und

Haltet Christus, in euren Herzen heilig

19.05.2017
 

Wenn es um das Thema geht, dass wir unseren Glauben bezeugen sollen, wenn es darum geht, dass jeder Nachfolger des HERRN zum Zeugendienst berufen ist, dann kommt uns als erstes der Missionsbefehl in den Sinn, wo Jesus dazu auffordert: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker (Mt 28,19). „Hingehen“, ist eine aktive Handlung, es heißt hier nicht: „Wartete ab, bis die Leute auf euch zukommen, sondern: „Geht hin!“
Dies war auch das Schwerpunktthema der ersten 3 Teile dieser Beitragsreihe, die ich zwischenzeitig aufgrund anderer Themen unterbrochen habe. Vielleicht denkt mancher Leser das Thema sei schon durch, aber mir erscheint es wichtig, einen weiteren Aspekt zu betrachten. Dabei geht es zwar immer noch um dasselbe Thema, doch aus einer ganz anderen Perspektive, nämlich nicht die, dass wir auf Ungläubige zugehen, sondern dass sie auf uns zukommen werden, denn genau davon ging Petrus aus, als er die folgenden Worte zu Papier brachte:

Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun« Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?
Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen (1.Petr 3,8-16).

Wie eingangs gesagt, ist jeder Gläubige dazu berufen, seinen Glauben zu bezeugen, mit anderen Worten, jeder Christ ist ein Repräsentant des Reiches Gottes. Wenn wir nun beachten, was Petrus schreibt, dann sehen wir einen Aspekt des Zeugendienstes, bei dem davon ausgegangen wird, dass Ungläubige auf uns zukommen, um Rechenschaft zu fordern, über die Hoffnung, die in uns ist. „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen“, schreibt Petrus. Doch warum geht Petrus davon aus, dass dies so sein könnte? Etwa weil es Gläubigen gelungen ist, in dieser Welt unterzutauchen, indem sie sich dem Verhalten der Menschen dieser Welt angepasst haben? Dies ist durchaus der Ansatz moderner Evangelisation, doch offensichtlich nicht der, den uns Gottes Wort hier vor Augen stellt. Denn für Anpassung an die Welt, muss man sich bestimmt vor keinem Weltmenschen Rechtfertigen. Man muss niemand sein Verhalten erklären, wenn man genau das tut, was alle machen. Genau hier ist der entscheidende Punkt, wenn wir Jesus in unseren Herzen heiligen, wenn ER wirklich der HERR über unser Leben ist, dann werden wir in dieser Welt auffallen. Auffallen durch unser Reden und unser Handeln. Nur dadurch werden wir einen Kontrast zum weltlichen System sein und nur in diesem Fall, werden sich die Leute verwundert fragen, was mit uns anders ist. Einige werden sicher mit dem Kopf schütteln, andere wird es vielleicht sogar bedrucken, dass wir mit Schwierigkeiten und Problemen ganz anders umgehen. Und worin wird es sich als erstes zeigen? In der Regel, indem was wir sagen. Fluchen und schimpfen wir gleich bei Schwierigkeiten, oder sehen die anderen, dass wir auch dann auf unseren Gott vertrauen, wenn die Umstände dagegensprechen? Und wie reagieren wir, wenn man unseren Stolz verletzt? Sagen wird dann etwa: „Jetzt reicht‘s, der wird mich kennenlernen!“? oder reagieren wir im Geist der Sanftmut? Ist unser Motto: „Wie du mir, so ich dir!“, oder halten wir uns an die Worte der Schrift, die uns sagen: Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.

Das sind die Worte, die Petrus unter Inspiration des Heiligen Geistes, der Aussage, dass die Gläubigen Christus in ihrem Herzen heilighalten sollen, vorangestellt, um sie dann aufzufordern: Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen. Mit anderen Worten: „Macht euch darauf gefasst, dass ihr jederzeit damit rechnen müsst, dass man Rechenschaft von euch fordern wird, über euren Glauben“. Wie der Textzusammenhang zeigt, geht Petrus davon aus, dass das Verhalten eines Gläubigen in seinem Umfeld für Unverständnis sorgen wird. Denn das Wort, das hier mit Verantwortung übersetzt wird, leitet sich von dem griechischen Wort „Apologetik“ ab. Dieses Wort ist vielen Gläubigen bekannt, wenn es darum geht, den christlichen Glauben gegenüber Irrlehren zu verteidigen. Dass es Petrus an dieser Stelle wirklich um die Verteidigung des Glaubens geht, können wir auch daran sehen, dass er nicht von „Zeugnis geben“, sondern von „Rechenschaft geben“ spricht. Unterstrichen wird dies auch dadurch, dass er gegen Ende des Briefes erneut auf dieses Thema zurückkommt, indem er schreibt: Ihr Lieben, lasst euch durch die Hitze nicht befremden, die euch widerfährt zu eurer Versuchung, als widerführe euch etwas Seltsames, sondern freut euch, dass ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben mögt. Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens Christi willen, denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und Gottes ist, ruht auf euch. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, sondern ehre Gott mit diesem Namen. Darum sollen auch die, die nach Gottes Willen leiden, ihm ihre Seelen anbefehlen als dem treuen Schöpfer und Gutes tun (1.Petr 4,12-16.19).

William MacDonald kommentiert: Petrus sagt uns hier, dass wir das Leiden um Christi willen als normale christliche Erfahrung ansehen sollen. Wir haben kein Recht zu erwarten, von dieser Welt besser behandelt zu werden als unser Heiland (Vgl. 2.Tim 3,12). Besonders diejenigen, die für Christus öffentlich einstehen, werden zum Ziel harter Angriffe werden. Satan verschwendet seine Munition nicht auf Namenschristen. Er zielt mit seinen Kanonen auf diejenigen, die die Pforten der Hölle einstürmen. Dieses Vorrecht, an den “Leiden des Christus“ Anteil zu haben, sollte uns zur Freude veranlassen… Die ersten Christen freuten sich darüber, dass sie für würdig erachtet wurden, Schande „im Namen Christi“ zu ertragen (Apg 5,51). 1
Dies, so Petrus, ist ein echtes Zeichen, dass der Geist der Herrlichkeit Gottes auf uns ruht, wodurch deutlich wird, dass er davon ausgeht, dass sich Gläubige für ihren Glauben verantworten müssen. Ja, dass sie damit zu rechnen haben, dass die Menschen in ihrem Umfeld, sie deswegen sogar an angreifen, ausgrenzen und belächelnden werden, und dass man sie fragen wird, was es mit ihrem Glauben auf sich hat. Sie müssen also darauf gefasst sein, ihr Verhalten erklären zu müssen, weil es für Unverständnis sorgen wird. Doch warum müssen sie sich überhaupt verteidigen, ist das Verhalten, das Petrus ihnen vorgibt etwa wirklich ein Grund, dass man dafür angegriffen wird?

Logisch gesehen eigentlich nein, und auch diesen Aspekt sehen wir, wenn Petrus fragt: Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert?
Das ist die eine Seite der Wahrheit, Christen die hilfsbereit sind, die über niemanden ablästern, ja die sogar über jene, die schlecht über sie reden, Gutes reden und ihre Feinde segnen, sollten eigentlich gar keine Feinde haben, doch es gibt eben noch diese andere Seite, wo es heißt: Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig.

Hier sehen wir, dass davon auszugehen ist, dass ein Christ um seiner Gerechtigkeit willen zu leiden hat. Und zwar geht es hier nicht um Krankheit, sondern um den Druck und den Widerstand, dem er aufgrund seines Glaubenszeugnisses standhalten muss. Doch warum ärgert sich die Welt, über einen Menschen, der sich der Herrschaft Jesu unterstellt, und sein Leben, nach dem Wort Gottes ausrichtet? Ganz einfach, weil ein treuer Christ dem selbstbestimmten Weltmenschen ein Dorn im Auge ist. Ein Christ eckt an, weil er durch sein Verhalten, das selbstbestimmte System dieser Welt in Frage stellt. Ein System, gegründet auf äußerlicher Scheinmoral, in dem Gott außen vor ist. Ein System, das von der Rebellion gegenüber Gottes Geboten gekennzeichnet ist. Man akzeptiert keine Autorität über sich, sondern sieht sich selbst als die höchste Autorität. So verwirft man den göttlichen Maßstab und richtet seinen eignen auf. Wodurch sich der Mensch unverkennbar über seinen Schöpfer überhebt. So sind die weltlichen Systeme und insbesondere auch der Humanismus, mit sehr von Stolz und Eitelkeit durchdrungen. Das Reich dieser Welt, ist der völlige Gegensatz zum Reich Gottes. Bürger dieses Reiches sind in ihrem Reden, Denken und Handeln, gegen Gott ausgerichtet. Das bedeutet, in diesem System ist Gott ausgeschlossen. Die Bibel bezeichnet diese Haltung, als Wandel in der Finsternis, wozu Martyn Lloyd-Jones folgendes anmerkt: Wandeln in der Finsternis, ist die Unfähigkeit, zu erkennen, dass die ganze Organisation des Menschen, die Einstellung der Menschheit, Gott entgegengesetzt ist, das die Gottlosigkeit vorherrschend und an der Macht ist und dass sie alles dominiert. 2 Und an anderer Stelle macht er die treffende Feststellung:  Die Welt versteckt sich; sie hat einen oberflächlichen Charme und oberflächliche Manieren, eine oberflächliche Kultur und ein oberflächliches Benehmen. Sehen sie sich die Gesichter der Menschen an, und hören Sie sich an, was sie übereinander zu sagen haben, was sie über eine Person sagen, zu der sie vor kurzem noch so nett und höflich gewesen sind. Sehen Sie sich das spöttische Grinsen in auf ihren Gesichtern an – die Welt ist voll davon, trotz allem oberflächlichem Schein. 3
Die Wahrheit ist, dass das Reich dieser Welt ist von Egoismus, Gier, Eifersucht, Ichbezogenheit, Neid und Hass geprägt ist, doch man versucht dies zu verdecken, indem man ein freundliches Gesicht aufsetzt. Am Telefon kann der Mensch noch recht höflich sein, doch kaum hat er den Hörer aufgeknallt, bekommt man zu hören, was er wirklich über die Person denkt, mit der er eben noch so nett gesprochen hat.

Bei all dem, hält die Menschheit sehr große Stück auf sich, und spricht ständig von Fortschritt und Weiterentwicklung. Natürlich ist diese Weiterentwicklung auf technischem Gebiet nicht zu leugnen, doch der Mensch geht auch davon aus, dass er sich moralisch ständig weiterentwickelt. Doch wie gesagt, es ist nur eine oberflächliche Scheinmoral, die voller Widersprüchlichkeiten ist. Um nur einen weiteren Beleg dafür zu nennen, sie die traurige Tatsache erwähnt, dass in unserer, angelblich so hochentwickelten Gesellschaft, mit dem Mutterleib jener Platz, an dem ein Kind mehr Geborgenheit und Sicherheit haben sollten, als an jedem anderen, zu dem Ort geworden ist, an dem mehr Kinder ums Leben kommen, als irgendwo anders. Und dies, weil ungeborene Kinder, wie selbstverständlich, getötet werden. Aber statt darin ein Unrecht zu sehen, redet man nur vom Recht der Frau, das Recht des Kindes schert in unserer Gesellschaft kaum jemanden. All das, sieht man als moralische Weiterentwicklung. Und hier kommt nun der Stolz ins Spiel, denn entgegen der Lehre der Schrift, hält sich der Mensch für moralisch gut. Trotz der unübersehbaren Tatsache, dass die gesamte Menschheitsgeschichte ein Beweis des Gegenteils ist, glaubt man an das Gute im Menschen. Für all das Böse, das Menschen verüben, als das, was selbst die verblendetsten Idealisten nicht verleugnen können, macht man nicht den Menschen selbst verantwortlich, sondern die Umstände, die Erziehung und sonstige äußeren Einflüsse, jedoch nie den wahren Grund, den die Bibel nennt: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf (1.Mo 8,21).

Ein weiteres Kennzeichen dieser Welt, ist, dass besonders in unserer Generation sehr viel von Toleranz gesprochen wird. Der Mensch kann unglaublich viel akzeptieren und tolerieren, er mag vielleicht sogar den christlichen Glauben bis zu einem gewissen Punkt stehen lassen und das sieht dann in der Praxis so aus, das er sagen wird: „Ja, die Bibel ist ein besonderes Buch, aber es halt nicht mehr alles Zeitgemäß!“, oder es wird gesagt: „Das mit dem christlichen Glauben ist ja alles gut und schon, nur darf man es halt nicht übertreiben, denn wenn man es zu ernst nimmt wird es gefährlich!“.  Doch egal wie der Mensch sich hin und her windet, egal welche Hintertüren er sich offen lassen will, im Grunde, verbirgt sich dahinter nur die Rebellion, gegen den Herrschaftsanspruch Christi über dem eigenen Leben. Es zeigt nur, dass man sich weigert das Wort Gottes als höchste Autorität zu akzeptieren. Allein aus diesem Grund dreht sich der Mensch das Wort Gottes so zurecht, wie es zu seinem Leben und seinen individuellen Vorstellungen passt. Doch dies ist nicht allein der Ansatz von typischen Namenschristen, sondern auch der von modernen Theologen. So hört man dann solche Argumente; wie die Behauptung, dass die Worte, die Jesus direkt gesprochen hätte, über den Worten stehen würden, die in den Briefen der Apostel zu finden seien. So habe ich beispielsweise von einer Religionslehrerin das Argument gehört, dass Paulus Homosexualität nur deshalb abgelehnt und verurteilt hätte, weil es in der damaligen Gesellschaft nicht akzeptiert gewesen sei. Da Jesus nichts gegen Homosexualität gesagt hätte, könne man daraus schließen, dass ER dies nicht als Sünde betrachten würde, und da die Worte Jesu über die eines Paulus stünden, sei klar, dass die Worte des Paulus nicht mehr relevant seien. Mit anderen Worten: Jesus ist ein Befürworter der Homosexualität.

Wer so argumentiert missachtet mehre biblische Prinzipen, doch wenn man sich schon auf die Aussagen von Jesus beruft, sollte man die folgende Aussage nicht unterschlagen: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen (Mt 5,17-18). Die Lehre des Paulus war auf das Alte Testament gegründet, auf moralische Gesetze, die Gott festgelegt hat und da sich Gott nicht ändert, haben sich Seine moralischen Vorstellungen auch nicht geändert. Zudem war Paulus von Jesus damit beauftragt worden, das Evangelium zu verkündigen, Paulus war ein auserwähltes Werkzeug (vgl. Apg 19,15), doch er war nicht nur erwählt, sondern auch befähigt worden, den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen (vgl. Apg 20,27; 1.Kor 4,1; Eph 3,3-4).

Doch als das wird ausgeblendet, nur um sich dem Zeitgeist anpassen zu können. Und warum das Ganze? Ganz einfach, weil man so die Schmach Christi umgehen kann und einem die Akzeptanz in der Gesellschaft sicher ist. Jeder sollte sich an diesem Punkt selbst prüfen, was ihm wichtiger ist, das Ansehen bei den Menschen oder das Ansehen bei Gott (vgl. Joh 12,42-43). Wer das Ansehen unter den Menschen vorzieht, mag dies noch so fromm verpacken, das Wort Gottes gibt uns keine Grundlage für ein derartiges Verhalten. Im Gegenteil, jedem treuen Nachfolger gelten die Worte, die Paulus einst an seinen Schüler Timotheus gerichtet hat, und diese lauten: Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes (2.Tim 1,8).

Treue zum HERRN und Seinem Wort, setzt die Bereitschaft voraus, um Christi Willen Schmach zu leiden. Wenn Paulus sagt, „schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn nicht“, dann zeigt uns dies, dass das unverfälschte Evangelium damals mindestens genauso unpopulärer war, wie es heute der Fall ist. Daher gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, die Botschaft anzupassen, außer dem einen, dass man Widerstand und Anfeindungen aus dem Weg gehen möchte, und stattdessen auf Anerkennung und Akzeptanz aus ist. Wo immer dieser Ansatz verfolgt wird, fehlt der Botschaft das Entscheidende, und das ist die Kraft Gottes. Gottes Geist ist der Geist der Wahrheit, er steht nicht hinter Halbwahrheiten oder Verfälschungen des Evangeliums. Dies muss uns ebenso bewusst sein, wie die Tatsache, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt (1.Joh 2,21). Sobald jemand Abstriche an Gottes Wort macht, um den Wünschen der Zuhörer oder den allgemeinen Erwartungen entgegenzukommen, verlässt er den Weg der Wahrheit. Folglich wird Heilige Geist diese Botschaft nicht bestätigen. Im Gegenteil, ER wird sich betrübt zurückziehen. Aus diesem Grund dürfen wir uns nicht dazu verleiten lassen, nur das weiterzugeben, was gerade allgemein akzeptiert wird. Denn Kompromisse in Lehre und Leben einzugehen, nur um der Anerkennung und der Wertschätzung Willen, war nie der Weg der treuen Nachfolge, sondern das Kennzeichen falscher Propheten. Es ist wirklich sehr traurig, dass gerade diese Mentalität mittlerweile so stark verbreitet ist, dass man gegen die Mahnungen der Schrift regelrecht abgestumpft ist. Und die Krönung dieser Verblendung, man wertet dies sogar als Erfolg und ist stolz, dass es einem so gut gelungen ist, zwischen Finsternis und Licht, zwischen Welt und Gemeinde zu vermitteln. Gerade hier täte man gut daran, auf das zu achten, was seinerzeit A.W Tozer, treffend bemerkte, indem er sagte: Wir, die wir das Evangelium bezeugen und predigen, dürfen uns nicht als Agenten für Öffentlichkeitsarbeit verstehen, die den Auftrag haben, zwischen Christus und der Welt ein gutes Verhältnis herzustellen.4

Genau darin jedoch sehen heute viele den christlichen Auftrag. Man meint es ginge darum, in der Gesellschaft relevant und anerkannt zu sein, man meint, am meisten sei erreicht, wenn es gelingt die Welt zu beeindrucken. Und weil man darin das höchste Ziel sieht, nimmt man sich die Freiheit, Abstriche am Wort Gottes vorzunehmen. Obwohl gerade durch diese Haltung deutlich wird, dass man den HERRN verleugnet (vgl. Mk 8,38), wähnt man sich dennoch auf dem richtigen Weg. Ja, mehr noch, man sieht sich sogar bestätigt, wenn man dafür den Beifall der Welt erntet. Doch dies ist natürlich nicht verwunderlich, denn mit dieser angepassten Haltung hat der Weltmensch natürlich kein Problem, im Gegenteil, er wird es als sehr Vernünftig einstufen und folglich geht sein Daumen nach oben.
Wenn Christen jedoch wirklich am Wort Gottes festhalten, wenn sie ihrem HERRN treu sind, dann wird unweigerlich jede Form von Pseudochristentum, sowie die gängige Weltanschauung in Frage gestellt. Der Christ wird sich dadurch von seinem Umfeld abheben, daher ist es unvermeidlich, dass er auffallen wird, und dies sollte laut dessen, was Jesus gelehrt hat auch so sein (vgl. Mt 5,13-16). Doch genau an dieser Stelle komme ich nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass viele moderne Evangelisationsmethoden darauf abzielen, dies zu umgehen. Man meint man müsse der Welt auf halben Wege entgegenkommen, um sie für das Reich Gottes gewinnen zu können. Anstatt Ungläubige mit der Wahrheit des Evangeliums zu konfrontieren, setzt man auf Anpassung. Anstatt die Gegensätze zwischen Licht und Finsternis zu betonen, versucht man alles in Grautönen darzustellen, woraus letztlich eine laue, verwässerte Botschaft resultiert. John MacArthur hat in seinem Buch „Alles gleichgültig“, festgestellt, dass Anpassung niemals Kennzeichen wahrer Nachfolge sein kann, auch dann nicht, wenn man vorgibt, man wolle die Welt dadurch erreichen. So schreibt er: Unser Herr sah es als gegebene Tatsache an, dass die Welt die Gemeinde verachtet. Er lehrte seine Jünger nicht, das Evangelium zu glätten und es den Vorlieben der Menschen anzupassen, um so die Gunst der Welt zu gewinnen. Ganz im Gegenteil warnte Jesus ausdrücklich, dass das Streben nach weltlicher Anerkennung ein Merkmal falscher Propheten ist: »Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden, denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten« (Lk 6,26).5
Es ist also ein von Grund auf verkehrter Ansatz, das Niveau der Gemeinde auf ein Minimum an Strahlkraft zu reduzieren, damit sich ja niemand geblendet fühlt. Denn da wo die Gemeinde aufhört sich von der Welt abzuheben, da hört sie auch auf, Gemeinde des lebendigen Gottes zu sein. Solchen Gemeinden sage nicht ich, sondern der HERR: Denke nun daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegrücken, wenn du nicht Buße tust (Offb 2,5). Von daher ist es auch völlig widersinnig den Weg der Evangelisation darin zu sehen, einen neutralen Boden zu finden. Denn die Schrift kennt diesen neutralen Boden nicht. Es gibt kein Niemandsland, es gibt nur Licht und Finsternis, es gibt nur das Reich Gottes, und das Reich der Finsternis. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder gerettet oder verloren, entweder wiedergeboren oder tot in Übertretung und Sünde. Entweder ist Jesus der HERR über meinen Leben oder ich stehe noch unter der Herrschaft der Sünde und somit im Machtbereich Satans. Die Bibel ist an diesem Punkt kristallklar, so sagt auch Jesus: Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich (Mt 12,30). Diese Aussage bedarf keiner Auslegung, sie zeigt unmissverständlich, dass man Jesus gegenüber nicht neutral sein kann.

Doch warum ist das so? Warum muss man sich gegenüber Jesus klar positionieren? Und warum sind alle, die nicht bereit sind, sich Seiner Herrschaft zu unterstellen, automatisch gegen IHN? Hier haben wir den entscheidenden Punkt, und das ist eben die Frage, glauben wir, dass Jesus Christus der ist, der ER beansprucht, zu sein? Dass ER der Sohn Gottes ist, dass ER es ist, durch den alle Dinge erschaffen wurden, aber nicht nur durch IHN erschaffen, sondern auch für IHN geschaffen und durch IHN erhalten? ER, so die Bibel, ist HERR aller HERREN und König aller Könige. Wenn wir Christus in unserem Herzen als den HERRN heiligen, dann muss genau dies unsere Sichtweise sein. Dann muss für uns Sein Wort gelten, dann muss es über allen menschlichen Sichtweisen stehen, auch in Bezug auf Seinen Absolutheitsanspruch, der einzige Weg zum Vater zu sein und darauf, dass ER nicht nur sagte: „Niemand kann zwei Herren dienen“, (Mt 6,24), sondern auch: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden (Mt 10,37-39). Wer sich an dieses Wort hält, und andere damit konfrontiert, sei es durchs Verhalten oder durch Worte, eckt in dieser Welt an, denn wie bereits festgestellt, man kann in dieser Welt sehr viel akzeptieren und tolerieren, nur nicht den Herrschaftsanspruch Jesu Christi, insbesondere dann wenn es um das eigene Leben geht. Natürliche Feindschaft des unerlösten Herzens spricht: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche (Lk 19,14). Dass dies auch für religiöse Menschen gilt, zeigt nicht nur der Textzusammenhang, aus dem ich dieses Zitat entnommen haben, sondern wird uns durch die ganze Bibel hindurch vor Augen gestellt (vgl. Röm 10,3). Aus diesem Grund haben solche modernen Aussagen, wie „Lehre trennt, Liebe eint“, überhaupt keine biblische Grundlage, denn erstens, hat Jesus im Missionsauftrag klar und unmissverständlich gesagt: „Lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe!“ (Mt 28,20), zweitens, sehen wir, dass die Jünger dies befolgt haben, indem gesagt wird: Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel (Apg 2,42). Und drittens, sagte Jesus: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!“ (Mt 10,34).

Gerade letztzitierte Aussage des HERRN, wird heute wie so vieles ignoriert, doch was meinte Jesus damit, hat ER hier etwa zu einem heiligen Krieg aufgefordert? Keineswegs, ER hat nur angekündigt, was passieren würde, wenn sich Seine Nachfolger an Sein Wort halten würden. Denn was wird über dieses Wort gesagt? Wir finden die Antwort in Hebräer 4,12, wo geschrieben steht: Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.  Das ist der entscheidende Punkt, das Wort Gottes macht eine Scheidung, es trennt tatsächlich; von daher ist es richtig, wenn gesagt wird, dass Lehre trennt, sind trennt Wahrheit von Irrtum, sie trennt Licht von Finsternis. Wer sich also an dieses Wort hält, der wird erleben, was Jesus an anderer Stelle gesagt hat, als ER sprach: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht (Joh 3,19)“. Das heißt, der Mensch zieht es vor, sich vor Gottes Licht zu verstecken und zwar aus einen ganz einfachen Grund, weil Licht immer die verborgenen Dinge der Finsternis offenbart. Der natürliche Mensch, meidet dieses Licht, weil er nicht bereit ist, sich seiner Sünde zu stellen, dadurch widerstrebt er dem Werk des Heiligen Geistes, der Sünde ans Licht bringen will. ER will den Menschen dazu führen, dass er von seiner Sünde überführt wird, dass er seine Sünde hasst, bereut und aufgibt. Dass dies auch für religiöse Menschen gilt, sehen wir an den Worten, die Petrus an sein Volk gerichtet hat, indem er ihnen durch den Geist inspiriert folgendes sagte: Ihr Halsstarrigen, mit verstockten Herzen und tauben Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr (Apg 7,51).

In diesem Widerstreben sehen wir den Grund für die Entzweiung, die Jesus ankündigt hat, sie geht nicht aktiv von den Gläubigen aus, doch sie ergibt sich, weil ein Christ den Herrschaftsbereich gewechselt hat. Der Gläubige ist durch die Gnade Gottes herausgerissen aus dem Machtbereich der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes (vgl. Kol 1,13). Ein Christ wird dadurch zum Himmelsbürger, er lebt zwar noch in dieser Welt, aber er ist nicht mehr von dieser Welt. Denn er untersteht nicht mehr dem Fürsten dieser Welt, sondern hat einen neuen HERRN, und das ist Christus. Folglich zählt für ihn nicht das, was in dieser Welt üblich ist, sondern allein das, was sein HERR sagt. Gerade das sorgt jedoch bei den einen für Kopfschütteln und bei den andern sogar für Hass. Und dies hat nur den einen Grund, weil die Menschen, die Finsternis mehr lieben als das Licht. Davon ist auch Petrus ausgegangen, denn bevor er den Gläubigen die Anweisung gab, dass sie jederzeit darauf gefasst sein sollten, sich für ihren Glauben verantworten zu müssen, sagt er: Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen.

Petrus redet hier von Drohen, und macht damit deutlich, dass die Welt Druck auf die Gläubigen ausüben wird, Druck sich anzupassen. Wenn Christen hier nachgeben, wird die Welt sie tolerieren, bleiben sie jedoch standhaft, werden sie genau das erleben, was Jesus angekündigt hat, als ER sprach: Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Und wie das ganz praktisch aussieht, zeigen uns die darauffolgenden Verse, in denen der HERR sagt: „Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein“. (Mt 10,35-36). Und an anderer Stelle, nämlich in der Bergpredigt, sagte ER: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen“ (Mt 5,11).

Und wieder sehen wir eine Parallele zu den Worten des Apostel Petrus, denn wenn er sagt: habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen, dann entspricht dies, der Bedingung dieser Seligpreisung, die nur dann gilt, wenn jene, die uns schmähen, verfolgen und allerlei Übles über uns reden, durch unser Leben, Lügen gestraft werden. Denn als „selig“, werden wir nur dann bezeichnet, wenn das, was uns zur Last gelegt wird, gelogen ist. Bei Jesus selbst war dies der Fall, alles was man gegen IHN vorgebracht hatte, war erlogen, doch warum kam es überhaupt zur Anklage? Jesus hat es selbst gesagt, und ich habe es bereits zitiert: Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse (Joh 3,19). Da jeder wahre Nachfolger etwas von diesem Licht abstrahlt, da jeder wahre Nachfolger dazu aufgerufen ist, sein Licht vor den Menschen leuchten zu lassen, ist der Konflikt, den man heute durch moderne Evangelisationsmethoden umgehen will, unausweichlich. Zu sagen, „hier treffen zwei Welten aufeinander“, ist fast eine Untertreibung, denn der Gegensatz zwischen dem Reich Gottes und dem Reich der Finsternis, könnte nicht größer sein, als es der Fall ist. Wenn wir also glauben, dass Satan der Gott dieser Welt ist, wenn wir glauben, dass jeder Mensch, der sich nicht bewusst der Herrschaft Christi unterstellt, in Finsternis lebt, dann gibt es keine Möglichkeit, zur Harmonisierung. Es gibt auf geistlichen Gebiet keinen neutralen Boden, ist gibt kein geistliches Niemandsland. Die Bibel kennt nur zwei Reiche, das Reich Gottes und das Reich der Finsternis. Wer Jesus, die Herrschaft verweigert, gehört automatisch zum Reich der Finsternis. Durch die oberflächliche Verkündigung unserer Tage, ist selbst vielen Christen dies nicht bewusst, und so kommt es zum irrigen Gedanken, man müsse sich ein stückweit an die Welt anpassen, um Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen. Doch Christen sind nicht dazu aufgerufen, hin und wieder die Seiten zu wechseln, sondern Christus in ihrem Herzen heilig zu halten. Aus diesem Grund darf Sein Herrschaftsanspruch nicht abgeschwächt werden. Im Gegenteil, wenn wir der Botschaft des Evangeliums treu sein wollen, müssen wir gerade dies proklamieren. Denn dies ist die kostbare Botschaft, die uns anvertraut wurde, nicht um sie anzupassen, sondern um sie zu verkündigen. Man kann das Kreuz nicht in Watte packen, damit die Botschaft weniger aneckt. Auch wir selbst dürfen uns nicht anpassen, so nach dem Motto, wenn sie merken, dass wir genau so sind wie sie, wenn wir die Botschaft so präsentieren, dass sie uns mögen, dann werden sie Christus annehmen. Lässt man sich dazu verleiten, ist man sowohl der Botschaft des Evangeliums untreu, als auch dem HERRN der geboten hat: „Lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe!“ (Mt 28,20).

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Ansprüche die Jesus stellt, viel zu radikal sind, als dass man das Evangelium mit den rebellischen Anschauungen dieser Welt harmonisieren könnte. Denn diese gefallene Welt besteht auf ihre Autonomie, so dass der natürliche Mensch nicht bereit ist, sich der Herrschaft Christi unterzuordnen. Er kann, wie bereits erwähnt, viel akzeptieren und tolerieren, nur nicht die Herrschaft Christi über sein Leben. So hat sich die Welt tausend Alternativsysteme zusammen gestrickt, tausend Weltanschauungen, doch egal ob atheistisch oder religiös, überall da, wo der Herrschaftsanspruch von Christus abgelehnt wird, handelt es sich um den Herrschaftsbereich Satans. Er ist der Fürst dieser Welt, der den Sinn der Menschen verblendet hat, so dass sich der Mensch einredet, er würde ohne Gott auskommen, das Ergebnis davon, sehen wir tagtäglich in den Nachrichten.

Obwohl diese menschlichen Systeme allesamt scheitern, obwohl es uns die Geschichte bis auf den heutigen Tag belegt, will es die Menschheit nicht wahrhaben, dass das Verwerfen der göttlichen Ordnungen unweigerlich ins Chaos führen muss. Doch hier sind wir wieder beim Thema Stolz, der Mensch hasst die Botschaft der Bibel, weil sie das Problem völlig ungeschönt aufzeigt, und klar macht, dass wir ohne Jesus Christus verloren sind. Ja, wir müssen an den Punkt kommen, uns als Sünder zu sehen. Ja, sogar als solche, die vor Gott nichts aufzuweisen haben, als einen Berg voller Schulden. Ehe ein Mensch diesen Punkt nicht erreicht hat, wird er niemals bereit sein, sich der Herrschaft des HERRN zu unterwerfen. Das Wort Gottes ist ein sehr ehrliches Buch, es definiert Wahrheit und verurteilt Irrtum. Es zeigt der Menschheit, dass sie auf falschem Kurs ist und ruft zur Umkehr auf, doch das empfinden viele als verletzend. Damit kommen wir neben der Toleranz zu einem nächsten Phänomen unserer Zeit, und das ist die Tatsache, dass es in unserer modernen Gesellschaft nichts Schlimmeres zu geben scheint, als dass sich ein Mensch in irgendeiner Form verletzt fühlen könnte. So wollen auch viele ganz vorsichtig evangelisieren und scheuen sich regelrecht davor, das Wort Gottes unverfälscht weiterzugeben. Man will ja niemanden vor den Kopf stoßen, niemand soll sich angegriffen oder ausgegrenzt fühlen, doch was sagt die Schrift? Sie sagt, dass wir ohne Christus ausgeschlossen sind vom Bürgerrecht Israels, das heißt, ausgeschossen von dem Segen, der Abraham zugesagt war, also außerhalb des Bundes der Verheißung auf das ewige Leben im unvergänglichen Reich Gottes (Eph 2,12).

Wenn wir Christus in unserem Herzen heiligen, dann zählt für uns allein Sein Wort, nicht was andere erwarten. Und wenn ER der ist, der ER beansprucht zu sein, dann ist ER auch der rechtmäßige König. Jeder Mensch, der IHM die Herrschaft verweigert, ist ein Aufsässiger, er ist ein Rebell, doch er rebelliert nicht gegen irgendwen, sondern gegen den, dem er sein Leben zu verdanken hat. Jeder Atemzug, den wir einatmen, ist ein Geschenk dieses Königs. ER hat uns geschaffen und ER ist es, der uns am Leben erhält, aber nicht nur das, ER hat den Himmel verlassen, ER wurde Mensch, um an unserer statt, die Rechtsforderungen des Gesetzes zu erfüllen. Nur aus diesem Grund konnte ER stellvertretend, die Strafe tragen, die wir verdient hätten. ER, der Gerechte starb an unserer statt. Ist es wirklich verletzend, Menschen mit dieser Wahrheit zu konfrontieren? Wer sich hier verletzt fühlt, sollte sich fragen, wie sehr sein rebellisches Verhalten, den verletzt, der all dies getan hat, und dafür statt Dank, Ablehnung erfährt.

 

 

Quellangabe

1. William MacDonald - Kommentar zum Neuen Testament, Band 2, S. 669
2. Martyn Lloyd-Jones - Kennzeichen eines Christen, S. 139
3. Ebd. S. 244
4. A.W. Tozer - https://www.evangeliums.net/predigten/bibel_predigt_zu_1_korinther_1_17.html
5. John MacArthur - Alles gleichgültig? S. 12

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben