weil es nämlich genau diese rebellische Haltung ist, die diesen Weg kennzeichnet. Das ist es, wovor Johannes uns warnt, und wenn wir diese Warnung erstnehmen, dann ist es hilfreich, denselben Vorsatz zu treffen, den der Apostel Paulus diesbezüglich formuliert hat, und dieser lautet: „Aber ich will mich von nichts beherrschen lassen!“ (1.Kor 6,12). Wir dürfen uns an allem, was unser himmlischer Vater erschaffen hat, erfreuen, nur vor einem müssen wir uns hüten, Gottes Gaben dürfen nie über Gott selbst stehen. Das gilt natürlich auf für alle materiellen Dinge, wir benötigen Kleidung, und wir können dankbar sein, wenn wir ein Dach über dem Kopf haben. Wovor wir uns jedoch in Acht nehmen müssen, ist, dass uns diese Dinge wichtiger werden, als unsere Beziehung zu Gott. Wir können sie dankbar und zweckmäßig gebrauchen, doch wenn wir nur noch dafür leben, und uns von dem weltlichen Prestigedenken anstecken lassen - immer das neuste Auto fahren zu müssen, immer das aktuellste Smartphone zu haben, immer einen schöneren Garten als der Nachbar - dann sind wir Menschen, die die Welt wieder liebgewonnen haben (vgl. 2.Tim 4,10). Wir dürfen uns nicht dieses oberflächlichen Lebensstils schuldig machen, wo sich alles nur noch darum dreht, andere zu beeindrucken. Wo nur noch das äußere Erscheinungsbild wichtig ist und zugleich der innere Mensch zugrunde geht. In der Welt ist das normal, doch im Reich Gottes hat es keinen Platz.

Von daher darf unser Leben nicht von solchen Dingen bestimmt und beherrscht werden. Unsere Triebe und Wünsche, dürfen nicht über unserer Liebe zum himmlischen Vater stehen. Beachten wir, nicht diejenigen, werden als Kinder Gottes bezeichnet, die sich vom Fleisch (also von ihren selbstsüchtigen Wünschen und Trieben) leiten lassen, sondern die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes (Röm 8,14). Und der Punkt ist, der Geist der Welt und der Geist Gottes sind absolut unvereinbar; sie stehen im absoluten Gegensatz zueinander. Und eben deshalb, gibt unsere Haltung gegenüber dem Denken dieser Welt, sehr viel Aufschluss darüber, wessen Geistes Kind wir sind (vgl. Lk 9,55).

 

 

Quellangabe

1. Martyn Lloyd Jones - Kennzeichen eines Christen, S.269
 


 

 

 

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