und

Jesus begegnen

Jesus kam nach Jericho; sein Weg führte ihn mitten durch die Stadt. Zachäus, der oberste Zolleinnehmer, ein reicher Mann, wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war. Aber es gelang ihm nicht, weil er klein war und die vielen Leute ihm die Sicht versperrten. Da lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerbaum; Jesus musste dort vorbeikommen, und Zachäus hoffte, ihn dann sehen zu können (Lukas 19,1-5).


Es ist doch intersannt, dass es Zachäus so wichtig war Jesus zu sehen, dass er sich nicht im Geringsten um das Gerede der Leute gekümmert hat. Er, ein erwachsener, in den Augen der Welt vernünftiger Mann, benimmt sich wie ein kleiner Junge und klettert auf einen Baum, nur um Jesus zu sehen. Doch wieso wollte er ihn eigentlich sehen? Er hatte doch alles was er zum Leben brauchte. Er war doch ein reicher Mann. Gut er ist zwar nicht gerade auf ehrliche Weise zu seinem Reichtum gekommen, aber was macht das schon? Der Erfolg heiligt doch schließlich die Mittel, wie man so schön sagt und die Stärkeren bzw. Klügeren setzen sich eben durch. Ja, in den Augen unserer Welt ist es doch klug, wenn man Reichtum anhäuft und wer nicht mithalten kann, der wird schnell zum Loser abgestempelt. Doch nicht so Zachäus, er hatte, wie man heute sagen würde, die reinste Gewinnermentalität. Er hatte etwas aus seinem Leben gemacht, er hatte etwas erreicht. Somit war er also bis zu diesem Tag angesagt und voll im Trend, doch dann kommt Jesus nach Jericho und er gibt sich die Blöße auf einen Baum zu klettern. 
Irgendwie muss ihn sein Reichtum wohl doch nicht befriedigt haben, denn Jesus war nicht gerade dafür bekannt, dass er den Menschen Wohlstand versprach, im Gegenteil, von ihm stammen Zitate wie: Weh euch, ihr Reichen! Ihr habt euren Anteil schon kassiert!“ (Lk 6,24), oder: „Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld!“ (Lk 16,13).

Wie passte das zu den Prinzipien von Zachäus, der ohne Rücksicht auf andere nur darauf aus war Reichtum über Reichtum anzuhäufen? Um es kurz zu machen, es passte überhaupt nicht und genau das finde an dieser Begegnung so faszinierend. Einer der alles hatte, der Karriere gemacht hatte und sich alles leisten konnte, fühlte sich von Jesus angezogen. Offensichtlich gab ihm das Anhäufen von Besitztum keine echte Befriedigung.

Geht es uns in unserem sogenannten Wohlstandsland nicht genau so? Die Werbung gaukelt uns täglich vor, was wir Neues zu kaufen haben, um im Trend zu bleiben und wenn der Nachbar ein neues Auto kauft, dann wird es höchste Zeit, dass wir uns auch wieder ein neues Modell leisten. Wir haben teure Häuser und brauchen unbedingt den neuesten Flachbildschirm, doch wenn dann HD-Fernsehen angesagt ist muss sofort ein neuer her. Die größte Sorge ich natürlich, fürs Alter Vorsorge zu treffen, aus diesen Grund können wir nicht mit anderen teilen, denn wir müssen ja zuerst unser eigenes Schäfchen im Trockenen haben. Doch egal wie viel Geld wir anhäufen, immer noch bleibt die Angst vor der nächsten Wirtschaftskrise, vor der Ölkrise, vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vorm Finanzamt und so haben wir trotz der angehäuften Reichtürmer schlaflose Nächte. Ein Sprichwort sagt zu Recht: Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Wünsche still.

Hier mitten hinein spricht Jesus: "Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele." (Matth 11,28-30).

Im Beispiel mit Zachäus hat Jesus sich selbst eingeladen und wenn Du Dich jetzt fragst, was hat das mit mir zu tun, dann will ich Dir sagen, dass sich Jesus auch bei Dir einlädt. Er steht jedoch nicht mit der Brechstange vor der Tür Deines Herzens, sondern sagt: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“ (Offb 3,20).

Diese Worte sind an Dich persönlich gerichtet, so wie Jesus ganz persönlich zu Zachäus sprach, so spricht er jetzt ganz persönlich zu Dir. Über Zachäus lesen wir: Er stieg eilend vom Baum und nahm Jesus mit Freude bei sich auf. Wie ist es mit Dir, was hindert Dich gerade jetzt Dein Herz für Jesus zu öffnen? Er ist Dir in diesem Augenblick so nahe wie er damals Zachäus war und die Worte, die ich hier schreibe, sind direkt von ihm an Dich persönlich gerichtet. Überleg nicht, was werden die anderen machen, was werden sie denken, sondern nimm Jesus heute in Deinem Herzen auf. Dann wirst auch Du eine gewaltige Veränderung erleben, bei Zachäus war sie so gewaltig, dass er sagte: „ »Herr, die Hälfte meines Besitzes will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand etwas erpresst habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.«

So vernünftig wie er bis zu diesem Tag seinen Zeitgenossen vorgekommen war, so unvernünftig musste das wohl in ihren Ohren klingen. Zurückerstatten ist ja schon unklug, aber das Vierfache zurückgeben, muss doch seinen Ruin bedeuten. Jesus sah es anders, er sagte: „Der heutige Tag hat diesem Haus Rettung gebracht.“
Wenn Jesus hier von Rettung spricht, meint er nicht, dass sich Zachäus diese Rettung durch sein vorbildliches Verhalten verdient hat, sondern sieht darin den Beweis seiner Rettung. Der erste Schritt zur Rettung besteht immer in einem klaren JA zum Retter. Das heißt gute Werke sind nur die logische Folge der Errettung, aber niemals der Grund dafür. Natürlich gefällt das nicht jedem und so fragte die fromme Elite der damaligen empört: „Wie kann er (Jesus) sich nur von solch einem Sünder einladen lassen!“

Vielleicht gehörst Du ja auch zu denen, die nichts von Erlösung aus Gnade wissen wollen und bildest Dir ein, keinen Retter zu brauchen. Wenn das der Fall ist, lebst Du leider im Selbstbetrug. Wenn Du aber durch die Gnade Gottes erkennen darfst, dass es mit Deiner eigenen Gerechtigkeit nicht weit her ist, dann darfst Du wissen, der Menschensohn (Jesus) ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

 

 

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