und

Gottesfurcht - Rudolf Ebertshäuser

Gottesfurcht – eine wichtige Eigenschaft der Gläubigen in der Endzeit

Ein Vortrag von Rudolf Ebertshäuser Juli 2008

 

Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, JAGE ABER NACH Gerechtigkeit, GOTTESFURCHT, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! (1Tim 6,11) Die unheiligen Altweiberlegenden aber weise ab; dagegen ÜBE DICH IN DER GOTTESFURCHT! Denn die leibliche Übung nützt wenig, die Gottesfurcht aber ist für alles nützlich, da sie die Verheißung für dieses und für das zukünftige Leben hat. (1Tim 4,7-8)


Einleitung

 

Mit dem Begriff "Gottesfurcht" könne heute viele Christen nicht mehr viel anfangen. Er scheint vielen veraltet, unverständlich. Ihnen wurde beigebracht, daß Gott freundlich und gütig ist, daß er sie gerne segnet und sie bei ihm so sein können, wie sie sind, weil er sie bedingungslos annehme. Doch die Bibel zeigt uns, daß Gottesfurcht etwas ganz wichtiges für unser Glaubensleben ist. Im AT lesen wir die gewichtigen Worte: "Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis" (Spr 1,7).

Wenn ich also den HERRN erkennen will, dann muß ich Ihn zuerst in der rechten Weise fürchten lernen. Mit diesem biblischen Begriff der "Gottesfurcht" wollen wir uns heute näher beschäftigen, um zu erkennen, was es bedeutet, Gott zu fürchten und in der heutigen Zeit gottesfürchtig zu leben. Dabei wollen wir vor allem die Aussagen im Neuen Testament dazu betrachten. Diese Aussagen sind vielen Bibellesern etwas anders in Erinnerung, weil die meisten deutschen Bibelübersetzungen der Lutherbibel folgen und an den entsprechenden Stellen den Begriff "Gottseligkeit" verwenden.
Dieser Begriff ist aber zumindest heute irreführend; er läßt an glückselige Gefühle in der Beziehung mit Gott denken und hat für viele einen etwas mystischen Klang. Tatsächlich jedoch steht hier ein Begriff, der, wie wir gleich noch sehen werden, am besten mit "Gottesfurcht" wiedergegeben wird, wie es auch die Schlachterbibel 2000 tut. Wenn wir das beachten, sehen wir, daß die Gottesfurcht gerade in den Endzeitbriefen des NT eine wichtige Rolle spielt.


1. Die Bedeutung des Begriffs "Gottesfurcht"

Das im NT in 1. Timotheusbrief mehrfach verwendete Wort lautet eu-sebeia und bedeutet wörtlich soviel wie "rechte Verehrung", "rechte Ehrfurcht" (so auch Jantzen-NT). In ihm steckt das Tätigkeitswort sebomai, das übersetzt werden kann: "vor etwas in Scheu zurücktreten, etwas verehren, ehrfürchtig leben". Es hat im wesentlichen eine religiöse Bedeutung, sodaß im NT "Gott" ergänzt werden muß, daher die Übersetzung "Gottesfurcht"; man könnte auch übersetzen "Frömmigkeit".
Die biblische "Gottesfurcht" hat zwei miteinander verbundene Seiten:

a) Sie ist eine innerliche Herzenshaltung. Die Ehrfurcht vor dem allmächtigen, heiligen Gott entspringt der Erkenntnis dessen, wer Gott ist, wie hoch erhaben Er über uns Menschengeschöpfen ist, wie vollkommen, gerecht und allwissend, sodaß wir Menschen wie nichts vor IHM sind. Das sehen wir deutlich in Hebr 12,28-29:

Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, laßt uns die Gnade festhalten, durch die wir Gott auf wohlgefällige Weise dienen können mit Scheu und Ehrfurcht! Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.
 

b) zugleich hat Gottesfurcht immer praktische Konsequenzen und ist auch eine Lebensweise. Wir sind gerufen zu einem Wandel in Gottesfurcht, zu einem Leben, das erkennen läßt, daß wir Gott fürchten und Ihm gehorchen. Wenn ich den lebendigen Gott wirklich fürchte, dann zeigt sich das in einem heiligen Leben selbst in den kleinen Dingen des Alltags. Das sehen wir sehr schön in dem Wort aus 5Mo 10,12-13: Und nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als nur, daß du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, daß du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, indem du die Gebote des HERRN und seine Satzungen hältst, die ich dir heute gebiete, zum Besten für dich selbst?
Im NT finde wir die Entsprechung in Titus 2,11-12, wo wir lesen:
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit …
Die neutestamentliche "Gottesfurcht" entspricht also genau dem alttestamentlichen Begriff "Furcht des HERRN". Darüber lesen wir ja viele wertvolle Aussagen im AT; ich möchte nur einige wenige anführen:
Die Furcht des HERRN ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht. (Ps 19,10)
Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen. Sein Ruhm bleibt ewiglich bestehen. (Ps 111,10)
Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens; man meidet durch sie die Fallstricke des Todes. (Spr 14,27)
Dein Herz sei nicht eifersüchtig auf die Sünder, sondern trachte allezeit eifrig nach der Furcht des HERRN! (Spr 23,17)
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so groß ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten; so fern der Osten ist vom Westen, hat er unsere Übertretungen von uns entfernt. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, welche ihn fürchten; denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er denkt daran, daß wir Staub sind. Die Tage des Menschen sind wie Gras; er blüht wie eine Blume auf dem Feld; wenn ein Wind darüber geht, so ist sie nicht mehr da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr. Aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern bei denen, die seinen Bund bewahren und an seine Gebote gedenken, um sie zu tun. (Ps 103,11-18)


2. Das Geheimnis wahrer Gottesfurcht

Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, erkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. (1Tim 3,16)

"Gottesfurcht" oder "Frömmigkeit" war im damaligen römischen Reich ein durchaus geläufiger Begriff. Viele Menschen waren damals "religiös" und "fromm"; sie opferten vielen Göttern und suchten sie so günstig zu stimmen, sie vollbrachten gute Taten und beteten zu den Götzen, sie taten Gelübde und unternahmen Wallfahrten. Doch all das brachte ihnen keinen wahren Frieden, kein reines Gewissen. So ergeht es heute noch zahllosen Namenschristen bei uns.

Dagegen zeigt der Apostel Paulus hier klar auf, was das Geheimnis aller wahren Gottesverehrung und Gottesfurcht ist: Jesus Christus, der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist – "Gott geoffenbart im Fleisch".
Der Herr Jesus kam vom Himmel auf die Erde herab; Er, der Gott von Ewigkeit ist, wurde wahrer Mensch und opferte sich als der Schuldlose und Gerechte für uns. Am Kreuz trug Er deine und meine Schuld und Sünde; die Strafe lag auf Ihm, damit wir Frieden hätten – durch Sein Blut allein können sündige, schuldbeladene Menschen gerecht und rein werden und mit Gott Gemeinschaft haben.

Er bleib nicht im Tod, konnte nicht im Tode bleiben. Er wurde auferweckt von dem Vater durch die Kraft des Heiligen Geistes und dadurch "gerechtfertigt im Geist". Die Engel Gottes waren Zeugen Seiner Auferstehung und gaben diese Botschaft an die Menschen weiter. Die von Ihm beauftragten Sendboten verkündigten die Botschaft von Christus bis hin zu den fernen Heidenvölkern, und viele kamen dadurch zum Glauben. Währenddessen mußte der verherrlichte Sohn des Menschen Seinen Platz in der himmlischen Herrlichkeit einnehmen, wo Er jetzt zur Rechten Gottes sitzt und wartet, bis alles Ihm zu Füßen gelegt wird und Er Sein Reich antreten wird.

Nicht irgendeine menschengemachte "Frömmigkeit", nicht irgendein "Glaube an Gott" errettet aus dem Gericht Gottes und verleiht ewiges Leben. Das Geheimnis wahrer Gottesfurcht ist eine Person – der Herr Jesus Christus, der alleinige Retter und Mittler zwischen Gott und den Menschen. "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!" (Joh 14,6).
Wer sich von Herzen zu Jesus Christus bekehrt und Ihn als Herrn und Erlöser im Glauben annimmt, der allein hat wahre Gottesverehrung, wahre Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott! Das war die Botschaft, die der Apostel Paulus im 1 Jahrhundert in der Heidenwelt verkündigte, und das ist auch die Botschaft, die wir heutigen Gläubigen bezeugen und ausbreiten dürfen.
Echte Frömmigkeit bedeutet "Christus in uns" (Kol 1,27), bedeutet Wiedergeburt aus dem Geist, bedeutet Anteil zu haben an dem Auferstehungsleben des Christus – nicht äußere Fassade, sondern innere Erneuerung; nicht menschliche Lebensreform, sondern eine neue Schöpfung!

Zugleich zeigt dieses kostbare Wort uns auch Christus als die Verkörperung wahrer Gottesfurcht in Seinem irdischen Leben. Auf Ihm ruhte der Geist der Furcht des HERRN, wie uns Jes 11,2 offenbart. Er suchte in allem die Ehre Gottes, den Willen Gottes, die Heiligung Seines Namens. Er war Seinem Gott und Vater völlig ergeben, völlig gehorsam. Sein Lebenswandel bewies vollkommene Liebe, Gerechtigkeit, Heiligkeit und damit die Frucht wahrer Gottesverehrung. Er ist das vollkommene Vorbild wahrer Gottesfurcht.


3. Wir sind berufen, in Gottesfurcht zu leben

Wir Kinder Gottes hier auf der Erde sind unvollkommen und angefochten, und doch sind wir berufen, nach dem Vorbild unseres Herrn in Gottesfurcht zu leben – mitten unter einem gottlosen und verkehrten Geschlecht. Wir führen unseren Wandel vor den Augen eines heiligen Gottes, der alles sieht und dem wir einmal Rechenschaft geben werden. Das sollten sich alle echten Kinder Gottes vor Augen führen, wie uns
auch 1. Petrus 1,14-19 bezeugt: Als gehorsame Kinder paßt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!«
Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet. Denn ihr wißt ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus, als eines makellosen und unbefleckten Lammes.

Wenn wir in der Furcht Gottes leben, dann werden wir nicht mitmachen, wenn die Weltmenschen um uns herum lügen und betrügen, sondern werden wahrhaftig sein, auch wenn uns das vordergründig Nachteile bringt. Wir werden die Gebote Gottes einhalten und auch dann befolgen, wenn uns gesetzlose Christen erzählen, das sei gar nicht notwendig. Wir werden den allgemeinen Niedergang der Zucht nicht mitmachen und uns von der modernen Mode enthalten, die Männer und vor allem Frauen entblößt und ausstellt, sowie auch vor dem zuchtlosen, unkeuschen Umgang mit dem anderen Geschlecht, der heute üblich ist.
Wir werden unsere Ehen heilig halten und in Treue miteinander den Weg gehen, auch wenn in der Welt – wie auch der "christlichen" Welt Ehebruch, Scheidung und Wiederverheiratung immer mehr um sich greift. Wir werden auch unsere Kinder nach Kräften zu der Gottesfurcht erziehen, die wir selbst ausleben dürfen, damit auch sie noch zu dem rettenden Glauben kommen; wir werden ihnen Respekt vor der menschlichen und göttlichen Autorität einflößen und bestrebt sein, sie vor dem Sumpf und Schmutz der Zügellosigkeit und Frechheit zu bewahren, der heute Kinder und Jugendliche zu verschlingen droht Die modernen Namenschristen werden uns dann als "gesetzlich" verspotten, aber der wahre Gläubige weiß, daß es gerade die Gnade Gottes ist, die er erfahren durfte, die ihn aus dem Sumpf der Sünde herausgezogen hat, die ihm Ansporn zu einem heiligen, gottesfürchtigen Leben ist, wie uns auch Titus 2, 11-14 bezeugt:
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht [oder: unterweist uns], damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.


4. Der Verlust wahrer Gottesfurcht in der Endzeit

Über die wahre Gottesfurcht zu predigen ist besonders heute wichtig, in einer Zeit, in der nicht nur bei den ungläubigen Sündern, sondern auch in der Namenschristenheit sich das Gegenteil von Gottesfurcht immer mehr ausbreitet, nämlich die Gottlosigkeit. Wahrhaftig, wir leben heute in den schlimmen Zeiten, die das Wort Gottes schon vor 2.000 Jahren in 2Tim 3,1-5 angekündigt hat: Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!
Wie treffend schildert das Wort Gottes die moralischen Kennzeichen unserer heutigen Zeit! Hier ist ja die bekennende Christenheit angesprochen, nicht die völlig gottlose Welt; es ist davon die Rede, daß noch ein Schein von Frömmigkeit vorhanden ist – aber nicht mehr die Kraft echter Gottesfurcht. Eine Christenheit ohne wahre Sündenvergebung, ohne Zeugung von oben und ohne den Heiligen Geist kann nur die Eigenschaften des sündigen Fleisches unter frommem Gewand hervorbringen.

a) Eine eigenliebige Endzeitgeneration

Nicht umsonst steht in unserem Bibelwort die Aussage "die Menschen werden sich selbst lieben" am Anfang der traurigen Liste von Charaktereigenschaften. In der heutigen Zeit wird die verführerische Botschaft von der Selbstliebe überall ausgebreitet, auch in evangelikalen Kreisen, die sich einst zur Bibeltreue bekannten und die biblische Botschaft von der Kreuzesnachfolge verkündigten.
Heute hört man immer öfter: "Liebe dich selbst! Du kannst die anderen nur so weit lieben, wie du dich selbst liebst!" Man redet von der Wichtigkeit der Selbstannahme und der Selbstverwirklichung, rät den Christen, sie sollten sich jeden Tag im Spiegel anschauen und sich sagen, wie toll sie wären. Trotz solcher verführerischer Stimmen, die die Lügen der humanistischen Psychologie nachplappern, gilt immer noch das Wort unseres Herrn: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben? (Mt 16,24-26)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, der wird es verlieren; wer aber sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren. (Joh 12,24-25)
Aber heute gilt es als christlich, wenn man sich selbst verwirklicht und sein Ichleben so richtig hochpäppelt, anstatt es in den Tod zu geben. Christsein muß "Spaß machen" und "cool sein" in den Augen der verweltlichten falschen Jünger Jesu Christi. Wohlstand und Gesundheit, beruflicher Erfolg und Freiheit für das Fleisch wird heute gepredigt, und die Massen klatschen Beifall dazu. Es ist die Zeit, von der unser Herr gesagt hat: "Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten" (Mt 24,12).
Die verführerische Botschaft der gesetzlosen Pseudochristenheit des Abendlandes lautet: "Gott liebt dich so wie du bist, er segnet deinen Egotrip, du kannst die sündigen Genüsse der Welt in Fülle haben, Hurerei, Rockmusik und Discotanz und alles, du kannst die Gebote Gottes ignorieren und machen, was dir Spaß macht, und du kommst am Ende doch in den Himmel!" Heute wird der breite Weg verkündet, der breite Weg der Gesetzlosigkeit, auf dem man angeblich auch gerettet werden könnte; für den schmalen Weg echter Christusnachfolge hat man nur noch Unverständnis und Spott übrig. Das geht einher mit der Verbreitung von Lügen über den wahren, heiligen Gott. Heute sagt man den Leuten: "Gott ist locker und humorvoll. Gott ist tolerant. Er richtet Sünde nicht mehr. Wir leben alle von der Gnade. Gott ist dein Freund. Er versteht dich und ist immer bei dir, auch wenn du was Falsches machst. Gott nimmt es mit der Sünde schon nicht so genau und ernst."
Dazu gehört natürlich, daß das befremdliche, bedrohlich klingende Wort von der "Gottesfurcht" nicht mehr zu hören ist. Man vermeidet dieses Thema in den heutigen positiven, motivierenden 20-Minuten-Predigten, und die modernen Bibelübertragungen haben den Begriff "Gottesfurcht" völlig ausgelöscht. Stattdessen reden sie davon, man solle "Gott ernst nehmen" oder "Gott lieben". Das ist glatte Verfälschung der Bibel und Verführung der Leser!

Doch das falsche Evangelium vom breiten Weg ist ein schrecklicher Betrug. Die Wahrheit hat unser Herr so deutlich verkündigt, und sie wird den betrogenen Scheinchristen auf dem breiten Weg einmal erschreckend klar werden: Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden. (Mt 7,14)
Gerade heute haben wir besonders viele falsche Propheten, die den breiten Weg und die weite Pforte anpreisen, aber ihnen wie auch vielen ihrer Anhänger wird der Herr einmal sagen müssen: "Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!" (Mt 7,23).

b) Mangelnde Gottesfurcht als Brutboden für Verführungen
Die Furcht Gottes allein bewahrt die Gläubigen auf dem Boden der Wahrheit und in der echten geistlichen Erkenntnis: "Die Frucht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis" (Spr 1,7). Ohne Gottesfurcht gibt es keine echte Gotteserkenntnis und auch keine Erkenntnis des Willens und der Wege Gottes. deshalb bringt es der Verlust an echter Gottesfurcht in der Christenheit und auch unter Gläubigen mit sich, daß der Brutboden für allerlei Lügen und Verführung bereitet wird. Wer die Liebe zur göttlichen Wahrheit verschmäht, der kommt unter den verderblichen Einfluß der endzeitlichen Irrtümer!
So ist es kein Wunder, daß sich auch unter den neuen Evangelikalen die Verführungsströmungen der Bibelkritik, der Charismatik und der Ökumene immer weiter ausbreiten. Der Verlust der Gottesfurcht und Heiligung trägt viel dazu bei, daß die endzeitlichen falschen Propheten und Irrlehrer immer mehr Einfluß bekommen. Sie weissagen "Friede, Friede", wo doch kein Friede ist, aber die Leute merken den Betrug nicht mehr. Sie machen Werbung mit spiritistischen Geistheilern wie Todd Bentley in Lakeland, und Zehntausende pilgern hin, um sich eine Dosis der okkulten "Kraft" zu holen, die dort ihr finsteres Werk treibt. Die Lügenprophetien und hellseherischen "Worte der Erkenntnis" von irgendwelchen Charismatikern werden hochgeschätzt, aber das echte Wort Gottes wird mißachtet und nicht befolgt. Der Mangel an Gottesfurcht treibt die modernen Evangelikalen immer weiter hin zu offener Lästerung des heiligen Gottes. Das sehen wir an der von vielen geschätzten "Volxbibel" und ihrem gottlosen Vokabular, mit dem Heiligstes in den Schmutz gezogen wird. Wir sehen es auch an der wachsenden Zahl von "christlichen"
Clowns, Pantomimestars, Kabarettisten und Zauberkünstlern, an "Bibel-Comics", die unsern Herrn herabwürdigen, an der immer offeneren Verharmlosung und Befürwortung von Pornographie und Homosexualität durch gewisse Leute, die sich "Christen" nennen.

c) Gottlosigkeit, Gesetzlosigkeit und Frevel nehmen überhand

Der Mangel an Gottesfurcht und die Zügellosigkeit der modernen Namenschristen mündet gesetzmäßig in die ausgereifte Form der Gottlosigkeit, des Frevels, der auf Griechisch als a-sebeia bezeichnet wird, nämlich das Fehlen und die Verleugnung der Gottesfurcht. Der enthemmte Mensch lehnt sich offen gegen Gott und Seine Gebote auf und lästert ihn durch Rebellion, offenen Ungehorsam und freche Angriffe auf Heiligstes.
Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frißt um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie behaupten, die Auferstehung sei schon geschehen, und so den Glauben etlicher Leute umstürzen. (2Tim 2,16-18)
Diese Stufe der ausgereiften Bosheit finden wir in den abgefallenen Großkirchen schon lange, nun aber auch in der aus den Evangelikalen kommenden Strömung der Emerging Church, in der das stellvertretende Sühnopfer Jesu Christi und die Gnade Gottes teilweise offen gelästert und in den Schmutz gezogen wird.
Davon redet propehtisch Judas 10-13: Diese aber lästern alles, was sie nicht verstehen; was sie aber von Natur wie die unvernünftigen Tiere wissen, darin verderben sie sich. Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich um Gewinnes willen völlig dem Betrug Bileams hingegeben und sind durch die Widersetzlichkeit Korahs ins Verderben geraten! Diese sind Schandflecken bei euren Liebesmahlen und schmausen mit [euch], indem sie ohne Scheu sich selbst weiden; Wolken ohne Wasser, von Winden umhergetrieben, unfruchtbare Bäume im Spätherbst, zweimal erstorben und entwurzelt, wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschäumen, Irrsterne, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist.

Wenn diese Ebene des Frevels und der Gottlosigkeit genügend weit verbreitet ist, dann ist auch das Gericht Gottes nicht mehr weit. Gottlosigkeit bedeutet im Endeffekt Glaubensabfall, widergöttliche Rebellion, die nicht mehr heilbar ist, sondern zum Gericht führt.

Von diesen hat aber auch Henoch, der siebte nach Adam, geweissagt, indem er sprach: »Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten über alle und alle Gottlosen unter ihnen zu strafen wegen all ihrer gottlosen Taten, womit sie sich vergangen haben, und wegen all der harten [Worte], die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.« (Jud 14-15)
Auf diesen endzeitlichen vollendeten Glaubensabfall steuert die Namenschristenheit immer unwiderstehlicher zu. Sie ist in gewissem Sinn schon längst abgefallen, aber der Abfall muß erst noch zu einem schrecklichen Höhepunkt ausreifen, bevor die Gerichte Gottes die Gottlosen verschlingen wie ein reißender Strom, wie ein verzehrendes Feuer.
Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, daß ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag! Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, daß jemand verlorengehe, sondern daß jedermann Raum zur Buße habe. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! (2Pt 3,7-12)


5. Der Ruf an den treuen Überrest der Gläubigen zur Gottesfurcht heute

Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du auch berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast. (1Tim 6,11-12)
Mitten in diese Zeit zunehmender Verführung und Verderbnis sind wir gestellt, von Gott berufen, ein treues Zeugnis für Ihn abzulegen. Wir sind nach Gottes Plan in solchen schweren Zeiten berufen worden. Auch wenn so viele neben uns den breiten, leichten Weg gehen, sind wir herausgerufen,. herausgefordert, Gott treu zu sein. Gott selbst, unser Gott ruft uns sein "Du aber!" zu. "Du aber, o Mensch Gottes!"
Wir sollen nicht mitschwimmen in dem breiten, verführerischen Strom; wir sind berufen, mit aller Kraft gegen den Strom zu schwimmen. Wir sollen die Gottlosigkeit und Lauheit der christlichen Verführungsströmungen fliehen und mit aller Kraft bestrebt sein, ein Leben in der Gottesfurcht zu führen, in praktischer Gerechtigkeit, in mutigem Glauben, der sich an den Unsichtbaren hält, als sähe er ihn, in geduldiger Liebe, Liebe zum Herrn und Liebe zu den Heiligen und Liebe zu den Verlorenen; in Sanftmut, ohne hart oder bitter zu werden.
Fliehen bedeutet sich absondern, nichts zu tun zu haben mit dem Sauerteig des Bösen, der sich in der Christenheit ausbreitet. Fliehen bedeutet, sich zu reinigen von den Gefäßen zur Unehre, die auch in dem großen Haus sind (2Tim 2,20-21), in dem Wissen: "Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit!" (2Tim 2,19).
Absonderung von der Verderbnis ist ein Lebensgesetz des treuen Überrestes, den sich der Herr in der Endzeit noch als Zeugnis bewahrt:
Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! (2Kor 6,15-17)
Dieser Überrest entspricht demjenigen in Israel, von dem der Prophet Sacharja schreibt: Und ich will in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übriglassen; das wird auf den Namen des HERRN vertrauen. Der Überrest von Israel wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden; man wird auch in ihrem Mund keine trügerische Zunge finden; ja, sie werden weiden und ruhen, ohne daß sie jemand aufschreckt. (Zeph 3,12-13)
Die Gottesfurcht wird ein entscheidendes Merkmal dieses Überrestes sein, und diese Gottesfurcht wird auch ihr Schutz sein in den schweren Verführungszeiten, die heute schon sind und die noch kommen werden. Deshalb dürfen uns die Worte des Propheten Maleachi an den gottesfürchtigen Überrest Israels auch ein Trost und eine Ermunterung sein: Da besprachen sich die miteinander, welche den HERRN fürchteten, und der HERR achtete darauf und hörte es, und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und seinen Namen hochachten. Und sie werden von mir, spricht der HERR der Heerscharen, als mein auserwähltes Eigentum behandelt werden an dem Tag, den ich bereite; und ich will sie verschonen, wie ein Mann seinen Sohn verschont, der ihm dient. Dann werdet ihr wieder sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Denn siehe, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen! Da werden alle Übermütigen und alle, die gesetzlos handeln, wie Stoppeln sein, und der kommende Tag wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen, so daß ihnen weder Wurzel noch Zweig übrigbleibt. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein] … (Mal 3,16-20)

Unsere glückselige Hoffnung ist der wiederkommende Herr. Er, unser treuer, guter Hirte, wird die Seinen, die wahrhaft Sein sind, durch diese notvollen Zeiten hindurch stärken und bewahren und uns zu seiner Zeit in die himmlische Herrlichkeit holen. Bis dahin gilt uns der Ruf an Timotheus:

Ich gebiete dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis bezeugt hat, daß du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, welche zu seiner Zeit zeigen wird der Glückselige und allein Gewaltige, der König der Könige und der Herr der Herrschenden, der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; ihm sei Ehre und ewige Macht! Amen. (1Tim 6,13-16)
 



Ich durfte diesen Beitrag dank der freundlichen Zustimmung von Rudolf Ebertshäuser auf meiner Seite veröffentlichen, das Original kann unter folgendem File als PDF heruntergeladen werden.

www.das-wort-der-wahrheit.de/downloads/file.php?...Gottesfurcht...pdf

 

Rudolf Ebertshäuser hat zu diesem Thema einen Vortrag gehalten, der sehr empfehlenswert ist:

Die Bedeutung der Gottesfurcht in der Endzeit - November 2015

 

www.evangeliums-botschaft.de

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