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Du sollst kein falsches Zeugnis reden I

Was hat das 9. Gebot mit dem Missionsbefehl zu tun?

14.05.2017

 

Die Fragestellung erscheint vielleicht etwas ungewöhnlich, doch was es damit auf sich hat, soll Inhalt dieses Beitrags sein. Wir wollen uns dazu kurz mit der Hauptlehre des 9.Gebots befassen und dann sehen, in wie fern dies auch hinsichtlich des Missionsbefehls von Bedeutung ist. Wenn ich 9. Gebot sage, dann sei erwähnt, dass es zwei unterschiedliche Zählweisen gibt, laut der Zählweise, die ich für plausibler halte, ist es das 9. Gebot, das davor warnt, falsch Zeugnis zu geben; der genaue Wortlaut ist: Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! (2.Mo 20,16; 5.Mo 5,20). Was bedeutet das konkret? Nun, es bedeutet, dass sofern wir Angaben zu anderen Personen machen, diese der Wahrheit entsprechen sollen. Gott duldet es nicht, wenn wir Mitmenschen in einem falschen Licht darstellen. ER kann so etwas nicht durchgehen lassen, weil ER Licht ist, in IHM ist keine Finsternis. Darum schreibt Johannes: Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit (1.Joh 1,5-6). Das heißt, Gott steht für Wahrheit und Zuverlässigkeit. Lüge ist mit Seinem heiligen Wesen absolut unvereinbar. So lesen wir bereits im 4. Buch Mose: Nicht ein Mensch ist Gott, dass er lüge, noch der Sohn eines Menschen, dass er bereue. Sollte er gesprochen haben und es nicht tun und geredet haben und es nicht halten? (4.Mo 23,19). Doch nicht nur das erfahren wir in Gottes Wort, sondern auch welchen Ursprung die Lüge hat. Sie hat ihren Ursprung im Vater der Lüge, beim Fürsten dieser Welt. Er, der Erzfeind Gottes, verbirgt sich letztlich hinter jeder Lüge. Somit ist klar, wem wir nacheifern wenn wir Lügen, es ist Satan. Daher können wir Gott kaum mehr betrüben und zugleich Satan kaum mehr erfreuen, als durch Lüge. Denn wenn wir lügen, wandeln wir in der Finsternis, wir ahmen Satan nach, indem wir exakt nach seiner Natur und seinem Wesen handeln. Darum lesen wir in Sprüche 12,22: Falsche Lippen sind dem HERRN ein Gräuel, wer aber die Wahrheit übt, gefällt ihm wohl.

Soweit einmal die Begründung, warum Gott Lüge hasst, kommen wir nun zur Frage, warum der Mensch überhaupt lügt. Was motiviert den Menschen dazu, seinen Nächten in einem falschen Licht darzustellen? Ein möglicher Beweggrund kann es sein, dass uns jemand unsympathisch ist und wir ihm eins auswischen wollen. Ein anderer wäre, dass man sich auf Kosten eines anderen profilieren will, so dass man sich eine bessere Position verschaffen kann, in dem man einen Konkurrenten oder Mittbewerber schlechtmacht. Man stellt sich auf seine Kosten in ein besseres Licht.  Ein weiterer Grund kann Befangenheit sein, man will jemanden als unglaubwürdig darstellen, weil er durch sein Wissen, einem selbst oder einem nahestehenden Menschen schaden könnte. Oder das klassische Beispiel, man lässt sich entweder durch Geld oder durch eine andere Erkenntlichkeit bestechen. Letztlich kann man es drehen und wenden wie mal will, in allen Fällen steckt immer ein egoistisches Motiv dahinter. Man macht falsche Angaben, weil man sich irgendeinen persönlichen Vorteil davon verspricht. Somit fällt die Frage nach der Wahrheit, persönlichen Interessen zum Opfer. Wie es dem Mitmenschen dabei ergeht, wird entweder ignoriert oder bewusst in Kauf genommen. Doch wer auch immer seinen Nächsten in Verruf bringt, indem er Unwahrheiten über ihn verbreitet, erweckt das Missfallen Gottes. Wer auch immer so handelt, übertritt das Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

Soweit zur offensichtlichen Bedeutung dieses Gebotes, soweit zudem, worauf es in erster Linie abzielt; kommen wir nun, wie bereits angekündigt, zur Frage, was dieses Gebot mit dem Missionsbefehl zu tun hat. Die Antwort wird ersichtlich, indem wir uns bewusstmachen, dass der Missionsbefehl ein Zeugendienst ist. Jeder Christ ist dazu berufen, Seinen HERRN zu bezeugen. „Ihr werdet meine Zeugen sein“, hat Jesus gesagt und hierauf wollen wir nun unser Augenmerk legen, und zwar in Bezug auf ein falsches Zeugnis.  Denn ebenso wenig, wie wir ein falsches Zeugnis über unsere Mitmenschen verbreiten sollen, verhält es sich selbstverständlich auch mit dem Zeugnis, das wir über den Sohn Gottes abgeben. Wenn es Gott generell missfällt, dass wir andere Menschen in einem falschen Licht darstellen und wenn IHM lügnerische Zunge grundsätzlich ein Gräuel ist, wie viel mehr Strafe werden jene auf sich ziehen, die Lügengeschichten über Seinen geliebten Sohn verbreiten? Gerade, weil man es heutzutage für völlig legitim hält, alles möglich über Jesus Christus zu verbreiten, gilt es zu verinnerlichen, dass ein falsches Zeugnis über den Sohn Gottes sogar noch viel schwerwiegender ist, als ein falsches Zeugnis über einen Mitmenschen. Ich betone dies nicht um das 9.Gebot abzuschwächen, denn es ist eine schreckliche Sünde, wenn wir über unseren Nächsten Lügen verbreiten, doch es ist nur logisch, dass sofern wir falsches Zeugnis wider den Sohn Gottes ablegen, dies umso schlimmere Folgen hat.

Etliche Menschen fühlen sich völlig unbedacht zum Zeugendienst für den Sohn Gottes berufen. Und keine Frage, Jesus hat Seine Jünger genau damit beauftragt, doch hier haben wir schon die entscheidende Einschränkung, es waren die Jünger, zu denen Jesus sagte: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein (Apg 1,8). Nur Jünger, also nur jene, die Jesus Christus nachfolgen, sind zum Zeugendienst berufen, nicht jene, die einen schönen Beruf darin sehen, Theologie zu studieren um religiöse Weisheiten unter dem Volk zu verbreiten. Es gibt zwar noch gläubige Pfarrer, doch dies ist leider nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Einer unter diesen wenigen Ausnahmen ist Olaf Latzel. Dieser Theologe steht immer wieder unter starkem Beschuss aus den eigenen Reihen, weil seine Treue zum Wort Gottes, nur noch von wenigen seiner Kollegen geteilt wird. Latzels Einschätzung nach, sind 80 Prozent der Pfarrer „nicht wiedergeboren“. Gerade darin sieht er das größte Hindernis für Mission und Erweckung in Deutschland, und diesen Standpunkt kann ich nur teilen. 1 

Dennoch fühlen sich diese Theologen dazu berufen, Menschen im christlichen Glauben zu unterweisen. Doch worauf gründet sich ihr Selbstverständnis, was legitimiert sie dazu, den Glauben an Jesus Christus bezeugen zu können? Die Vorrausetzung, die Jesus genannt hat, ist es nicht, denn sie haben offensichtlich keine lebendige Glaubensbeziehung zum Auferstandenen, alles was sie aufweisen können, ist ein bibelkritisches Theologiestudium. Ein Studium, bei dem es nicht darum geht, die Wahrheit der Heiligen Schrift zu ergründen, sondern bei dem alles darauf abzielt, das Wort Gottes zu zerpflücken. Nicht das, was die Schrift über den Menschen sagt, findet Beachtung, sondern ausschließlich das, was Menschen über die Schrift sagen. Man stellt den Intellekt und die vermeintliche Intelligenz des Menschen, über das Wort Gottes. Im Zuge dessen, spricht man dem Wort Gottes die historische Zuverlässigkeit ebenso ab, wie dass man die Wunder leugnet oder sie auf natürliche Weise zu erklären versucht. Im gleichen Maße, wie man Abstriche beim Wort Gottes macht, werden auch Abstriche bei dem gemacht, um den es sich in diesem Wort dreht, und das ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Man gibt vor, in Seinem Namen zu handeln, man gibt vor, den Glauben an den Sohn Gottes zu bezeugen, doch in Wahrheit, hat man sich seinen eigenen Christus und sein eigenes Evangelium zusammengestrickt (vgl. 2Kor 11,4). Fromm getarnt gibt man ein falsches Zeugnis von Jesus Christus ab und führt damit Millionen von Menschen in die Irre. Man mag dies heute für noch so unbedenklich halten, man mag sich schützend vor solche Irrlehrer stellen, das Wort Gottes sieht es nicht so locker, sondern warnt, durch die Worte des Apostel Paulus ausdrücklich:  Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht (Gal 1,8-9).

Warum das Wort Gottes hier keine Nachsicht hat, wird uns vielleicht bewusst, wenn wir uns überlegen, was auf dem Spiel steht. Wie deutlich gesehen, hat Jesus nur Seine Nachfolger zum Zeugendienst beauftragt, wenn aber nun Leute, die IHM die Herrschaft über ihr Leben verweigern, sich ebenfalls dazu berufen fühlen, und dies nur um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder sich sonstige Annehmlichkeiten zu verschaffen, dann ist dies Vergleichbar mit gekauften Zeugen. Aber von wem wurden sie gekaut? Dass sie nicht im Dienst des HERRN stehen, ist offensichtlich, doch wer hat sie dann beauftragt, wer hat ihnen Lohn versprochen? Es ist unschwer zu erraten, es war der Feind Gottes, dem nur daran gelegen ist, Christus in Verruf zu bringen (vgl. Mt 13,28).

Daher ist es vergleichbar, als würden im Gerichtssaal Zeugen auftreten, die nicht die Wahrheit bezeugen, sondern Falschaussagen machen, bis hin zum Meineid, Hauptsache sie werden gut dafür bezahlt. Stellen wir uns doch mal vor, wir seien in der Situation, dass man uns ein schweres Verbrechen in die Schuhe schieben will. Wir säßen auf der Anklagebank und müssten mit anhören, wie falsche Zeugen gegen uns auftreten würden. Zeugen, von denen wir wüssten, dass sie unser Verkläger bestochen hat. Angenommen, sie würden Behauptungen aufstellen, die uns schwer belasten, hätten wir hier etwa Verständnis? Würden wir sagen, "nun ja, das ist eben ihre Sicht der Dinge"? Oder wäre uns nicht spätestens in dieser bedrohlichen Situation bewusst, wie zutreffend ist, was in Sprüche 14,25 geschrieben steht: Ein Zeuge der Wahrheit rettet Seelen; wer aber Lügen vorbringt, der ist ein Betrüger (Spr 14,25)? Jesus selbst ist dies widerfahren, ER war unter falscher Anklage zu Tode verurteilt worden. Unzähligen Menschen ist es ebenso ergangen, sie mussten mit ihren Leben dafür bezahlen, weil es Zeugen mit der Wahrheit nicht so genau genommen haben. Sei es, weil diese Bestechungsgelder erhalten hatten, oder weil sie sich einen anderen Vorteil davon versprochen hatten. Aus diesem Grund sagt uns das 9.Gebot: Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

Doch übertragen wir das nun auf das Zeugnis, das Menschen über Jesus abgeben, dann muss uns eines bewusst sein, und das ist die Tatsache, dass hier noch viel mehr auf dem Spiel steht. Hier geht es nämlich um die Frage, wo ein Mensch die Ewigkeit verbringen wird. Ob in der Herrlichkeit bei Gott, wo es kein Leid, keinen Schmerz und kein Geschrei mehr geben wird oder in ewiger Gottesferne, in ewiger Finsternis und Pein. Um uns dieses schrecklich Schicksal zu ersparen, wurde der Sohn Gottes Mensch. ER ist gekommen um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Allein in Seinem Namen ist das Heil. Außerhalb dessen, was Jesus getan hat, gibt es keine Rettung. Das ist die wahre Botschaft des Evangeliums, das entspricht dem, was Jesus selbst gelehrt hat und was uns durch jene überliefert wurde, die IHN während Seines gesamten Dienstes begleitet haben. Wer also als ein Zeuge von Jesus Christus auftreten will, der muss sich an diese Botschaft halten. Und zwar so wie geschrieben steht: Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit (Jer 23,28).

Gerade hier haben wir jedoch das große Dilemma unserer Tage, viele Menschen geben sich als Christen aus, viele erheben, wie gesehen, sogar den Anspruch Diener Gottes zu sein, doch die Zahl derer, die treu am Wort Gottes festhalten, wird immer geringer. Man redet sich ein, persönlichen Ermessenspielraum zu haben, man redet sich ein, alles sei reine Interpretation- und Geschmacksache. Der eine legt das Wort Gottes eben linksrum aus, der andere rechtsrum, und egal in welcher Richtung man vom Wort Gottes abweicht, alles soll als gleichberechtigt angesehen und akzeptiert werden. Aber was geschieht denn dadurch? Man gibt ein falsches Zeugnis von Jesus Christus ab, man stellt IHN in einem falschen Licht dar. Jesus selbst hat deutlich davor gewarnt, dass viele in Seinem Namen auftreten würden (vgl. Mt 24,24; Mk 13,22). Und diese Prophetie erfüllt sich tagtäglich, denn immer mehr Menschen treten auf den Plan, und wollen etwas über Jesus berichten, doch was sie weitergeben, sind nur leere Spekulationen und Träume. Sie verwerfen das Zeugnis der Heiligen Schrift, sie ignorieren die Selbstoffenbarung Gottes und verkündigen den Trugschluss ihrer eigenen Herzen. Und das Schlimme ist, sie finden Gehör, denn es ist wie damals, als Jesus sagte: Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre von dem alleinigen Gott nicht sucht? (Joh 5,43-44).

Und hier kommen wir wieder auf das Thema des vorletzten Beitrags zurück, hier haben wird wieder das Streben nach Anerkennung. Das Motiv, warum Menschen lieber den Lügen falscher Propheten glauben, ist der Wunsch, nach Ehre und Akzeptanz unter den Menschen. Denn es sind die falschen Lehrer und Propheten, die sagen, „du kannst genauso leben wie die Welt, Gott wird dich dennoch in Seinem Reich aufnehmen!“. Wer auf diese Leute hört, kann weiter in Sünde leben und dennoch auf den Himmel hoffen, doch diese Hoffnung ist trügerisch und völlig haltlos. Die Lehre der Schrift, setzt einen ganz klaren Bruch mit der Sünde voraus. Echter Glaube wird daran erkannt, dass sich die Rettung auf das Leben des Gläubigen auswirkt. So schreibt Paulus an die Thessalonischer: Wir aber müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit (2.Thess 2,13). Erwählt zur Rettung in Heilung des Geistes, nicht um weiter ein zügelloses Leben zu führen. Aber es gibt eben zwei Varianten der Botschaft, jene der Irrlehrer, die allen den Himmel versprechen und jene, die uns im Wort Gottes überliefert ist. Da einem die billige Variante der Irrlehrer nichts abverlangt, bevorzugt die Mehrheit die Lügenbotschaft.

Dabei ist es nicht so, als würden die Menschen das Evangelium nicht verstehen. Die Botschaft ist eindeutig, Gottes Wort lehrt unmissverständlich, dass Gott die Sünde nicht ungestraft lässt, es lehrt ferner, dass der Sohn Gottes die Strafe getragen hat, die wir verdient hätten und dass allein darin unsere Schuld gesühnt werden kann, doch dann treten Menschen im frommen Gewand auf, und sagen, Jesus sei nur einer von vielen Wegen. Aber nicht nur das, sie reden immer nur von einem „Lieben Gott“, sie leugnen, dass es eine Hölle gibt und versichern allen einen Platz im Paradies. Somit steht jeder vor der Wahl, wem er Glauben schenkt. Den angesehenen Kirchenführern, deren Botschaft „Friede, Friede“, lautet oder dem Wort Gottes? Wer nicht die Ehre beim alleinigen Gott sucht, sondern es vorzieht, von den Menschen geehrt zu werden, wird die Wahrheit des Evangeliums ablehnen.

So wie die Worte des HERRN zutreffen, dass man IHN ablehnen würde, und statt dessen lieber auf jene hören würde, die in ihrem eignen Namen kommen, so ist es auch zutreffend, dass sich Verführer größerer Beliebtheit erfreuen, als treue Diener Gottes. Man nimmt sie bereitwillig auf, weil ihre Botschaft in den Ohren kitzelt und stets den Wünschen der Zuhörer angepasst ist (vgl. 2.Tim 4,3). Heute ist man sehr nachsichtig mit solchen Menschen und nimmt sie gerne in Schutz, man hält es für christlich, ihrer Botschaft etwas Positives abzugewinnen, und nimmt nicht wahr, dass die Botschaft des Evangeliums durch ihre gefährlichen Irrlehren ausgehöhlt und untergraben wird. Wir dürfen dies weder verharmlosen noch ignorieren, sondern müssen wahrnehmen, dass von Irrlehrern die größte Gefahr für die Gemeinde ausgeht. Nicht die Feinde von außen, sondern die Feinde innerhalb sind die größte Bedrohung. Nicht umsonst warnt die Schrift immer und immer wieder vor solchen Betrügern, so hielt es beispielsweise der Apostel Paulus für notwendig, am Ende des Römerbriefes, mitten in seine Grüße und Segenswünsche für die Gemeinde, folgende Mahnung zu platzieren: Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, dass ihr euch in Acht nehmt vor denen, die Zwietracht und Ärgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet. Denn solche dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauch; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen (Röm 16,17-18).

Paulus zeigt uns hier das eigensüchtige Motiv von Irrlehrern, ihnen geht es nicht um das Seelenheil oder das Wohlergehen ihrer Zuhörer, sondern nur um ihren eigenen Vorteil. Man darf es nicht dulden, wenn Leute auftreten, die entgegen der gesunden Lehre der Schrift ein anderes Evangelium verkündigen. Wer sich nicht an das geschriebene Wort Gottes hält, sondern ein falsches Zeugnis über Jesus Christus abgibt, muss als Verführer entlarvt werden. Einen solchem Menschen geht es weder um das Seelenheil derer, denen er durch seine süßen Worte schmeichelt, noch um die Person Jesu Christi. Ihm ist nicht an der Wahrheit gelegen, sondern nur an persönlicher Bereicherung, in welcher Form auch immer, sei es durch Geld oder in Form von Anerkennung unter den Menschen.

Es steht außer Frage, dass sogar solche Menschen errettet werden können, das Opfer das Christus am Kreuz vollbracht hat, reicht auch aus um diese Schuld zu sühnen, entscheidend dafür ist jedoch, dass sie Buße tun. Wenn sie sich jedoch weigern und ihren Kurs beibehalten, dann wird auf sie zutreffen, was in 2.Timotheus 3,13 geschrieben steht: Mit den bösen Menschen aber und Betrügern wird's je länger, desto ärger: Sie verführen und werden verführt. Sie sind Verführer, aber letztlich werden sie nur von Satan an der Nase herumgeführt. In diesem Leben werden sie damit Erfolg haben, denn der Fürst dieser Welt und Gott dieses Zeitalters, wird sie für ihren Dienst reichlich entlohnen, doch in der Ewigkeit werden sie teuer dafür bezahlen müssen (vgl. Jud 4). Daher sei es abschließend noch einmal gesagt, ob beruflich oder ehrenamtlich, wer nicht bereit ist, Jesus Christus nachzufolgen, wer IHM die Herrschaft über sein Leben verweigert, tut sich keinen Gefallen damit, wenn er sich einredet, er müsse irgendwelche Geschichten über Jesus Christus verbreiten. Es ist eine besonders schwerwiegende Sünde, falsches Zeugnis wider den HERRN zu verbreiten. Wie dies ganz konkret aussehen kann, werden wir im zweiten Teil sehen.

 

 

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