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Bibelschule des Lebens

Mai 2018

 

Und er (Jesus) ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, sodass sie nicht einmal essen konnten. Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn ergreifen; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen... Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter (Markus 3,21.31-35).

 

Was Jesus hier erlebt hat, kann ich derzeit sehr gut nachempfinden. Offensichtlich sind auch viele irritiert, weil ich aus dem gewöhnlichen Verhaltensmuster ausgebrochen bin. Dennoch kann ich bezeugen, dass ich Gottes Führung momentan in ganz besonderer Weise erlebe. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich dabei gelernt habe, ist, dass ich Selbstverleugnung immer falsch verstanden hatte, ich dachte, ich müsste meine eigene Persönlichkeit verleugnen, doch das ist nicht der Fall. Ich bin reich mit Gaben gesegnet, Gott hat mir diese nicht gegeben, damit ich sie ins Grab mitnehmen soll, sondern damit ich sie für IHN einsetze. Ich kann auch zu meiner Vergangenheit stehen, weil sie Teil meines Lebens ist. Entsprechend möchte ich auch nicht länger verschweigen, dass ich vor etwa 15 Jahren meine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt habe. Ich habe einfach darauf losgeschrieben, und was dabei entstanden ist, ist ein Buch, mit dem Titel: Die Alfon Reportage.

 

Geplant hatte ich eine Trilogie, doch es sollte nur zur Veröffentlichung von zwei Teilen kommen, da ich nach dem Buch Alfon Zero das eigentlich die Vorgeschichte ist, aufgegeben habe. Man hat mich von allen Seiten zurückgepfiffen, weil ja die Titelfigur so anstößig sei. Der Gemeindeleiter meiner früheren Gemeinde hat mir empfohlen, lieber christliche Bücher zu schreiben, was ich ja auch getan habe. Doch letztlich scheint es egal zu sein, was ich schreibe, meinem Umfeld fällt es offensichtlich sehr schwer das akzeptieren. Offensichtlich kann sich niemand vorstellen, dass Gott mir diese Gabe gegeben hat, um sie für IHN einzusetzen. Es mag durchaus sein, dass viele Anstoß an der Titelfigur nehmen, doch ehe man das Buch nicht gelesen hat, sollte man nicht vorschnell urteilen. Davon abgesehen möchte ich die ganze Geschichte noch einmal überarbeiten, ehe es weitere Auflagen oder Fortsetzungen geben wird. Wer dennoch meint, er müsse mir meinen Glauben absprechen, der sollte dies biblisch begründen können. Solange dies nicht geschieht, sind es nichts weiter als Menschengebote.

 

Wer die Evangelien kennt, der weiß, dass sich Jesus nie durch Menschengebote davon abhalten ließ, Seinem himmlischen Vater zu dienen. Immer wieder wollten IHN die religiösen Führer zurückpfeifen. Wie konnte ER nur einen Menschen am Sabbat heilen? Auch wenn es für viele nicht nachvollziehbar ist, die Geschichte über Alfon ist dazu gedacht, das Evangelium weiterzugeben. Doch dies eben nach und nach, so dass mit jedem Buch ein wenig mehr über das Evangelium und somit über Jesus Christus zu erfahren ist. Viele wird es stören, dass Alfon nackt ist, doch war Jesus nicht auch nackt am Kreuz? Auch wir Christen müssen es lernen, uns nackt zu machen, um Menschen für Jesus zu gewinnen, und das geht nur, wenn wir bereit sind, unser Leben mit unseren Mitmenschen zu teilen. Entsprechend hat der Apostel Paulus folgendes festgehalten: So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserem eigenen Leben Anteil zu geben, weil ihr uns lieb geworden wart. (1.Thess 2,8)

 

Nicht durch das Verstecken hinter frommen Fassaden, werden wir zu Menschenfischern, sondern dadurch, dass wir authentisch leben. Christen dürfen Fehler machen. Gott ist nicht so, dass ER jene sofort verwirft, die für IHN ein Wagnis eingehen. Übrigens, es ist eine sehr gefährliche Irrlehre, wenn behauptet wird, ein wiedergeborener Christ könnte das Heil wieder verlieren. Jesus hat nämlich genau das Gegenteil gelehrt. Seine Worte lauten: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,37-30).

 

Die Frage lautet nur, gehören wir zu jenen, die auf Seine Stimme hören? Haben wir unser Leben bereits in Seine Hand gelegt? Genau darin ist der große Selbstbetrug verborgen, es gibt Unzählige, die sich für gläubig halten, aber weder auf die Stimme des HERRN hören, noch jemals ihr Leben an IHN übergeben haben. Ist dies jedoch der Fall, dann gilt das, was Jesus versprochen hat: Einmal ein Kind Gottes, bedeutet, für immer ein Kind Gottes zu sein, niemand kann uns aus Seiner Hand reißen. Jesus unterstreicht dies sogar, indem ER sagt: Und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.“

 

Halten wir uns für stärker als Gott? Gott lässt Seine Kinder nicht mehr los, ER hat es versprochen. Die Erlösung am Kreuz ist vollkommen, wir können dem Werk das Christus vollbracht hat nichts mehr hinzufügen.  Jesus klingt manchmal sehr hart, doch wir müssen immer unterscheiden an wen Seine Aussagen gerichtet sind. Spricht ER zu hartherzigen stolzen Menschen oder zu jenen, die verzweifelt am Boden liegen? Den Hartherzigen gelten die Worte: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!

Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Begierden wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht (Joh 8,42-45).

 

 

Jenen aber, die total verzweifelt sind, die völlig zerstört am Boden liegen und nicht mehr aus noch ein wissen, sagt Jesus:

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht (Matthäus 11,28-30).

 

 

Wenn wir ständig Angst haben müssen, bei dem geringsten Fehler unser Heil zu verlieren, dann werden wir nie ein Wagnis eingehen. Ich beispielsweise habe früher beim Fußballspielen jegliches Risiko vermieden; aus lauter Angst einen Fehlpass zu spielen, habe ich mich lieber hinter meinem Gegenspieler versteckt. Ich dachte, solange ich den Ball nicht habe, kann ich ihn schon nicht verlieren.

Man stelle sich mal einen Fußballtrainer vor, der einen Spieler bereits nach dem ersten Fehlpass auswechselt, aber nicht nur das, er würde den Spieler sogar für immer aus dem Team werfen. Entspricht unser Bild von Gott nicht oftmals genau dieser Vorstellung? Oder ist es nicht sogar noch viel schlimmer, wenn man IHM unterstellt, dass jene, denen ein Fehler unterläuft, ihr Heil auf ewig verlieren? Kein Wunder, dass sich so viele Christen lieber verstecken, als irgendetwas für das Reich Gottes zu riskieren. Wir wollen nicht mit den Aussätzigen und Sündern in Berührung kommen, weil wir Angst vor Ansteckung haben. Bei Jesus sehen wir das nicht, ER hat diese Menschen berührt und geheilt:

Und es kam zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn, und er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein (Markus 1,40). Beachten wir, Jesus hat den Aussätzigen berührt, wir hingegen machen einen großen Bogen um jene, die wir eigentlich für das Reich Gottes gewinnen sollten. Oft ist unser Denken viel zu gesetzlich und zu kleinkariert. Wir sind nur noch darauf aus, unser eigenes Heil nicht zu verlieren und haben kaum noch das brennende Verlangen, den Verlorenen nachzugehen. Zudem neigen wir zu einem Pharisäertum, wo man sich gegenseitig überwacht, damit auch ja alles Regelkonform abläuft. Einziges Problem, oft werden die wahren Motive gar nicht hinterfragt. Redet ein verheirateter Mann auch nur mit einer Frau, schon wird unterstellt, die beiden hätten Ehebruch begangen. Dementsprechend stehen geschwisterliche Freundschaften zwischen einem Mann und einer Frau grundsätzlich unter dem Generalverdacht der Unzucht. Was dabei missachtet wird, ist die Tatsache, dass jene, die vielleicht Einzelkinder waren, in der Familie Gottes Brüder und Schwestern gefunden haben. Doch da man immer das Negative sucht, will man es diesen Glaubensgeschwistern nicht zugestehen, dass sie einen guten Kontakt zueinander haben und verbietet diesen.

 

Gottes Ordnungen und Gebote sind gut und richtig, um das Zusammenleben zu regeln, doch sie dürfen nicht als ein starrest, liebloses Regelwerk angesehen werden, im Gegenteil: 

Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben (1.Tim 1,5). Das heißt, alle göttlichen Ordnungen und Gebote, müssen wir immer im Geist der Liebe betrachten, anstatt starr auf etwas zu bestehen, gilt es zu fragen, ob man sich nicht genau wie die Pharisäer verhält, laut ihrer Auffassung durfte man am Sabbat nicht heilen, Jesus ließ sich davon aber nicht abhalten Nächstenliebe zu üben.

 

Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie gaben acht, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! Und er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. Und er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, dass sie ihn umbrächten (Markus 3,1-6).

 

Doch ebenso wichtig ist ein reines Herz und ein gutes Gewissen. Nicht was andere denken, ist entscheidend, sondern immer die Frage, können wir das, was wir tun, vor Gott verantworten? Entspricht unser Verhalten wirklich dem Geist der Liebe? Ich für meinen Teil muss bekennen, dass mein Glaube geheuchelt war. Ich habe nämlich meine eigene Persönlichkeit verleugnet, um als perfekter Christ dazustehen. Kein Christ jedoch wird je perfekt sein. Gott arbeitet mit unvollkommenen Werkzeugen. Das Leben eines jeden Christen ist eine Baustelle, wir dürfen das Werk erst beurteilen, wenn es vollendet ist. Noch ist mein Leben ein Scherbenhaufen, doch ich habe diesen Scherbenhaufen meinem himmlischen Vater übergeben und bin gewiss, ER wird sich durch mein Leben verherrlichen und das kann niemand verhindern. Jesus heilt gerade meine Seele, aber das halten offensichtlich noch nicht einmal meine Glaubensgeschwister für möglich. Bei Gott hingegen sind alle Dinge möglich, selbst die Vision die ich damals hatte könnte sich erfüllen, doch das will ich nicht zur Bedingung machen, Sein Wille soll geschehen und mein Leben soll IHM geweiht sein. Ich will nach Seinem Reich trachten und weiß, dass ER dafür meine Angelegenheiten regeln wird...

 

 

 

 

 

 

 

Alle Bibelstellen sind folgender Übersetzung entnommen:

Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

 

 

 

​Beitragsempfehlung: Können Christen ihr Heil verlieren? (Dirk Noll)

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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