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Die Mauern von Jericho und die Botschaft vom Kreuz

Veröffentlicht am: 01.04.2017

In diesem Beitrag soll es darum gehen, anhand einer alttestamentlichen Begebenheit, etwas wahrzunehmen, das gerade in unseren Tagen gerne übersehen wird. Ausgangstext soll zunächst der Bericht über die Einnahme der Stadt Jerichos sein. Ziel ist es, eine ganz bestimmte Lehre aus diesem Text wahrzunehmen, um sie auf unser Verhalten, insbesondere in Bezug auf die Verkündigung des Evangeliums, zu übertragen. Folglich werden wir noch einen zweiten Textabschnitt betrachten, und diesen finden wir im 1.Korinterbrief, und zwar geht es erneut um die Haltung von Paulus, der unabhängig aller Erwartungen, den festen Vorsatz: „Wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten!“ (1.Kor 1,23), gefasst hatte. Im letzten Beitrag, war dies bereits der Ausgangsvers, doch in dieser Fortsetzung soll das Thema anhand des Textumfeldes und weiterer Bibelstellen aus den Korintherbriefen, vertieft werden. Doch beginnen wollen wir mit dem alttestamentlichen Bericht über die Einnahme der Stadt Jericho, den wir in Kapitel 6 finden, wo in den ersten 6 Versen folgendes berichtet wird:

Und Jericho hatte seine Tore geschlossen und blieb verschlossen vor den Söhnen Israel. Niemand ging heraus, und niemand ging hinein. Da sprach der HERR zu Josua: Siehe, ich habe Jericho, seinen König und seine tüchtigen Krieger in deine Hand gegeben. So zieht nun um die Stadt: alle Kriegsleute, einmal rings um die Stadt herum! So sollst du es sechs Tage lang machen. Und sieben Priester sollen sieben Widderhörner vor der Lade hertragen. Aber am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt herumziehen, und die Priester sollen dabei in die Hörner stoßen. Und es soll geschehen, wenn man das Widderhorn anhaltend bläst und ihr den Schall des Horns hört, dann soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei erheben. Die Mauer der Stadt wird dann in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin (Josua 6,1-5).
Weiter sagt der Bericht, dass Josua Gottes Anweisung an die Priester und das Volk weitergab und dass diese das Wort des HERRN genau befolgten. Ohne irgendeine Diskussion, ohne Einwände, ohne Bedenken, zogen die Soldaten und sieben Priester samt Bundelade um die Stadt Jericho. Dabei hielten sie sich exakt die Anweisung, die Josua vom HERRN empfangen hatte: Keinen Lärm zu machen und sich ganz still zu verhalten, bis Josua ihnen befehlen würde, ein lautes Kriegsgeschrei anzustimmen. Dies machten sie genau nach dem Wort des HERRN, sechs Tage lang umkreisten sie die Stadtmauern Jerichos und kehrten dann wieder in ihr Lager zurück. Am siebten Tag brachen sie bereits bei Sonnenaufgang auf und zogen wie zuvor um die Stadt herum, an diesem Tag jedoch siebenmal. Beim siebten Mal, als die Priester in die Hörner bliesen, rief Josua seinen Männern zu: „Schreit, so laut ihr könnt! Der HERR gibt euch Jericho!“ Und dann heißt es in Vers 20: Da erhob das Volk das Kriegsgeschrei, und sie stießen in die Hörner. Und es geschah, als das Volk den Schall der Hörner hörte, da erhob das Volk ein großes Kriegsgeschrei. Da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk stieg in die Stadt, ein jeder gerade vor sich hin, und sie nahmen die Stadt ein.

Wer nun denkt, dies sei eine alttestamentliche Geschichte, die uns, die wir im Neuen Bund leben, nichts mehr zu sagen hat, der beachte, dass im Hebräerbrief darauf Bezug genommen wird, indem geschrieben steht: Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren (Hebr 11,30). Des Weiteren wird uns Römer 15,4 gesagt: „Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen“ und in 1.Korinther 10,6, lesen wir in Bezug auf das, was im Alten Testament über das Volk Israel berichtet wird: „Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen“.

Soweit zu diesem unberechtigten Einwand, doch nun noch einmal zur Absicht dieses Beitrags: Es soll nicht um eine vollständige Auslegung dieses Bibelabschnitts gehen, sondern nur um einen ganz bestimmten Aspekt. Ein Aspekt, der unübersehbar ist, und das ist die Tatsache, dass das Volk eine ganz klare Anweisung hatte, und dass ihnen Gott zuvor eine klare Verheißung gegen hatte. Die Anweisung lautete, die Stadt 6 Tage zu umziehen und es am 7. Tag siebenmal zu tun, des Weiteren war vorgegeben, die Bundeslade mitzutragen und dies unter der Begleitung von sieben Priestern mit Widderhörnern. Am 7.Tag dann galt es in die Hörner zu stoßen und auf den Befehl Josuas, ein lautes Kriegsgeschrei anzustimmen. Und die Verheißung, woraufhin sie dies tun sollten lautete: „Siehe, ich habe Jericho, seinen König und seine tüchtigen Krieger in deine Hand gegeben“.
Was der Text ebenso deutlich zeigt, ist der Gehorsam des Volkes und der Beweis, dass Gott zu Seinem Wort steht. Genauso wie ER es ihnen zugesagt hatte, genauso hat es sich auch ereignet. Durch die Macht Gottes stürzte die Mauer jener Stadt ein, die zuvor als uneinnehmbar galt, so dass die Israeliten die befestigte Stadt problemlos einnehmen konnten.

Kommen wir nun zum Textabschnitt aus dem Korintherbrief, wo der Apostel Paulus im 1.Kapitel folgendes zu Papier gebracht hat: Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: "Ich werde die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen werde ich verwerfen." Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten. Und weil denn Juden Zeichen fordern und Griechen Weisheit suchen, predigen wir Christus als gekreuzigt, den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit; den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.  Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen (1.Kor 1,23-25).

Worauf es mir hier ankommt, ist die Tatsache, dass wir genau wie im Text aus dem Buch Josua, sowohl eine klare Anweisung finden, als auch eine klare Verheißung. Denn Paulus hatte einen klaren, eindeutigen Auftrag vom HERRRN erhalten, und er hatte auch eine Zusage, dass sein Dienst, trotz zu erwartender Widerstände, Frucht bringen würde. Er hatte den klaren Auftrag erhalten, das Evangelium zu verkündigen, und er hatte auch das feste Vertrauen, dass es nicht vergeblich sein würde. Doch warum habe ich das Beispiel mit der Einnahme von Jericho vorangestellt? Nun, es ist Paulus selbst, der mich darauf gebracht hat. Und zwar durch folgende Aussage aus dem 2. Korintherbrief: Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleisch denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir überspitzte Gedankengebäude und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi (2.Kor 10,3-5). Paulus spricht hier vom Zerstören von Festungen, und diese Bild war auch den Korinthern sehr gut vertraut, denn sie hatten mit der Burg von Akrokorinth ein sehr anschauliches Beispiel vor Augen. Paulus greift diese Bild auf, indem er von Gedankengebäuden spricht und diese mit Festungen vergleicht, die es zu zerstören gilt. Wodurch wir eine gute Metapher für ein unerlöstes Menschenherz haben; es gleicht einer uneinnehmbaren Festung. So wie Jericho zurzeit Josuas, als uneinnehmbare Stadt galt, so verhält es sich mit dem durch Sünde gefangenen und verblendeten Menschen. Er hat 1000 Gegenargumente, die er vorbringt, um das Evangelium abzulehnen. Wie jeder Pfeil, der Israeliten an den Stadtmauern von Jericho abgeprallt wäre, so sind alle menschlichen Bestrebungen, das steinerne Herz eines Unerlösten für Christus zu gewinnen, vergeblich. Aus diesem Grund, war Paulus nicht so töricht, einen geistlichen Kampf, mit menschlichen Waffen zu führen, vielmehr lesen wir: Die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen.

Genau aus diesem Grund, war er nicht bereit, auch nur in der geringsten Weise, von dem abzurücken, was ihm aufgetragen war. Wohlwissend, dass er sich mit seiner Botschaft nicht nur Freunde machen würde, wohlwissend, dass seine Botschaft den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit sein würde, nahm er sich nicht die Freiheit, irgendetwas an der anstößigen Botschaft zu ändern. Wenn wir der Botschaft des Evangeliums treu sein wollen, müssen wir genauso konsequent und treu sein, wie es Paulus war. Denn an wen sollte dieser Auftrag laut Paulus übertragen werden? Wir finden die Antwort in der Anweisung die Paulus seinem Schüler Timotheus diesbezüglich gibt. Doch hier schreibt er nicht: Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das befiehl kreativen Menschen an, die in der Lage sind, die Botschaft stets am Geschmack der Zuhörer auszurichten, sondern: Und was du von mir gehört hast durch viele Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren. (2.Tim 2,2). Und weil Paulus genau wusste, dass Timotheus leidensfähig sein musste, um diesen Standpunkt zu vertreten, weil er wusste, dass Timotheus dafür viel Kritik einstecken würde, fügte er dieser Aufforderung, die Worte: Leide mit als ein guter Streiter Christi Jesu (V 3), hinzu.

Es ist heute nicht anders, auch in unseren Tagen ist die Wahrheit hart umkämpft. Jeder der treu an der Botschaft festhält, muss damit rechnen, als engstirnig, wenn nicht gar als gefährlich eingestuft zu werden. Doch hier gilt es standhaft zu sein, und das Evangeliums zu verteidigen. Denn diese Botschaft ist das uns anvertraute, kostbare Gut, das es zu bewahren gilt, anstatt es, um eines oberflächlichen Friedens willen, preiszugeben. Das Evangelium ist keine flexible Diskussionsgrundlage, bei der man nach Belieben Abstriche machen kann oder Modifikationen hinzufügbar wären, bis es letztlich jedem passt. Egal auf welche Art die Botschaft verändert wird, wer sich darauf einlässt, ist nicht nur gegenüber dem Missionsbefehl untreu, sondern zeigt zugleich, dass er kein Vertrauen in Gottes Wort hat. Von daher stimme Dr. James White voll und ganz zu, wenn er sagt: „Die Botschaft wurde uns zur Verkündigung anvertraut, nicht zu Veränderung. Wir sind nur dazu berufen, dass wir das Evangelium kündigen, nicht dass wir es beliebt machen“.1

Soweit also zum klaren Auftrag, doch ich habe auch eine klare Verheißung erwähnt, doch wo finden wir diese? Meist achten wir eher auf die Negativaussage, die besagt, dass das Wort vom Kreuz eine Torheit ist, denen die verloren gehen, doch der Text sagt noch mehr, er sagt: Uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Uns fällt auf, dass der Text sagt: Den Juden ein Ärgernis und den Nationen eine Torheit, doch der Text sagt auch: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Und Zweitgenanntes ist die Verheißung, das ist es, worauf wir hoffen dürfen, wenn wir der Botschaft treu sind, indem wir sie unverfälscht und vollständig weitergeben. Es war diese Verheißung, auf die Paulus gehofft hat, er wusste, dass die Berufenen diese Botschaft annehmen würden. Gerade in Bezug auf die Korinther hatte Paulus sogar eine ganz konkrete Zusage bekommen. Denn noch ehe er die Früchte seines Dienstes sah, hatte ihm der HERR gesagt: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt!“ (Apg, 18,9-10). Dieses große Volk, vom dem der HERR gesprochen hatte, waren die Berufenen. Dass dem so ist, sehen wir gleich zu Beginn des Korintherbriefes, wenn Paulus schreibt: An die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen (1.Kor 1,2).

Es sind die Berufenen, es sind die Auserwählten, auf die sich Gottes Verheißung bezieht, dass Sein Wort nicht leer zurückkommen wird. Gott selbst ist es, der dafür sorgt, indem ER die Herzen Seiner Außerwählten erneuert. Doch wie entsteht dieser Glaube bei den Berufenen? Durch die Verkündigung des unverfälschten Evangeliums. Keine Frage, es wird Widerstände geben, die Botschaft wird nicht allen gefallen, doch wie wir in diesem Text sehen, es ist ein und dieselbe Botschaft, die diese zwei völlig entgegengesetzten Reaktionen hervorruft. Während es denen, die verloren gehen, eine Torheit ist, erkennen die Berufenen in dieser Botschaft, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Das erkennen sie nicht aufgrund unserer guten menschlichen Argumente, sondern weil es Gott Wohlgefallen hat, die selbstgefällige Weisheit dieser Welt, zunichte zu machen. Menschen, die sich für so überaus klug halten, dass sie die Wahrheit niederhalten, ja, die sich zwar vor der Schöpfung verbeugen und von einem Wunder der Natur sprechen, doch anstatt dem Schöpfer dafür die Ehre zu geben, ehren sie lieber den Zufall. Weit ab von jeglicher, menschlichen Logik, will der Mensch partout nicht wahrhaben, dass er gegenüber seinem Schöpfer verantwortlich ist, und ein Großteil leugnet sogar Seine Existenz. So hat sich der Mensch eingeigelt hinter meterhohen Mauern. Er versteckt sich hinter seinen Ideologien, Philosophien und ist der festen Überzeugung, ohne Gott auszukommen. Doch warum diese Abwehrmechanismen, warum diese Ablehnung gegen den, dem er nicht nur sein Leben, sondern jeden Atemzug zu verdanken hat? Ganz einfach, weil die Menschheit in Rebellion gegen ihren Schöpfer lebt. Der Mensch hat vielleicht kein Problem eine höhere Macht oder irgendetwas Religiöses zu akzeptieren, aber nicht einen Gott, der den Anspruch hat, zu regieren; nicht einen Gott, der spricht: »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen« (Röm 14,11; Jes 45,23).

Und hier komme ich noch mal auf ein Zitat von Dr. James White zurück, er kommt bezüglich dessen, warum Gläubige, die das Evangeliums treu verkündigen, mit Widerstand rechnen müssen, zu folgender Feststellung: Warum müssen wir uns mit Apologetik befassen? - Weil unsere Botschaft Jesus Christus als den Herrn aller Herren repräsentiert. Und diese Proklamation richtet sich direkt gegen die Rebellion des Menschen. Ob es religiöse Rebellion ist, in Form von falschen Religionen, oder säkulare, in Form von Humanismus, Atheismus und Gottlosigkeit. Als Ergebnis davon, wenn wir treu an der Botschaft des Evangeliums festhalten, werden wir Rechenschaft abgeben müssen.1

Das sind die Gedankengebäude, die nicht mit menschlichen Mitteln zum Einsturz gebracht werden können. Genau in diesem Sinne gleicht das Herz eines Menschen, einer uneinnehmbaren Festung. Daher ist es nicht zielführend, dieses geistliche Problem, mit menschlichen Methoden angehen zu wollen. Bedenken wir doch, wenn uns Gott durch Sein Wort sagt: Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott (1.Kor 3,19), was für einen Sinn sollte es dann ergeben, diese Weisheit einzusetzen um Menschen für Christus zu gewinnen? Es muss uns bewusst sein, weder menschliche Raffinesse, noch ausgefeilte Methoden, basierend auf menschlicher Weisheit, sind das geeignete Mittel. Die gewaltigen geistlichen Festungen, können nur durch geistliche Waffen zerstört werden, und auf geistlichem Gebiet zählt allein der Gehorsam und die Treue gegenüber dem geschriebenen Wort. Paulus war sich dessen vollkommen bewusst. Er hatte es akzeptiert, dass es Gott wohlgefallen hat, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten. Sein Standpunkt war: Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen, und das Schwache Gottes ist stärker als die Menschen (1.Kor 1,25).

Betrachten wir hierzu noch einmal, was Gott dem Volk Israel aufgetragen hatte. Müssen wir nicht zugeben, dass die Methode, mit der sie Jericho einnehmen sollten, rein menschlich gesehen, auch töricht war? Der einzige Grund, warum es ihnen dennoch gelungen ist, war der, weil sie sich auf eine Verheißung Gottes gestützt hatten, und sich exakt an das hielten, was Gott angeordnet hat. Jeder andere Weg, der sich vielleicht noch so klug, noch so vernünftig, noch so vielversprechend angehört hätte, wäre von vorne herein zum Scheitern verurteilt gewesen, weil sie in diesem Fall, eben nicht die Macht Gottes hinter sich gehabt hätten, sondern Gott durch ihr Verhalten gekränkt hätten. Denn was zeigen Menschen, die Gottes Ratschluss verwerfen, deutlicher, als dass sie sich Gott überlegen fühlen? Wenn uns nun Gott durch Sein Wort sagt: „Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, hat es Gott wohlgefallen, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu retten“, wie kommen dann so viele Gläubige darauf, sie würden mit menschlicher Weisheit, mehr erreichen, als mit der Torheit der Predigt? Paulus kannte die Erwartungshaltungen, er hat sie selbst beschrieben, aber nicht nur das, Paulus wäre durchaus in der Lage gewesen, darauf einzugehen. Er war Apostel und er hatte auch die Zeichen eines Apostels, so dass durch ihn Wunder geschahen (vgl. 2.Kor 12,12). Dennoch setzte er diese Gabe nicht ein, um die Juden zu beeindrucken. Zudem war Paulus sehr intelligent, durch seinen hohen Bildungsstand wäre es ihm nicht schwer gefallen, mit großen philosophischen Reden aufzutrumpfen, um die Erwartungen der Griechen zu erfüllen. Doch er machte weder von dem einen, noch von dem anderen gebrauch, sondern bleib bei dem festen Vorsatz: „Nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten“ (1.Kor 2,2), und warnte an anderer Stelle sogar ausdrücklich: „Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß“ (Kol 2,8).

Paulus war bewusst, dass Errettung nicht im Bereich menschlicher Möglichkeiten oder Überlegungen steht, sondern allein in der Macht Gottes. Nur in unserer Generation scheinen es immer weniger zu werden, die die Sicht eines Paulus, und somit die Lehre der Schrift, akzeptieren wollen. Erstens vielleicht, weil man sich nicht damit zufriedengeben will, dass es nur die Berufenen sind, die in der Botschaft des Evangeliums Gottes Kraft und Weisheit sehen, und zweitens, weil es wohl vielen nicht zeitgerecht und nicht ausgeklügelt genug erscheint. Sie halten es für aussichtslos, sich genau an das zu halten, was uns Gottes Wort sagt, und denken, dank ihrer Ideen und Methoden, könne man mehr erreichen. Außerdem will man auch nicht wahrhaben, dass es uns nicht freigestellt wäre, wie wir den Missionsbefehl umsetzen. Um das zu widerlegen, möchte gerne aus dem 3. Kapitel des 1.Korinterbriefes zitieren. Da schreibt der Apostel ab Vers 10: Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf; jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus (1.Kor 3,10-11). Wir sehen also, es geht in diesem Kapitel nicht um irgendwas, sondern um Gemeindebau. In Bezug darauf, macht Paulus noch einmal deutlich, dass allein Christus, das Fundament der Gemeinde sein kann. Und dann spricht er in Vers 18 folgende Warnung aus: Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr. Niemand betrüge sich selbst! Wenn jemand unter euch meint, weise zu sein in dieser Welt, so werde er töricht, damit er weise werde. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott (1.Kor 3,18-19).

Und hier sind wir wieder beim Thema aus dem 1.Kapitel, denn hier erklärt Paulus noch einmal, was von der Weisheit dieser Welt zu halten ist, indem er sagt: Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott. Wie um alles, können heute so viele Christen davon ausgehen, dass man weltliche Methoden und weltliche Weisheit einsetzen müsse, um Menschen für Christus zu gewinnen? Gerade jenen, gilt das Wort: Wenn jemand unter euch meint, weise zu sein in dieser Welt, so werde er töricht, damit er weise werde. Wir müssen diese weltliche Weisheit verwerfen, denn sie entspricht nicht der Weisheit, die von Oben kommt, vielmehr steckt hier ein anderer Geist dahinter. Es ist der Geist des Antichristen, es ist der Gott dieser Welt, der den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums nicht erkennen (vgl. 2.Kor 4,4). Ausgerechnet auf Grundlage dieser Weisheit, Menschen für das Evangelium gewinnen zu wollen, ist ein Widerspruch in sich. Satan führt nie zum Licht, sondern grundsätzlich hinters Licht. Dabei geht er äußerst raffiniert vor. Er hat immer eine Alternative, zu dem was Gott sagt, und alles hört sich immer sehr vernünftig und scheinbar klüger und besser an, als der ursprüngliche Befehl Gottes. Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass Satan nicht ohne Grund als Fürst dieser Welt bezeichnet wird. Die auf weltlicher Weisheit gegründeten Vernunftschlüsse, sind gegen die Wahrheit Gottes gerichtet, weil das Denken dieser Welt von Satan beeinflusst, kontrolliert, beherrscht und gesteuert wird. Das ist die unsichtbare geistliche Mauer, die dem Evangelium entgegensteht. Und diese Mauer, diese Gedankengebäude, diese Festungen können nur durch geistliche Waffen zum Einsturz gebracht werden.

Kommen wir an dieser Stelle wieder auf Josua zurück. Wie bereits festgestellt, war es eine sehr eigenartige Methode, eine uneinnehmbare Stadt dadurch einzunehmen, dass man einfach nur sieben Tage lang die Stadtmauer umkreist. Doch genau hier sehen wir das Vertrauen in Gottes Verheißung. Genau hier wird deutlich, dass sie absolut auf Sein Wort vertraut haben. Obwohl man zuvor nie etwas Derartige gehört hatte, glaubten sie fest an Sein Versprechen: „Siehe, ich habe Jericho, seinen König und seine tüchtigen Krieger in deine Hand gegeben!“ Allein aus diesem Grund heißt es im Hebräerbrief: Durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem sie sieben Tage umzogen worden waren. Es war das Vertrauen in die Macht Gottes, es war der Glaube, dass Gott zu Seinem Wort steht und nicht etwa die Folge von vernünftigen Überlegungen, so dass sie nachgedacht, und sich gesagt hätten: „Wenn wir laut genug schreien, werden die Schallwellen, die wir erzeugen, die Stadtmauer zum Einsturz bringen!“ Es war also nicht ihre menschliche Vernunft, die sie dazu veranlasste, sich exakt an das zu halten, was ihnen Gott aufgetragen hatte, sondern ihr Glaube an das, was Gott ihnen zugesagt hatte, es war ihr festes Vertrauen in Sein Wort.

Doch nun wieder zu uns, haben wir auch diesen Glauben in das Wort Gottes? Vertrauen wir darauf, dass die Botschaft des Evangeliums den Berufenen, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit ist? Wenn ja, dann gilt es, genau daran festzuhalten, und die Botschaft unverfälscht weiterzugeben. Wenn ja, dann können wir uns ein Beispiel an der Generation Josuas nehmen. Es waren nicht menschlich ausgeklügelte Kriegsstrategien, die die Mauern Jerichos zum Einsturz brachten, sondern wie gesehen, es geschah durch Glauben. Und genau an diesem Punkt gilt, was in Sprüche 3,5 gesagt wird: Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Noch deutlicher wird in Kapitel 28 gesagt: Wer auf seinen Verstand vertraut, der ist ein Tor; wer aber in Weisheit lebt, der wird entkommen (Spr 28,26). Da wo unser Verstand das Wort Gottes infrage stellt, müssen wir Seinem Wort mehr vertrauen als uns selbst. Denn es ist wie Jesus sagte: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!“ (Lk 18,27). Jeder Mensch glaubt an das, was er sieht, an das, was er sich vorstellen kann, doch echter Glaube stellt keine Berechnungen an, sondern rechnet mit der unbegrenzten Macht Gottes. Ein Zitat von William MacDonald bringt dies wie folgt auf den Punkt: Glaube bewegt sich nicht im Bereich des „Möglichen“. Die Herrlichkeit Gottes wird nicht offenbar in dem, was menschlich möglich ist. Der Glaube beginnt vielmehr da, wo die Macht des Menschen endet. 2

Genau dieser Aspekt ist auch entscheidend, wenn es darum geht, Menschen für Christus zu gewinnen. So wie die Israeliten damals keine menschlichen Möglichkeiten hatten, Jericho einzunehmen, so müssen wir wahrnehmen, dass es außerhalb unserer menschlichen Möglichkeiten steht, Menschenherzen für Christus zu gewinnen. Es ist dem Menschen nicht möglich, den allmächtigen Gott im Rahmen seiner eigenen Weisheit zu erkennen, daher macht menschliche Weisheit bei der Evangelisation überhaupt keinen Sinn. Die Verkündigung darf nicht auf Menschenweisheit oder Überredungskunst gegründet sein, sondern auf die Kraft des Evangeliums und auf das Wirken des Heiligen Geistes. Ein Zitat von Martyn Lloyd-Jones macht dies sehr gut deutlich: Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die den Ausschlag gibt, wir haben eine Kraft hinter uns und in uns, welche Mächtiger ist als der Feind und die Oberhand behalten wird und muss, aber der HERR ehrt nur diejenigen, die IHN ehren; ER erkennt nur solche an, welche zur reinen Lehre stehen und sie bekennen. Der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind (2.Tim 2,19). In Wirklichkeit sind die Reinheit und die Reinerhaltung des Glaubens und der Lehre ausschlaggebend. 3

Hätten sich Josua und seine Männer nicht exakt an das gehalten, was Gott ihnen aufgetragen hatte, wäre die Stadtmauer von Jericho nicht einstürzt, ebenso gilt, wenn wir uns nicht an die überlieferte Botschaft halten, wenn wir der Botschaft untreu sind, dann können wir nicht mit der Macht Gottes rechnen. Wie das Beispiel mit Josua zeigt, hatte Gott Seinem Volk einen klaren Auftrag erteilt, doch was ebenso deutlich wird, ist die Tatsache, dass es menschlich gesehen unmöglich war, diese Mauer zum Einsturz zu bringen. Was hier deutlich wird, ist die Lehre, dass wenn immer der HERR einen Auftrag erteilt, ER es ist, der auch dazu befähigt. Doch Voraussetzung ist, dass man sich auch an des hält, was ER geboten hat. Nur durch Gehorsam wird Gott verherrlicht, Ungehorsam hingegen zeigt, dass man IHN nicht für vertrauenswürdig hält. Folglich wird Gott durch jede Form des Ungehorsams verunehrt, da man IHN zum Lügner macht. Man gibt dadurch zu verstehen, dass man IHN für jemanden hält, der leere Worte macht. Viele Menschen bringen es trotzdem fertig, ein solches Verhalten als „Glaube“ zu bezeichnen. Fürwahr es ist „Glaube“, doch es ist kein Glaube an die Macht Gottes, sondern in die eigene Weisheit. Ja, man hält sich für Klüger als Gott, kein Wunder, dass uns Sein Wort sagt, Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott (1.Kor 3,18).

Beachten wir auch an wen die Worte: Denn die mich ehren, werde auch ich ehren, und die mich verachten, sollen wieder verachtet werden (1.Sam 2,30), gerichtet waren. Es war Eli. Es war in Bezug auf seine Söhne. Und warum bekam der Priester Eli diese Worte zu hören? Es war wegen seiner Halbherzigkeit. Beachten wir, dass dies in Gottes Augen als Ungehorsam bezeichnet wird, beachten wir weiter, dass Ungehorsam deutlich macht, dass Gott verachtet wird. Somit zeigt uns dieser Vers, dass man Gott durch Ungehorsam verachtet, im Umkehrschluss jedoch, dass wir Gott durch Gehorsam ehren. An dieser Stelle 3 Fragen:

1.Sind wir uns wirklich darüber im Klaren, dass Menschen, die Gott den Gehorsam verweigern, als solche bezeichnet werden, die Gott verachten?
2. Ist uns bewusst, dass in den Augen Gottes bereits Halbherzigkeit Ungehorsam ist?
3. Ist es nicht auch halbherzig, wenn nur das halbe Evangelium verkündigt wird? Wenn man das Ärgernis des Kreuzes beseitigen will, wenn man nur noch von der Liebe Gottes spricht, aber nicht von Seiner Heiligkeit?

Wenn wir uns an das Wort Gottes halten, dürfen wir nicht unterschlagen, dass Gott heilig ist, im Gegenteil, wir müssen sogar genau an diesem Punkt ansetzen. Wir müssen die Heiligkeit Gottes in den Vordergrund stellen, und Gott als den darstellen, über den gesagt wird: Deine Augen sind zu rein, als dass du Böses ansehen könntest (Hab 1,13). Dazu noch ein weiteres Zitat von Martyn Lloyd-Jones, der diesbezüglich, folgende Aussage gemacht hat: Es ist die Heiligkeit Gottes, die das Kreuz fordert. Das Kreuz hat also keine Bedeutung, wenn man nicht mit der Heiligkeit Gottes beginnt. Es überrascht nicht, dass das Kreuz von modernen Theologen nicht berücksichtigt worden ist; es liegt daran, dass sie mit der Liebe Gottes und ohne seine Heiligkeit begonnen haben. Doch Gottes Vergebung, so schreibt Lloyd-Jones weiter, sei nicht als ein schwacher Kompromiss Seiner Liebe zu sehen. Er kann Sünde nur in der Weise vergeben, wie er selbst es in seiner eigenen, heiligen Weise getan hat; genau das geschah am Kreuz. 4

Würde Gott einfach mal so ein Auge zudrücken, wäre das Kreuz völlig überflüssig. Jesus wäre völlig umsonst gestorben, wenn Gott nicht heilig wäre, so dass ER keine Sünde ungestraft lassen kann. Daher macht die Botschaft vom Kreuz nur Sinn, wenn wir mit der Heiligkeit Gottes beginnen. Heute redet man nicht mehr von Gottes Heiligkeit, und schon gleich gar nicht von Strafe und Gericht, denn mit nichts kann man sich heutzutage unbeliebter machen. Doch wie bereits festgestellt, wir haben weder den Auftrag uns selbst beliebt zu machen, noch die Botschaft beliebt zu machen. Paulus wusste das, und er wusste auch, dass die Botschaft in den Augen derer, die verloren gehen eine Torheit ist. Aber das ist, wie gesehen, nicht die einzige Wahrheit, die er uns vor Augen stellt, es gibt noch die andere Seite, und diese lautet: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Wer nun meint, man müsse die Botschaft anpassen, oder abschwächen. Wer meint, man müsse diplomatischer vorgehen, und dürfe die Leute auf gar keinen Fall mit Gottes Heiligkeit auf der einen Seite, und mit der sündhaften Natur des Menschen, auf der anderen, konfrontieren, der mag vielleicht Menschen für irgendetwas gewinnen, aber nicht für das Reich Gottes. Nicht dafür, dass sie ihre Knie vor Jesus Christus beugen und IHN wirklich als ihren HERRN und Erlöser annehmen. Aus diesem Grund ist jeder menschliche Versuch, genauso zum Scheitern verurteilt, als hätten die Israeliten mit Pfeilen auf die Stadtmauer geschossen. Eher wären die Pfeile zerbrochen, als dass auch nur ein Stein aus der Mauer gebrochen wäre. Nur das Wort Gottes hat die Kraft, Felsen zu zerschleißen, nur Sein Geist hat die Macht steinerne Herzen, in fleischerne Herzen verwandeln (Jer 23,29; Hes 36,26). Doch Sein Wort und Sein Geist wirken immer zusammen, niemals getrennt. Der Geist Gottes wirkt nur da, wo wir Seinem Wort treu sind, und nicht da, wo wir uns für weiser halten. Gehen wir hierzu ein letztes Mal auf das Beispiel mit dem Volk Israel ein. Wie gesagt, geschrieben steht, durch Glauben fielen die Mauern Jerichos, doch worin zeigte sich dieser Glaube? Er zeigte sich im Gehorsam, der nicht so aussah, wie man heute Gehorsam darstellt, nämlich in der Freiheit Gottes Wort nach Belieben zu interpretieren, sondern so, dass sie sich exakt an das hielten, was der HERR gesagt hatte. „Und sieben Priester sollen sieben Widderhörner vor der Lade hertragen. Aber am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt herumziehen, und die Priester sollen dabei in die Hörner stoßen“, hatte der HERR gesagt, und genau daran haben sie sich gehalten.

Sie haben nicht gesagt: „Ach, es würde doch reichen, wenn nur 5 Priester mitlaufen, dann haben wir im Lager schon 2 mehr, und wer weiß, falls doch was passiert, wäre der Verlust auch etwas geringer“ Es gab auch keine Überlegung die Bundeslade im Lager zu lassen, weil es ja so beschwerlich sei sie zu tragen. Auch hielt niemand die Widderhörner für überflüssig oder kam auf die Idee, es könnten doch noch weitere Instrumente eingesetzt werden. Ebenso wenig kam der Einwand, sich die ersten 6 Tage zu sparen und gleich am ersten Tag das Kriegsgeschrei anzustimmen.
Was wir hier sehen, ist das, was die Bibel unter Glauben versteht. Glaube diskutiert nicht mit Gott. Glaube meint nicht, einen besseren Plan zu haben, Glaube gehorcht in dem schlichten Vertrauen, dass Gott, erstens meint, was er sagt, und zweitens zu dem steht, was ER verspricht. Dies gilt übrigens im Positiven, wie im Negativen. Gehorsam gegenüber dem Missionsauftrag, hat die positive Verheißung: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Doch im Negativen gilt jenen, die sich nicht daran halten, und meinen es besser zu wissen: Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben.

Wer jedoch seinem HERRN und Seiner Botschaft treu ist, der kann sich darauf verlassen, dass Sein Wort nicht leer zurückkommt. Die Berufenen werden auf die Botschaft reagieren, doch eben nur sie und nicht die breite Masse. Wir können es durch die ganze Bibel hindurch sehen. Was damals galt, gilt auch heute: So ist nun auch in der jetzigen Zeit ein Rest nach Auswahl der Gnade entstanden (Röm 11,5). Halten wir abschließend fest, es gibt ein menschliches „aber“ gegen die Botschaft vom Kreuz. Der Mensch sagt: „Aber diese Botschaft ist doch töricht!“. Genau genommen wird man uns, sofern wir der Botschaft des Evangeliums treu bleiben, sogar 1000 „aber’s“, entgegenbringen. Sei es: „Aber das ist doch nicht zeitgemäß!“ „Aber woher sollen wir wissen, ob die Bibel wirklich Gottes Wort ist?“ „Aber was ist mit den anderen Religionen?“ „Aber das ist doch engstirnig!“ „Aber das ist doch Auslegungssache“… Man könnte diese Liste beliebig fortführen, denn die Argumente, um die Botschaft vom Kreuz abzulehnen, sind endlos. Es sind diese Gedankengebäude hinter denen sich die Menschen verschanzen, sie sind wie uneinnehmbare Festungen, die mit menschlichen Mitteln nicht zu zerstören sind. Evangelisation wäre ein hoffnungsloses Unterfangen, stünde dem demgegenüber nicht ein göttliches „aber“, und dies lautet: Den Berufenen selbst aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

 

Quellangabe:
1. Dr. James White - Apologetik-Seminar – EBTC- Hirtenkonferenz 2007
2. William MacDonald- Wahre Jüngerschaft, S.44
3. Martyn Lloyd-Jones -  Kennzeichen eines Christen, S. 300
4. Ebd. S.129

 

 

 

 

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