und

Einheit über alles V

Mehrheitsbeschluss oder Treue zum Wort?


Wie am Beispiel von König Saul gesehen, kann man auch aus Negativbeispielen sehr viel Positives lernen. Das ist auch der Grund, warum sie für uns aufgezeichnet wurden, sie sind als Warnung gedacht, damit wir nicht dieselben Fehler machen. Wie schon gesagt, ein echter Freund sieht nicht einfach tatenlos zu, wie andere ins Verderben rennen, sondern hat den Mut vor der Gefahr zu warnen. Jesus war so ein Freund und er hat sich nicht verändert. Sein Wort ist voll von Beispielen, die als Warnung für uns geschrieben sind. Aus diesem Grund wollen wir uns, nachdem wir uns mit König Saul befasst haben, mit Ahab, einen weiteren König Israels ansehen. Ahab lebte etwa 873-853 vor Christus. Er war König des Nordreiches Israel und Sohn des Königs Omri.

Zu seiner Zeit war Israel bereits in das Nordreich Israel und das Südreich Juda unterteilt. Nach dem Tod Salomos 926 vor Chr. vielen die zehn nördlichen Stämme der Israeliten, von der Dynastie Davids ab und bildeten das Nordreich Israel. Nur die Stämme Juda und Benjamin, blieben treu und bildeten die gemeinsam das Reich Juda, mit der Hauptstadt Jerusalem. Ahab heiratete Isebel, die Tochter des Königs von Sidon, wahrscheinlich aus politischen Gründen. Die Ehe mit dieser heidnischen Frau war eine Übertretung von Gottes klarem Gebot: Du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne. Denn sie werden eure Söhne mir abtrünnig machen, dass sie andern Göttern dienen (5.Mo 7,3).

Ahab hielt sich nicht an diese Anweisung und so trat genau das ein, wovor Gottes Wort gewarnt hat. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass dies immer der Fall ist, wenn wir klare Gebote Gottes übertreten. In diesem Fall, hatte es zur Folge, dass Ahab durch seine heidnische Frau Isebell zum Baalsdienst verleitet wurde. Obwohl schon Könige vor ihm damit begonnen hatten andere Götter zu verehren, heißt es über Ahab: Er tat, was dem HERRN missfiel, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren.Es war noch das Geringste, dass er wandelte in der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats; er nahm sogar Isebel, die Tochter Etbaals, des Königs der Sidonier, zur Frau und ging hin und diente Baal und betete ihn an und richtete ihm einen Altar auf im Tempel Baals, den er ihm zu Samaria baute, und machte ein Bild der Aschera, sodass Ahab mehr tat, den HERRN, den Gott Israels, zu erzürnen, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.

Es gab zwar, wie bereits erwähnt, schon vor seiner Regierungszeit Götzenverehrung in Israel, doch wie die Bibel zeigt, war er derjenige, der die Verehrung fremder Götter offiziell in Israel eingeführt hat. Er ließ die Altäre des Herrn zerstören und rottete seine Propheten, bis auf 100, die der Hofmeister Obadja retten konnte, aus. Dafür trieben 450 Priester und Propheten des Baal und 400 der Aschera ihr Unwesen in Israel.
Der Herr antwortet auf die Verehrung der Fruchtbarkeitsgötter mit einer jahrelangen Dürre und Hungersnot, die der Prophet Elia angekündigt hat.
Wir kennen die Auseinandersetzung auf dem Berg Karmel, in der Elia die Priester des Baal und der Ashera herausforderte.
Gottes Wort berichtet auch, dass Ahab den Propheten Micha gehasst hat und dass er auch in Elia seinen Feind sah.

Weiter wird uns berichtet, dass Gott Ahab den Sieg über die Aramärer schenkte. Hier war Ahab aber auch ungehorsam, weil er mit Ben Hadad, dem König von Aram einen Bund schloss, anstatt an ihm den Bann zu vollstrecken.
Weiter ist über Ahab bekannt, dass er unbedingt den Weinberg von Nabot wollte. Weil Nabot diesen Weinberg unter keinen Umständen verkaufen wollte, heuerte seine Frau Isebel gewissenlose Männer an, die Nabot verleugneten und dafür sorgten, dass er unter falscher Anklage gesteinigt wurde.
Als Elia dem König dieses Verbrechen vorhielt, hat er, und das finde ich besonders erstaunlich, Buse getan. Gott sagte zu Elia: „Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir gedemütigt hat? Weil er sich nun vor mir gedemütigt hat, will ich das Unheil nicht kommen lassen zu seinen Lebzeiten, aber zu seines Sohnes Lebzeiten will ich das Unheil über sein Haus bringen“ (1.Kö 21,28).

Wäre die Lebensgeschichte Ahabs hier zu Ende, würden wir wohl annehmen, er hätte tatsächlich zum rettenden Glauben gefunden, doch wie der weitere Bibeltext zeigt, war die vorrübergehende Regung seines Gewissens, bald wieder abflacht. Was sich genau zugetragen hat, zeigt nachfolgender Bibeltext. Er beginnt damit, dass sich Joschafat, der König von Juda, mit Ahab verschwägerte, und weiter heißt es dann: Und nach Verlauf von einigen Jahren zog er zu Ahab nach Samaria hinab. Und Ahab schlachtete für ihn und für das Volk, das bei ihm war, Schafe und Rinder in Menge. Und er verleitete ihn, gegen Ramot in Gilead hinaufzuziehen. 
Und Ahab, der König von Israel, sagte zu Joschafat, dem König von Juda: Willst du mit mir nach Ramot in Gilead ziehen? Und er sprach zu ihm: Ich bin wie du, und mein Volk ist wie dein Volk. Ich ziehe mit dir in den Kampf. 
Und Joschafat sagte zum König von Israel: Befrage doch heute1 das Wort des HERRN!
Da versammelte der König von Israel die Propheten, vierhundert Mann, und er sagte zu ihnen: Sollen wir gegen Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es lassen? Sie sagten: Zieh hinauf, und Gott wird es in die Hand des Königs geben!
 
Aber Joschafat sagte: Ist hier kein Prophet des HERRN mehr, dass wir durch ihn den HERRN befragen?
Da sagte der König von Israel zu Joschafat: Einen Mann gibt es noch, durch den man den HERRN befragen könnte, aber ich hasse ihn, denn er weissagt nichts Gutes über mich, sondern immer nur Böses. Es ist Micha, der Sohn des Jimla. Joschafat aber sagte: Der König spreche nicht so!
 
Da rief der König von Israel einen Hofbeamten und sagte: Hol schnell Micha, den Sohn des Jimla!
Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron, bekleidet mit königlichen Gewändern, und sie saßen auf einem freien Platz am Toreingang von Samaria. Und alle Propheten weissagten vor ihnen.
Und Zedekia, der Sohn des Kenaana, machte sich eiserne Hörner und sagte: So spricht der HERR: Mit denen wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast.
 
Ebenso weissagten alle Propheten, indem sie sagten: Zieh hinauf nach Ramot in Gilead und führe Israel zum Sieg! Der HERR wird es in die Hand des Königs geben.
Der Bote aber, der hingegangen war, Micha zu rufen, redete zu ihm und sagte: Siehe, die Worte der Propheten sind einstimmig gut für den König. Lass doch dein Wort sein wie das Wort eines von ihnen und rede Gutes!
 
Micha aber sagte: So wahr der HERR lebt, nur was mein Gott mir sagen wird, das werde ich reden!
Und als er zum König kam, sagte der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen, oder soll ich es lassen? Da sagte er: Zieht hinauf und führt Israel zum Sieg! Und sie werden in eure Hand gegeben werden.
 
Der König aber sagte zu ihm: Wievielmal muss ich dich beschwören, dass du im Namen des HERRN nichts zu mir redest als nur Wahrheit?
Da sagte er: Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der HERR sprach: Diese haben keinen Herrn. Sie sollen in Frieden zurückkehren, jeder in sein Haus!
Da sagte der König von Israel zu Joschafat: Habe ich dir nicht gesagt, er weissagt nichts Gutes über mich, sondern nur Böses?
Und Micha sprach: Darum hört das Wort des HERRN: Ich sah den HERRN auf seinem Thron sitzen und das ganze Heer des Himmels zu seiner Rechten und zu seiner Linken stehen.
 
Und der HERR sprach: Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufzieht und bei Ramot in Gilead fällt? Und der eine sagte dies, und der andere sagte das. 
Da trat der Geist hervor und stellte sich vor den HERRN und sagte: Ich will ihn betören. Und der HERR sprach zu ihm: Womit? 
Da sagte er: Ich will ausgehen und will ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten. Und er sprach: Du sollst ihn betören und wirst es auch können. Geh aus und mach es so! 
Und nun, siehe, der HERR hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben, denn der HERR hat Unheil über dich geredet.
Da trat Zedekia, der Sohn des Kenaana, heran und schlug Micha auf die Backe und sagte: Auf welchem Weg ist denn der Geist des HERRN von mir gewichen, um mit dir zu reden?
Micha sagte: Siehe, du wirst es an jenem Tag sehen, wenn du von Zimmer zu Zimmer flüchtest, um dich zu verstecken.
Da sagte der König von Israel: Nehmt Micha und führt ihn zurück zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joasch, dem Sohn des Königs, und sagt: So spricht der König: Setzt diesen ins Gefängnis und speist ihn mit Brot der Bedrängnis und mit Wasser der Bedrängnis, bis ich in Frieden zurückkomme!
Micha aber sagte: Wenn du je in Frieden zurückkehrst, dann hat der HERR nicht durch mich geredet! Und er sprach: Hört es, ihr Völker alle!
Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, zogen hinauf nach Ramot in Gilead. Und der König von Israel sagte zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen. Du aber lege deine königlichen Kleider an! So verkleidete sich der König von Israel, und sie zogen in den Kampf.
Der König von Aram hatte aber seinen Wagenführern befohlen: Ihr sollt weder gegen einen Geringen noch gegen einen Großen kämpfen, sondern gegen den König von Israel allein!
 
Und es geschah, als die Wagenführer Joschafat sahen, da sagten sie sich: Das ist der König von Israel! Und sie umringten ihn, um ihn anzugreifen. Da schrie Joschafat um Hilfe. Und der HERR half ihm, und Gott lenkte sie von ihm ab.
Und es geschah, als die Wagenführer sahen, dass nicht er der König von Israel war, da wandten sie sich von ihm ab. Und ein Mann spannte den Bogen aufs Geratewohl und traf den König von Israel zwischen die Tragbänder des Panzers und den Panzer. Da sagte er zu seinem Wagenlenker: Wende um und bring mich aus der Schlacht heraus, denn ich bin schwer verwundet!
Und der Kampf wurde heftig an jenem Tag, und der König von Israel blieb aufrecht stehen in dem Wagen angesichts der Aramäer bis zum Abend. Und er starb zur Zeit des Sonnenuntergangs.
Und Joschafat, der König von Juda, kehrte in Frieden zurück nach Jerusalem in sein Haus. Da ging ihm der Seher Jehu, der Sohn Hananis, entgegen, und er sagte zu dem König Joschafat: Sollst du so dem Gottlosen helfen und die lieben, die den HERRN hassen? Darum ist auf dir Zorn vonseiten des HERRN.
 
Jedoch ist etwas Gutes bei dir gefunden worden. Denn du hast die Ascheren aus dem Land weggeschafft und dein Herz darauf gerichtet, Gott zu suchen (2.Chronik 18-19, 1-3)-

Anhand dieses Textes möchten wir uns mit 5 Fragen auseinandersetzen:


1. Suchen wir bei Gott nach Rat, wenn wir vor wichtigen Entscheidungen stehen? Befrag doch heute das Wort des Herrn (1.Chr 18,5).

Sind wir bereit Korrektur anzunehmen oder suchen wir nur nach einer Bestätigung, dass der Weg, den wir gehen wollen, der richtige ist?
Können wir wie David sagen: In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. (Ps 119,11) oder trifft auf uns eher der Vers zu, der auf Ahab zutreffen würde: Fern von den Gottlosen ist das Heil, denn nach deinen Ordnungen suchen sie nicht (Ps 119,155).

Hier finden wir eine sehr eindeutige Aussage über Menschen die kein Interesse an Gottes Ordnungen haben. Ohne irgendetwas zu verharmlosen oder zu beschönigen, werden sie als Gottlose bezeichnet, und weiter lehrt dieser der Text, dass das Heil fern von ihnen ist. Auch Ahab wollte nichts vom Weg Gottes wissen, was Gott über seinen Plan dachte, war für ihn nicht von Bedeutung. Er wollte lediglich eine Bestätigung, dass Gott mit ihm sei, eine Bereitschaft Korrektur anzunehmen, war leider nicht vorhanden. Sein Leben war nicht auf den Weg Gottes fokussiert, sondern auf seinen eigenen Weg. Was er wollte, was er dachte, seine Ziele waren ihm wichtig, der Plan Gottes hingegen spielte wenn überhaupt nur eine untergeordnete Rolle. Auf diesen Plan einzugehen wäre für ihn nur dann in Frage gekommen, wenn sich dieser zufällig meinen seinen eigenen Plänen überschneiden würde. Genau das ist charakteristisch für die gefallene menschliche Natur und genau das ist auch besonders symptomatisch für unsere Zeit, über die Gottes Wort bereits lange im Voraus folgende prophezeit hat:

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden (2.Tim 4,3-4).

Genau aus diesem Grund hat uns dieser Bibeltext über König Ahab sehr viel zu sagen. Man kann sagen er typisiert die typische Denkweise unserer Zeit, einer Zeit in der jeder der König seines eigenen Reiches ist. Niemand will sich drein reden lassen, jeder hat praktisch seinen eigenen Glauben und wer auch immer es wagt, irgendetwas in Frage zu stellen, wird schon als Bedrohung angesehen. Doch im Text begegnet uns nicht nur ein Sinnbild für unseren heutigen Zeitgeist, sondern auch ein treuer Diener Gottes. Wir sehen ihn in Micha, einem wahren Propheten Gottes. Er war kein Schmeichler, sondern gab völlig unparteiisch und frei von Menschenfurcht, genau das wieder, was Gott ihm aufs Herz gelegt hat. Genau das trifft auf die Bibel zu, hier ist den Gläubigen das Wort Gottes ein für allemal überliefert. Die Bibel erklärt uns Gottes Heilsplan und sie ist die einzig zuverlässige Quelle, um zu erkennen, wie Gott denkt. Wenn wir also wirklich nach Orientierung für unser Leben suchen, finden wir sie in der Bibel.

Doch kommen wir wieder zurück zu Ahab, er ist nicht nur in dem Punkt, dass er kein wahres Interesse an Gottes Wort hatte, symptomatisch für unsere Zeit, sondern auch darin, dass er nach außen hin einen gewissen Schein der Gottseligkeit wahrte (vgl. 2.Tim 3,5), somit sehen wir in ihm auch ein typisches Beispiel für einen Namenschristen. Im Gegensatz dazu sehen wir Joschafat, trotz mancher Schwächen und manchem Versagen, jemanden der echten Glauben hatte.
Im Prinzip kann man sogar sagen, dass das Reich Juda für den Gläubigen Überrest steht und das Reich Israel das abgefallene Christentum symbolisiert. Das soll jetzt nicht heißen, dass zu dieser Zeit die komplette Bevölkerung von Israel ungläubig war, während alle, die in Juda lebten, echten Glauben hatten, es gab sicher in beide Richtungen Ausnahmen. Grundsätzlich gilt es dabei zu beachten, was Paulus in Römer 2, 28-29 lehrt, wenn er durch den Geist Gottes inspiriert schreibt: Nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.

Letztlich zeigt also das, was wir im Herzen sind, wer wir wirklich sind. Wenn wir anderen nur etwas vormachen und uns nur verstellen, können wir vielleicht den ein oder anderen beeindrucken, aber Gott können wir nichts vormachen, er weiß was in unseren Herzen ist. Denn der HERR erforscht alle Herzen, und alles Streben der Gedanken kennt er (1.Chr 28, 9).

Darum sollten wir uns fragen, wie führen wir unser Leben, wie treffen wir unsere Entscheidungen? Ist es uns wichtig zu erfahren, wie Gott über bestimmte Dinge denkt oder wollen wir das lieber gar nicht so genau wissen? Ich habe vorher David erwähnt, er hat kein absolut sündenfreies Leben geführt, dennoch wird er in der Bibel als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet. In Psalm 119, 11 schreibt er, wie schon gesagt: In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.

Trifft das auf uns auch zu? Lesen wir die Bibel, um zu erfahren wie Gott denkt und wenn ja, sind wir auch bereit ein Bibelwort anzunehmen, dass uns einen Strich durch die Rechnung macht, oder akzeptierten wir nur Bibelstellen, die uns positiv zureden? Mit anderen Worten, sind uns seine Gebote genauso wichtig, wie seine Verheißungen? Sollte dies nicht der Fall sein, sage nicht ich, sondern Gottes Wort: Was hast du meine Ordnungen herzusagen und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Du hast ja die Zucht gehasst und meine Worte hinter dich geworfen (Ps 50,16-17).

Die Grundregel für unser Verhalten und die Ausrichtung unserer Handlungen lautet: Alles was ihr tut mit Worten oder Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus (Kol 3,17).
Vor wichtigen Entscheidungen sollten wir immer beten und uns immer fragen, ob wir für unser Vorhaben, um Gottes Segen bitten können. Voraussetzung hierfür ist, dass es nicht im Widerspruch mit seinem in der Bibel offenbarten Willen steht und das wir auch nicht gegen unser Gewissen handeln. Alles was im Widerspruch zu Gottes Wort ist und alles was unser Gewissen verletzt, ist Sünde.


2. Passen wir uns der Mehrheit an oder reden wir die Wahrheit?
Rede auch du gut (1.Chr 18,12-13)

Hier mal vorweg die Frage: Wie schätzen wir uns selbst ein? Würden wohl eher solche Leute auf uns zukommen, die jemanden suchen, der ihnen das erzählt, was sie hören wollen, sprich jemand wie Ahab oder sieht man in uns jemanden, der auf jeden Fall das weitergibt, was die Bibel lehrt, sei es positiv oder negativ?

Es gibt ja so etwas wie Gruppenzwang, man ist von Natur aus dazu geneigt, es mit der Mehrheit zu halten. Manchmal liegt es nur daran, dass man nicht aus der Reihe tanzen will. Es ist natürlich immer einfacher, mit dem Strom zu schwimmen, es kommt unserer Bequemlichkeit entgegen und unserem bestreben überall Anerkennung zu finden. Wer will schon gerne der Außenseiter sein, zumal wenn es darum geht, eine unpopuläre Meinung zu vertreten? Den Daumen hoch zu halten und grenzenlosen Optimismus verbreiten, kommt doch viel besser an, als den mahnenden Finger zu erheben oder kritische Bedenken zu äußern. Oftmals wird es auch so hingestellt, dass Optimismus eine positive christliche Eigenschaft sei und dass es nur darum ginge, immer positiv zu denken, doch das entspricht nicht der Bibel. Natürlich geht es auch nicht darum, generell schwarz zu sehen, dies wäre natürlich auch keine gesunde Sicht, doch es geht um die richtige Ausgewogenheit und vor allem um die Frage, worauf sich die positive Haltung begründet. Es geht darum, ob der Weg der eingeschlagen werden soll, mit dem Wort Gottes übereinstimmt oder nicht. Im Fall von Ahab war es eindeutig nicht der Fall und weil Micha ein wahrer Prophet war, hat er nicht den Sieg prophezeit und nicht, wie all die anderen, nur das geredet, was den Erwartungen der Zuhörer entsprach, sondern allein die Sicht Gottes dargelegt.

Die Mehrheit kann also nie der Maßstab für ein christliches Leben sein. Selbst wenn die Mehrheit derer, die sich als Christen bezeichnen, einen gewissen Standpunkt vertritt, ist das kein Beleg dafür, dass es wirklich dem Willen Gottes entspricht. Oft leben wir in der falschen Annahme, dass die Mehrheit Recht hat. Je mehr Leute einer bestimmten Lehre zustimmen, je wahrscheinlicher muss sie wahr sein. Wie der Bibeltext uns zeigt, ist dies ein Trugschluss, 400 Propheten versicherten dem König, dass Gott mit ihm sei und nur ein einziger sagte die Wahrheit, nur einer verkündigte wirklich Gottes Ratschluss.
Wir sehen also, dass die falschen Propheten eindeutig in der Überzahl waren und müssen, wie es Georg Walter treffend bemerkt hat, folgendes beachten: Die falschen Propheten des Alten Bundes waren stets in der Überzahl. Sie weissagten für Geld und redeten das, was König und Volk gerne hören wollten. Manche der falschen Propheten verstrickten sich gar in okkulte Wahrsagerei (Jer 14,14). Ihr moralisches Leben war nicht selten von Trunkenheit, Lüge und sexueller Unmoral gekennzeichnet. Und, anders als die wahren Propheten, waren sie nie bereit, für die Wahrheit zu leiden oder gar zu sterben.

Die mehrheitlich vertretene Meinung ist also völlig ungeeignet, um Gottes Willen zu erkennen, schließlich warnte Jesus selbst, vor vielen falschen Propheten, die viele verführen werden und wenn er von seinen wahren Nachfolgern spricht, dann redet er, von einer kleinen Herde. Lassen wir uns also nicht täuschen, von populären Verkündigern, die sich über das Wort Gottes erheben und verkehrte Dinge Lehren, sondern halten wir uns an das geschriebene Wort, sei es zur Zeit oder zur Unzeit (2.Tim 4,2).

Doch kommen wir wieder zurück zum Propheten Micha, ist es nicht beachtlich, 400 Propheten versicherten dem König, dass Gott mit ihm sei, doch dieser mutige Mann Gottes, ließ sich dadurch nicht beeinflussen. Ihm ging es eindeutig nicht darum, menschengefällig zu reden, sondern nur das zu verkündigen, was ihm Gott aufs Herz gelegt hatte.

Wir wissen, Ahab mochte Micha nicht, weil er ihm nicht Gutes weissagte, sondern, wie er meinte, immer nur Böses. Natürlich hört man lieber etwas Positives, aber kann ein Diener Gottes einem Menschen, der nicht bereit ist auf Gottes Wort zu hören, denn etwas Positives sagen? Es ist ja nicht so, dass Micha ein griesgrämiger Schwarzseher und ewiger Pessimist war, der immer nur Gerichtsbotschaften verkündigt hat. Wenn wir das Buch des Propheten Micha lesen, finden wir darin solche Bibelworte wie: Wer ist ein Gott wie du, der die Schuld vergibt und die Vergehen verzeiht“(Mi 7,18). Weiter redet Micha über Gottes Erbarmen und darüber, dass er unsere Schuld in die Tiefen des Meeres werfen wird (vgl Mi 7,18). Wir sehen also, er hatte nicht nur mahnende Worte parat, sondern ebenso über Gottes Erbarmen und seine Gnade. Wir sehen auch dass Gott, Ahab immer wieder Gunst erwiesen hat. Das Problem bei Ahab war aber, dass er nicht bereit war, sein sündhaftes Leben aufzugeben. Er wollte die Segnungen Gottes, war aber nicht bereit, sich seiner Herrschaft zu unterstellen.
Menschen deren Herz so verstockt ist, können nicht erwarten, dass ihnen ein echter Prophet Gottes den Segen Gottes zuspricht.

OK, das alles hat sich etwa vor 2866 Jahren abgespielt und man könnte jetzt vielleicht fragen, was hat das mit uns zu tun, ist doch alles lange her, alles Schnee von gestern. Leider können wir es nicht nur als historische Tatsache betrachten, sondern müssen feststellen, dass sich die Geschichte wiederholt. Die Bosheit und der Götzendienst zu Zeiten Ahabs, setzen sich in der Weltlichkeit und Verdorbenheit des 21Jahrhunderts fort. Falsche Lehrer und Propheten werden immer einflussreicher und stellen die Wahrheiten, die unseren Vorvätern heilig waren, regelrecht auf den Kopf. Das Evangelium, das viele moderne Theologen unserer Zeit verkündigen, hat nichts mehr mit dem Evangelium der Bibel zu tun. Es fordert die Zuhörer nicht mehr heraus, ein heiliges Leben, in der Nachfolge Christi zu führen, sondern vermittelt Christus nur noch als Problemlöser. So als sei Jesus eine Art Flaschengeist, der nur dazu da ist, unsere Wünsche zu erfüllen. Mit wohlklingenden Worten schmeichelt man den Zuhörern und vermeidet es tunlichst irgendetwas Ermahnendes zu sagen. Mittlerweile ist es sogar so, dass ganz bestimmte Begriffe tabu sind. Von Sünde, Gericht oder Hölle darf auf keinen Fall gesprochen werden, es müssen immer positive Begriffe verwendet werden.

In Hesekiel 13, 22 hält Gott den falschen Propheten vor, dass sie das Herz des Gerechten mit Lüge verzagt machen, obwohl er ihnen doch keinen Schmerz zugefügt habe, und dass sie die Hände des Gottlosen stärken, damit er nicht von seinem bösen Weg umkehrt, sich am Leben zu erhalten.

Genau das machen die falschen Verkündiger unserer Tage. Erst letzten Monat hat eine Theologin folgendes im Radio verkündigt: Gottes Haus hat viele Türen. Eine davon ist für Juden, eine andere für Christen, wieder eine andere Tür für Muslime; und es werden wohl noch mehr Türen in Gottes Haus führen. [...] Von außen gibt es also mehrere Eingänge in dieses Haus. Im Haus selber ist aber nur eine Tür: sie führt zum Festsaal von Gottes Herrlichkeit, in den einst alle Menschen gemeinsam hineingehen werden"
Die Theologin, die das verkündigt hat, zitierte dabei nicht etwa die Bibel, sondern einen Schriftsteller namens Georg Schwikart.

Die Botschaft, dass letztlich alle denselben Gott verehren, ist nichts anderes, als ein trügerischer Friede, der für all jene, die nicht breit sind, die Vergebung anzunehmen, die Gott uns durch Jesus schenken will, mit einem Bösen Erwachen enden wird. Gott will, dass den Menschen geholfen wird, indem sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, doch wir werden auch gefragt: „Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“ (Röm 2,4)
Doch wie soll jemand umkehren und Buße tun, wenn er gar nicht mit seiner Sünde konfrontiert wird, wenn ihm zugesichert wird, dass er auf jeden Fall mal einen freudigen Empfang im Festsaal Gottes erleben wird?

Natürlich ist das eine Botschaft, die Namenchristen gefällt, sie haben einfach ihren Spaß in diesem Leben, fragen nicht nach Gott, lassen keine Sünde aus und werden eines Tages mit den Worten: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“ (Mt 25,32)

Und um jetzt auf den Ausgangsgedanken zurückzukommen, stellt sich doch für uns die Frage, wie verhalten wir uns? Reden wir auch gut zu? Suchen wir einen bequemen Weg, um Konflikten auszuweichen? Am besten man legt sich nicht fest oder hält sich raus, dann kommt man in nichts rein. Oder haben wir, wie Micha, den Mut, das Wort Gottes unverfälscht wiederzugeben, auch dann wenn wir dadurch anerkannten Theologen widersprechen müssen. Angenommen wir werden gefragt, ob wir auch der Meinung sind, dass alle Menschen in den Himmel kommen? Reden wir dann positiv, werden wir es bejahen, um nicht anzuecken? Oder halten wir es mit Paulus, der uns in 2.Timotheus 4,3-4 lehrt: Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre!
Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden‘

Wir leben tatsächlich in einer Zeit, in der die meisten so gestrickt sind wie Ahab, die meisten wollen nur Positives und Nettes hören, sie erwarten, dass man sie so respektiert wie sie sind und bestehen sogar noch auf ihr Recht den Segen Gottes zu bekommen. Man forderte den Segen, ist aber nicht bereit sich Gottes Herrschaft zu unterstellen und viele Kirchen gehen auf diese Wünsche ein. Sünder werden nicht mehr von Sünde überführt, stattdessen wird jegliche Art von Sünde toleriert. Verse wie beispielsweise 1.Korinther 6, 18 interessieren keinen mehr. Obwohl hier ganz klar gesagt wird: Flieht die Unzucht!, werden gleichgeschlechtliche Paar nicht nur tollereiert, sondern sogar noch ermutigt in dieser Sünde weiterzuleben, wobei das Wort Sünde natürlich nicht fällt, weil ja alle Menschen im Kern gut sind und Gott sich an allen erfreut.

Eine Theologin hat unlängst folgendes im Radio verkündigt: Heute, am internationalen Tag gegen Homophobie, demonstrieren Schwule und Lesben wieder in vielen Städten für gesellschaftliche Gleichberechtigung und meinte dann, die Kirchen hätten auf diesem Gebiet Nachholbedarf.

Offensichtlich will diese Frau die Kirche reformieren, doch leider nicht zurück zu dem was die Bibel lehrt, sondern in das genaue Gegenteil. Das war nicht das erste Mal, dass sowas im Radio verkündigt wurde. Es gibt leider viele Theologen die diese Ansicht teilen, doch Gottes Wort sagt: Täuscht euch nicht: Menschen, die Unzucht treiben oder Götzen anbeten, die die Ehe brechen oder als Männer mit Knaben oder ihresgleichen verkehren, Diebe, Wucherer, Trinker, Verleumder und Räuber werden nicht in Gottes neue Welt kommen. Manche von euch gehörten früher dazu. Aber ihr seid reingewaschen und Gott hat euch zu seinem heiligen Volk gemacht, zu Menschen, die vor seinem Urteil als gerecht bestehen können. Das ist geschehen, als ihr Jesus Christus, dem Herrn, übereignet worden seid und den Geist unseres Gottes empfangen habt (1.Kor 6,9-11).

Dieser Text zeigt uns, dass Gott auch bereit ist homosexuellen Menschen zu vergeben. Der Text sagt: Manche von euch gehörten früher dazu. Wir wissen dass Homosexualität im damaligen Griechenland sehr verbreitet war und es ist keine Frage, Gott vergibt auch diese Sünde, doch wenn er das tut, dann gilt dasselbe, was Jesus der Ehebrechern sagte: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr! (Joh 8,11)

Man kann nicht an einen sündigen Lebensstil festhalten und auf den Segen der Kirche bestehen, doch genau das passiert in unserer Zeit und die Kirche gibt diesem Drängen nach und passt die Botschaft dem Geschmack der Zuhörer an. Wie schon gesagt, die Geschichte wiederholt sich. Das gab es auch schon zur Zeit des Propheten Jesaja. In Kap 30, 9-10 sagt Gott: Ein widerspenstiges Volk ist es, verlogene Söhne, Söhne, die das Gesetz des HERRN nicht hören wollen, die zu den Sehern sagen: Seht nicht! und zu den Schauenden: Schaut uns nicht das Richtige! Sagt uns Schmeicheleien! Schaut uns Täuschungen! Weicht ab vom Weg, biegt ab vom Pfad! Lasst uns in Ruhe mit dem Heiligen Israels.

Wie gesagt, ein Großteil der Kirche kommt diesem Wunsch nach, doch die Frage die sich jeder Einzelne stellen sollte lautet, wie verhalten wir uns? Reden wir auch gut, weil die anderen gut reden oder halten wir uns an das in der Bibel offenbarte Wort Gottes? Wenn wir das tun und Gott gehorchen, können wir nicht erwarten, dass es überall Begeisterungsstürme auslösen wird. Im Gegenteil, es gibt Themen, bei denen es uns einiges abverlangen wird, wenn wir den Standpunkt der Bibel vertreten. Viele sind zu feige, um Position zu beziehen, sie reden nur von Liebe und von dem Streben nach Einheit und halten jeden, der irgendeinen Einwand erhebt oder Bedenken äußert, für intolerant, engstirnig und streitsüchtig. Jeder der klar zur Lehre der Schrift steht, wird viel Gegenwind bekommen, auch Micha wurde nicht zum Ehrenbürger ernannt. Ganz im Gegenteil, als er verkündigte, dass Ahab einen falschen Weg eingeschlagen hatte, bekam er statt Dank, eine Ohrfeige. Da hieß es nicht: „Danke, dass Du uns vor diesem falschen Weg bewahrt hast“, sondern vielmehr lesen wir: Da trat herzu Zidkija, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha auf die Backe und sprach: Auf welchem Wege sollte der Geist des HERRN von mir gewichen sein, um nun durch dich zu reden? (V 23) und weiter heißt es: So spricht der König: Legt diesen ins Gefängnis und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis ich wiederkomme mit Frieden! (V26)

Wir wissen auch Ela hatte mit dem gottlosen König Ahab zu tun und wir wissen auch, dass er sich in einer Höhle vor ihm versteckt hat. Die Bibel macht kein Geheimnis daraus, dass wir auch mit Ablehnung rechnen müssen, wenn wir uns auf die Seite des Herrn stellen. Jesus sagte: Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt (Joh 15,19).

Das soll uns aber keineswegs in die Verzweiflung treiben, sondern ist vielmehr ein deutliches Zeichen, dass wir wirklich zu ihm gehören. 1. Petrus 4, 14 heißt es: Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch.
Also lasst euch nicht entmutigen, falls ihr aufgrund eures Glauben Ablehnung und Anfeindung erlebt. Lasst euch auch nicht von denen verwirren, die das Wort Gottes verworfen haben und Menschweisheit lehren. Theologen, die das Wort Gottes verworfen haben und lieber Philosophen zitieren, solche die das Herz des Gerechten mit Lüge verzagt machen und die Hände des Gottlosen stärken. Haltet fest am Wort der Wahrheit und seid jederzeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechenschaft von euch über die Hoffnung in euch fordert, aber mit Sanftmut und Ehrerbietung! (1.Petr 3,15)
Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam, und die Widersacher in Sanftmut zurechtweisen und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder aus dem Fallstrick des Teufels heraus nüchtern werden, nachdem sie von ihm gefangen worden sind für seinen Willen. (2.Timotheus 2)


3. Wieso lässt Gott einen Lügengeist gewähren?
Wer will Ahab betören? (1. Chr 18,19)

Dieser Abschnitt ist auf den ersten Blick nicht leicht zu verstehen und mir war auch lange Zeit nicht klar, wieso Gott wollte, das Ahab getäuscht wird. Wir wissen Gott selbst lügt nicht und Gottes Geist kann auch nicht lügen. Gottes Geist ist der Geist der Wahrheit, somit wird deutlich, mit diesem Lügengeist ist der Vater der Lüge, also Satan gemeint. Wieso sendet Gott König Ahab diesen Geist des Irrtums? Micha gibt uns die Antwort, er sagt: Der Herr hat Unheil über Dich geredet. Es ist also ein Gericht Gottes und man kann sagen, letztlich hat Ahab genau das bekommen, was er wollte. Er wollte doch gar nicht die Wahrheit hören, sein widerspenstiges Herz wollte doch das Gesetz des Herrn gar nicht hören, er sagte doch zu den Sehern förmlich: Seht nicht! und zu den Schauenden: Schaut mir nicht das Richtige! Sagt mir Schmeicheleien! Schaut mir Täuschungen! (Jes 30,10) 

Genau so war es bei Ahab, er war entschlossen, um jeden Preis seinen Kopf durchzusetzen. Trotz vieler Beweise der Macht Gottes in seinem Leben, trotz vieler Vorrechte und Gunsterweisungen, verschloss er mutwillig seine Ohren vor Gottes Warnungen und ging unbeirrt seinen selbstsüchtigen Zielen nach. Er wollte nur Bestätigung und positives Zureden und so war diese Täuschung ein Gericht Gottes und doch sehen wir darin Gottes Geduld und Gnade, denn Gott spielte nicht mit verdeckten Karten.
Micha hatte ihm das Gericht angekündigt und ihn ausdrücklich gewarnt, dass die anderen Propheten durch einen Lügengeist redeten. Wenn wir sein Leben betrachten, erkennen wir, dass ihm Gott immer wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat. Ahab hat sich durch Isebell dazu verleiten lassen, Fruchtbarkeitsgötter zu verehren. Gott antworte darauf mit Gericht. Drei Jahre hat es nicht geregnet, 3 Jahre hatte Ahab Zeit, um in sich zu gehen und zu erkennen, dass es verkehrt war, den Glauben an den wahren Gott zu verwerfen. Er hätte merken müssen, dass ihm diese fremden Götter nicht helfen konnten, weder ihm, noch seinem Land. Statt Fruchtbarkeit kam, wie gesagt, Dürre und Hungersnot über das ganze Land. Als ob dies nicht Beweis genug gewesen wäre, dass der Gott Israels, der wahre Gott ist, war Ahab auch Zeuge der Auseinandersetzung zwischen Elia und den Baalspriestern und wir wissen, dass Gott sich dabei in mächtiger weise offenbart hat. Die Baalspriester konnten nichts ausrichten, aber das Opfer das Elia zubereitet hatte, wurde von Gott angenommen und bestätigt, in dem Feuer vom Himmel kam und es verzehrte. In 1.Könige 18,38-39 lesen wir: Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben. Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!
Spätestens hier hätte er doch erkennen müssen, dass der Gott Israels, der Gott Elias, der wahre Gott ist, doch trotz dieser gewaltigen Machtdemonstration Gottes, kam Ahab nicht zur Einsicht, nicht mal als Gott auf das Gebet des Elia hin wieder Regen gesendet hat. Ist hier nicht genau das zutreffend was Röm 2, 4-8 sagt: Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selbst Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben Ungnade und Zorn aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen.

Ahab hat seine Ohren bewusst vor der Wahrheit verschlossen und er ist leider kein Einzelfall. Es gibt viele Ahabs, es gibt viele, die nicht in die Hölle kommen wollen, aber nicht dazu bereit sind, ihr sündhaftes Leben aufzugeben. Ihr Herz bleibt gegenüber Gott verhärtet, weil sie das Vergnügen mehr lieben als Gott. Sie leben in offener Auflehnung gegen seine Gebote und sehen in ihm nur einen Dienstleister zur Erfüllung ihrer selbstsüchtigen Wünsche. Darum können sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern häufen sich Lehrer auf, die ihnen nach den Ohren reden. Sie sind wie 2.Thessalonicher 2, 10 sagt, Menschen, die verloren gehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. 
Weiter heißt es: Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit. Das Problem ist nicht, dass sie der Wahrheit nicht glauben können, sondern dass sie die Ungerechtigkeit mehr lieben. Auch Jesus hat darüber gesprochen, er sagte: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind (Joh 3,19-23).

Oftmals wahren diese Menschen, genau wie es Ahab tat, einen Schein der Gottseligkeit und damit kommen wir zum vierten Gedanken:


4. Durch Verkleidung kann man dem Gericht Gottes nicht entgehen.
Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen (1. Chr 18, 29)

Wie der Text zeigt, blieben die Worte Michas nicht gänzlich ohne Wirkung bei Ahab. Zwar ließ er sich nicht von seinem eigenwilligen Weg abhalten, aber eines ist offensichtlich, etwas unwohl war ihm doch in seiner Haut und so meinte er, mit der nötigen Vorkehrungsmaßnahme, könnte er dem Gericht Gottes entgehen. Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen.

Die geistliche Bedeutung, die hinter diesem Verhalten steckt, besteht darin, eine fromme Maske aufzusetzen. Es entspricht im Übrigen genau seinem Leben und darum habe ich ihn, obwohl ihn die Bibel als Gottlosen bezeichnet, als einen Menschen beschrieben, der einen Schein der Gottseligkeit hatte. Die Bibel blickt hinter die Kulissen und zeigt uns sein wahres Wesen, doch nach außen hin, gelang es ihm doch viele zu blenden. Denken wir an Joschafat, als Ahab ihn fragte, ob er mit ihm in den Krieg ziehen will, sagte er: „Ich bin wie du, mein Volk ist dein Volk. Ich ziehe mit dir in den Kampf“. 
Er sah in ihm also keinen Gottlosen, sondern sagte, ich bin wie du, also sprich wir sind Brüder. Kann es sein, dass wir auch viele als Brüder ansehen, die es gar nicht sind?
Wir sehen in dem Text auch, dass er sehr religiös war, denn er opferte eine Menge an Schafen und Rindern. Als Joschafat, sagte: „Lass uns doch das Wort des Herrn befragen“, sagte er nicht, „was interessiert mich, wie der Herr darüber denkt?“, sondern ging auf den Vorschlag ein. Auch hier hat er den Schein gewahrt, sich jedoch Lehrer gesucht, die ihm nach den Ohren redeten. Außerdem (und das ist wohl der entscheidende Punkt, der vielleicht auch uns hätte glauben lassen, dass er wirklich Gläubig war) hat er auf die Gerichtsandrohung, die ihm Elia überbracht hatte, nachdem er sich auf niederträchtige Weise Nabots Weinberg unter den Nagel gerissen hatte, tatsächlich Buße getan. Wie eingangs erwähnt, hätte man doch annehmen können, dass er tatsächlich zum rettenden Glauben gefunden hat. Wie wir in unserem Text gesehen haben, hat der Schein getrügt, bald schon hat sich wieder sein wahrer Charakter gezeigt. Bald schon war er wieder an dem Punkt an dem sich alles nur um sich und seine selbstsüchtigen Wünsche drehte und so ging er wieder zu einer oberflächlichen Religion über. Er setzte sich eine fromme Maske auf und redete sich ein, er könnte damit dem Gericht Gottes entgehen. Dazu scharte er noch unzählige Propheten um sich, die ihm Positiv zuredeten.
Wie unser Text gezeigt hat, kann man vielleicht Menschen täuschen, aber nicht Gott. Ihm können wir nichts vormachen, er kennt die Absichten und Motive der Herzen. Wir wissen das Gott gnädig und barmherzig ist, langsam zum Zorn und groß an Güte, aber wir wissen ebenso, dass Gott heilig und gerecht ist. Die Bibel sagt uns in Hiob, dass Gott dem Menschen 2-3 Mal im Leben die Möglichkeit zur Umkehr gibt, aber wir wissen auch, dass es so etwas wie die letzte Möglichkeit gibt. Darum sagt uns Gottes Wort: „Heute wenn ihr Gottes Stimmer hört, verstockt eure Herzen nicht. Kein Mensch weiß wann die letzte Möglichkeit kommt und darum ist es nicht ratsam sein Herz zu verstocken. Wer in diesem Leben die Möglichkeiten zur Umkehr und zur Versöhnung mit Gott verstreichen lässt, hat tatsächlich seine Chance vertan. Denn es ist den Menschen bestimmt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht (Hebr 9,27).

Selbst wenn 400 moderne Theologen das Gegenteil behaupten, Menschen die nicht bereit sind, die Vergebung anzunehmen, die uns durch Jesus geschenkt wird, werden in ihren Sünden sterben. Nicht eine einzige Bibelstelle berechtigt zu der Aussage, dass eines Tages alle Menschen in den Festsaal Gottes hineingehen werden. Nur seine Kinder, sind Erben des Reiches und das Kennzeichen seiner Kinder sehen wir darin, dass sie Gott von ganzen Herzen, von ganzer Seele, mit ganzer Kraft und ganzem Verstand lieben. Diese Liebe zeigt sich nicht nur in Worten, sondern darin, dass sie sich seiner Herrschaft unterstellen und es ihnen wichtig ist, ein Leben zu seiner Ehre zu führen. Sie verlassen sich dabei niemals auf ihre Werk oder Verdienste, sondern allein auf das Werk, das Jesus Christus am Kreuz für sie vollbracht hat. Weiter kennzeichnet echte Christen, eine Ehrfurcht vor Gott und seinem Wort. Sie glauben nicht an den lieben Gott, der eine Erfindung des Humanismus ist, sondern an den Gott der Bibel, an den dreimal heiligen Gott, vor dem jeder Mensch eines Tages Rechenschaft ablegen muss. Sowie es Paulus in 2.Korinther 5,10-11+20-21 schreibt: Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses. Da wir nun den Schrecken des Herrn kennen, so überreden wir Menschen. So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!
Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. 


5. Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen!
Sollst du dem Gottlosen helfen? (1.Chr 19,2)

Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis? Und welche Übereinstimmung Christus mit Belial? Oder welches Teil ein Gläubiger mit einem Ungläubigen? Und welchen Zusammenhang der Tempel Gottes mit Götzenbildern? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie Gott gesagt hat: "Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein."Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr. Und rührt Unreines nicht an! Und ich werde euch annehmen und werde euch Vater sein, und ihr werdet mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige (2.Kor 6,14-18).

Wer gemeinsame Sache mit den Gottlosen macht, bringt sich selbst in Gefahr (vgl. Vers 31-32) Wir sollen keine gemeinsame Sache mit der Welt machen, denn: Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm (1.Joh 2,15).
Wie kann ich mich mit etwas verbrüdern oder meine Freude darin suchen, was den Sohn Gottes verurteilte? Wenn ich das tue, dann setzt mich das sofort mit seinen Feinden gleich. Wir müssen uns bewusst machen, wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes (Jak 4,4).
Wir, die bekennen, dass wir unser Bürgerrecht in einer anderen Welt haben, dass wir von einem anderen Geist geleitet werden, dass wir von einem anderen Maßstab gelenkt werden und dass wir auf der Reise in ein anderes Land sind, können nicht Hand in Hand mit denen gehen, die das alles verachten!

Welche Mühe macht man sich doch in der Welt, den äußeren Schein zu wahren und einen zeitgemäßen und guten Status aufrechtzuerhalten! Ihre Bräuche, ihre Gefälligkeiten und guten Werke, sind nur das Mittel, um ihr einen Schein von Ehrbarkeit zu verschaffen. Genauso sind ihre Kirchen und Kathedralen, ihre Priester und ihre angesehenen Wohlstandsprediger nötig, um die Verdorbenheit schönzufärben, die unter der Oberfläche brodelt. Ein bisschen Religiosität, so meint die Welt, kann ja nie schaden und um ein gutes Gewicht auf die Waage zu bringen, wird das »Christentum« dazu getan und der heilige Name von Christus wird von vielen in den Mund genommen, die nie sein »Joch« auf sich genommen haben. Von diesen sagt Gott: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir“ (Mt 15, 8).

Und was sollte dem gegenüber die Haltung von allen wirklichen Christen sein? Die Antwort der Schrift ist eindeutig: Von diesen wende dich weg! (2.Tim 3,5). Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab!, spricht der Herr (2.Kor 6,17). Und was wird folgen, wenn man diesem göttlichen Befehl gehorcht? Nun, dann werden sich einmal mehr die Worte Christi bestätigen, in denen er seinen Jüngern sagt: Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt (Joh 15,19).
Welche »Welt« ist hier speziell gemeint? Der vorangehende Vers liefert die Antwort: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat“ (Joh 15,18). Welche »Welt« hasste Christus und verfolgte ihn bis in den Tod? Die religiöse Welt, die, welche vorgaben, am eifrigsten um Gottes Ehre bemüht zu sein. So ist es heute. Ein Christ braucht sich nur von einem Christentum, das Christus entehrt, abzuwenden und seine erbittertsten Gegner, seine erbarmungslosesten und gewissenlosesten Feinde, werden die sein, die behaupten, selbst Christen zu sein! Doch: „Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen um meinetwillen. Freut euch und jubelt“ (Mt 5,11–12).

 

Quellnachweis

 

Weiterführend zum Thema empfehle ich den Beitrag "Das königliche Hochzeitsmahl"

 
 
Außerdem besteht die Möglichkeit zum Download der kompletten Beitragsreihe
 
 

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