und

Die enge Pforte I

07.04.2014


Führen alle Wege ans Ziel? Kommen alle Menschen in den Himmel? Verehren Moslems, Hindus und Buddhisten denselben Gott wie die Christen? Oder anders gefragt, ist es für Gott überhaupt wichtig, ob wir IHN suchen oder verehren? Oder ist es IHM völlig egal, ob wir jemals nach IHM fragen oder wie wir unser Leben führen, weil am Ende ohnehin alle in den Himmel kommen?
Wenn man es sich einfach machen will, beantwortet man diese Frage mit „JA“ und geht zum nächsten Thema über. Die Frage ist nur, ob man es sich an dieser Stelle wirklich so einfach machen darf. Laut der Bibel jedenfalls ist es ein fataler Fehler, den Glauben an Gott, nur so oberflächlich abzutun. Hier wird der Menschheit nämlich genau dies vorgeworfen. Da heißt es bereits im Alten Testament: Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer (Ps 14,1-3).

Das ist sicher nicht gerade das, was wir gerne hören wollen, aber ist es nicht die Wahrheit? Ich für meinen Teil, kann nur sagen, dass es bei mir selbst, genau so war. Abgesehen von der Frage, was Gott für mich tun kann, habe ich nie wirklich nach IHM gefragt. Ich habe IHN auch nicht gesucht und es hat mich auch nicht interessiert, wie ER denkt oder ob ER überhaupt existiert. Mein Leben drehte sich nicht um IHM, sondern ausschließlich um mich. Es ging immer nur um meine eigenen Interessen und Erwartungen, nach Gott habe ich nicht gefragt.
Von Natur aus sind wir alle so gestrickt, wir fragen immer zuerst nach uns, es geht immer um unseren Vorteil. Genauso ichbezogen sind auch all die Religionen, die sich der Mensch ausgedacht hat. Es geht in der Regel nur um die Bedürfnisse und Wünsche des Menschen, aber leider nicht um die Verehrung des einzig wahren Gottes.

Natürlich könnte man hier einwenden, dass jeder das Recht auf seine eigene Religion hat, die Frage ist nur, welche Rechte blieben dann für Gott? Wäre ER, sofern IHM lediglich die Rolle zustünde, sich unseren Wünschen anzupassen, wirklich noch Gott, oder würde ER damit nicht eher einer Marionette gleichen, die sich in unseren Händen befindet und immer in die Richtung zu laufen hätte, die wir vorgeben?
Wer auch immer Gott in dieser Rolle sieht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieses Gottesbild im totalen Gegensatz zu dem Bild steht, das uns in der Bibel gegeben wird. Hier stellt sich uns ein allmächtiger, allwissender, heiliger Gott vor, der uns erklärt, dass ER es ist, der Himmel und Erde geschaffen hat. Auch wir sind keine Zufallsprodukte, sondern Seine Geschöpfe. Letztlich existieren wir nur weil ER es so gewollt hat. Alles was wir sind und haben, ist ein Geschenk von IHM. Doch statt IHM dafür zu danken, singen wir lieber ein Loblied auf unsere eigenen Errungenschaften. Anstatt, dass wir unseren Schöpfer verehren, beteten wir uns lieber selbst an. Wir singen Loblinder auf die menschlichen Errungenschaften, sind stolz auf den Fortschritt; doch wo bleibt unser Dank gegenüber dem, der uns das Leben geschenkt hat? Ist es nicht Gott der Himmel und Erde geschaffen hat? Ist es nicht so, dass ER uns mit all den Fähigkeiten begabt hat? Ist es nicht ER, der die Erde fruchtbar macht?
Wir haben wirklich sehr viel Grund Gott zu danken, doch statt IHM dankbar zu sein und Seinen Namen zu ehren, kommt ER oft nur noch bei schlimmen Katastrophen und schweren Schicksalsschlägen ins Spiel. Wie aus der Pistole geschossen kommt sofort die Frage: „Wie kann Gott das zulassen?“
Solange alles gut ist, sind wir dafür verantwortlich, doch wenn es mal anders läuft, dann kommt plötzlich Gott ins Spiel. Dann wird nach IHM gefragt, dann will man wissen, warum ER es nicht verhindert hat.

Da diese Thematik wohl so alt wie unsere Welt ist, erstaunt die Tatsache, dass selbst Jesus damit konfrontiert wurde, weitaus weniger, als die Art und Weise, wie ER darauf regiert hat. Als IHN einige Leute aufsuchten, um IHM von Galiläern zu berichten, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ und sich deren Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte, gab Jesus ihnen eine Antwort, mit der wohl niemand gerechnet hatte. Statt nach Ausflüchten und Erklärungen zu suchen, wie ein Gott der Liebe, so etwas Schreckliches zulassen kann, sagte ER: „Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt (Lk 13,1-5).

Hier wird deutlich, Jesus sucht niemals die Schuld bei Gott, stattdessen rückt ER die Dinge ins rechte Licht und zeigt auf, dass die Schuld auf der Seite des Menschen ist. Es ist der Mensch, der sich von Gott abgewendet hat. Es ist der Mensch, der lieber seine eigenen Wege gehen will, statt auf die Weisungen seines Schöpfers zu hören. Wozu ER uns geschaffen hat, was seine Absichten und Pläne sind, interessiert uns doch nicht. Wir wollen einfach unseren Spaß haben, wen interessiert schon, was ER zu sagen hat? Wir brauchen doch niemand, der über uns steht, wir selbst sind doch das Höchste aller Dinge. So geht der moderne Mensch mit Gott um, er lebt sein Leben, schlägt jede Mahnung Gottes in den Wind und kommt nur dann auf Gott zurück, wenn irgendetwas schief läuft. Was für eine verdrehte Sicht der Dinge wir doch haben.

Lassen wir uns doch von Jesus die Augen öffnen, fragen wir doch bei der nächsten schlimmen Katastrophe nicht, wie so oft: „Wie konnte Gott das nur zulassen?“, sondern fragen wir uns lieber: „Wie kann es sein, dass ausgerechnet ich verschont worden bin?“
Wir müssen von dieser verkehrten Vorstellung wegkommen, es für eine Selbstverständlichkeit zu halten, dass wir leben. Es ist Gnade, dass wir leben dürfen. Jeder Tag den wir erleben, ist ein Geschenk Gottes, doch wir sehen es wie selbstverständlich, so als wäre es unser gutes Recht und tun gerade so, als hätten wir einen Anspruch darauf.
Ist es nicht offensichtlich, dass wir dabei die Tatsachen auf den Kopf stellen? Ist es nicht so, dass man auf ein Geschenk ebenso wenig Anspruch hat wie auf Gnade? Man kann doch nicht darauf bestehen oder so tun als hätte man es verdient. Etwas das man verdient, nennt man Lohn und Lohn setzt immer eine entsprechende Leistung voraus. Doch was haben wir dazu beigetragen, dass wir Leben? Welchen Beitrag haben wir geleistet, dass der Planet auf dem wir leben überhaupt existiert? Waren wir es etwa, die dafür gesorgt haben, dass hier die optimalen Lebensbedingung für uns herrschen?
Ist es nicht erstaulich wie gut Gott ist und wie selbstverständlich wir all das in Anspruch nehmen, ohne IHM zu danken? Jesus sagte über Seinen Vater im Himmel nicht umsonst, er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte (Mt 5,45).

Hier sehen wir die Güte Gottes und Seine große Geduld, die ER mit uns undankbaren Geschöpfen hat. Wir haben weitaus mehr Grund IHM zu danken, als IHN anzuklagen oder auf irgendwelche Rechte zu pochen. Würde jeder Mensch sofort das bekommen, was ihm rechtmäßig zusteht, dann wäre es, so hart es klingen mag, der Tod. Denn der Lohn der Sünde ist der Tod (Röm 6,23).
In diesem Zusammenhang müssen wir auch die bereits zitierte Aussage von Jesus verstehen. ER warnte die Leute, die spekuliert hatten warum jene achtzehn Menschen beim Einsturz des Turmes von Schiloach erschlagen wurden, eindrücklich: „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt!“ (Lk 13,5).
Jesus stellt damit klar, dass wir alle unter dem Gericht Gottes stehen. Wir alle sind Sünder und über jedem einzelnen von uns steht der Urteilsspruch, der Lohn der Sünde ist der Tod.
Wir können wirklich dankbar sein, dass diese Aussage nicht mit einem Punkt, sondern mit einem Komma endet. Gott sei Dank endet dieser Satz nicht mit Strafe und Gericht, sondern mit der wunderbaren Zusage: Die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn (Röm 6,23).

Eingangs habe ich die Frage gestellt, ob alle Religionen ans Ziel führen, doch hier sehen wir, dass uns der gerechte, heilige Gott nur aufgrund dessen vergeben kann, was Jesus für uns getan hat. Wir sehen aber auch, es ist eine Begnadigung, die Erlösung ist völlig unverdient. Ein bekannter Theologe hat es einmal so ausgedrückt. Er sagte, im Grunde gibt es nur zwei Religionen, die eine Religion besagt, dass der Mensch sich selbst erlösen kann und die andere besagt, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, für unsere Sünden gestorben ist. Könnten wir uns tatsächlich selbst erlösen, warum hat Jesus dann Sein teures Blut für uns vergossen? Die Bibel ist in Bezug auf die Erlösung und die Tatsache, dass wir nur durch Sein, stellvertretendes Sterben am Kreuz, mit Gott versöhnt werden können, unmissverständlich klar. Sie erklärt uns ausdrücklich: In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden (Apg 4,12).

Wenn Worte eine Bedeutung haben, dann ist hiermit jeglicher andere Weg zur Erlösung ausgeschlossen. Weil dies so ist, lautete der Missionsbefehl, den Jesus seinen Jüngern gab, auch nicht: „Geht in alle Welt und verkündet allen Menschen, dass jeder nach seiner Fasson selig wird“, sondern: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,29).
Hier wird deutlich, dass ER Seinen Nachfolgern niemals den Auftrag gegeben hat, alle Menschen darin bestärken, weiterhin ihre falschen Götter anzubeten. Im Gegenteil, wenn Jesus sagt, „macht alle Völker zu Jünger“ redet ER davon sie zu seinen Nachfolgern zu machen. Nicht Nachfolger Buddhas, Nachfolger Mohammeds, auch nicht Nachfolger Gandhis oder Nachfolger des Papstes, sondern Menschen die IHM, dem Sohn des lebendigen Gottes, nachfolgen. ER meinte damit Menschen, die sich an Sein Wort halten und nicht solche, die weiterhin andere Götter anbeten und verehren. Gemeint sind Menschen, die sich nicht auf ihre religiösen Werke verlassen, sondern die allein auf das Werk vertrauen, das ER für uns am Kreuz vollbracht hat. Zu allen Zeiten, haben sich wahre Christen genau dazu bekannt und zu allen Zeiten haben sie trotz vieler Widerstände, an dieser Wahrheit festgehalten. Nur die Wahrheit kann frei machen. Gott sucht nicht nach Menschen, die irgendwen oder irgendwas anbeten, sondern nach solchen, die IHN anbeten. Jesus lehrte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,24).

Und ER kündigte Seinen Jüngern auch das Kommen des Heiligen Geistes an: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit" (Joh 14,16).
An anderer Stellt erklärte ER ihnen: „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten“ (Joh 16,13).
Wir sehen also, der Heilige Geist, ist der Geist der Wahrheit und ER ist gekommen, um uns in die Wahrheit zu leiten. Wir können nicht davon ausgehen, dass alles was in Gottes Namen verkündigt wird, wahr ist, sondern werden durch Gottes Wort dazu aufgefordert, die Geister zu prüfen. Johannes 4, 1 sagt uns: „Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.“
Weiter erklärt Johannes: „Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.“

Das bedeutet, jeder Geist, der leugnet, dass Jesus der versprochene Messias ist, jeder der leugnet, dass ER der Sohn Gottes als Mensch auf diese Welt kam, um uns durch Sein Sühneopfer am Kreuz, mit Gott dem Vater zu versöhnen, ist nicht von Gott. Ebenso ist jeder Geist, der behauptet es gäbe noch andere Wege zur Erlösung, nicht von Gott. Jeder Geist, der den klaren Aussagen der Bibel widerspricht, ist nicht von Gott. Das ist nur allzu logisch, denn der Heilige Geist ist der Verfasser der Schrift, ER war es, der die Schreiber inspiriert hat. Aus diesem Grund widerspricht der Heilige Geist niemals dem geschrieben Wort. Gottes Wort ist die Wahrheit und der Heilige Geist ist der Geist der Wahrheit. ER ist gekommen, um uns von allen Irrtümern zu befreien und weißt uns in Liebe darauf hin, dass das Evangelium von Jesus Christus die einzige Botschaft ist, die uns Rettung bringt. Wir können nur durch das Erlösungswerk das Jesus, der Sohn Gottes, am Kreuz vollbracht hat, gerettet werden. Wäre dies nur meine persönliche Meinung, dann wäre es natürlich unbedeutend, doch es ist nicht meine persönliche Meinung oder Auslegung, sondern es entspricht genau dem, was Jesus selbst gelehrt hat, als er sprach: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Durch diese Aussage zeigt Jesus unmissverständlich, dass ER der einzige Weg zum Vater ist. Dass es keinen Spielraum für andere Erlösungswege gibt, unterstreicht Jesus durch die Worte: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich!“

Natürlich könnte man sagen, das ist intolerant, aber haben wir wirklich das Recht, so mit Gott umzugehen? Können wir wirklich erwarten, dass Gott noch andere Wege für uns auftut, nachdem ER den höchsten Preis für unsere Erlösung bezahlt hat? Wir müssen uns bewusst werden, dass der gerechte, heilige, vollkommen reine Gott, uns unwürdigen Sündern, nur auf Grund des Stellvertretenden Opfertodes, Seines Sohnes vergeben kann. Am Kreuz sehen wir Gottes grenzenlose Liebe mit Seiner vollkommenen Gerechtigkeit vereint. Würde Gott einfach mal ein Auge zudrücken, dann wäre ER kein gerechter Richter. Würde ER uns nur das geben, was uns gemäß Seinem vollkommenen Gesetz zusteht, wäre es Strafe und Tod, doch wo bliebe Seine Liebe? Wir sehen Seine Liebe darin, dass Jesus, die Strafe, die wir verdient haben auf sich genommen hat. Genau das betonte auch der Apostel Johannes, als er schrieb: Hierin ist die Liebe Gottes zu uns offenbart worden, dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. Hierin ist die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden (Joh 4,9-10).

Wir können Gottes Liebe nur in Jesus erkennen, wenn wir am Kreuz nicht Seine Liebe erkennen, dann werden wir sie nie erkennen. Wie kann man angesichts des Kreuzes, je an Gottes Liebe zu uns zweifeln? Nirgendwo wird Seine Liebe mehr deutlich. Das Kreuz ist der eindeutige Beweis, dass Gott uns Menschen liebt. Gott hat gewiss keine Freude am Tod der Gottlosen, sondern will, dass allen Menschen geholfen wird, indem sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Gott will Erweckung, ER will uns durch Sein Wort und durch Seinen Geist die Augen öffnen, damit wir unseren verlorenen Zustand erkennen. Im Gegensatz dazu ist Satan nur daran gelegen, dass wir schön weiterschlafen. Satan ist der Feind Gottes und er ist auch der Feind unserer Seele. Er ist nur gekommen, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Jesus hingegen ist gekommen, damit wir das Leben und volle Genüge haben sollen (vgl. Joh 10,10).
Unsere Herzen sind leider so verfinstert, wir sind leider so von Gott entfremdet, dass es dem Feind unserer Seele ein Leichtes ist, immer wieder aufs Neue, Misstrauen gegenüber Gott und Seinem Wort zu wecken.
Es ist gewiss nicht so, dass Gott nichts an uns gelegen wäre, das Problem ist vielmehr, dass dem Mensch nichts an IHM liegt. Immer wieder hat Gott Propheten gesandt, doch nur wenige wollten sie oder ihre Botschaft annehmen. Als ER dann Seinen Sohn sandte, war es nicht anders, auch ER wurde nicht mit offenen Armen empfangen, im Gegenteil, gleich am Anfang des Johannes Evangeliums heißt es über IHN: Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf (Joh 1,10-11).

Wir können gar nicht ermessen, wie sehr wir Gott durch unsere Hartherzigkeit betrüben. Jesus brach förmlich das Herz, weil sich so viele Menschen IHM gegenüber verschlossen haben. Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! (Mt 23,37).
Gottes Wort will uns für diese Misere die Augen öffnen, Sein Wort sagt uns: „Wach auf der du schläfst!“(Eph 5,14)
Natürlich tritt hier sofort der Feind Gottes auf den Plan, um Beruhigungsmittel und Schlaftabletten zu verteilen. Durch Seine Diener trichtert ER uns förmlich ein, dass wir uns um unser Seelenheil überhaupt keine Sorgen machen müssen. „Friede, Friede“, lautet die Botschaft, durch die selbst den schlimmsten Gottlosen der Himmel versprochen wird. Dabei sagt Gottes Wort ganz klar und deutlich: „Kein Frieden den Gottlosen!“ (Jes 48,22).
Die Botschaft, dass letztlich alle denselben Gott verehren, ist nichts anderes als ein trügerischer Friede, der für all jene, die nicht breit sind, die Vergebung anzunehmen, die Gott uns durch Jesus schenken will, mit einem bösen Erwachen enden wird. Ich sage das gewiss nicht weil ich irgendjemand etwas Böses wünsche, sondern weil es mein Gebet und meine Hoffnung ist, dass viele durch diese Botschaft vor dem Bösen bewahrt werden.

Den ersten Christen war klar, dass es nicht einerlei ist, welchen Gott wir anbeten, Hauptsache religiös. Und bei Jesus war es nicht anders; hätte ER alle Religionen tolerieret, hätte ER sicher nicht so viel Widerspruch und Ablehnung erfahren (Hebr 12,3) und wäre bestimmt nicht gekreuzigt worden. Hätten die ersten Christen denselben oberflächlichen, kompromissbereiten Glauben vertreten, wie es weite Teile der heutigen Kirche tun, dann hätte es auch keine Verfolgung und auch keine Märtyrer gegeben. Mit Märtyrern sind hier nicht Menschen gemeint, die sich aufgrund ihrer religiösen Überzeugung in die Luft sprengen und deren Ziel es ist, dabei möglichst viele, aus ihrer Sicht Ungläubige, in den Tod zu reißen. Nein sowas ist mit dem christlichen Glauben absolut nicht vereinbar, es geht niemals darum anderen den Glauben mit Gewalt aufzuzwingen, sondern es geht darum, das Böse durch das Gute zu überwinden. Es geht darum dem Beispiel Jesu zu folgen und wenn nötig, eher sein Leben zu opfern, als sich jemals vor Götzenbildern niederzuwerfen. Die Bibel ist voll von Beispielen solcher Menschen, in Hebräer 11 bezeichnet sie Gottes Wort als Leute, deren die Welt nicht wert war, als solche, die verspottet, ausgepeitscht, gefesselt und ins Gefängnis geworfen wurden. Weiter heißt es: Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durchs Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Mißhandlung; sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde (V 37-38).

Wir, die „aufgeklärten“ Christen des 20. Jahrunderst sind natürlich viel schlauer, wir haben ja alle Erkenntnis, wir brauchen auch keine Bibel mehr, wir wissen doch schon alles. Mich erinnert diese Vermessenheit an die Gemeinde in Laodizea, zu der Jesus sagen musste: „Du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt“(Offb 3,17).
Diese Gemeinde hat sich total überschätzt, sie hielt große Stücke auf sich, doch ohne es zu bemerken, hatte sie den Herrn aus ihrer Mitte verdrängt. Alles drehte sich nur noch um den Menschen, um seine Wünsche, seine Ideen, seine Bedürfnisse. Die Laodizea-Gemeinde charakterisiert die Kirche der Endzeit, in der Christus, der Gekreuzigte, außen vor steht. Nicht ER, sondern der Mensch steht im Mittelpunkt, darum muss ER dieser Gemeinde sagen: „Siehe ich stehe vor der Tür und klopfe an..." Das muss man sich mal bewusst machen, eine selbstbewusste Gemeinde, die absolut überzeugt war, IHM zu dienen, hatte IHN ohne es zu bemerken, aus ihrer Mitte verdrängt. Ebenso gilt für uns: Im selben Maße, wie Sein Wort aus der Kirche verdrängt wurde, hat man auch IHN verdrängt, denn ER selbst ist das Wort (Vgl. Joh 1,1-14; Offb 19,13).

Das gilt für Kirchen und Gemeinden, sondern aber auch für jeden von uns ganz persönlich. Immer wieder warnt uns Gottes Wort vor Selbstbetrug, auch Jesus hat immer wieder vor dieser Gefahr gewarnt. Oft halten wir große Stücke auf uns, doch haben keinen Blick für unseren wahren Zustand. Wenn es nicht unser aufrichtiges Anliegen ist, den wahren Zustand unseres Herzens zu erkennen, und wir uns nicht wieder der gesunden Lehre der Schrift zuwenden wollen, wie können wir dann behaupten, Jesus nachzufolgen? Wie können wir uns Christen nennen, wenn wir andere Menschen durch die breite Pforte ins Verderben leiten? Wie können wir nur sagen, es sei Gott egal, wen oder was wir anbeten? Ein Evangelium nach dem Motto: „Darum sei im Frieden mit Gott. Wie auch immer Du IHN Dir vorstellst“, hat doch nichts mit dem Evangelium der Bibel zu tun.

Das Evangelium der Bibel stellt uns eindeutig vor die Entscheidung, ob wir durch die enge Pforte gehen wollen oder ob wir den breiten Weg bevorzugen. Auf dem breiten Weg wird alles toleriert und akzeptiert. Alle von Menschen geschaffenen Religionssysteme sind vertreten und alle sind sich sicher, dass sie gut genug für den Himmel sind. Es gibt Gesetze, die über die Gebote Gottes hinausgehen und es gibt auch Maßstäbe, die weit unter den Werten sind, die uns in Gottes Wort überliefert wurden. Es ist letztlich der große Markt der Möglichkeiten, für jeden ist das Passende dabei und das Beste ist, jeder kann so bleiben wie er ist. Man kann alle sündigen Gewohnheiten beibehalten und findet dennoch Anerkennung und Bestätigung. Es ist der Weg der tausend Kompromisse, der Weg des geringsten Widerstands, man muss einfach nur mit dem Storm schwimmen oder sich einfach von der Strömung flussabwärts treiben lassen. Es geht um Selbstverwirklichung, Selbstvertrauen, Selbstliebe und letztlich dreht sich alles nur um das eigene Ich. Auf diesem Weg ist der Mensch selbst das Maß aller Dinge und jeder ist der eigene König in seinem Königreich. Die Menschen auf diesem Weg können alles und jeden tolerieren, nur nicht Jesus Christus, den Sohn Gottes. Gut vielleicht einen sozialen Jesus, einen Jesus der mitfühlen kann, einen Jesus der Wunder für uns tut, einen historischen Jesus oder vielleicht sogar einen, der als Prophet anerkannt wird, aber einen Jesus über den uns Gottes Wort sagt, dass Sein Name über allen Namen steht. Einen Jesus, der von sich sagte, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, einen Jesus, der der Sohn Gottes ist, der Herr aller Herren und König aller Könige ist, so einen Jesus will man nicht. Eine Zerrbild von IHM wird vielleicht toleriert, aber als den, der ER in Wahrheit ist, will man IHN nicht anerkennen, Seine Einzigartigkeit und die Tatsache, dass Sein Name über allen Namen steht, passt nicht ins Bild und dennoch sagt die Schrift, dass Sein Name hoch über jeder Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jedem Namen ist, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird, ist und dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind (Eph 1,21; Phil 2,10).

Bei aller Toleranz auf dem breiten Weg hört es genau an diesem Punkt auf, denn hier ist es mit der Toleranz zu Ende. Ein Jesus, der beansprucht, Herr und König über uns zu sein, das geht den Menschen auf dem breiten Weg eindeutig zu weit. Darum ist man sich auf dem breiten Weg in einem Punkt einig und der lautet: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns König sei!“ (Lk 19,14)
Man will die Herrschaft Jesus nicht über seinem Leben anerkennen, aber erwartet später mit offenen Armen in seinem Reich aufgenommen zu werden. Obwohl es paradox ist, so ist es doch nicht allzu verwunderlich, denn schließlich steht über der breiten Pforte, die zu diesem Weg führt ja auch kein Schild mit der Aufschrift: „Vorsicht, das ist der Weg ins ewige Verderben!“
Und sollte sich dennoch jemand mal Gedanken über sein Seelenheil machen, sind schnell Leute zur Stelle, die versichern werden, dass alles in bester Ordnung ist. Schließlich lautet ja die Theologie des breiten Weges: „Nein, keineswegs wird es Konsequenzen haben, wenn man Gottes Gebote übertritt, im Gegenteil genau da fängt doch der Spaß des Lebens an.“
Hier funktioniert es genau wie in der Werbung, hier wird alles versprochen, nur leider kann gar nichts davon eingehalten werden. Leider endet dieser falsche Weg mit einer bösen Überraschung. Leider endet er im ewigen Verderben. Weil das ein sehr, sehr ernstes Thema ist, dürfen wir es nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es geht hier immerhin um die Frage, wo wir die Ewigkeit verbringen werden. Ob wir einmal im Himmel sein werden oder ob wir lieber zu den ewig Verdammten gehören wollen.

 

 


 

Weiterführend zu diesem Thema möchte eine Predigt mit dem Titel: „Begrenzte Auswahl“, empfehlen. Sie wurde im Rahmen einer Fortsetzungsreihe über die Bergpredigt von Wolfgang Nestvogel gehalten. Auch wenn die Predigt 1995 gehalten wurde hat sie nichts an ihrer Aktualität verloren.
 


 

Buchempfehlungen zum Thema

• John F. MacArthur - Die enge Pforte
• C.H. Spurgeon – Heilig dem Herrn



 

www.evangeliums-botschaft.de

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