und

Lernen von Jesus

Veröffentlicht am 05.01.2015

In Matthäus 11, 28-30 finden wir eine sehr bekannte und oft zitierte Bibelstelle. Hier lädt Jesus uns ein, zu Ihm zu kommen, indem Er sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Aus diesem bekannten Zitat, möchte ich drei Worte herausgreifen, es sind die Worte: „Lernt von mir!Würde ich diese Worte aussprechen, wäre es wohl nicht viel, was andere von mir lernen könnten, doch weil ich mit diesen drei Worten Jesus zitiert habe, sieht die Sache ganz anderes aus. Von Ihm können wir jede Menge lernen und wenn wir das beherzigen, dann werden wir, so verspricht es Jesus, Ruhe finden für unsere Seelen.

Vielleicht geht es an diesem Punkt manchem Leser wie es mir ergangen ist. Man ist immer auf der Suche nach Zerstörung, doch sobald man einen Augenblick alleine ist, überfällt einen eine innere Leere. Natürlich gibt es da so einige Ablenkungsmöglichkeiten, wir haben in unserer Zeit jede Menge davon. Da gibt es Radio, Fernsehen und Computer, ob es nun Computerspiele sind oder ob man einfach kreuz und quer durch das Internet surft, man findet jedenfalls immer tausend Beschäftigungsmöglichkeiten, um sich abzulenken. Und falls das nicht mehr helfen sollte, gibt es noch jede Menge Events, die man besuchen kann und sollten alle Stricke reißen, kann man sich immer noch mit Alkohol zudröhnen. Doch wenn man dann morgens aufwacht, dann ist sie wieder da, diese innere Leere und Frage nach dem Sinn. Wenn es jemand so ergehen sollte, dann lädt Jesus dazu ein, zu Ihm zu kommen und von Ihm zu lernen. Er ist nicht wie irgendein gewöhnlicher Lehrer, nein, Er stellt den Anspruch auf und sagt: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand seinen Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede (Joh 7,16-17).

Das ist doch eine sehr interessante Aussage. Hier beansprucht Jesus eindeutig, dass Er von Gott gesandt wurde. Er kam also im Auftrag Gottes und erklärt uns diesbezüglich an anderer Stelle: Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat (Joh 5,30).
Also halten wir fest, Jesus wurde, nach eigener Aussage, von Gott dem Vater gesandt. Er kam im Auftrag Gottes und Er verfolgte dabei nicht Seine eigenen Ziele, sondern handelte nach dem Willen Seines Vaters. Seine Lehre, war bzw. ist also direkt von Gott, dem Vater. Dies entspricht auch dem, was uns zu Beginn des Hebräer Briefes gesagt wird, wo gesagt wird: Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch den Sohn (Hebr 1,1-2).

Nun, woher wissen wir, ob das wirklich so ist? Jeder könnte doch behaupten, er sei von Gott gesandt, jeder könnte doch sagen, die Worte, die ich zu euch rede, sind nicht von mir, sondern von Gott. Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit es herauszufinden. Diese Möglichkeit ist jedoch nur einem ganz außergewöhnlichen Personenkreis vorbehalten. Jesus hat diesen Personenkreis, als Menschen bezeichnet, die denselben Herzenswunsch teilen, den Er selbst hatte und der bestand darin, den Willen des Vaters zu tun. „Wenn jemand seinen Willen tun will“, so erklärte er, „wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede“ (Joh 7,17).
Mit „seinen Willen“, ist der Wille dessen gemeint, der Ihn gesandt hat. Es geht also darum, dass jemand den Willen Gottes tun will. Das ist der entscheidende Punkt. Ist es nicht so, dass viele von denen, die nach Gott fragen, nur wissen wollen, was Er für sie tun kann? Was bringt es mir an Ihn zu glauben? Was kann Er mir geben? Was habe ich davon als Christ zu leben? Ist das nicht viel eher unsere Fragestellung, als der aufrichtige Wunsch, den Willen Gottes zu tun? Es ist gar keine Frage, dass Gott viel für uns tun kann, doch es ist das falsche Motiv. Es ist leider typisch für den menschlichen Egoismus so an die Sache heranzugehen und wen sollte es da wundern, dass Gott nur wenigen die Erkenntnis schenkt, dass die Bibel wirklich Sein Wort ist und dass Jesus tatsächlich Sein geliebter Sohn ist, über den Er selbst das Zeugnis gab: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört! (Mk 9,7)

Es ist Gott selbst, der uns auffordert, auf Jesus zu hören, den Jesus, der allen, die ein ernsthaftes Bestreben haben, im Einklang mit Gottes Willen zu leben, die Zusage macht, zu erkennen, ob Seine Lehre von Gott ist. Solche Menschen können genau wie Johannes sagen: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns den Sinn dafür gegeben hat, dass wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben (1. Joh 5,20).
Das ist wahrer Glaube und dieser Glaube ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk. Wenn jemand wirklich den Wunsch hat, ein gottwohlgefälliges Leben zu führen, dann kann ich nur empfehlen, die Bibel zu lesen. Sie ist kein gewöhnliches Menschenwort, sondern Gottes Wort, das die Kraft hat, uns zu verändern und einen neuen Menschen aus uns zu machen (vgl. 1.Thess 2,13; 1.Petr 1, 23). Entscheidend ist, dass wir durch Jesus Christus, mit Gott dem Vater versöhnt werden, denn egal ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Beziehung zu Ihm, ist durch die Sünde zerstört. Um verständlich zu machen, was damit gemeint ist, will ich ganz kurz erläutern, worin sich diese Aussage begründet:

Gottes Wort erklärt uns gleich zu Anfang, dass Gott den Menschen zu Seiner Ehre geschaffen hat. Es sagt uns weiter, dass Gott den Menschen zur Gemeinschaft mit Ihm erschaffen hat und erklärt uns auch, dass der Mensch nach Seinem Bild (1.Mo 1,27), also Ihm (dem dreieinigen Gott) ähnlich, geschaffen wurde (1.Mo 1,26). Das heißt, der Mensch war Gott ursprünglich wesensähnlich. Das bedeutet nicht, dass er die gleiche Macht hatte, sondern bezieht sich auf seine charakterlichen Eigenschaften. Gott hat den Menschen aufrichtig geschaffen (Pred 7,29). Das was für Gott selbst gilt, galt in dieser Hinsicht auch für den Menschen. So wie Gott Liebe ist (1.Jo 4,8), war auch das Wesen des Menschen von reiner ungeheuchelter, uneigennütziger Liebe bestimmt und geprägt. So fern und so fremd für Gott jegliche Art von Unrecht (Ps 92,16) oder Lüge ist (Hebr 6,18), so galt dies auch für den Menschen. Und weil dies die ursprünglichen Charaktereigenschaften des Menschen waren, heißt es nach seiner Erschaffung: Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut (1. Mo 1,31).

Wenn wir uns die Menschheit heute ansehen, dann müssen wir doch zugeben, dass dieses ursprüngliche Bild sehr verzerrt ist. Man muss dabei gar nicht so weit gehen und bei anderen suchen, sondern wird, wenn man ehrlich ist, zugeben müssen, dass man dieser Beschreibung nicht gerecht wird. Wer kann schon sagen, er hätte diese Wesenseigenschaft? Wer hat nie in seinem Leben etwas Unrechtes getan, hatte nie einen bösen Gedanken und sprach nie ein böses Wort aus? Sagt die Bibel nicht völlig zu Recht: Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer (Röm 3,12)?

Natürlich haben wir uns daran gewöhnt, dass der Mensch so ist wie er ist. Wir haben uns damit arrangiert und versuchen irgendwie das Beste draus zu machen. Wir versuchen alles herunterzuspielen oder zu beschönigen und reden uns ein, durch Bildung oder eine entsprechende Art von Therapie, würde man das alles in den Griff bekommen. Man will einfach nicht wahrhaben, was die Bibel über den Menschen sagt, dabei muss man nur täglich die Nachrichten ansehen, um den Beweis zu haben, dass Gottes Wort Recht hat. Selbst die Leute, die gegen den Krieg demonstrieren, sind mit Nachbarn oder Arbeitskollegen verkracht und erleben den heftigsten Krieg, tagtäglich in ihren eigenen vier Wänden. Man will die Welt verbessern, aber kann nicht mal mit der eigenen Ehefrau und seinen Kindern friedlich unter einem Dach leben. Merken wir denn nicht, in was für einem Selbstbetrug die Menschheit lebt? Merken wir nicht, wie weit Anspruch und Wirklichkeit voneinander entfernt sind? Merken wir nicht, dass wir uns nur selbst etwas vormachen?
Die Bibel ist da ganz anderes, die Bibel ist ein ehrliches, realistisches Buch. Hier werden die Dinge beim Namen genannt, hier wird Klartext geredet und hier finden wir auch die Antwort auf unsere Probleme. Wir erfahren darin, warum wir so sind wie wir sind und warum die Welt so ist wie sie ist. Das Problem besteht in unserer gefallen Natur, es besteht darin, dass das erste Menschenpaar, eine folgenschwere Entscheidung getroffen hat. Ihr Fehler war, dass sie auf die Einflüsterungen Satans gehört haben. Er war es, der das erste Menschenpaar zur Sünde verleitet hat und dies war der Grund, warum der Mensch aus dem Paradies vertrieben wurde.
Satan ist ein gefallener Engel, er hat gegen Gott und Seine Herrschaft rebelliert und stachelte ein Drittel der Engel dazu an, es ihm gleich zu tun. Doch dieser raffinierte, verschlagene Geist, brachte nicht nur ein Drittel der Engel auf seine Seite, sondern auch das erste Menschenpaar und somit auch deren Nachkommen. Hier ist das Problem des Menschen, es ist die Erbsünde. Somit liegt unser Hauptproblem nicht außerhalb von uns, nicht in den Umständen, nicht in all dem, was andere falsch machen, nicht in dem, was auf uns einwirkt, sondern es liegt viel tiefer, es liegt in uns selbst. Es liegt in unserem Inneren, im Kern unseres Wesens, in unserem Herzen, über das Jesus folgendes sagt: „Aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung" (Mt 15,19). 

Aus diesem Grund spricht die Bibel von Sünde und diese Sünde macht nicht nur unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen kaputt, sondern hat, was noch viel Schlimmer ist, auch unsere Beziehung zu unserem Schöpfer zerstört. Wir leben nicht mehr für den Zweck, für den der Mensch ursprünglich erschaffen wurde, nämlich zur Gemeinschaft mit Gott, um uns an Ihm zu erfreuen und zu Seiner Ehre zu leben, sondern kehren Ihm den Rücken zu und leben nur noch für unsere egoistischen, selbstsüchtigen Ziele. Statt auf IHN zu hören, sind wir so vermessen uns einzubilden es besser zu wissen. Wir geben Ihm weder die Ehre, noch bringen wir Ihm den Dank, der Ihm zweifelsfrei zusteht, sondern sehen in uns selbst das Maß aller Dinge. Der Mensch will sich hier auf Erden selbst das Paradies erschaffen, doch er will ein Paradies ohne Gott. Er will selbstbestimmen, statt sich seinem Schöpfer unterzuordnen. Dabei hätten uns all die Kriege und als das Chaos längst beweisen müssen, dass der Mensch, niemals ein Friedensrech schaffen kann, solange der Friedfürst ausgeschlossen wird. Wäre Gott nicht so nachsichtig, nicht so geduldig und barmherzig, hätte Er die rebellische Menschheit schon längst ausradiert. Es ist wirklich bildlich gesprochen so, dass wir den Gott, der uns über alles liebt, mit Füßen treten. Wir wollen nichts mit Ihm zu schaffen haben und dennoch hat Er uns noch nicht abgeschrieben, sondern bietet uns in Seiner großen Liebe Versöhnung an. Sein Wort fordert uns auf: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2. Kor 5,20).

Das ist der Grund, warum Gott Seinen Sohn in diese Welt gesandt hat, Er kam, um uns von der Herrschaft Satans zu befreien. Er kam, um uns von der Macht der Sünde und deren schrecklicher Konsequenz zu befreien. Wir erleben in diesem Leben schon vielfach die schrecklichen Auswirkungen der Sünde, doch in der Ewigkeit wird es noch viel schlimmere Auswirkungen haben. Auch wenn der Mensch Weltmeister darin ist, es zu verdrängen, so sagt uns Gottes Wort ganz unmissverständlich: Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses (2. Kor 5,10).

Wir fürchten uns vor einem Atomkrieg, wir fürchten uns vor dem Ausbruch einer tödlichen Seuche oder vor Terroranschlägen, doch den, den wir am meisten fürchten sollten, den ignorieren wir. Wir müssen die Worte Jesus ernst nehmen, in denen Er uns einschärft: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen! Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen; ja, sage ich euch, diesen fürchtet!“ (Lk 12,3-4)
Was Jesus hier lehrt, ist nicht, dass wir Satan fürchten sollen, sondern dass wir Gott und somit auch Ihn selbst fürchten sollen, denn Er ist es, der den Schlüssel des Todes und des Hades hat (Offb 1,18).
Aus diesem Grund möchte ich mit den Worten des Apostel Paulus sagen: Da wir nun den Schrecken des Herrn kennen, so überreden wir Menschen (2. Kor 5,11).
Dies ist der einzige Grund, warum ich diese Zeilen schreibe, ich möchte uns bewusst machen, dass unsere Ewigkeit von unserer Stellung zu Jesus Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes, abhängt. Alles hängt davon ab, ob wir die Versöhnung, die uns durch das stellvertretende Opfer, das Jesus für am Kreuz vollbracht hat, annehmen oder nicht.
Wie gesagt, die Beziehung zwischen Gott und Mensch wurde durch die Sünde zerstört. Unsere sündhafte Natur hat unsere Seele durch und durch vergiftet und unsere Sünden trennen uns vom lebendigen Gott (vgl Jes 59,2). All die unermesslichen Tiefen des Elends und Leids, mit denen wir tagtäglich durch die Medien konfrontiert werden, sind Folge dessen, dass sich die Menschheit von Gott abgekehrt hat. Die gesamte Schöpfung leidet unter dem Fluch der Sünde (vgl Röm 8,19-22), der Krankheit, Leid, Tod und Zerstörung über die gesamte Menschheit gebracht hat. Weil wir Gott mit unserer Sünde unendlich betrüben und weil die Sünde die Mutter allen Leids ist, fragt uns Gottes Wort: Was beklagt sich der Mensch, der noch am Leben ist? Es hätte sich wahrlich jeder über seine Sünde zu beklagen! (Kla 3,39)

Doch statt über unsere Sünde zu klagen, ist unsere Herz so verdreht, dass wir uns zur ihr hingezogen fühlen. Benedikt Peters schreibt diesbezüglich: Das Furchtbarste an der Sünde des Sünders ist gerade das, dass er sie nicht einsieht. Er leidet nicht unter ihr; er begehrt nicht von ihr loszukommen; vielmehr hängt er mit Zuneigung an ihr. Er liebt das Böse; er zieht allezeit die Finsternis dem Licht vor (siehe Joh 3,19).1
So wie ein Fisch vom Wurm am Angelhaken angezogen wird, so wird das menschliche Herz von der Sünde angezogen. Am Anfang scheint die Sünde so verlockend und vielversprechend, doch am Ende geht der Mensch daran zugrunde, genau wie der Fisch am Angelhaken. Die Sünde hält niemals das, was sie verspricht, doch leider sind wir von Natur aus so in Lüge festgefahren (vgl Ps 40,5) dass diese Wahrheit an unseren Herzen abperlt wie Wasser an einem Stein. Bischof J.C Ryle bringt diese Tragik mit folgender Aussage auf den Punkt: Es ist zu befürchten, dass nur wenige von uns auch nur die geringste Vorstellung von der Stärke und Bösartigkeit der geistlichen Krankheit haben, mit der wir alle geboren worden sind. Nur wenige sind sich völlig bewusst, dass "die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist" (Röm 8,7) und dass die unbekehrte menschliche Natur, wenn sie die Macht dazu hätte, ihren Schöpfer von seinem Thron stürzen würde.2

Ist das nicht furchtbar? Anstatt sich der Mensch seinen Schöpfer unterordnet, erbebt er sich über Gott und will IHN vom Thron stürzen. Statt auf Ihn zu hören, verwirft er Gottes Wertmaßstäbe, die ausnahmslos zu seinem besten gedacht sind (Jes 48,17). Vergnügt und unbeschwert wandelt er selbstsicher durchs Leben, schlägt jede Mahnung Gottes in den Wind und bringt es am Ende noch fertig, den Gott, dessen Existenz er durch seine ausgeklügelte Argumente und Theorien ständig geleugnet hat, bei menschlichen Tragödien oder bei eigenem Versagen, anzuklagen. Empört schüttelt er dann den Kopf und fragt bestürzt: „Wieso lässt Gott das zu? – Wo war Gott?“. Doch wenn es um die Frage geht, wer denn den Maßstab von Gut und Böse festlegen darf, dann soll sich Gott gefälligst raushalten, dann will der Mensch nichts wissen von Gottes Geboten. Ist das nicht Paradox? Der Mensch, der alles was er ist allein Gott zu verdanken hat, verweigert Ihm nicht nur jeglichen Gehorsam, sondern bringt statt Dankbarkeit auch noch Anklagen gegen Ihn vor.

Durch diese Haltung solidarisiert sich der Mensch mit Satan. Jesus bezeichnet ihn als den Fürst dieser Welt (Joh 14,31). Er ist es, der in den Söhnen des Ungehorsams wirkt (Eph 2,2) und wie ein Tyrann über die gefallene Menschheit herrscht. Als Folge davon hat sich der geistliche Tod, mit seiner vernichtenden Wirkung, überall ausgebreitet. Wir alle sind davon betroffen, wir alle erleben schon im Hier und Jetzt die Auswirkungen von Gottes Gerichtshandeln, kein Mensch ist davon ausgenommen. Es ist ein Trugschluss davon auszugehen, Gott müsse Gnade vor Recht ergehen lassen. Wenn wir so denken, haben wir ein völlig falsches Bild von Gott. Er ist gerecht, Er ist heilig und Er kann uns am Tag des Gerichts nicht einfach freisprechen. Er kann nicht einfach so ein Auge zudrücken und sagen: "Schwamm drüber". Würde Er dies tun, würde Er sich selbst widersprechen, sagt Er doch in Seinem Wort, dass es Ihm ein Gräul ist, wenn der Schuldige gerecht gesprochen wird (Spr 17,15). Auf Sünde muss immer Strafe folgen und das biblische Prinzip lautet: Ohne Blutvergießen keine Vergebung (Hebr 9,22). All die vielen Tieropfer, die im Alten Bund vom Volk Gottes erbracht wurden, waren ein Hinweis auf das vollkomme Sühneopfer, das Jesus, der Sohn Gottes für uns vollbracht hat. Er ist, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt! (Joh 1,29)

Von Natur aus steht jeder Mensch unter dem Strafgericht Gottes, denn von Natur aus sind wir alle ausnahmslos Sünder, doch durch Jesus Christus bietet uns Gott Versöhnung an. Durch Ihn können wir wieder hergestellt werden, durch Ihn kommen wir wieder in den ursprünglichen Zustand zurück, den der Mensch vor dem Sündenfall hatte. Durch Ihn kommen wir wieder zurück, in die Gemeinschaft mit Gott und damit zum eigentlichen Sinn und Ziel unserer Erschaffung. Gott hat den Mensch zur Gemeinschaft mit Ihm geschaffen. Zu einer harmonischen Gemeinschaft, die auf Liebe, Wertschätzung und Vertrauen basiert, anstatt, wie es nach dem Sündenfall eingetreten ist, durch Sünde, Misstrauen, Zweifel und Rebellion zerstört zu sein. Obwohl es der Mensch war, der sich von Gott abgewandt hat, ist es Gott, der uns Versöhnung anbietet. Er wäre dazu nicht verpflichtet, doch Er hat Freude an Barmherzigkeit. Dies macht Er in Seinem Wort deutlich, indem Er die rhetorische Frage stellt: Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der Herr, und nicht vielmehr daran, daß er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt? (Hes 18,23). Gott will, dass wir umkehren, Er will, dass wir die Erlösung annehmen, die uns durch Kreuz von Golgatha geschenkt wird. Gott will nicht unsere Verdammnis, Er will nicht unseren Tod, Er will, dass wir Vergebung erfahren, Er will, dass wir Leben haben und alles was wir tun müssen, ist umzukehren und unsere Schuld einzugestehen.

Vielleicht sind Sie mit Ihrem Leben ganz zufrieden, vielleicht sind Sie kerngesund, vielleicht fehlt es Ihnen auch materiell an nichts, dennoch bitte ich Sie zu bedenken, wir alle müssen uns eines Tages für unser Leben verantworten. Wir alle müssen vor dem Richterstuhl erscheinen und es gibt nur eine Möglichkeit auf Freispruch und die besteht darin, anzuerkennen, dass Jesus den Preis für unsere Sünde bezahlt hat. Die Bibel sagt: Wie durch den Ungehorsam des einen Menschen (Adam) die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen (Jesus) die Vielen zu Gerechten (Röm 5,19).

Mit „die Vielen“, sind all jene gemeint, die die Rettung annehmen, die Gott uns durchs Kreuz anbietet. Entweder wir gehören zu denen, die darauf bestehen, auch ohne die Erlösungstat von Jesus, dem Sohn Gottes, klarzukommen oder wir gestehen uns ein, dass das Urteil, das die Bibel über uns ausspricht, zutreffend ist und dass wir Jesus diesen Mittler brauchen. Die Schrift sagt, dass es nur diesen einen Mittler gibt. Es gibt also keine tausend Wege zu Gott, sondern: Es ist "ein" Gott und "ein" Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde (1.Tim 2,5-6).

Das ist die Botschaft des Evangeliums, das ist die gute Nachricht. Er, der Sohn Gottes, nahm die Strafe auf sich, die wir verdient hätten und im Tausch dafür, wird uns Seine Gerechtigkeit angerechnet. Man könnte sagen, die Suppe, die uns unser Urahne Adam eingebrockt hat, hat Jesus, der Sohn Gottes, für uns ausgelöffelt. Es geht auf Adam zurück, dass unser Körper zerfällt und dass wir alle sterben müssen; die Hoffnung auf ewiges Leben hingegen, können wir allein Christus verdanken. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden (1.Kor 15,22). Allen die an ihn glauben, gilt das Versprechen, dass sie nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (vgl. Joh 3,16).

Doch kommen wir nun noch einmal auf den Eingangsvers zurück und gehen auf die kurze, jedoch bedeutsame Aufforderung des Herrn ein, durch die Er uns auffordert, von Ihm zu lernen. Wenn wir bedenken, dass Er kein geringerer als der Sohn Gottes ist und dass die Schrift sogar sagt, dass Er für uns zur Weisheit gemacht ist (vgl. 1.Kor 1,30), wird deutlich, dass wir von Ihm unendlich viel lernen können. Somit werden jene, die Ihm nachfolgen niemals auslernen. Exemplarisch möchte ich nur 10 Gedanken herausgreifen, was wir alles von Ihm lernen können:

1. Wir können von IHM lernen, dass es ein fataler Fehler ist, wenn wir uns auf unsere eigene Gerechtigkeit verlassen oder meinen, dass wir uns den Himmel verdienen können (Lk 18,18-27). Es gibt hier auch einen frommen Selbstbetrug (Mt 7,21-23).

2. Wir können von IHM lernen, dass wir gegenüber Gott wie hoch verschuldete Bettler sind, die niemals in der Lage sein werden, ihre Schulden zu begleichen (Mt 18,23-34).

3. Wir können von IHM lernen, dass wir uns nicht selbst erlösen können (Mt 6,26).

4. Wir können von IHM lernen, dass Gott, der Vater uns nicht diesem hoffnungslosen Schicksal überlassen hat, sondern bereit war das Kostbarste zu opfern das Er hatte, Seinen Sohn. Wir sehen darin, wie schrecklich Sünde in den Augen des Heiligen Gottes ist, denn Christus wurde durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen (Jes 53, 5) und gleichzeitig sehen wir, wie unbegreiflich groß Gottes Liebe zu uns Menschen ist (Joh 3,16).

5. Wir können von IHM lernen, dass Jesus nicht gezwungen wurde dieses Opfer für uns zu vollbringen, sondern, dass Er es freiwillig getan hat (Joh 10,10).

6. Wir können von IHM lernen, dass das Evangelium ein Versöhnungsangebot ist, dass uns nicht mit Gewalt aufgezwungen wird (Mt 11,29), aber uns fairerweise, mit allem Nachdruck, vor Augen stellt, welch schlimme Konsequenzen es haben wird, wenn wir uns nicht von unserem gottlosen Leben abwenden und das Gnadenangebot Gottes annehmen. Wir können IHM gegenüber nicht neutral bleiben, wer nicht für IHN ist, ist gegen IHN (Mt 12,30). Es gibt nur 2 Wege, entweder den schmalen, der zum ewigen Leben führt, oder den breiten, der zur ewigen Verdammnis führt (Mt 7,12-14).

7. Wir können von IHM lernen, dass wir nicht leichtgläubig sein dürfen (Mt 14,15). Jesus warnt uns davor, dass viele in Seinem Namen kommen würden und dass viele falsche Propheten und viele falsche Lehrer auftreten würden, die einen anderen Christus verkündigen und ein falsches Evangelium verbreiten würden (Mt 7,15; Mt 24,11).

8. Wir können von IHM lernen, dass Sein Hauptanliegen nicht in der Verbesserung unserer Lebensumstände besteht, sondern in der Wiederherstellung unserer zerstörten Beziehung zu Gott (Mt 18, 8-10). Es geht in erster Linie, um die Frage, wo ein Mensch die Ewigkeit verbringen wird (Mt 7,12-14). Dennoch erhält der Christ bereits im Hier und Jetzt einen solch überreichen geistlichen Segen, dass die Schrift sagt: Er (Gott, der Vater) hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus (Eph 1,3), was aber nicht bedeutet, dass der Christ vor allen Schwierigkeiten bewahrt wird, sondern dass er sie mit Gottes Hilfe überwinden kann.

9. Wir können von IHM lernen, dass Er Seinen treuen Nachfolgern, also allen, die aus Liebe zu Ihm, auf Sein Wort hören und danach handeln und dennoch ihr Vertrauen nicht auf ihre eigenen Werke, sondern allein auf Ihn und das von Ihm vollbrachte Werk setzen, unverlierbares Heil zusichert (Joh 10,28) und dass Er zu Seinem Vater gegangen ist, um Seinen Nachfolgern eine Stätte zu bereiten und dass Er wiederkommen wird, um sie zu sich zu nehmen, damit sie für immer bei Ihm sein werden (Joh 14,2-3).

10. Wir können von IHM lernen, dass Jesus selbst, der einzige Weg zum Gott, dem Vater, ist und dass ohne ihn niemand gerettet werden kann. Nur Er kann uns Versöhnung mit Gott und ewiges Leben schenken und davon gibt es keine Ausnahme (Joh 14,6). Darum ist es so wichtig, dass das Evangelium von Jesus Christus in der ganzen Welt verbreitet wird. Es ist einzige Botschaft, die uns Menschen die Rettung bringt (Mk 16,15-16).

 


Man könnte diese Liste endlos fortführen, man könnte endlos Bibelverse anführen, so unerschöpflich ist der Reichtum, den uns Gott in Seinem Wort hinterlassen hat. Gott hat uns in Seinem Wort alles was zu unserem Heil notwendig ist, ein für alle Mal, überliefert (Jud 3). Wir dürfen daher weder jenen trauen, die dem Wort Gottes etwas hinzufügen, noch Solchen die etwas davon wegstreichen, denn dies ist das Hauptmerkmal, jener falschen Lehrer und jener falschen Propheten, vor denen Jesus eindringlich gewarnt hat. Wer wirklich erfahren will, wer Jesus Christus ist, darf sich nicht allein auf die Aussagen von anderen verlassen, sondern muss selbst in der Bibel forschen, sie ist die einzig zuverlässige Quelle, in der wir das unverfälschte Wort Gottes finden. Jesus sagte: "Eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden" (Mt 7,14).
Es ist ausgeschlossen, dass wir diese enge Pforte finden und diesen schmalen Weg gehen können, wenn wir die Wegweiser, die Gott in Seinem Wort aufgestellt hat, missachten. Die Bibel ist wie ein Kompass, wie eine Landkarte, wie ein Licht an einem dunklen Ort. Sie allein kann uns Orientierung geben, ohne sie sind wir der Verführung hilflos ausgeliefert.

Und wie bereits gesagt, es gibt tatsächlich eine Möglichkeit herauszufinden, ob dieses Wort wirklich von Gott ist. Wer den aufrichtigen Wunsch hat, nach Gottes Willen zu leben, wird feststellen, dass Jesus keine leeren Worte machte, als Er versprach: „Wenn jemand seinen (Gottes) Willen tun will, wird er erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selbst rede“ (Joh 7,17).

Gottes Geist schenkt jedem aufrichtigen Sucher, die rechte Erkenntnis für das, was uns durch Christus von Gott geschenkt ist (vgl. 1.Kor 2,12). Dazu wurde der Heilige Geist an Pfingsten ausgegossen. Jesus hatte dies Seinen Jüngern angekündigt. Er sagte ihnen sogar, dass es gut sei, dass Er wieder zum Vater zurückkehren würde, denn wenn Er wieder beim Vater sei, würde Er ihnen den Heiligen Geist senden (Joh 16,7). Und so hat es sich dann tatsächlich zugetragen; wenige Tage nach Seiner Himmelfahrt, wurden alle Gläubigen, die sich versammelt hatten, mit dem Heiligen Geist erfüllt (vgl Apg 2,4).
Dieses einmalige geschichtliche Ereignis, war die Geburtsstunde der christlichen Gemeinde. Jesus hatte auch begründet, warum der Heilige Geist kommen sollte, Er sagte: "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten" (Joh 16,13).
Seit Pfingsten gilt, dass jeder wahre Gläubige mit dem Heiligen Geist erfüllt wird. Die Lehre der Schrift besagt, dass alle echten Christen in einem Geist zu einem Leib getauft worden sind (1. Kor 12,13). Die Bezeichnung als Leib, ist ein Bild für die wahre christliche Gemeinde, sie wird mit einem menschlichen Leib verglichen, wobei Jesus Christus das Haupt ist (1.Kor 11,3). Diese Gemeinde ist keine menschliche Organisation, sondern eine große Familie, die aus allen Gläubigen aller Sprachen und aller Nationen besteht. (mehr dazu ist im Beitrag: “Die wahre Gemeinde“, zu finden) Mitglied dieser Familie wird man, wie bei jeder irdischen Familie, durch die Geburt, in diesem Fall durch die Taufe im Heiligen Geist, die an anderer Stelle als Wiedergeburt bezeichnet wird.

Dass hierbei das Wort Gottes eine entscheidende Rolle spielt macht der Apostel Petrus deutlich, indem er den Gläubigen schreibt: Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes (1. Petr 1,23; vgl. Jak 1,18). Sollte es jemand an Glauben mangeln, kann es durchaus daran liegen, dass er sich bislang zu wenig Zeit für Gottes Wort genommen hat. In diesem Fall kann ich nur empfehlen, das Neue Testament zu Hand zu nehmen und darin unter Gebet zu lesen. Wer dies mit aufrichtigem Herzen tut, wird darin das wahre Leben finden, das uns nur Gottes Geist schenken kann. Gottes Wort ist kein toter Buchstabe, sondern Geist und Leben (Joh 6,63), es ist lebendig und wirksam (Hebr 4,12) und es hat die Kraft geistlich Tote zu neuem Leben zu erwecken.

Dies wünsche ich allen Lesern von ganzem Herzen und hoffe, dass sie, sofern es noch nicht der Fall sein sollte, auch Mitglied dieser Familie werden - Mitglied der wahren Gemeinde. Das Entscheidende ist unsere Stellung zu Jesus. Voraussetzung ist, dass wir IHN als unseren Herrn und Erlöser anzunehmen, denn nur in diesem Fall gilt: So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind (Joh 1,12-13).

 

 

Beitrag als 

 


 

Quellnachweis

1. Benedikt Peters, Der Heilige Geist, S.18
2. John Charles Ryle, Lukas Band 3, S.162

 

www.evangeliums-botschaft.de

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