und

Gottes Wort (Ps 19)

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele.
Das Zeugnis des HERRN ist gewiss, ist zuverlässig, (gewiss) es macht den Unverständigen weise.
Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz.
Das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen.

(Psalm 19, 8-9)

 

Der erste Teil von Palm 19 ist ein Loblied auf die wunderbare Schöpfung Gottes und der zweite Teil ist ein Loblied auf Gottes Wort. Sowohl die Bibel als auch die Schöpfung legen Zeugnis für Gott ab. Jemand hat mal gesagt, die Schöpfung ist das Bilderbuch Gottes und die Bibel liefert den Text dazu. Hier geht es, wie die Überschrift schon sagt, überwiegend um den zweiten Teil des Psalms, also um die die Offenbarung Gottes durch sein Wort.
Trotzdem noch ein Gedanke zum ersten Teil des Psalms. Der Psalm verdeutlicht uns, dass wir die Herrlichkeit Gottes sowohl in seiner wunderbaren Schöpfung als auch in seinem Wort erkennen. In Vers 2 lesen wir: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk“ (V.2).
Auch wenn nicht alle Menschen das Evangelium hören, die Schöpfung redet so deutlich von Gott, dass uns im Römerbrief gesagt wird: „Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben“ (Römer 1,20).
Darüber hinaus wissen wir, dass Gott dem Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat, somit wird niemand zu Unrecht der Verdammnis überlassen, denn alle haben an den Werken der Schöpfung die Herrlichkeit Gottes gesehen.

Doch kommen wir jetzt zum 2, Teil des Psalm, befassen wir uns mit dem Lobpreis auf das Wort!

1.a) Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele 

Hier steht Gesetz des Herrn - Eingangs habe ich gesagt, der Psalm ist ein Loblied auf Gottes Wort, doch der Begriff „Wort Gottes oder Wort des Herrn“ kommt nicht direkt vor, stattdessen finden wir Begriffe wie, das Gesetz des Herrn, das Zeugnis des Herrn, die Befehle des Herrn, Gebote des Herrn und Bestimmungen des Herrn. All diese Begriffe stehen für unterschiedliche Aspekte des Wortes, intersannt ist, dass in diesem Loblied auf Gottes Wort noch nicht einmal von den Verheißungen des Herrn die Rede ist. Hier sehen wir, dass David eine ähnliche Gesinnung wie Jesus hatte. Ihm war es wichtig, den Willen Gottes zu erfahren, um sein Leben so zu führen, dass es Gottes Herz erfreut. Noch viel ausgeprägter war diese Eigenschaft bei Jesus zu finden. Seine Worte: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat (Joh 4, 34), machen deutlich, dass er nicht auf diese Welt kam um nach seinen eignen Willen zu leben, sondern um den Willen seines Vaters zu tun.

Wenn das auch unser Wunsch ist, dann ist es wichtig, dass wir mit Gottes Wort vertraut sind. Wie viele Menschen beten im Vaterunser, gedankenlos die Worte, „Dein Wille geschehe“ ohne sich je ernsthaft damit befasst zu haben, was der Wille Gottes ist. Nicht umsonst sagte Jesus: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihre Herzen sind weit fern von mir“ (Mk 7,6). Die Frage ist, trifft das auch auf uns zu? 

Ob wir Gott wirklich lieben, zeigt sich unter unserem an unserem Interesse an seinem Wort. Wenn wir ihm in unseren Gebeten immer nur unsere Wünsche vortragen, aber gar nicht danach fragen, was er von uns erwartet, sage nicht ich, sondern sein Wort: Wer sein Ohr abwendet vom Hören des Gesetzes, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel (Spr 28,9).

Weiter sagt unser Text, dass Gottes Wort vollkommen ist. Wir erfahren darin alles was wir über ihn wissen müssen. Was ihn erfreut, was ihm missfällt und was er von uns erwartet. Zurecht sagt der Prophet Micha: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott (Mi 6,8).

Dieser Vers zeigt und auch wo und wie es uns gesagt wird. Es ist einzig und allein im vollkommenen Wort Gottes. Gott erwartet von uns, dass wir sein Wort halten, doch das geht natürlich nicht wenn wir hochmütig sind und uns einbilden es besser zu wissen als er. Nein, um sein Wort zu halten, müssen wir uns ihm in aller Demut unterordnen. So wie Jesus selbst es getan hat. Wir wissen, dass er demütig war und seine Jünger auffordert von ihm zu lernen. Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig (vgl Mt 11,29). Es war die Herzenshaltung von Jesus, es war nicht künstlich oder gespeilt, es war das was seine wahre Natur ausmachte. Keine Auflehnung, keine Rebellion, sondern völlige Hingabe an den Vater. Er lebt in völliger Harmonie mit dem Vater, im völligen Einklang mit dem Willen des Vaters, in völliger Übereinstimmung mit seinem Wort. Jesus hat das Wort Gottes nie in Frage gestellt. Er wusste, dass Gottes Wort zuverlässig und vollkommen ist und darum ist es uns auch strengstens untersagt, etwas hinzufügen oder etwas davon weglassen (vgl 5. Mo 13,1 u. Offb 22, 18-19).

Im Wort Gottes wird uns alles gesagt, was zum Heil notwendig ist, die Bibel enthält den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben (Jud 3) , den es auch gegenüber falschen Lehren zu verteidigen gilt. Nur wenn wir uns an die gesunde Lehre der Schrift halten, sind wir gegen falsche Lehre und Verführung gewappnet.
Im 2. Timotheus Brief schreibt der Apostel Paulus seinem Schüler Timotheus: Halte fest das Vorbild der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind! Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2. Tim 1,13-14)
Paulus warnt in diesem Brief vor solchen, die sich von der gesunden Lehre abgewendet haben und verderbliche Lehren in die Gemeinde eingeführt haben. Gegen Ende des Briefes betont er nochmals ausdrücklich: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet (2. Tim 3,14-17).

Das im Kanon der Bibel überlieferte Wort ist vollkommen, weil alle Schrift von Gott eingegeben ist. Seit jeher haben wahre Gläubige an der Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel festgehalten. Auch Jesus sagte: Dein Wort ist die Wahrheit (Joh 17,17) und nannte in Bezug auf seine wahren Nachfolger ein eindeutiges Erkennungsmerkmal, das darin besteht, dass sie auf seine Stimme hören. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir (Joh 10,27). 
Dabei betonte er aber auch: Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht (Joh 10, 6).

Aus diesem Grund wird ein echter Christ falsche Lehre, selbst wenn sie noch so Form verpackt ist, ablehnen. Doch wie kann er unterscheiden, ob eine Lehre von Gott ist oder nicht? Ganz einfach, indem er in der Schrift forscht, ob die Lehre, die verkündigt wird, mit dem Wort Gottes übereinstimmt oder nicht. Ein positives Beispiel hierfür sind die Gläubigen Beröer, als ihnen durch Paulus das Evangelium verkündet wurde, heißt es: Sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte (Apg 17,11).

Gottes Wort hat also eine zweifache Wirkung, es bewahrt uns vor falscher Lehre und versorgt uns mit gesunder Lehre. Dadurch werden wir vor falschen Entscheidungen bewahrt und sind in der Lage das Richtige zu tun. Wenn wir uns mit Gottes Wort beschäftigen und wenn es unser aufrichtiger Wunsch ist, sein Wort als Maßstab für unser Leben zu nehmen, erfreuen wir nicht nur Gott, sondern profitieren auch selbst davon, denn wie unser Text weiter zeigt, erquickt, das Befolgen seines Wortes unsere Seele.

 

1.b) Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele.

Menschliche Gesetze werden oft als Einengung der Freiheit verstanden. Gottes Wort und Gesetz macht Menschen frei, das heißt es bringt sie wieder zurück in ihre ursprüngliche Bestimmung, ein Leben zur Ehre Gottes zu führen; nicht in Rebellion gegen ihn, sondern im Einklang mit seinem Willen und das hat zur Folge, dass die Seele erquickt wird. Man kann auch sagen, es erfreut die Seele, es erfrischt die Seele, es gibt neue Lebenskraft. Genau das hat David erlebt, er fühlte sich durch Gottes Gesetz nicht eingeengt, sondern im Gegenteil, er fand darin seine wahre Lebenserfüllung und so lesen wir auch in Psalm 119:

Den Weg deiner Gebote werde ich laufen, denn du machst mir das Herz weit (V32).
Halten will ich dein Gesetz beständig, immer und ewig und ich werde wandeln in weitem Raum, denn nach deinen Vorschriften habe ich geforscht (V45).


Gottes Wort ist so angelegt, dass uns genau das gibt, was gut für uns ist. Es ist wie bei einem guten Arzt, der uns die richtige Medizin verschreibt und die beste Medizin für unsere Seele ist das Wort Gottes. Es bringt uns wieder zurecht und genau das hat auch Jesus gelehrt, als er sagte: "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" (Mt 11,29).

Unsere Seele kommt zu Ruhe wenn wir Friede mit Gott finden, wenn wir unsere Rebellion gegen ihn aufgeben und durch sein Wort wieder zu ihm zurück gebracht werden. Das Leben des verlorenen Sohnes war absolut trostlos und chaotisch bis zu dem Tag, an dem er sich aufmachte und zu seinem Vater zurück gekehrt ist. Genau das ist das Ziel des Gesetzes, es führt uns zu Jesus und dies geschieht indem es uns von Sünde überführt. Die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. Denn auch von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Du sollst nicht begehren!" (Röm 7,7)


2.a) Das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise.

Gottes Wort ist absolut zuverlässig, niemand wird enttäuscht, der auf Gottes Wort vertraut. Das bestätigt auch 2. Sam 7,28, da heißt es: Herr, du bist der wahre Gott, auf dein Wort kann man sich verlassen. Wir können uns absolut auf Gottes Wort verlassen. Gott täuscht uns nicht, Gott ist allmächtig, Gott kann alles nur über eines lesen wir das er es nicht kann und das ist lügen. Gott kann nicht lügen, die Bibel sagt sogar es ist unmöglich, dass Gott lügt (Hebr 6,18).

Da die Schreiber der Bibel von Geist Gottes inspiriert waren und da der Geist Gottes, der Geist der Wahrheit ist, können wir uns absolut auf Gottes Wort verlassen. Nichts ist zuverlässiger als sein Wort. Es ist sein Wort indem er sich uns offenbart, alles was wir über Gott wissen, erfahren wir in seinem Wort. Sein Wort ist die einzig zuverlässige Quelle, um zu erfahren wer Gott ist, wie er denkt, was ihn erfreut und was ihm missfällt. Das einzigartige an seinem Wort ist, dass es uns nicht nur über vergangen Dinge berichtet, sondern auch über Gegenwärtige und zukünftige.

Es gibt kein vergleichbares Buch indem auch nur annähernd so viele Prophezeiungen sind die sich erfüllt haben. Ob es in Bezug auf Israel ist oder ob es um erste Kommen von Jesus geht, alles hat sich bis ins kleinste Detail genau so erfüllt, wie es Gottes Wort lange im Voraus angekündigt hat. Aus diesem Grund können wir sicher sein, dass sich die Prophezeiungen die noch ausstehen, ebenfalls erfüllen werden. Jede Zusage, die Gott uns in seinem Wort gibt, ist absolut zuverlässig. Es ist ungemein wichtig, dass wir Gottes Wort ernst nehmen. Statt die Bibel als Buch der Mythen oder Märchen abzutun, sollten wir heilige Ehrfurcht vor dem Wort Gottes haben. Wenn dies der Fall ist, gilt uns folgende Zusage: Aber auf den will ich blicken: auf den Elenden und den, der zerschlagenen Geistes ist und der da zittert vor meinem Wort (Jes 66,2).

Diese Ehrfurcht vor Gottes heiligen Wort fehlt unserer Generation, es mag vereinzelt Christen geben, die vor Gottes Wort zittern, aber ich denke ein Großteil geht viel zu leichtfertig und oberflächlich mit Gottes Wort um. Wer Gottes Wort jedoch ernst nimmt, wird wie David feststellen, dass Gottes Wort zuverlässig ist. Weiter sagt der Bibeltext, es macht den Unverständigen weise“.

2.b) Das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise.

Auch das ist wahr, denn „die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis (Spr 1,7).

Auch wenn Ungläubige das gern bestreiten und oftmals sogar das Gegenteil behaupten. Auch wenn sie meinen die Gläubigen seien dumm, so ist in Wahrheit genau das Gegenteil der Fall, denn Gott sagt in seinem Wort: Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott (Ps 53,2).

Und weil das so ist, kann David in Psalm 119, sagen: "Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer; denn über deine Mahnungen sinne ich nach. Ich bin klüger als die Alten; denn ich halte mich an deine Befehle" (V 98-100).

David vertraut hier nicht auf seine eigene Weisheit, sondern auf die Weisheit Gottes. Er hält sich nicht selbst für Klug, sondern er ist sich bewusst, dass er dem besten Ratgeber vertraut, den ein Mensch nur haben kann. Er weiß Gottes Wort gibt ihm die beste Orientierung für sein Leben und er vertraut darauf, dass es ihn auf rechtem Weg leitet. Gott hat ohne jeden Zweifel gute Gedanken für uns und wenn er unser Ratgeber ist, dann haben wir, wie gesagt, den besten Ratgeber, den man überhaupt haben kann. Doch was nützt der beste Ratgeber, wenn wir seine Ratschläge in den Wind schlagen und meinen, es besser zu wissen? Natürlich nichts und darum gibt es nichts besseres, nichts Vernünftigeres, als auf das Wort Gottes zu hören. Es geht nicht um das was ich sage, sondern um das was Gott uns durch sein Wort sagt. Gottes Wort warnt eindeutig davor, seinen Rat zu verschmähen.

Wenn ihr euch jeder Einsicht verschließt und euch weigert, den Herrn ernst zu nehmen, wenn ihr meine Ratschläge von euch weist und auf keine von meinen Warnungen hört, dann müsst ihr die Folgen tragen und auslöffeln, was ihr euch eingebrockt habt. Alle, die sich nichts sagen lassen, gehen an ihrer Halsstarrigkeit zugrunde, und die Sorglosen und Selbstsicheren bringt ihr Eigensinn ums Leben (Spr 1,29-32).

Wenn wir Gottes Wort missachten, tappen wir völlig im Dunklen und haben keine Orientierung, wenn wir jedoch auf sein Wort hören, bringt es Licht in unsere Dunkelheit. In Sprüche 4, 18-19 wird dies treffend formuliert: Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen. 


3.a) Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz.

Ich denke viele Christen in unserer Generation, haben ein Problem mit dem Wort „Befehl“. Man sieht Gott ja eher auf Augenhöhe, wenn darf er uns Ratschläge erteilen, Empfehlungen aussprechen oder uns Vorschläge unterbreiten, doch so etwas wie ein Befehl ist uns zu autoritär.

Doch die Frage ist, an was für einen Gott glauben wir eigentlich, wenn wir meinem, er hätte uns nichts zu sagen? Sollten wir vor einem allmächtigen Gott nicht auch Ehrfurcht haben? Wer das verneint sollte sich mal über folgende Bibelstelle Gedanken machen: Der HERR ist denen Freund, die ihn fürchten; und seinen Bund lässt er sie wissen (Ps 25,14).

Gut, wird vielleicht mancher sagen: „Das ist Altes Testament, hier geht es um den Alten Bund. Das hat nichts mit Neuem Testament und neuem Bund zu tun. Wir leben doch nicht mehr unter dem Gesetz, sondern im Gnadenbund. Wir sind doch mit Gott auf Du und Du, Jesus bezeichnet uns doch sogar als seine Freunde“.
Ja, stimmt, Jesus bezeichnet seine Jünger tatsächlich als Freunde, doch sollte man beachten, dass er gesagt hat: Ihr seid meine Freunde wenn ihr tut was ich euch gebiete (Joh 15,14).

Wir sollten uns also nicht wundern, wenn Jesus uns etwas befiehlt. Intersannt ist aber auch, dass der Text uns sagt, dass die Befehle des Herrn richtig sind. Das heißt, sie führen zum Ziel, sie zeigen uns den richtigen Weg und sie bewahren uns vor falschen Entscheidungen und schlechten Einflüssen. Wenn jemand weiß was wirklich gut für uns ist, dann ist Gott. Er unser Schöpfer weiß am besten was unserer Seele gut tut und was uns schadet. Weil Gott gut ist und weil er uns liebt, ist er an unserem Wohlergehen interessiert. Wenn er uns etwas verbietet, dann tut er das nicht weil er uns etwas vorenthalten will, sondern weil er weiß, dass es uns schadet. Genau so sind die Dinge, die wir tun sollen, gut für uns und weil das so ist, sagt unser Text nicht nur, dass die Befehle des HERRN richtig sind, sondern sagt weiter, dass sie das Herz erfreuen.


3.b) Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz.

Warum erfreut es unser Herz, wenn wir Gott gehorchen? Es ist weil es neben den Naturgesetzen, die Gott festgelegt hat, auch geistliche Gesetzmäßigkeiten gibt. Es gibt geistliche Prinzipien, geistliche Grundsätze, wie beispielsweise: "Hochmut kommt vor dem Fall" oder "wer Wind Sät wird Sturm ernten". Wie gesagt: Gottes Befehle sind richtig, seine Gebote sind gut für uns. Wenn wir, die wir doch böse sind, unseren Kindern nur die Dinge vorenthalten, die ihnen schaden und sie nur auffordern solche Dinge zu tun, die gut für sie sind, wie viel mehr wird unser Vater im Himmel so mit seinen Kindern umgehen?(vlg. Mt 7,11). Gott will uns mit seinen Geboten nicht unter Druck setzten oder in Angst und Verzweiflung treiben, sondern er will, dass es uns in allem wohlgeht, dass wir gesund sind und es unserer Seele wohlgeht (3.Joh 2). Und darum können wir mit Jeremia sagen: Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost (Jer 15,16). oder wie es Nehemia sagt: die Freude am HERRN ist eure Stärke (Neh 8,10).



4.a) Das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen.

Das heißt die Gebote sind klar, klar und deutlich, man könnte auch sagen kristallklar. Die Bibel ist kein Buch mit 7 Siegeln, das wenn überhaupt, dann nur von Theologen verstanden werden kann. Sein Wort ist in einer so einfachen, klaren, verständlichen Sprache geschrieben, dass Jesus beten konnte: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart“ (Lk 10,21).
Hier wird deutlich, Gottes Wort ist nicht den Hochintelektuellen vorbehalten, sondern dem ganz einfachen Volk. Aus diesem Grund sind die wesentlichen Aussagen der Heiligen Schrift auch sehr klar und deutlich formuliert. Wenn Jesus sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" und dann noch hinzufügt: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich", muss uns kein Bibelausleger erklären wie das zu verstehen ist. Es ist eindeutig - Jesus ist der einzige Weg zu Gott. Es gibt an dieser Stelle nichts zu deuten und nichts zu diskutieren. Die Bibel ist an diesem Punkt so klar, dass es selbst Kinder verstehen können. Der Weg der Nachfolge ist kein Stolpern im Dunkeln, kein planloses Umherirren, sondern ein Weg auf dem selbst Einfältige ans Ziel kommen.
Wer auf diesem Weg geht - selbst Einfältige werden nicht irregehen (Jes 35,8).
Wer Jesus nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben… (vgl Joh. 8,12).

Wir müssen also nicht im Dunkeln umherirren, der christliche Glaube ist nichts Spekulatives, nichts völlig Ungewisses, Undefinierbares, sondern er enthält eine ganz eindeutige, klare und unmissverständliche Botschaft und weil das so ist, werden unsere Augen erleuchtet.


4.b) Das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen.

Sein Wort ist, wie David es anderer Stellt sagt: "meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege (Ps 119,105). David wusste, nur Gottes Wort kann uns in dieser dunklen Welt Licht und Orientierung geben. Die wird auch im Neuen Testament bezeugt, in 2. Petrus 1, 19-21 lesen wir: Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben von Heiligem Geist.

Gottes Wort ist von der ersten bis zur letzten Seite durch den Heiligen inspiriert. Es erleuchte unsere Augen indem es uns von aller Verblendung und Täuschung befreit und uns unseren wahren Zustand vor Augen malt. Gottes Wort sagt uns ohne Verschleierung, was Wahrheit und was Lüge, was Sünde und was Gerechtigkeit ist und befreit uns von Irrtum und Selbstbetrug. Es bringt Licht in unser Leben weil es uns unseren wahren Zustand zeigt und uns dadurch von Stolz und Selbstgerechtigkeit befreit. Desweiteren lenkt es unseren Blick auf die Dinge, die wirklich wichtig sind und zeigt uns die wahren Werte. Durch die Schrift erkennen wir, dass die Schmach des Christus ein größerer Reichtum ist, als alle Schätze Ägyptens; das heißt, größer als alles was diese Welt zu bieten hat. Denn, was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben (1.Kor 2,9).

Alles was diese Welt zu bieten hat, ist vergänglich, doch das Erbe das uns Gott in seinem Wort verspricht, ist unvergänglich, weder Motten noch Rost können es fressen.



5.a) Die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht.

In unserer Welt werden viele leere Versprechen gemacht und man muss sich wirklich fragen, auf was man sich überhaupt noch verlassen kann und wem man vertrauen kann. In einer Welt voller Lüge und Irrtümer, in der alles relativ und nichts fest ist, gibt es dennoch ein Zeugnis, das zuverlässig, treu und wahr ist. Und das ist das Zeugnis des Herrn. Allein Gottes Wort ist der Fels in der Brandung, auf den du dich verlassen kannst. Leider muss man feststellen, dass auch untere denen, die sich Christen nennen, viele sind, die an der Wahrhaftigkeit von Gottes Wort rütteln. So ist heutzutage leider keine Seltenheit, dass klare Schriftaussagen umgedeutet oder wegerklärt werden, nur um die Botschaft annahmebaren zu machen und sie mit dem Zeitgeist zu vereinbaren. Doch überall wo das geschieht  untergräbt man das Vertrauen in die Schrift als Gottesoffenbarung. Ich möchte, dazu ein Zitat von Pastor Wolfgang Wegert weitergeben, er sagt: Es gibt ja viele die sich Christen nennen, aber das Wort Gottes in Frage stellen und vieles als Mythen und Märchen abtun. Jesus hat das nie getan. Denken wir nur an das Hohepriesterliche Gebet, da betet er nicht etwa dein Wort enthält Wahrheit, sondern Dein Wort ist Wahrheit (Joh 17,17).

Jesus bezeugt nicht nur, dass Gottes Wort wahr ist, sondern auch, dass es unvergänglich ist: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht“, wird er in den anderen Evangelien zitiert (Mt. 25,35, Mk 13,31, Lk 21,33) Auch die früheren Christen haben das so gesehen, für sie war Gottes Wort keine menschliche Erfindung und so schreibt Paulus in 1. Thess. 2,13, immer wieder danken wir Gott dafür, dass ihr unsere Predigt nicht als Menschenwort aufgenommen und verstanden habt, sondern als das, was sie ja tatsächlich ist, als Gottes Wort. Dieses Wort verändert jeden, der daran glaubt. Gottes Bestimmungen sind nicht nur wahr, sondern sie sind allesamt gerecht


5.b) Die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht.

Gott ist ein gerechter Richter und die Maßstäbe die er festgelegt hat sind absolut gerecht. Seine Entscheidungen und Gerichte Gottes, alles zeichnet sich durch Gerechtigkeit aus. Kein Mensch wird zu Unrecht verurteilt, denn die Bestimmungen des Herrn sind gerecht. Sie sind auf Recht und Wahrheit begründet weil der Richter dieser Welt, allmächtig, allwissend und unfehlbar und gerecht ist. Auch das ist ein Grund Gott zu loben und genau das wird auch in alle Ewigkeit der Fall sein. Die erlösten werden dem Herrn Tag und Nacht Lob und Danklieder singen. Ein Vorgeschmack davon finden wir bereits in der Offenbarung: Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Nationen! (V 15,3)
Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte (V 16,7).



David beendet den 19. Psalm mit den Worten:

Lass die Worte meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig sein vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser!“

Ein Mensch der solche Wünsche hat, ist ein Mensch der wirklich erlöst ist. Er sieht in Gott seinen Herrn und seinen Erlöser und es ist ihm wichtig sein Leben so zu führen, dass es Gott erfreut. Entscheidend wie wir leben, ist wie wir denken und unser Denken wird von dem beeinflusst, mit dem wir uns beschäftigen. Wer sich mit Gottes Wort beschäftigt, wird immer mehr so denken, wie Gott denkt und das wird auch sein Reden und Handeln positiv beeinflussen. Alles andere ist kein rettender Glaube, sondern toter Glaube. Das Gute ist, niemand muss in diesem toten Zustand bleiben, denn Jesus ist die Quelle des Lebens und er ist gekommen, damit wir das Leben im Überfluss haben. Wir finden dieses Leben in seinem Wort, es ist der größte Schatz den es auf Erden gibt. Es ist kostbarer als das feinste Gold und der süßer als der beste Honig (V 19,11).

 


 

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