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Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind - Teil 2b

Der Hochmut des Lebens

10.03.2018

 

Kommen wir nun zum dritten Aspekt, der uns zeigt, woran wir weltlich geprägtes Denken, und somit auch weltlich geprägte Lehre, ausmachen können, und das ist, nach der Fleischeslust und der Lust der Augen, der Hochmut des Lebens. Meines Erachtens, verdient gerade dieser Aspekt, der Weltliebe, unsere ganz besondere Beachtung, denn in die Falle des Hochmuts, sind schon so manche Gotteskinder getappt, ohne es überhaupt wahrzunehmen. Ob es eine Übertreibung ist oder nicht, möge jeder für sich selbst beurteilen, doch meiner Überzeugung nach, steht der Liebe zum Vater, nichts deutlicher entgegen, als Hochmut und Stolz. So charakteristisch dies für die Einstellung eines typischen Weltmenschen ist, so sehr müssen sich Gläubige vor dem Hochmut dieser Welt hüten. Nicht ohne Grund warnt uns die Schrift: „Vor dem Verderben kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall“ (Spr 16,18). Überlegen wir uns, wie kam Satan zu Fall? Er kam zu Fall, indem er sprach: „Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten“ (Jes 14,13-14). Und wie konnte er das erste Menschenpaar zur Sünde verleiten? Es war sein leeres Versprechen: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1.Mo 3,5), das Adam und Eva zu Fall brachte.

Was war die Strategie? Es war das Argument: „Liebes Menschenpaar, macht euch doch nicht kleiner als ihr seid. Habt ihr es denn wirklich nötig, dass Gott euch Vorgaben macht, was falsch oder richtig, was gut oder böse ist? So etwas könnt ihr doch selbst entscheiden. Anstatt euch Gott zu unterstellen, solltet ihr lieber auf mich hören, dann könnt ihr euer eigener Herr sein und selbst entscheiden. Das ist es, was euch zu einem erfüllten Leben führen wird, nicht die Anhängigkeit von Gott, sondern die Unabhängigkeit von eurem Schöpfer, bringt euch das wahre Lebensglück. Gott will euch nur kleinmachen, ich hingegen werde euch ganz groß rausbringen. Er will euch nur einengen, ich hingegen zeige euch den Weg der Freiheit und der Selbstverwirklichung. Vertraut mir, und all eure Träume werden wahr!“ Entsprechend dieser Lüge, verspricht der antichristliche Geist, der Irrlehrer und falsche Propheten leitet, dass es ratsam sei, sich nicht so eng an das zu binden, was Gott gesagt hat. Unterschwellig ist hier die Lehre enthalten, sich von Gottes Wort zu distanzieren. Was in der Welt offensichtlich ist, nämlich, dass man in der Unabhängigkeit von Gott sein Lebensglück sucht, entspricht bei genauem Betrachten, dem antichristlichen Geist, der sich hinter falscher Lehre verbirgt. Dass die gesunde Lehre genau das Gegenteil besagt, nämlich, dass wir zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen sind, und darin ein erfülltes Leben zu finden ist, hat Johannes gleich an den Anfang seines Briefes gestellt; indem er folgendes festgehalten hat: Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir, auf dass unsere Freude vollkommen sei (1.Joh 1,3-4). Gesunde Lehre bringt uns immer Gott näher, sie zielt immer auf die ungetrübte Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus ab. Entsprechend warnt der Apostel vor allen Einflüssen, die diese Gemeinschaft trüben oder gefährden, und das ist neben direkter Sünde, der Einfluss verderblicher Lehrer, die Sünde verharmlosen und somit dafür sorgen, dass die Gläubigen dagegen abstumpfen und plötzlich nicht mehr alles so eng sehen wollen. Da die falsche Lehre von Rebellion gegen Gott gekennzeichnet ist, lässt sie sowohl der Fleischeslust, als auch der Lust der Augen reichlich Spielraum und geht letztlich im weltlichen Strom des Verderbens auf. Je länger man solcher Lehre und solchen Lehrern ausgesetzt ist, je mehr stumpft man gegen die Mahnungen der Schrift ab. Anstatt sich unter das Wort Gottes zu demütigen, erhebt man sich über das geschriebene Wort, und entwickelt sich nach und nach zu einem stolzen „Ich-weiß-es-besser-Christen“, was anderes ist das, als das, was Johannes als Hochmut des Lebens bezeichnet hat?  

Satan hat seine Strategie nicht verändert, er weiß immer noch, dass er uns dann am gefährlichsten werden kann, wenn er uns Honig um den Mund schmiert, indem er unserem Ego schmeichelt und uns gewisse Sonderrechte einräumt. Wenn ich hierbei an meine Zeit in der Pfingstbewegung zurückdenke, wo ich falsche Wege gerne mit dem Argument: „Ich habe meinen Frieden darüber“, gerechtfertigt habe, muss ich zugeben, dass es eine Phase gab, in der mich niemand belehren konnte, schließlich hatte doch der Heilige Geist direkt zu mir gesprochen, was war dagegen schon ein Bibelvers, der meinen Plänen entgegenstand? Ich glaubte einen gewissen Sonderstatus zu haben, da ich mich für einen besonders Gesalbten des HERRN hielt, und bemerkte bei all dem noch nicht einmal meine eigene Überheblichkeit. Ist es angesichts dessen verwunderlich, wenn geschrieben steht: Wer stolze Augen und ein hochmütiges Herz hat, den will ich nicht dulden (Ps 101,5b)? Es kommt nicht von Ungefähr, dass in einer Aufzählung, in der sieben Dinge genannt werden, die dem HERRN ein Gräuel sind, als aller erstes stolze Augen genannt werden (Spr 6,16-17).

Wenn wir dies hinsichtlich der Aussage: „Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie“, im Blick haben, dann ist immer dann Wachsamkeit geboten, wenn Lehrer unserem Fleisch schmeicheln. Hinter einer Lehre, die nur darauf ausgerichtet ist, unser Ego aufzubauen, so dass wir uns in unserem Tun grundsätzlich bestätigt fühlen, ja, dass wir sogar regelrecht stolz auf unser eigenes Gutsein werden, steckt der antichristliche Geist, der uns im Gegensatz zum Heiligen Geist, nicht zur Demut, sondern zu Hochmut uns Stolz anleitet. Ebenso ist Vorsicht geboten, wenn das Evangelium wie eine Ware dargeboten wird, die mit allen Mitteln verschleudert werden muss. Wenn der Zweck die Mittel heiligt, und mehr auf Besucherfreundlichkeit, als auf Bibeltreue gesetzt wird, sodass die Zahl der Gottesdienstbesucher über dem Inhalt der Verkündigung steht. Wenn es gar darum geht, andere Gemeinden in der Größe zu übertreffen und mit Stolz die Anzahl der Gottesdienstbesucher genannt werden, hat sich weltliches Denken eingeschlichen. Keine Bibelstelle gibt uns Anlass zu glauben, dass es beim christlichen Glauben um Zahlen gehen würde, im Gegenteil, nicht Mitgliederzahlen stehen Vordergrund, sondern die Reinheit und Reinerhaltung der Lehre. Wer tatsächlich der Meinung ist, Jesus hätte Zahlen über den Inhalt Seiner Botschaft gestellt, dem empfehle ich, um nur eine Bibelstelle zu nennen, nachzulesen, was in Johannes 6,66 geschrieben steht.

Nein, wo es nur um Zahlen geht, handelt es sich um Eigennutz, Eitelkeit und Ruhmsucht, was dem Geist dieser Welt entspricht. Dahingegen kann man den Geist Gottes immer da ausmachen, wo sich Menschen der gesunden Lehre der Schrift unterstellen, und genau das ist ein Zeichen von wahrer Demut. Demut bedeutet, nicht auf unsere menschlichen Möglichkeiten zu vertrauen, sondern wahrzunehmen, dass die Errettung allein in Gottes Hand liegt. Darum verbirgt sich hinter der weit verbreiteten Auffassung, dass Errettung, nur eine Frage der richtigen Methode sei, menschlicher Hochmut, der alles im Bereich des menschlich machbaren sehen will. Es ist Hochmut zu glauben, es läge in der Hand des Evangelisten, dass sich Menschen bekehren, es ist Hochmut zu glauben, man könne jeden Menschen für Christus gewinnen, so lange man nur den richtigen Schlüssel zu seinem Herzen findet. Und es ist der Gipfel des Hochmuts, in eigenen Ideen, ein geeigneteres Mittel zur Gewinnung von Menschenseelen zu sehen, als in dem, was die Apostel gelehrt und vorgelebt haben. Kurzum, es ist Hochmut und Stolz im Spiel, wenn menschliche Weisheit über die göttliche Weisheit gestellt wird. Gesunde Lehre ist nicht auf die Weisheit dieser Welt, sondern auf die Weisheit Gottes gegründet. Grund dafür, ist die Tatsache, dass die Weisheit dieser Welt, Torheit vor Gott ist (vgl. 1.Kor 3,19).

Es gab bereits zur Apostelzeit viele, die in Überredungskunst und menschlicher Weisheit, das geeignete Mittel sahen, um Menschen für das Evangelium zu gewinnen. Paulus lehnte solche Methoden entschieden ab, weil er wusste, dass ein Glaube, der auf Menschenweisheit basiert, zum Scheitern verurteilt ist (vgl. 1.Kor 2,5). Treffend hat Dave Hunt festgehalten: Nicht die akademischen Referenzen, brillante Redekunst oder die Überredungskunst des Predigers sind es, die die Zuhörer überzeugen, sondern das reine Evangelium. Wir dürfen nicht versuchen, das Evangelium in menschlicher Weisheit und Arbeitseifer auszuschmücken, zu verbessern oder es auf irgendeine Weise für den Ungeretteten ansprechender zu machen. Das Evangelium, vorgestellt in unveränderlicher Reinheit, ist die Botschaft, die der Heilige Geist akzeptiert, indem er die überzeugt und überführt, die sie hören (Johannes 16,8-11). 1

Es ist der Hochmütige, der glaubt, Gott sei auf ihn und seine besonderen Fähigkeiten angewiesen, der Demütige hingegen hat erkannt, dass es genau umgekehrt ist: Nicht Gott braucht mich, sondern ich brauche IHN. ER kann ohne mich alles tun, ich kann ohne IHN nichts tun, zumindest nichts, das bleibenden Wert hätte und Frucht für die Ewigkeit bewirkt. Natürlich will uns Gott als Werkzeuge gebrauchen, doch ist der allmächtige Gott, der aus Steinen Kinder erwecken kann, etwa auf mich angewiesen? Nehmen wir also wahr, dass wir nur irdische, zerbrechliche Gefäße sind, entscheidend ist doch, dass wir mit Seiner Kraft erfüllt sind (vgl. 2.Kor 4,7). Doch wo kommt diese Kraft zur Geltung, bei den Selbstsicheren, Stolzen oder Überheblichen? Nein, hören wir, was unser Herr dem Apostel Paulus sagte: „Meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung“ (2.Kor 12,9). Jener Paulus, der zu einem späteren Zeitpunkt über sich sagen konnte: Wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe; und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne (Phil 3,8), war vor seiner Bekehrung ein absoluter Kariere Mensch. Er hatte sehr viele Privilegien. Da war seine jüdische Abstammung. Er war vom Stamm Benjamin, Hebräer von Hebräern, er war beschnitten, er war dem Gesetz nach Pharisäer und war unter dem damals sehr anerkannten Gesetzeslehrer Gamaniel ausgebildet worden. Was in etwa vergleichbar ist, als wäre ein katholischer Priester vom Papst unterrichtet worden. Dennoch rühmte Paulus sich nicht dessen, sondern seiner Zugehörigkeit zu Christus (vgl. Apg 22,3; Phil 3) Nach seiner Bekehrung, war es eben nicht mehr dieses weltliche, vergängliche Prestigedenken das sein Leben ausgemacht und bestimmt hat, sondern die Liebe zu seinem Erlöser.

Was anderes kommt hier zum Ausdruck, als die Tatsache, dass ein Christen gegenüber all dem, worauf diese Welt fokussiert ist, ein völlig anderes Verständnis hat, als die Menschen dieser Welt? Entsprechend hat Martyn Lloyd-Jones festgehalten: Die Geburt, die die Christen kennen, ist die Wiedergeburt, nicht die natürliche Geburt; der Reichtum an dem sie interessiert sind, ist der Reichtum der Reichtümer in der Herrlichkeit; die Erkenntnis nach der sie streben, ist nicht menschliche Erkenntnis, sondern die Erkenntnis Gottes. Die Verbindungen, auf die sie stolz sind, sind nicht jene, die man in adeligen Kreisen finden wird; vielmehr sind sie auf das Volk Gottes, die Heiligen stolz, wie gering und niedrig diese auch sein mögen. Die Ehre, die sie begehren, ist nicht die Ehre eines großen Namens unter den Menschen, sondern die Ehre, von Gott erkannt zu werden und jenen Tag zu erwarten, an welchem sie die gesegneten Worte hören werden: „Recht so, du guter und treuer Knecht… geh ein zur Freude deines Herrn“ (Mt 25,21) 2

Grundsätzlich stellt sich an diesem Punkt die Frage, wo suchen wir unsere Anerkennung, bei Menschen oder bei Gott? Wenn wirklich Gottes Geist in uns wohnt, werden wir sie bei Gott suchen, ist es hingegen der Geist dieser Welt, werden wir die Anerkennung der Menschen suchen (vgl. Mt 6,1; Joh 12,43; Gal 1,10). Ebenso klar ist auch, dass Hochmut dem Geist dieser gefallenen Welt entspricht, Demut hingegen, dem Geist Gottes. So wie Hochmut der Hölle entstammt, so entstammt Demut dem Himmelreich. Und eben deshalb, finden wir in der Schrift immer und immer wieder, Warnungen vor Hochmut und Stolz. Doch obwohl dem so ist, neigen wir oft dazu, uns selbst bei diesem Thema auszuschließen. Anstatt unser Herz zu prüfen, tendieren wir eher dazu, uns als so demütig einzustufen, dass wir stolz auf die eigene Demut sind. Vielleicht lieben wir auch solche Lehrer, die uns immer nach den Ohren reden, durch deren Predigten wir immer Bestätigung finden und hassen jene, durch deren Predigt, wir mit unserer Sündhaftigkeit konfrontiert werden. Doch was sagt uns das Wort Gottes über Verkündiger, die uns einreden wollen, der Sinn des christlichen Glaubens sei die Verwirklichung der eigenen Träume? Es sagt uns: Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Gerede; darum fürchte Gott! (Pred 5,6; vgl. Jud 8). Der Demütige betet: Dein Wille geschehe (Mt 6,10), dem Hochmütigen hingegen, geht es immer darum, seinen eigenen Willen durchzubekommen (vgl. Kol 2,23). Er sieht im Gebet das Mittel, um Gott für seine eigenen Wünsche zu gewinnen, nicht aber darin, den Willen Gottes für sein Leben zu erfahren und täglich um die Kraft zu bitten, entsprechend zu leben. Entsprechend dieser Haltung, will er auch nur Positives hören und fühlt sich sofort eingeengt, wenn er beispielsweise mit den Bedingungen der Nachfolge konfrontiert wird (vgl Mk 8,34). Wir wollen doch was Aufbauendes, was Ermutigendes, wer mag schon Korrektur? Aber sollte dies wirklich unserer Einstellung entsprechen, was sagt dies über uns aus? Betrachten wir eine Gegenüberstellung dessen, was Johannes über falsche Lehrer festgehalten hat, und dem, was Jesus im Gegensatz dazu über Seine Jünger sagte. Johannes schreibt über die falschen Lehrer: „Sie sind aus der Welt; darum reden sie von der Welt, und die Welt hört auf sie“. Dem entgegen, stehen die Worte unseres HERRN, der Seinen Jüngern sagte: „Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt“ (Joh 15,18-19).

Wenn wir seichte Unterhaltung und oberflächliche Verkündiger, gegenüber biblische gesunder Lehre bevorzugen, lässt es darauf schließen, dass es nicht der Geist Gottes, sondern der Geist dieser Welt ist, der uns beeinflusst und leitet. Ein weiterer Punkt ist unsere Motivation. Was treibt uns an, ist es der Ehrgeiz, erfolgreich zu sein, sich von anderen abzuheben, erfolgreicher und größer wie andere? Wollen wir uns Eindruck verschaffen, geht es darum, sich selbst einen Namen zu machen oder eine höhere Position zu erreichen? Niemand kann leugnen, dass diese Haltung auch ins Christentum eingedrungen ist. Man ist stolz auf das eigene Wissen und die Gelehrsamkeit und sieht sich anderen Glaubensgeschwistern gegenüber als überlegen. Hüten wir uns vor dieser Haltung, denn sobald wir anfangen, uns etwas auf unsere Erkenntnis einzubilden, gilt, was Paulus den Korinthern geschrieben hat: Wenn aber jemand meint, etwas zu wissen, der hat noch nichts so erkannt, wie man erkennen soll (1.Kor 8,2). Was die Korinther mehr als alles andere lernen mussten, war eine Lektion, die auch wir nur allzu gern vergessen, und diese lautet: „Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!“ (1.Kor 1,31; 2.Kor 10,17).

In dieser Welt ist es normal, dass man verächtlich auf andere herabschaut, weil sie nicht den hohen gesellschaftlichen Status genießen, den man selbst innehat. Man will sich von anderen abheben, sei es durch einen höheren Bildungsstand, durch berufliche Karriere, Aussehen, Herkunft, Abstammung, Hautfarbe, oder sei es durch irgendwelche Statussymbole, Ehrentitel oder sonstige Auszeichnungen, doch innerhalb der Gemeinde hat diese Denkweise keinen Platz (vgl. 2.Kor 5,16; Kol 3,11). Vielmehr gilt es, nicht höher von uns zu denken, als zu denken sich gebührt (Röm 12,3). Machen wir uns immer wieder bewusst, wir haben nichts, was wir nicht empfangen haben, und halten wir uns an die Worte des Apostel Paulus, der uns auffordert: Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nachhohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug (Röm 12,16). 

Zusammenfassend möchte ich noch einmal hervorheben, dass die Liebe zu dieser Welt, Feindschaft gegen Gott bedeutet. Es ist unvereinbar, wenn wir gegenüber Gott, dieselbe Haltung einnehmen, wie sie in dieser Welt vorherrschend ist. Ebenso haben wir festgestellt, dass die rebellische Einstellung des natürlichen Menschen in dem gipfelt, was Johannes als den Hochmut des Lebens beschrieben hat. Ein wesentliches Merkmal dieses Hochmuts ist auch die Undankbarkeit gegenüber Gott. Die Menschheit schreibt all ihre Errungenschaften und Erfolge ausschließlich sich selbst zu, der Name Gottes kommt in diesem Zusammenhang nie ins Spiel, passiert jedoch irgendetwas, das dem Menschen missfällt, sei es das Zerplatzen eigener Träume oder seien es Schicksalsschläge, so ist es grundsätzlich Gott, der dafür verantwortlich gemacht wird. Mit anderen Worten, alles Negative geht auf das Konto des Schöpfers, alles Positive steht auf der Seite des vortrefflichen Geschöpfes. Es ist diese Arroganz des Menschen, es nicht für nötig zu halten, nach Gott zu fragen, sondern sich selbst zum Maß aller Dinge zu machen, die dem heiligen Gott bildlich gesehen ins Gesicht spuckt.

Natürlich ist diese Haltung bei den einen mehr, bei den anderen weniger ausgeprägt, doch die Frage, der wir uns stellen sollten, lautet, ob unser Herz von dieser Denkweise gekennzeichnet ist? Sollte dies zutreffen – sollte unser Herz tatsächlich von diesem Hochmut und diesem Stolz beherrscht werden - wird sich darin kein Raum für den Heiligen Geist finden. Achten wir daher, gerade beim Thema zur Unterscheidung der Geister, wovon unser eigenes Herz erfüllt ist, und bedenken in diesem Zusammenhang, wem der HERR Nahe ist. Es sind, wie uns die Schrift sagt, Menschen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind (Ps 34,19: vgl. Jes 66,2). Im Gegensatz dazu stehen diejenigen, denen Gott widersteht, und das sind die Hochmütigen. Entsprechend heißt es 1. Petrusbrief: Denn »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade« (1.Petr 4,5). Oder um es mit den Worten unseres HERRN zu sagen: „Wer sich aber selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden“ (Mt 23,12).

Eine Anwendung, zu der ich abschließend bezüglich der Geisterunterscheidung kommen möchte, ist, dass wir die Lehre und die Lehrer, denen wir ausgesetzt sind, anhand dessen bewerten, ob der Mensch oder Gott erhöht wird. Gesunde Lehre macht Gott groß und demütigt den Menschen, ungesunde hingegen, macht den Menschen groß und drängt Gott in den Hintergrund. Das sich hinter einem solchen Motiv, Hochmut und Stolz verbergen, ist unschwer auszumachen. Daher die Frage: Dreht sich alles um den Menschen und seine Wünsche oder geht es wirklich um die Ehre Gottes? Und die persönliche Anwendung, besteht darin, dass wir uns vor jeglichem Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen hüten müssen, anstatt verächtlich auf andere herabzublicken, fordert die gesunde Lehre der Schrift: Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst (Phil 2,3). Der Ehrgeiz voranzukommen, der Wunsch größer als andere zu sein, das Lebensziel andere zu beindrucken, ist ein eindeutiges Zeichen der Weltliebe, über die Johannes sagt, dass sie nicht vom Vater, sondern von der Welt ist. All das Streben dieser Welt hat keinen Ewigkeitswert, sondern wird vergehen. Wohlstand, Reichtümer, Gelehrsamkeit, Erkenntnis, sozialer Status und all diese Dinge, sie schwinden dahin, sie haben den Samen des Todes in sich.3 Am Tag des Gerichts wird all dies verbrennen. Lassen wir uns also nicht vom trügerischen Glanz dieser vergänglichen Schätze blenden, jagen wir nicht dem nach, was nur einen Augenblick währt, sondern, dem unvergänglichen Erbe, unserer himmlischen Berufung, und lassen wir uns von nichts und Niemanden um diesen Kampfpreis bringen (vgl. Mt 6,21,24; Phil 3,14; Kol 2,18). Damit auch auf uns zutrifft, was in Hebräer 3,14 geschrieben steht: Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten (Hebr 3,14). Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir ein demütiges Herz haben, das bereit ist, auf das zu hören, was uns der Heilige Geist sagt, und das sind die Worte: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah!“ (Hebr 3,15).

 

 

Quellangaben
1. Dave Hunt - https://www.thebereancall.org/content/die-kraft-des-evangeliums
2. Martyn Lloyd Jones - Kennzeichen eines Christen, S.269
3. Ebd., S.275


 

So der HERR will, wird in Kürze der dritte und letzte Teil dieses Betrags veröffentlicht

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