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Du sollst kein falsches Zeugnis reden II

16.05.2017

 
In Teil 1 haben wir gesehen, dass sich das Gebot, kein falsches Zeugnis gegen unseren Nächsten zu reden, auch auf das bezieht, was wir über Christus, den Sohn Gottes sagen. Ungläubige reden oft sehr respektlos über den HERRN, was natürlich eine klare Übertretung des 3.Gebots ist: Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht (2.Mo 20,17). Doch in diesem Beitrag, soll es nicht um dieses Thema gehen, sondern um scheinheilige Menschen, die Unwahrheiten über den HERRN Jesus Christus verbreiten. Es kommen keine beleidigenden oder verunglimpfenden Aussagen über ihre Lippen, sondern scheinbar fromme Worte. Dennoch machen sie sich schuldig, weil das, was sie über Jesus lehren, nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt. Sie stellen irgendwelche Behauptungen und Mutmaßungen auf, und dichten dem Sohn Gottes dabei Dinge an, die mit Seiner Person und Seinem Wesen absolut unvereinbar sind. Aus diesem Grund machen sie sich schuldig, ein falsches Zeugnis wider Christus abzugeben. Wie solche typischen Lügen und Fehldarstellungen ganz praktisch aussehen, zeigen die nachfolgenden Beispiele: 
 
1. Es ist ein falsches Zeugnis wider Christus, wenn behauptet wird, ER sei nur einer von vielen Wegen, die zu Gott führen. 
 
2. Es ist ein falsches Zeugnis, wenn Jesus Seine Einzigartigkeit als Sohn Gottes und einziger Retter aberkannt wird. Wer also in dem Jesus, über den im Koran geschrieben wird, denselben Jesus sehen will, von dem die Bibel berichtet, der gibt ein falsches Bild von Jesus Christus wieder. Wer in Jesus nur einen Propheten sehen will, leugnet, dass ER der Sohn Gottes ist. 
 
3. Ebenso ist es ein falsches Zeugnis, wenn gelehrt wird, Jesus würde sich Seine Mittlerrolle zwischen Gott und den Menschen, mit Maria oder sonstigen Heiligen teilen. Unmissverständlich sagt die Heilige Schrift: Denn es ist "ein" Gott und "ein" Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung (1.Tim 2,5-6).
 
4. Es ist ein falsches Zeugnis wider den HERRN, wenn Sein Opfertod am Kreuz so dargestellt wird, als hätten alle Menschen automatisch daran Anteil. Nein, es ist Gottes Angebot zur Rettung und Versöhnung, durch das jeder Mensch zu einer aktiven Entscheidung aufgerufen wird und der erste Schritt ist Buße. Wer Gottes Versöhnungsangebot ignoriert oder ausschlägt, hat keinen Anteil daran (vgl. Apg 17,30; 2.Kor 5,20; 2.Thess 1,8-9).
 
5. Es ist ein falsches Zeugnis wider den HERRN, wenn die Kreuzigung damit begründet wird, dass Gott im Martyrium des Kreuzes nur zeigen wollte, dass ER mit der Menschheit mitleiden würde.
 
6. Es ist ein falsches Zeugnis, wenn Jesus so dargestellt wird, als wolle ER nur der nette Lebenshelfer im Hintergrund sein. So als würde es nur um Lebensverbesserung gehen. Der Mensch lebt, wie er es für richtig hält, kann aber wenn er ein Problem hat, jeder Zeit zu Jesus kommen und mit Seiner Hilfe rechnen. Jesus wird dabei als Notnagel dargestellt, der nur dafür zu sorgen hat, dass man vor jeglichem Leid verschont bleibt, und dass das Leben immer genauso läuft, wie man es sich erträumt hat. „Jesus schenkt dir Reichtum, Jesus schenkt dir Gesundheit, Jesus sorgt dafür, dass du erfolgreich und beliebt bist!“, so die Irrlehre, die nicht mit dem Evangelium zu vereinbaren ist. Im Gegenteil, wer nicht bereit ist, auf das Wort Gottes zu hören und nur immer etwas von Gott haben will, dem sagt die Schrift: Wer sein Ohr abwendet, um das Gesetz nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Gräuel (Spr 28,9).


7. Falsch ist es auch, die Bedingungen der Nachfolge herunterzuschrauben oder gar zu vermitteln, man könne Jesus als Retter annehmen, sei aber nicht verpflichtet IHM nachzufolgen. Rettung „ja“, die Herrschaft über das eigene Leben „nein“, ist ein falsches Zeugnis wider Christus. Denn Sein Anspruch lautet: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach!“ (Lk 9,23). Wenn Jesus nicht der HERR über unserem Leben ist, wenn wir nicht bereit sind, uns täglich Seinem Wort unterzuordnen und unser Leben danach auszurichten, dann ist Jesus auch nicht unser Retter. Es ist eine gefährliche Irrlehre, das Evangelium so darzustellen, als sei Gehorsam nur eine Zusatzoption für besonders Eifrige. Vielmehr ruft uns das Wort Gottes zum Glaubensgehorsam auf und macht deutlich, dass Glaube ohne Werke tot ist (vgl. Röm 16,26; Jak 2,26).
 
8. Es ist auch üblich, dass Theologen die Existenz Satans leugnen. Doch was sagen sie damit über Jesus Christus aus? Sie sagen damit, dass ER sich die Versuchung in der Wüste nur eingebildet hat. Sie sagen ferner, dass all das, was Jesus über Satan gelehrt hat, nur Mythen und Märchen gewesen seien. Womit sie Christus als jemanden darstellen, der entweder ein Betrüger war oder es leider nicht besser wusste. In beiden Fällen ist es ein falsches Zeugnis über den Sohn Gottes, das viel schlimmer kaum sein könnte. Denn wer in IHM einen Betrüger sehen will, macht IHN zu einem Lügner, und wer an Seiner Intelligenz zweifelt, leugnet die Tatsache, dass in Christus alle Schätze der Erkenntnis und Weisheit verborgen sind (vgl. Kol 2,3; 1.Kor 1,30).
 
9. Jesus Christus hat die Schrift nie in Frage gestellt, sondern sie immer wieder als Wort Gottes bestätigt, im Gegensatz dazu bestreiten die meisten modernen Theologen, dass es sich wirklich um das Wort Gottes handelt. Auch hier stellt man sich über Christus und vermittelt den Eindruck, ER sei lediglich ein fehlbarer Mensch gewesen. Maximal ein guter Lehrer, aber niemals der Sohn Gottes, der vom Himmel kam und Mensch wurde. 
 
10. Immer wieder hört man Leute argumentieren, dass es nur darauf ankommen würde, an den heilsentscheidenden Punkten der Schrift festzuhalten. So hält man es beispielsweise für bedenkenlos, den Schöpfungsbericht zu leugnen, doch auch hier die Frage: Was sagt das über Jesus aus? Genau dasselbe wie bei Punkt 8, man erklärt IHN entweder zum Betrüger oder stellt IHN als jemanden dar, der intellektuell nicht so weit entwickelt war, wie es unsere heutigen Theologen sind.  Doch mit dieser Leugnung des biblischen Schöpfungsberichts stellt man sich zum einen über Christus, und zwar weil ER die Bücher des Alten Testaments einschließlich der Gesetzesbücher nie in Frage gestellt hat, sondern sie als unvergängliches Wort Gottes bestätigt hat (vgl. Mt 5,18). Und übersieht zudem, dass das Argument, dass es sich hierbei um keinen heilsentscheidenden Punkt handeln würde, völlig ins leere greift, denn mit der Leugnung des Schöpfungsberichts entfällt zugleich die Lehre der Erbsünde, womit man dann gleich neutestamentliche Stellen, wie die folgende aus der Bibel streichen kann: Denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden (1.Kor 15,21-22). Und dies wäre bei Weitem nicht die Einzige. Nehmen wir also wahr, die biblische Lehre über die Erbsünde, steht und fällt mit unserer Haltung zum Schöpfungsbericht. Daher gilt es zu bedenken, was Martyn Lloyd-Jones diesbezüglich anmerkt: Jeder Versuch, die biblische Lehre von der Sünde des Menschen, vom Sündenfall und allen daraus entstehenden Konsequenzen zu leugnen, ist nichts anderes als eine Verleugnung des Evangeliums selbst. Nur diejenigen, die das biblische Urteil über sich und die Welt bejahen, sind auch in der Lage, das biblische Heilmittel anzunehmen… Es ist schwer zu entscheiden, wer der Kirche Christi den schlechteren Dienst erwiesen hat, der, der die biblische Lehre von der Sünde leugnet, oder jener, der die Torheit beging, das Heil in sozialen Verbesserungen und politischen Neuerungen zu suchen. 1


11. Die Frage, die Martyn Lloyd-Jones aufgebracht hat, bringt uns zum nächsten Punkt, und das ist die Irrlehre, der Emerging Church. Diese Bewegung ist bereits in weite Teile der Evangelikalen vorgedrungen und wird nur von wenigen als Gefahr wahrgenommen. Schließlich klingt vieles so ähnlich, da man auf vertraute Begriffe zurückgreift. Die Raffinesse bei dieser Verführung besteht darin, dass biblische Begriffe neu belegt oder umgedeutet werden. So wird beispielsweise nicht mehr von Mission gesprochen, stattdessen findet der Begriff missional Verwendung. Doch im Gegensatz zur Mission geht es hier nicht darum, dass Menschen von Sünde überführt werden. Man zielt nicht auf persönliche Bekehrung und Wiedergeburt ab, sondern viel mehr darauf, die Menschheit moralisch zu verbessern. Das Heil, von dem in der Schrift die Rede ist, wird dabei lediglich auf das Diesseits bezogen und das Evangelium wird auf bloße Ethik reduziert. Die Vertreter dieser Lehre entsprechen irdisch gesinnten Menschen (Phil 3,19; Jud 19), die das Reich Gottes auf die gesamte Menschheit ausdehnen wollen. Das Ganze wird schön fromm verpackt, indem man die Absicht bekundet, es ginge lediglich darum, das Evangelium in zeitgemäßer Form zu vermitteln. Das klingt im ersten Moment vielleicht sehr vernünftig, doch wenn man bedenkt, dass für die Endzeit prophezeit wurde, dass die Menschen die gesunde Lehre nicht ertragen können und sich darum Lehrer anhäufen werden, die ihnen nach den Ohren reden, und zudem berücksichtigt, dass die Botschaft vom Kreuz in den Augen der Welt seit jeher eine Torheit und ein Ärgernis war, wie muss dann zeitgemäße Verkündigung aussehen? Nun ganz einfach, man lässt Christus in einem anderen Licht erscheinen, indem man IHN als einen Weltverbesserer darstellt. Hier ist Christus nicht der gute Hirte, der dem verlorenen Schaf nachgeht, sodass einzelne aus dem gefallenen System dieser Welt herausgerettet werden, nein, hier geht es lediglich darum, das weltliche System moralisch aufzupolieren. Das große Schlagwort hierbei lautet, Gesellschaftstransformation. 
Um dieses fehlgeleitete Ansinnen zu widerlegen, möchte ich ein weiteres Zitat von Martyn Lloyd-Jones weitergeben, er erklärt treffend: Aufgabe des Evangeliums ist nicht der Versuch einer schrittweisen Weltverbesserung, denn der Welt ist nichts dergleichen verheißen. Nein Aufgabe des Evangeliums ist es vielmehr, Männer und Frauen einzeln und persönlich aus der Welt herauszurufen und sie in das Reich Gotte einzuführen. Wir, du und ich, die wir in dieser Welt leben und von Natur unter dem Zorn, dem Fluch und der Verurteilung Gottes stehen, sollen herausgerettet werden, bevor Gott der Welt ein Ende macht. Gottes Volk soll gesammelt werden, die Vollzahl der Heiden und die der Juden; einer nach dem anderen soll aus der gegenwärtigen bösen Welt herausgeführt und in das unerschütterliche himmlische Reich hineinversetzt werden. 2

12. Als letzten Punkt für ein klares Zeugnis wider Christus, möchte ich ein ganz aktuelles Beispiel anführen: Rolf Krüger, Leiter des vom SCM Bundes-Verlags betriebenen Internetportals Jesus.de, verkündigte Mitte April, dass er davon überzeugt sei, dass Jesus heute eine "Ehe für alle" - also auch für gleichgeschlechtliche Paare - einführen würde. Man müsse, so Krüger, unsere heutige Zeit gegenüber der von früher neu bedenken. "Und definitiv hat sich der Kontext für gleichgeschlechtliche Liebe geändert. Also müssen wir die Situation heute im Geiste Jesu neu bewerten." 3  Auch diese unverfrorene Fehldarstellung ist ein falsches Zeugnis wider Christus, denn erstens steht sie im klaren Widerspruch zur Gesamtlehre der Heiligen Schrift und zweitens greift auch das fadenscheinige Argument, „der Kontext für gleichgeschlechtliche Liebe hätte sich geändert“, völlig ins Leere, denn Homosexualität ist kein Phänomen des 20. Jahrhunderts, sondern war bereits zur Zeit der Apostel fester Bestandteil der griechischen und heidnischen Kultur. Wer also solche Thesen erhebt und unterstellt, Jesus würde heute eine "Ehe für alle" einführen, der ignoriert nicht nur, dass Jesus auch den Preis für diese Sünde bezahlt hat, sondern, dass im Neuen Testament deutlich gemacht wird, dass Jesus diese Sünde nicht toleriert, sondern davon befreit. So erinnert der Apostel Paulus beispielweise die Gläubigen in Korinth an deren früheren Lebenswandel, zählt dabei unter anderem die Sünde der Homosexualität auf und schreibt: Und solche sind einige von euch gewesen. Aber ihr seid rein gewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes (1.Kor 6,11). Die Betonung hierbei liegt auf „gewesen“, das bedeutet, sie hatten mit diesen Lebensstil abgeschlossen. Jesus hatte sie davon reingewaschen. Wer hingegen darauf pocht, an diesem Lebensstil festzuhalten, ist offensichtlich nicht errettet, und wird, sofern er nicht umkehrt und Buße tut, das Reich Gottes nicht erben. Was natürlich auch für jede andere Form von Unzucht oder Sünde gilt (vgl. 1.Kor 6,9).

Dies war nur ein Auszug, der vielen populären Irrlehren unserer Zeit, die nicht nur von vielen Namenschristen vertreten werden, sondern, wie gesehen, allen voran von angesehenen geistlichen Führern. Dass gerade dies für die Endzeit charakteristisch sein würde, ist in der Schrift eindeutig prophezeit worden (vgl. 2.Tim 4,3). Somit sehen wir auch hier einmal mehr die Zuverlässigkeit der biblischen Prophetie, doch bei dieser Feststellung allein dürfen wir nicht stehen bleiben, vielmehr gilt es die Frage zu klären, wie jene, die dem HERRN treu bleiben wollen, damit umgehen sollen. Wie sollen sie sich gegenüber jenen verhalten, die ein falsches Zeugnis über Christus verbreiten? Sollen sie sich einfach damit abfinden, wenn ein anderer Christus und ein anderes Evangelium verkündigt wird? Sollen sie das verfälschte Bild von ihrem HERRN einfach unkommentiert stehen lassen? Angenommen man würde Lügen über unseren Ehepartner, über unsere Eltern oder über unsere Kinder verbreiten, wäre es uns hier auch so gleichgültig oder kämmen wir gar auf die Idee, auf Gemeinsamkeiten zu achten, anstatt auf das Trennende? Wenn man will, kann man immer etwas Gemeinsames finden, und wenn es nur die Tatsache ist, dass der Name „Jesus Christus“ in den Mund genommen wird. Aber ist das ausreichend?  Nein, keineswegs, denn jede Solidarisierung mit jenen, die ein falsches Zeugnis wider den HERRN abgeben und somit ein falsches Bild von Jesus Christus vermitteln, ist ein Zugeständnis gegenüber dem Geist der Verführung ist. In dem, im ersten Teil, erwähnten Beispiel mit dem Gerichtssaal, wäre es so, als würden treue Zeugen sich dazu verleiten lassen, Abstriche bei ihrer Aussage zu machen, nur um falsche Zeugen nicht bloßzustellen. Angenommen wir wären auf der Anklagebank, was würde es uns helfen, wenn der letzte treue Zeuge einknicken würde? Hätten wir Verständnis, wenn er sein Zeugnis aus Solidarität zu den falschen Zeugen anpassen würde? Wohl kaum. Gerade aus diesem Grund, sollten wir den biblischen Standpunkt beherzigen und dieser besagt: Lüge hasse und verabscheue ich. Dein Gesetz liebe ich (Ps 119,163). Entscheidend ist unsere Treue zum Wort Gottes, was sich sowohl auf unser Reden, als auch auf unser Handeln auswirken muss. Denn wenn wir die Lüge wirklich hassen und das Wort der Wahrheit wirklich lügen, dann wird auch zutreffen, was im 128 Vers dieses Psalms geschrieben steht: Darum wandle ich aufrichtig nach allen deinen Vorschriften. Jeden Lügenpfad hasse ich.
 
Wenn wir wirklich die Wahrheit lieben und die Lüge hassen, gilt es wachsam zu sein, und am Zeugnis der Schrift festzuhalten. Wir dürfen in der Lehre von Gottes Wort keine unverbindlichen Empfehlungen sehen, nein, es ist verbindliche Wahrheit. Eine Wahrheit, die besagt: Nun aber gebietet Gott den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun (Apg 17,30).  Das ist es, was Gott den Ungläubigen gebietet, doch was gebietet ER den Gläubigen? Unter anderem das, was Paulus den Thessalonischer geschrieben hat: Wir gebieten euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich lebt und nicht nach der Lehre, die ihr von uns empfangen habt (2.Thess 3,6). Hier seht zurückziehen, also nicht solidarisieren und nach Gemeinsamkeiten Ausschau halten. Wer sich nicht an das Zeugnis der Schrift hält, darf nicht die Rückendeckung der Gemeinde bekommen. Ähnliche Worte hat Paulus auch an seinen Schüler Timotheus gerichtet, ihm gab er die Anweisung: Du weißt, wie ich dich ermahnt habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Mazedonien zog, und einigen zu gebieten, dass sie nicht anders lehren (1.Tim 1,3). Mit „anders lehren“ meint Paulus jegliche Abweichung von der gesunden Lehre, sowie sie durch die Apostel überliefert wurde (V 10). Paulus sah über solche Abweichungen nicht einfach großzügig hinweg. Er schrieb auch nicht, dass es vielleicht von Vorteil sein könnte, wenn Timotheus jenen, deren Lehre von der apostolischen Lehre abweichen würde, vorschlagen würde, sich an das Wort Gottes zu halten. Nein, er sagte, „gebiete“, dass sie nicht anders lehren. Und er sagte dies in der Autorität eines Apostels, den Jesus Christus zu diesem Dienst eingesetzt hat (vgl. Apg 9,15; Tit 1,3). Die Lehrbriefe der Apostel sind genauso Wort Gottes, wie die vier Evangelien. Wobei dies nicht meine persönliche Meinung oder Behauptung ist, sondern dem entspricht, was die Apostel selbst geschrieben haben. So lobte Paulus beispielsweise die Thessalonischer, indem er schrieb, dass sie seine Predigt nicht als Menschenwort aufgenommen hatten, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Wort Gottes (1.Thess 2,13, vgl. 2.Petr 3,16). 
 
Wer den apostolischen Briefen die göttliche Inspiration absprechen will, und seinen Glauben allein auf das gründen will, was in den vier Evangelien gelehrt wird, der missachtet offensichtlich, dass Jesus Seinen Jüngern folgendes gesagt hat: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen (Joh 16,12-14). Das was die Jünger vor Pfingsten noch nicht fassen konnten, hat Gott nach Pfingsten den Aposteln offenbart. Ihnen gab ER die Einsicht in das Geheimnis des Evangeliums, ihnen wurde der ganze Ratschluss Gottes offenbart und ihr Dienst wurde, genau wie der Dienst des HERRN, durch Zeichen und Wunder bestätigt (Apg 20,27; Röm 16,25-26, Mk 16,20; Hebr 2,3-4). Wir können die Breite, Tiefe und Höhe, der Erkenntnis Gottes nicht ergründen, wenn wir die Lehrbriefe ausklammern oder abstufen. Nein, sie zählen genauso mit zum Wort Gottes und stellen uns vor Augen, wie man sich im Hause Gottes verhalten muss. Nicht „kann“ oder „sollte“, sondern „muss“ (vgl. 1.Tim 3,15). 
 
Wir müssen wegkommen von diesem Denken, dass uns Gott durch Sein Wort nur nett gemeinte Ratschläge weitergibt. Von daher stimme ich mit Paul Washer überein, der in einem Interview sagte: Wir müssen unser Evangelium bereinigen, wir müssen den Geboten Gottes gehorchen, was unser persönliches Leben und die Gemeinde betrifft. Wir müssen erkennen, dass wir nicht das Recht haben, mit der Gemeinde so umzugehen, wie es recht ist in unseren Augen. Sondern Gott hat uns Vorschriften und Gebote überlassen, denen wir zu folgen haben. Und ich denke, dass wir zu dem Grad, wie wir uns nach Erweckung sehnen, auch danach suchen sollten, uns den Geboten, die Gott uns schon gegeben hat, zu unterwerfen. 4  Die Lehre der Heiligen Schrift, die Gebote und Ordnungen Gottes dürfen nicht als unverbindliche Empfehlungen angesehen werden, vielmehr handelt es sich hierbei um klare Anweisungen, die es zu befolgen gilt. Und was wir sowohl bei der Anweisung an die Thessalonischer, als auch bei der, die Paulus an Timotheus gerichtet hat, gesehen haben, ist die Tatsache, dass es uns untersagt ist, entgegen dem Zeugnis der Heiligen Schrift zu lehren. Ebenso wenig dürfen wir jene gewähren lassen, die sich über die gesunde Lehre der Schrift hinwegsetzen. „Gebiete, dass sie nicht anders lehren“, lautet die unmissverständliche Anweisung der Schrift. Christen dürfen nicht dulden, dass in ihren eigenen Reihen falsche Lehren verbreitet werden. Somit muss auch klar sein, dass eine Verbrüderung und Aussöhnung mit solchen, die ein anderes Evangelium lehren und einen anderen Christus zum Predigtinhalt haben, auf keinen Fall dem Willen Gottes entsprechen kann, im Gegenteil, wer dem HERRN treu sein will, muss sich klar und deutlich gegen solche Verführer positionieren und dies geschieht, indem man sie als Betrüger bloßstellt (vgl. Spr 14,25; Eph 5,11). Leider scheut man sich aus falsch verstandener Liebe, einen klaren Standpunkt einzunehmen. Leider hält man es für christlich, an diesem Punkt weitherzig und tolerant zu sein. Doch steht es uns zu, Nachsicht mit Menschen zu üben, die im Namen Gottes Lügen verbreiten? Man hat heute so viel Verständnis für Irrlehrer und falsche Propheten, dass man sich eher schützend vor sie stellt, anstatt es zuzulassen, dass jemand auftritt, und sie als Betrüger entlarvt. Wer es für christliche Tugend hält, Menschen zu decken, die so vermessen sind, im Namen Gottes Lügen zu verbreiten, sollte beachten, das Gottes Wort im 5.Buch Mose folgendes sagt: Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben (5.Mo 18,20). Damit will ich gewiss nicht zur Steinigung dieser Menschen aufrufen, sondern nur eines erreichen und das ist, dass wir verinnerlichen müssen, was für eine schlimme Sünde Verführung ist. Verharmlosung und Vertuschung ist hier gewiss nicht im Sinne Gottes, vielmehr möchte ich zu bedenken geben, was John MacArthur diesbezüglich anmerkt, indem er schreibt: Die größte Sünde derer, die Christus verwerfen, und das verdammungswürdigste Werk Satans ist die falsche Darstellung der Wahrheit und die daraus resultierende Verführung. Nichts ist bösartiger als zu behaupten, für Gott zu sprechen und dadurch Seelen erretten zu wollen, wenn in Wirklichkeit Satan spricht und Seelen zu Verdammnis führt. Deshalb ist es so tragisch, wenn eine Gemeinde im Namen der Liebe und Einheit unbiblische Lehren und Vorstellungen duldet und diese Toleranz zur Tugend erhebt. 5 
Dass es Verführer geben wird, hat Gottes Wort klar aufgezeigt, von daher sollte es uns nicht überraschen. Im Gegenteil, gerade die Endzeit ist eine Zeit schlimmster Verführung. Laut der Schrift ist darin das Gericht Gottes zu sehen, ein Gericht über Menschen, die die Lüge mehr lieben als die Wahrheit. Hierbei ist es wichtig, dass wir eines verinnerlichen, wenn wir Jesus nicht mit ungeteiltem Herzen lieben, wenn irgendetwas oder irgendjemand, den Platz einnimmt, der allein Christus zusteht, haben wir einen Götzen in unserem Herzen aufgerichtet. Selbst dann, wenn es ein anderer Christus ist, den wir verehren, wird die Ehre nicht dem zuteil, dem sie zusteht. Wer irgendetwas oder irgendjemand, und sei es nur ein Pseudo-Jesus, mehr liebt als den wahren Christus, der ist Seiner nicht wert. Doch wie sieht das Gericht über jene aus, die einen falschen Christus, gegenüber dem echten bevorzugen und damit Götzenverehrung betreiben? Wir finden die Antwort beim Propheten Hesekiel, er schrieb im Auftrag Gottes: So spricht Gott der HERR: Jedem vom Hause Israel, der mit seinem Herzen an seinen Götzen hängt und mit Freuden vor Augen hat, was ihn schuldig werden lässt, und dann zum Propheten kommt, dem will ich, der HERR, antworten, wie er's verdient hat mit seinen vielen Götzen (Hes 14,4). Ein Götze ist nichts anderes als ein leeres Trugbild, ein billiger Ersatz für den wahren Gott. Was ist dann die Antwort, die jene verdienen, die ihre Ohren vor der Wahrheit verschließen und lieber auf Trug und Lüge hoffen? Nun, es ist Täuschung und Verblendung. Das ist Gottes Gericht, über alle, die Seinen geliebten Sohn ablehnen und stattdessen ihr Heil woanders suchen. Sie bekommen ihre Alternative, sie bekommen wonach ihr Herz verlangt, nicht weil Gott sie täuschen oder belügen würde, sondern weil ER den Vater der Lüge gewähren lässt. Damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit (2.Thess 2,12). Das ist Gottes Gericht für die Verwerfung Seines geliebten Sohnes und die Missachtung Seines Heilsplans. Wer den Sohn Gottes verwirft, der gleicht jemand, der Gott mitten ins Gesicht spuckt, und bei der Kreuzigung ist genau dies geschehen. 
 
Wenn wir nun bedenken, dass das Gericht Gottes im Hause Gottes anfängt (vgl. 1.Petr 4,17), ist es nachvollziehbar, warum sich das Christentum in unserer Generation in einem solch katastrophalen Zustand befindet. Es ist ein göttliches Gericht, das über die oberflächliche Bekennerschaft des Namenschristentums ergeht. In unseren Tagen erfüllt sich, was der Geist Gottes ausdrücklich angekündigt hat, nämlich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind (1.Tim 4,1-2). Hier haben wir noch einmal deutlich den Ursprung der Verführung, hinter der Verkündigung des falschen Evangeliums, hinter der Verkündigung von einem anderen Christus, stecken Lehren von Dämonen und Sprachrohr sind Menschen, die in ihrem Gewissen völlig abgestumpft sind, so dass sie sich über das Wort Gottes hinwegsetzen und ihre eigenen Lehren verbreiten. Wohl allen, die sich von diesen Abwenden, wohl allen, auf die zutrifft, was David in Psalm 40,5 sagt: Glücklich der Mann, der den HERRN zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Drängern und den in Lüge Festgefahrenen! (Ps 40,5). Der HERR allein, kann unsere feste Zuversicht sein. Grundlage unseres Glaubens kann nur Sein zuverlässiges Wort sein. Nicht, was Menschen daraus machen, sondern, was tatsächlich geschrieben steht. Der Glaube muss allein auf dieses Wort gegründet sein, nicht auf Träume, Visionen, Erlebtes oder Vorstellungen von Menschen, nicht auf Fabeln, nicht auf religiöse Traditionen. Nein, sondern so wie es Petrus sagt: Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Und weiter schreibt er: Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen (2.Petr 1,16.19).
 
  
 

Quellangaben:

1/1. http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/latzel-unglaeubige-pfarrer-sind-das-groesste-hindernis-fuer-die-mission-98978.html
2/1. Martyn Lloyd-Jones: Licht an einem dunklen Ort, S. 116/117

2/2. Ebd. S. 81
2/3. Topic Nr 5. Mai 2017, Seite 2

2/4. http://www.glaube-aktiv.de/index.php/nachgedacht/102-ein-interview-mit-paul-washer

2/5. John MacArthur - Studienbibel, S 1879

 


 

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