und

Haus auf Fels

Wie oft hört man doch die Redenwendung, dass jemand auf Sand gebaut hätte. Doch woraus leitet sich dieses Zitat ab und was ist eigentlich damit gemeint? Nun, es sind Worte aus der Bergpredigt. Worte, von Jesus Christus, dem Sohn Gottes und genau das ist der Grund, warum es lohnenswert ist, sich ernsthaft damit auseinander zu setzen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man ein ganz anderes empfinden für das, worauf es als Christ wirklich ankommt. Es geht gar nicht in erster Linie darum, dass wir eine Kirchenmitgliedschaft vorweisen können, oder in der Lage sind, fromme Sprüche aufzusagen, sondern darum auf das zu hören, was uns Gott durch sein Wort sagt. Jesus erwartet, dass wir sein Wort in die Tat umzusetzen. Denn genau dies ist das Fazit seiner berühmten Bergpredigt, das er durch folgendes Gleichnis eindrücklich veranschaulicht: 

"Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig" (Matthäus 7,24-27).


Wie dieses Gleichnis deutlich macht, haben auch gottesfürchtige Menschen nicht alle Tage Sonnenschein. Der Sturm, der für die Widrigkeiten und Probleme des Lebens steht, macht keinen Unterschied zwischen demjenigen, der sich nach den Worten von Jesus richtet, und demjenigen, der sie in den Wind schlägt. Der Sturm rüttelt an beiden Häusern. Genauso wie Menschen die von Gott nichts wissen wollen, durchleben auch Gläubige oftmals schwierige Zeiten und müssen so manchen Schicksalsschlag hinnehmen. Manch gottesfürchtiger Mensch ist daran schon fast zerbrochen. Ein Beispiel dafür ist in Psalm 73 zu finden, da treibt es den Psalmschreiber Asaf fast in die Verzweiflung, weil es Leuten, die überhaupt nichts von Gott wissen wollen, sogar besser geht als ihm. So schreibt er über ihr gottloses Leben und stellt fest: Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken? Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich. Soll es denn umsonst sein, dass ich mein Herz rein hielt und meine Hände in Unschuld wasche? Ich bin doch täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da. Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verleugnet. So sann ich nach, ob ich's begreifen könnte, aber es war mir zu schwer (Ps 73,11-15).

Asaf konnte einfach nicht begreifen, warum er so schwere Schicksalsschläge erdulden musste, während es den Leuten, die überhaupt nicht nach Gott fragten, scheinbar so gut ging. Er war täglich geplagt, sie hingegen waren die überheblichen Strahlemänner, bei denen scheinbar immer alles glatt lief. Doch dann machte er etwas sehr entscheidendes, satt seinen Frust in sich hineinzufressen, trieb ihn seine Not ins Gebet. Und dadurch sah er die Dinge plötzlich aus einer ganz anderen Perspektive, so dass er folgende Erkenntnis formulieren konnte:
Bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende. Ja, du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden. Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst du, Herr, ihr Bild, wenn du dich erhebst (V 12-20)

Die Gemeinschaft mit Gott hatte bei Asaf die Dinge wieder ins rechte Licht gerückt. Im Heiligtum Gottes war ihm wieder bewusst geworden, was für ein großes Vorrecht er doch hatte, dass er an den Gott glauben durfte, der Himmel und Erde gemacht hat. Der Gott, der alle Dinge in seiner Hand hält und der auch Herr jeden Sturmes ist. Und so schreibt er dann weiter: Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, da war ich ein Narr und wusste nichts, ich war wie ein Tier vor dir. Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil (V 13-26).

Keine Frage, Gläubige müssen durch so manch dunkles Tal, doch der Unterschied zu denen, die nicht nach Gott fragen, besteht darin, dass sie nicht alleine durch dieses Tal hindurch müssen. Dieser Gedanke ist auch in Psalm 23 zu finden, da schreibt König David: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich (Ps 23,4).
David hatte selbst im finsteren Tal keine Angst, denn er gründete sein Vertrauen auf die Führung Gottes. Er hatte den Herrn zu seiner Zuversicht gemacht, er wusste, dass er ohne ihn wie ein verlorenes Schaf, ohne Orientierung, war. Darum entschied er sich dem guten Hirten zu folgen, auch wenn er nicht immer alles verstehen konnte.

Genau das ist der entscheidende Punkt, der Gläubige sieht in Jesus diesen guten Hirten und hat sich seiner Führung anvertraut, darum hat er die Zuversicht, dass sein Haus den Stürmen des Lebens standhalten wird. Der Glaube gibt ihm die Kraft selbst die widrigsten Lebensumstände zu überwinden. Diese Zuversicht zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte heilige Schrift. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, heißt es da in 1. Johannes 5,4 und im Römer Brief versichert uns Gottes Wort: Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn (Röm 8,37-39).

Selbst wenn unser Glaube dem letzten großen Sturm standhalten muss, wird er daran nicht zerbrechen. Im Gegenteil: Der Glaube wird vollendet, aus Glauben wird schauen. Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben (1.Kor 2,9).
Denn wir wissen, dass, wenn unser irdisches Zelthaus zerstört wird, wir einen Bau von
 Gott haben, ein nicht mit Händen gemachtes, ewiges Haus in den Himmeln (2.Kor 5,1) Wenn es nicht so wäre, hätte Jesus nicht gesagt: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin“ (Joh.14,2-3).

Das Gleichnis macht auch deutlich wie wichtig es ist, dass der Glaube nicht nur aus leeren Worten besteht. Jakobus sagt der Glaube ohne Werke ist tot und toter Glaube rettet nicht. Viele fallen auf diesen Selbstbetrug herein und halten sich für Christen nur weil sie das Wort Gottes kennen, doch es reicht nicht es nur zu kennen, denn selig sind nur die die es kennen und danach tun. Das bedeutet nicht, dass man sich durch gute Taten quasi selbst rettet. Gerettet wird ein Mensch allein durch den Glauben, doch wenn dieser Glaube echt ist, dann wird er Frucht bringen. Die Frucht echten Glaubens ist Glaubensgehorsam, es ist kein Gehorsam aus Furcht vor Strafe, sondern aufgrund von echter Liebe zum Erlöser. Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten, sagte Jesus und somit ist jeder der behauptet er würde ihn lieben, jedoch kein Interesse an seinem Wort hat, ein Mensch der sich selbst etwas vormacht.

Da dieser Scheinglaube weit verbreitet ist, handeln viele Gleichnisse Jesu davon. Jesus will uns die Augen öffnen, damit wir erkennen worum es beim Glauben wirklich geht. Es reicht nicht sich alles anzuhören, es reicht auch nicht all dem wohlwollend zuzustimmen, solange man nicht bereit ist das gehörte Wort auf sein Leben anzuwenden. Nach außen ist es nicht sichtbar, da kann jeder als christlich durchgehen, wenn er regelmäßig Gottesdienste besucht und über christliche Themen Bescheid weiß. Auch die Pharisäer wussten viel, sie kannten sich aus in der Schrift und doch wurden sie von Jesus als Scheinheilige entlarvt.

Wir können vielleicht Menschen täuschen, aber Gott tauschen wir nicht. Er weiß was im Herzen des Menschen ist. Der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist
, der Herr aber sieht das Herz an! (1.Sam 16,7). Vor Gottes Augen bleibt nichts verborgen. Daher müssen wir darauf achten, keine frommen Schauspieler zu sein, sondern Gott um ein echtes, erneuertes, ungeteiltes Herz bitten. Wie leicht lässt man sich doch blenden, wie gerne schenkt man doch schmeichelnden Predigern glauben, die einem immer nur versichern, dass alles in bester Ordnung ist. Jesus war nie einer der den Menschen geschmeichelt hat, er wusste, dass niemand damit geholfen ist, wenn man nur gute Gefühle und eine positive Stimmung vermitteln will, er sprach immer Klartext und hat Sünde niemals verharmlost. Er tat es aus Liebe, er tat es weil er wusste, dass die Sünde der Leute verderben ist.

Fazit: Das Gleichnis vom Hausbau zeigt den Unterschied zwischen echtem Glauben und Scheinglauben. Solange alles gut läuft bleiben beide Häuser bestehen, doch sobald ein Sturm kommt, zeigt sich, der Unterschied. Scheinglaube ist immer von Umständen abhängig, echter Glaube hingegen ist unerschütterlich.


 


 

Weiterführend zu diesem Thema möchte ich die Predigt: „Zum Verwechseln ähnlich“, von Wolfgang Nestvogel empfehlen. Anbei der Link zum Download als MP3:

 

www.evangeliums-botschaft.de

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