und

Evangelium

Der Begriff „Evangelium“, ist ein so oft benutztes und so häufig gehörtes Wort, dass es sicher nicht für jeden nachvollziehbar ist, warum es mir ein Anliegen ist, ein paar Worte darüber zu verlieren. Wir leben ja im sogenannten „christlichen Abendland“ und wir haben die beiden großen Volkskirchen, da bekommt man ja schon im Kindesalter mit, was es mit dem Evangelium auf sich hat. Doch ist dem wirklich so, kann man wirklich sagen, dass man in unserem Land noch weiß, was es mit dem Evangelium auf sich hat?

Leider nein, leider ist es mittlerweile eher eine Seltenheit, dass von den Kanzeln unserer Kirchen das wahre Evangelium verkündigt wird. Man gibt zwar vor, Gott zu dienen und in Seinem Auftrag zu handeln, doch die Botschaft, die Jesus Seinen Dienern aufgetragen hat, wird immer seltener verkündigt. Leider wird der Missionsbefehl: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Mk 16,15), von den meisten Theologen völlig ignoriert. Wenn das Evangelium für sie überhaupt noch ein Thema ist, dann geben sie nur eine sehr verwässerte, oberflächliche, fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Version davon weiter. Doch diese Halbwahrheiten sind weder Fisch noch Fleisch, weder kalt noch heiß (vgl Offb 3,16).

Dabei ist der Missionsauftrag keine mögliche Option, er ist ja schließlich keine Idee der Kirche, sondern ein direkter Auftrag, den Jesus Seinen Jüngern (Nachfolger) gab. Und hier ist uns auch nicht freigestellt, was für eine Botschaft wir den Menschen bringen, sondern vielmehr erwartet Jesus, dass wir das Evangelium verkündigen. Darum bezeichneten sich die Apostel auch als Botschafter an Christi statt (vgl 2.Kor 5,20). Und was erwartet man von einem Botschafter? Erwartet man, dass er seine eigenen Weisheiten und Ansichten verbreitet? Nein, sicher nicht; man erwartet, dass er die Botschaft weitergibt, die ihm der aufgetragen hat, der ihn gesandt hat. Wir sollen Seine Zeugen sein (vgl Apg 1,8). Es muss um IHN gehen und zwar so, wie ER sich uns in der Bibel geoffenbart hat. Dasselbe gilt auch für die Botschaft, es muss die Botschaft der Bibel sein, nicht unsere eigenen Anschauungen oder Ansichten. Nur wenn wir diese Botschaft unverfälscht weitergeben, können wir dem Missionsbefehl gerecht werden.

Wie wichtig dieser Missionsbefehl für Jesus war, sehen wir in der Tatsache, dass ER Seinen Jüngern diesen Befehl unmittelbar vor Seiner Himmelfahrt erteilt hat. Es war praktisch Seine letzte Anweisung, dass der ganzen Schöpfung, also allen Menschen, dieses Evangelium verkündigt wird. Doch was bedeutet Evangelium, was soll man sich darunter vorstellen? Nun, der Begriff "Evangelium" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Gute Nachricht”, „Frohe Botschaft”. Und nun stellt sich natürlich die Frage, was ist die gute Nachricht? Wie lautet die frohe Botschaft, die allen Völker verkündet werden soll?

Es ist die gute Nachricht, dass Gott die Menschheit nicht aufgegeben hat. Gottes Liebe für die verlorene Menschheit ist so groß, dass ER Seinen Sohn in Welt gesandt hat. In 1. Johannes 4,9 heißt es: Gottes Liebe zu uns ist für alle sichtbar geworden, als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, damit wir durch ihn leben können.

In Jesus wird also die Liebe Gottes für alle sichtbar, ER, der ein Leben ohne Sünde führte, starb stellvertretend für unsere Sünden am Kreuz. So wie durch den ersten Menschen (Adam) die Sünde (Erbsünde auch Ursünde genannt) und somit der Tod über alle Menschen kam, so kommt die Vergebung und damit das Leben durch Jesus (vlg 1. Kor 15,22). In Jesus schenkt uns Gott die Möglichkeit zur Umkehr. Doch Umkehr ist die Voraussetzung, darum fordert uns die Bibel auch zur Buße auf (vgl. Mt 3,2 u. 4,17, Apg 2,38 u. 3,19). Das Problem ist nämlich, dass der Mensch seit dem Sündenfall nicht mehr in der Bestimmung lebt, für die er geschaffen wurde. Gott schuf den Menschen als einen Gegenüber; ER schuf ihn sogar nach Seinem Bild. Der Mensch ist geschaffen zur Ehre Gottes und zur Gemeinschaft mit IHM, doch durch den Sündenfall wurde all das zerstört. Seitdem lebt der Mensch nicht mehr in Einklang mit seinem Schöpfer, sondern in Rebellion gegen IHN. Er will nichts wissen von einem Gott, der über ihm steht, sondern sieht in sich selbst das Maß aller Dinge.

Das Ergebnis dieser maßlosen Selbstüberschätzung sehen wir im Chaos dieser Welt. In zerrütteten Ehen und unzähligen Abtreibungen, in Terror und Gewalt, in Haas und Intrigen, in Kriegen, Leid und Hungersnöten.
Million von Menschen sind derzeit auf der Flucht, weil ihre Heimatsländer zerbombt wurden oder weil ihre Länder wirtschaftlich am Ende sind. Doch dieselben Probleme und Konflikte, die Auslöser für das Chaos in ihren Herkunftsländern waren, bringen sie mit in die Länder, in denen sie Zuflucht suchen. Man hasst Menschen wegen einer anderen Hautfarbe oder einer anderen Religionszugehörigkeit, doch genau dieses Feindbild, findet man dann auch in dem Land vor, in das man geflüchtet ist. Im Endeffekt ist es doch so, vor was auch immer der Mensch davonläuft, es holt ihn wieder ein; denn das Hauptproblem sind nicht die äußeren Umstände, es sind nicht die Anderen; nein, das Problem ist in uns selbst, es ist unsere eigene sündhafte Natur. Und davon ist keiner ausgenommen, Gottes Wort sagt klar und deutlich, dass alle Menschen gesündigt haben (Vgl Röm 5,12). Wobei uns auch klar sein sollte, dass uns nicht die Sünde zum Sünder macht, sondern dass wir sündigen weil wir Sünder sind. Und wenn die Bibel sagt, dass die Sünde der Leute Verderben ist (vgl Spr 14,34), dann müssen wir doch zugeben, dass sich dieses Bibelwort tagtäglich bestätigt. Die Menschheit ist zwar sehr wohl bemüht, die hässlichen Auswirkungen der Sünde in den Griff zu bekommen, doch das Problem wird nicht bei der Wurzel packt, man kratz nur an der Oberfläche.

Die gute Nachricht des Evangeliums ist, dass sich Gott dieses Problems angenommen hat. ER tat es, indem ER Seinen Sohn, Jesus Christus, auf diese Welt sandte, um alle, die an IHN glauben, von der Macht der Sünde zu befreien. Dabei spielt es keine Rolle, wie weit sich ein Mensch von Gott entfernt hat, durch das Kreuz hat jeder die Chance zu einem Neuanfang. Niemand wird ausgegrenzt, nur der, der sich selbst ausgrenzt weil er Jesus (und damit die Erlösung) ablehnt.

Ein gutes Beispiel dafür sind die beiden Straftäter, die zusammen mit Jesus gekreuzigt wurden. Einer der beiden Verbrecher, die mit IHM gekreuzigt wurden, beschimpfte ihn: »Bist du denn nicht der versprochene Retter? Dann hilf dir selbst und uns!«
Aber der andere wies ihn zurecht und sagte: »Nimmst du Gott immer noch nicht ernst? Du bist doch genauso zum Tod verurteilt wie er, aber du bist es mit Recht. Wir beide leiden hier die Strafe, die wir verdient haben. Aber der da hat nichts Unrechtes getan!« Und zu Jesus sagte er: »Denk an mich, Jesus, wenn du deine Herrschaft antrittst!«
Darauf erwiderte Jesus: »Ich versichere dir, du wirst noch heute mit mir im Paradies sein« (Lk 23,39-43).

Hier wird deutlich wie unterschiedlich die Reaktion auf Jesus sein kann. Obwohl beide Straftäter den Tod vor Augen hatten, hatte einer nur Spott und Beschimpfung für Jesus übrig, während der andere Jesus bat, ER solle an ihn denken, wenn ER Seine Herrschaft antritt.

Jesus begegnet auch heute noch Menschen. ER begegnet uns durch Gottes Wort, ob wir es nun (wie hier in diesem Fall) lesen oder in einer Predigt hören. Entscheidend ist, wie wir darauf regieren. Dies wird auch in einem Bibelabschnitt aus dem Matthäus Evangelium Kap. 21, 30-32 deutlich. Dort sagt Jesus den Hohepriestern und den führenden Männer des Volkes: „Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. Denn Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr's saht, tatet ihr dennoch nicht Buße, sodass ihr ihm dann auch geglaubt hättet“.

Die Zolleinnehmer und die Prostituierten haben das Wort Gottes angenommen, sie glaubten der Verkündigung von Johannes dem Täufer. Die Hohepriester und die führenden Männer des Volkes hingegen haben diese Botschaft abgelehnt und sich damit selbst aus Gottes neuer Welt ausgeschlossen. Der gesellschaftliche Status und unsere Vergangenheit spielen also keine Rolle, es geht nur darum, ob wir die Erlösung, die uns durch das Kreuz geschenkt wird, annehmen oder nicht. Es spielt dabei keine Rolle, wie weit sich ein Mensch durch Sünde von Gott entfernt hat. Egal wie tief du gesunken bist, für Gott bist nicht außer Reichweite. Sein Arm ist niemals zu kurz um Dich zu retten. Egal wie große Deine Schuld und Sünde auch sein mag, sie kann niemals größer sein, als das Erlösungswerk, das Jesus am Kreuz vollbracht hat. Sein Sühneopfer reicht auch aus, um Deine Schuld zu begleichen. Bedenke, ER war bereit diesen qualvollen Kreuzestod auf sich zu nehmen, obwohl Du nicht nach ihm gefragt hast. Obwohl Du dies ebenso wenig verdient hast, wie ich. ER, der gerechte, vollkommene Sohn Gottes, gab Sein Leben als Lösegeld und nahm die Strafe, die wir verdient hätten, auf sich. Darin siehst Du, wie unheimlich kostbar Du in seinen Augen bist. ER liebt dich so, als wärst du der einzige Mensch auf dieser Welt.

Darum war es IHM auch so wichtig, dass dieses Evangelium um jeden Preis weitererzählt wird. IHM war durchaus bewusst, dass die Botschaft des Evangeliums nicht überall auf Gegenliebe stoßen würde; im Gegenteil: ER wusste, dass der Weg des Evangeliums von Märtyrern gesät werden würde. Dennoch gab ER Seinen Jüngern diesen riskanten Auftrag. Würden alle Religionen letztlich zu Gott führen, dann hätte ER doch lieber sagen sollen: „Lasst den anderen Völkern ihren Glauben, bestärkt sie darin, ermutigt sie und versichert ihnen, dass sie auf jeden Fall in den Himmel kommen!“ Doch so lautete Seine Anweisung nicht, im Gegenteil; ER vervollständigte den Missionsbefehl durch die unmissverständliche Aussage: "Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden" (Mk 16,16). 

Nun ist klar warum dieser Auftrag so wichtig ist. Es geht um unsere Rettung. Der Text sagt auch wovor wir gerettet werden sollen. Auch wenn es manche gerne aus der Bibel streichen würden, Jesus hat von Verdammnis gesprochen. Bitte nicht falsch verstehen, ich will hier niemand verdammen, sondern gehe nur auf den Text ein.

Vielleicht kann man es an einem Beispiels verdeutlichen: Angenommen es gäbe eine Terrorwarnung in einem Fußballstadion. Sollte man da sagen, diese Nachricht können wir den Fans nicht zumuten. Wir wollen ja nicht der Spielverderber sein? Vielleicht denken viele so über die Bibel. Vielleicht trauen sich ja auch aus diesem Grund viele Theologen kaum noch über die Realität der Hölle zu sprechen. Doch um auf das Beispiel zurück zukommen, angenommen du wärst im Stadion, würdest du es nicht unverantwortlich finden, wenn der Stadionsprecher nicht unverzüglich dazu auffordern würde das Stadion zu verlassen? Wärst du dem Stadionsprecher böse weil er etwas von einer Bombe erwähnt? Was würdest du machen, würdest du diskutieren, sowas kann man auch schöner umschreiben oder würdest du um dein Leben rennen?

Wenn in der Bibel von Verdammnis die Rede ist, dann nur um uns zu warnen. An dieser Warnung sehen wir, dass wir Gott nicht gleichgültig sind, ER hat Vorsorge getroffen, es gibt einen Notausgang. Jesus selbst sagt: „Ich bin die Tür!“ (Joh 10,9). Durch Jesus öffnet Gott die Tür für uns, durch IHN haben wir Zugang zum Vater, ER ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Somit stellt uns das Evangelium vor eine Entscheidung. Die Tür steht offen und das Evangelium ist die Einladung, diese Tür zu passieren. Wir sind eingeladen hindurchzugehen. Wir können über die Tür reden, wir können sie bestaunen, doch all das nützt uns nichts, wenn wir nicht hindurch gehen. Wir müssen selbst durchgehen, niemand anderes kann das für uns tun.

Wir müssen uns auch bewusst machen, dass es keine Neutralität gibt, wir sind entweder innerhalb oder außerhalb. Es gibt kein dazwischen, entweder sind wir auf der Seite von Jesus oder wir sind auf der Gegenseite. Entweder wir sind für IHN oder gegen IHN. Entweder wir gehören zu den Geretteten oder zu den Verlorenen. Jesus sagte: „Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden" (Mk 16,16).

Natürlich kann man diese Wort ignorieren und einfach so weiterleben wir bisher, aber wenn man das tut, steht man weiterhin auf der falschen Seite, man steht nicht auf der Seite der Erretteten, sondern auf der Seite der Verlorenen. Weil Gott nicht will, dass wir ohne Vorwarnung ins Verderben rennen, fordert ER uns durch Sein Wort zur Umkehr auf. Durch die Botschaft des Evangeliums streckt ER Seine offenen Arme nach uns aus. Wer IHM dennoch weiterhin den Rücken zukehrt, darf sich nicht wundern, wenn ihm einst der Himmel verschlossen bleibt (vgl. Mt 25,11-12, Offb 22,15). Wer in diesem Leben nichts mit Gott zu tun haben will, wird auch die Ewigkeit nicht in Seiner Gegenwart verbringen. Wer das Gnadenangebot des Kreuzes missachtet, der wird selbst den Preis für seine Sünden bezahlen müssen. Das Evangelium ist eine gute Nachricht weil es uns genau davor bewahren will, es bietet uns Versöhnung und Erlösung an. Allen die glauben, verspricht es, ewiges Leben, ewige Gemeinschaft mit Gott, eine Ewigkeit im Himmelreich, einem Reich, in dem es so unvorstellbar schön sein wird, dass es sich gar nicht in Worte fassen lässt; in Gottes Wort heißt es dazu: Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben (1. Kor 2,9).

Durchs Evangelium bist Du eingeladen, die Ewigkeit an diesem herrlichen Ort zu verbringen. Es wird weder Tod, noch Trauer, noch Krankheit, noch Schmerz noch Leid geben (Vgl Offb 21,4). Nur die Erlösten werden dort sein. Bedenke wie hoch der Preis für diese Erlösung war. Jesus hat mit Seinem Leben bezahlt. Die Bibel sagt: Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen (Jes. 53,6).

Hier wird deutlich, dass IHM Deine Verlorenheit nicht gleichgültig ist, bei IHM bist Du nicht irgendeine Nummer, Du bist ihm so wichtig, dass er Sein Leben für Dich geopfert hat. Ich frage Dich, hat jemals irgendjemand etwas Größeres für Dich getan? ER starb für Dich, obwohl Du gar nicht nach IHM gesucht oder gefragt hat. Dennoch bist Du IHM wichtig, so wichtig, dass ER nach Dir sucht und Dir Seine Hand entgegenstreckt. Schau Dir seine Wundmahle an, das hat ER für Dich getan, für Dich erlitt ER diesen qualvollen Tod am Kreuz, um Deiner Sünde willen hat ER dieses Martyrium erduldet.

In aller Liebe möchte ich Dich bitten, weise Gottes Gnadenangebot nicht ab, sondern komm zu Seinem zum Gnadenthron. Sprich ein einfaches Gebet, bekenne IHM Deine Schuld und nimm IHN als Deinen Herrn und Erlöser an. Wenn Du das getan hast, dann bleib dran, lies täglich in der Bibel, fange mit den vier Evangelien an, rede täglich im Gebet mit Gott und suche Dir eine christliche Gemeinschaft, in der Du Menschen findest, die Jesus lieb haben und in der das Wort Gottes gepredigt wird. 

Ich wünsche Dir Gottes Segen und bete dafür, dass Du Dein Herz für Jesus öffnest und die Versöhnung die Dir durch IHN geschenkt wird, annimmst. Glaube mir eine bessere Entscheidung als diese, kannst Du in Deinem ganzen Leben nicht treffen. Es ist die wichtigste Entscheidung, darum schiebe es nicht auf die lange Bank, sondern wende Dich jetzt an IHN. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern jetzt.

 

Weiterführend zum Thema empfehle ich den Beitrag: Der Triumph des Kreuzes

 



Außerdem sind folgende Bücher sehr zu empfehlen:

 

                                  




 

www.evangeliums-botschaft.de

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