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Evangelisation oder Unterhaltungsshow? II

Veröffentlicht am 16.04.2016

Wie im letzten Teil gesehen, ist es sehr entscheidend, dass wir prüfen, wem wir nachfolgen, ist es wirklich Jesus, hat sein Wort für uns die höchste Priorität, oder sind es religiöse Führer oder ein kirchliches System? Die Schrift warnt vielfach davor, dass wir damit rechnen müssen, dass es betrügerische Arbeiter geben wird, die Verkehrtes lehren und die Jünger an sich ziehen werden. Johannes entlarvt sie mit folgenden Worten: Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet, und die Welt hört sie (1.Joh 4,5).Ihre Botschaft kommt bei den Weltmenschen besser an, weil es eine weltliche Botschaft ist. Das heißt, sie richten ihre Botschaft nicht nach dem Geist Gottes, sondern nach dem Zeitgeist aus, darum finden sie bei der breiten Masse Gehör. Sie erfreuen sich oftmals großer Beliebtheit und sind meist sehr angesehen (vgl. Lk 6,26).
Natürlich ist es ist immer einfacher, mit der großen Masse zu gehen und sich an die religiös Angesehenen zu halten. Sie werden ja schließlich in der Öffentlichkeit anerkannt und sind akzeptiert. Ihre moderate Botschaft, spricht die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen an, und weil bei ihnen politische Korrektheit, über der Bibeltreue steht, bekommen sie auch nur selten Gegenwind zu spüren. Wer sich an sie hält, begibt sich praktisch in eine neutrale Zone. Diese Zone ist nicht umkämpft, hier wütet kein geistlicher Kampf, die Schlacht wurde umgangen, indem man sich von vorne herein ergeben hat. Hier gibt es keinen Druck, dem man standhalten muss, hier wird der Glaube nicht im Feuer erprobt, so wie es Petrus beschreibt, wenn er sagt: Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi (1.Pt 1,6-7).
Wer sich an dieses falsche religiöse System klammert, hat also weder mit Widerstand, noch mit Anfeindung zu rechnen, der Glaube muss sich hier nicht bewähren. Doch das ist nichts Neues, bereits in den Evangelien, begegnen uns Menschen, die Angst hatten, sich wirklich auf die Seite von Jesus zu stellen. Ihre Furcht bestand darin, aus den Synagogen ausgeschlossen zu werden (vgl. Joh 12,42). Entscheidend für unseren Glaubensweg ist daher die Frage, wen wir mehr fürchten, die religiösen Führer unserer Tage, denn Anpassungsdruck der Welt, oder Gott?
Natürlich sagt die Schrift, dass man sich den religiösen Führern unterordnen soll, doch dies gilt nur soweit, wie ihre Lehre mit der Schrift übereinstimmt. Ist dies nicht der Fall, gilt: Man muss Gott mehr gehorchen als Menschen (Apg 5,29).
Die Schrift warnt vor Menschenfurcht, indem uns in Sprüche gesagt wird: Menschenfurcht stellt eine Falle; wer aber auf den HERRN vertraut, ist in Sicherheit (Spr 29,25).
Überlegen wir an dieser Stelle auch, was es bedeutet außerhalb des Lagers zu gehen und die Schmach Christi zu tragen (vgl. Hebr 13,13). Fragen wir uns, zu wem wir gehören wollen: Zu der staatlich anerkannten, politisch korrekten, angesehenen religiösen Masse (vgl. Mk 12,38-40) oder zu den Verachteten (vgl. Lk 6,22). Wollen wir lieber Teil einer großen toleranten Massenbewegung sein, wo man vor lauter Harmoniebedürftigkeit die gesunde Lehre über Bord geworfen hat, oder zu der kleinen Herde zählen, von der Jesus sprach? (vgl. Lk 6,22). Jene, die auf seine Stimmen hören und keinem anderen nachfolgen. Jesus hat seinen Nachfolgern nie etwas vorgemacht, er sprach davon, dass wir die Kosten überschlagen müssen (Lk 14,25-34) und eines muss uns klar sein, ein Glaube der uns nichts kostet, ist auch nichts wert. Wer sich aufmacht, dem Herrn nachzufolgen, muss mit Gegenwind und Widerstand rechnen. Seine Aufforderung: Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden's nicht können (Lk 13,24), macht deutlich, dass Nachfolge kein Spaziergang ist. Der Glaube an Christus verlangt einem alles ab. Es kann uns Freundschaften kosten, es kann sein, dass wir unser liebstes Hobby hinter uns lassen müssen, wenn der Herr es will, denn wer etwas mehr liebt als ihn, der ist seiner nicht Wert. Auch unsere Bequemlichkeit, unser Stolz und nicht zuletzt unser Ego müssen wir mit Christus in den Tod geben, um der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit zu leben (vgl. 1.Pt 2,24).

So wie es im Römerbrief gesagt wird: So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus! So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden gehorche; stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit! (Röm 6,11-13, vgl. Gal 2,20).
Jesus ist kein Versicherungsvertreter, der einem das Kleingedruckte vorenthält, er spielt immer mit offenen Karten. Er hat seinen Nachfolgern kein unbeschwertes Leben, ohne Kampf und Bedrängnis, versprochen, sondern im Gegenteil, er sagte: Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat (Joh 15,18).
Wir müssen uns von der romantischen Vorstellung lösen, dass wir als Christen in einer geistlichen Kuschelzone leben können und wieder realisieren, dass wir in einem geistlichen Kampf stehen (vgl. Eph 6,12).
Denken wir doch an den Apostel Paulus, er hat das Evangelium vor falscher Lehre und falschen Lehrern verteidigt. Dazu war er von Jesus eingesetzt worden (Phil 1,16) und er hat den Staffelstab an Timotheus weitergegeben, indem er sagte: „Bewahre das anvertraute Gut, indem du die unheiligen leeren Reden und Einwände der fälschlich sogenannten Erkenntnis meidest (1.Tim 6,20).
Und wie beim Staffellauf, sollte auch Timotheus die gesunde Lehre an die nächste Generation weitergeben. Paulus hatte ihn dazu mit folgenden Worten angeleitet: Und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren! (2.Tim 2,2).
Wir müssen uns dessen bewusst sein, es ist ein geistlicher Kampf, die Wahrheit des Evangeliums ist hart umkämpft. Viele haben mit dem Märtyrertod dafür bezahlt, dass dieses Evangelium über viele Generationen bis in unsere Zeit unverfälscht erhalten blieb.

Sollte es uns Angesicht dessen, nicht zutiefst beschämen, wie oberflächlich unsere Generation mit Gottes Wort umgeht? Frühere Generationen haben die Wahrheit des Evangeliums bis aufs Blut verteidigt, unsere Generation hingegen, bringt es fertig die falschen Lehrer, samt ihrer verderblichen Lehre zu verteidigen.
Ich kann nicht beurteilen, ob es Unwissenheit, Bequemlichkeit oder die Angst vor Konfrontation ist, jedenfalls ist man weitgehend darüber eins geworden, dass man es mit Wahrheit und gesunder Lehre, nicht mehr so genau nehmen soll, man müsse auf das sehen, was einen verbindet, lautet das fromme Motto unserer Tage. Und so werden beispielsweise im Rahmen von Großevangelisationen immer mehr Kompromisse in Wahrheit und Lehre gemacht. Paulus sagte: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: Er sei verflucht! (Gal 1,7) 
Kann man deutlicher ausdrücken, welch ein Gräuel falsche Lehre in den Augen des heiligen Gottes ist. Paulus gab hier doch nicht seine persönliche Meinung wieder, er schrieb diese Zeilen unter Inspiration des Heiligen Geistes und dies gilt natürlich für die gesamte Schrift (vgl. 2.Tim 3,16).
Wäre die Schrift nur Menschenwort, dann hätten all die Märtyrer ihr Blut vergeblich vergossen. Wenn ich von Märtyrern rede, meine ich nicht solche Leute, die sich selbst in die Luft sprengen, um Andersgläubige mit in den Tod zu reißen, sondern Menschen, die eher bereit waren zu sterben, als irgendwelche Zugeständnisse, gegenüber der Lehre Roms zu machen.
Im Vergleich dazu, sind wir eine weichgespülte Generation, die allen Dingen ihren Lauf lässt und zu allem Ja und Amen sagt. Wir haben kein Problem gemeinsame Evangelisationskampangen mit abgefallen Kirchen durchzuführen; mit solchen, die eine anderes Evangelium und einen anderen Christus verkündigen (2.Kor 11,4). Wenn missionarischer Eifer vorhanden ist, dann reicht dieses Kriterium schon völlig aus, um sich zu verbünden und gemeinsame Sache zu machen. Merken wir denn nicht, wie hier klare biblische Prinzipien ignoriert werden? Wem gelten denn die Worte: Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus überein mit Beliar? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? (2.Kor 6,15) Das bezieht sich doch nicht nur darauf, dass man keinen ungläubigen Partner heiraten soll, hier geht es doch auch darum, mit wem wir das Reich Gottes bauen wollen; mit wem wir zusammenarbeiten im geistlichen Dienst.
Erinnern wir uns einmal kurz zurück, an die Reaktion der Israeliten, die nach der Zerstreuung nach Jerusalem zurückkehrten, um den zerstörten Tempel wieder aufzubauen. Wie haben sie reagiert, als Ungläubige mit der Bitte: „Wir wollen mit euch bauen!“, an sie herantraten? Haben sie gesagt, super, endlich haben wir Verstärkung bekommen? Nein, vielmehr entgegneten sie: „Ihr habt nichts mit uns zu tun bei dem Auftrag, unserm Gott ein Haus zu bauen; sondern wir allein, wir werden dem HERRN, dem Gott Israels, bauen“ (Esra 4,2-3). 
Warum diese schroffe Abweisung? Ganz einfach, weil ihnen bewusst war, dass es allein ihr Auftrag war, ein Haus für den Gott Israels zu bauen.
Das ist ein Bild, für den Bau des neutestamentlichen Tempels, der wie wir wissen, ein geistlicher Tempel ist. Wer ist dazu berufen an diesem Tempel mit zubauen, wer hat den Auftrag, das Evangelium zu verkündigen? Es ist jeder, dessen Geist Gott erweckt hat (Esra 1,5), jeder der wiedergeborenen ist, jeder dem Gott ein neues Herz geschenkt hat, jeder der durch Jesus Christus neues Leben empfangen hat.

Heute sind es nicht die Ungläubigen die fragen, ob sie mitwirken dürfen, heute sind es die Gläubigen, die sie dazu animieren. Man meint darin ein geeignetes Mittel gefunden zu haben, um Ungläubige für die Kirche zu gewinnen. Rein vom psychologischen Standpunkt gesehen, ist es zwar durchaus nachvollziehbar, doch wer gibt uns das Recht, so pragmatisch vorzugehen? Wer gibt uns das Recht, klare biblische Prinzipien zu ignorieren? Wir haben keinen Gott, der heute so denkt und morgen wieder ganz anders. Bei ihm ist ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein. Daher kann es niemals seinem Willen entsprechen, dass weltliche Vereine das Vorprogramm von Evangelisationsveranstaltungen übernehmen sollen. Genauso abwegig ist es, wenn irgendwelche Prominente für Podiumsdiskussionen eingeladen werden, nur um die Leute anzulocken.

Denken wir aber auch daran, dass der Wiederaufbau der Stadtmauer von Widerständen begleitet war, und dass sie mit Kelle und Schwert bauen mussten (vgl. Neh 4,11). Beides gehört zusammen: Der Aufbau des geistlichen Tempels und die Abwehr der feindlichen Attacken. Heute will man scheinbar nur noch aufbauen, nur noch vorangehen und neues Land einnehmen, doch man versäumt die von Gott geforderte Abgrenzung gegenüber den Ungläubigen. Grenzen die in Gottes Wort klar gezogen werden, können wir nicht einfach wegwischen, so als seien sie für uns überhaupt nicht von Belang.
Warum sind wir nur so träge und schwerfällig, die Worte unseres Herrn Jesus, auf uns und unsere Zeit anzuwenden? Ja, es ist wahr, Jesus selbst hat den religiösen Führern seiner Zeit auch missionarischen Eifer bestätigt, doch hat er jemals seine Jünger dazu aufgefordert, gemeinsame Evangelisationsfeldzüge mit ihnen durchzuführen? Es wäre doch sehr zweckmäßig gewesen, seine verachteten Jünger hätten nicht nur im Ansehen der religiösen Elite baden können, sondern zudem noch von deren Beziehungen, deren Räumlichkeiten und deren Finanzen profitieren können. Das hätte das Image der verachteten Gemeinde doch ziemlich aufgewertet und sicher mächtig Eindruck auf die Welt gemacht. Wer tatsächlich von einer Gemeinde träumt, die Eindruck auf die Welt macht, der träumt nicht von der Gemeinde, die in der Bibel als Säule und Grundfeste der Wahrheit bezeichnet wird (1.Tim 3,15). Die Wahrheit des Evangeliums wird niemals in breiter Front auf Gegenliebe stoßen. Jesus ist immer noch ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses (1.Petr 2,8).

Doch heute wird weitgehend ohne ihn gebaut, heute baut man immer mehr auf der Grundlage menschlicher Weisheit und ausgeklügelter Psychotricks. Heute zählen nur noch die Besucherzahlen. Wichtig ist nur noch, dass der Saal voll wird. Wir sollten nur eines bedenken, diese Anliegen hatten auch die Schriftgelehren und Pharisäer und dennoch forderte Jesus seine Jünger nicht dazu auf sich auf eine 
große Ökumene mit ihnen einzulassen, sondern stellte deren religiöse Heuchelei bloß, indem er sprach:
Wehe aber euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen; denn ihr geht nicht hinein, und die, die hineingehen wollen, lasst ihr auch nicht hineingehen. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr durchzieht das Meer und das trockene Land, um einen Proselyten zu machen; und wenn er es geworden ist, so macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr. Wehe euch, ihr blinden Führer! (Mt 23,15). 
Sollten an diesem Punkt nicht die Alarmglocken bei uns klingen? Sollte nicht spätesten hier auch dem Letzten klar sein, was geschieht, wenn wir uns mit falschen Lehrern und blinden Führen zusammen schließen, um gemeinsam zu evangelisieren? Durch diese Art von Evangelisation macht man einen Menschen zu einem doppelten Sohn der Hölle!

Es liegt sicher nicht an Gottes Wort, es liegt nicht daran, dass es nicht klar genug ist. Es liegt daran, dass wir nicht bereit sind, der Realität ins Auge zu sehen. Es liegt an der mangelnden Bereitschaft, das geschriebene Wort, auf uns und unsere Zeit anzuwenden. Aus diesem Grund gerät alles immer mehr in Schieflage. Die Wahrheit ist vom Platz gestürzt (vgl. Jes 59,14) und das Volk Gottes kommt um aus Mangel an Erkenntnis (vgl. Hos 4,6) weil man nicht mehr bereit ist, die offenbarte Wahrheit
gegen die Angriffe und Listen des Feindes zu verteidigen. Die Hauptverantwortung für dieses Desaster tragen die religiösen Führer (vgl. Hos 4,4), doch das Traurige ist, falsche Lehrer und falsche Propheten stehen in unseren Tagen hoch im Kurs. Während Gottes Wort uns auffordert: "Von diesen wende dich ab!" (2.Tim 3,5) gilt heute traurigerweise: "Mit diesen verbünde dich!" Solche, die Paulus als falsche Apostel, als betrügerische Arbeiter (vgl. 2.Kor 11,3) und Feinde des Kreuzes entlarvt hat (vgl. Phil 3, 18), bezeichnet man heute, als Brüder im Herrn. Man redet nur noch von Liebe und meint, es sei nicht mit der christlichen Liebe vereinbar, seine Stimme gegen solche zu erheben, die entgegen der gesunden Lehre der Schrift lehren. Gegen diese Auffassung möchte ich, mit den Worten von J.C. Ryle, folgenden Einwand bringen: Christliche Liebe bedeutet auch nicht, dass man alle religiösen Ansichten toleriert. Die christliche Liebe vertritt nicht die Meinung, dass alle Wege in den Himmel führen und kein Mensch verlorengeht, oder dass es weder richtig noch falsch gibt. Die wahre Liebe sagt: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen (1.Joh 4,1) 32

Leider haben wir heute ein völlig einseitiges Bild, der christlichen Liebe. Leider haben wir vergessen, dass die Liebe, von der die Bibel redet, untrennbar mit der Wahrheit verbunden ist. Daher freut sich die Liebe nicht an der Ungerechtigkeit, sondern wenn die Wahrheit siegt (vgl. 1.Kor 13,6) und somit gilt es, die Wahrheit gegenüber Irrtum und Verdrehung zu verteidigen. In Gottes Wort werden falsche Lehrer niemals toleriert oder gar geschützt und zwar weder von Jesus (vgl. Mt 24,11; Lk 12,1; Offb 2,2) noch von den Aposteln (vgl. Apg 20,30-31; 2.Tim 2,21; 2.Pt 2,1) und die in Klammer genannten Bibelstellen sind nur jeweils 3 von unzähligen Beispielen. Doch wer heute seine Stimme gegen solche erhebt, die das Wort Gottes verdrehen und verfälschen, wird als Verkläger der Brüder bezeichnet und auf die Stufe Satans gestellt. Ja, es ist richtig, Satan wird in der Schrift als Verkläger der Brüder bezeichnet (vgl. Offb 12,10) doch in diesem Falle, handelt es sich nicht um Brüder, sondern um falsche Brüder und hier gilt: „Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß! (Eph 5,11). Und was ist laut Jesus das schlimmste Werk der Finsternis? – Es ist Verführung. Es ist, wenn Schafe seiner Herde in die Irre geführt werden. Wenn sie zur Sünde, zum Abfall geleitet werden, weil ihr Glaube, durch falsche Lehre, zerstört wird (vgl. 2.Tim 2,17). Über diese Menschen sprach Jesus folgende Warnung aus: Wer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde (Mk 9,42).

Und daher gilt es die Herde vor den Wölfen schützen, anstatt sich schützend vor die Wölfe zu stellen, um diese zu verteidigen. Wobei zu beachten ist, dass es sich um Wölfe handelt, die alles tun, um ihre wahre Natur verbergen. Jesus nannte sie Wölfe im Schafspelz (vgl. Mt 7,15). Sie mischen sich unter die Schafe und haben kein Warnschild, mit der Aufschrift: „Vorsicht Irrlehrer“, um den Hals hängen. Im Gegenteil, sie sind Weltmeister, wenn es darum geht, sich zu verstellen (vgl. 2.Kor 11,14) und ihre Worte klingen meist sogar noch besser, als das was uns in der Bibel gesagt wird. Oft sind sie viel toleranter und lockerer, als die Schrift. Sünde ist bei ihnen etwas ganz harmloses, falls überhaupt darüber gesprochen wird, dann nur ganz beiläufig und wen wundert’s, das Thema Verführung wird natürlich auch völlig verharmlost. Hier reißen sie göttliche Verheißungen aus dem Zusammenhang und argumentieren, euch wird niemand verführen, ihr seid sicher, niemand kann euch aus der Hand des guten Hirten reißen.
Wozu die Waffenrüstung Gottes, wozu wachsam sein, wozu die Warnungen der Bibel beachten, wir haben doch diese wunderbaren Zusagen oder nicht? Stimmt, wir haben diese Zusagen, doch wir müssen sie auch im Zusammenhang sehen und das Versprechen, niemand wird sie auf meiner Hand reißen, gab Jesus seinen Nachfolgern, also denen die auf sein Wort hören und somit auch die Warnungen ernst nehmen. Denken wir an den Bericht, als Jesus von Satan versucht wurde, da lesen wir, dass der Teufel ihn auf die Zinne der Tempels führte und sprach: „Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab! Denn es steht geschrieben: "Er wird seinen Engeln über dir befehlen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stößt" (Mt 4,6). Hier zitiert Satan Psalm 91, Vers 11 und die Frage ist: Warum hat Jesus sich nicht aufgrund der genannten Verheißung von diesen Turm gestürzt? Ganz einfach, weil es bedeutet hätte, Gott zu versuchen (vgl. Mt 4,7) und wenn wir alle Mahnungen bezüglich der endzeitlichen Verführung ignorieren, und uns einreden, einem Gläubigen kann das nicht schaden, dann versuchen wir Gott. Es ist, als würden wir sagen, ob die Bremsen bei meinem Auto funktionieren oder nicht, ist völlig egal, der Herr hat versprochen, auf mich aufzupassen. Oder wie ist es wenn ich in einem brennenden Gebäude bin und alle anderen ängstlich und panisch Richtung Notausgang rennen, lehne ich mich als Christ dann einfach entspannt zurück und warte bis mich die Engel Gottes aus den Flammen retten? Die Frage ist, wozu hat Gott mir einen Verstand gegeben?

Es sollte uns doch einleuchten, die Dinge die wir tun können, die Vorsichtsmaßnahmen die wir selbst ergreifen können, die müssen wir ergreifen. Obwohl ich Christ bin und darauf vertraue, dass Gott über meinem Leben wacht, schnalle ich mich beim Autofahren an, verschließe meine Haustür und behalte die Geheimzahl meiner EC-Karte für mich. Übertragend auf den geistlichen Bereich, bedeutet es, wir sind aufgefordert zu wachen und zu beten, wir sind aufgefordert uns vor falscher Lehre zu hüten, wir sind aufgefordert die ganze Waffenrüstung Gottes anzulegen, um gegen die listigen Anläufe des Teufels bestehen zu können, das ist unser Part, den wird uns Gott nicht abnehmen. Wenn wir das nicht berücksichtigen, haben wir kein Recht, uns auf Gottes Verheißungen zu stützen. Das was in unserer Macht steht, haben wir zu tun, das was darüber hinaus geht, wird Gott übernehmen. Wozu sonst, hätte er uns wohl sein Wort gegeben, wenn es völlig belanglos wäre, ob wir uns daran halten oder es ignorieren?
Nur noch ein Beispiel, was mache ich, wenn jemand mein Haus in Brand stecken will, sage ich mir etwa, kein Problem, ich habe ja eine Gebäudebrandschutzversicherung. Hole ich mir vielleicht eine Packung Chips und eine Cola, setzt mich ganz entspannt in meinen Garten, und schaue mir selenruhig an, wie mein Haus in Flammen aufgeht oder gieße ich womöglich noch Benzin ins Feuer?
Es ist wohl kaum anzunehmen, dass meine Versicherung in diesem Fall für den Schaden aufkommen würde. Doch so logisch dies im natürlichen Bereich ist, so müssen wir es im übertagenden Sinn auch auf den geistlichen Bereich anwenden.

Darum wiederhole ich es noch einmal, wir müssen uns vor dem Sauerteig falscher Lehre in Acht nehmen und die Warnung, dass solche verderbliche Lehre, wie Krebs um sich fressen wird, ernst nehmen. Paulus schreibt, diesbezüglich von Irrlehren, die von der Wahrheit abgeirrt sind und berichtet dann weiter, dass diese Leute den Glauben mancher zerstören würden.
Unter diesem Geschichtspunkt müssen wir die betrachten, die ein anderes Evangelium und einen anderen Christus verkündigen. Auch wenn es die meisten nicht wahr haben wollen, durch falsche Lehrer wird der Glaube vieler zerstört. Natürlich kommen sie sympathisch rüber, natürlich klingt alles was sie sagen sehr fromm und sehr schön, aber das macht die Sache umso gefährlicher. Während die Bibel sagt: „Wachet und betet“ (Mt 26,41), wirkt ihre Predigt wie ein Schlafmittel und weil dieses seichte, oberflächliche Evangelium so weit verbreitet ist, sind die Gläubigen unsere Tage, förmlich von einem Nebel der Verblendung umgeben. Niemand hat mehr irgendwelche Bedenken, alle sind ganz entspannt und lieben diese wohlklingenden Worte, diese wunderbaren Versprechen, die im Namen Gottes gemacht werden. Da ist nie die Rede von Selbstverleugnung, nein da geht es um Selbstliebe und Selbstverwirklichung und um ein schönes, angenehmes Leben. Es geht um positives Denken und es wird behauptet, man müsse seine Wünsche nur in Existenz sprechen.

Erinnert uns das nicht an die Aufforderung: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine zu Broten werden (Mt 4,3).
Sicher hätte doch Jesus, als der Sohn Gottes, die Macht gehabt, Steine in Brot zu verwandeln, doch warum machte er davon keinen Gebrauch, warum ging er nicht auf den Vorschlag Satans ein?
Ganz einfach weil sein Gehorsam gegenüber dem Vater jeden Gehorsam gegenüber dessen Widersache ausschloss. Wer sich Gott unterwirft, kann nicht auf die vorlockenden Verführungsangebote Satans hören. Satan hat immer eine schnelle Lösung, es gibt immer eine Abkürzung indem er suggeriert, Christen müssen nicht durch Krankheit oder durch sonstige Schwierigkeiten und so versprechen falsche Lehrer ein Wohlstandsevangelium, das in den Ohren der Zuhörer natürlich viel angenehmer klingt und zu großer Beliebtheit führt. Sie versprechen Geld, Macht und Gesundheit, doch wo finden wir im Neuen Testament auch nur eine Stelle, in der berichtet wird, dass Jesus oder die Apostel, den Gläubigen irdischen Reichtum versprechen? Wir können noch so gründlich suchen, wir werden diese Lehre bei ihnen nicht finden, wo wir sie jedoch antreffen, ist bei der Versuchung des Herrn. Als Satan ihm alle Reiche dieser Welt, in all ihrer Herrlichkeit gezeigt hat und ihm versprach: „Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest“ (Mt 4,9).

Sollte uns immer noch nicht bewusst sein, welcher Geist hinter dem Wohlstandsevangelium steckt, dann sollten wir wieder neu verinnerlichen, was die Schrift zum Thema „irdischer Reichtum“ zu sagen hat, denn da steht geschrieben: Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis (Tim 6,8-9; vgl. 1.Kor 4,8-12).
Jesus hat vor falschen Lehrern und falschen Propheten gewarnt und er gab uns ein Erkennungsmerkmal, nach dem wir sie beurteilen können. Es geht um „beurteilen“ nicht um „verurteilen“, verurteilen kann nur der Richter und das ist Gott. Nur er kennt die wahren Motive des Herzens, ich kann nicht sagen, wer Verführer und wer Verführter ist, und ich will hier auch niemand an den Pranger stellen, um mit Steinen zu werfen, aber ich will mich an das halten, was Jesus sagte. Er hat an keiner Stelle dazu aufgefordert, jedem der in seinem Namen kommen würde, blind zu vertrauen, sondern fordert uns in seinem Wort dazu auf, die Geister zu prüfen (vgl. 1.Joh 4,1). Dabei gilt es zu beurteilen, welcher Geist hinter einer Lehre steckt. Das Prüfkriterium, das Jesus uns dazu gegeben hat, ist die Frucht. Welche Frucht erwartet man von einem Apfelbaum? Erwarte man, dass er optisch was her macht, will man nur schöne Blätter und einen kräftigen Stamm sehen, oder legt man Wert auf die Herkunft des Baumes? Soll der Baum eine Auszeichnung oder ein Zertifikat haben? Keine Frage, gegen all das ist nichts einzuwenden, doch was würde das nützen, wenn das Wichtigste fehlen würde, was wäre der Apfelbaum ohne Äpfel? Man will doch nicht nur im Herbst die Blätter zusammenfegen, sondern Äpfel ernten.

Kommen wir zum Propheten, kommen wir zum Lehrer. Welche Frucht erwartet man von jemandem, der im Namen Gottes, als Prophet oder Lehrer, als Bischof, Pfarrer, Pastor oder Laienprediger, auftritt? Erwarten wir ein gepflegtes Äußeres und ein charmantes Auftreten? Wollen wir einen wortgewandten, rhetorisch begabten Redner? Ist ein theologischer Abschluss oder ein Abschluss an einer Bibelschule das Hauptkriterium? Ganz ehrlich, das alles ist nicht verkehrt, aber es ist nicht das Hauptkriterium, auf das es ankommt. Denn das Erste und Wichtigste das zählt, ist die Frage, ob eine Person, die im Namen des Herrn auftritt, auch wirklich das Wort des Herrn weitergibt. Das bedeutet, die Lehre muss mit der Schrift übereinstimmen. Das ist das entscheidende Prüfkriterium und das ist auch der Punkt, an dem jede falsche Lehre zu erkennen ist. Es gibt jedoch eine Voraussetzung, wir müssen mit der Schrift vertraut sein, um nicht mehr unmündig zu sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen (Eph 4,14).
Martyn Lloyd-Jones schrieb dazu: Der Teufel ist es, der Menschen benutzt, "listig ersonnenen Irrtum" zu verbreiten!... Falsche Lehrer sind im Überfluss vorhanden. Sie dürfen nicht alles für bare Münze nehmen; Sie dürfen nicht annehmen, dass, wenn ein Mensch nicht etwas haarsträubend Falsches sage, er gleich ein vortrefflicher Evangelikaler sei. Doch gerade das geschieht heutzutage; man hat kein Unterscheidungsvermögen mehr. Dies liegt daran, dass Christen nicht "bereit" sind, dass sie nicht "wachen", dass sie auf die Listigkeit und die Raffiniertheit der Strategie des Teufels nicht vorbereitet sind.33
Und im selben Buch stellt er fest, dass Umgänglichkeit als Frömmigkeit durchgeht und dass der glatte, nette, umgängliche Mann heute sehr populär ist. Weiter schreibt er: Die Wahrheit hat jedoch eine Rauheit an sich. Sehen sie sich den Apostel Paulus an, diesen Mann, der dasteht und der freimütig redet und der Häretiker als Feinde der Wahrheit anprangert. Er spricht von Männern, deren Ende Verderben, deren Gott der Bauch und deren Ehre in ihrer Schande ist (Phil 3,19) „Wie schrecklich“, sagt der moderne Mensch, „so zu reden!“ Doch so ist der Apostel Paulus. Das Problem ist, dass der Teufel uns davon überzeugt hat, dass Nettigkeit Heiligkeit wäre. Denkt daran, sagt Paulus, wie die Schlange Eva verführte (2.Kor 11,3). 34

Wir dürfen uns also nicht blenden lassen, es mag alles sehr menschenfreundlich und humanistisch klingen und man sagt, „dieser Mann ist doch höflich und nett“, doch wir dürfen das nicht mit Heiligkeit verwechseln. Entscheidend ist, ob seine Lehre mit der Schrift übereinstimmt. Das gilt es zu prüfen und dies geschieht nicht indem wir allen Dingen einfach ihren Lauf lassen. Unsere Berufung besteht nicht darin passiv zu sein und wir sind auch nicht zum Schlafen berufen. Vielmehr gilt es für den Gläubigen „den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen (vgl. 1.Tim 6,12)“, zu wachen, stark zu sein in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke (Eph 6,10) und standhaft zu bleiben. Und darüber hinaus wird uns gesagt: Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle (1.Kor 10,12).
Kommen wir noch einmal auf die Versuchung unseres Herrn zurück. Er widerstand dem Versucher, indem er die Schrift zitierte. Er zitierte das Wort Gottes, indem er sagte, „es steht geschrieben…“ und als es der Feind auch mit einem Bibelvers versuchte, sprach unser Herr: „Und wiederum steht geschrieben…!“.
Jesus konnte den Angriff des Feindes abwehren weil er mit der Schrift vertraut war. Wer sind wir, dass wir glauben, Lehre, Gebet und persönliches Bibelstudium seien zweitrangig? Die Schrift lehrt weder Pragmatismus noch Leichtgläubigkeit, wir sind, wie schon gesagt, dazu aufgefordert die Geister zu prüfen. Das ist eine Aufforderung keine optionale Möglichkeit, frei nach dem Motto, wer es ganz genau nehmen will, der kann sich ja Gedanken machen, ob eine Lehre schriftgemäß ist oder nicht und wer es lieber etwas lockerer nimmt, der lässt einfach den Dingen ihren Lauf. Wäre wirklich alles so unverbindlich und belanglos, warum warnt uns dann Gottes Wort vor Verführung? Warum lesen wir im Epheserbrief Worte wie: Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. Oder im Brief an die Kolosser, die Warnung: Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus (Eph 5,6
Kol 2,8)? Beachtet man das Textumfeld dieser beiden Verse, findet man jeweils die Aussage: Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams (Kol 2,6). Somit kann es ist doch nicht nebensächlich sein, welche Lehre jemand verbreitet. Es kann doch nicht sein, dass es nur noch Harmonie und der Wohlfühlfaktor im Vordergrund stehen, während man der Lehre kaum noch Bedeutung zumisst.

Ich kann zwar nicht abstreiten, dass bei vielen gewiss ein echtes Interesse vorhanden ist, Menschen für Christus zu gewinnen, doch wenn das Konzept von "attraktiven Gemeinde", nur auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, kann dies nicht im Sinne von Christus sein. Die Gemeinde ist sein Eigentum, er ist das Haupt der Gemeinde und daher gilt es die Gemeinde auf Grundlage seines Wortes auszurichten. Nur so kann die Gemeinde Säule und Grundfeste der Wahrheit der Wahrheit sein (vgl. 1.Tim 3,15). Mittelpunkt darf nicht der Mensch sein, Mittelpunkt kann nur Jesus selbst sein. Wenn sich die Gemeinde nicht mehr um ihn dreht, dann ist etwa gewaltig aus dem Ruder gelaufen.

Dazu abschließend eine sehr eindrückliche Illustration von Johannes Pflaum, der dieses Situation mit einem "Seenotrettungskreuzer in Seenot" vergleicht und dazu folgende Ausführung macht: Die „attraktive Gemeinde für Außenstehende“ entspringt mancherorts einem echten missionarischen Anliegen. Viele übersehen jedoch dabei die akute Gefahr, dass nicht die Welt für die Gemeinde gewonnen, dafür aber die Gemeinde zur Welt wird. Um es in einem Bild auszudrücken: Man möchte mit einem Seenotrettungskreuzer Ertrinkende retten. Die Retter finden es äußerst unangenehm, von ihrem sicheren Schiff aus in die kalte und stürmische See zu springen. Außerdem hat man die Sorge, dass die Bordwand für die Ertrinkenden ein abschreckendes Hindernis bilden könnte. So beginnt man schließlich das Schiff zu fluten. Je tiefer der Rettungskreuzer sinkt, umso leichter können die Ertrinkenden an Bord kommen — und ohne es wirklich zu merken, ist der Seenotrettungskreuzer selbst in Seenot geraten!

 

 

 

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