und

9. Es steht geschrieben

Gedanken über den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums, sowie über das Kennzeichen der Gotteskindschaft

11.12.2016


Es liegt schon einige Zeit zurück, als eine Theologin in einem Rundfunkbeitrag über Christen sprach, die gerne Bibelverse zitieren würden, um ihren Argumenten mehr Nachdruck zu verleihen. Sie selbst hingegen war überzeugt, mit ihrer menschlichen Weisheit mehr zu bewirken. Obwohl sie es nicht offen aussprach, machte sie dadurch deutlich, dass sie ihre eigenen Argumente für gewichtiger hält, als das, was im Wort Gottes geschrieben steht. Doch wie kann eine Frau, die Theologie studiert hat, und anderen den christlichen Glauben vermitteln will, nur so geringschätzig über Gottes Wort denken? Offensichtlich weil sie darin gar nicht das Wort Gottes sieht, denn würde sie tatsächlich glauben, dass die Bibel das Wort Gottes ist, dann wäre diese Einstellung geradezu vermessen. Dennoch hat sie ein bedeutendes Amt in der Landeskirche und ist dabei sogar so einflussreich, dass sie ihre Weisheiten regelmäßig übers Radio verbreiten kann. Auch zur Zeit Jesu, gab es entsprechend einflussreiche, religiöse Persönlichkeiten, die zwar vorgaben, Diener Gottes zu sein, doch die trotz ihrer Schriftkenntnis und trotz all ihrer Gelehrsamkeit nicht an DEN glaubten, der von sich sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6).

Obwohl sich in Christus die Prophetien des Alten Testaments haargenau erfüllt hatten, und obwohl sie diese Schriften eifrig studierten, musste ER ihnen sagen: „Ihr erforscht die Schriften, denn ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben, und sie sind es, die von mir zeugen; und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt“ (Joh 5,39-40). Weil sie so abweisend waren, konfrontierte sie Jesus an anderer Stelle mit der Frage: „Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?“ (Joh 8,46).
Beachten wir, diese religiösen Führer haben sich so intensiv mit der Heiligen Schrift auseinandergesetzt, dass Jesus ihnen sagte: Ihr erforscht die Schriften!“. Dennoch verschlossen sie ihr Herz vor dem HERRN Jesus, und lehnten damit DEN ab, der in eben diesen Schriften von der ersten bis zu letzten Seite bezeugt und verherrlicht wird. Sie sahen in IHM nicht den versprochenen Messias, sondern im Gegenteil: Sie behaupteten, Jesus sei ein falscher Prophet, der das Volk verführen würde. Aus diesem Grund schlossen sogar jene aus der Synagoge aus (Joh 9,22),
die sich öffentlich zu Jesus als dem Gesalbten bekannten (denn genau das bedeutet Christus bzw. Messias). Jesus passte nicht in ihr religiöses Programm in dem sie das Sagen hatten. Anstatt sich an IHM zu erfreuen und IHN zu verehren, haben sie IHN aus Neid verworfen, so wie mehrfach geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden (Ps 118, 22; Mt 21,41; Lk 20,27, Apg 4,11, 1.Petr 2,7). Viele leichtgläubige Christen leben in der Illusion, heute sei es anders, sie meinen die großen geistlichen Führer unserer Tage seien anders, doch was hat sich denn, abgesehen davon, dass sie sich als Christen bezeichnen, geändert? Welcher Theologe glaubt denn noch an die Jungfrauengeburt, oder an den Schöpfungsbericht, und wer unter ihnen nimmt die moralischen Wertmaßstäbe die uns im Wort Gottes überliefert sind noch ernst? Wer unter diesen glaubt an die Auferstehung des HERRN und dran, dass allein in Seinem Namen das Heil zu finden ist? Doch wer diese Dinge leugnet, der verleugnet den HERRN Jesus, weil er sich Seiner Worte schämt. Aus diesem Grund wird sich der HERR am Tage des Gerichts auch nicht zu solchen Menschen bekennen (vgl. Mt 8,38; Lk 9,29). Sie bezeichnen sich zwar als solche, die an IHN glauben, doch ihr Verhalten macht deutlich, dass dies nur ein leeres, halbherziges Lippenbekenntnis ist.

Doch warum glauben sie nicht an die Wahrheit des Evangeliums? Warum unterscheiden sie sich bis auf die Behauptung Christen zu sein, nicht um ein Haar von den damaligen Schriftgelehrten und Pharisäern? Und warum sind sie in ihrem Gewissen so abgestumpft, dass Gottes Wort sie nicht mehr trifft? Statt sich unter das Wort zu beugen und einzugestehen, den geraden Weg verlassen zu haben, rechtfertigen sie sich, indem sie behaupten, dies sei alles nur eine Frage der Auslegung. Sie meinen, man müsse es nicht mehr so eng sehen, und behaupten, man müsse das Wort den Gegebenheiten anpassen. Doch letztlich ist dies nur die Weigerung das Zeugnis der Heiligen Schrift, als glaubwürdig anzunehmen. Sie stellen die Aussagen des HERRN Jesus infrage, sie zweifeln an der Zuverlässigkeit Seiner treuen Zeugen, die schriftlich festhielten, was sie gesehen, gehört und betastet haben, und fühlen sich dennoch dazu berufen, andere im christlichen Glauben zu unterweisen.

Wenn man dann mit solchen Leuten ins Gespräch kommt, erlebt man dasselbe, was Jesus mit den Pharisäern und Schriftgelehrten erlebt hat: Man konfrontiert sie mit der Botschaft des Evangeliums, die ganz klar besagt, dass Jesus Christus der einzige Weg zum Vater ist, dass nur in Seinem Namen das Heil zu finden ist, man belegt es mit Bibelstellen und sie erklären einem mehr oder weniger, dass diese Ansichten überholt seien. Aber nicht nur das, manche sehen in der Eigenschaft dem Wort Gottes zu vertrauen sogar eine Gefahr, und halten jene, die sich noch an das geschriebene Wort halten für gefährliche Fundamentalisten. So gibt es beispielsweise Religionslehrer, die ihre Schüler vor fundamentalen Christen warnen, und im Religionsunterricht Filme zeigen, in denen bibeltreue Christen als Gefahr dargestellt werden. Sie warnen nicht vor fundamentalistischen Islamisten, nein, sie warnen vor fundamentalen Christen. Wie himmelweit groß der Unterschied zwischen fundamentalen Christen und fundamentalen Islamisten ist, kann übrigens im Beitrag "Religiöser Fundamentalismus" nachgelesen werden. 

Doch kommen wir wieder zurück zur Ausgangsfrage: Wie kann es sein, dass Menschen, die vorgeben Diener Gottes zu sein, gegenüber der Wahrheit des Evangeliums so resistent sind? Wie kann es sein, dass Leute, die sich so intensiv mit Bibel befassen, DEN abweisen, um dessen Werk und dessen Person, es darin von der ersten bis zur letzten Seite geht? Die Heilige Schrift zeugt von Jesus Christus, sie stellt IHN uns als den Sohn Gottes vor, der die Herrlichkeit beim Vater verlassen hat, der Mensch wurde, so wie geschrieben steht: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit (1.Tim 3,16). Wie kann man diese Schrift studieren und zu dem Ergebnis kommen, Jesus Christus sei nur ein x-beliebiger Religionsstifter, oder einfach nur ein Prophet, ein Lehrer, eben einer von vielen, anstatt in IHM den einzigartigen Sohn Gottes zu sehen? Warum lehnen solche Menschen den wahren Christus, so wir ER uns in der Heiligen Schrift offenbart wird ab, und tauschen IHN ein, gegen einen politisch korrekten Pseudo-Christus?

Nun, es ist derselbe Grund warum IHN damals die Pharisäer und Schriftgelehrten ablehnten. Dabei hatten sie sogar das Vorrecht, Jesus persönlich zu kennen. Leibhaftig stand ER vor ihnen, um ihnen die Wahrheit zu bezeugen, und doch musste ER sie fragen: „Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?“ (Joh 8,46). Genau an dieser Stelle finden wir auch die Antwort, auf die eben gestellte Frage nach dem „Warum“. Es ist Jesus selbst, der uns diese Antwort gibt, indem ER diesen religiösen Führern erklärte: „Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid“ (Joh 8,47; vlg. Mt 16,17).

Hier haben wir also die Erklärung, warum so viele religiöse Menschen unserer Tage dem Zeugnis der Heiligen Schrift nicht uneingeschränkt glauben: Sie sind nicht aus Gott, das heißt, sie sind nicht wiedergeboren. Denn wären sie aus Gott geboren, dann würden sie das Wort Gottes nicht infrage stellen, sondern sie würden es lieben. Wären sie von oben geboren, hätten sie den Geist der Wahrheit empfangen. Sie würden auf den hören, der durch dieses Wort zu uns redet, sie würden Seine Stimme darin wahrnehmen und in der Bibel das unvergängliche, zuverlässige Wort Gottes sehen (vgl. Joh 18,37). Der Geist Gottes in ihnen würde ihrem Herzen das Wort Gottes großmachen, so dass sie wie einst der Psalmist sagen könnten: „Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit währt ewig“ (Ps 119,160). Doch dies nicht etwa nur so gedankenlos daher gesagt, sondern in dem Bewusstsein, dass die Summe des Wortes nur dann wahr sein kann, wenn jedes einzelne Buch, jedes einzelne Kapitel, jeder einzelne Vers des göttlich inspirierten Wortes wahr ist. Nicht mehr und nicht weniger ist das Merkmal eines echten Christen. Er ist überzeugt, dass Gottes Wort, so wie es uns in der Bibel überliefert ist, frei von jeglichem Irrtum und jeglicher Lüge ist, denn er weiß, dass Gott nicht lügen kann (vgl. Tit 1,2).

Wäre die Heilige Schrift nur eine Mischung aus Menschenwort und Gotteswort, dann wäre es ein Gemisch aus Lüge und Wahrheit, doch wie sollte es dann in Summe Wahrheit sein? Und wie sollte dieses Wort dann Richter über unsere Gedanken und Sinne sein, wenn es nicht über uns stünde, sondern wir über dem Wort, so dass nicht das Wort dem Menschen lehrt, was Richtig und Falsch ist, was Wahrheit und Lüge ist, sondern dass es der Mensch wäre, der dies zu entscheiden hätte. Doch genau dies geschieht überall da, wo die Bibel als Maßstab des Glaubens verworfen wird, überall da ist nicht Christus das Haupt, sondern der Mensch. Doch wo immer so gehandelt wird, es hat nichts mit dem Glauben zu tun, der uns in der Bibel überliefert wurde, denn für wahre Gläubige war seit eh und je klar, dass es sich bei der Heiligen Schrift nicht um fehlbares Menschenwort, sondern um das unfehlbare Wort Gottes handelt (vgl. 1.Thess 2,13).

Für wahre Gläubige hat schon immer gezählt, was geschrieben steht, sie haben das Zeugnis der Schrift nie infrage gestellt, sondern vertrauten den Worten der Apostel, die in ihren Briefen immer wieder versichert haben, dass sie nur das niedergeschrieben haben, was sie gesehen und gehört haben (vgl. Apg 4,20, 1.Joh 1,1-3, 2.Petr 1,16). Jesus selbst hat das Wort Gottes auch niemals infrage gestellt. ER zitierte Bibelstellen, beginnend vom 1.Kapitel aus dem 1.Buch Mose, bis hin zu den Psalmen und den Propheten, und ließ dabei nie den geringsten Zweifel daran aufkommen, dass dies wahrhaftig das Wort Gottes ist. Jesus bestätigte auch den Schöpfungsbericht, der besagt: Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn (2.Mo 20,11, Mk 2,27), sowie den in unseren Tagen so umstrittenen Ehebund, bestehend aus einem Mann und einer Frau (vgl Mk 2,27, Mt 19,4). ER bestätigte auch die biblischen Berichte über die Zerstörung von Sodom und Gomorra, über die Sintflut und selbst über den Propheten Jona, der 3 Tage im Bauch eines Walfisches war (Mt 10,15: 11,23: 12,39: 16,4: 24,37; Lk 11,29: 17,27-29). Abgesehen davon erfüllte sich in Seiner Person biblische Prophetie aus den verschiedensten Büchern des Alten Testaments. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier auflisten würde, welche Bibelworte durch das erste Kommen des Herrn erfüllt wurden, doch es ist interessant die 4 Evangelien diesbezüglich zu studieren. Allein die Fülle an erfüllter Prophetie, ist schon Beweis genug, dass es sich bei der Heiligen Schrift um Gottes unfehlbares, unveränderliches Wort handelt. Und wie gesagt, Jesus hat das nie infrage gestellt, im Gegenteil, ER unterstrich dies in aller Deutlichkeit, indem ER sprach: „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist!“ (Mt 5,18).

Beachten wir auch wie gut ER selbst mit dem Wort Gottes vertraut war. Als ER in der Wüste von Satan versucht wurde, antwortete ER jeweils mit einem Bibelzitat. Dreimal wurde ER versucht, dreimal erwiderte ER: Es steht geschrieben. Genau hier an diesem Punkt setzt der Verführer seit eh und je an. Genau an diesem Punkt tobt der Kampf, und genau hier können wir prüfen, ob wir wirklich wiedergeboren sind oder nicht. Denn eines macht die Schrift deutlich, wer die Heilige Schrift nicht als Wort Gottes annimmt, der ist nicht aus Gott geboren. Denn wie bereits zitiert: „Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes“. Oder wie es Jesus an anderer Stelle sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Und wiederum sprach der HERR: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme!“ (Joh 18,37). Nur wer aus Gott geboren ist, hat den Geist der Wahrheit empfangen, wer nicht aus Gott geboren ist, dessen Leben wird vom Geist des Irrtums bestimmt (vgl. Offb 12,9, Eph 2,2). Aus diesem Grund lehnt ein natürlicher Mensch, der nicht aus Gott geboren ist, das Zeugnis der Heiligen Schrift ab. Die Schrift sagt diesbezüglich unmissverständlich: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden (1.Kor 2,14). Diese geistliche Wahrheit wird auch durch Jesu Wort über das Kommen des Heiligen Geist unterstrichen. Als ER den Geist der Wahrheit angekündigt hat, sagte ER, dass die Welt IHN nicht empfangen kann (vgl. Joh 14,16).

Dass bei diesem geistlichen Prinzip, selbst die religiöse Welt mitinbegriffen ist, hat bereits das Beispiel mit den Pharisäern und Schriftgelehrten gezeigt, die Jesus ablehnt haben (vgl. Joh 3,3). Auch wenn sie einen frommen Anstrich hatten, sie waren von der Welt (vgl. 1.Joh 4,5). Jesus führte ihre ablehnende Haltung darauf zurück, dass sie nicht aus Gott waren. Womit deutlich wird, dass sie nicht wiedergeboren waren (vgl. Joh 8,47: 10,27: 3,3-6). Im Gegensatz dazu ist jeder Mensch, der Jesus wirklich als seinen HERRN und Erlöser angenommen hat, aus Gott (vgl. Joh 1,12-13). Das heißt, er ist aus Gott geboren, er ist eine neue Schöpfung, er hat ein neues Herz bekommen in dem der Geist der Wahrheit eingezogen ist. Jesus hat Seinen Jüngern das Kommen Seines Geistes mit folgenden Worten angekündigt: Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, daß er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein (Joh 14,15-17). Das heißt jeder wahre Gläubige hat den Heiligen Geist bleibend in sich (vgl. 2.Joh 2). Dies geschieht nicht durch eine sogenannte zweite Erfahrung, sondern bei der Wiedergeburt. Entgegen der charismatischen Behauptung gibt es nicht einen wahren Christen ohne den Heiligen Geist, denn wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Und wiederum werden nur jene als Kinder Gottes bezeichnet, die vom Geist geleitet werden (vgl. Röm 8,9 :14).

Doch wie leitet der Geist? Geschieht es durch Direkteingabe, bekommt der Gläubige neue Offenbarungen, neue Visionen? Nun, wer die Bibel ernst nimmt, der hält daran fest, dass der Glaube den Heiligen ein für alle Mal überliefert wurde (Jud 3). Ich bin auf dieses Thema im Beitrag „Ein für alle Mal“ sehr intensiv eingegangen, daher möchte ich es an dieser Stelle nicht noch einmal ausführen, sondern nur betonen, dass die Heilige Schrift die vollkommene, abgeschlossene Selbstoffenbarung Gottes ist. Die Schrift ist allgenügsam, ihr ist absolut nichts hinzuzufügen, im Gegenteil, wir werden ausdrücklich davor gewarnt, dies zu tun. Der Heilige Geist leitet die Gläubigen also nicht durch Träume und Visionen, sondern durch das geschriebene Wort Gottes. Daher ist es auch so entscheidend, dass wir alles anhand dessen prüfen, was geschrieben steht. Wer den biblischen Maßstab verwirft, baut seinen Glauben auf den Sand von vergänglichen Menschenweisheiten. Allein das Wort deckt unmissverständlich auf, welche Lehre vom Geist der Wahrheit stammt, und hinter welcher Lehre der Geist des Irrtums steckt. Nur wird es jenen, die das Wort nicht ernst nehmen nichts nützen, profitieren können nur jene, die dem Wort Gottes vertrauen. Und dieses Vertrauen zeigt sich darin, dass sie sich daranhalten, indem es ihres Fußes Leuchte und ein Licht auf ihrem Weg ist. Voraussetzung dafür ist, dass wir mit dem Wort Gottes vertraut sind, dass wir uns Zeit fürs persönliche Bibelstudium nehmen, dass wir darüber nachsinnen und es in unserem Herz bewegen. Nur wenn wir wirklich damit vertraut sind, werden wir es in den entscheidenden Situationen parat haben. Beachten wir, als Jesus in der Wüste von Satan versucht wurde, sprach ER nicht: „Halt, ich muss mir erst mal die Schriftrollen holen, um nach der passenden Antwort zu suchen!“. Nein, ER konnte die Schrift frei zitieren, weil ER das Wort im Herzen hatte. Auch wir haben im Alltag nicht immer die Möglichkeit erst einmal in der Bibel herumzublättern, ehe wir eine Entscheidung treffen oder eine bestimmte Frage beantworten können. Bei all dem sollten wir uns fragen, wer unsere Ratgeber sind. Sind es die Gottlosen (vgl. Hi 22,18, Ps 1,1) oder ist es das unveränderliche Wort Gottes? (vgl. Ps 119,24).

Denn wie gesagt, die Leitung des Heiligen Geistes geschieht durch das Wort Gottes. So wie es auch Jesus, angekündigt hat, als ER sagte: Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,26). Erinnert kann man aber nur an etwas werden, das man schon einmal gehört hat, an Bibelstellen, die wir nie gelesen haben, kann uns der Geist Gottes nicht erinnern. Doch der Dienst des Heiligen Geistes besteht nicht nur darin, uns die Schrift ins Gedächtnis zu rufen, sondern auch darin, uns das richtige Verständnis dafür zu geben, damit wir das Wort auf unser Leben anwenden können. Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass wir unser persönliches Bibelstudium nicht vernachlässigen, denn Christen sind nicht nur wiedergeboren durch das unvergängliche lebendige Wort, sondern sie werden auch durch die gesunde Lehre genährt. Im Beitrag „Hütet euch vor falscher Lehre“ ging es schwerpunktmäßig darum, dass wir falsche geistliche Nahrung meiden müssen. Übertragen auf den natürlichen Bereich ist uns allen klar, dass es auf Dauer nicht gut gehen kann, wenn wir uns ständig von verdorbenen Lebensmitteln ernähren. Doch ebenso ist es auch einleuchtend, dass dies nicht ausreicht um zu überleben. Denn wer nur schädliche Lebensmittel meidet, aber es versäumt genießbare Nahrung zu sich zu nehmen, der wird zwar nicht an einer Lebensmittelvergiftung sterben, doch dafür wird er verhungern. Ebenso ist es auch im geistlichen Bereich entscheidend, dass wir uns nähren durch die gesunde Lehre, damit unser geistlicher Mensch nicht verhungert (vgl. 1.Tim 4,6).

Es ist wichtig, dass wir uns beständig von der gesunden Lehre nähren, dass auch auf uns zutrifft, was über die erste Gemeinde berichtet wird: Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel (Apg 2,42). Denn diese Lehre der Apostel wurde auch uns überliefert, und sie ist auch der Gradmesser, ob unser Glaube echt ist oder nicht. Johannes schreibt dazu: Wir sind aus Gott; wer Gott erkennt, hört uns; wer nicht aus Gott ist, hört uns nicht. Hieraus erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums (1.Joh 4,6). Mit anderen Worten: Wer wirklich wiedergeboren ist, der hört auf das, was die Apostel lehren, er nimmt das Wort Gottes an und bleibt in dieser Lehre. Im Gegensatz dazu heißt es über jene, die nicht in der Lehre der Apostel bleiben: Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn (2.Joh 9). Doch was sind das für Menschen, die nicht in der gesunden Lehre der Schrift bleiben, sondern weitergehen indem sie sich darüber hinwegsetzen? Waren sie wirklich je wiedergeboren, haben sie jemals wirklich zum unsichtbaren Leib der Gemeinde gehört? Zählten sie wirklich jemals zu der Schar über die gesagt wird: Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, ob wir Juden sind oder Griechen, Knechte oder Freie, und wir sind alle getränkt worden zu einem Geist (1.Kor 12,13)?

Nein, in Wahrheit haben sie nie wirklich dazugehört, denn hätten sie je dazugezählt, müsste ihnen Jesus am Tage des Gerichts nicht bekennen, sie nie gekannt zu haben. Sie haben wohl behauptet, dass sie sehr viel für den HERRN getan hätten, doch in Wahrheit dienten sie nicht IHM, sondern verfolgten nur ihre eigenen Interessen. Hätten sie IHM wirklich gedient, dann hätten sie sich niemals über Sein Wort hinweggesetzt, sondern hätten es ernst genommen. Doch weil sie das nicht für nötig hielten, bezeichnete ER sie als Gesetzlose und sprach: „Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“ (Mt 7,23). Die Aussage, sie nie gekannt zu haben, macht deutlich, dass sie nie wirklich zu den Schafen Seiner Herde gezählt haben. Dass dem so ist, zeigt auch folgende Aussage aus dem 1.Johannesbrief: Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, daß sie alle nicht von uns sind (1.Joh 2,19, vgl. Jud 19).

Auch in unseren Tagen wird offenbar, wer wirklich zum HERRN gehört, es sind jene, die an der gesunden Lehre, so wie sie uns in der Heiligen Schrift überliefert ist, festhalten (vgl. 1.Joh 2,24; 1.Kor 15,2; 1.Kol 1,12). Ebenso wird offenbar, wer die Verführer sind, es sind all jene, die weitergehen, indem sie die Heilige Schrift als Glaubensgrundlage verwerfen. Dies geschieht nicht immer offen, sondern oft auch unterschwellig, indem die Schrift verdreht wird oder biblische Begriffe mit neuem Inhalt gefüllt werden, so wie es beispielsweise bei der Emerging Church der Fall ist. Doch das Verdrehen der Schrift (2.Petr 3,16), war schon immer das klare Kennzeichen dafür, dass der Geist des Irrtums dahintersteckt. Jener, den Jesus als Vater der Lüge entlarvt hat (vgl. Joh 8,44). Er war es auch, der bereits im Garten Eden damit begonnen hat Gottes Wort infrage zu stellen und umzuinterpretieren (vgl. 1.Mo 3,1-5), und dies ist sein Handwerk seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte. Doch er tritt nie als der Böse auf, sondern verstellt sich als Engel des Lichts und ihm gleich sind auch seine Diener. Über sie steht geschrieben: Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken entsprechend sein (2.Kor 11,13-14).

Obwohl ich vor solchen Verführern nur in aller Eindringlichkeit warnen kann, bin ich überzeugt, dass der HERR in Seiner unbegreiflichen Gnade auch noch unter diesen Einige erretten wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Apostel Paulus. Ausgerechnet er, der die Gläubigen bis auf Blut verfolgte, um diesen Glauben auszurotten, wurde durch Gottes Gnade zum eifrigsten Verkündiger des Evangeliums (vgl. Apg 26,1-23). Doch es gibt auch in jüngerer Vergangenheit Beispiele dafür, dass selbst schlimmste Verführer zum rettenden Glauben finden. Eines davon ist die Bekehrung von Frau Dr. Eta Linnemann. Sie war eine bibelkritische Theologie-Professorin, doch als sie durch Gottes Gnade zum lebendigen Glauben an Jesus Christus fand, bewirkt dies eine radikale Kehrtwende in ihrem Leben. Sie durfte erkennen, dass das, was sie vorher durch ihre bibelkritische Lehre zerstören wollte, tatsächlich Gottes unfehlbare Wahrheit ist. Nachdem ihr dies bewusst wurde verwarf sie alle ihre vorherigen bibelkritischen Veröffentlichungen.1

Um noch ein letztes Merkmal der Wiedergeburt zu nennen, möchte ich einen weiteren Vers aus dem 1.Johannesbrief zitieren, und zwar ist es der erste Vers aus Kapitel 5, hier finden wir folgende Aussage: Wer glaubt, dass Jesus der Christus ist, der ist von Gott geboren; und wer den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Zu glauben, dass Jesus der Christus ist, bedeutet IHN als den zu sehen, der ER ist: Der versprochene Messias, Gottes Sohn, der wie die Schrift sagt, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist (vgl. 1.Tim 1,5). Und das weitere Merkmal ist die Bruderliebe. Jedem Wiedergeborenen geht es wie dem Schreiber des 119 Psalms, der sagte: „Ich bin der Gefährte aller, die dich fürchten, derer, die deine Vorschriften einhalten" (V 63).

Wer nicht wiedergeboren ist, der liebt jene nicht, die sich noch an das in der Heiligen Schrift überlieferte Wort halten. Vielmehr ist hier sogar oftmals das Gegenteil der Fall (vgl. 1.Joh 2,11). Ich habe diesbezüglich bereits den Religionslehrer erwähnt, der seine Schüler vor fundamentalen Christen warnt. Er unterrichtet die Klasse einer Freundin meiner Tochter, doch da es hierzu wie erwähnt sogar Filmmaterial gibt, ist davon auszugehen, dass dies kein Einzelfall ist. Trauriger weise kann man diesem Beispiel mit dem Sektenbeauftragten der sächsischen Kirche noch ein weiteres hinzufügen. Man stelle sich vor, dieser Mann fürchtet derzeit Bibelgruppen mehr als islamistischen Einfluss auf Jugendliche. Völlig unbegründet warnt er vor christlichen Bibelkreisen, obwohl von dort keinerlei Gefahr ausgeht. 2

Lassen wir uns also nicht täuschen, weder durch Selbstbetrug noch durch betrügerische Arbeiter, sondern gehen wir sicher, dass unser Glaube auf das richtige Fundament gegründet ist. Entscheidend ist immer noch das, was geschrieben steht, denn im Gegensatz zu den vergänglichen Dingen dieser Erde, bleibt das Wort des HERRN in Ewigkeit (Jes 40,8; 1.Petr 1,25). Und dies ist das Wort, das uns in der Heiligen Schrift überliefert wurde. Somit ist unser Glaube weder auf Gefühle, noch auf Fabeln gegründet, sondern auf das unveränderliche Wort dessen, der nicht lügen kann. Wenn wir Sein Wort ablehnen, und den abweisen, den ER zu uns gesandt hat, dann machen wir IHN zum Lügner. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn (1.Joh 5,10).

Auch wenn es Menschen gibt, die meinem man müsse davor warnen, die Tatsache bleibt bestehen, der wahre christliche Glaube steht auf einem festen Fundament. Denn die wahre Gemeinde ist aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst Eckstein ist (Eph 20,2). Wir haben nur Anteil an Christus und Seinem unvergänglichen Reich, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten (Hebr 3,14). Und genau dies ist unser Auftrag und unsere Berufung. Nur unter dieser Voraussetzung kommt die Gemeinde ihrer wahren Stellung nach, Säule und Grundfeste der Wahrheit zu sein (1.Tim 3,15). Nur unter dieser Voraussetzung können wir Salz und Licht sein, nur so kann unser Licht leuchten vor den Menschen, andernfalls sind wir Irrsterne, die keine echte Orientierung geben können. Aus diesem Grund lässt sich treue Nachfolge auch nicht mit faulen Kompromissen und Zugeständnissen gegenüber dem Zeitgeist vereinbaren. Wir müssen wahrnehmen, wer hinter dem Zeitgeist steckt, es ist jener, der den ganzen Erdkreis verführt und in den Söhnen des Ungehorsams wirkt (vgl. Offb 12,9, Eph 2,2). Der Gläubige hingegen ist errettet aus der Herrschaft der Finsternis (vgl Kol 1,13). Daher darf ein Christ nicht den Maßstab dieser gefallenen Welt übernehmen, sondern hat nur einen gültigen Maßstab, und das ist das unveränderliche, unfehlbare Wort Gottes. Somit gilt für jeden treuen Nachfolger, einzig und allein das, was geschrieben steht. Ein gutes Beispiel für diese Haltung finden wir in den Worten des Königs David, der beten konnte: Dein Wort war mein einziger Maßstab - auch dann, wenn andere nicht danach lebten (Ps 14,4 HFA).

Abschließend möchte ich dazu gerne einen guten Rat von J.C. Ryle weitergeben. Er hat bezüglich des Umgangs mit dem Wort Gottes, folgende Zeilen verfasst: Ihr könnt euch ganz sicher sein, dass jede Lehre, die der Prüfung anhand der Schrift nicht standhält, falsch ist. Jede Gewohnheit in eurem Leben, die der Schrift widerspricht, ist sündig und muss aufgegeben werden. Denkt daran, auf welch unterschiedliche Weise zwei Könige von Juda das Wort Gottes gelesen haben: Jojakin las es, schnitt es anschließend in Stücke und verbrannte es im Feuer (Jer 36,23). Und warum? Weil sein Herz dagegen rebellierte, und er sich entschieden hatte, dem Wort nicht zu gehorchen. Als Josia es las, zerriss er auf der Stelle seine Kleider und rief zum HERRN (2.Chr 34,19). Und warum? Weil sein Herz offen und gehorsam war. Er war bereit alles zu tun, was die Schrift ihm zeigte. Ich wünschte ihr würdet dem zweiten Beispiel folgen und nicht dem ersten! 3

Möge wir uns diesen Rat zu Herzen nehmen. Möge der HERR uns gnädig sein, dass wir diese klare Ausrichtung beibehalten, und wo nicht, dass wir uns durch Sein Wort korrigieren lassen. Der HERR möge es schenken. Amen.

 

 

Quellangabe und zugleich Beitragsempfehlungen:

1. Dr. Eta Linnemann – Eine Schülerin Bultmanns und ihre Kehrtwende

2. Michael Kotsch - Gefährliche Bibelgruppen in Sachsen?

3. J.C. Ryle  - Gedanken für junge Männer 48/49

 

 


Die komplette Beitragsreihe "Halbherzig oder kompromisslos?" bestehend aus den folgenden Kapiteln ist auch als PDF-Buch erhältlich

1. Eli, ein halbherziger Priester I  (Georg Walter)
2. Eli, ein halbherziger Priester II
3. Micha: der Prophet, der keine Kompromisse machte (Georg Walter)
4. Der Weg der faulen Kompromisse 
5. Die trügerische Weltweisheit der Hure Babylon 
6. Hütet euch vor falscher Lehre
7. Ist Gehorsam nur eine Option? 
8. Gottesfürchtiger Lebenswandel (Georg Walter)
9. Es steht geschrieben 
 
   Format A5, 96 Seiten 

 

 

Predigtempfehlungen:

 Tim Kelly - Die Gemeinde ist der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit

 Tim Kelly - Die Freimütigkeit um Gott zu bezeugen

 

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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