und

Europa wohin? I

Aufstieg oder Untergang?
Was wir aus der Geschichte Israels lernen können

 

Veröffentlicht am 09.01.2016

Was ist nur los mit unserem Land? Was ist nur los mit Europa? Einst ging von Europa eine mächtige Erweckung aus. Millionen von Menschen kamen zum rettenden Glauben an Jesus Christus und dies blieb nicht ohne Folgen. Gott segnete Europa in reichem Maße. Auch unser Land hat seine Entwicklung und seinen Fortschritt weitgehend der Bibel und dem christlichen Einfluss zu verdanken. Doch anstatt Gott die Ehre zu geben, und Ihm zu danken, schreibt man sich alle Erfolge auf die eigene Fahne. Doch nicht nur das, man kehrt Ihm sogar den Rücken zu und will nicht mehr darauf hören, was uns Sein Wort zu sagen hat. Nach und nach werden die christlichen Werte aus Gesellschaft und Politik verbannt, so als wolle man nicht den geringsten Überrest der biblischen Ethik übriglassen. Dabei geht man so intensiv und gründlich vor, dass unser Staat Ideologie über Bildung stellt. Jüngstes Beispiel dafür ist die Tatsache, dass die Gender-Ideologie so rigoros durchgezogen wird, dass man nicht einmal davor zurückschreckt, Kinder im frühesten Alter zur Unzucht anzuleiten, und sie im Rahmen dessen auch des biblischen Verständnisses von Mann und Frau beraubt.

Was wir hier sehen und erleben, erinnert sehr stark an die Geschichte Israels. Was für ein Privileg hatte doch dieses Volk. Gott hatte sie aus allen Völkern erwählt. Ausgerechnet das kleine unbedeutende Sklavenvolk, hatte ER zum Volk seines Eigentums erklärt. Nach dem ER sie mit mächtigem Arm aus der Sklaverei Ägyptens befreit hatte, gab ER ihnen Seine Gebote. Darin warnte ER sie ausdrücklich: 
Hüte dich, dass du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst, indem du seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe, nicht hältst! -  dass nicht, wenn du isst und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst und deine Rinder und deine Schafe sich vermehren und dein Silber und Gold sich mehren und alles, was du hast, sich mehrt, dass dann nicht dein Herz sich erhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausführte. Und du dann nicht in deinem Herzen sagst: Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir dieses Vermögen verschafft! (5.Mo 8,11-14+17).

Doch genau das, wovor Gott sie gewarnt hatte, trat ein. Die Israeliten wurden dem Gott ihrer Väter untreu. Immer wieder hatte ER sie gewarnt, von ihren falschen Wegen umzukehren. Immer wieder hatte ER seine Propheten gesandt, doch das Volk wollte nicht auf sie hören (vgl. Jer 26,5; 29,19; 35,15; 44,4). Einer dieser Propheten war der Prophet Jeremia, durch ihn ließ Gott dem Volk sagen: Hört das Wort des HERRN, Haus Jakob und alle Sippen des Hauses Israel! So spricht der HERR: Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und hinter dem Nichts hergelaufen und selber zu Nichts geworden sind? Und sie sagten nicht: Wo ist der HERR, der uns aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat, der uns leitete in der Wüste, im Land der Steppe und des Abgrundes, im Land der Dürre und des Dunkels, im Land, durch das niemand zieht und wo kein Mensch wohnt? Und ich brachte euch in das Gartenland, seine Frucht und sein Bestes zu essen. Und ihr kamt hin und habt mein Land unrein gemacht, und mein Erbteil habt ihr zum Gräuel gemacht. Die Priester sagten nicht: Wo ist der HERR? Und die das Gesetz handhabten, kannten mich nicht, und die Hirten haben mit mir gebrochen (Jer 2, 1-9). 

Hier sehen wir, wie treulos sich die Israeliten gegenüber Gott verhielten. Nachdem Er ihnen Ruhe vor ihren Feinden verschafft hatte, und sich ihr Wohlstand gemehrt hatte, entfernten sie sich, von Generation zu Generation, immer weiter von dem Gott ihrer Väter, dem sie all dies zu verdanken hatten. Irgendwann sahen sie in all den Segnungen Gottes, eine Selbstverständlichkeit, bis sie Ihm schließlich mehrheitlich den Rücken zukehrten, und sich einbildeten, ihr Wohlstand sei ihr eigener Verdienst.

Weil sich, wie schon gesagt, in Deutschland und Europa, momentan dieselbe Geschichte wiederholt, möchte ich in diesem Beitrag das Fehlverhalten Israels, mit dem Versagen unserer Kultur vergleichen und dadurch aufzeigen, wie Gott darüber denkt, und welche Konsequenzen laut Seinem Wort zu erwarten sind. Womöglich fragt sich jetzt mancher Leser: „Was hat die Geschichte Israels mit der von Europa zu tun?“ Oder vielleicht kommt der Einwand, Jeremia sei nur beauftragt gewesen, zum Volk Israel zu reden. Doch wer so denkt, der beachte bitte die Berufung Jeremias: Und das Wort des HERRN geschah zu mir so: Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Nationen habe ich dich eingesetzt (Jer 1,5).
Wie dieser Vers deutlich macht, war Jeremia nicht nur zum Propheten Israels berufen worden, sondern war zum Propheten für die Nationen eingesetzt 
Kommen wir damit zurück zur Frage, welche Schlüsse wir aus der Geschichte Israels ziehen können, bzw. mit welchen Konsequenzen für Deutschland und Europa zu rechnen ist. Wenn man dieser Frage nachgeht, findet man im Prophetenbuch ein Gleichnis, das uns eine sehr aufschlussreiche Antwort, und zwar ist es das Gleichnis vom Töpfer.
Gott hatte Jeremia dazu angewiesen, in das Haus eines Töpfers zu gehen, um diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen. Dabei konnte der Prophet folgendes beobachten: Immer wenn dem Töpfer ein Gefäß missriet, fing dieser von neuem an, und machte daraus ein anderes Gefäß, so wie es ihm gefiel. Anhand dieses eindrücklichen Beispiels verdeutlichte der HERR, dass ER Sein Volk so formen kann, wie es in Seinen Augen richtig ist. Die damit verbundene Aussage, die folgendermaßen lautet, trifft genau unsere aktuelle Situation:
Kann ich mit euch nicht genauso umgehen wie dieser Töpfer, du Haus Israel? spricht der Herr. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel! Einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, daß ich es ausrotten, verderben und zugrunderichten will; wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, das ich über sie zu bringen gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder Königreich, daß ich es bauen und pflanzen will; wenn es aber das tut, was böse ist in meinen Augen und auf meine Stimme nicht hört, so reut mich auch das Gute, das ich mir vorgenommen hatte, ihnen zu tun. Darum sage nun den Männern Judas und den Einwohnern Jerusalems: So spricht der Herr: Siehe, ich bereite euch Unheil und ersinne einen Anschlag gegen euch. So kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten! (Jer 18, 6-11).
Sollte immer noch jemand der Meinung sein, diese Worte Jeremias hätten uns nichts zu sagen, weil sie ausschließlich an das Volk Israel gerichtet seien, der möge beachten, dass auf die direkte Anrede an Israel, eine allgemeingültige Aussage über Gottes Umgang mit allen Völkern folgt. Dabei wird uns ein geistliches Prinzip vor Augen geführt, das uns einen Einblick in Gottes Handeln gewährt. Gott sagt hier klar und deutlich: Einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, daß ich es ausrotten, verderben und zugrunderichten will; wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, das ich über sie zu bringen gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder Königreich, daß ich es bauen und pflanzen will; wenn es aber das tut, was böse ist in meinen Augen und auf meine Stimme nicht hört, so reut mich auch das Gute, das ich mir vorgenommen hatte, ihnen zu tun.
Wir sehen also, dass der Gehorsam gegenüber Gottes Wort, mit Segen verbunden ist, während Ungehorsam, immer negative Folgen hat. Doch wenn Gott im Fall von Ungehorsam mit Gericht droht, geschieht dies immer mit einer ganz bestimmten Absicht, und die lautet: So kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten!

Doch wie war die Reaktion, der Israeliten? Hat das Volk auf Jeremia gehört? Sind sie von ihren falschen Wegen umgekehrt? Leider nein, das Gegenteil war der Fall, ihre Antwort lautete: „Daraus wird nichts, denn nach unseren Ratschlägen wollen wir wandeln und wollen jeder nach der Verstocktheit seines bösen Herzens handeln!“ (Jer 18,12).
Aber damit nicht genug, ihre Weigerung, auf Gott zu hören, ging sogar so weit, dass sich ihre Aggression gegen den Boten Gottes richtete; denn sie sprachen: »Kommt, laßt uns gegen Jeremia Anschläge ersinnen! Denn es wird weder das Gesetz dem Priester, noch der Rat dem Weisen, noch das Wort dem Propheten verlorengehen. Kommt, laßt uns ihn mit der Zunge niederschlagen, und laßt uns auf keines seiner Worte achten!« (Jer 18,18).
Hier sehen wir, dass sie sogar Mordanschläge gegen denjenigen planten, der sie vor Gottes Gericht warnen wollte. Sie konnten niemanden ertragen, der ihnen ins Gewissen redete, und hörten lieber auf solche, die sie in ihrem falschen Lebensstil bestätigten. Das waren Männer, die sich als Diener Gottes ausgaben, doch in Wahrheit redeten sie dem Volk nur nach dem Mund. Doch auch davor hatte Gott sie deutlich gewarnt, indem ER ihnen durch Jeremia sagen lies: Bei den Propheten zu Jerusalem sehe ich Gräuel, wie sie ehebrechen und mit Lügen umgehen und die Boshaften stärken, auf dass sich ja niemand bekehre von seiner Bosheit. Sie sind alle vor mir gleichwie Sodom und die Bürger Jerusalems wie Gomorra. Darum spricht der HERR Zebaoth über die Propheten: Siehe, ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken; denn von den Propheten Jerusalems geht das ruchlose Wesen aus ins ganze Land. So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen (Jer 23,14-17; vlg. 14,13-14; 26,7-11; Kla 4,6).

Ist das nicht eine erschütternde Aussage? - Der Werteverfall innerhalb Israels war so drastisch, dass Gott Sein Volk, Sodom und Gomorra gleichstellen musste. Doch wir können nicht mit dem Finger auf Israel zeigen, sondern müssen mit Entsetzen feststellen, dass die Situation im einstigen christlichen Abendland, um kein Haar besser ist. Auch wir haben einen solch drastischen Werteverfall hinter uns, dass wir nicht besser sind, als Sodom und Gomorra. Man feiert "Loveparade" und "Christopher Street Day" und rühmt sich auch noch dieser Offenheit gegenüber jeglicher Art von Perversion. Vielen von denen, die davon sprechen, dass wir unsere Werte verteidigen müssen, geht es um Werte, die ein Tiefschlag gegen alles sind, was Gott heilig ist. Die Werte, für die es in ihren Augen einzustehen gilt, sind in den reinen Augen des heiligen Gottes eine solch abscheuliche Sünde, dass die Städte Sodom und Gomorra dafür zu Schutt und Asche vernichtet wurden. Und dies war, wie die Schrift sagt, ein warnendes Beispiel für jene, die zukünftig gottlos leben würden (vgl. 2.Pt 2,6; Jud 7). Doch wenn es in unseren Tagen jemand wagt, Sünde als Sünde zu bezeichnen, und in diesem Zusammenhang auch noch vor Gottes Gericht warnt, dann passiert dasselbe, wie damals beim Propheten Jeremia, es bringt die Leute nicht zur Einsicht, sondern zur Weißglut. In unserem Land, das sich vor allem seiner Toleranz rühmt, ist man nur gegenüber der Sünde tolerant, von den Geboten Gottes hingegen, und unserer moralischen Verpflichtung IHM gegenüber, will man nichts mehr wissen. Und bei all dem, wimmelt es nur so, vor falschen Propheten, die denen, die das Wort Gottes verachten, göttlichen Segen zusichern. Ja, selbst Homosexuelle werden kirchlich getraut, oder stehen sogar auf den Kanzeln dieser verdorbenen Kirche. Einer Kirche, die für jene, die sich in der Verstocktheit ihres Herzens über Gottes Gebote hinwegsetzen, keine andere Botschaft hat, als nur zu sagen: „Ihr seid wertvoll, Gott liebt euch, Gott hat einen Plan für euer Leben, Gott braucht euch in Seinem Team…“.

 

Doch mit dem Thema "Sünde", konfrontieren diese falschen Propheten niemanden. Ebenso wenig mit der Warnung, vor dem Zorn Gottes, dem kein Mensch entgehen wird, der nicht am Kreuz von Golgatha Zuflucht sucht. Aber davon ist natürlich nie die Rede, denn ein Gott, der Gericht übt, so wird von ihnen gelehrt, sei eine längst überholte, mittelalterliche Ansicht. Heute kennt man nur noch den lieben Gott, der alles toleriert und alles gut findet. Natürlich ist es wahr, dass Gott uns Menschen liebt, wir sind ja Seine Geschöpfe, doch es ist ebenso wahr, dass Gott Sünde hasst. Er hasst und verabscheut Sünde so sehr, dass nichts anderes, als das vollkommene Opfer, das Jesus am Kreuz vollbracht hat, Seinen Zorn stillen kann. Auf Golgatha musste der Sohn Gottes die Gottverlassenheit ertragen, weil das Gericht unserer Sünden über Ihn ausgegossen wurde.
Er, der Gerechte, starb an unserer statt. Stellen wir uns die Szene dort am Kreuz einmal vor, denken wir an die Soldaten, die Ihn verspotteten, die Ihn bespuckten, die Ihn auspeitschten, die Ihn ans Kreuz nagelten. All das, lies Jesus über sich ergehen, doch Er tat es nicht, weil Gott uns in Seinem Team braucht, sondern weil wir Ihn brauchen. Er musste diesen schrecklichen, qualvollen Kreuzestod nicht erdulden, weil wir so toll sind, sondern: Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten (Jes 53,5).

Und wenn wir nun noch einmal zu der Szene am Kreuz zurückgehen, sehen wir darin auch, wie schrecklich und abscheulich Sünde ist. Denn das Verhalten der Soldaten, ist ein eindrückliches Bild, für unsere Sünde. Wenn wir sündigen, ist es vergleichbar, mit den abscheulichen Taten der Soldaten. Jede Sünde ist so, als würden wir Jesus, dem Sohn Gottes ins Gesicht spucken, als würden wir eine Peitsche zur Hand nehmen, und Ihm Striemen zufügen. Denn unsere Sünde ist der Grund, warum Jesus ans Kreuz genagelt wurde. Wir sind also nicht besser, als die Soldaten, die diese schreckliche Tat ausgeführt haben.

Doch wie reagiert Jesus? Verflucht er sie von Kreuz herab? Nein, Seine Reaktion ist eine andere, er betet für sie mit den Worten: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! (Lk 23,34). So ist Jesus, das ist das Wesen Gottes, Er ist bereit zu vergeben. Doch die Voraussetzung ist, dass wir auf Sein Wort hören, und uns entschieden von unserem sündigen Leben abwenden. Die Aufforderung: So kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Wege und eure Taten!“ (Jer 18,11), kommt nicht aus meinem Mund, nein es ist Gott selbst, der hier zu uns redet. Doch die Frage lautet, wie reagieren wir darauf? Machen wir weiter im alten Trott, so wie das Volk Israels in den Tagen Jeremias? Hören wir auch lieber auf jene, die uns den Himmel ohne Umkehr und Buße versprechen? Oder gehorchen wir dem Wort Gottes? Die Entscheidung liegt bei uns, jeder muss sie für sich selbst treffen.


 


 


 

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