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2. Du sollst nicht töten

Ein weiterer Punkt, mit dem wir in diesem Textabschnitt konfrontiert werden, ist darin zu sehen, dass unsere Beziehung zu Gott immer in Abhängigkeit zu unseren Mitmenschen, und hier insbesondre zu unseren Glaubensgeschwistern, steht. Wie widersprüchlich die Behauptung, Gott zu lieben und zugleich einen Glaubensbruder zu hassen, ist, macht 1.Johannes 4,20 deutlich, indem gesagt wird: Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann nicht Gott lieben, den er nicht gesehen hat. Genau diesen Selbstbetrug deckt Jesus auf. Überlegen wir, die Schriftgelehrten und Pharisäer hielten sich für gerechte Leute, weil sie ihre Religion peinlichst genau ausgeführt haben. In Matthäus 23,23 konfrontiert sie unser HERR diesbezüglich mit dem Tadel: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!“. Die religiösen Führen dachten, Opfergaben seien das Entscheidende, um Gott zu gefallen. Ähnlich dachte einst auch König Saul, doch der Prophet Samuel musste ihn im Auftrag Gottes korrigieren, indem er folgende Botschaft überbrachte: „Hat der HERR dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des HERRN gehorcht? Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer und Folgsamkeit besser als das Fett von Widdern!“ (1.Sam 15,22). Ebenso korrigiert Jesus an dieser Stelle unser Denken, indem ER sagt: „Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh vorher hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar!“

Solange wir in Streit und Unversöhnlichkeit leben, solange wir im Herzen Groll und Bitterkeit gegen Glaubensgeschwister hegen, ist unser Gottesdienst vergeblich; ob wir Geld spenden, fasten oder beten, unser Vater im Himmel nimmt dies nicht an, solange wir nicht bereits sind, einander zu vergeben. Gerade als Christen, müssen wir uns immer wieder bewusst machen, was in Psalm 103, 10-11 geschrieben steht: Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. Angesichts dessen, können wir, egal wie viel Unrecht uns widerfahren ist, nicht ernsthaft glauben, dass unser himmlischer Vater uns nicht eine viel größere Schuld vergeben hat. Um zu belegen, dass dies nicht nur meiner persönlichen Auffassung, sondern der Lehre unseres HERRN, entspricht, möchte diesen Punkt, mit dem Gleichnis vom Schalksknecht abschließen. Jesus lehrte dieses Gleichnis, nach dem Petrus gefragt hatte, wie oft er seinem Bruder, der gegen ihn sündigt, vergeben müsse.

Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente schuldete. Da er aber nicht zahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen. Der Knecht nun fiel nieder, bat ihn kniefällig und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, und ich will dir alles bezahlen. Der Herr jenes Knechtes aber wurde innerlich bewegt, gab ihn los und erließ ihm das Darlehen. Jener Knecht aber ging hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldig war. Und er ergriff und würgte ihn und sprach: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist! Sein Mitknecht nun fiel nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, und ich will dir bezahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er die Schuld bezahlt habe. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt und gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war. Da rief ihn sein Herr herbei und spricht zu ihm: Böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest nicht auch du dich deines Mitknechtes erbarmt haben, wie auch ich mich deiner erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überlieferte ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt habe, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergebt (Matthäus 18,24-35).

 

 

Quellangaben:
1. http://l-gassmann.de/christenheit-heute
2. Lloyd-Jones - Bergpredigt Band 1, S.269
3.Jerry Bridges – Gott vertrauen, S.51

 

 


So der HERR will, wird diese Beitragsreihe in den nächsten Tagen fortgesetzt. 

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