und

Der Index der verbotenen Worte I

Mücken sieben und Kamele verschlucken

Veröffentlicht am 21.01.2017

 

In unseren Tagen muss man sich immer mehr die Frage stellen, was man hierzulande noch sagen darf und was nicht. Was heute noch ganz unverdächtig und harmlos klingt, kann morgen schon ein ganz böses Unwort sein. Dass dieser Sprachsäuberungsprozess ein Fass ohne Boden ist, wird daran deutlich, dass der Index der verbotenen Wörter mittlerweile schon so umfangreich ist, dass wohl nur Experten sagen können, ob beispielsweise ein Wort wie „Mohrrübe“ politisch korrekt ist, oder nicht. Was ich jedoch mit Sicherheit sagen kann, ist, dass das Wort „Mohrenkopf“ bereits auf besagter Streichliste gelandet ist bzw. durch das Wort „Schaumkuss“ ersetzt wurde. Denn besteht auch nur der geringste Verdacht, dass sich irgendein übersensibler Mensch durch solche oder ähnliche Worte diskriminiert fühlen könnte, so muss das Wort umgehend aus dem Sprachgebrauch verbannt werden. Gerade so, als hätte die Menschheit sonst keine Probleme, wird dieser Prozess mit einem solch akribischen Eifer vorangetrieben, dass man fast den Eindruck gewinnen kann, als müsse die komplette deutsche Sprache neu erfunden werden. Ständig werden neue Wörter ausgegraben, die man zum bösen Unwort erklärt. In einen Jahr sind es Begriffe wie, „Alleinerziehend“ oder „Arbeitslos“, die dieser Zensur zum Opfer fallen, ein Jahr später gerät das Wort „Putzfrau“ in den Fokus der Spracherneuerer und im übernächsten stellt man fest, dass das Wort „Studentenwerk“ böse und diskriminierend sei. Doch damit nicht genug, Extremverfechter gendergerechter Sprache wollen sogar generell geschlechtsneutrale Begriffe einführen, so dass beispielsweise nicht mehr von einem Professor oder einer Professorin gesprochen wird, sondern von einem Professx, denn laut ihrer Ideologie gibt es noch 1000 weitere Geschlechter, die durch solche, auf Mann oder Frau zugeordnete Begriffe, diskriminiert werden. 

Doch die Frage ist, was will man mit dieser Wordklauberei bezwecken? Will man sich dadurch etwa von den früheren Generationen abheben, um damit die moralische Überlegenheit gegenüber den unwissenden Vorfahren hervorzuheben? Sollte dem so sein, ist man einer großen Selbsttäuschung unterlegen, weil in Wahrheit leider genau das Gegenteil der Fall ist. Denn während man größtenteils völlig harmlosen Begriffen, bei denen sich nie irgendjemand etwas Böses gedacht hätte, den Krieg erklärt hat, sind provokante Schimpfwörter und ordinäre Ausdrücke zur gesellschaftstauglichen Umgangssprache geworden. Egal ob im Netz oder in Funk und Fernsehen, das allgemeine Sprachniveau stürzt immer weiter ins bodenlose. Obszöne, beleidigende Schimpfwörter gehören genauso selbstverständlich zum Vokabular des lustigen, redegewandten Radio- oder Fernsehmoderators, wie sie auch in modernen Filmen und Liedern ihren festen Bestandteil haben. Was man früher noch als Gossensprache ansah, worin man damals noch eine entehrende, herabwürdigende Sprache sah, dient heute, wie selbstverständlich, als Inhalt kommerzieller Lieder. Es liegt zwar schon einige Jahre zurück, aber es gab tatsächlich mal Zeiten, da wurden verdorbene, beleidigende Worte durch einen Piepton zensiert. Wäre dies heute noch gängige Praxis, könnte man den Liedtext so mancher Songs komplett mit einem Piepgeräusch übertönen. Denn was ist beispielsweise ein Rap Song anderes, als die Aneinanderreihung provokativer, beleidigender Worte, die meist unterhalb der Gürtellinie liegen? Doch die Tatsache, dass solche Lieder fast komplett aus Worten bestehen, die wirklich aus der untersten Schublade sind, stört kaum jemand, im Gegenteil, je schmutziger die Sprache, je aggressiver die Musik, je häufiger werden die Lieder gespielt und je schneller erobern sie die Charts. Niemand stört sich daran, im Gegenteil, alle finden es cool und halten sich für wahnsinnig aufgeschlossen und fortschrittlich. Bei all dem mag man sich noch so sehr einreden, dass man sich weiterentwickelt hätte, die Tatsache, dass der Umgangston immer abfälliger und aggressiver wird, und das im gleichen Maße auch die Gewaltbereitschaft zunimmt, ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Aber anstatt sich mit dem wahren Problem auseinanderzusetzen, redet man sich ein, man könne durch das Ändern von harmlosen Begriffen, eine bessere Welt schaffen. Doch wo ist denn das Problem bei einem Wort wie „Putzfrau“? Ist es nicht nur für diejenigen ein abwertendes Wort, die darin eine Tätigkeit für Menschen zweiter Klasse sehen? Wird man das Denken dieser Leute etwa dadurch ändern, dass man sich eine neue Berufsbezeichnung für diese Tätigkeit überlegt? Offensichtlich redet man sich das ein, aber an den Tatsachen ändert man damit überhaupt nichts. Alles was hier betrieben wird, ist nur reine Augenwischerei, man verzettelt sich in Nebensächlichkeiten und übersieht das Wesentliche. Letztlich betreibt mit damit genau dasselbe, was Jesus seinerzeit den Pharisäern und Schriftgelehrten vorhielt, indem er sprach: „Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt!“ (Mt 23,24).

 

In seinem Kommentar zum Neuen Testament schreibt William MacDonald: Die Mücke, ein kleines Insekt, das manchmal in den Becher süßen Weins fiel, wurde ausgesiebt. Wie lächerlich solchen Nebensächlichkeiten eine derartige Aufmerksamkeit zu schenken, und dann das größte in Israel bekannte unreine Tier zu verschlucken! Die Pharisäer waren unaufhörlich mit Kleinigkeiten beschäftigt, aber sie waren äußerst blind gegenüber wirklich schlimmen Sünden wie Heuchelei, Unehrlichkeit, Grausamkeit und Habsucht. Sie hatten das Gefühl für die Proportionen verloren. Für sie war nur entscheidend, sorgfältig darauf zu achten, dass ein äußerer Schein der Religiosität und Sitte gewahrt blieb. 1 

Die Mücke auszusieben und das Kamel zu verschlucken, es gibt kaum ein treffenderes Bild für eine Menschheit, die losgelöst von ihrem Schöpfer, selbst definieren will, was falsch und richtig ist, was moralisch gut und was moralisch verwerflich ist. Menschen, die sagen, was Gott sagt muss man nicht so eng sehen, entscheidend ist es nur, dass unsere eigenen kleinkarierten Regeln beachtet werden. Und so verstrick man sich in Nebensächlichkeiten und verliert den Blick für das Wesentliche. Statt auf das zu achten, worauf es wirklich ankommt, macht man sich an die Neuerfindung der deutschen Sprache; was sich sowohl in der Bildungspolitik, als auch in den Medien widerspiegelt. Doch dieselben Medien, die dies aktiv betreiben, liefern tagtäglich Beiträge, Filme und Lieder, die moralisch gesehen absolut unterste Schublade sind, doch Hauptsache man meidet solch schlimme Worte, wie „Studentenwerk“ und spricht von einem „Studierendenwerk“. So sieht es in groben Zügen aus, unser sprachliches Umerziehungsprogramm, das bereits bei einem Großteil der Bevölkerung gefruchtet hat.

 

In der Praxis sieht es dann so aus, dass Menschen, die kein Problem damit haben andere hinter deren Rücken mit den übelsten Schimpfwörtern zu verunglimpfen, sofort auf den Plan treten, wenn ein solch schlimmes Wort wie „Putzfrau“ über meine Lippen geht. Für diese Leute steht außer Frage, dass ich damit herabwürdigend über andere sprechen würde. Doch nun kommt das Interessante, diese eifrigen Verfechter der politischen Korrektheit, sind zugleich jene, die ständig über die Putzfrau lästern. Denn wenn sie ihrer Meinung nach nicht sauber genug geputzt hat oder sie sich aus einem anderen Grund über sie ärgern, wird aus der Fachreinigungskraft sehr schnell eine, gelinde gesagt, dumme Kuh, und das ist wohl noch das netteste Wort, das bei solcher Gelegenheit gewählt wird. Dieselbe Doppelmoral wird auch bei jenen deutlich, die Christen vorhalten, dass sie homophob seien. Auch hier kann ich immer wieder beobachten, dass diejenigen, die sich nach außen hin so weltoffen, tolerant und aufgeschlossen geben, nur Augenwischerei betreiben, denn würden sie Homosexualität tatsächlich für etwas Normales halten, wie könnten sie sich dann köstlich damit amüsieren, Witze über Homosexuelle zu machen? Denn genau das ist bei diesen Leuten immer wieder zu beobachten. Auf der einen Seite, legen sie Wert auf sprachliche Korrektheit, auf der anderen sind sie es, die Homosexuelle in den Dreck ziehen und auf deren Kosten Witze machen. Wobei das Letztgenannte in unserer Gesellschaft ohnehin groß im Trend ist, denn es gibt zur Genüge Sendeformate, die genau davon leben, dass man andere Menschen verhöhnt und sich gegenseitig darin übertrumpft, verächtliche und lästernde Kommentare über andere abzugeben. Bei all dem hält der Mensch große Stücke auf sich und fühlt sich gut, wenn er andere in den Dreck ziehen kann.

 

So weit zu dem Wertemaßstab dieser Welt, der im Grunde nur dazu dient sich selbst etwas vorzumachen. Kommen wir nun zu dem Wertemaßstab Gottes, der uns durch Sein Wort überliefert wurde. Im Gegensatz zu dem sich ständig im Wandel befindenden Maßstab dieser Welt, ist der Maßstab Gottes unveränderlich und ewig gültig. Der Weltmensch mag vielleicht sagen, dass die Heilige Schrift für unsere Zeit nicht relevant sei. Er mag sagen, der moralische Wertemaßstab der Bibel sei schon allein aufgrund dessen, weil er nicht ständig angepasst und erneuert wurde, längst überholt. Denn seiner Ansicht nach, muss ja Moral mindestens so dehnbar sein wie Gummi. Doch woher kommt dieses Denken, warum glaubt der moderne Mensch, er müsse seine moralischen Werte ständig anpassen und von Generation zu Generation neu definieren? Nun, es rührt offensichtlich daher, dass die vom Menschen definierten Werte auf Dauer keinen Wert haben, bei dem moralischen Wertemaßstab Gottes hingegen ist dies anders. Der göttliche Maßstab bedarf keiner Änderung, und der Grund dafür ist ganz einfach der, dass Gottes Maßstab vollkommen ist (vgl. Ps 19,8). Darüber hinaus ist dieser Maßstab nicht nur vollkommen, sondern führt uns auch zur Lösung. Denn im Gegensatz zu den weltlichen Moralaposteln, die sich nur an Äußerlichkeiten aufhalten, geht das Wort Gottes der Ursache auf den Grund. Woran zugleich auch deutlich wird, dass unsere Worte Gewicht haben. Denn Gottes Wort widmete diesem Thema nur deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil es in den Augen Gottes nicht egal ist, was wir reden. Die Worte, die über unsere Lippen gehen sind für IHN keinesfalls belanglos, sondern im Gegenteil, Jesus sprach: „Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts!“ (Mt 12,36).

 

Obwohl diese Aussage für jeden Menschen gilt, lohnt es sich auch zu beachten, an wen diese Worte ursprünglich gerichtet waren. Es waren jene, die sich darauf spezialisiert hatten, Jesus in ihre eigenen Moralvorstellungen hineinzwängen zu wollen. Ja, diese Menschen waren so überheblich und vermessen, dass sie sich einbildeten, besser beurteilen zu können, was moralisch richtig und was moralisch falsch ist, als Jesus, der Sohn Gottes. Auch unsere Welt ist voll von Leuten, die in der trügerischen Illusion leben, ihrem eigenen Schöpfer moralisch überlegen zu sein. Anstatt anzuerkennen, dass Gott über dem Menschen steht, sieht man sich auf Augenhöhe. Ja noch mehr, man will nicht wahrhaben, dass ER das Sagen hat, sondern maßt sich sogar an, IHN belehren zu müssen. Anstatt sich IHM unterzuordnen, stellt man sich über IHN, und so lautet das Motto im einstig christlichen Abendland, im Land der Reformation: Weicht ab vom Wege, geht aus der rechten Bahn! Lasst uns doch in Ruhe mit dem Heiligen Israels! (Jes 30,11).

Ja, der Mensch verwirft den Maßstab Gottes, ersetzt ihn durch seinen eigen und wenn er dann erntet, was er gesät hat, besitzt er auch noch die Dreistigkeit, Gott anzuklagen und empört zu fragen, warum Gott ihm solch ein schlimmes Schicksal zumutet. Dabei ist es die Frucht seines eigenen rebellischen Weges, der Gehorsam gegenüber Gottes Wort hätte ihn bewahrt, doch er wollte es ja besser wissen als Gott, und war nicht bereit sich etwas von IHM sagen zu lassen. Wie viel Leid und Elend herrscht auf dieser Welt, nur will sich der Mensch in seiner Halsstarrigkeit weigert auf Gott zu hören. Anstatt den Weg zu gehen, den Gott dem Menschen durch Seine Ordnungen und Gebote weist, und damit auf das zu hören, was dem Menschen zum Guten dient (vgl. 5.Mo 10,13), zieht es die Menschheit lieber vor, auf den Feind Gottes zu hören, der nur eines im Sinn hat, und das ist: Zu stehlen und zu schlachten und zu verderben (Joh 10,10). Diesem hinterlistigen Verführer schenkt der Mensch Gehör. Ihm, der Freiheit verspricht, doch in Wahrheit die Seele raubt, und den Menschen zu einem Sklaven der Sünde macht. Und bei all dem feiert sich die Menschheit selbst, und rühmt sich ihrer Unabhängigkeit von Gott, doch beachten wir, jeder Mensch wird einmal bei dem sein, auf dessen Worte er vertraut hat. Vertrauen wir dem Wort der Wahrheit, so wie es uns in der Heiligen Schrift überliefert wurde oder verschließen wir unsere Ohren vor der Wahrheit und hören lieber schmeichelnde Lügen, die uns in die Irre führen? (vgl. Jes 30,10; Ps 119,155; Spr 28,9).

 

Man kann sich über die Bibel stellen, man kann sagen, dies sei ein veraltetes, überholtes Buch, doch wer diesen Weg einschlägt, der macht sich nur selbst etwas vor. Denn in diesem Fall geschieht genau das, was wir bis hierher schon gesehen haben. Man gibt sich zwar nach außen hin als Gutmensch, der anderen moralisch weit überlegen ist, doch in Wahrheit sieht es ganz anders aus. Jesus hat den Moralaposteln Seiner Zeit immer wieder den Spiegel vor die Augen gehalten und sie mit ihrem Selbstbetrug konfrontiert. Denn entgegen der weitverbreiteten Falschdarstellung, war Jesus kein Schönredner, der den Leuten nur Honig um den Mund geschmiert hätte. Im Gegenteil, ER konfrontierte die Menschen offen mit ihrer Sünde (Joh 7,7). Da er dies ohne jegliches Ansehen der Person tat, nahm ER auch gegenüber den angesehenen Schriftgelehrten und Pharisäern kein Blatt vor den Mund, sondern sprach folgende Warnung aus: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber sind sie voller Raub und Unenthaltsamkeit. Blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch sein Auswendiges rein werde. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinheit sind. So scheint auch ihr von außen zwar gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit“ (Mt 23,25-28).

 

Die Schriftgelehrten und Pharisäer waren Blender, die nur vor anderen gut dastehen wollten, doch in ihrem Inneren, da war es düster. Sie hielten sich nur an Äußerlichkeiten auf, ihnen war nur ihr Ansehen unter den Menschen wichtig, ihr Status, ihre Position, ihre Ehrentitel, und dass sie ja von allen Menschen gegrüßt und geehrt werden. Obwohl Jesus ihre Selbsttäuschung immer wieder aufgedeckt hat, wollten sie sich nicht die Blöse geben, einzugestehen, dass ER Recht hatte. Statt über ihren Schatten zu springen und umzukehren, hielten sie lieber weiter an ihrer Selbstgerechtigkeit fest. Anstatt sich von Jesus korrigieren zu lassen, glaubten sie dazu bevollmächtigt zu sein, IHN zu korrigieren. Ja, sie hielten sich offensichtlich für so übertrefflich und gerecht, dass sie regelrecht von ihrem eigenen Glanz und ihrer eigenen Selbstherrlichkeit geblendet waren.

In gewisser Weise spiegelt dies exakt das Verhalten eines jeden Menschen wieder, der sich einredet, keine Erlösung nötig zu haben, er macht sich selbst etwas vor, doch Gott lässt sich nicht blenden, ER lässt sich nichts vormachen. Es mag sein, dass man Menschen dadurch beindrucken kann, dass man nach außen hin einen frommen Schein wahrt. Doch beachten wir: Der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz (1.Sam 16,7). Und genau an diesem Punkt setzt auch Jesus an, wenn ER sagt: „Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen! Was aber aus dem Mund herausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen (Mt 15,11. 19-20).

 

Bevor wir das Problem mit den Worten in den Griff bekommen, muss das Problem mit unserem Herzen geklärt sein. Ein Problem, von dem keiner ausgenommen ist. Egal was für eine hohe Meinung jemand von sich selbst auch haben mag, die unmissverständlich klare Analyse der Schrift lautet: Denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an (1.Mo 8,21). Der Mensch kommt nicht neutral auf die Welt. Will man kleinen Kinder beibringen, dass sie sich bedanken sollen, wenn sie etwas geschenkt bekommen, reicht eine einmalige Belehrung gewiss nicht aus, hören sie hingegen irgendwo ein böses Schimpfwort, geht der Begriff sofort in ihren Wortschatz über. Wäre es das Ziel einem Kind Böses beizubringen, müsste man gewiss nicht eingreifen, sondern einfach nur alles durchgehen lassen. Erzieherisch eingreifen muss man nur, wenn man dem Kind vermitteln will, dass es bestimmte Worte nicht in den Mund nehmen soll. Doch wie unglaubwürdig ist das gerade in unserer Zeit, wo eben genau solche Worte recht sind, um als Lied- oder Filmtitel verwendet zu werden? Aber sowohl dies, als auch der Inhalt moderner Lieder und Filme, ist der unwiderlegbare Beleg dafür, dass Gottes Wort wahr ist. Auch wenn es der Mensch nicht gerne hört: Das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse.

 

Gottes Wort deckt das schonungslos auf, es konfrontiert uns mit unsere Schuld und Sünde, doch dies geschieht nur, um die Dinge wieder ins Rechte Verhältnis zu rücken. Wenn Jesus sagt: „Wehe euch!“, dann ist das nicht wie ein Fluch zu verstehen, sondern zeigt seine Besorgnis um den seelischen Zustand solcher Menschen, die durch ihre eigene Selbstgerechtigkeit verblendet sind. Man kann das Herz eines unerlösten Menschen mit einer Wohnung vergleichen, in der schon seit Jahren die Rollläden verschlossen waren. Man hat über Jahre nur im Dämmerlicht gelebt und war immer der Meinung alles sei in bester Ordnung. Wenn Gott durch Sein Wort in diese Wohnung hineinleuchtet, dann wird offensichtlich, dass es doch nicht so sauber und ordentlich war, wie man immer gedacht hatte. Dann kommt die Unordnung, der Staub und der Schmutz zum Vorschein, der Jahre lang nicht wahrgenommen wurde. Das reine Licht des Wortes bringt zum Vorschein, was in der Finsternis verborgen war (vgl. Spr 6,23), doch es gibt zwei mögliche Reaktionen, entweder man bleibt beim Dämmerlicht, indem man weiterhin an seinen eigenen, verschobenen Wertemaßstäben festhält, oder man erkennt die unbegreifliche Liebe Gottes, bei der es nicht darum geht, uns runterzumachen, um uns dann im Regen stehen zu lassen, sondern deren Ziel es ist, uns zurechtbringen.

 

Gott zeigt uns nicht nur das Problem, sondern hat auch die Lösung, ER hat eine Antwort auf unsere Sünde und das ist das Kreuz von Golgatha. Dort hat Gott Gericht gehalten, dort hat der Sohn Gottes unsere Sünde getragen. Bereits der Prophet Jesaja hatte es angekündigt, als er schrieb: Er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld (Jes 53, 5-6). ER, das Lamm Gottes, hat unsere Sünde an das Fluchholz getragen, indem ER für uns zum Fluch wurde (vgl. Gal 3,13). Doch Jesus blieb nicht im Grab, der Tod konnte IHN nicht halten, was zugleich die Bestätigung dafür ist, dass der Vater dieses Opfer angenommen hat. Und so gebietet er (Gott) jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, dass er ihn auferweckt hat aus den Toten (Apg 17,30-31).

 

Es ist mir bewusst, dass es dem Menschen nicht behagt, wenn gesagt wird, dass Gott gebietet, doch bedenken wir, dieses Gebot ist zu unserem Heil. ER gebietet uns umzukehren, weil ER keine Freude an der Bestrafung des Gottlosen hat, sondern vielmehr sagt ER uns durch Sein Wort die rhetorische Frage: „Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?“ (Hes 18,23). Auch Jesus sprach von der Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut (Lk 15,7). Wenn uns Gott durch Sein Wort mit unserer Sünde konfrontiert, dann geschieht dies immer mit dem Ziel, uns bewusst zu machen, dass wir von Natur aus auf dem falschen Weg sind. Es ist Gottes Absicht uns in Sein himmlisches Reich hineinzuretten (vgl. 2.Tim 4,18), doch dieses Reich ist nicht gekennzeichnet von Auflehnung und Rebellion gegen Seine Ordnungen, sondern im Gegenteil, dieses Reich ist gekennzeichnet von der Liebe zu IHM, zu Seinem Wort und dem Verlangen, IHM zu gefallen. In diesem Reich werden Seine Gebote und Ordnungen nicht verachtet und verworfen, sondern sie werden freudig befolgt.

 

Von Natur aus leidet der Mensch unter einer totalen Fehleinschätzung seiner eigenen Situation, anstatt groß von sich selbst zu denken, und gering über Gott, muss sich der Mensch zunächst einmal darüber im Klaren sein, wie klein er im Verhältnis zu seinem allmächtigen Schöpfer ist, und wie frech und töricht es ist, Gottes Anweisungen zu missachten. Anstatt mit Gott zu hadern, anstatt sich gegen IHN und Seine Ordnungen aufzulehnen, sollte jeder Mensch in Ehrfurcht vor seinem Schöpfer erstarren, und wie einst David fragen: Herr, was ist der Mensch, daß du an ihn gedenkst, der Sohn des Menschen, daß du auf ihn achtest? (Ps 144,3: Hi 7,17). Wir sind erschaffene Wesen, geschaffen nach dem Bild unseres Schöpfers, geschaffen um eine enge Beziehung mit IHM zu haben. Das ist der Grund, warum ER sich überhaupt mit uns sterblichen Geschöpfen abgibt. ER hätte die Menschheit längst auslöschen können, denn das wäre das gerechte Urteil für so viel Undankbarkeit und Auflehnung, doch in Seiner unbegreiflichen Güte, hat ER an Seinem sündlosen Sohn Gericht gehalten. Jesus trug die Strafe, die wir verdient hätten. Wenn Gott nun gebietet, dass wir an Seinen Sohn glauben sollen, dass wir umkehren sollen von unseren sündigen, treuelosen Wegen, und Jesus als unseren HERRN und Erlöser annehmen sollen, wie unverschämt und töricht ist es, dieses Gnadenangebot auszuschlagen? Es gibt keine schlimmere Sünde, als dies zu tun, und dennoch gehen viele Menschen achtlos am Kreuz vorüber, schütteln den Kopf und fragen sich: „Was hat das mit mir zu tun?“ Es hat sehr viel mit uns zu tun, denn es geht am Kreuz um unsere Schuld. Das Kreuz ist der einzige Ort für die Sühnung unserer Sünde. Wer dieses unfassbare Versöhnungsangebot abweist, der schließt sich selbst vom Himmelreich aus (vgl. Eph 2,12; Offb 20,15). Im Reich Gottes werden einst nur Menschen sein, die durch das Blut des Lammes erkauft wurden. Nicht einer, der dieses Blut Zeit seines Lebens verschmähte, und lieber an seiner eigenen Selbstgerechtigkeit festhielt, wird Zutritt haben. Alle jene, die mehr Gefallen an der Lüge als an der Wahrheit hatten, werden für immer ausgeschlossen sein (vgl. Offb 22,15). Gott hat uns die Wahrheit in Seinem Wort offenbart, alles was im Widerspruch zu Seinem Wort steht, ist eine Lüge Satans, den Jesus nicht umsonst als den Fürsten dieser Welt bezeichnet hat (vgl. Joh 12,31: 14,30: 16,11).


Würde man das Leben mit einer Wüstenwanderung vergleichen, dann wäre Satan derjenige, der uns, wenn wir am Verdursten sind, eisgekühltes Whiskycola anbieten würde, Jesus hingegen bietet uns reines Wasser an. ER ist die Quelle des Lebens; in Seinem Licht sehen wir das Licht (Ps 36,10). Wir sind Gottes Geschöpfe, unser Schicksal liegt in Seiner Hand, ER weiß besser, was gut für uns ist. Er weiß es ganz gewiss besser als Satan und auch besser als wir selbst. Denn ER kennt uns besser als wir uns selbst kennen. Darum führt nur Gotteserkenntnis zu wahrer Selbsterkenntnis. Wir sind abhängige Geschöpfe, Gott hingegen ist der ewige, unveränderliche „ICH BIN!“. ER ist der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. ER ist der ewig Existierende, der Ursprung aller Dinge. Wir müssen uns das bewusst machen: Nur ER allein ist selbstexistierend, nur ER, der dreieinige Gott existiert völlig unabhängig aus sich selbst, alle anderen Wesen sind abhängige Geschöpfe, vom IHM geschaffen, von IHM getragen, von IHM erhalten. Wir existieren nur aus dem einen Grund, weil ER uns geschaffen hat, unser Leben liegt allein in Seiner Hand. Wie töricht ist es doch, sich nichts von IHM sagen zu lassen, zumal ER es doch nur gut mit uns meint. Gott ist nicht hinterlistig, ER will uns im Gegensatz zu Satan nicht in eine Falle locken, bei IHM gibt es auch nichts Kleingedrucktes. ER konfrontiert uns offen mit der Wahrheit und stellt uns damit vor die Wahl. ER lädt uns ein, in Sein Reich, ER will uns in Christus zu Himmelsbürgern machen. Es ist allein Seine unbegreifliche Güte, die uns zur Umkehr leitet, und uns vor Augen stellt, dass wir ohne Jesus auf ewig verloren sind. Wenn wir Seinen Namen im Gebet anrufen, wenn wir IHM unsere Schuld bekennen und Buße tun, dann dürfen wir wissen, dass ER uns nicht abweisen wird. Denn Sein Versprechen lautet: „Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen!“ (Joh 6,37).

 

Nur wer seine Verlorenheit erkennt, wird zu Jesus kommen, denn ER kam, wie ER selbst sagte, nicht, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße (Lk 5,32). Aus diesem Grund werden wir durch das Evangelium mit der Wahrheit konfrontiert. Denn Wahrheit ist das einzig geeignete Mittel, um uns von Selbsttäuschung zu befreien. Allein die Erkenntnis der Wahrheit kann uns freimachen (vgl. Joh 8,32), denn Irrtum kann nur durch Wahrheit besiegt werden. Der natürliche Mensch ist gefangen in der Sklaverei menschlicher und satanischer Weisheit, er ist umgeben von einem Lügensystem, das einer uneinnehmbaren Festung gleicht. Im 2.Korintherbrief schreibt Paulus diesbezüglich: Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, so kämpfen wir doch nicht nach Art des Fleisches; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, so daß wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangennehmen zum Gehorsam gegen Christus (2.Kor 10,3-5). Was unter diesen Vernunftschlüssen zu verstehen ist, erklärt John MacArthur wie folgt: Gedanken, Vorstellungen, Mutmaßungen, Ansichten, Philosophien und falsche Religionen sind die ideologischen Festungen, in denen sich die Menschen vor Gott und dem Evangelium verbarrikadieren.2 Nur die Macht des zweischneidigen Wortes, das Geist und Leben ist, kann die zerstörerischen, todbringenden Lügen Satans niederreißen. Es ist das Wort des Sohnes Gottes, der Mensch wurde, um die Werke des Teufels zu zerstören (vgl. Joh 1,14; 1.Joh 3,8; Lk 11,22). Alles was IHM der Vater gibt, wird zu IHM kommen, und ER wird keinen abweisen. 

 

Um Abschließend noch einmal auf das Ausgangsthema zurückzukommen, möchte ich noch einmal wiederholen, dass wir von jedem unnützen Wort, das wir reden, am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen. Wer kann da selbstsicher auftreten und von sich behaupten, er sei ohne Sünde und hätte weder Erlösung, noch Erlöser nötig? Gottes Wort misst unserem Reden sehr große Bedeutung zu, doch wir können das Problem nicht durch eigene Kraft in den Griff bekommen. Das Problem lässt sich weder durch eiserne Selbstdisziplin lösen, noch lässt es sich dadurch kontrollieren, dass man ständig Begriffe erneuert. Ein Mensch, auf sich allein gestellt, ist an diesem Punkt zum Scheitern verurteilt, denn es ist wie Jesus sagte: „Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, die ihr böse seid? Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über!“ (Mt 12,34). Von Grund auf ist der Mensch infiziert mit der Sünde, wer noch ohne Jesus lebt, kann an diesem Punkt nur eines tun, und das ist folgendes Bibelwort zu seinem Gebet zu machen: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!“ (Ps 51,12).

 

Nur wenn uns Gott ein neues, reines Herz schenkt, und Seine Gebote hineinschreibt, haben wir die Voraussetzung, um das Problem mit unserer Zunge in den Griff zu bekommen. Dass dies selbst für Gläubige eine große Herausforderung ist, ist Thema des zweiten Teils dieser Beitragsreihe sehen.

 

 

Quellangaben

1. William MacDonald - Kommentar zum Neuen Testament, S.130
2. John MacArthur - Studienbibel, S.1690

 

 

 

 


 

 

Predigtempfehlung

Hollywood in unseren Häusern - Dr. Erwin W. Lutzer

 

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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