und

Die positive Macht der Worte III

Veröffentlicht am: 02.07.2017

 

Dies ist der fünfte und letzte Teil dieser Beitragsreihe über die Macht der Worte. Bislang haben wir festgestellt, dass unsere eigenen Worte Macht haben, zunächst mit dem Schwerpunkt der negativen Auswirkung, doch dann mit der positiven Macht unserer Worte. Doch was für die Macht unserer Worte gilt, trifft natürlich umso mehr auf die Macht von Gottes Wort zu. Dieses Wort hat so eine gewaltige Macht, dass geistlich Tote aus ihren Gräbern gerufen werden, und zu neuem Leben erwachen. Nur so ist das Wunder der Wiedergeburt zu erklären. Ein Zitat von William MacDonald bringt dies wie folgt auf den Punkt: Die Bibel ist das Mittel, durch das die Wiedergeburt verursacht wird. In jedem echten Fall von Bekehrung ist die Schrift beteiligt, ob in mündlicher oder schriftlicher Form. Ohne die Bibel würden wir den Weg zur Errettung gar nicht kennen. Wir würden noch nicht einmal wissen, dass es überhaupt Rettung gibt! 1

Befassen wir uns also mit diesem Wort, das Geist und Leben ist. Zweifelsohne schenkt Gottes Wort der Thematik mit der Zunge sehr viel Aufmerksamkeit, und dies wie bereits gesehen, aus gutem Grund. Auch wenn ich bereits viele Bibelstellen angeführt habe, wird diese Abhandlung letztlich nicht alle Bibelstellen, zu diesem Thema, enthalten. Eine Bibelstelle jedoch halte ich bei diesem Thema für unverzichtbar, und das ist 1.Petrus 3,8-16, wo folgendes geschrieben steht:

Endlich aber seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt. Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen. Er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören auf ihr Gebet; das Angesicht des Herrn aber steht wider die, die Böses tun«. Und wer ist's, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch nicht vor ihrem Drohen und erschreckt nicht; heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen (1.Petr 3,8-16).

Betrachten wir nun diesen Textabschnitt hinsichtlich unseres Umgangs mit Worten, und sehen uns an, was Petrus zu unserem Zeugendienst sagt. Womit wir in unserer Wortbetrachtung zu Punkt 6. kommen und dieser lautet: 

6. Ihr sollt meine Zeugen sein

Da jeder Gläubige ein Repräsentant des Reiches Gottes ist, gilt es die Worte des Apostel Petrus sehr sorgfältig zu beachten. Auffällig dabei ist, dass uns auch hier wieder der enge Zusammenhang gezeigt wird, der zwischen unseren Worten und dem, was in unserem Herzen ist, besteht. So sagt Petrus nicht nur, dass die Gläubigen ihre Zunge davor hüten sollen, Böses zu reden, sondern noch etwas sehr Entscheidendes, und das sind die Worte: „Heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen.“
Wenn wir IHN bezeugen wollen, dann ist es ganz wichtig, dass ER den ersten Platz in unserem Herzen hat. Das heißt, all unser Denken muss auf IHN ausgerichtet sein. Wir hatten ja im letzten Teil bereits unter Punkt 4. das Thema „wovon das Herz voll ist“ und unter Punkt 5. die Überschrift „Euer Ja, sei ein ja“. Dabei haben wir festgestellt, dass wir nur glaubwürdige Zeugen sein können, wenn wir als Menschen bekannt sind, auf deren Worte man sich verlassen kann.
Da dieser Text erst vor kurzem Grundlage eines Beitrags war, will ich an dieser Stelle, nur das Thema „Zunge“ herausgreifen. Wie wir hier sehen können, stellt Petrus uns vor eine große Herausforderung, und diese Besteht darin, uns positiv von unserm Umfeld abzuheben. Natürlich ist es nicht Petrus, der hier seine persönliche Meinung vertritt, vielmehr ist es der Heilige Geist, der durch diese inspirierten Worte zu uns spricht. Was ER uns hier nahelegt, ist entgegen dem üblichen Verhalten, denn die Aufforderung lautet: Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.
Mit anderen Worten, wenn andere schlecht über uns reden, sollen wir nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, sondern sie segnen. Das heißt, gut über sie reden. Wenn wir das tun, werden wir sie Lügen strafen.  Dieses Verhalten entspricht im Prinzip einer Weisheit, die uns bereits das Alte Testament lehrt, indem gesagt wird: Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser, denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der Herr wird dir's vergelten (Spr 25,21-22). Hier geht es natürlich um eine aktive Handlung, doch es lässt sich auch auf unsere Worte übertragen. Ist es nicht so, wenn man etwas behauptet, will man es bestätigt sehen. Spricht also jemand schlecht über uns, stellt jemand uns als unmöglichen Menschen dar, dann wird er Lügen gestraft, wenn wir durch unser Verhalten, das Gegenteil beweisen. Doch nicht nur das, wir werden uns dadurch positiv von unserem Umfeld abheben. Was nicht heißen muss, dass sich alle darüber freuen. Denken wir an die Pharisäer, wie sie auf Jesus reagiert haben. Anstatt sich am vorbildlichen Verhalten des HERRN ein Beispiel zu nehmen, anstatt sich darüber zu freuen, war für sie nur eine Frage von Bedeutung, und diese lautete: „Wie können wir ihn beseitigen?“. Und warum das Ganze? Ganz einfach, weil dadurch ihre scheinheilige Heuchelei aufgedeckt wurde. Es gab für sie nur zwei Möglichkeiten, entweder sie mussten sich dem Licht stellen, oder versuchen es zu beseitigen. Sie haben sich für die zweite Option entschieden und Christus ans Kreuz gebracht. Letztlich stellt uns das Evangelium genau vor diese Entscheidung, es konfrontiert uns mit unserer sündhaften Natur und stellt uns deutlich vor Augen, dass unsere eigene Frömmigkeit nicht ausreichen wird, um vor den heiligen Augen Gottes zu bestehen. Wer nun dieses Evangelium verkündigt, wer treu danach lebt, der muss damit rechnen, in dieser Welt aufzufallen. Genau davon geht auch Petrus aus, wenn sagt:
Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Gottesfurcht.
Petrus sagt hier nicht nur, dass wir dies als Gelegenheit sehen sollen, unseren Glauben zu bezeugen, sondern er zeigt uns auch die Art und Weise, wie dies geschehen soll. Nicht besserwisserisch, nicht herablassend, nicht als jemand, der sich einbildet ein besserer Mensch zu sein, jemand der sich moralisch überlegen fühlt, und es anderer deutlich spüren lässt. Nein, vielmehr soll es in Sanftmut und Gottesfurcht geschehen. Sanftmut, in der Art wie wir reden, und dies zeigt sich sowohl im Tonfall als auch in der Wortwahl, doch auch in Gottesfurcht. Und dies ist ein weiterer wichtiger Punkt, es gibt nämlich zwei mögliche Arten wie wir reagieren können, wenn jemand sich über unser Verhalten wundert.

1.Wir nennen nur einen Vorwand, wir begründen es nur mit moralischen Argumenten, oder mit unserer Erziehung, mit unserem Charakter oder dergleichen, doch wir vermeiden es, unseren Glauben ins Spiel zu bringen. Was zeigt dieses Verhalten? Es zeigt, nichts anderes als, dass wir Menschen mehr fürchten als Gott. Denn in dem Moment, wo wir andere Vorwände nennen, da geht es uns nur um die Frage, was andere über uns denken. Dann geht es darum, vor ihnen gut dazustehen.

2. Wir handeln wirklich in der Gottesfurcht. In diesem Fall nennen wir keinen Vorwand, Kinder begründen es nicht mit dem, was die Eltern gesagt haben, der Mann versteckt sich nicht hinter seiner Frau oder umgekehrt. Soll heißen, wenn ich etwas Bestimmtes nicht mache, das alle Welt für normal hält, kann ich zwar schon als Grund vorgeben, dass ich meine Frau nicht verärgern möchte; doch was für ein Bild wird dann entstehen? Jeder denkt, meine Frau sei ein Drache, doch niemand kommt darauf, dass ich nur nicht mitmache, weil es gegen mein Gewissen wäre. Niemand kommt drauf, dass ich es nicht mache, weil es nicht mit meinem Glauben zu vereinbaren ist.
Im Nachhinein habe ich mich manchmal selbst bei derartigem Verhalten ertappt. Weil es mir irgendwie unangenehm war, meinen Standpunkt mit meinem Glauben zu begründen, habe ich ein anderes Argument vorgeschoben. Danach wurde mir bewusst, dass ich eine gute Gelegenheit verpasst habe, um ein Gespräch über den Glauben zu führen. Eine Gelegenheit die nicht aufgesetzt ist, wo man irgendwie einen Ansatzpunkt sucht, um ein Glaubenszeugnis geben zu können, sondern eine die sich aus der Situation ergeben hätte. Sind nicht auch dies die guten Werke, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen? (vgl. Eph 2,10). Was können wir besseres tun, als auf den hinzuweisen, in dessen Namen das Heil ist? Wenn Jesus meine Hoffnung ist, sollte ich dies nicht für mich behalten. Aber wie gesagt, leider habe ich so manche gute Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen. Um hier nur ein Beispiel zu nennen: Angenommen ein Kollege, mit dem ich geschäftlich unterwegs bin, will sich mit mir bezüglich der Arbeitszeit absprechen und schlägt vor, die Arbeitszeit um eine Stunde aufzurunden. Ich kann sagen, ist mir zu riskant, was ist, wenn es rauskommt? Doch wäre das wirklich der Grund warum ich es nicht machen würde? Nein, der wahre Grund wäre der, weil ich dabei ein schlechtes Gewissen hätte. Somit habe ich nicht nur meinen Glauben verleugnet, sondern sogar noch gelogen.

All das passiert mit Worten, je nach dem für welche Antwort wir uns entscheiden, haben wir entweder eine sehr gute Gelegenheit, um ein Glaubenszeugnis zu geben, oder aber wir haben hinterher Grund, um beschämt zu sein und Gott um Vergebung zu bitten. Wenn wir unseren HERRN bezeugen wollen, müssen wir die Menschfurcht ablegen. Und das Rezept dazu lautet: In dem Maße, wie unsere Gottesfurcht zunimmt, nimmt unsere Menschenfurcht ab. Was im Umkehrschluss natürlich bedeutet: Wo die Gottesfurcht weicht, zieht die Menschenfurcht ein. Doch wenn wir Kinder Gottes sind, haben wir keine Ausrede, denn sind wir Seine Kinder, dann haben wir auch Seinen Geist, und haben wir Seinen Geist, dann gilt: Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht (2.Tim 1,7). Direkt nach dieser Feststellung kommt die Aussage: Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn (V8), und diese Worte gelten jedem Kind Gottes. Wenn uns Jesus wirklich etwas bedeutet, dann müssen wir auch öffentlich zu IHM stehen, schließlich erwarten wir doch auch, dass ER sich einst zu uns bekennen wird. Entscheidend an diesem Punkt ist vor allem unser Gebetsleben; sowie die Frage, wie viel Zeit wir ins persönliche Bibelstudium investieren. Voll Geistes wird man, indem man die Gnadenmittel anwendet, die Gott verordnet hat. Bewegen wir Sein Wort im Herzen, ist es das, wovon unser Denken erfüllt ist, dann wird es sich auf unser Handeln auswirken, und zwar insofern, dass unser Tun und Reden, von Gottesfrucht geprägt ist.
Dass gerade auch dies hinsichtlich unseres missionarischen Eifers entscheidend ist, zeigen uns die Prinzipien, die der Apostel Paulus für seinen Dienst nannte, und diese finden wir in 2.Korinther, Kapitel 5, wo in Vers 11 folgende Aussage zu finden ist: Weil wir nun wissen, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir Menschen zu gewinnen. In diesem Bewusstsein, in Ehrfurcht vor Gott, war der missionarische Eifer des Apostel Paulus begründet, doch er nennt in Vers 14, noch einen weiteren Grund, und dieser lautet: Denn die Liebe Christi drängt uns.
Es war diese Retterliebe des Herrn Jesus, die Paulus erfasst hatte, und das Bewusstsein, dass ohne das stellvertretende Opfer, das Christus am Kreuz vollbracht hat, niemand am Tag des Gerichts vor Gottes gerechtem Zorn bestehen kann. Aus diesem Grund war es ihm so wichtig, die Botschaft der Erlösung publik zu machen, und zwar als treuer Zeuge und nicht aus oberflächlicher Menschengefälligkeit, nicht um sich überall beliebt zu machen, nicht um jedem das zu erzählen, was er hören wollte. Sondern, so schreibt es Paulus selbst, wie wir von Gott tauglich befunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft (1.Thess 2,4). Warum von Gott tauglich befunden? Weil sie nicht Menschen, sondern Gott gefallen wollten, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott.
Und worum geht es im Wesentlichen, wenn wir Gott gefallen wollen? Es geht darum, dass wir IHM die Ehre geben, die IHM zusteht, es geht darum, dass wir IHN verherrlichen. Lange Zeit war ich der Überzeugung Evangelisation sei die höchste Berufung des Christen, doch es gibt noch etwas, das darübersteht, und das ist die Verherrlichung Gottes, und damit kommen wir zum letzten Punkt, wofür unsere Zunge bestimmt ist.


 

7.Mein Mund soll das Lob des HERRN aussprechen

Bei der Tempelreinigung hat Jesus etwas gesagt, das in unserer Generation immer mehr in Vergessenheit gerät, und ist folgendes: „Mein Haus soll ein Bethaus heißen; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus“ (Mt 21,13; Mk 11,17; Lk 19,46). Dreimal finden wir diese Aussage, bei der es sich um ein Zitat aus dem Buch Jesaja handelt (Jes 46,7), im Neuen Testament, 3 Evangelisten war es aufs Herz gelegt, diese Worte des HERRN zu überliefern. Was anderes kann das für einen Grund haben, als die Wichtigkeit dieser Worte zu unterstreichen? Es ist als würde der Heilige Geist diese Worte dreimal unterstreichen, um uns den Zweck des Tempels und somit jedes Gotteshauses vor Augen zu stellen. Vermutlich achten wir auf die Negativaussage, dass es keine Räuberhöhle sein soll und schon sind wir mit dem Thema durch, doch das ist zu kurz gedacht, worauf wir achten müssen, ist der eigentliche Zweck, die eigentliche Bestimmung, und dies ist die Verehrung Gottes. So fordert der Psalmist auf: Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen! (Ps 100,4).
Aus diesem Grund war der Tempel errichtet worden, es ging um die Verehrung Gottes und darum Seinem Namen den Dank zu opfern, der IHM zusteht. Leider war dies von lauter Geschäftigkeit und Profitgier in den Hintergrund gedrängt worden, so dass der Tempel eher an eine große Markthalle erinnerte, als an ein Haus, in dem der lebendige Gott verehrt werden sollte. Der Jesus, der heute gepredigt und vermittelt wird, hätte sicher großzügig und tolerant über diesen Missstand hinweggesehen, doch der, den uns das Zeugnis der Heiligen Schrift vor Augen stellt, machte sich eine Geisel, stieß die Tische der Wechsler um, und trieb Händler und Tiere aus dem Tempelbereich. Gut, sagt man hier, wir sind ja da ganz anders unterwegs. Mag sein, aber ist es auch der richtige Weg? Ein Bethaus soll es sein, ein Ort an dem Gott verherrlicht und verehrt wird, nicht einer, an dem sich Clowns und Entertainer ins Rampenlicht stellen, sondern ein Ort an dem die Verehrung Gottes im Mittelpunkt steht. Nicht die Frage, ob es jedem gefällt, ob es nach jedermann Geschmack ist, sondern die Frage, ob es wirklich um die Ehre und das Lob Gottes geht, ist das Prüfkriterium. Gerade die besucherfreundlichen Konzepte und all die Wachstumsprogramme, die man heute im großen Stil durchführt, werden diesem Prüfkriterium nicht gerecht, denn hier geht es nicht um die Frage, was die Schrift zu diesem Thema lehrt, sondern um die Frage, wie man Gottesdienste so gestalten kann, dass sich weltliche Menschen wohlfühlen. Dabei bleibt sowohl die Verehrung Gottes, als auch der wahre Sinn jeder christlichen Gemeinschaft, auf der Strecke; und dieser besteht laut Epheser 4,11 in der Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi. Bis wir, so Paulus weiter, alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Maß der vollen Reife Christi.

Die wahre christliche Gemeinde ist die Versammlung der Heiligen, Ziel eines Gottesdienstes ist die Verherrlichung Gottes und diese ist ohne Zweifel auch darin zu sehen, dass die Heiligen zugerüstet werden. Aber dies geschieht nicht, wenn die Botschaft weltlichen Vorstellungen und Wünschen angepasst wird, sondern vielmehr indem die gesunde Lehre Inhalt der Verkündigung ist. Dies ist Vorrausetzung um immer mehr zu erfassen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, die in der Liebe Christi zu erkennen ist, die alle Erkenntnis übertrifft (Eph 3,17). Und je mehr die Gemeinde zu dieser Gottesfülle gelangt, je mehr wird sich das Lob Gottes mehren, denn je mehr uns bewusst wird, wie überreich wir in Christus beschenkt wurden, je mehr Grund werden wir haben, den Vater im Namen des Sohnes zu rühmen und zu preisen. Und je mehr dieses Lob Gottes über unsere Lippen kommt, je mehr erfüllt unsere Zunge ihren wahren Zweck. Denn wenn es bereits der Sinn der ursprünglichen Schöpfung war, dass Gott verehrt und verherrlicht würde, wieviel mehr ist es dann bei jenen der Fall, die neu erschaffen wurden in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 4,24).

Überlegen wir uns doch, warum hat sich Gott im Alten Bund das Volk Israel ausgesondert, was war Seine Absicht? Sie waren erwählt um Seinen Namen groß zu machen. Nicht weil Sein Name nicht große wäre, sondern weil sich die Menschheit nicht der Größe und Herrlichkeit ihres Schöpfers bewusst war. Israel sollte den Namen Gottes den Nationen kundmachen, sie sollten das Lob Gottes in die Welt hinaustragen. Und was ist die Absicht Gottes mit dem Volk des Neuen Bundes? 1. Petrus 2,9 gibt uns die Antwort: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.
Was ist die Aufgabe eines Priesters, wenn nicht die Verehrung Gottes? Wenn nun alle Gläubigen als ein königliches Priestertum bezeichnet werden, was anderes kann ihre Zusammenkünfte kennzeichnen, als die Verehrung und Verherrlichung Gottes? Gott wohnt im Lobpreis Seines Volkes. Aber du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels! (Ps 22,4) schreibt David.
Gilt dieses Psalmwort etwa jenen, die sich darauf spezialisiert haben die Massen zu elektrisieren? Jene, die eine gute Band haben, die richtig einheizen kann, um alle in ein seelisches Stimmungshoch zu versetzen? Oder sind es jene, die die Massen durch weltliche Promis anlocken? Oder ist es vielleicht da, wo man Clowns und Entertainer präsentiert, damit alle gut unterhalten werden und jeder Gottesdienstbesucher auf seine Kosten kommt?
Ich behaupte nein, ich behaupte es wird alleine da der Fall sein, wo Gott der Vater im Geist und in der Wahrheit angebetet wird. Wo heilige Hände aufgehoben werden, wo der Gottesdienst ungeheuchelt und mit reinem Gewissen abgehalten wird. Nur dieses Lob nimmt Gott der Vater an.

Doch dieses Lob sollte keine einmalige Angelegenheit sein, vielmehr sollte es beständig in unserem Munde sein. Wir sollten so von Gottes Liebe und Seiner unbegreiflichen Güte überwältigt sein, dass wir in das Lob der Psalmisten einsteigen können, und Vorsätze wie die folgenden treffen können:
Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein (Ps 34,2).
Mein Mund ist voll von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag (Ps 71,8).
Mein Mund soll das Lob des HERRN aussprechen, und alles Fleisch preise seinen heiligen Namen immer und ewig! (Ps 145,21).
Leider machen wir vieles aus Routine, leider vergessen wir oft all zu leicht, was wir Gott zu verdanken haben. Oftmals suchen wir auch auf unserer Seite nach dem Lobenswerten, anstatt auf Seiner Seite. Dabei vergessen wir, dass alle Gute Gabe allein von Gott kommt (vgl. Jak 1,17), und dass es, sofern wir wirklich wiedergeboren sind, allein Seiner Gnade zu verdanken ist. Wir sagen, wir sind in Christus, weil wir uns für Christus entschieden haben, doch die Schrift sagt:  Aus ihm (Gott) aber kommt es, dass ihr in Christus Jesus seid, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung (1.Kor 1,30). Und warum wird uns das gesagt? Dass sich vor Gott kein Fleisch rühme (V 29), wird uns ein Vers zuvor gesagt und in Vers 31 lesen wir: Damit, wie geschrieben steht: "Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!" Gläubige wurden weder erlöst, um sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, noch um auf andere herabzusehen, sondern um voll Staunen und Dankbarkeit ihren Blick auf den zu richten, der Anfänger und Vollender ihres Glaubens und Urheber ewigen Heils geworden ist (vgl. Hebr 12,2: 5,9).
Immer wieder werden wir durch das Wort Gottes zum Lob Seines Namens aufgefordert. Nicht nur die Psalmen sind voll davon, auch im Neuen Testament werden wir dazu angewiesen, so heißt es in Epheser 5,19: Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen. Und im Kolosserbrief finden wir die Aufforderung: Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen (Kol 3,16). Hier steht reichlich, nicht sparsam, ebenso wird deutlich, dass es um eine tiefe Dankbarkeit gehen soll, die aus unserem Herzen kommen soll. Die Frage die sich jeder, einschließlich mir, stellen sollte lautet: Warum kommt das Lob Gottes in unserem Leben oftmals zu kurz? Warum ist es nicht die erste Priorität in unserem Leben? Warum nehmen wir oft nur so schwerfällig war, dass das Lob Gottes unsere höchste Erfüllung ist? Der Himmel ist erfüllt vom Lob Gottes. Denken wir nur an die Situation, als dem Prophet Jesaja ein Einblick in das Reich Gottes gewährt wurde. Als er im Geist den Thron Gottes sah, wo er den HERRN auf einem hohen erhabenen Thron erblickte. Der Saum des HERRN erfüllte den Tempel. Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! (Jes 6,3-4).

Im Himmel wird Gott Tag und Nacht gelobt, wie spärlich ist doch im Vergleich dazu oft das Lob von Gottes Volk hier auf Erden? Wie viele Menschen beten gedankenlos die Worte aus dem Vaterunser, die die Bitte: „Wie im Himmel so auf Erden“ (Mt 6,10), zum Ausdruck bringen. Ist uns bewusst, dass wir selbst hinter diesen Worten stehen sollten? Wenn ich bete, dass es hier auf Erden so sein soll, wie im Himmel, dann dürfen meine Lippen nicht stumm sein, sondern im Gegenteil: Sie sollten überfließen vom Lob Gottes. Wie können wir angesichts dessen, was ER für uns getan hat, so stumm sein, wie Steine am Wegesrand? Achten wir doch einmal auf das, was Jesus einst zu den hartherzigen Pharisäern sagte, als diese unwillig wurden, weil das Volk euphorisch feierte, dass Jesus auf einem Eselsfüllen in Jerusalem einzogt. Als das Volk rief: „Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“, sagten die Pharisäer zu Jesus: „Meister, weise doch deine Jünger zurecht!“ Darauf antwortet Jesus: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien!“ (Lk 19,38-40). Flehen wir doch zu IHM, falls unsere Herzen kalten Steinen gleichen, und vertrauen wir auf das, was ER an anderer Stelle zu den Pharisäern sagte: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken (Mt 3,9).
Wir wurden geschaffen um Sein Lob zu mehren, das ist letztlich Sinn und Ziel von Gottes Schöpfung. So wie geschrieben steht: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme (Ps 19,2-4). Doch wie ist es um unser Lob bestellt? Zählen wir auch zu jenen, die der Meinung sind, ein Gottesdienst müsse sich ausschließlich um uns und unsere Wünsche drehen? Oder sind wir bereit, wahrzunehmen, was Jesus bei der Tempelreinigung gesagt hat? Mein Haus soll ein Bethaus heißen“, waren Seine Worte, und wir finden diese unmittelbar nach dem, was wir eben betrachtet haben. Unmittelbar nach der Aussage: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien! (40)“, lesen wir in den Versen 41-44 wie Jesus über Jerusalem weinte, weil das Gericht Gottes bevorstand, und ab Vers 45 kommt der Bericht über die Tempelreinigung. Jesus hatte ankündigt, dass dieser Tempel keinen Bestand haben wird, und wo ist die Ursache zu sehen, wenn nicht darin, dass er zweckentfremdet wurde? Anstatt, wie vorgesehen, darin Gott die Ehre zuteilwerden zu lassen, die IHM zusteht, hatte man den Tempel in eine Räuberhöhle verwandelt. Der Tempel, der als Behausung Gottes gedacht war, der ausschließlich für die Heiligkeit und Herrlichkeit Gottes bestimmt war, der war für menschliche Zwecke und Interessen missbraucht worden. Das Heiligtum des lebendigen Gottes wurde entweiht, weil es sich längst nicht mehr um die Verehrung Gottes drehte, sondern nur um die Verwirklichung menschlichen Ziele. Muss es einen hier noch wundern, dass kein Stein auf dem anderen blieb?
Doch wie steht es nun um uns? Sind wir uns dessen bewusst, dass unser Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist? Die Frage aus 1. Korinther 6, die da lautet: Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Ist an uns gerichtet. Ebenso die Feststellung: Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Wie die Aufforderung: Verherrlicht nun Gott mit eurem Leib! (1.Kor 6,19-20). Wer ein Kind Gottes ist, darf weder vergessen, dass er teuer erkauft wurde, noch, dass er nicht mehr sich selbst gehört. Wir sind Sein Eigentumsvolk, ein Volk, für das sich Christus selbst gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken (Tit 2,14). Viele sehen in diesen guten Werken nur soziales Engagement, und keine Frage, Nächstenliebe ist hier auch beinhaltet, doch vor dem Gebot der Nächstenliebe, seht die Aufforderung: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst (Lk 10,27). Gott muss immer den ersten Platz in unserem Herzen und Leben haben, daher fordert uns Römer 12,1 auf: Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.

Wenn wir uns nun noch einmal an das zurückerinnern, was wir im Jakobusbrief gesehen haben, dann ist auch klar, mit welchem Körperglied wir anfangen sollen, es ist unsere Zunge. Wenn wir unsere Worte nicht in den Griff bekommen, wird es uns auch nicht gelingen unseren Körper zu zügeln. Im Umkehrschluss gilt, was Jakobus sagt: Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten (Jak 3,2). Doch wenn wir dies missachten, dann gelten ebenso Worte des Jakobusbriefes, und zwar die folgenden: Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig (Jak 1,26). Bedenken wir all dies, sehen wir einmal mehr die Bestätigung, dass wir in der völligen Abhängigkeit vom HERRN stehen. „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“, hat Jesus gelehrt. „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun!“ (Joh 15,5). Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass wir uns nähren durch die gesunde Lehre der Schrift und dass wir beherzigen, was Paulus den Thessalonichern geschrieben hat: Betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch (1.Thess 5,17-18). Setzen wir unsere Zunge doch dafür ein, denn dann erfüllt sie ihren wahren Zweck, niemand muss uns dazu anhalten, zu klagen. Woran man uns erinnern muss, ist die Aufforderung: Seid dankbar in allen Dingen. Der Lebensinhalt von Jesus war immer die Verherrlichung des Vaters. Alles, wirklich alles hatte ER diesem Ziel untergeordnet, dass der Name des Vaters geehrt wird. Wenn wir Christus nachfolgen wollen, dann gilt es, unser Leben demselben Ziel unterzuordnen. Über allem muss die Ehre Gottes stehen. Daher schließe ich mit den Worten des Apostel Paulus: Was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre (1.Kor 10,31).

 

Amen

 

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