und

Die Liebe zur Wahrheit

16.08.2016

Ich habe nicht viel Geduld mit einer bestimmten Art von heutigen Christen, die jedem Prediger zuhören kann, solange sie sagen können: „Er ist ein sehr cleverer, ein feiner Prediger, ein genialer Mann, ein geborener Sprecher.“ Macht Cleverness falsche Lehre akzeptabel? Für mich ist die Fähigkeit eines Mannes, der Irrtum predigt, Anlass zu Sorge und nicht zu Bewunderung.

Ich kann falsche Lehre nicht ertragen, ganz gleich wie eingehend sie mir vorgetragen wird. Würden sie wollen, dass ich eine vergiftete Mahlzeit zu mir nehme, weil es auf dem teuersten Geschirr serviert wird? Es stößt mich ab, wenn von Predigern, die gerne mit Seelen Handel treiben, den Menschen mit verführerischen Worten ein anderes Evangelium verkündigen; und ich wundere mich über diejenigen, die nachsichtige Worte für solche Verführer übrig haben.

„Das ist unsere Bigotterie,“ sagt einer. Wenn du willst, nenne es so, aber es ist die Bigotterie des liebenden Johannes, der schrieb: „Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmt nicht auf ins Haus und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, macht sich seiner bösen Werke teilhaftig.“

Ich wünschte mir bei Gott, dass wir alle mehr von dieser Entschiedenheit besäßen, denn der Mangel daran beraubt unser geistliches Leben an Rückgrat und ersetzt aufrichtige Mannesreife durch eine Masse aus Sülze gegenseitiger Schmeicheleien.

Der, der das Falsche nicht hasst, liebt nicht das Wahre; und der, dem alles gleich ist, ob es nun Gottes Wort oder Menschen Wort ist, fehlt es an einem erneuerten Herzen. Oh, wenn einige von euch wie Väter wären, so würdet ihr in dieser Zeit die Wagenladungen voller Unrat, unter denen das Evangelium kürzlich von Predigern begraben wurde, die ihr euch selbst angehäuft habt, nicht zulassen. Ihr hättet die Männer, die Feinde der festen Wahrheiten unserer Gemeinden sind, von den Kanzeln hinweggefegt, und doch sind diese Prediger verschlagen genug, um eure Pastoren zu werden und um den Glauben einer wankelmütigen und oberflächlichen Generation zu unterwandern.

Diese Männer veruntreuen die Kanzeln ehemals rechtgläubiger Gemeinden, denn sonst hätten sie überhaupt nichts zu tun. Ihre kraftlose Theologie kann nicht aus sich selbst Begeisterung entfachen, und darum entweihen sie die Häuser, die eure Väter errichtet haben, um das Evangelium zu verkündigen; und in ehemals rechtgläubigen Gemeinschaften finden sie in ihrer Untreue Unterstützung: Mit klaren Worten will ich es beim Namen nennen, das „moderne Denken“ ist kein bisschen besser, und den beiden Übeln ziehe ich die Untreue vor, denn sie ist weniger verführerisch.

Ich bitte den Herrn, dass er den Gemeinden eine solche Liebe zu seiner Wahrheit zurückgibt, dass sie die Geister unterscheiden und diejenigen zurückweisen, die nicht von Gott sind…

 


 

Charles Spurgeon, Under Constraint, Predigt vom 28. April 1878, Metropolitan Tabernacle, London.

http://apprising.org/2010/03/28/charles-spurgeon-those-who-bury-the-gospel-with-trash/

 

 

Ursprüngliche Quelle und Dank:distomos.blogspot.commehr dazu unter dem Vorwort

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