und

4. Anbetung, unsere höchste Bestimmung

Veröffentlicht am: 06.01.2017

 

In den ersten 3 Teilen dieser Beitragsreihe ging es schwerpunktmäßig um die Weihnachtsgeschichte, so wie sie uns Lukas überliefert hat, wobei es hauptsächlich um den Textabschnitt aus Kapitel 2,8-20 ging. Im letzten Teil haben wir gesehen, dass allein in diesem kurzen Abschnitt zweimal das Thema Lobpreis und Anbetung zu finden ist. Zuerst wird berichtet, wie die Schar der Engel Gott verherrlicht hat, und danach wird unser Blick auf die Anbetung der Hirten gelenkt. Betrachtet man die komplette Weihnachtsgeschichte nach Lukas, dann findet man sogar noch 4 weitere Beispiele für Anbetung, und zwar im 1.Kapitel die Lobgesänge von Maria und Zacharias (V 46-55: 67-79), und im 2.Kapitel das Dankgebet des Simeon sowie den Lobpreis der Prophetin Hanna (V 25-38). Nimmt man dann noch den Bericht des Matthäus Evangeliums hinzu, kommt man, mit den Weisen aus dem Morgenland, auf insgesamt 7 Bibelstellen, bei denen es um Anbetung geht. Hier sehen wir deutlich welche zentrale Rolle Anbetung in diesen wenigen Kapiteln über die Menschwerdung des HERRN Jesus spielt.

Ebenso auffällig, wie die häufige Erwähnung von Lob und Anbetung, ist auch die Tatsache, dass es kaum Bibelabschnitte gibt, in denen so viel über Erscheinungen von Engeln berichtet wird, als zu Beginn dieser beiden Evangelien. Ich will diese Bibelstellen hier nicht alle aufzählen, denn das würde jetzt zu weit führen, doch was ich damit verdeutlichen will, ist folgendes: Als der Sohn Gottes die Herrlichkeit beim Vater verlassen hat, und als Mensch auf diese Welt kam, da hat ER ein Stück der himmlischen Herrlichkeit mitgebracht. Wir sehen das natürlich besonders in Seinem späteren Dienst, der ein Vorgeschmack auf den Himmel war, wo es kein Leid, keinen Tod und keine Krankheit mehr geben wird, denn genau das lehren uns die vielen Heilungswunder, doch wir sehen es eben auch besonders bei Seiner Menschwerdung. Und zwar zum einen, in den vielen Engelserscheinungen und zum anderen darin, dass die Anbetung des allmächtigen Gottes, des Schöpfers des Himmels und der Erde, eine solch starke Gewichtung hat. Denn so wie Engel nicht aus dem Himmel wegzudenken sind, so verhält es sich auch mit der Anbetung und Verherrlichung dessen, der den Himmel ausmacht, und das ist der allein wahre Gott, dem alle Ehre gebührt. Denn eben davon ist der ganze Himmel erfüllt: So wie der Himmel zu allen Zeiten vom Lob Gottes erfüllt war, so wird es sein bis in alle Ewigkeit. Wenn wir also im Vaterunser beten: „Wie im Himmel so auf Erden“ (Mt 6,10) drücken wir damit auch den Wunsch aus, dass Gott hier auf der Erde dieselbe Ehre zuteilwerden soll wie im Himmel. Doch wie widersprüchlich ist das, wenn wir hier auf Erden keine Zeit finden, um IHN zu loben und IHM den Dank zu geben, der IHM zusteht? Wenn wir zudem noch bedenken, dass wahre Anbetung mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis ist, sondern dass es die vollständige Unterwerfung und Anerkennung von Gottes uneingeschränkter Herrschaft, einschließlich der Herrschaft über unser Leben ist, dann werden wohl die meisten von uns, einschließlich mir selbst, die Prioritäten ihres Lebens neu ordnen müssen.

Wir haben ein neues Jahr vor uns, so der HERR will, sind es von heute an noch 360 Tage. Wie werden wir diese Zeit ausfüllen, die uns der HERR anvertraut? Werden wird beherzigen, was uns der Apostel Paulus schreibt, indem er sagt: „Kauft die Zeit aus!“ (Eph 5,16; Kol 4,5)? Als gläubige Menschen wissen wir, dass Paulus diese Worte nur im Auftrag Gottes niedergeschrieben hat, und was für ihn gilt, das gilt auch für die anderen Schreiber der Heiligen Schrift. Sie haben nur niedergeschrieben, wozu der Heilige Geist sie inspiriert hat, somit ist es Gott, der von uns erwartet, dass wir die Zeit auskaufen. Die Zeit auszukaufen ist das Gegenteil davon sie sinnlos zu verplempern. Doch um sie im Sinne Gottes auskaufen zu können, müssen wir in unserem Leben die richtigen Prioritäten setzen. Ist es nicht offensichtlich, dass uns die Weihnachtsgeschichte nahelegt, dass das Gebet und die Anbetung für ein Kind Gottes die höchste Bestimmung ist? Denn wozu wurden wir erlöst? Etwa um weiter ein selbstsüchtiges Leben zu führen? Nein, vielmehr heißt es: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht; die ihr einst nicht sein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid (1.Petr 2,9-10).

Königliches Priestertum zu sein, und das Vorrecht zu haben zum heiligen Eigentumsvolk Gottes zu gehören, ist ein unfassbar großes Privileg. Doch dies sollte niemals zu Stolz und Hochmut führen, sondern zur Dankbarkeit. Darum erinnert uns dieses Bibelwort zugleich daran, dass wir einst nicht zu Seinem Volk gehörten, sondern wie die übrigen in der Finsternis lebten. Wir waren in der Gottesferne, doch wurden von der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen. Doch wofür steht das Priestertum, es steht für Anbetung. Anbetung ist also nicht eine besondere Aufgabe für hauptberufliche Priester, sondern Aufgabe und Berufung jedes Heiligen, und dazu zählen alle, die zum Volk Gottes gehören.

Beachten wir zudem, alle 7 Beispiele für Anbetung, die wir in der Weihnachtsgeschichte vorfinden, zeigen uns, dass Anbetung ohne Musikinstrumente auskommt, selbst beim Lobgesang der Maria und beim Lobgesang des Zacharias, wird kein einziges Musikinstrument erwähnt. Das heißt zwar nicht, dass Instrumente keinen Platz beim Lobpreis hätten, aber zeigt doch sehr klar, dass sie nur eine untergeordnete Rolle spielen. Es geht also bei Anbetung nicht darum, sich musikalisch zu berauschen oder durch die Musik in eine Hochstimmung versetzt zu werden, sondern es geht einzig und allein darum, ehrlich vor Gott zu treten, um IHM unser Dankopfer darzubringen. Anbetung ist nicht zum Selbstzweck, es soll dabei nicht um uns gehen, sondern allein um IHN. Doch obwohl dem so ist, dient uns Anbetung zum Besten. Denn was für alle Anweisungen Gottes gilt, das gilt auch für die Aufforderung IHM zu danken und IHN zu ehren. Und was ist das, was gilt für alle Seine Ordnungen und Gebote gleichermaßen? Nun, ganz einfach, sie Dienen uns zum Besten. Denn ER belehrt uns zu unserem eigenen Nutzen (vgl. Jes 48,17). Wenn wir also in Psalm 147,1 aufgefordert werden: „Lobt den Herrn! Denn es ist gut, unsrem Gott zu lobsingen: es ist lieblich, es gebührt [ihm] Lobgesang“, dann ist es natürlich in erster Linie deshalb gut, weil dem HERRN dieser Lobgesang gebührt. Dies ist zweifelsfrei der Hauptgrund, warum wir IHN loben und preisen sollen, doch der Nebeneffekt ist, dass es auch gut für uns ist. Im Umkehrschluss gilt natürlich auch, dass es böse ist dem HERRN das Lob zu verweigern, und dass Menschen, die dies tun, sich letztlich selbst schaden. Davon abgesehen ist es auch sehr unvernünftig, denn letztlich kann niemand die Herrschaft Gottes verhindern. Niemand wird für immer darum herumkommen, Gott die Ehre zu geben, die IHM gebührt. Und damit kommen wir zum Bericht über die Weisen aus dem Morgenland, bei dem wir, mit den Weisen, das bereits erwähnte siebte Beispiel für wahre Anbetung finden werden, doch ebenso werden wir auch ein Beispiel dafür finden, wie töricht und vergeblich es ist, die Herrschaft des HERRN abzulehnen, und IHM die Anbetung und Ehre zu verweigern. Doch kommen wir nun zum Bibeltext:

Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, die sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten! Als das der König Herodes hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm. Und er rief alle obersten Priester und Schriftgelehrten des Volkes zusammen und erfragte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Sie aber sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben durch den Propheten: »Und du, Bethlehem im Land Juda, bist keineswegs die geringste unter den Fürstenstädten Judas; denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden soll«. Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundigte sich bei ihnen genau nach der Zeit, wann der Stern erschienen war; und er sandte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, so laßt es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete! Und als sie den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war. Als sie nun den Stern sahen, wurden sie sehr hoch erfreut; und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und da sie im Traum angewiesen wurden, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg zurück in ihr Land.
Als sie aber weggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen!
Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Knaben in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte
(Matthäus 1-13: 16).

 

Wenn der Schein trügt

Eine mögliche Überschrift für diesen kurzen Bibelabschnitt könnte lauten: Nichts ist so wie es scheint. Dies zumindest auf den ersten Blick, denn, wenn man sich überlegt, was für Personengruppen uns in diesem Textabschnitt begegnen, und was man von ihnen erwarten würde, dann erfüllen diese alles, nur nicht die typischen Erwartungen. Als erstes werden uns die Weisen aus dem Morgenland vorgestellt. Sie waren unter all den genannten Personen, nicht nur diejenigen, die geographisch gesehen am weitesten von dem neugeborenen Messias entfernt waren, sondern auch hinsichtlich ihres spirituellen Hintergrunds. Sie waren nicht nur Ausländer, sie waren auch Heiden, die nichts mit dem Judentum zu tun hatten, sondern sich sehr wahrscheinlich mit Astrologie befasst haben. Dennoch nahmen sie diese weite, beschwerliche Reise auf sich, um den neugeborenen König der Juden zu huldigen. Alle anderen Personen, die im Text erwähnt werden, hatten den Geburtsort quasi vor der Haustür, denn Bethlehem ist ein kleines Dorf in der südlichen Nachbarschaft Jerusalems. Außerdem handelte es sich abgesehen von König Herodes um Israeliten. Bei dem hier genannten Herodes handelt es sich um Herodes den Großen, er war der erste dieser Herrscherdynastie. Er war zwar kein gebürtiger Jude, sondern ein Nachkomme Esaus, doch er hatte zum Judentum konvertiert. Ist es angesichts dessen nicht verblüffend, dass sich in dieser zweitgenannten Gruppe, nicht einer fand, der sich den Weisen angeschlossen hätte, um den zu sehen, der lange im Voraus als der Trost Israels angekündigt worden war? (vgl. Lk 2,25). Über Generationen hatte das jüdische Volk auf diesen Messias gewartet, doch als die Zeit erfüllt war, und Gott Seinen Sohn sandte, war es eine recht überschaubare Anzahl von Personen, die davon Notiz nahmen bzw. die sich überhaupt dafür interessierten. Somit war schon Seine Geburt ein Vorzeichen auf das, was auch Sein späterer Dienst ans Licht bringen sollte, nämlich, dass IHN der Großteil Seines eigenen Volkes ablehnen würde (vgl. Joh 1,11; Mt 22,37).

Doch was sagt die Schrift hierzu? Nun, Paulus schreibt: So frage ich nun: Sind sie gestrauchelt, damit sie fallen? Das sei ferne! Sondern durch ihre Verfehlung ist den Heiden das Heil widerfahren; das sollte sie eifersüchtig machen (Röm 11,11). Somit stehen diese Weisen aus dem Morgenland auch stellvertretend für alle Heidenvölker. Sie stehen symbolisch für uns, die wir einst in der Gottesferne waren, doch durch Christus von der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen wurden. Diese Weisen waren gewissermaßen die Erstlingsfrucht aus den Nationen, wodurch sich auch bewahrheitet hat, was bereits die Propheten angekündet haben, nämlich, dass das Heil nicht mehr allein auf das Volk Israel beschränkt sein sollte (wobei es zu allen Zeiten Ausnahmen gab), sondern auch auf die Nationen. Dass diese alttestamentliche Prophetie in Christus erfüllt wurde, macht Paulus an anderer Stelle deutlich, indem er Jesaja zitiert, der in Bezug auf den Messias prophezeite: „Denn so hat uns der Herr geboten: "Ich habe dich zum Licht der Nationen gesetzt, dass du zum Heil seiest bis an das Ende der Erde (Apg 13,47; Jes 49,6)."

Dieses Licht war es, das die Weisen wider aller logischen Erwartung nach Israel geführt hat. Naheliegend wäre es gewesen, dass der Stern selbst Gegenstand ihrer Verehrung gewesen wäre, doch wie sie selbst sagten, waren sie gekommen, um den neugeborenen König der Juden anzubeten. William MacDonald schreibt in seinem Kommentar: Es war “der Stern im Morgenland“, der sie irgendwie auf die Geburt eines Königs aufmerksam machte, den sie anbeten wollten. Möglicherweise kannten sie die Prophezeiung des Alten Testaments über die Ankunft des Messias. Vielleicht kannten sie auch die Prophezeiung Bileams, dass ein Stern aus Jakob hervortreten würde (4.Mo 24,17) und verbanden diese mit der Prophezeiung der 70 Wochen, die die Zeit des ersten Kommens Christi voraussagte (Dan 9,24-25).1
Doch selbst wenn dem nicht so gewesen sein sollte, und sie tatsächlich auf rein übernatürliche Art auf die Geburt des Messias aufmerksam geworden waren, so sehen wir doch in der Tatsache, dass sie erst den Umweg über Jerusalem machen mussten, um dort in Erfahrung zu bringen, was geschrieben steht, dass wir nur über die Schrift den Zugang zu Jesus haben (vgl. Röm 10,17).

Zugleich wird in diesem Bibelabschnitt aber auch deutlich, dass Bibelkenntnis allein nicht genügt. Denn jene, die Experten darin waren die Schrift auszulegen, und sogar ihren Lebensunterhalt damit verdienten, waren zwar in der Lage genau zu sagen, wo der Messias zur Welt kommen würde, dennoch war unter ihnen nicht einer, der sich den Weisen angeschlossen hätte, um sich gemeinsam mit ihnen auf den Weg nach Bethlehem zu machen und den neugeborenen Messias anzubeten. Denn wie bereits festgestellt, die religiöse Elite, die Experten in Glaubensfragen, haben dem Messias die Anbetung verweigert, doch nicht nur sie, in ganz Jerusalem befand sich nicht einer, der sich mit den Weisen auf den Weg machen wollte. Alles was vorzufinden war, war die scheinheilige Heuchelei von König Herodes, der die Weisen heimlich zu sich rief und sprach: Zieht hin und forscht genau nach dem Kind. Und wenn ihr es gefunden habt, so laßt es mich wissen, damit auch ich komme und es anbete!
Sein wahres Ziel war jedoch nicht die Anbetung des Messias, sondern sein teuflischer Plan bestand darin, den Messias umzubringen. So erfahren wir es aus dem Text, durch die Worte, die der HERR im Traum zu Josef sprach: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit dir und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes will das Kind suchen, um es umzubringen! (Mt 2,13).

Hier sehen wir, was Menschen nach außen hin vorgeben, muss noch lange nicht das sein, was sie wirklich im Herzen haben. Nach außen gab sich Herodes als gottesfürchtiger Machthaber. Er gab vor, Gott zu ehren, und zwar nicht nur dadurch, dass er den Weisen gegenüber behauptet hat, er wolle den neugeborenen Messias anbeten, sondern auch weil er es war, der den Tempel in Jerusalem wiederaufbauen ließ. Ist dies nicht ein klassisches Beispiel dafür, dass man nach außen hin einen alles überstrahlenden frommen Schein verbreiten kann, obwohl das Herz von der Finsternis regiert wird?
Ja, man kann sogar prachtvolle Bauten errichten, seien es prunkvolle Kirchengebäude oder christliche Statuen, all dies sagt noch lange nichts über die wahre Herzenzhaltung aus. Ebenso verhält es sich mit jenen, die feierliche Gottesdienste oder christliche Zeremonien abhalten. All diese, nach außen hin fromme Handlungen, sind noch lange kein Beweis dafür, dass es sich dabei um wahre Anbetung handelt. Bedenken wir, die damaligen Kirchenführer konnten den Sterndeutern genau sagen, dass der Messias in Bethlehem geboren würde, doch nicht einer unter ihnen war bereit, sich den Weisen anzuschließen, um das Kind anzubeten.

Auch in unseren Tagen ist es nicht anders, jeder Theologe weiß, dass Jesus nur von 2 Wegen sprach, jeder weiß, dass ER von einer engen und einer breiten Pforte sprach, doch die Frage ist, warum sind sie nicht bereit, selbst durch diese enge Pforte zu gehen, und halten zudem noch jene ab, die hindurchgehen wollen? (vgl. Mt 7,13-14: 23,13).
Wie dieses Abhalten aussehen kann, habe ich bereits in dem Beitrag „Es steht geschrieben“ aufgezeigt, indem ich erwähnt habe, dass es Theologen gibt, die vor bibeltreuen Christen warnen. Sie lehren damit praktisch nichts anderes, als das man die Bibel nicht ernst nehmen soll. Dies ist ein direkter Angriff auf Christus selbst, denn es ist Sein Wort das uns in der Heiligen Schrift überliefert wurde. Bei anderen ist es vielleicht weniger offensichtlich, doch auch sie halten Menschen vom wahren Glauben ab, weil sie ein völlig falsches Bild von Gott weitergeben. Als Extrembeispiel möchte ich Dr. Peter Kottlorz nennen. Dieser katholische Theologe, der seine festen Sendezeiten beim öffentlichen Rundfunk hat, lies in einem seiner Radiobeiträge in etwa Folgendes verlauten: Gott ist wie das Hintergrundbild bei unserem Computer, wir beachten es zwar nicht, doch es ist im Hintergrund immer da. So weit so gut, konnte man hier vielleicht noch sagen, doch dann kam er zu folgender Anwendung: Wenn wir Gott nicht beachten, ist das aber auch nicht weiter schlimm, denn wir haben ja später in der Ewigkeit noch genügend Zeit, um uns mit IHM zu befassen.2
Und abgerundet wird seine „der-Himmel-kann-warten“-Theologie mit Worten wie: „Darum sei im Frieden mit Gott. Wie auch immer Du IHN Dir vorstellst!“ 3

Um zu zeigen, wie weit diese Aussagen von der biblischen Lehre entfernt sind, möchte ich ein Zitat vom Tim Kelly weitergeben, der in einer Predigt folgendes sagte: „Die größte Sünde ist es Gott zu ignorieren und so zu leben als würde er gar nicht existieren!“ 4
Nichts könnte also weiter von der gesunden Lehre der Schrift entfernt sein, als in Gott nur eine Randfigur sehen zu wollen, die man nicht weiter beachten müsse. Denn wie bereits im letzten Teil gesehen, der Vater sucht Anbeter (vgl. Joh 4,23-24), ER sucht sie im Sohn, ER sucht sie im Hier und Jetzt. Wer dieses Rettungsangebot Zeit seines Lebens ausschlägt, wer Gott Zeit seines Lebens weder Beachtung schenkt, noch IHM Dank darbringt, der hat keinen Frieden mit Gott, denn die Lehre der Schrift besagt ganz klar: „Kein Friede den Gottlosen! (Jes 48,22). Sich Gott so vorzustellen, wie man möchte, entspricht ebenfalls nicht der gesunden Lehre der Schrift, denn diese besagt, dass wir uns kein Bildnis von Gott machen sollen (2.Mo 20,4). Gott ist nicht so, wie IHN sich der Mensch in seinen eigenen Vorstellungen ausmalt, sondern ER ist so, wie ER sich uns in Seinem Wort offenbart hat. „Sei in Frieden mit Gott, wie auch immer du ihn dir vorstellst!“, bedeutet, mal dir deinen Gott, wie er dir gefällt. Doch das hat nichts mit wahrer Gottesverehrung oder Anbetung zu tun, sondern kommt eher der Anbetung des Egos gleich, denn dieser Gott hat sich dann den Vorstellungen des Menschen zu fügen.

Wie gesagt, das war ein Extrembeispiel, doch es gibt in unseren Tagen leider viel zu viele, die durch solche oder ähnliche Irrlehren eine „wir-kommen-alle-in-den-Himmel“- Theologie vertreten. Doch bleiben wir nicht bei den Theologen stehen, auch das Volk wusste Bescheid, doch was lesen wir, waren sie etwa erfreut über die frohe Kunde der Weisen? Ganz Jerusalem hatte mitbekommen, dass diese Männer aufgetaucht waren. Alle hatten vernommen, dass König Herodes die Priester und Schriftgelehrten gerufen hatte und diese erklärt hatten, dass der Christus in Bethlehem geboren werden sollte, doch auch hier Fehlanzeige, keiner wollte die Weisen begleiten. Außer den Weisen haben sie allesamt Christus die Anbetung verweigert.

Wahrlich diese Haltung ist erschütternd und traurig zugleich, doch ist es nicht so, dass wir in unserer Generation genau dasselbe feststellen müssen? Ist es nicht so, dass sich auch der Großteil unserer Zeitgenossen strickt weigert, sich der Herrschaft des von Gott gesalbten Königs zu unterstellen? Anstatt sich vor Christus zu beugen, pocht die Menschheit darauf, selbst zu bestimmen. Gemäß der Devise: „Ich lasse mir von niemand etwas sagen!“, will jeder der eigene Herr in seinem Königreich sein. Mit anderen Worten, im Herzen des Menschen sitzt das ICH auf dem Thron und dieses ICH will sich seine Herrschaft von niemandem streitig machen lassen. Aus diesem Grund ist dem natürlichen Menschen, Christus so wenig willkommen, wie es damals bei dem König Herodes der Fall war. Er gab zwar nach außen hin vor, den Messias verehren zu wollen, doch in Wahrheit war das Gegenteil der Fall, in Wahrheit wollte er den beseitigen, der von Gott als rechtmäßiger Herrscher eingesetzt wurde. Das Motiv dafür ist offensichtlich, sein Ziel bestand darin seine eigene Herrschaft abzusichern. Doch sein Plan, den Gesalbten des HERRN zu töten, war ebenso vergeblich, wie töricht. Denn der, mit dem er sich anlegte, war schließlich kein gewöhnlicher, sterblicher Mensch, sondern es war jener, dessen Kommen durch den Propheten Micha mit folgenden Worten angekündigt worden war: Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist (Mi 5,1).

Die Worte, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist, machen deutlich, dass ER der Ewige, der unsterbliche Sohn Gottes ist, und daher müsste man genau genommen auch nicht davon sprechen, dass ER in Bethlehem geboren wurde, sondern vielmehr von Seiner Menschwerdung reden. Denn ER existiert schon von Ewigkeit her, was auch ein eindeutiger Beleg dafür ist, dass ER nicht zu den geschaffenen Wesen zählt, sondern selbst der Schöpfer aller Dinge ist. Genau das ist auch die Lehre der Heiligen Schrift, die uns folgendes über Christus sagt: Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene. Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen; und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn (Kol 1,15-17).

Hier sehen wir, wie töricht es ist, wenn ein sterblicher Mensch glaubt, er sei in der Lage sich mit Christus anzulegen. ER ist nicht nur der Schöpfer, ER ist auch der Erhalter aller Dinge. Unser Leben liegt in Seiner Hand, nicht umgekehrt. Wir sind von IHM abhängig, nicht ER von uns. Es ist einfach nur lächerlich, wenn sich Menschen mit IHM anlegen, wie lächerlich möchte ich anhand einiger Verse aus Psalm 2 aufzeigen:

Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, / und die Herren halten Rat miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: »Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!« Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. »Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.« Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt «. So seid nun verständig, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem HERRN mit Furcht und küsst seine Füße mit Zittern, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Wohl allen, die auf ihn trauen! (V 1-4; 6; 10-12).

Das Vernünftigste was ein Mensch tun kann, ist es, auf diese Worte zu hören, anstatt sich gegen die Herrschaft Gottes aufzulehnen, sollte er sich vor IHM beugen. Ja, er sollte vor dem Sohn Gottes niederfallen und dessen Füße küssen. Er sollte bei IHM Zuflucht suchen, sich bei IHM bergen, ehe der Tag des Gerichts kommt und Sein Zorn entbrennt. Die unvernünftigste Reaktion hingegen ist, sich gegen Christus, gegen Sein kommendes Reich und gegen Seine Nachfolger aufzulehnen. Denn so vergeblich es ist, Christus selbst aus dem Weg räumen zu wollen, so vergeblich ist auch jeglicher Versuch, das Christentum ausrotten zu wollen (vgl. Jes 8,10). Wer das wahre Christentum auslöschen will, gleicht einem Menschen, der brennendes Öl mit Wasser löschen will. Die Geschichte hat von Beginn an gezeigt, je massiver die Verfolgung war, je rasanter hat sich der christliche Glaube verbreitet. Am Ende wir Gottes Plan sich erfüllen, niemand kann Sein Reich aufhalten, selbst die erbittertsten Feinde werden eines Tages ihre Knie vor dem Herrn der Herren und dem König der Könige beugen müssen.

Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen" (Röm 14,11). Und in Philipper 2, heißt es über den Sohn Gottes: Der sich selbst erniedrigt hat und gehorsam war bis zum Tod am Kreuz: Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters (Phil 2,8-11).
Im Gegensatz dazu lesen wir über den irdischen Herrscher Herodes, was einst über jeden irdischen Herrscher zu lesen sein wird, und das sind die Worte in Vers 19 des Bibeltextes, in denen gesagt wird: Als aber Herodes gestorben war. Wie wahr ist doch die Aussage: „Die Herrscher dieser Welt gehen, Jesus Christus kommt!“. Aus diesem Grund ist es töricht, sich gegen IHN und Seine Herrschaft abzulehnen, denn ER wird kommen, um zu herrschen, egal ob es den Menschen passt oder nicht. Und ER wird richten über Lebende und über Tote. An jenem Tag wird sich jedes Knie vor IHM beugen, doch wohl denen, die sich diesem König im Hier und Jetzt freiwillig unterwerfen, und wehe denen, die das Gnadenangebot das uns durch Jesus gegeben wird, ausschlagen. Noch streckt ER uns Seine durchbohrten Hände entgegen und bietet uns Versöhnung an.
Wir sollten nicht denselben Fehler wie Herodes und so viele nach ihm machen, und so leben, als würden wir ewig leben, unser irdisches Leben ist begrenzt (vgl. Ps 49). Unser Leben ist ein Geschenk Gottes, wenn wir IHM Zeit unseres Lebens jeglichen Dank dafür verweigern oder uns gar einreden, wir könnten Seine Pläne durchkreuzen, zeigt dies nur, dass wir unter maßloser Selbstüberschätzung leiden. Gott erwartet unsern Dank, weil IHM dieser Dank zusteht. Es ist uns nicht freigestellt, ob wir IHN nun ehren oder IHN lieber ignorieren wollen, sondern im Gegenteil: Gott fordert uns durch Sein Wort dazu auf, IHN zu loben. Exemplarisch dazu nur 3 Bibelstellen, die dies belegen: Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! (Ps 117,1). Lobet den HERRN! Denn es ist gut, unserm Gott zu singen: es ist lieblich, es ziemt sich der Lobgesang (Ps 147,1). Alles, was Odem hat, Lobe den Herrn. Hallelujah!“ (Ps 150,6).

Genau das haben auch die Weisen gemacht, als sie das Haus gefunden hatten und dort das Kind samt Maria, Seiner Mutter vorfanden, warfen sie sich nieder. Doch beachten wir, das Kind wird vor Maria genannt und der Text macht auch deutlich, dass die Anbetung allein Christus galt, denn Matthäus schreibt: Da fielen sie nieder und beteten es an; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Die Anbetung der Weisen galt dem Kind allein, weder Maria noch Josef wurden von ihnen angebetet, sondern Christus allein, vor IHM fielen sie nieder um anzubeten. Einmalmehr sehen wir hier, dass wahre Anbeter keine Menschen anbeten, wodurch auch deutlich wird, dass Jesus Christus Gott ist, denn wäre ER nicht Gott, dann dürfte ER niemals Gegenstand unserer Anbetung sein, denn die Schrift erlaubt uns nur die Anbetung des allein wahren Gottes. Wir sollten daher die Gottheit Christi niemals in Frage stellen, sondern uns an das Zeugnis der Schrift halten das über den Sohn Gottes sagt: Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (1.Joh 5,20).

 

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist

Kommen wir nun wieder auf das Ausgangsthema der politischen Korrektheit zurück, indem wir noch einmal auf den teuflischen Plan von König Herodes eingehen. Er, der politisch gesehen das Sagen hatte, wollte den Messias töten. Seine wilde Entschlossenheit, wird umso mehr deutlich, wenn wir sehen, dass er alle Kinder von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte, töten ließ (vgl. Mt 2,16). Das klingt sehr entsetzlich in unseren Augen, noch entsetzlicher ist es, wenn man bedenkt, dass dieser Angriff gegen Christus gerichtet war. Ich denke kaum jemand in unserer modernen Gesellschaft wird nicht schockiert sein, dass damals so viele Kinder getötet wurden, doch wie steht es um das Entsetzen über die hohe Abtreibungsrate in unserer Generation? Es hat mal jemand gesagt, der Ort, an dem ein Kind am meisten gefährdet ist, sei der Mutterleib. Ist das nicht tragisch, dass ausgerechnet dieser Platz, an dem ein Kind mehr Geborgenheit und Sicherheit haben sollte, als an jedem anderen Ort, vom aufgeschlossenen Menschen unserer Tage zu dem Ort gemacht wurde, an dem der vorzeitige Tod eines Menschen am wahrscheinlichsten ist? Doch wie wird es dargestellt in unserer politisch korrekten Medienlandschaft? Es wird als klares Frauenrecht dargestellt. Ungeborene, wehrlose Kinder hingegen haben offensichtlich keine Rechte, nicht einmal das Recht auf Leben. Die individuellen Selbstverwirklichungspläne der Schwangeren, stehen über dem Leben des hilflosen Kindes. Vielleicht dazu noch eine kurze Anmerkung zum Wahlkampf in den USA. Es geht mir gewiss nicht darum Werbung für Donald Trump zu machen, doch was kaum jemand mitbekommen haben dürfte, seine Kontrahentin Hillary Clinton kämpft schon seit Jahrzenten für das weltweite “Menschenrecht“, das eine Frau ihr ungeborenes Baby selbst noch in der Endphase der Schwangerschaft abtreiben lassen kann. Erst wenn ein Säugling vom Krankenhaus getragen werde, sagte sie einmal, sei er ein Lebewesen. 5

Soviel zu unserer verkommenen Moral, kommen wir wieder auf das Geschehen von damals zurück, und fragen uns, was wäre denn zu jener Zeit politisch korrekt gewesen? Wäre es nicht politisch korrekt gewesen, den Wünschen des Machthabers Folge zu leisten? War es recht, dass die Weisen seinen Wunsch missachteten, dass sie anstatt dem König zu berichten, wo das Kindlein war, auf einem anderen Weg zurückgegangen sind? Und wie ist das Verhalten von Maria und Josef zu bewerten? War es politisch gesehen, recht, dass sie nach Ägypten flohen, um das Kind in Sicherheit zu bringen? Ich denke es liegt auf der Hand, nichts wäre schlimmer gewesen, als sich dem Wunsch des Machthabers in diesem Falle zu beugen. Doch das dies nicht die grundsätzliche Haltung von Josef und Maria war, sehen wir im Lukas Evangelium. Da heißt es nämlich zu Beginn des 2. Kapitels: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Wodurch alle aufgefordert waren, sich auf den Weg zu machen, um sich registrieren zu lassen. Doch wie hat Josef auf diese Volkszählung reagiert? Sprach er etwa zu Maria: „Das kommt für uns nicht infrage, du bist Hochschwanger, und das Kind, das wir erwarten ist der Messias!“? Das wäre doch ein gutes Argument gewesen, um sich dieser Anweisung zu widersetzen, doch was sagt der Bibeltext?
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte (V 4-6).

Hier sehen wir, Gottes Wort gibt den Gläubigen gewiss keine Grundsatz Erlaubnis Regierungsbeschlüsse und Gesetze zu missachten. Nein, gewiss nicht, grundsätzlich ist das Gegenteil der Fall, denn der Grundsatz lautet, sich der Obrigkeit unterzuordnen. Die Widersetzung ist nur die Ausnahme, wenn es sich bei Gesetzen oder Verordnungen um einen klaren Angriff gegen Gottes Gebote handelt. An Gesetze, die dem Willen Gottes nicht widersprechen, sollen wir uns sehr wohl halten, auch wenn sie nicht mit unseren persönlichen Ansichten übereinstimmen. Vielleicht sind wir nicht damit einig, wofür die Steuergelder eingesetzt werden, doch Jesu Worte: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ (Mk 12,17), machen deutlich, dass dies nicht unsere Verantwortung ist. Wir sind dafür verantwortlich in steuerlicher Hinsicht ehrlich zu sein und kein Geld zu unterschlagen, die Regierung hat zu verantworten, was mit den Steuergeldern geschieht. Wir sollen die Regierung auch nicht verleugnen oder abfällig über Politiker sprechen. Dennoch dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen, das, was Gott als Böse bezeichnet, gut zu nennen, nur um politisch korrekt zu sein. Es mag ja sein, dass es in unserer Generation erwartet wird, dass man ein Befürworter der Abtreibung ist, doch maßgeblich ist das Gebot Gottes, das besagt: Du sollst nicht töten! (2.Mo 20,13). Daher wehe uns, wenn wir uns einlullen lassen und dieses schrecklich Verbrechen verharmlosen oder gar gutheißen.

Wichtig ist das Bewusstsein, dass jede Regierung von Gott eingesetzt ist (vgl. Röm 13,1-4). Sie ist Gottes Dienerin und die Verantwortlichen werden eines Tages vor IHM Rechenschaft ablegen müssen. Es ist nicht die Aufgabe des Christen, die Regierung zu richten oder gar zu meinen man sei dazu berufen sie zu stürzen. Der Gläubige ist vielmehr dazu aufgefordert, für sie zu beten, denn geschrieben steht: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit (1.Tim 2,4).


Gebt Gott, was Gottes ist

Abschließend möchte ich noch einmal auf die Aussage: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“, zurückkommen, und anmerken, dass das vollständige Zitat wie folgt lautet: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist; und Gott, was Gottes ist!“ (Mk 12,17). Hier wird deutlich, wir sind nicht nur aufgefordert, uns menschlichen Regierungen unterzuordnen, sondern auch der Regierung dessen, der HERR über das gesamte Universum ist. Auch wenn die kriminalitätsrate noch so hoch ist, an die erste Anweisung dürften sich wohl weit mehr Menschen halten, als an die zweite. Der Grund dafür liegt auf der Hand, man will nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Jedem ist bewusst, dass dies eine Strafe nach sich zieht. Die Anweisungen und Gebote Gottes hingegen, so die Meinung vieler, kann man getrost ignorieren, denn entweder existiert dieser Gott überhaupt nicht, oder aber ER gibt sich mit der Rolle des Hintergrundbilds zufrieden. Das heißt, ER ist zwar immer da, doch stellt keinerlei Ansprüche, Sein einziger Wunsch besteht lediglich darin, unser Notnagel in schweren Zeiten zu sein. Und gewiss, in Seinem Wort sagt ER: „Rufe mich an am Tag der Not; ich will dich retten“ (Ps 50,15). Ich möchte nicht wissen, wie oft dieses Bibelwort bereits zitiert wurde, ohne darauf zu achten, dass vor und nach dieser Aussage das Wort „und“ zu finden ist. Dieses kleine Bindewort ist ein eindeutiger Hinweis, dass es sich hier um eine Teilaussage handelt, die man nicht völlig losgelöst von dem sehen kann, was direkt davor, und was direkt danach gesagt wird. Wir haben uns so daran gewöhnt, uns nur mit dem Teil einer biblischen Aussage zu befassen, der völlig nach unserem Geschmack ist, und der moderne „Friede-Friede“-Theologe, wird seinen Zuhörern auch nur diese Halbwahrheiten servieren.
Um nicht falsch verstanden zu werden, ich bin auch sehr dankbar für diese Worte, doch werden wir Gottes Wort wirklich gerecht, wenn wir es nur so selektiv betrachten? Gewiss nicht, denn gerade dadurch wird ein sehr einseitiges Bild von Gott vermittelt das IHN nur zu einem Notnagel reduziert. Aus diesem Grund möchte ich nun den Vers vollständig widergeben: „Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich retten, und du wirst mich verherrlichen!"

Was für ein Unterschied ist es doch, wenn man nur den Mittelteil der Aussage sehen will, und dabei völlig ausblendet, dass Gott nicht nur unsere unverbindliche Absicherung im Hintergrund sein will, so als hätte man eine Versicherung abgeschlossen, die nur im Schadensfall von Nutzen ist. Gott fordert uns auf, IHM unseren Dank zu Opfern, und keine Frage, in Notzeiten dürfen wir IHN im Gebet anrufen, doch warum erhört ER Gebet, etwa damit wir IHN danach schnell wieder vergessen, weil wir ja in der Ewigkeit noch genügend Zeit haben werden, um uns mit IHM zu befassen? Nein, ER will uns retten, damit wir IHN verherrlichen. Und hier sind wir wieder bei der Aussage des HERRN Jesus: Gebt Gott, was Gottes ist. Lassen wir uns doch wieder neu ins Bewusstsein rufen, wir wurden geschaffen zu Seiner Ehre, und sind dazu berufen, IHM Dank zu opfern. Jeder Mensch hat Grund IHM zu danken, wieviel mehr jene, denen die Rettung zuteile wurde, die uns durch Christus geschenkt ist. Vergessen wir nicht, diese Rettung wurde uns zuteil, damit wir IHN verherrlichen.

Möge sich Sein Ruhm mehren, indem noch viele hinzugerufen werden, und indem jene, die bereits erlöst wurden, sich immer wieder neu bewusstmachen, unsere höchste Berufung ist die Anbetung. Anstatt das Lob Gottes auf die lange Bank zu schieben, sollten wir es zur ersten Priorität unseres Lebens machen, denn wo Gott gelobt wird, da ist ein Stück Himmelreich auf Erden (Ps 22,4).
Dem König der Ewigkeit aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, allein weisen Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (1.Tim 1,17).

 

Quellangaben
1. William MacDonald, Kommentar zum Neuen Testament, S 26
2. Dr. Peter Kottlorz, Kirche im SWR, (leider habe ich mir das Datum nicht notiert)
3. Dr. Peter Kottlorz, Kirche im SWR, 18.Juli 2013
4. Tim Kelly – Das größte Zeichen
5. Topic August 2016, S 5

 

 

 

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