und

Politisch korrekte Weihnachten

Wem gilt die Weihnachtsbotschaft?

 

Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde. Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens! Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den Himmel auffuhren, dass die Hirten zueinander sagten: Lasst uns doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden Maria und Josef, und das Kind in der Krippe liegend. Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort bekannt, das über dieses Kind zu ihnen geredet worden war. Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war (Lk 2,8-20).

 

Da dieser Text Jahr für Jahr in den Weihnachtsgottesdiensten verlesen wird, dürft er vielen Menschen geläufig sein. Die Frage ist, an wen war diese Weihnachtsbotschaft ursprünglich gerichtet? Was waren das für Menschen, denen die Engel diese überwältigende Botschaft überbrachten, und wie haben sie darauf reagiert? Der Text sagt uns, dass es ganz gewöhnliche Hirten waren. Sie waren in dieser Nacht draußen, um ihre Herden zu bewachen. Sie waren also nicht auf einem Selbstfindungsseminar, bei dem sie tagelang meditiert hatten, sondern waren ihrer alltäglichen Arbeit nachgegangen, als sie plötzlich ein helles Licht umstrahlte und ihnen ein Engel des HERRN erschien. Wie der Bibeltext weiter berichtet, überkam sie große Furcht (V 8-9). Hier wird deutlich, Engel sind nicht, wie so oft dargestellt, niedliche, putzige Wesen, sondern mächtige Diener Gottes. Die Engelserscheinung war so gewaltig, dass Ehrfurcht die einzig angemessene Reaktion war, und genau aus diesem Grund, begann der Engel seine Rede mit den Worten: „Fürchtet euch nicht!“

Auch hier sehen wir ein wichtiges Prinzip das uns in der Heiligen Schrift immer wieder vor Augen gestellt wird, und dies kann daran festgemacht werden, dass die Worte: „Fürchtet euch nicht!“, nie an jene adressiert sind, die Gott nicht ernst nehmen oder sich gar über heilige Dinge lustig machen (vgl. 2.Petr 2,10-11; Jud 10), sondern nur jenen gelten, die gottesfürchtig sind. Nur gottesfürchtige Menschen werden ermutigt, sich nicht zu fürchten. Nur jenen, die Gott fürchten, gelten die Worte: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten (Ps 103,13). Wer Gott nicht fürchtet, und das Geschenk verachtet, das ER uns in Seinem Sohn gegeben hat, der hat sehr wohl Grund sich zu fürchten, denn nur in Christus ist Gott mit uns (Mt 1,23), ohne Christus, sind wir unter dem Fluch des Gesetzes, das heißt, der Mensch, der nicht an Christus glaubt, bleibt unter dem Zorn Gottes (Gal 3,10; Joh 3,36). Denn jeder Mensch, der ohne Christus lebt, geht dem göttlichen Gericht entgegen, weil er durch seine sündige Natur niemals in der Lage sein wird, die gerechten Anforderungen des göttlichen Gesetzes vollständig zu erfüllen. Wie dankbar können wir sein, dass uns gesagt wird: Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden (Joh 1,17). Oder wie es an anderer Stelle heißt: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen (Tit 2,11).

Genau dies ist der Kern der Weihnachtsbotschaft: Jesus, der Sohn Gottes, kam in diese Welt. ER, dessen Herrlichkeit den Himmel erfüllt, wurde Mensch, ein Mensch aus Fleisch und Blut. ER, der Ewige, kam in diese vergängliche, sterbliche Welt und begab sich in die Hände Seiner Geschöpfe. Und so schreibt der Apostel Paulus: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen (Gal 4,4-5). Wäre der Sohn Gottes nicht Mensch geworden, wäre ER kein Nachkomme, der in Sünde gefallenen Menschheit geworden, dann wäre ER nicht als unser Erlöser infrage gekommen. ER musste der Menschensohn werden, um als unser Stellvertreter infrage zu kommen. Doch ER musste Gott und Mensch zugleich sein: Gott, um ein sündloses Leben führen zu können, Mensch, um die Strafe auf sich nehmen zu können, die wir verdient hätten. Durch Seine Menschwerdung löste Gott das Versprechen ein, dass ER Seinem Volk lange im Voraus gegeben hatte. Mit dem kleinen Kind in der Krippe, erfüllte sich, was durch die Heiligen Schriften lange im Voraus angekündigt war.

Die ersten, die davon unterrichtet wurden, waren ausgerechnet jene einfachen Hirten, die in jener Gegend, des Nachts ihre Herden hüteten. Doch ist das nicht erstaunlich? Es waren nicht die geistlichen Führer jener Tage, es waren weder die Schriftgelehrten, noch die Pharisäer, nein, es waren ganz gewöhnliche Leute, mitten aus dem Volk. Sie waren es, die nach Maria und Josef das Vorrecht hatten, als erstes von der Geburt des Heilands zu erfahren. Einmal mehr bewahrheiten sich hier die Worte: Denn seht, eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind (1.Kor 1,26). Oder denken wir hierbei auch an das Gebet des HERRN, als ER sprach: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen“ (Lk 10,21). Wahrlich es ist zutreffend, es sind oft ganz einfache, gewöhnliche Menschen denen sich Gott offenbart. Man muss nicht Theologie studiert haben, um in das Reich Gottes eingehen zu können, im Gegenteil, Jesus sagte: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen (Mt 18,3).

Das heißt, wir müssen in kindlichem Vertrauen zu IHM kommen, anstatt uns für zu intellektuell und zu klug zu halten, und zu meinen, das mit dem Glauben an Christus sei Kinderkram. Leider sehen es viele so, sie denken der Glaube sei gut, um kleinen Kindern moralische Werte zu vermitteln, und vielleicht mag es auch noch ein gewisser Trost für alte Leute sein. Insbesondere für jene, die schon leicht dement sind, und wieder anfangen an Märchen zu glauben, doch für den aufgeklärten Menschen unserer Tage, hat das natürlich keinen Wert.

Nun, die Hirten damals waren erwachsene, gestandene Männer, die ihrer Arbeit nachgingen, daher ist die Frage, wie haben sie wohl auf die Engelserscheinung reagiert? Welche Schlüsse zogen sie aus dieser Botschaft, die ihnen verkündigt wurde?
Reagierten sie mit der Stimme der Vernunft, indem sie sich sagten: „Das haben wir uns sicher nur eingebildet!“ Oder sprachen sie: „Nun ja, es wäre sicher interessant sich auf den Weg zu machen, um nachzusehen, ob etwas an der Botschaft dran ist. Doch, wenn wir die Herde verlassen, dann kommen Wölfe und fallen über die Schafe her!“.

Aber nicht nur dies wäre denkbar gewesen, sondern auch folgende Überlegung: „Vorsicht, die Engel sprachen davon, dass das Kind ein Gesalbter ist. Wenn dieses Kind tatsächlich der von Gott versprochene König ist, und tatsächlich Anspruch auf den Thron hat, dann handeln wir uns bestimmt Ärger mit König Herodes ein. Sicher wird Herodes seinen Platz nicht räumen wollen, wenn ein neuer König kommt!“ Dass dies mehr als eine vage Vermutung ist, wird in Matthäus 2,13 deutlich, denn da wird davon berichtet, dass Joses im Traum ein Engel erschien, der zu ihm sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten, und bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen.
Doch erfreulicherweise ließen sich die Hirten weder durch solche, noch durch andere Überlegungen davon abhalten, genau das zu tun, was ihnen, der HERR durch den Engel gesagt hatte. Sie vertrauten der Botschaft und machten sich unbeirrt, ja sogar eilend, auf den Weg nach Bethlehem, um zu sehen, was dort geschehen war. Und dort fanden sie Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag. Alles war genauso, wie es der Engel beschrieben hatte.

Soweit einmal zur Reaktion der Hirten, sie haben der Botschaft des HERRN geglaubt und machten sich auf den Weg, um das Kind zu suchen. Die Frage ist, wie gehen wir mit der Botschaft des HERRN um. Uns sind zwar keine Engel erschienen, um uns diese Botschaft zu überbringen, doch wir haben durch die Bibel das komplette Wort Gottes. Wir wissen nicht nur um das kleine Kind in der Krippe, sondern wir haben auch das Zeugnis über Seine Kreuzigung und Seine Auferstehung (Joh 19,35; 1.Kor 15,6). Und wir sind mit derselben Botschaft konfrontiert, die damals an die Hirten gerichtet war: Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr. Daher die Frage, wie gehen wir mit dieser Botschaft um? Ist uns bewusst, dass wir Rettung nötig haben, oder halten wir uns für gerecht genug, um am Tage des Gerichts ohne diesen Retter bestehen zu können?
Weiter wird uns gezeigt, dass dieser Retter, der Christus ist, ER ist der von Gott gesalbte König. Ein König hat den Anspruch zu herrschen, daher die Frage, gilt dieser Anspruch auf für mein Leben, ist Jesus mein HERR? Heute wird gerne nur die halbe Botschaft weitergegeben, so als könnte man Jesus als Erlöser annehmen, IHM aber zugleich die Herrschaft über das eigene Leben verweigern. Doch die Bibel kennt diese Botschaft nicht, zumindest nicht als wahres Evangelium, sondern als Irrlehre. Jesus lässt sich nicht zerteilen, wenn ER nicht unser HERR ist, dann ist ER auch nicht unser Retter. Das ist das wahre Evangelium, das ist die unzensierte Botschaft der Bibel.

Doch wie gehen wir mit dieser Botschaft um? Welche Herzenshaltung haben wir gegenüber dem HERRN und Heiland, über den ein Prophet Namens Simeon folgende Prophetie an Maria gerichtet hat: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden (Lk 2, 34-35).
Jesus Christus bringt zum Vorschein, wie es in Wahrheit in unserem Herzen aussieht. ER bringt Licht in die Finsternis unseres Herzens, doch wie reagieren wir? Wollen wir, dass weiter alles dunkel bleibt, wollen wir weiter unsere dunklen Geheimnisse hüten oder sind wir bereit uns Seinem Licht zu öffnen? Sind wir bereit unser Herz für IHN zu öffnen oder bleibt es für IHN verschlossen? Leben wir einfach weiter wie bisher oder nehmen wir uns ein Beispiel an den Hirten, die sich eilend auf den Weg machten? Jesus selbst lädt uns dazu ein, indem ER sagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“ (Lk 11,9). Diese Einladung gilt jedem Menschen, doch viele gehen achtlos vorüber, sie haben keine Zeit, kein Interesse und sehen keine Notwendigkeit, diesen Jesus zu suchen. Andere wiederum geben zwar vor, sie würden dies tun, doch sie sind bei ihrer Suche so vorsichtig und zögerlich, dass sie nicht weiterkommen, als nur bis zu einer toten, verstaubten, kirchlichen Tradition. Sie ziehen einen politisch korrekten Glauben, dem wahren, lebendigen Glauben vor. Aus Furcht und Sorge irgendwo anzuecken, hebt man lieber sein Fähnchen in den Wind und passt sich an.

Rein menschlich gesehen, ist diese Sorge natürlich berechtigt, denn zwischen damals und heute hat sich nicht viel geändert, Jesus ist immer noch der Stein des Anstoßes, und der Fels des Ärgernisses.  Denn wie damals, so auch heute, der wahre Christus ist weder bei den Staatsoberhäuptern, noch bei den angesehenen Kirchenführern willkommen. Aus diesem Grund muss jeder, der sich klar zu Jesus, als dem Sohn Gottes bekennt, mit Kopfschütteln und Unverständnis rechnen. Die Bibel macht kein Geheimnis daraus, dass jene, die sich hier klar positionieren, indem sie sich eindeutig auf die Seite des HERRN stellen, mit Widerstand, Spot, Hohn und Ablehnung rechnen müssen. Denn es ist, wie Jesus Seine Jünger gelehrt hat: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten (Joh 15,20). Nicht zuletzt aus diesem Grund verfasste der Liederdichter die Zeilen „denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir“. 1  Wir werden nur mit IHM herrschen, wenn wir auch bereit sind mit IHM und für IHN zu leiden. Haben wir die Bereitschaft die Schmach Christi zu tragen? (vgl. 2.Tim 2,12; 1.Petr 4,13; Hebr. 13,13)

Bischof J.C. Ryle schrieb diesbezüglich: Ich glaube, dass ein halbherziger Gehorsam vieler Christen, mit dem Ziel, in der Welt nicht aufzufallen, ein direkter Angriff gegen Gott ist.
Mögen wir doch nahe bei Christus leben, Ihn mehr lieben, völliger für Ihn leben, Ihn fröhlicher bekennen und Ihm kompromissloser nachfolgen. Wenn wir dies tun, wird das nicht ohne Folgen bleiben. Die Ungläubigen werden uns verlachen; manche Christen werden glauben, wir seien zu extrem. Doch kümmere dich nicht darum! Wenn du in dieser Welt leidest, wird Gott dir seine Freuden schenken und in der zukünftigen Welt wirst du eine unvergängliche Krone ererben. 2

Kommen wir wieder zurück zu den Hirten, wie gesehen, sie haben sich nicht beirren lassen, sondern haben sich auf den Weg gemacht. Nur aus diesem Grund konnten sie vorfinden, was der HERR ihnen durch den Engel angekündigt hatte. Auch das ist eine wichtige Lektion für uns, wir können nur erfahren, ob die Botschaft der Bibel wahr ist, wenn wir dem Wort Vertrauen schenken und danach handeln. Wenn also geschrieben steht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“, werden nie erfahren, ob es wahr ist, wenn wir nicht bitten, anklopfen und suchen, indem wir ernsthaft beten, indem wir in der Bibel forschen, ob es sich so verhält (vgl. Apg 17,11) und nicht eher aufhören zu suchen und zu flehen, bis wir DEN gefunden haben, der sich uns durch dieses Wort offenbart hat. Die Hirten sind ein Beweis dafür, dass diese Suche niemals vergeblich ist, aber nicht nur sie, sondern unzählige weitere Zeugen, können dies bis hinein in unsere Generation bestätigen...

 

Quellangaben
1. Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf – Jesu, geh voran
2. J.C. Ryle – Mit Gott auf dem Weg, S.137


 


Dies war ein Auszug aus dem zweiten Teil der vierteiligen Beitragsreihe mit dem Titel "Politisch korrekte Weihnachten". Die komplette Beitragsreihe ist nachfolgend als Download erhältlich. 

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Politisch korrekt oder bibeltreu?

2. Wem gilt die Weihnachtsbotschaft?

3. Wahre oder falsche Anbetung?

4. Anbetung, unsere höchste Bestimmung

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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