und

2. Politisch korrekte Weihnachten

Veröffentlicht am: 26.12.2016

 

Und es waren Hirten in derselben Gegend, die auf freiem Feld blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde. Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens! Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den Himmel auffuhren, dass die Hirten zueinander sagten: Lasst uns doch hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist und die der Herr uns kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden Maria und Josef, und das Kind in der Krippe liegend. Als sie es aber gesehen hatten, machten sie das Wort bekannt, das über dieses Kind zu ihnen geredet worden war. Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es ihnen gesagt worden war (Lukas 2,8-20).

 

Wie reagieren wir auf die Botschaft?

Kommen wir nun im zweiten Teil dieser Wortbetrachtung zu der Frage, an wen diese Weihnachtsbotschaft ursprünglich gerichtet war. Was waren das für Menschen, denen die Engel diese überwältigende Botschaft überbrachten, und wie haben sie darauf reagiert? Der Text sagt uns, dass es ganz gewöhnliche Hirten waren. Sie waren in dieser Nacht draußen, um ihre Herden zu bewachen. Plötzlich wurden sie von einem Licht umstrahlt und sahen einen Engel des HERRN. Der Bibeltext berichtet, dass große Furcht über sie kam (V 8-9). Wodurch deutlich wird, dass Engel nicht, wie so oft dargestellt, niedliche, putzige Wesen sind, sondern mächtige Diener Gottes. Die Engelserscheinung war so gewaltig, dass Ehrfurcht die einzig angemessene Reaktion war, und genau aus diesem Grund, begann der Engel seine Rede mit den Worten: „Fürchtet euch nicht!“

Hier sehen wir ein geistliches Prinzip das uns in der Heiligen Schrift immer wieder vor Augen gestellt wird: Die Worte: „Fürchtet euch nicht!“, sind nie an jene adressiert, die Gott nicht ernst nehmen oder sich gar über heilige Dinge lustig machen (vgl. 2.Petr 2,10-11; Jud 10), sondern nur an jene, die gottesfürchtig sind. Nur gottesfürchtige Menschen werden ermutigt, sich nicht zu fürchten. Denn wer Gott fürchtet, und bei IHM Zuflucht sucht, der darf wissen: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten (Ps 103,13).
Wer Gott nicht fürchtet, und das Geschenk verachtet das ER uns in Seinem Sohn gegeben hat, der hat sehr wohl Grund sich zu fürchten, denn nur in Christus ist Gott mit uns (Mt 1,23), ohne Christus, sind wir unter dem Fluch des Gesetzes, das heißt, der Mensch, der nicht an Christus glaubt, bleibt unter dem Zorn Gottes (Gal 3,10; Joh 3,36). Denn jeder Mensch, der ohne Christus lebt, geht dem göttlichen Gericht entgegen, weil er durch seine sündige Natur niemals in der Lage sein wird, die gerechten Anforderungen des göttlichen Gesetzes vollständig zu erfüllen. Wie dankbar können wir sein, dass uns gesagt wird: Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden (Joh 1,17). Oder wie es an anderer Stelle heißt: Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen (Tit 2,11).

Genau dies ist der Kern der Weihnachtsbotschaft: Jesus, der Sohn Gottes, kam in diese Welt. ER, dessen Herrlichkeit den Himmel erfüllt, wurde Mensch, ein Mensch aus Fleisch und Blut. ER, der Ewige, kam in diese vergängliche, sterbliche Welt und begab sich in die Hände Seiner Geschöpfe. Und so schreibt der Apostel Paulus: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen (Gal 4,4-5). Wäre der Sohn Gottes nicht Mensch geworden, wäre ER kein Nachkomme, der in Sünde gefallenen Menschheit geworden, dann wäre ER nicht als unser Erlöser infrage gekommen. ER musste der Menschensohn werden, um als unser Stellvertreter infrage zu kommen. Doch ER musste Gott und Mensch zugleich sein: Gott, um ein sündloses Leben führen zu können, Mensch, um die Strafe auf sich nehmen zu können, die wir verdient hätten. Durch Seine Menschwerdung löste Gott das Versprechen ein, dass ER Seinem Volk lange im Voraus gegeben hatte. Mit dem kleinen Kind in der Krippe, erfüllte sich, was durch die Heiligen Schriften lange im Voraus angekündigt war.

Die ersten, die davon unterrichtet wurden, waren ausgerechnet jene einfachen Hirten, die in jener Gegend, des nachts ihre Herden hüteten. Doch ist das nicht erstaunlich? Es waren nicht die geistlichen Führer jener Tage, es waren weder die Schriftgelehrten, noch die Pharisäer, nein, es waren ganz gewöhnliche Leute, mitten aus dem Volk. Sie waren es, die nach Maria und Josef das Vorrecht hatten, als erstes von der Geburt des Heilands zu erfahren. Einmal mehr bewahrheiten sich hier die Worte: Denn seht, eure Berufung, Brüder, dass es nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Edle sind (1.Kor 1,26). Oder denken wir hierbei auch an das Gebet des HERRN, als ER sprach: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen“ (Lk 10,21). Wahrlich es ist zutreffend, es sind oft ganz einfache, gewöhnliche Menschen denen sich Gott offenbart. Man muss nicht Theologie studiert haben, um in das Reich Gottes eingehen zu können, im Gegenteil, Jesus sagte: Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen (Mt 18,3).

Das heißt, wir müssen in kindlichem Vertrauen zu IHM kommen, anstatt uns für zu intellektuell und zu klug zu halten, und zu meinen, das mit dem Glauben an Christus sei Kinderkram. Leider sehen es viele so, sie denken der Glaube sei gut, um kleinen Kindern moralische Werte zu vermitteln, und vielleicht mag es auch noch ein gewisser Trost für alte Leute sein. Insbesondere für jene, die schon leicht dement sind, und wieder anfangen an Märchen zu glauben, doch für den aufgeklärten Menschen unserer Tage, hat das natürlich keinen Wert.
Nun, die Hirten damals waren erwachsene, gestandene Männer, die ihrer Arbeit nachgingen, daher ist die Frage, wie haben sie wohl auf die Engelserscheinung reagiert? Welche Schlüsse zogen sie aus dieser Botschaft, die ihnen verkündigt wurde?

Reagierten sie mit der Stimme der Vernunft, indem sie sich sagten: „Das haben wir uns sicher nur eingebildet!“ Oder sprachen sie: „Nun ja, es wäre sicher interessant sich auf den Weg zu machen, um nachzusehen, ob etwas an der Botschaft dran ist. Doch, wenn wir die Herde verlassen, dann kommen Wölfe und fallen über die Schafe her!“.
Aber nicht nur dies wäre denkbar gewesen, sondern auch folgende Überlegung: „Vorsicht, die Engel sprachen davon, dass das Kind ein Gesalbter ist. Wenn dieses Kind tatsächlich der von Gott versprochene König ist, und tatsächlich Anspruch auf den Thron hat, dann handeln wir uns bestimmt Ärger mit König Herodes ein. Sicher wird Herodes seinen Platz nicht räumen wollen, wenn ein neuer König kommt!“ Das dies mehr als eine vage Vermutung ist, wird in Matthäus 2,13 deutlich, denn da wird davon berichtet, dass Joses im Traum ein Engel erschien, der zu ihm sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und fliehe nach Ägypten, und bleibe dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes wird das Kind suchen, um es umzubringen.
Doch erfreulicherweise ließen sich die Hirten weder durch solche, noch durch andere Überlegungen davon abhalten, genau das zu tun, was ihnen, der HERR durch den Engel gesagt hatte. Sie vertrauten der Botschaft und machten sich unbeirrt, ja sogar eilend, auf den Weg nach Bethlehem, um zu sehen, was dort geschehen war. Und dort fanden sie Maria und Josef und das Kind, das in der Futterkrippe lag. Alles war genauso, wie es der Engel beschrieben hatte.

Soweit einmal zur Reaktion der Hirten, sie haben der Botschaft des HERRN geglaubt und machten sich auf den Weg, um das Kind zu suchen. Die Frage ist, wie gehen wir mit der Botschaft des HERRN um. Uns sind zwar keine Engel erschienen, um uns diese Botschaft zu überbringen, doch wir haben durch die Bibel das komplette Wort Gottes. Wir wissen nicht nur um das kleine Kind in der Krippe, sondern wir haben auch das Zeugnis über Seine Kreuzigung und Seine Auferstehung (Joh 19,35; 1.Kor 15,6). Und wir sind mit derselben Botschaft konfrontiert, die damals an die Hirten gerichtet war: Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr. Daher die Frage, wie gehen wir mit dieser Botschaft um? Ist uns bewusst, dass wir Rettung nötig haben, oder halten wir uns für gerecht genug, um am Tage des Gerichts ohne diesen Retter bestehen zu können?
Weiter wird uns gezeigt, dass dieser Retter, der Christus ist, ER ist der von Gott gesalbte König. Ein König hat den Anspruch zu herrschen, daher die Frage, gilt dieser Anspruch auf für mein Leben, ist Jesus mein HERR? Heute wird gerne nur die halbe Botschaft weitergegeben, so als könnte man Jesus als Erlöser annehmen, IHM aber zugleich die Herrschaft über das eigene Leben verweigern. Doch die Bibel kennt diese Botschaft nicht, zumindest nicht als wahres Evangelium, sondern als Irrlehre. Jesus lässt sich nicht zerteilen, wenn ER nicht unser HERR ist, dann ist ER auch nicht unser Retter. Das ist das wahre Evangelium, das ist die unzensierte Botschaft der Bibel.

Doch wie gehen wir mit dieser Botschaft um? Welche Herzenshaltung haben wir gegenüber dem HERRN und Heiland, über den ein Prophet Namens Simeon folgende Prophetie an Maria gerichtet hat: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden (Lk 2, 34-35).
Jesus Christus bringt zum Vorschein, wie es in Wahrheit in unserem Herzen aussieht. ER bringt Licht in die Finsternis unseres Herzens, doch wie reagieren wir? Wollen wir, dass weiter alles dunkel bleibt, wollen wir weiter unsere dunklen Geheimnisse hüten oder sind wir bereit uns Seinem Licht zu öffnen? Sind wir bereit unser Herz für IHN zu öffnen oder bleibt es für IHN verschlossen? Leben wir einfach weiter wie bisher oder nehmen wir uns ein Beispiel an den Hirten, die sich eilend auf den Weg machten? Jesus selbst lädt uns dazu ein, indem ER sagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“ (Lk 11,9). Diese Einladung gilt jedem Menschen, doch viele gehen achtlos vorüber, sie haben keine Zeit, kein Interesse und sehen keine Notwendigkeit, diesen Jesus zu suchen. Andere wiederum geben zwar vor, sie würden dies tun, doch sie sind bei ihrer Suche so vorsichtig und zögerlich, dass sie nicht weiterkommen, als nur bis zu einer toten, verstaubten, kirchlichen Tradition. Sie ziehen einen politisch korrekten Glauben, dem wahren, lebendigen Glauben vor. Aus Furcht und Sorge irgendwo anzuecken, hebt man lieber sein Fähnchen in den Wind und passt sich an.

Rein menschlich gesehen, ist diese Sorge natürlich berechtigt, denn zwischen damals und heute hat sich nicht viel geändert, Jesus ist immer noch der Stein des Anstoßes, und der Fels des Ärgernisses. Denn wie damals, so auch heute, der wahre Christus ist weder bei den Staatsoberhäuptern, noch bei den angesehenen Kirchenführern willkommen. Aus diesem Grund muss jeder, der sich klar zu Jesus, als dem Sohn Gottes bekennt, mit Kopfschütteln und Unverständnis rechnen. Die Bibel macht kein Geheimnis daraus, dass jene, die sich hier klar positionieren, indem sie sich eindeutig auf die Seite des HERRN stellen, mit Widerstand, Spot, Hohn und Ablehnung rechnen müssen. Denn es ist, wie Jesus Seine Jünger gelehrt hat: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten (Joh 15,20). Nicht zuletzt aus diesem Grund schrieb der Liederdichter, denn durch Trübsal hier, führt der Weg zu dir. Wir werden nur mit IHM herrschen, wenn wir auch bereit sind mit IHM und für IHN zu leiden. Haben wir die Bereitschaft die Schmach Christi zu tragen? (vgl. 2.Tim 2,12; 1.Petr 4,13; Hebr. 13,13)

Bischof J.C. Ryle schrieb diesbezüglich: Ich glaube, dass ein halbherziger Gehorsam vieler Christen, mit dem Ziel, in der Welt nicht aufzufallen, ein direkter Angriff gegen Gott ist.
Mögen wir doch nahe bei Christus leben, Ihn mehr lieben, völliger für Ihn leben, Ihn fröhlicher bekennen und Ihm kompromissloser nachfolgen. Wenn wir dies tun, wird das nicht ohne Folgen bleiben. Die Ungläubigen werden uns verlachen; manche Christen werden glauben, wir seien zu extrem. Doch kümmere dich nicht darum! Wenn du in dieser Welt leidest, wird Gott dir seine Freuden schenken und in der zukünftigen Welt wirst du eine unvergängliche Krone ererben.1

Kommen wir wieder zurück zu den Hirten, wie gesehen, sie haben sich nicht beirren lassen, sondern haben sich auf den Weg gemacht. Nur aus diesem Grund konnten sie vorfinden, was der HERR ihnen durch den Engel angekündigt hatte. Auch das ist eine wichtige Lektion für uns, wir können nur erfahren, ob die Botschaft der Bibel wahr ist, wenn wir dem Wort Vertrauen schenken und danach handeln. Wenn also geschrieben steht: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“, werden nie erfahren, ob es wahr ist, wenn wir nicht bitten, anklopfen und suchen, indem wir ernsthaft beten, indem wir in der Bibel forschen, ob es sich so verhält (vgl. Apg 17,11) und nicht eher aufhören zu suchen und zu flehen, bis wir DEN gefunden haben, der sich uns durch dieses Wort offenbart hat. Die Hirten sind ein Beweis dafür, dass diese Suche niemals vergeblich ist, aber nicht nur sie, sondern unzählige weitere Zeugen, können dies bis hinein in unsere Generation bestätigen.

 

Wie steht es um unser Glaubenszeugnis?

Damit kommen wir zum nächsten Gedanken, und zwar geht es um das Zeugnis für den Herrn. Auch hier haben wir in den Hirten ein sehr gutes Beispiel. Denn was geschah denn nachdem sie IHN gefunden hatten, was war ihre erste Reaktion? Nun, sie waren dankbar und voller Freude, doch wie brachten sie ihre Freude zum Ausdruck? Haben sie sich etwa heimlich gefreut, nur im Vorborgenen aus Furcht kein öffentliches Ärgernis darzustellen? Haben sie sich nur in ihren eigenen vier Wänden gefreut, um sich keinen Ärger mit dem König Herodes einzuhandeln? Denn dieser war ja, wie bereits gesehen, nicht so begeistert von dem kleinen Kind in der Krippe, über das gesagt wurde, dass es der von Gott gesalbte König sei, also der wahre, rechtmäßige König der Juden.

Doch wieder Fehlanzeige, denn auch hier ließen sich die Hirten nicht beirren, sondern machten das, was am Natürlichsten ist, sie teilten ihre Freude mit ihren Mitmenschen. Sie wollten das, was sie erfahren und erlebt hatten, nicht für sich behalten, denn dazu war ihre Freude viel zu groß. Sie waren so überwältigt davon, den seit langer Zeit von Gott versprochenen Messias gefunden zu haben, dass es ihnen so erging, wie später den Aposteln, die sprachen: Wir können's ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben (Apg 4,20, vgl. Mt 12,34b). Dieses authentische, glaubhafte Zeugnis, ohne „wenn“ und „aber“, blieb nicht ohne Folgen, denn wie der Bibeltext weiter berichtet, waren alle, die ihren Bericht hörten, sehr erstaunt darüber (V 18).

Aber woher kam dieses große Erstaunen? Etwa daher, weil die Hirten ihre Botschaft angepasst haben? Etwa, weil sie sich sagten: „Lassen wir lieber die Engelserscheinung weg, das glaubt uns doch ohnehin niemand!“ Und dann weiter beratschlagten: „Erwähnen wir lieber nicht, dass das Kind in der Krippe der verheißene Messias ist, wir wollen uns doch keinen Ärger einhandeln. Und das, was uns Maria und Josef erzählt haben mit der Jungfrauengeburt, das können wir natürlich auch niemand zumuten, nicht, dass die Leute noch sagen, wir seien von Sinnen und würden nur Märchen erzählen.“? Doch wie hätte ihr Bericht dann ausgesehen? Sie hätten dann vielleicht gesagt, dass sie mehr oder weniger zufällig an einem Stall verbeigekommen seien, und als sie dort ein Kind schreien hörten, seien sie hineingegangen. Da hätten sie dann ein junges Paar angetroffen das keinen Raum in der Herberge gefunden hätte, so dass die Mutter das Kind in eine Futterkrippe legen musste. Hätte das etwa die Zuhörer in großes Staunen versetzt?
Gewiss nicht, denn was wäre denn Ungewöhnliches an diesem Bericht gewesen? Weder die Tatsache, dass junge Paare Kinder bekommen, noch der Umstand, dass während einer Zeit, in der eine große Volkszählung durchgeführt wurde, alle Zimmer belegt waren, hätte irgendjemand in großes Stauen versetzt.

Also kann es so nicht gewesen sein, doch wie war es dann? Waren sie etwa ein wenig mutiger, aber trotzdem auf Vorsicht und politische Korrektheit bedacht? Dann könnte es vielleicht in etwa so abgelaufen sein, dass sie sich zunächst einmal dafür entschuldigt haben, ihren Mitmenschen, die Botschaft vom neugeborenen Heiland überhaupt zumuten zu müssen, so nach dem Motto: „Sorry, tut uns leid, wir hatten diese Engelserscheinung, ob im Traum oder real, wir wissen es nicht mehr genau, doch wir haben dann wirklich dieses Kind gefunden. Nun ja, ob dieses oder ein anderes, jedenfalls kam es dem, was der Engel gesagt hatte ziemlich nahe. Doch wie gesagt, ob es jetzt tatsächlich ein Engel oder ein innerer Impuls war, da wollen wir uns nicht vorschnell festlegen, und wohlgemerkt, was wir euch hier berichten ist natürlich nur unsere persönliche Sichtweise. Wenn ihr das nicht so sehen könnt, haben wir natürlich kein Problem damit. Also Leute, wie gesagt, das war nur unser bescheidenes Erlebnis, mit dem wir euch aber keinesfalls aus eurem gewöhnlichen Trott bringen wollen. Wenn ihr nicht an diesen Jesus glaubt, sondern einen anderen Weg zu Gott gefunden habt, dann ist das natürlich auch OK. Gerne hören wir uns etwas an über eure Religion, und wer weiß, vielleicht gefällt uns euer Weg sogar noch besser oder wir stellen fest, dass wir mehr oder weniger auf demselben Weg sind. Hauptsache wir sind irgendwie fromm und haben ein gemeinsames Interesse an religiösen Dingen. Wenn überhaupt, ist diese Kind nur ein möglicher Weg von vielen, die zu Gott führen, denn schließlich sind alle Religionen gut und müssen daher gleichermaßen geehrt werden. Doch auch die Atheisten sind auf einem guten Weg, wir wollen ja niemand ausklammern oder gar diskriminieren. Nein, keine Frage, im Himmel sind alle willkommen, ob sie nun den Namen Gottes lästern oder IHN loben, das ist einerlei. Von daher macht einfach so weiter und vergesst am besten recht schnell wieder, was wir euch erzählt haben!“.

Dies jedenfalls, so meine ich, wäre politisch total korrekt gewesen, doch zugleich ist auch offensichtlich, dass es ziemlich absurd gewesen wäre. Denn es wäre absolut undenkbar, dass dieses Herumeiern irgendjemand in großes Stauen versetzt hätte oder gar dazu geführt hätte, dass sich jemand ernsthaft gedanklich mit diesem Erlöser auseinandergesetzt hätte. Daher ganz klar: Nein, so kann es auf keinen Fall gewesen sein. Das dies mehr als nur eine persönliche Vermutung von mir ist, wird umso deutlicher, wenn wir darauf achten, dass Lukas, der Schreiber dieses Evangeliums, gleich zu Beginn seines Berichts, versichert hat, alles von Anfang an sorgfältig erkundet zu haben (Lk 1,3). Ihm selbst war kein Engel erschienen, doch wie kam es, dass er die Worte des Engels genau zitieren konnte? Die Antwort liegt auf der Hand, es war ihm nur möglich, weil die Hirten diese Botschaft unverändert weitergegeben haben. Die Botschaft des Engels war von Gott, ihm war aufgetragen worden, diese Worte an die Hirten weiterzugeben. Der Engel hat den Worten Gottes weder etwas hinzugefügt, noch etwas davon weggelassen. Ebenso gingen die Hirten mit der Botschaft Gottes um, und ebenso hat es auch Lukas, der Schreiber dieses Evangeliums, gemacht. Doch nun die Anwendung für uns: Wie gehen wir mit dieser Botschaft um, haben auch wir diesen Mut, die Botschaft des Evangeliums unverfälscht weiterzugeben? Oder schämen wir uns der Worte des HERRN und schwächen die Botschaft ab? Denn welchen Grund kann es sonst geben, dass die Schrift, wie selbstverständlich, zensiert wird, indem man nur noch selektiv verkündigt, was die Leute gerne hören wollen? Mit anderen Worten, bestimmte Bibelstellen sind für politisch korrekte Kirchenmänner tabu.

Doch wie steht es um uns, können wir wie der Apostel Paulus sagen: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben (Röm 1,16)? Und sind wir uns dessen bewusst, dass nur diese Botschaft, die Kraft hat selig zu machen alle, die glauben. Vertrauen wir auf diese Botschaft und darauf, dass dies keine leeren Menschenworte sind, sondern dass es sich beim Evangelium, wahrhaftig um das unveränderliche Wort Gottes handelt? Können wir den Worten des HERRN Jesus Glauben schenken, in denen ER sagt: Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben (Joh 6,63)? Obwohl dem so ist, ist diese Botschaft denen eine Torheit ist, die verloren gehen, doch entscheidend ist, dass gesagt wird: Uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft (1.Kor 1,18). Es geht beim Evangelium um Rettung, und die kann nur da geschehen, wo Geist und Leben ist. Und dies ist mit Sicherheit nicht da vorzufinden, wo die Bibel zensiert wird, denn wo dies geschieht, zieht sich der Heilige Geist zurück. Sein Auftrag besteht darin, Christus zu verherrlichen (Joh 16,14), wo man sich jedoch Seiner, und Seiner Worte schämt (Lk 9,26), da regiert gewiss nicht der Geist der Wahrheit, sondern das menschliche Fleisch. Doch lassen wir uns hier durch die Worte des HERRN korrigieren: „Der Geist ist es, der lebendiges macht; das Fleisch nützt nichts!“.

Was also soll eine politisch korrekte Evangeliums-Botschaft bewirken, und was soll all das fleischliche Bemühen bewirken? All dieser menschliche Aktionismus, all dieses hin und her, all dieses: „Es tut uns leid, es ist ja nur unsere bescheidene Sicht der Dinge, wenn ihr es anders seht, ist das auch kein Problem!“ Was soll das, was hat das mit dem Evangelium zu tun? Es geht beim Evangelium doch nicht darum, ob es unsere Sicht der Dinge ist, es geht einzig und allein darum, ob die Botschaft wahr ist oder nicht. Wenn es der Wahrheit entspricht, dann haben wir kein Recht die Botschaft abzuändern oder abzuschwächen, nur damit es politisch korrekt ist und den Geschmack der breiten Masse trifft. Ist es aber nicht wahr, dann ist der christliche Glaube völlig inhaltslos, dann sollten wir diesen Glauben schnell wieder vergessen, und niemand damit belästigen. Denn wäre es keine geschichtliche Tatsache, wäre es nicht die Wahrheit, dann wäre die Geburt dieses Kindes nur eine von vielen Geburten gewesen. Sie hätte keinen Einfluss auf unser Leben, denn wenn jene, die uns das Evangelium überliefert haben, nur Märchen und Fabeln zu Papier gebracht hätten, dann gäbe es keine Hoffnung auf ewiges Leben, denn dann wäre Christus entgegen den Worten: Und der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr; und er weiß, dass er sagt, was wahr ist, damit auch ihr glaubt (Joh 19,35), auch nicht auferstanden, sondern im Grab geblieben. Doch hören wir, was der Apostel Paulus von so einer Vorstellung hält, er sagt dazu unverblümt: Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt haben, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat, wenn wirklich Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden (1.Kor 15,14-16).

Das Evangelium, das vielerorts verkündigt wird, ist inhaltslos, denn es gründet sich nicht auf dem Zeugnis der Heiligen Schrift. Doch die Frage ist, zu welcher Überzeugung sind wir gekommen? Wenn wir von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt sind, dann gilt es diese Wahrheit unverändert weiterzugeben, wenn aber nicht, warum nennen wir uns dann Christen, und worauf begründet sich unsere Hoffnung auf Erlösung und ein ewiges Leben? Daher müssen wir uns entscheiden, entweder für den geradlinigen, kindlichen Glauben der Hirten, die der Botschaft vertrauten, und dies durch konsequentes geradliniges Handeln zum Ausdruck brachten, oder aber, indem wir das Ganze recht schnell vergessen. Oder um es anders zu sagen: Entweder wir glauben daran, leben danach und stehen dazu oder wir lassen es sein. Entweder wir sind ganz sein oder wir lassen es ganz sein, denn ein laues verwässertes Christentum hilft niemandem weiter, weder denen, die es praktizieren, noch denen, die durch ein solches „Christentum“ mit dem Evangelium konfrontiert werden. Ja, ich möchte sogar wagen zu sagen, ein solches Christentum ist eher eine Gefahr als ein Segen.

Treffend bemerkte der bekannte Prediger Spurgeon diesbezüglich: Wir wissen, dass keine Person, die in ihrem Herzen nicht in lebendiger und vollständiger Weise mit dem Christus verbunden ist, niemals im geringsten einen Dienst für die Gemeinde tun kann. Aber nicht nur das; er ist ein Mensch, der für die Welt gefährlich ist. Solch ein Mann ist wie ein Aussätziger, der sich unter gesunden Menschen bewegt. Er verbreitet Krankheit. Der Trunkenbold ist ein Aussätziger, der isoliert ist. Er richtet vergleichsweise wenig Schaden an, denn er gleicht einem Aussätzigen, der aus der Gesellschaft ausgestoßen wurde. Seine Sucht ruft laut: Unrein, unrein, unrein. Aber der Mann mit geteiltem Herzen ist jemand, der seinen Glauben bekennt und daher toleriert wird. Er sagt, er sei Christ, und daher ist er in der Gesellschaft akzeptiert, obgleich er voller Verdorbenheit und Täuschung ist. Obgleich er äußerlich weiß wie ein Grab erscheint, ist er für die Welt gefährlicher als die meisten bösartigen Menschen. Bindet ihn, lasst ihn nicht wirken, baut ein Gefängnis für ihn. 2

Weil dem so ist, sagte auch Jesus: Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde (Offb 3,16). Das Evangelium ist eine geradlinige, klare Botschaft, entweder wir stellen uns eindeutig auf die Seite des HERRN, oder aber wir hören auf damit, ein christliches Bekenntnis, in welcher Form auch immer, abzulegen. Mehr zu diesem Thema ist übrigens im Beitrag: „Halbherzig oder kompromisslos?“, zu finden.
Doch unabhängig davon, welche Haltung jemand bislang eingenommen hat, durch die frohe Botschaft des Evangeliums wird jedem die Möglichkeit geschenkt umzukehren, sofern er den falschen Weg eingeschlagen hat, denn Jesus ist nicht gekommen, um die Gerechten zu rufen, sondern um Sünder selig zu machen. Das ist die Hoffnung, die mit dem kleinen Kind in der Krippe in diese verlorene Welt kam. Alles nahm seinen Anfang im Stall von Bethlehem, doch das Ziel war das Kreuz, das Ziel war unsere Erlösung. Wozu wir erlöst wurden, soll der Leitgedanke des nächsten Teils dieser Beitragsreihe sein. So der HERR will, werde ich diese Fortsetzung in Kürze veröffentlichen.

 

 

Quellangaben
1. J.C. Ryle – Mit Gott auf dem Weg, S.137
2. Charles Spurgeon, A Divided Heart, New Park Street Pulpit, Band 5, Predigt Nr. 276. © Georg Walter

 

 

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