und

Postmoderner Mainstreamglaube

Veröffentlicht am 18.03.2015

Laut Wikipedia beträgt die Gesamtzahl der Christen in Deutschland 62%. Festgemacht werden solche Werte natürlich an der Kirchenzugehörigkeit. Die Frage ist nur, ob wir durch die Kirchenzugehörigkeit auch im Sinne der Bibel Christen sind?
Wer hier vorschnell zu einem "JA" kommt sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Bibel unter einem Christen einen Nachfolger von Jesus Christus versteht, und dass Jesus diese Nachfolge mit einer ganz klaren Bedingung verknüpft hat, indem ER sprach: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34).

Hier sehen wir, dass Jesus niemand zur Nachfolge zwingt, ER sagt ganz klar: „Wenn jemand mir nachfolgen will...“  Somit kann man schon mal festhalten, Nachfolge ist etwas Freiwilliges, man kann also niemanden dazu zwingen. Ich will hier auch niemanden etwas aufzwingen, sondern nur aufzeigen, dass wir hier in Deutschland eine Art Christentum haben, das mit dem, was die Bibel darunter versteht, nicht mehr viel zu tun hat. Man sieht die Kirche als Dienstleister für Feierlichkeiten, durchläuft ein gewisses Pflichtprogramm, wie Kindertaufe, Konfirmation oder Kommunion, lässt sich vielleicht noch kirchlich trauen und legt Wert auf eine christliche Beerdigung und meint damit kann Gott doch wohl zufrieden sein. Vielleicht hält sich manch einer auch für einen etwas besseren Christen, weil er sich immerhin noch die Frage stellt, wie weit man eigentlich gehen kann, um gerade so in den Himmel zu kommen? Dieser Gedanke ist jedoch ein völlig falscher Ansatz. Es geht nämlich nicht darum, wie weit kann ich mich von Gott entfernen, um doch noch irgendwie in Reichweite zu sein, sondern um die Frage: "Was kann ich tun, um IHM näher zu kommen?"

Manche Menschen denken, beim christlichen Glauben ginge es einfach darum ein paar religiöse Übungen durchzuführen oder halten es für eine Art Hobby, doch das hat nichts mit dem zu tun, was die Bibel unter Glauben versteht. Die Bibel macht das Christsein nicht daran fest, sondern an unserer Beziehung zu Jesus Christus und dabei geht es um die konkrete Frage, ob wir IHN wirklich lieben? Wenn das der Fall ist, kann unser Ziel doch nur darin bestehen IHM zu gefallen.
Es ist wie in einer Liebesbeziehung, wenn ich mich Frage, wie oft ich meine Frau betrügen kann, bis sie die Scheidung einreicht, ist es sehr zweifelhaft ob ich sie wirklich liebe. Wenn ich sie wirklich liebe frage ich mich doch, wie ich ihr gefallen kann, und nicht wie viele Verletzungen ihr zuzumuten sind. So nach dem Motto, immer das Limit ausreizen und nur nicht erwischt werden. Aus diesem Grund sagte Jesus auch: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten".

Er sagte nicht „müsst“, sondern „werdet“. Es geht also nicht nur um die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche, sondern um die Liebe zu Jesus, dem Gekreuzigten. Diese Liebe kann immer nur die Folge dessen sein, was ER für uns getan hat. ER, der Sohn Gottes, hat Sein Leben als Lösegeld für uns gegeben, doch Sein Tod und Seine Auferstehung sind nicht nur das zentrale Thema von Ostern, sondern das zentrale Thema des christlichen Glaubens. Aus diesem Grund schreibt der Apostel Paulus: Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt (1.Kor 2,1-2).

Leider muss ich sagen, genau das ist es, was ich bei der modernen Verkündigung unserer Tage vermisse; die Theologen wissen so vieles zu berichten und zu erzählen, doch manche halten es noch nicht einmal in der Osterzeit für angebracht, über die wahre Bedeutung des Kreuzes zu sprechen. Beim Versuch darauf hinzuweisen bekommt man dann beispielsweise Kommentare wie diesen zu hören:
Schade, dass Sie die Osterbotschaft und das Evangelium des Auferstandenen so klein und schmal machen, dass es immer wieder und vor allem durch das Nadelöhr des Sühnetodes "gezwängt" werden muss.  Und Sie aus Gott darum immer wieder einen rachsüchtigen Gott machen, der angeblich nur mit Blut besänftigt werden kann. Dabei hat Gott das Menschenopfer schon in 1. Mose 22 abgeschafft. Nur die Menschen haben es nicht gemerkt.

Ist es nicht traurig, dass man das Sühneopfer des Herrn Jesus so geringachtet, gerade so, als hätte man gar keine Erlösung nötig? Wie anders klingen da die alten Kirchenlieder; denken wir zum Beispiel an das bekannte Osterlied von Paul Gerhardt: 
O Haupt voll Blut und Wunden, da heißt es in der dritten Strophe:

Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last;
ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat.
Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.


Wer diese Erlösung erfahren hat, kann doch gar nicht anders, als darüber zu reden oder zu singen. Die einzig angemessene Reaktion auf Gottes unendliche Gnade kann doch nur endlose Dankbarkeit sein. Natürlich gibt es auch im Glaubensleben Höhen und Tiefen, aber wie man es fertigbringen kann, dieses Thema förmlich todschweigen, ist mir ein Rätsel. Wirklich neu ist das natürlich nicht, bereits ein Mann wie Spurgeon hatte solche traurigen Missstände zu beklagen, in einem Kommentar zu Psalm 74, 1-8 schreibt er: Aberglaube, Unglaube und fleischliche Weisheit haben es gewagt, die Stelle des gekreuzigten Christus einzunehmen und die Gemeinde Gottes in Trauer zu stürzen. Die Feinde von außen schaden uns wenig; aber die von innen kommen, fügen der Gemeinde ernsten Schaden zu. Indem sie die Wahrheit ausreißen und Irrtum an ihre Stelle pflanzen, betrügen sie die Menschen und führen große Scharen ins Verderben. Wie ein Jude heiligen Schrecken empfand, wenn er die heidnischen Zeichen an heilige Städte erblickte, so geht es uns, wenn wir in einer protestantischen Gemeinde die Torheiten Roms sehen und wenn wir von den Kanzeln, auf denen früher Männer Gottes standen, Philosophie und leeren Betrug vernehmen. (Andachtsbuch, Besser als Gold, 20. Juni)

Was für die Zeit Spurgeons zutraf, gilt für unsere Zeit leider umso mehr. Ich schreibe das nicht als jemand, der behauptet alles besser zu wissen oder besser zu können, sondern als jemand, der einen tiefen Schmerz empfindet, weil die Wahrheit von ihrem Platz verdrängt wurde. Natürlich kann ich nicht wissen, was von jeder einzelnen Kanzel in den Landeskirchen gepredigt wird, darum will ich auch nicht alles über einen Kamm scheren, über was ich hier schreiben kann, sind beispielsweise die geistlichen Beiträge, die im Radio über SWR3 gesendet werden. Davon habe ich viele gehört, weil bei uns im Büro immer das Radio läuft. Da ich Christ bin, könnte man vielleicht meinen, die geistlichen Beiträge wären gerade für mich das Highlight, doch leider ist oft das Gegenteil der Fall. Oft tun mir meine Kollegen sogar leid weil das Bild, das hier vom christlichen Glauben abgeben wird, eher dem humanistischen Denken, als der Lehre der Schrift entspricht. Bibelverse werden, sofern sie überhaupt herangezogen werden, so gedeutet und interpretiert, dass es von der breiten Masse akzeptiert werden kann. Wichtig ist nicht, was der Bibeltext wirklich aussagt, sondern nur die Frage, wie kann man ihn so hindrehen, dass er bei allen gut ankommt und wenn das nicht gelingt, lässt man die Bibel einfach ganz weg und zitiert einen Philosophen oder erzählt nette Geschichtchen aus dem eigenen Leben. Dass die Menschheit auch in religiöser Hinsicht immer mehr in diese Richtung abdriften wird, hat die Bibel deutlich vorausgesehen. In 2.Timotheus 4,3 heißt es dazu: Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehr nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer anhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt, und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich Fabeln zu wenden.

Man zieht also eine selbst erfundene, dem menschlichen Ohr schmeichelnde Botschaft, dem Wort der Wahrheit, das uns in der Bibel überliefert wird, vor. Man hört lieber die Botschaft, dass alle Religionen ans Ziel führen, als den klaren Anspruch, den Jesus durch die Worte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich!“ (Joh 14,20), erhebt.
Geschickt wie der moderne Theologe ist, werden solche klaren Aussagen entweder ganz unterschlagen oder so umgedeutet, dass sie nichts mehr mit der eigentlichen Bedeutung zu tun haben. Man will ja auch niemanden zu nahetreten und vermeidet es tunlichst solche absoluten Aussagen zu zitieren, sollte doch mal jemand an solche Worte erinnern, wird er bald schon als gefährlicher Fundamentalist eingestuft. Nein, so etwas geht gar nicht in unserer postmodernen Zeit, bei uns muss alles immer schön harmonisch sein, immer schön Friede, Freude, Eierkuchen. Ein Kuschelclub, in dem alles akzeptiert und toleriert wird, so lange nur nicht jemand auf die Idee kommt, dass Jesus einzigartig ist, dass ER eben nicht einer von vielen Religionsstiftern ist, sondern dass ER der Sohn Gottes ist, der in diese Welt kam, um den Preis für unsere Sünde zu bezahlen.

Doch Sünde, was ist das? Ein Unwort für die postmoderne Kanzel und ein absolutes Tabuwort für den beliebten, radiotauglichen Theologen, der eher dazu neigt zu beschwichtigen und zu verharmlosen, als jemals das Grundproblem unserer sündigen Natur anzusprechen. Unsere Sündhaftigkeit ist aber in den Augen des heiligen Gottes kein Kavaliersdelikt das man einfach unter den Teppich kehren kann; sondern im Gegenteil: Unsere Sündhaftigkeit ist so gravierend, dass nur der qualvolle Opfertod, den Jesus Christus, der Sohn Gottes für uns erduldet hat, den gerechten Zorn Gottes stillen konnte. ER hat Sein Leben als Lösegeld gegeben, um den Preis für unsere Sünde zu bezahlen. Wir sehen also im Kreuz von Golgota nicht nur Gottes unbegreifliche Liebe zu einer verlorenen Menschheit, sondern auch Seinen abgrundtiefen Hass gegen jegliche Art und Form von Sünde. Die Frage ist, können wir uns hier demütig dem Urteil Gottes unterwerfen? Können wir anerkennen, dass es ein gerechtes Urteil war, wenn uns Gottes Wort sagt, dass am Kreuz das Gericht über unser verdorbenes, eigensüchtiges, hochmütiges Wesen vollzogen wurde und dass Christus die Strafe getragen hat die wir verdient haben?
Doch von welcher Kanzel wird das noch verkündigt? Welcher Theologe würde beispielsweise Johannes 3, 36 zitieren, wer würde seinen Zuhörern den Satz: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm (Joh 3,36), zumuten?

Aber genau das ist das Evangelium, es verspricht nicht allen Menschen den Himmel, sondern nur denen, die an Jesus den Sohn Gottes glauben, die IHN als Erlöser annehmen, die IHM die Herrschaft über ihr Leben übergeben.
Aber dieses Evangelium wird kaum noch verkündigt, lieber schmeichelt man den Menschen und lockt sie mit Sprüchen wie: „Gott braucht dich in Seinem Team“, so als würde Gott uns brauchen, wo doch das Gegenteil der Fall ist. Nicht ER braucht uns, sondern wir brauchen IHN. ER kann ohne uns existieren, wir aber nicht ohne IHN. Doch anstatt dies zu betonen, wird eher der Eindruck vermittelt, Gott könnte froh sein ein paar Anhänger zu finden. Gerade so als wäre Gott ein B-Promi, der verzweifelt darum ringt ein paar Likes oder noch ein paar Facebook-Freunde zu finden.  Aber das ist nicht der Gott der Bibel, das ist allenfalls der Gott des Humanismus, ein Gott der sich aus allem raushält, ein Gott der dem Weihnachtsmann gleicht, der uns nur beschenken und segnen möchte, aber weiter keine Ansprüche an unser Leben hat.

Ich will den eingangs erwähnten Theologen ja keine böse Absicht unterstellen und mir ist auch nicht klar, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, doch Tatsache ist, dass sie den christlichen Glauben, für den sie angelblich eintreten, in der Regel völlig unterwandern und nach Belieben umdeuten. Die Bibel wird, sofern sie überhaupt noch zitiert wird, entweder total aus dem Zusammenhang gerissen oder so umgedeutet und verallgemeinert, dass letztlich der Eindruck entsteht, dieses Buch hätte gar keine klare verbindliche Botschaft und falls doch in Ansätzen eine gewisse Logik oder ein Sinn vorhanden sein sollte, dann sind es scheinbar nur die studierten Theologen, die in der Lage sind, dieses veraltete, verstaubte Buch richtig zu deuten. Dazu möchte ich folgendes anmerken: Die Bibel besteht aus 66 Büchern, die Verfasser waren zum Teil ganz einfache Leute aus dem Volk und selbst Jesus hatte keinen Hochschulabschuss, sondern war ein einfacher Zimmermann. ER war also ein Mann aus dem Volk und kein Professor Doktor Soundso. Was ich damit sagen will ist folgendes: Wenn eine Vielzahl der Schreiber keine Akademiker, keine studierten Theologen, sondern ganz gewöhnliche Leute waren, warum sollte dann das, was sie verfasst haben, nur von hochgebildeten Theologen richtig verstanden werden?
Doch das ist nicht die einzige Frage die wir uns stellen sollten, vielmehr müssen wir uns doch fragen, ob der Gott, der den Menschen geschaffen hat, nicht in der Lage ist, sich mit Seinen Geschöpfen über Sprache zu verständigen? Sicher gibt es niemand, der Gott an Intelligenz übertreffen kann, aber das muss nicht bedeuten, dass ER nicht in der Lage wäre, sich so auszudrücken, dass selbst ein kleines Kind IHN verstehen kann. Manche Leute halten sich für wahnsinnig intelligent, weil sie laufend mit Fremdwörtern um sich werfen, doch wirkliche Intelligenz besteht darin, sich so auszudrücken, dass mein Gegenüber mich versteht. Nun bin ich mir nicht sicher, ob mir das immer gelingt, aber ich bin mir sicher, dass Gott dazu in der Lage ist. Aus diesem Grund bin ich auch felsenfest davon überzeugt, dass man Gott, im wahrsten Sinne der Bedeutung, beim Wort nehmen kann. Wäre es nicht so, wie könnte ER dann erwarten, dass wir uns an Sein Wort halten? (vgl. Micha 6, 8 und Johannes 14, 23)

Nun, warum schreibe ist das, worauf will ich hinaus? Ganz einfach, ich will damit sagen, dass man den Sinn der Worte, sehr wohl verstehen kann, sofern man mit einer demütigen, unvoreingenommenen Haltung herangeht und Gott beim Lesen um Weisheit bittet (Jak 1,5). Natürlich gibt es keinen unfehlbaren Bibelausleger, aber es gibt Texte, die so kristallklar sind, dass man gar keinen Ausleger braucht, um den Sinn eindeutig zu verstehen. Es ist einzig und allein der Mensch, der es verkompliziert. Gründe mag es dafür viele geben, aber einer ist unzweifelhaft der, dass die ein oder andere Aussage nicht ins Konzept passt. Ja, die Bibel hat tatsächliche Ecken und Kanten und dies trifft auch auf Jesus zu. ER ist die Person, um die es in diesem Buch geht und ER hatte Seine härtesten Auseinandersetzungen mit den geistlichen Führern Seiner Tage. Obwohl niemand je mehr Liebe hatte als Jesus, hat ER nicht jede religiöse Sichtweise Gutgeheißen. Nein, ER hat Irrtümer richtiggestellt und falsche Lehre öffentlich kritisiert.
Seinen Jüngern sagte ER auch nicht: „Geht in alle Welt und bestätigt jedem religiös veranlagten Menschen, dass er auf dem richtigen Weg sei. Vielmehr sagte ER, dass in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden gepredigt werden soll unter allen Nationen, anfangend von Jerusalem (Lk 24,47). 
Folglich haben Seine Jünger auch nicht behauptet, das Evangelium sei einer von vielen Wegen, die zu Gott führen. Nein, was sie den Menschen verkündigten war folgendes: Dass ihr euch von diesen nichtigen Götzen bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist (Apg 14,15).

Hier wird deutlich, dass es Gott eben nicht egal ist, wen oder was wir anbeten, Hauptsache religiös, vielmehr gilt was Jesus im Gespräch mit der Samaritern sagte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“(Joh 4,24) Und da wir die Wahrheit über Gott nur in Seinem Wort finden, kann wahre Anbetung nur auf Grundlage Seiner Selbstoffenbarung erfolgen. Gott toleriert es nicht, wenn wir selbst festlegen, was oder wen wir anbeten, sondern sagt ganz klar: „Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2.Mose 20,2).
Wir dürfen Gottes Wort nicht nach unserem persönlichen Geschmack deuten, sondern müssen es entweder so annehmen, wie es geschrieben steht oder davon abrücken, uns als Christen zu bezeichnen. Es gibt in christlichen Kreisen Leute die sagen, es sei arrogant und vermessen, wenn wir Christen behaupten würden, dass Jesus der einzige Weg zum Vater sei. Für mich ist es ein Rätsel, wie sich solche Menschen einreden können, sie seien Christen. Wie kann man sich selbst über Jesus stellen und zugleich der Meinung sein, man sei Sein Nachfolger? Solche Leute geben vor demütig zu sein, doch in Wahrheit sind sie so hochmütig, dass sie sich über Jesus Christus erheben. ER selbst hat doch gesagt, dass ER der Weg und die Wahrheit und das Leben ist und dass niemand zum Vater kommen kann, außer durch IHN. Wer sagt eine solche Behauptung sei vermessen, der stellt Jesus als einen prahlerischen Schwätzer dar. Leider gibt es heute so viele, die nicht bereit sind, auf Gottes Wort zu hören, sondern lieber ihre eignen Ideen und Ansichten weitergeben und dies als Evangelium verkaufen wollen. Sie stellen die gesunde Lehre regelrecht auf den Kopf und bringen es oft sogar fertig, dass was die Bibel als gut bezeichnet, schlecht zu nennen und das, was die Schrift verurteilt, gut zu heißen. Doch Gott warnt uns durch Sein Wort: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! (Jes 5,20). 
Gott toleriert es nicht, wenn wir die Botschaft des Evangeliums an den Geschmack der Zuhörer anpassen. Vielmehr gibt ER durch den Apostel Paulus folgende Warnung weiter: Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht (Gal 1,8-9).

Egal welche Titel ein Theologe aufweisen kann, er kann Doktor der Theologie sein, er kann Professor sein, er könnte selbst der Papst sein, wenn er sich nicht an die Lehre der Schrift hält und den Menschen ein anderes Evangelium verkündigt, dann gelten ihm die eben zitierten Bibelverse. Leider ist diese Haltung heute weitverbreitet, denn mittlerweile ist es fast schon zu einer Art Selbstverständlichkeit geworden, die gesunde Lehre der Schrift förmlich auf den Kopf zu stellen. Ich will niemand etwas aufzwingen, nur eines kann ich nicht verstehen, warum bezeichnen solche Leute sich als Diener Gottes? Warum geben sie vor, das Evangelium zu verkündigen? Würden sie wenigstens Jesus aus dem Spiel lassen, würde sie wenigstens nicht vorgeben, in Seinem Auftrag zu handeln.

Ich kann verstehen, dass ein Moslem eine andere Sicht von Religion hat, ich kann verstehen, dass auch der Buddhist oder der Hindu eine ganz andere Botschaft verkündigt. Ebenso ist es auch mit dem Kommunisten, mit dem Atheisten, mit dem Astrologen, mit dem Esoteriker und mit allen anderen Philosophien oder religiösen Weltanschauungen. Diese Leute haben eine klare Ausrichtung, sie sagen klar, wofür sie stehen und sofern sie ihre Ansichten nicht mit Gewalt durchsetzen, heiße ich zwar nicht alles für gut, aber ich respektiere den Standpunkt. Anders ist es mit dieser selbstgestrickten Religion, die unter christlicher Etikette verkauft wird. Das finde ich grob fahrlässig und unverantwortlich.  Aus diesem Grund schrieb ich Eingangs, dass ich mir oft am liebsten die Ohren zuhalten würde, wenn diese Theologen ihre Weisheiten zum Besten geben. Natürlich gibt es auch positive Ausnahmen, Gott sei Dank gibt es auch noch gläubige Pfarrer, aber es ist eben keineswegs eine Selbstverständlichkeit und darum ist es auch so wichtig, dass es auch in unserer Zeit noch Menschen gibt, die bereit sind für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen (Jud 3).

Mit Kämpfen ist keinesfalls das gemeint, was mir einmal von einer evangelischen Theologin vorgehalten wurde. Nur der Tatsache geschuldet, dass ich die Wahrheit der Bibel mit Worten verteidigt habe, hielt sie mir vor, ich würde auf Menschen anderer Kultur herabschauen und schlussfolgerte, wohin dies führe, könne man derzeit am Extrembeispiel der Islamisten sehen. Hier sieht man, wie schnell jemand, der noch am wörtlichen Sinn der Bibel festhält, in die Ecke von gewaltbereiten Extremisten gedrängt wird.
Doch, weil Liebe die Grundlage des christlichen Glaubens ist, und weil Jesus sogar gelehrt hat, dass wir unsere Feinde lieben sollen, würde ich nie auf die Idee kommen, den christlichen Glauben mit Gewalt durchsetzen zu wollen. Wäre ich so veranlagt, dann könnte ich mich sicher nicht auf die Lehren des Herrn Jesus berufen. ER hat an keiner Stelle gelehrt, dass man Andersgläubige mit Gewalt zum Christentum drängen sollte, geschweige denn, dass man sich in die Luft sprengen soll, um Andersgläubige in den Tod zu reißen. Wenn die Bibel von einem Kampf redet, geht es nicht um einen Kampf gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt (Eph 6, 12).

Somit sehe ich in keinem Menschen meinen persönlichen Feind, sondern, sofern er sich nicht der Herrschaft des Herrn Jesus unterstellt hat, jemanden, der (ob er sich dessen bewusst ist oder nicht) leider unter der Herrschaft Satans seht. In Gottes Wort wird Satan nicht umsonst, als der Fürst dieser Welt bezeichnet. Er ist es, der, wie die Bibel sagt, in den Söhnen des Ungehorsams wirkt (vgl. Eph 2,2), und wenn die Bibel von Satan redet, meint sie nicht diese Karikatur, dann meint sie nicht diese Gestalt mit Hörnern, sondern sie meint einen raffinierten, unsichtbaren Geist. Den Gegenspieler Gottes, der alles unternimmt, um Misstrauen und Zweifel gegenüber dem lebendigen Gott und Seinem Wort zu säen. Grenzen die uns in Gottes Wort klar aufgezeigt, werden einfach verwischt, Wegweiser, die Gott aufgestellt hat, werden umgekehrt. Wenn selbst moderne Theologen seine Existenz bezweifeln, spielt ihm das umso besser in die Karten. Schließlich gilt es ja bei dunklen Machenschaften, die Spuren zu verwischen, damit einem niemand auf die Schliche kommt. Satan gibt sich sehr humanistisch und überaus menschenfreundlich, bei seinen Einwänden gegen Gottes Wort, scheint es stehst um das Wohl des Menschen zu gehen, doch in Wahrheit will er den Menschen nur gegen seinen Schöpfer aufhetzen, um ihn letztlich ins Verderben zu stürzen. Wenn ihm das gelingt, reibt er sich genüsslich die Hände und ist der erste, der bei Gott Klage erhebt und auf Strafe pocht. Das Kennzeichen seines Wesens ist die Rebellion gegen Gott; und ebenso wie sein Wesen durch und durch von dieser Rebellion gekennzeichnet ist, so hat er die Menschheit seit eh und je dazu angestachelt, sich gegen Gott und Seine Gebote aufzulehnen. Der Mensch will frei sein, er will niemanden über sich haben, niemanden der ihm sagt, was richtig oder falsch ist, er will selbst bestimmen. Ich Wirklichkeit ist er aber gar nicht frei, sondern ist, ohne sich dessen bewusst zu sein, unter die Sünde und somit unter die Herrschaft Satans versklavt. Dies ist darin begründet, weil sich die Menschheit durch die Sünde mit Satan solidarisiert.

Das ist der traurige Zustand der Menschheit seit dem Sündenfall und Gott hätte allen Grund dazu gehabt, es dabei bewenden zu lassen. ER hätte bei der Sintflut einfach die ganze Menschheit ausradieren können. Eine Menschheit, die Seine Liebe und Seine Geduld mit Füßen tritt, die ihn statt IHM zu danken, verspottet und ablehnt, doch statt uns unserem Schicksal zu überlassen, hat Gott Seinen Sohn auf diese Welt gesandt. Jesus kam, um die Sündenfrage zu klären. ER kam um die Strafe, die wir verdient hätten auf sich zu nehmen, ER kam um uns von der Herrschaft der Sünde und der Macht Satans zu befreien, ER kam um die Werke des Teufels zu zerstören. Von daher sollte man Satan nicht überschätzen, darf ihn aber auf der anderen Seite auch nicht unterschätzen.
Eines muss an dieser Stelle auch klar sein, Satan wird kaum jemandem direkt begegnen oder erscheinen, vielmehr begegnet er uns in jeder Weltanschauung und in jeder Religion die eine Alternative zu Jesus darstellt und somit besteht die Aufforderung für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen (Jud 3), darin, dass unverfälschte Evangelium gegenüber jedem Angriff, sei es von innerhalb oder außerhalb der christlichen Gemeinde, zu verteidigen. Dies kann nur geschehen indem man Irrlehren durch das Wort Gottes widerlegt. Ich mache das aber nicht herabschauend oder andere Menschen verachtend, sondern als jemand, der selbst so manchem Irrtum aufgesessen ist und der weiß, dass nur der Heilige Geist, geistlich Tote zu neuem Leben erwecken kann.

Letztlich ist alles Gnade, alles ist völlig unverdient und ich bin nicht Christ, weil ich von Natur aus besser war als irgendein anderer Mensch, sondern ich bin Christ, weil Gott mir in Seiner unbegreiflichen Gnade die Augen für meinen wahren Zustand geöffnet hat. Die Bibel sagt: Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist! (PS 32,2)
Früher hielt ich große Stücke auf mich, früher hielt ich mich für einen guten Menschen, Gott hat mich eines Besseren belehrt und daher liegt es mir fern, auf irgendjemand herabzusehen, mein einziges Anliegen besteht darin, auf den aufmerksam zu machen, der mich von der Macht der Sünde befreit hat und das ist Jesus. Man kann und darf IHN nicht auf die gleiche Stufe wie irgendeinen anderen großen Lehrer oder Religionsstifter stellen. ER ist der Sohn Gottes, ER ist es, der den Preis für unsere Sünde bezahlt hat, ER und niemand sonst. IHN hat Gott von den Toten auferweckt, ER ist es der in der Himmelswelt zur Rechten Gottes sitzt und Sein Name ist hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird (Eph 1,21).

 


 

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Predigtempfehlungen: 

Wolfgang Nestvogel - Thema: Die große Intoleranz der Toleranz

 

 

Außerdem empfehle ich die Predigt von Pastor Olaf Latzel über Richter 6,25-32

Thema:  An Gideon die Reinigung von den fremden Göttern lernen

Veröffentlicht am 29.01.2015, St. Martini-Kirche, Bremen



Anmerkung: Olaf Latzel spricht sich in dieser Predigt unmissverständlich gegen jegliche Art von Götzendienst unter Christen aus und hat dadurch in unserem sogenannten "christlichen Abendland" ein Sturm von Entrüstung ausgelöst. Vertreter von Kirche, Politik und Medien haben ihn mit Vorwürfen überhäuft und teileweise sogar als Hassprediger bezeichnet und das nur weil er Klartext redet und sich an die Bibel hält. Dazu ein empfehlenswerter Arktikel des Bibelbundes: https://bibelbund.de/2015/02/der-fall-olaf-latzel-eine-predigt-erregt-aufsehen/

 

 


 

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