und

Einheit über alles III

Der Preis der Nachfolge

Wie im letzten Teil gesehen, ist unsere Treue zum Wort Gottes sehr entscheidend. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass der Preis der Nachfolge die kompromisslose Treue zum Wort ist, die sich im Reden und im Handeln zeigen sollte. Selbst wenn es unserem Ruf schadet, wenn wir als Sonderlinge oder Ausgestoßene gelten, wenn wir als engstirnig oder intolerant bezeichnet werden, so dürfen wir die Wahrheit nicht verleugnen. Nur wenn wir bereit sind dieses Opfer zu bringen, wenn wir bereit sind die Schmach Christi zu tragen, können wir uns als seine Nachfolger bezeichnen.

Viele meinen wir würden hier schon herrschen, doch die Bibel sagt, es ist noch nicht offenbar was wir sein werden. Wenn Jesus in dieser Welt leiden musste, wie können wir dann erwarten, dass uns alle zujubeln weil wir ihm nachfolgen? Wenn wir uns das Leben von Jesus ansehen und wenn wir das Leben seiner Jünger sehen, dann ist offensichtlich, dass das Wohlstandsevangelium unserer Tage ein anderes Evangelium ist. Während laut diesem Evangelium dem Gläubigen Erfolg, Reichtum, Heilung und Wohlergehen versprochen wird, sagte Jesus seinen Nachfolgern, dass sie die Kosten überschlagen sollten (vgl. Lk 14,26-33).
Er meinte die Opfer die die Nachfolgen mit sich bringt. Die Schmach Christi zu tragen, von der Welt gehasst zu werden, die Gefahr alles, einschließlich des Lebens, aufgrund des Glaubensbekenntnisses zu verlieren. Tatsächlich hat es die Geschichte immer wieder bestätigt, bis in unsere Tage werden Christen um ihres Glaubens Willen, benachteiligt, verfolgt oder sogar getötet. Das Neue Testament verspricht dem Gläubigen keinen irdischen Reichtum. Schauen wir uns doch einmal den Apostel Paulus an, lebte er etwa in einem Palast, oder ist es nicht so, dass er um des Glaubens willen, oft im Gefängnis war, oft Hunger leiden musst, oftmals geschlagen wurde und letztlich den Märtyrertod starb? Er selbst schrieb: Sowohl erniedrigt zu sein, weiß ich, als auch Überfluss zu haben, weiß ich; in jedes und in alles bin ich eingeweiht, sowohl satt zu sein als auch zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als auch Mangel zu leiden (Phil 4,12).

Und an anderer Stelle berichtet er: Und wir geben in keiner Sache irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert werde, sondern in allem empfehlen wir uns als Gottes Diener, in vielem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Tumulten, in Mühen, in Wachen, in Fasten; in Reinheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Güte, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe; im Reden der Wahrheit, in der Kraft Gottes; durch die Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Unehre, durch böse und gute Nachrede, als Verführer und Wahrhaftige; als Unbekannte und Wohlbekannte; als Sterbende, und siehe, wir leben; als Gezüchtigte und doch nicht getötet; als Traurige, aber allezeit uns freuend; als Arme, aber viele reich machend; als nichts habend und doch alles besitzend (2.Kor 6,3-10).

Was hat Paulus nur falsch gemacht, warum blieben ihm Wohlstand, Erfolg, Gesundheit und ein unbeschwertes Leben versagt? Ganz einfach, seine Gesinnung war nicht irdisch, sondern sein Sinn war auf das Zukünftige gerichtet. Oder denken wir auch an Mose, erhielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung (Hebr 11,26).
Genau hier ist der Unterschied zu den Verkündigern des heutigen Wohlstandevangeliums. Beim Evangelium der Bibel steht das Kreuz im Mittelpunkt, es dreht sich um den Auferstandenen Herrn. Nicht der selbstsüchtige Mensch, sondern Gott ist der Mittelpunkt. Anstatt sich alles ausschließlich um die Wünsche und Bedürfnisse des Menschen dreht, geht es um die Ehre Gottes. Die Frage ist, auf welches Evangelium haben wir unsere Hoffnung gesetzt, auf das der Bibel oder auf das wonach uns die Ohren jucken?

Natürlich, der moderne Christ nimmt es mit der Bibel nicht mehr so genau, doch entweder wir erkennen die Bibel als das an was sie ist, nämlich als Gottes Wort, oder wir sollten uns nicht mehr als Christen bezeichnen. Wenn alles nur Märchen und menschliche Träumereien sind, dann lasst und essen und trinken, denn morgen sind wir Tod (vgl. 1.Kor 15,32; Jes 22,13). Wenn es kein falsch und richtig mehr gibt, dann lasst ruhig jeden nach seiner Fasson selig werden, doch wenn das Wort Gottes wahr ist, dann lasst uns so daran festhalten, wie es geschrieben ist. Genau das ist es auch was echten Glauben auszeichnet, der Himmel ist nur denen verheißen, die das Wort Gottes bewahren (vgl. Joh 17,6; Offb 3,8: 12,7: 14,12). Nur denen die Jesus lieb haben, ist die Krone des Lebens versprochen (vgl. 2.Tim 4,8) und diese Liebe zeigt sich in der Haltung zu seinem Wort. Wer mich liebt, der wird mein Wort halten. Der Gegensatz dazu lautet: Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht (Joh 14,23-24).

Haben wir schon vergessen, wie die Märtyrer der Reformation ihr Leben ließen, weil sie Gottes Wahrheit hochhielten? Spurgeon sagte zu Recht: Im Vergleich zu ihnen (den Märtyrern) haben wir nur eine geringe Pflicht zu erfüllen. Sie waren berufen, die Wahrheit aufrechtzuerhalten, als sie dafür sterben mussten; ihr müsst die Wahrheit lediglich bewahren, und ihr müsst dafür weiter nichts ertragen als ein wenig Spott und Hohn, einige Schimpfnamen und verächtliche Worte. 13

Was ist nur aus unserem modernen Christentum geworden, sind die Christen unseres Jahrhunderts nur noch ein Wetterfähnchen im Wind? Wir sollten ernsthaft unsere Prioritäten überprüfen, was hat für uns Vorrang, das was der Heilige Geist durchs Wort Gottes zu sagen hat oder das was der Zeitgeist, der nichts anderes als der Geist dieser Welt ist, zu sagen hat? Gehen wir lieber mit der Masse oder sind wir bereit gegen den Strom zu schwimmen? Sind wir bereit an der Wahrheit des Evangeliums festzuhalten auch wenn wir als engstirnig oder rückständig angesehen werden? Oder scheuen wir uns davor klare Aussagen zu machen und uns eindeutig festzulegen. Dabei sollten wir eines bedenken: Der Geist dieser Welt ist davon charakterisiert, es allen Menschen recht machen zu wollen und niemals klare Grenzen zu ziehen. Der Geist Gottes hingegen überführt den Menschen von Sünde, indem er ihm durch die Schrift die Augen für seinen hoffnungslosen Zustand öffnet. Diese erschütternde Selbsterkenntnis ist sehr heilsam für die Seele, denn die Erkenntnis der eigenen Sündenverderbtheit führt zur schmalen Pforte und leitet über echte Buße auf den schmalen Weg. Dieser schmale Weg, der keine falschen Kompromisse zulässt, ist der einzige Weg wahrer Nachfolge.

Das allzu liberale Verständnis unserer Zeit hat sich bereits in den Tagen Spurgeons abgezeichnet. Weit davon entfernt das Gemeinsame zu suchen und um Verbrüderung bemüht zu sein, konfrontierte er die liberalen Theologen mit folgender Frage: Ich möchte die neuen liberalen Theologen wohl fragen, ob es irgendeine Wahrheit irgendeiner Art gäbe, die es wert wäre, dass ein Mensch dafür sich verbrennen ließe oder ins Gefängnis ginge. Ich glaube nicht, dass sie mir eine Antwort geben könnte; denn wenn ihre Art von Weitherzigkeit das richtige wäre, so würden die Märtyrer Narren erster Größe gewesen sein.14

Warum zogen Christen früherer Generationen noch eine Trennline zwischen denen die sich an das Wort Gottes hielten und denen die es verwarfen? Ganz einfach, ihnen war klar, dass man nicht vereinen kann, was nicht zusammen gehört. Nur in unseren Tagen will man das nicht mehr wahrhaben. Man blendet alles andere aus nur um dieses eine Ziel zu erreichen - Einheit um jeden Preis, doch wer religiöse Einheit auf Kosten des Absolutheitsanspruch des Christentums, herbeiführen will, setzt das Evangelium außer Kraft. Wo auch immer man die Einzigartigkeit Jesu Christi und die Universalität der von ihm vollbrachten Erlösung leugnet, handelt es sich um einen antichristlichen Geist.

Die Menschen, welche die Einzigartigkeit Jesu Christi aufgeben, geben nicht einfach einen Teil der Botschaft des Evangeliums auf, sie geben es ganz auf. Die Mathematik lehrt uns, wie jede Wahrheit, dass man nur auf eine Art richtig liegen kann, aber auf viele Arten falsch. (Erwin Lutzer) 15

Wenn Einheit auf Kosten der biblischen Wahrheit angestrebt wird, hat es nichts mit der Einheit zu tun, um die es Jesus im Hohepriesterlichen Gebet ging. Er betete: Heilige sie durch die Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit (Joh 17,17).
Jesus hat nie das Wort Gottes in Frage gestellt, er sagte ganz klar, dass es die Wahrheit ist. Es ist auch klar, dass diese Wahrheit umkämpft ist, es ist auch klar, dass sich an dieser Wahrheit die Geister scheiden und es ist auch kein Geheimnis, dass dies die Aufgabe des Wortes ist. Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens (Hebr 4,12).

Soll das Wort falsch sein oder urteilen? Soll es nicht allein gehört werden? Sollen die Menschen mehr gelten als das heilige Wort Gottes? (Hieronymus) 16
Die Wahrheit, die von Gott geoffenbart wurde, ist unveränderlich; sie kann niemals menschlichen Meinungen gleichgestellt werden, die heute so und morgen anders lauten konnten. Wahrheit ist Licht, Menschenmeinung allenfalls ein trüber Schein. (Georg Walter) 17


Wenn das Gebet Jesu also lautet, heilige sie durch die Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit, dann ist auch klar, mit Kirchen die das Wort Gottes verworfen haben, soll keine Einheit gebildet werden.
Leider werden in unsere Zeit alle biblischen Warnungen diesbezüglich missachtet.
Gott war diese Vermischung zischen Licht und Finsternis, zwischen Wahrheit und Lüge schon immer ein Greul. Darum werden wir auch gewarnt: Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? (2.Kor 6,14).

Es ist fatal wenn solche klaren biblischen Anweisungen ignoriert werden und der Wunsch nach Einheit über der Wahrheit steht. Leider sind hier viele so verblendet, dass sie diese Einheit mit allen erdenklichen Mitteln herbeizuführen wollen, unabhängig davon, ob die Kirchen und Gemeinden aus wahrhaft Wiedergeborenen bestehen oder aus geistlich toten Namenschristen. Unabhängig davon, ob der wahre Herr Jesus Christus und das biblische Evangelium verkündigt wird oder ein anderer Jesus und ein anderes Evangelium.
Diese einseitige Betonung von „Einheit“ geht nicht nur auf Kosten der Wahrheit, sondern auch auf Kosten der Heiligkeit der Gemeinde. Das Gott gesagt hat: „Seid heilig, denn ich bin heilig!“ (3.Mo 20,7), gerät immer mehr in Vergessenheit.
Einheit unter echten Christen ist wie bereits erwähnt absolut wünschenswert und entspricht auch dem Hohepriesterlichen Gebet, eines sollte dabei jedoch klar sein, es geht niemals um eine grenzenlose Einheit. Die Schrift lehrt klar und unmissverständlich, dass mit Irrlehrern, Sektierern und Scheinchristen keine Einheit bestehen soll, stattdessen sind Christen hier aufgefordert sich von diesen zu trennen (vgl Tit 3,10; 2.Tim 2,16-22).

Wenn beim Bestreben nach Einheit nur noch das Wir-Gefühl zählt, wenn es nur noch darum geht, sich mitten in einer großen Menschenmasse eingebunden zu fühlen, ist dann nicht die Frage berechtigt, ob es hier wirklich um die Einheit geht, um die es Jesus ging. Lautet sein Gebet nicht, Vater, heilige sie durch die Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit?
Wie kommt es dann, dass man heute Einheit auf Kosten des Absolutheitsanspruchs der Schrift vorantreibt? Wenn die Schrift wahr ist, dann ist dieser Einheitsgedanke sicher nicht vom Heiligen Geist bewirkt, schließlich ist der Heilige Geist der Wahrheit und schließlich besteht Heiligkeit nicht in einer Vereinigung mit der Welt, sondern in der Abgrenzung von ihr.

Natürlich erwarte ich nicht, dass in allen Lehrfragen 100% Übereinstimmung besteht, doch wenn selbst die zentralen Lehren auf dem Altar der Ökumene geopfert werden, dann kann nicht mehr von brüderlicher Einheit im Sinne der Bibel die Rede sein. Wenn beispielsweise gesagt wird „um der Einheit willen dürfen wir niemals zulassen, dass Unterschiede uns trennen“ ist dies nur mit der Einschränkung zulässig, dass es nicht um Verweltlichung, Sünde, Verführung und Irrlehren geht. In diesem Fall ist keine Einheit, sondern Trennung geboten (vgl. Röm 16,17; 2.Joh 10). Wahre christliche Einheit kann es nur unter denen geben, die auf dem geraden Weg nach der Wahrheit des Evangeliums wandeln (Gal 2,14).
An dieser Stelle möchte ich Alexander Seibel zitieren, er schreibt: Schon Tozer klagte vor einigen Jahrzehnten, wie Christus so gut wie keine Autorität mehr unter denen habe, die sich nach Seinem Namen nennen. In dieser Generation ist der Kampf um die biblische Wahrheit megaout. Gefragt ist heute das Feeling, das schöne Wir-Gefühl des gemeinsamen Gleichklangs der Seele. Gefragt ist nicht mehr die Trennung von Sünde und Irrlehre. Lieber betrogen, als im schönen Einheitsgefühl beunruhigt zu werden. Gefragt ist heute der Zusammenschluß mit allem, was sich christlich nennt. So kann man eine große Sympathie mit allen möglichen Wölfen im Schafspelz feststellen. Über die Schafe, die sie zerreißen, breitet man diskret den Mantel des vornehmen Schweigens.18

Dieses Ausblenden biblischer Grundsätze gilt leider auch für die mit der neuen Einheitsbewegung eng verbundene neue missionarische Ausrichtung der Gemeinde. Auch hier gilt leider viel zu oft das Motto, der Zweck heiligt die Mittel. Auch hier werden klare biblische Anweisungen ignoriert, Hauptsache die Besucherzahlen stimmen. Statt sich konsequent an die Offenbarungen der Bibel zu halten, zählt nur was wirkungsvoll und erfolgsversprechend scheint. Erlaubt ist alles was Erfolg verspricht. Der geistliche Aspekt ist zweitrangig, Hauptsache die Zuhörer fühlen sich wohl und gut unterhalten. Wichtig ist das es Spaß macht und sich alle Wohlfühlen, doch ein Glaube der im Grunde nichts anderes ist als eine Art Grundlage für die Service-Leistungen Gottes, ist der pure Egoismus. Wer im Glauben nur eine Möglichkeit sieht, dass alle seine menschlichen Lebenswünsche erfüllt werden, für den ist Gott nur ein Dienstleister. Was auch immer dies für ein Glaube ist, er hat nichts mit dem Glauben zu tun, von dem in der Bibel die Rede ist.

Humanismus, Pluralismus, Relativismus und Toleranz sind keine christlichen Werte, sondern entsprechen freimaurerischem, humanistischem Denken. Leider ist dieses Denken tief in die Gemeinden eingedrungen und die meisten halten dieses antichristliche Gedankengut für unbedenklich wenn nicht gar christlich.
Wer vorgibt im Namen der Herrn Jesus zu handeln und Veranstaltungen in seinem Namen durchführt, der darf dies nur auf der Grundlage seines Wortes tun. Das bedeutet auch, dass man die Ziele, wie beispielsweise, die Einheit unter Christen oder die Evangelisation, niemals durch Mittel erstreben darf, die Gottes Wort eindeutig untersagt. Niemals dürfen die Grenzen, die uns in seinem Wort genannt werden überschritten werden und alles was sein Wort als Sünde bezeichnet, muss selbst dann verworfen werden, wenn es scheinbar für einen guten Zweck sein soll.

Nehmen wir beispielsweise die Aufforderung die Lüge abzulegen und die Wahrheit untereinander zu reden (vgl. Eph 4,25). Wir haben im Beispiel des Königs Sauls gesehen, dass wir etwas das Gott eindeutig verworfen hat, niemals dazu verwenden dürfen, um ihm (angeblich) ein Opfer zu bringen. Die Israeliten hatten die unter dem Bann stehenden Tiere für Gott geopfert und meinten ihm damit gedient oder ihn geehrt zu haben, doch dieses Opfer hat Gott nicht akzeptiert, sondern verabscheut.
Um es auf uns zu übertragen, will ich zwei Beispiele anführen:
Nehmen wir an, ich finde einen Geldbeutel, außer einem Ausweis, einer EC-Karte und einem Führerschein sind noch 200,- € Bargeld enthalten. Nun könnte ich ja die 200,-€ einschieben und davon 20,- € ins Opferkästchen werfen. Da wäre doch mir geholfen und das Reich Gottes würde auch unterstützt. Weiter könnte ich mein Gewissen beruhigen, indem ich mich mit dem Eigentümer des Geldbeutels in Verbindung trete und ihm den Geldbeutel samt restlichem Inhalt zurückgebe. Ich kann ja behaupten, es sei kein Bargeld mehr drin gewesen. Wäre doch kein Problem, die Person die den Geldbeutel verloren hätte, könnte doch froh sein, wenigsten wieder Führerschein, Personalausweis und EC-Karte zu haben. So wäre doch allen geholfen und Gott könnte auch zufrieden sein, denn immerhin hätte ich ja den Zenten geopfert und das Geld könnte ja für eine gute Sache eingesetzt werden.
Wäre das etwa in Gottes Sinn? Gewiss nicht, denn ich hätte dabei gleich zwei Prinzipien missachtet, zum einen hat Jesus gesagt, dass wir andere so behandeln sollen, wie wir es selbst erwarten und zum anderen hätte ich auch noch gelogen.
Gott verabscheut Lüge und daher kann aus einer Lüge nie etwas Positives entstehen. Das Gute kommt niemals aus dem Bösen. Normal sollte das jedem Christen einleuchten, doch leider ist dies nicht so selbstverständlich wie es sein sollte. Dazu mal ein reales Beispiel. Wie schon gesagt, Gott hasst Lüge, darüber hinaus sagt uns sein Wort, dass Satan der Vater der Lüge ist (vgl. Joh 8,44).
Dennoch kommen Christen auf die Idee, durch Lüge mehr Erfolge bei der Evangelisation zu erzielen. Dies ist keine leere Behauptung, sondern etwas, dass ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe. Im Gegensatz zum Originalbericht, gebe ich es, ohne Namen zu nennen, mit meinen Worten wieder:
Bei einer christlichen Großveranstaltung wurde im Eingangsbereich ein gesunder Mann beobachtet, der sich in einen Rollstuhl setzte und dann nach vorne zur Bühne geschoben wurde. Kurz vor Ende der Veranstaltung, sprach der Evangelist ein Gebet für den vermeidlich Querschnittsgelähmten, worauf dieser unter freudigem Halleluja aus dem Rollstuhl aufsprang. Das Ergebnis war, dass an diesem Abend mehr Menschen dem Altarruf folgten. Als die Verantwortlichen zur Rede gestellt wurden, zeigten diese keine Reue, sondern verwiesen auf die Zahlen. Wenn dadurch mehr Leute für Jesus gewonnen werden, dann ist doch alles richtig, der Erfolg hat ihnen ja schließlich recht gegeben.

Wir erinnern uns, auch Saul hatte Erfolg bei seinem Kriegszug, doch am Ende kostete es ihn seine Königsherrschaft. Auch uns Christen ist eine Krone in Aussicht gestellt, doch die Krone der Gerechtigkeit, ist wie bereits gesagt, nur denen versprochen, die Jesus lieben und diese Liebe zeigt sich im Gehorsam gegenüber seinem Wort und eben nicht darin, dass wir uns dagegen auflehnen oder meinen es besser zu wissen. Wie ernst dieses Thema zu nehmen ist, wird sich für viele leider erst am Tag des Gerichts erweisen. Jesus selbst hat davon gesprochen und wir würden gut daran tun, diese Worte ernsthaft zu bedenken.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?
Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (Mt 7,22-23).

Diese ernsten Worte sind an Menschen gerichtet, die in der Illusion leben, selbst bestimmen zu können, was Wahrheit ist und wie das Heil zu erlangen sei. Anstatt sich unter den Ratschluss Gottes zu beugen, gehen sie lieber ihre eigenen Wege. Sie haben sich ihre eigene Religion aufgerichtet, sie geben vor Christen zu sein und tragen ein frommes Gewand, doch in Wahrheit sind sie gesetzlos. Sie haben ihr Herz nie wirklich an Jesus übergeben, sie wollten nur seine Segnungen, sind ihm aber nie wirklich nachgefolgt. Es muss uns bewusst sein, dass Gott diese Heuchelei durchschaut. Kann es eine deutlichere Warnung geben, als die Worte: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!?

Kann es eindringlichere Worte geben, die uns davor waren Dinge in seinem Namen zu betreiben, die nicht im Einklang mit seinem offenbarten Willen stehen?
Wir können nicht selbst bestimmen was Wahrheit ist und unsere eigene Religion aufrichten, sondern müssen uns Gott und seinem Wort unterordnen. Leider gibt es so viele, die im christlichen Gewand auftreten, aber nicht dazu bereit sind, sich an das Wort Gottes zu halten. Dieses Problem, das gerade in unserer Zeit weit verbreitet ist, ist schon zu Zeiten des Apostel Paulus aufgekommen. Unter Tränen musste er die traurige Feststellung machen: Viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich's auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt (Phil 3,18-19).

Paulus schrieb aber nicht nur über Missstände in seiner Zeit, sondern schrieb auch prophetisch über unsere Zeit. Es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren (2.Tim 4,3).
Das wir in dieser Zeit Leben ist nicht nur meine Meinung, ich könnte viele Männer Gottes zitieren, die dies bestätigen, exemplarisch nur ein paar wenige Zitate unterschiedlicher Autoren:

Dieses ganze Wohlstandsevangelium ist eine Erfüllung von 2.Tim. 4,3, wo es heißt, dass die Menschen der letzten Tage Lehrer hofieren werden, die das erzählen, wonach die Ohren jucken. Und wer möchte nicht gerne hören, wie Gott ihn, groß, reich, gesund, bedeutend usw. machen möchte. (Alexander Seibel) 19

 

Während es das Hauptziel des alten Evangeliums war, die Menschen Gottes Wege zu lehren, so scheint das Anliegen des neuen darauf beschränkt zu sein, ihr Wohlbefinden zu fördern. Das Thema des alten waren Gott und seine Wege mit den Menschen; das Thema des neuen sind der Mensch und die Hilfe, die Gott ihm gibt. Das ist ein großer Unterschied. (James I. Packer) 20
 

Sehen Sie nicht, was für Narren wir sind? Wir predigen ein von Menschen gemachtes „Kunstevangelium“. Wir bringen Leute dazu, „nach vorne“ zu kommen, indem wir psychologischen Druck ausüben, der rein gar nichts mit Gott zu tun hat. Wir „leiten“ sie in einem Gebet an, obwohl sie noch gar nicht überzeugt sind, dass sie dieses Gebet sagen müssen. Und als Sahnehäubchen geben wir ihnen noch „Seelsorge“ und erzählen ihnen, es sei eine Sünde, zu bezweifeln, dass sie wirklich errettet sind! (Keith Green) 21
 

Und zuletzt ein Zitat von Rudolf Ebertshäuser über Megagemeinden deren Grundsatz hauptsächlich den Lehren Schullers entspringt: In der Gemeinde sollte keine „negative“ Predigt vorkommen, sondern eine positive, optimistische, den Menschen in seinem „Selbstwert“ bestätigende Botschaft. Der erfolgreiche Prediger einer Megagemeinde darf nicht Sünden bloßstellen und zur Buße rufen. Er soll hauptsächlich positive, aufbauende Botschaften bringen, bestätigende Lebenshilfe; er soll zeigen, was für Vorteile es bringt, wenn man Christ wird.22

Wenn sich der Glaube nur um materiellen Reichtum, Macht, Einfluss, Gesundheit und ums Wohlfühlen dreht, handelt es sich um eine irdische Gesinnung. Doch war das der Grund warum Jesus auf diese Welt kam, hat er deswegen die Herrlichkeit bei seinem Vater verlassen, hat er deswegen Knechtsgestalt angenommen?
Als Christen dürfen wir nie vergessen, dass wir teuer erkauft wurden. Jesus trug stellvertretend unsere ganze Schuld und Sünde ans Kreuz, er nahm den gerechten Zorn Gottes, der uns hätte treffen müssen, auf sich. Er, der Unschuldige, vollkommen reine, Heilige Sohn Gottes, musste um unser willen unermesslich leiden.
Viele Christen hatten dies offensichtlich schon zur Zeit des Paulus vergessen und vielen Christen in unseren Tagen muss es wohl auch entfallen sein, denn wie sonst ist unser von Selbstsucht und Eigenwilligkeit geprägtes Christentum zu erklären? Paulus sprach unter Tränen von Feinden des Kreuzes, doch was bedeutet es ein Feind des Kreuzes zu sein? Es bedeutet Verse über Selbstverleugnung zu ignorieren, das Werk das Jesus am Kreuz vollbracht hat gering zu achten und am eigentlichen Sinn der Erlösung vorbei zu leben.

Die moderne Wortverkündigung packt das Kreuz in Watte oder lässt das Thema ganz unter den Tisch fallen. Der Grund liegt auf der Hand, die Botschaft vom Kreuz ist anstößig, sie passt so gar nicht in unser denken, weil sie ein direkter Angriff auf den menschlichen Stolz ist. Wir reden uns ein, dass wir gar nicht so übel sind, es kommt uns vor als würde Gottes Wort total übertreiben, wenn uns erklärt wird, dass kein Mensch gut ist (vgl. Röm 3,12; Ps 14,1-3), dass wir alle ohne Ausnahme von Natur aus Sünder sind (vgl. Ps 51,7).
Wir täuschen uns gewaltig wenn wir denken Gott würde Sünde nicht ernst nehmen.
Das Kreuz von Golgatha zeigt uns, dass er eine eindeutige Meinung über die Sünde hat, Sünde ist im keinesfalls gleichgültig. Das Kreuz zeigt der Menschheit: „Ihr seid in ernsthaften Schwierigkeiten, wenn ihr nicht annehmt, was Jesus für euch getan hat!“
Wenn wir uns vor Augen malen welch qualvolle Schmerzen Jesus am Kreuz erdulden musste, wie können wir dann denken, unsere Sünden seinen unbedeutend und würden bei Gott nicht ins Gewicht fallen? Nein wir müssen erkennen, dass unsere Sünde so groß ist, dass wir durch nichts anderes gerettet werden können, als allein durch das am Kreuz vollbrachte Erlösungswerk. Selbst wenn eine Sünde in unseren Augen noch so klein und gering erscheint, so ist sie dennoch eine Beleidigung und ein Angriff für Gottes Herrlichkeit und Heiligkeit.

Wenn wir lügen und betrügen, wenn wir lieblos und unversöhnlich sind, wenn wir stolz oder überheblich sind, wie auch immer die Sünde die wir begehen aussehen mag, es ist als wären wir es die Jesus geißeln, als würden wir ihm die Dornenkrone aufsetzen, als seien wir diejenigen die ihm ins Gesicht spucken und ihn verspotten. Es war unsere Sünde, die er ans Kreuz getragen hat. Wäre Sünde nur ein kleiner Kavaliersdelikt, dann hätte er nicht diesen qualvollen Tod am Kreuz erdulden müssen, dann hätte Gott einfach nur sagen können „Schwamm drüber, ist doch alles nur halb so wild.“

Die Tatsache, dass Gott das nicht getan hat, zeigt uns wie schwerwiegend Sünde in den Augen des heiligen Gottes ist. Das Opfer das Jesus am Kreuz vollbracht hat war Notwendig weil es seine angegriffene Heiligkeit verlangte, dass die Sünde bestraft werden muss. Wenn seine Heiligkeit mit der Sünde konfrontiert wird, so muss sie dagegen mit einem zornigen, ausgegossenen, göttlichen Gericht reagieren. Es kann also kein Mensch von sich behaupten, er hätte es verdient gerettet zu werden. Nein, nein, wir haben den Himmel nicht verdient, wenn jemand in den Himmel kommen wird, dann nur aufgrund seines Verdienstes. Er und nur er kann von sich behaupten der Weg zum Vater zu sein, nur Jesus allein ist Heiland und Erlöser. Kein Religionsstifter kann ihm das Wasser reichen, keiner ist in der Lage den Menschen zu erretten, aus diesem Grund kann und darf man andere Religionen nie auf dieselbe Stufe stellen. Der Name Jesus ist der höchst Name, nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in den Zukünftigen (vgl. Eph 1,21). Er starb für uns, er hat sein Blut für uns vergossen und wenn wir wirklich Christen sind, dann gehören wir nicht mehr uns selbst, sondern ihm. Somit muss auch klar sein, dass er nicht für uns ans Kreuz ging, damit wir einen Freibrief zum Weitersündigen haben. Gottes Wort erklärt uns: Er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist (2.Kor 5,15). Und an anderer Stelle lesen wir: „Der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken (Tit 2,14).

Natürlich plädiere ich nicht für Werkgerechtigkeit, es geht mir nur um einen objektiven, fairen Umgang mit der Schrift. Keine Frage, unsere Errettung geschieht allein aus Gnade, sie ist niemals die Folge von guten Werken und dennoch werden der Errettung, wenn sie echt ist, gute Werke folgen. Paulus macht diesen Zusammenhang zwischen Gnade und guten Werken sehr gut deutlich, indem er schreibt: Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen (Eph 2, 8-10).
Gute Werke sind also wie gesagt nicht die Ursache der Errettung, die Ursache ist immer Gottes Gnade, aber gute Werke bleiben dennoch nicht aus, denn sie sind die Folge der Errettung. Wir können uns die Errettung niemals durch gute Werke verdienen, ebenso wenig geht es darum Gott durch gute Werke gnädig zu stimmen. Gott ist von Natur aus gnädig, es ist sein Wesen, er hat Freude daran gnädig zu sein und darum sind auch alle ernsten und ermahnenden Worte dazu gedacht, uns zur Umkehr zu bewegen. Ich schreibe diese Zeilen nicht weil ich alles und jeden schlecht machen will, sondern in der Hoffnung, dass es dazu führt, dass religiöses, christliches Engagement im Licht der Bibel betrachtet wird. Nicht ich, sondern Gottes Wort fordert uns auf: Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wärt ihr ja untüchtig (2.Kor 13,5).

Es ist wichtig, dass wir unsere Motive immer wieder hinterfragen. Lieben wir Gott um seiner selbst willen oder dreht sich alles nur um die Frage, was er uns geben kann? Geht es uns um die eigene Ehre oder um die Ehre Gottes? Halten wir uns an Gottes Wort oder passen wir uns den Maßstäben der Welt an? Suchen wir die Anerkennung bei Menschen oder suchen wir die Anerkennung bei Gott? Paulus sagte, wenn ich noch Menschen gefiele könnte ich nicht Christi Knecht sein. Menschenfurcht stellt eine Falle, vor der wir uns hüten müssen. Die Bibel warnt uns vor Menschen, für die Gottseligkeit ein Mittel zum Gewinn ist, Paulus hingegen sagte Christus ist meine Leben und Sterben gewinn. Er lebte in Selbstverleugnung, sein Glaube und seine Wortverkündigung war uneigennützig. Warum sind wir heute so weitherzig und tolerant, kann es sein, dass wir uns nur vor Unannehmlichkeiten schützen wollen? Warum scheut man sich in unseren Tagen das volle Evangelium zu verkündigen, warum steht Unterhaltung und der Wohlfühlfaktor über einer klaren Wortverkündigung?
Warum kommt man heute nicht mehr zu dem Punkt, an dem Menschen durchs Wort von ihrer Sünde überführt werden. Manche Gemeinden glauben den Heiligen Geist gepachtet zu haben, doch wenn wir uns die Pfingstpredigt von Petrus anschauen, dann sehen wir, dass die Menschen die diese Predigt hörten, hinterher bestürzt waren. Die Apostelgeschichte berichtet: Als sie aber das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? (Apg 2,37)

Merken wir den Unterschied, das Wort ging ihnen durchs Herz, sie wurden von ihrer Sünde überführt, so etwas wäre doch heute undenkbar, wir müssen doch das Selbstwertgefühl bestätigen, es darf doch keiner verletzt werden, es sollen sich doch alle wohlfühlen. So verkündigt man lieber Schmeichelworte und unterlässt es tunlichst irgendetwas Anstößiges zu sagen und da die Botschaft vom Kreuz schon immer anstößig war, wird sie, wenn überhaupt, nur in abgeschwächter Form, ganz vorsichtig angedeutet. Man will niemanden aufschrecken sondern verabreicht eher Beruhigungsmittel, doch ein Evangelium das den Sünder beruhigt, anstatt ihn von seiner Sünde zu überführen, entspricht nicht dem Evangelium das uns in der Bibel überliefert wurde. Bei der Verkündigung des wahren Evangeliums lautet die Botschaft durchweg, wach auf, kehre um und niemals schlaf weiter alles wird gut.
So war es auch bei dem vom Heiligen Geist erfüllten Petrus, er rief seine Zuhörer zur Buße auf, statt Komplimente zu verteilen. Seine Rede lautete nicht: „Gott braucht Dich in seinem Team“, sondern: „Lasst euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht“ (Apg 4,20).
Hatte Petrus seinen Herrn etwas falsch verstanden, wie konnte er den Menschen nur so eine unattraktive Botschaft zumuten? Wer liegt nun richtig, der moderne Evangelist unserer Tage oder der Apostel? Die Bibel gibt uns eine eindeutige Antwort, Petrus hatte erfasst worum es ging. Er hatte verstanden, dass es nicht darum geht das Ego des verlorenen Sünders aufzupäppeln, sondern ihn durchs Wort Gottes zur Umkehr zu leiten.

Genau so hat Jesus auch seinen Eigenen Dienst beschreiben, er sagte: Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten (Lk 5,32). 
Und genau diesen Auftrag hat er seinen Jüngern übertragen. Als er ihnen nach der Auferstehung erschien, sagte er: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem und seid dafür Zeugen (Lk 24,46-47).

Das ist das Evangelium das seine Jünger verkündigen sollen, Buße zur Vergebung der Sünden.
Denn das Gesetz muss selbstgerechten Sündern gepredigt werden. Wir müssen uns hüten, Sünder zu heilen, bevor wir sie verletzt haben, damit wir nicht »Friede, Friede« sagen, wo doch kein Friede ist. Sünder, die sich in Sicherheit wiegen, müssen den Donner des Berges Sinai hören, bevor wir sie zum Berg Zion bringen. (George Whitefield) 23
Jeder Versuch das Ärgernis des Kreuzes Jesu abzuschwächen, ist eine gefährliche Halbwahrheit. Ein solches Evangelium führt nicht zur Rettung verlorenen Seelen, sondern bringt nur ein lebloses Namenschristentum hervor.

Das was der Durchschnittsmensch unter Christentum versteht, ist ein sehr verschwommenes, kaum erkennbares, undefinierbares Etwas, das letztlich das Resultat der verwässerten Verkündigung ist, die schon lange nicht mehr darauf abzielt, verlorene Sünder zu Umkehr zu leiten, sondern immer mehr zu frommer Unterhaltung verkümmert. Wenn man beispielsweise nicht wüsste, dass die Radiopredigten von Theologen gehalten werden, könnten sie genauso gut von Psychologen, Pädagogen oder Astrologen gehalten werden, inhaltlich jedenfalls wären da wohl kaum Unterschiede auszumachen. Im Prinzip will man nur noch gute Werte vermitteln oder einfach etwas aus seinem eignen Leben berichten. Eigene Erfahrungen stehen ohnehin viel höher im Kurs als die Verkündigung des Evangeliums. Das Schlimme ist nur, dass damit niemand geholfen ist, diese „Gott hat uns alle lieb“ und „wir kommen ganz sicher alle in den Himmel“ Theologie ist nichts Neues. Schon im Alten Testament, warnt uns Gottes Wort: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch; denn sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die nach ihrem verstockten Herzen wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen (Jer 8,17-18).



 

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