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Kirchentag oder Gipfel der Scheinheiligkeit?

27.05.2017


Unter der Überschrift „Langer Weg zur Toleranz“ war in der heutigen Ausgabe unserer Tageszeitung ein Bericht über den Kirchentag zu finden.*

Angesichts so vieler politscher Vertreter die im Bericht zitiert werden, muss man sich eigentlich verwundert die Augen reiben. Handelt es sich hier wirklich um einen „Kirchentag“ oder wäre die Bezeichnung „Parteitag“ nicht viel treffender gewesen?

Aber dies ist längst nicht das einzig Widersprüchliche, nein, widersprüchlich sind vor allem die dabei aufgestellten Behauptungen. Da wird gleich zu Beginn des Berichts Thomas de Maizière (CDU) mit der erstaunlichen Aussage zitiert, dass der Koran klarstelle, dass Muslime ihren Glauben nicht mit Gewalt verbreiten dürften und der Einsatz von Waffen allein zur Selbstverteidigung erlaubt sei.

Woher er diese Erkenntnis hat, lässt der Bericht offen, aus dem Koran jedenfalls kann er sie nicht haben. Aber nehmen wir einfach mal an, Herr de Maizière hätte recht, blenden wir einfach mal aus, dass Mohammed ein Eroberer war der im Namen Allahs Kriege führte, während Jesus nicht zum Schwert gegriffen hat. Ignorieren wir ebenso, dass Mohammed und der Koran seine Anhänger dazu unterweisen, zur Verbreitung des rechten Glaubens Gewalt anzuwenden, während Jesus seinen Anhängern ausdrücklich untersagt hat im Namen des Evangeliums Krieg zu führen (vgl. Mt 26,52). Lassen wir ferner Textstellen des Korans unter den Tisch fallen, wie beispielsweise Sure 48:16, wo gesagt wird: „Ihr sollt mit ihnen kämpfen, oder sie sollen Muslime werden!“ oder Sure 2:187, wo es heißt: „Und erschlagt sie (die Juden und Christen), wo immer ihr auf sie stoßt!“ und vergessen wir mal für einen Augenblick, dass Jesus im Gegensatz dazu zur Feindesliebe aufgerufen hat (vgl. Lk 6,27.28.35).

Normal müsste hier einleuchten, dass das Fundament des Christentums, nämlich die Lehre von Jesus Christus, im völligen Gegensatz zum dem steht, was Mohammed gelehrt und vorgelebt hat. Wenn Worte eine Bedeutung haben, sollte klar sein, dass von Christen, die ihren Glauben auf das Fundament der Bibel gründen, und nach dem Gebot der Nächstenliebe handeln, keine Bedrohung ausgehen kann; von Moslimen hingegen, die sich an eben zitierte Koranverse halten, durchaus. Und dies sind nicht die einzigen Koranverse, die zur Gewalt gegen Nichtmuslime aufrufen, doch im Sinne der Gleichmacherei, wird das einfach mal ignoriert, so dass man grundsätzlich vor religiösem Fundamentalismus warnt. Was dann auch in diesem Bericht noch folgen wird, doch zunächst einmal wird paradoxer Weise suggeriert, dass der Islam eine friedliche Religion sei.

Auch wenn dies wider alle Vernunft ist, wollen einmal versuchen dem Gedanken von Herrn de Maiziere zu folgen. Was, wie gesehen, die Annahme voraussetzt, dass die Lehre des Korans von Grund auf gut und friedlich sei. Müsste man sich da nicht als logisch denkender Mensch fragen, in wie fern es dann gefährlich sein kann, wenn strenge Moslime sich an die Anweisungen des Korans halten? In diesem Fall wäre ja das Fundament dieses Glaubens gut, und wenn es gut und friedlich ist, dann muss es doch ungefährlich sein. Doch wie um alles ist es dann zu verstehen, dass ein paar Zeilen weiter vor Fundamentalismus gewarnt wird? Denn wie gesagt, sofern das Fundament so gut wäre wie darstellt, muss man doch logisch zu Ende gedacht fragen, vor welcher Gefahr dann gewarnt wird?

Für mich persönlich jedenfalls, sind diese Gedankengänge nicht nachvollziehbar, aber das ist eben Gutmenschenlogik, bei der es vor allem darum zu gehen scheint, den Islam unter allen Umständen als gute, friedliche Religion darzustellen. Da blendet man dann auch gerne aus, was sich tagtäglich auf dieser Welt abspielt, wer mag hier schon erwähnen, dass in Ägypten 28 koptische Christen bei einem Anschlag durch muslimische Extremisten getötet wurden. Nein, das passt natürlich ebenso wenig ins Programm, wie die ganzen anderen Attentate, die im Namen Allahs verübt werden. Viel lieber mahnt man da, dass es in der Geschichte des Christentums viele schreckliche Verbrechen gegeben hätte. Wie wichtig ist es doch so etwas auf dem Kirchentag hervorzuheben. Die Tatsache, dass es sich dabei meist um Verteidigungskriege gegen den, sich mit Gewalt ausbreitenden, Islam gehandelt hat, wird natürlich schön verschwiegen, denn der Islam muss ja immer im hellen Licht erstrahlen. Doch damit nicht genug, es wird sogar alles dafür getan, dass er den christlichen Glauben überstrahlt. Denn paradoxerweise darf der christliche Glaube hierzulande bis aufs äußerste kritisiert oder ins Lächerliche gezogen werden, auch Filme, in denen Jesus als Witzfigur dargestellt wird, sind kein Problem, problematisch wird es nur, wenn jemand es wagt, eine kritische Stimme gegen den Koran oder den Islam zu erheben, wer dieses Tabu bricht, wird sofort als Volksverhetzer bezichtigt. Wie in vielen Beispielen gesehen stürzen sich Kirchenverantwortliche, Politiker und Presse auf jeden der es wagt gegen dieses Gebot der „political correctness“ zu verstoßen. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis Islamkritik zu einem Strafdelikt wird.

All diese Widersprüchlichkeiten gipfeln schließlich in der Feststellung der Politwissenschaftlerin Antje Schrupp, die sich darüber beklagt, dass, wie sie meint, wir alle (also Christen, Juden und Muslime) mit fundamentalistischen Strömungen innerhalb der eignen Reihen zu kämpfen hätten. Wie gut, dass da die Bewegung „Feministinnen aller Religionen vereinigt euch gegen Fundamentalismus“, ins Leben gerufen wurde. Denn gefährlich wird es ja immer, so der Bericht, wenn Menschen glauben, sie seien im Besitz der absoluten Wahrheit. Nun fehlt nur noch, dass auf dem Kirchentag vor Jesus Christus gewarnt wird. Er sagte ja bekanntlich: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich (Joh 14,6).

Wie gefährlich das ist, hat bereits damals die religiöse Welt erkannt, aus diesem Grund wurde Jesus auch gekreuzigt. Aber ob das auf diesem angeblichen „Kirchentag“ ein Thema ist, scheint mehr als fraglich. Offensichtlich ist alles, was dieser Kirchentag aufzubieten hat, menschliche Weisheit, die Botschaft vom Kreuz spielt bei diesen Überlegungen keine Rolle. Man hat die göttliche Weisheit verworfen und will lieber nach menschlicher Weisheit bauen. Letztlich ignoriert diese weltliche Sichtweise die Weisheit Gottes, womit dieses Denken dem entspricht, was Paulus sagt, wenn er schreibt: Keiner von den Fürsten dieses Zeitalters hat sie erkannt - denn wenn sie sie erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben (1.Kor 2,8).

Wäre die Plattform all dessen nicht ein Evangelischer Kirchentag, sondern ein Parteitag, müsste man wohl weniger von Heuchelei reden, und könnte vielleicht noch etwas mehr Verständnis aufbringen, doch solange sich solche Menschen als Christen bezeichnen, kommt man nicht umhin vom Gipfel der Scheinheiligkeit zu sprechen. Würden sich diese Menschen wenigstens nicht als Christen bezeichnen, dann hätte ich Verständnis, aber zu behaupten eine „christliche“ Kirche zu sein und dann so etwas zu veranstalten, es tut mir leid, es gibt kein treffenderes Wort dafür als Heuchelei im höchsten Grad. Darüber hinaus, widersprechen sich diese Menschen selbst und halten sich dennoch für die besten und Klügsten auf diesem Planeten. Was wären wir nur ohne diese Gutmenschenreligion?

Doch so unstimmig, unlogisch und unschlüssig die Gutmenschenlogik auch ist, eines ist unverkennbar - eines ist offensichtlich - unterm Strich lautet ihre Botschaft, dass es sehr gefährlich sei, auf das zu hören, was die Bibel lehrt - unterm Strich sagen sie: „Hört nicht auf Jesus, sondern hört auf das, was wir euch sagen, denn wir sind die einzigen die wissen wo es lang geht, wir sind es, die den Weg kennen, folgt uns nach!“
Und die Plattform um diese „Weisheit“ zu verbreiten, erhalten sie auf einem sogenannten „Kirchentag“. Wenn das alles noch etwas mit dem christlichen Glauben zu tun hat, dann können wir unsere Bibeln getrost verbrennen, die Hauptverantwortlichen innerhalb der Evangelischen Kirche haben dies offensichtlich schon lange hinter sich.

 

*Quellangabe: Backnanger Zeitung, Ausgabe Nr. 121 27. Mai 2017

 


 

Beitragsempfehlung:

Religiöser Fundamentalismus

 

www.evangeliums-botschaft.de

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