und

Endzeitreligion - Braut oder Hure?

Veröffentlicht am: 25.12.2015
 

Papst Franziskus hat das Jahr 2016 zu einem heiligen Jahr der Barmherzigkeit erklärt. Im Rahmen dieses, für die katholische Kirche, besonderen Jahres wurden am 3. Advents-sonntag weltweit die "Pforten der Barmherzigkeit" an allen Bischofskirchen geöffnet. Laut des Papstes sei 2016 eine besondere Zeit der Gnade und dazu gehört, man höre und staune, auch die Möglichkeit einen Ablass zu erlangen. Die Bedingungen für den Ablass bestehen in verschiedenen Übungen der Frömmigkeit, wie Beichte, Kommunionsempfang, die Abkehr von Sünde und das Gebet. Konkreter Abschluss, um in die Barmherzigkeit des Vaters einzutauchen, soll das Durchschreiten der Heiligen Pforte, in Rom oder in Ave Maria, darstellen.
Glaubt man der Bibel, ist es bei weitem nicht so aufwendig und kompliziert Sündenvergebung zu erlangen. Da heißt es lediglich: Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1.Joh 1,9).
Man muss also nicht nach Rom pilgern, um eine sogenannte „Heilige Pforte“, zu durchschreiten, sondern kann sich direkt im Gebet an Jesus Christus, den Sohn Gottes wenden. Wer dies in echter Reue und Glaubensüberzeugung tut, dem gilt die Zusage, der Sündenvergebung und der Reinigung von aller Ungerechtigkeit.

Es gab eine Zeit, in der es die Mehrheit der Evangelikalen auch so gesehen hat. Doch nicht nur das, viele Gläubige nahmen lieber den Märtyrertod auf sich, anstatt Zugeständnisse gegenüber den Lehren Roms zu machen. Aus diesem Grund sagte ein Mann wie Martyn Lloyd-Jones: Lasst mich euch sehr ernstlich warnen: wenn ihr den Lehren Roms zustimmt, verleugnet ihr das Blut der Märtyrer!
Leider stoßen solche Worte heutzutage weitgehend auf taube Ohren, denn größtenteils hat man den reformatorischen Grundsatz: Sola scriptura, sola fide, sola grati, solus Christus, verworfen. Die Richtlinie: Allein durch die Schrift, allein durch den Glauben, allein durch Gnade, allein Christus, ist nahezu bedeutungslos geworden. Blindlings schreit alles nur noch nach Einheit und Ökumene, Unterschiede werden völlig ausgeblendet, man will nur noch nach Gemeinsamkeiten Ausschau halten. Aus meiner Sicht, kann es nur einen Grund geben, warum die Evangelikalen nicht mehr zwischen gesunder und falscher Lehre unterscheiden und der besteht darin, dass viele Gemeinden bereits so weit durch falsche Lehren durchwandert sind, dass man im Gewissen schon völlig abgestumpft ist. Man könnte sagen, der Strom wird immer bereiter, aber dafür auch immer oberflächlicher.

Wenn man sich überlegt, dass der Papst nun Pilger nach Rom einlädt, damit diese, eine sogenannte "Heilige Pforte" durchschreiten, muss man sich fast schon fragen, wie lange es wohl noch dauern wird, bis wieder Ablassbriefe verkauft werden. Würden die Verfechter der großen Ökumene, ihre Bibel richtig lesen, müssten sie normalerweise bemerken, dass all diese Zeremonien, nichts mit dem wahren Christentum zu tun haben. Hier stellt sich die Frage, ob in unserer postmodernen Generation, Worte überhaupt noch eine Bedeutung haben, oder ob man einfach alles ins Beliebige deuten kann? Ich habe den Eindruck, dass das zweitgenannte der Fall ist und dass die Bezeichnung „christlich“ in unseren Tagen immer mehr zu einem dehnbaren Begriff wird, der für alles und nichts steht. Doch das hat nichts mit dem rettenden Glauben zu tun, der uns in Gottes Wort überliefert wurde. Stattdessen ist es ein religiöses System, ohne geistliches Leben, ein Glaube, über den Jesus sagen muss: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot (Offb. 3,1).

Mir ist durchaus bewusst, wer sich in unseren Tagen diesbezüglich klar positioniert, muss damit rechnen, dass man ihm Lieblosigkeit vorwirft, doch es ist eine falsch verstandene Liebe, wenn man meint, man müsse alles, was sich christlich nennt, vereinen. Selbstverständlich werden die Gläubigen an vielen Stellen, dazu aufgefordert, einander zu lieben. Dieses Thema war für die frühen christlichen Gemeinden so selbstverständlich, dass der Apostel Johannes, sagen konnte: Ich schreibe dir kein neues Gebot, sondern das, was wir gehabt haben von Anfang an -, dass wir uns untereinander lieben. Und das ist die Liebe, dass wir leben nach seinen Geboten; das ist das Gebot, wie ihr's gehört habt von Anfang an, dass ihr darin lebt (2.Joh 5-6).

Wie dieser Text deutlich macht, wird den Gläubigen im direkten Zusammenhang mit der Bruderliebe, auch aufgezeigt, wie eng diese Liebe mit Gottes Geboten verbunden ist.
 Und weil das erste dieser Gebote besagt: „Ich bin der HERR, dein Gott, Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“, macht Johannes gleich im nächsten Vers deutlich, dass echter Glaube niemals mit Religionsvermischung zu vereinbaren ist. Was er zu diesem Thema schreibt, ist sehr bemerkenswert und hilfreich, um zu wissen, wie man falsche Lehre erkennen kann und wie man sich als Christ gegenüber Verführern und Irrlehrern verhalten soll. Doch schauen wir uns nun den Text genauer an und kommen dann zur Anwendung:

Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen, dass Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist. Seht euch vor, dass ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt. Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken (2.Joh 7-11).

Wenn man sich objektiv mit diesem Bibeltext befasst, wird deutlich, dass es bereits zur Zeit des Apostel Johannes, Menschen gab, die nicht an der Überlieferung der Schrift festgehalten haben. Das waren Leute, die das Zeugnis der Apostel nicht uneingeschränkt angenommen haben, sondern sich die Freiheit herausnahmen, dem was die Augenzeugen überlieferten, etwas hinzuzufügen. Aus welchen Gründen auch immer, haben sie der schlichten Botschaft des Evangeliums etwas hinzugedichtet, indem sie ihre eigenen Ideen und Überlegungen ins Spiel brachten. Doch wer auch immer so mit dem Wort Gottes umgeht, der ist, ob er sich nun dessen bewusst ist oder nicht, ein Verführer und genau vor solchen Menschen warnt Johannes, unmittelbar nach seinem Appell zur Bruderliebe, indem er sagt: Wer darüber hinausgeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat Gott nicht; wer in dieser Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken.
Viele sind mittlerweile darüber hinausgegangen. Die Lehre, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch wurde, dass er ein gerechtes, heiliges Leben führte und als schuldloses Opferlamm, stellvertretend für uns, den Kreuzestod auf sich nahm, reicht solchen Menschen nicht aus, sie müssen dem noch etwas hinzufügen. Doch damit begehen sie denselben Fehler, wie etliche Galater, denen der Apostel Paulus sagen musste: Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen (Gal 5,4).

Heute will man das alles nicht mehr so eng sehen, unabhängig von Lehre und Haltung zum Wort Gottes, soll alles, was sich christlich nennt, vereint werden. Doch damit nicht genug, man denkt sogar noch weiter und sucht auch in den anderen Religionen nach Gemeinsamkeiten. Um dazu ein aktuelles Beispiel zu nennen, muss man gar nicht weit zurückblicken. Erst am verangenen Dienstag, hat eine evangelische Theologin in einem Rundfunkbeitrag bekundet, dass man neugierig auf die anderen Religionen sei. Hier wird deutlich, dass der Glaube anderer Religionen, als Bereicherung empfunden wird. Damit wird das als gut bezeichnet, was dem Gott der Bibel ein Gräul ist (vgl. 5.Mo 32,16-17; Jer 32,34; Hes 7,20 u. 16,36). Offensichtlich hat das 1.Gebot für diese Kirche keine Bedeutung mehr. In einem Gästebucheintrag wollte ich auf diesen Missstand hinweisen, doch dieser wurde nicht veröffentlicht. Offensichtlich passen solche Einwände nicht in die Strategie, alle Religionen vereinen zu wollen. Man ignoriert den Willen Gottes und betreibt ein religiöses System, in dem die Frage nach der Wahrheit keinen Platz mehr hat. Alles wird in einen Topf geworfen und womöglich redet man sich noch ein, dadurch das hohepriesterliche Gebet des Herrn umzusetzen. Dies ist aber ein schwerwiegender Irrtum, denn Einheit ohne Wahrheit, entspricht ganz und gar nicht dem Inhalt dieses Gebets. Allein die Worte: Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit (Joh 17,17), machen deutlich, dass es Jesus niemals um eine allgemeine religiöse Vereinigung ging, in der die Frage nach der Wahrheit nebensächlich ist. Im Gegenteil, es geht um eine herausgerufene Schar, deren Aufgabe darin besteht, die Wahrheit des Evangeliums zu bezeugen. Daher wird die wahre Gemeinde auch als die Säule und Grundfeste der Wahrheit bezeichnet (vgl. 1.Tim 3,15). Nicht zu verwechseln mit der Endzeitreligion, die für geistliche Hurerei steht und alles vereinnahmen und vermischen will. Wahrheit und Lüge, echter Glaube und falscher Glaube, gesunde Lehre und falsche Lehre, Licht und Finsternis, alles soll vermischt werden.

Die wahre Gemeinde ist mit Christus verlobt (vgl. 2.Kor 11,2), wer sich jedoch mit anderen Religionen einlässt und Götzendienst betreibt, ist Christus untreu und macht sich im geistlichen Sinne, der Hurerei schuldig. Doch Gott gibt sich damit nicht zufrieden; wer ihm angehört, für den gilt: Denn du darfst dich vor keinem andern Gott anbetend niederwerfen; denn der HERR, dessen Name "Eifersüchtig" ist, ist ein eifersüchtiger Gott (2.Mo 34,14).

Wenn Gläubige nicht wachsam sind, lassen sie sich vom falschen religiösen System der Hure blenden. Doch weil Licht und Finsternis nichts gemein haben, ist gerade an diesem Punkt, das Ausharren der Heiligen gefragt und dies besteht eben nicht darin, dass man das Wort Gottes verwirft, sondern indem man an den Geboten Gottes festhält und den Glauben an den Herrn Jesus Christus bewahrt (vgl. Offb 14,12).
Die früheren Märtyrer haben verstanden, dass der christliche Glaube nicht irgendetwas Undefinierbares ist, sondern, dass er uns in der Schrift, ein für alle Mal überliefert wurde (vgl. Jud 3). Nur weil sie bis aufs Blut für diesen Glauben eingestanden sind, ist er uns heute unverfälscht überliefert. Sie haben uns den Staffelstab übergeben, somit geht es für uns nicht darum, den Glauben neu zu erfinden oder neu zu definieren, sondern darum, diesen Glauben zu bewahren (vgl. 1.Tim 6,20). Nur so können wir den, der den ganzen Erdkreis verführt, überwinden und uns in die Schar derer einreihen, über die geschrieben steht: Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod (Offb 12,11). 
Im Wort Gottes werden alle Gläubigen zu einem Überwinderleben aufgefordert. In der Offenbarung sind diesbezüglich 8 Verheißungen zu finden (Vgl. Offb. 2,7; 2,11; 2,17; 2,26;.3,5;.3,12; 3,21, 21,7), doch von welcher Kanzel wird in unseren Tagen noch verkündigt, dass Jesus nur den Überwindern die Krone des Lebens versprochen hat? (vgl. Offb 2,10). Es ist nur noch von einer einseitigen Liebe die Rede, aber nicht mehr vom Kampf des Glaubens. Doch man kann weder Liebe von Wahrheit trennen, noch Glaube von Gehorsam und Treue und echter Glaube vereint all diese Eigenschaften. Wobei es nicht der Verdienst des Gläubigen, sondern die Kraft des Heiligen Geistes ist, die dies im Leben des Gläubigen bewirkt. Doch Geist und Wort lassen sich nicht trennen, ohne das Wort Gottes fehlt auch die Kraft des Geistes. 

Wir leben in der Endzeit und die meisten sind alles nur nicht Wachsam. Folglich triftet ein Großteil der Christenheit immer weiter vom Kurs ab, ohne es zu bemerken. Doch nicht nur das, man ist sogar so verblendet, dass man regelrecht stolz ist, auf diesen religiösen Einheitsbrei von Allianz und Ökumene, der alles zu bieten hat, nur keine gesunde Lehre. Christus wird immer mehr aus der Mitte verdrängt, doch kaum jemand nimmt es wahr. Viel zu sehr lässt man sich von äußerem Glanz und Betriebsamkeit blenden und bemerkt nicht, dass hinter der Fassade, der Inhalt fehlt. Dieser Glaube hat keine wahre Substanz, denn in dem Maße, wie man die Schrift verworfen hat, hat man auch Christus verworfen (vgl. Offb 3,14-22). Doch in 
einem religiösen System, in dem Christus keinen Platz hat, haben jene, die den Herrn wirklich lieben, auch keinen. Die Schrift fordert an diesem Punkt niemals zur Einheit, sondern ganz klar zur Trennung auf. Gott fordert sein Volk zur Absonderung auf, indem er sagt: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht (Offb 18,4-5).

Abschließend noch ein Zitat von John Mac Arthur, er sagte auf der Strange Fire Konferenz: Die Wahrheit scheidet von Natur aus die Menschen voneinander. Jesus kam, um ein Schwert zu bringen. Wahrheit, in ihrem eigentlichen Wesen, ist vom Irrtum getrennt. Es ist wichtiger aufgrund von Wahrheit getrennt zu sein, als im Irrtum vereint zu sein.




 



 

Empfehlenswert zu diesem Thema sind auch die folgenden Vorträge von Johannes Ramel. Er war katholischer Priester, doch wurde von der Kirche suspendiert weil er dem Wort Gottes den Vorrang vor einer kirchlichen Tradition gab.

 

 Ökumene auf leisen Sohlen - Franziskus

 Die endzeitliche Verführung der Gemeinde durch die Welt

 Die endzeitliche Verführung innerhalb der Gemeinde

 

Buchempfehlungen zum Thema: 

 
 
 

 


Weil ich mich schön über einen längeren Zeitraum mit diesem Thema befasst habe, sind die Beiträge hierzu bereits so umfangreich, dass sie den Umfang eines Buches angenommen haben. Um es möglichst vielen Lesern zugänglich zu machen, habe ich mich dazu entschieden, es als kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen.
Inhaltlich geht es im Wesentlichen darum, anhand von biblischen Beispielen aufzuzeigen, wie weit das heutige Christentum von dem einfachen Evangelium der Bibel entfernt ist. Die Schwerpunktthemen sind die modernden Evangelisationsmethoden und das unbiblische Streben nach Einheit um jeden Preis. Unbiblisch deshalb, weil diese Einheit nicht auf Grundlage der Wahrheit basiert, die uns in Gottes Wort offenbart wird, sondern aufgrund fauler Kompromisse und Menschengefälligkeit. Man will der Gesellschaft gefallen, statt Gott. Im letzten Teil des Buches geht es um wahre Jüngerschaft, die weder durch ein Evangelium-Light, noch durch eine falsche Ökumene ersetzt werden kann.


Das Ziel des Buches besteht nicht darin, mich über andere zu erheben oder mich gar als unfehlbaren Superchrist darzustellen, sondern darin zu einem Umdenken zu bewegen: Zurück zum biblischen Weg. Gemeinde kann nur gebaut werden, wenn wir am Wort Gottes festhalten und nicht indem es dem Zeitgeist und dem Geschmack der Zuhörer anpasst wird. Gottes Wort hat zwar für die Endzeit prophezeit, dass sich die Menschen Lehrer nach ihrem Geschmack suchen werden, doch das darf kein Vorwand für unsere Lauheit sein, sondern im Gegenteil: Umso mehr gilt er an der gesunden Lehre der Schrift festzuhalten (vgl. 2.Tim 4,3; 2.Tim 1,13).

Die Argumentation erfolgt anhand von biblischen Beispielen und der Angabe von vielen Bibelstellen, außerdem werden viele bekannte Autoren zitiert. Natürlich gilt es auch hier alles anhand der Schrift zu prüfen.

 

 

 

P

www.evangeliums-botschaft.de

Nach oben