und

Nahe am Kreuz

27.11.2016

 

Die Apostel entfernten sich nie weit von den einfachen Tatsachen über Christus, sein Leben, seinen Tod, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt, seine Erhabenheit und seine Wiederkunft. Diese Dinge, von welchen sie selbst Zeuge waren, bildeten die Grundlage für ihre gesamte Verkündigung.

Newton hat richtigerweise gesagt, dass die beiden Säulen unseres christlichen Lebens das Werk Christi für uns und Sein Werk in uns durch den Heiligen Geist sind. Wer die Apostel sucht, wird sie sicherlich zwischen diesen beiden Säulen finden; dort unterreden sie sich entweder über die Auswirkung von Christi Leiden zu unserer Rechtfertigung oder über die ebenso wunderbare Frucht, dass wir der Welt gestorben sind und die Neuheit des Lebens empfangen haben.

Welch ein Tadel müsste dies für jene in unserer modernen Zeit sein, die immerzu nach Neuerungen streben. Es mag unter den Gemeinden viel von dem Geist Athens geben, aber dies ist keine Entschuldigung dafür, dass dieser Geist auch unter Predigern zu finden ist. Unter allen Menschen sollten wir Prediger die Letzten sein, um unsere Zeit damit zu verbringen, Neuem nachzujagen.

Unser Auftrag, meine Brüder, ist es, die alte Arbeit der Apostel fortzuführen und zu verkündigen, dass Jesus derselbe ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Wir sind Spiegel, welche Golgathas Errungenschaften für uns widerspiegeln, wir sind Teleskope, welche die Tiefen der Herrlichkeit des erhöhten Erlösers sichtbar machen. Je näher wir am Kreuz verharren, so glaube ich, desto näher bleiben wir in unserer wahren Berufung. Wenn es dem Herrn gefällt, eine brennende Liebe zu Christus in der Gemeinde wiederherzustellen, und wenn unser Dienst wieder den Wohlgeruch Christi verbreitet, von welchem Jesus die Summe und Kernstück darstellt, dann wird die Gemeinde wieder lebendig.

Die göttliche Zeder, die an dem altehrwürdigen Strom gepflanzt wurde und ihre Zweige weit und ergiebig ausstreckte, wurde in diesen modernen Zeiten zu einem Bonsaibäumchen zurechtgestutzt, das zwar an dem Strom von ehedem gepflanzt ist, aber dennoch nicht gedeiht. Gedeihen kann es erst wieder, wenn Gott, der Heilige Geist, uns aufs Neue die freimütige und klare Verkündigung des gekreuzigten Christus in aller Einfachheit und aller Ernsthaftigkeit schenkt; dann wird das Bonsaibäumchen wieder zu einem Riesenbaum heranwachsen, jede Knospe wird sich in reiches Blätterwerk verzweigen, und die Zeder wird sich abermals in luftige Höhen erheben, bis die Vögel des Himmels in ihren Zweigen ihre Nester bauen.

lch muss mich bei euch nicht entschuldigen, wenn ich jene Dinge verkündige, in die sich die Apostel allezeit vertieften und die den kommenden Generationen noch unzählige Segnungen zufließen lassen werden. Begegne dem einzigen Gott, den es gibt.

 


C. H. Spurgeon - Auszug aus der Predigt: Death and Life in Christ, vom 5.4.1863 im Metropolitan Tabernacle, London

Ursprüngliche Quelle und Dank: distomos.blogspot.commehr dazu unter dem Vorwort

 

www.evangeliums-botschaft.de

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