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Der Glaube ist nicht aller Teil

Wie kommt es, dass einige Leute in der Bibel Gottes Wort erkennen und andere mit diesem Buch nichts anfangen können oder wenn dann höchsten, um darin nach Widersprüchen zu suchen? Dieses Buch wurde und wird mehr geliebt als jedes andere Buch das jemals geschrieben wurde und zugleich gibt es kein Buch das auf so massive Ablehnung und Widerstand gestoßen ist. Man hat versucht es zu vernichten, man hat es verbrannt und es gibt selbst bis in unsere Zeit hinein noch Länder in denen das verbreiten von Bibeln mit dem Tod bestraft wird. Warum ist auf der einen Seite so viel Hass und auf der andren Seite so viel Liebe für ein und dasselbe Buch und warum sehen manche in dem Gott der Bibel den allein wahren Gott, während andere es nur als ein Buch voller Märchen und Mythen abtun? Die Bibel selbst gibt darauf eine sehr interessante Antwort, kurz und knapp erklärt sie uns: Der Glaube ist nicht aller Teil (2. Thess 3,2).

Trotz dieser ernüchternden Feststellung erwartet Gott, dass wir an ihn glauben sollen. „Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden“, lesen wir in Apostelgeschichte 16,31. Auch der bekannte Vers in Johannes 3, 16 betont, dass Glaube die Vorrausetzung für unsere Rettung ist. „Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.“, lehrt Jesus an dieser Stelle und erklärt weiter: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist damit schon verurteilt; denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist Gottes eigener Sohn. Obwohl der Glaube, wie eingangs gesehen, nicht aller Teil ist, können wir das ewige Leben nur durch den Glauben an Jesus empfangen. Viele sehen darin vielleicht einen Widerspruch und sagen: „Wie kann Gott erwarten, dass wir an ihn glauben, wenn es doch offensichtlich gar nicht jedermanns Sache ist. Wenn nicht alle die Veranlagung zum Glauben haben, kann Gott sie doch nicht dafür verantwortlich machen und sagen, dass alle die nicht glauben, bereits verurteilt ist.“

Genau hier ist unser Problem, von Natur aus sind wir tatsächlich nicht in der Lage an Gott zu glauben. Darum heißt es auch ausnahmslos: Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen (Röm 3,11).
Wir sind abgewichen und verblendet. Wir können nicht erkennen, wenn etwas vom Geist Gottes kommt. Da die Bibel ein vom Geist Gottes inspiriertes Buch ist, kann der Mensch, der laut der Bibel geistlich Blind ist, darin weder sein Wort erkennen, noch seine Stimme hören. In 1. Korinther 2, 14 heißt es: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen. 

Wir vernehmen nichts vom Geist Gottes und haben in uns nicht die Fähigkeit an ihn zu Glauben und dennoch heißt es ganz klar: Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt (Hebr 11,6).

Ist das nicht sonderbar? Einerseits sollen wir glauben und vertrauen, denn Unglaube ist Sünde. Anderseits sind wir durch den Sündenfall in Bezug auf geistliche Dinge regelrecht erblindet. Die Bibel geht hier sogar noch weiter und erklärt uns für geistlich tot. „Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden“, schreibt Paulus in Epheser 2, 1. Wenn ein Blinder sich schon schwer tut, wie viel mehr gilt es doch für einen Toten. Wie kann Gott erwarten, dass ein Toter auf den Ruf des Evangeliums reagiert? Ist das nicht absolut aussichtlos, gibt es da überhaupt noch Hoffnung? Hier haben wir genau die Situation, die uns Prophet Hesekiel beschreibt. Er berichtet in Kap 37, 1-5: Ich spürte, wie der Herr seine Hand auf mich legte. Er führte mich im Geist durch die Luft und setzte mich mitten in der Ebene nieder. Der ganze Boden war mit Totengebeinen bedeckt. Der Herr führte mich überall herum und zeigte mir die Gebeine. Es waren unzählige und sie waren völlig ausgetrocknet.

Hier wird uns unsere völlige Verlorenheit vor Augen gemalt. Es ist nicht nur so, dass wir aufgrund unserer sündigen Natur von Gott getrennt sind, sondern dass wir uns so weit von ihm entfernt haben, dass wir nicht einmal in der Lage sind, die Rettung anzunehmen, die ER uns durch Jesus geschenkt hat. Weiter berichtet Hesekiel: Dann fragte er mich: »Du Mensch, können diese Knochen wieder zu lebenden Menschen werden?« Ich antwortete: »Herr, das weißt nur du!« 
Und er fuhr fort: »Rede als Prophet zu diesen Gebeinen! Ruf ihnen zu: ›Ihr vertrockneten Knochen, hört das Wort des Herrn! So spricht der Herr, der mächtige Gott, zu euch: Gebt Acht, ich bringe Lebensgeist in euch und ihr werdet wieder lebendig!
Hier wird klar, wenn Gott nicht eingreift, sind wir nicht in der Lage auch nur das Geringste zu tun, um gerettet zu werden. Aus unserer eigenen Natur heraus, können wir nicht zu Jesus kommen. Dies ist nicht was ich sage, sondern das was Jesus selbst gelehrt hat. In Johannes 6, 65 sagt Jesus: "Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist". An anderer Stelle erklärt er: "Niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will" (Mt 11,27) Und über den Heiligen Geist sagt er: "Wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde" (Joh 16,8).

Jesus ist der einzige Weg zu Gott und das Kreuz von Golgatha ist der einzige Ort der Erlösung, doch wenn Gott der Vater uns dies nicht offenbart, können wir nicht zu Jesus kommen. Ebenso wenig können wir Gott den Vater erkennen, wenn ER uns nicht durch den Sohn Gottes offenbart wird. Die Sünde hat uns zu sehr verblendet, als dass wir dazu selbst in der Lage wären. Doch wir haben keine Sündenerkenntnis, es sei denn Gottes Geist überführt uns von der Sünde. Hier wird deutlich, dass wir ausschließlich auf die Gnade und Barmherzigkeit des Dreieinigen Gottes angewiesen sind. Wenn ER nicht eingreift, sind wir hoffnungslos verloren. Genau wie die Totengebeine, die Hesekiel beschrieben hat. Ist es nicht genau das treffende Bild, für die Menschheit? Müssen wir der Bibel denn nicht Recht geben, wenn sie sagt, dass wir alle in die Irre gegangen sind wie Schafe und dass da keiner ist, der wirklich nach Gott sucht? Als Jesus einmal gefragt wurde, ob denn nur wenige gerettet werden, antwortete er: „Die Tür ist eng. Setzt alles dran, hineinzukommen!“ (Lk 13,24)

Wenn es um unsere Errettung geht sollten wir also nicht gleichgültig oder gar widerspenstig sein, sondern alles daran setzen, diese enge Tür zu passieren. Jesus selbst ist diese Tür. So hat ER es gelehrt, als ER sprach: "Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden" (Joh 10,9).
Um durch diese Tür hindurchzugehen, müssen wir bereit sein, unsere Schuld und Sünde einzugestehen und unser altes Leben hinter uns zu lassen. Wenn wir Jesus unseren geistlichen Banktrott erklären und ihn in einem ernsthaften Gebet als Herrn und Erlöser annehmen, haben wir die Tür durchschritten und sind im Glauben in sein Reich eingetreten. Somit bedeutet Glaube ein Herrschaftswechsel, nicht mehr ich bin mein eigener Herr, sondern Christus ist mein Herr.
Kann es sein, dass wir diesen Glauben nicht haben, weil er uns nicht wirklich etwas bedeutet? Ist es nicht so, wenn uns etwas wirklich wichtig ist, dann setzen wir alles daran, es zu bekommen. Hast Du jemals in Deinem Leben ernsthaft nach Gott gefragt? Hast Du Dir jemals Gedanken darüber gemacht, dass Du Dein Leben Gott zu verdanken hast und wenn ja, hast Du ihm je dafür gedankt?

Die Bibel sagt, da ist keiner der nach Gott fragt auch nicht einer und von Natur aus sind wir wirklich so. Wir fragen nicht ernsthaft nach Gott, wir suchen nicht nach ihm. Wenn ER in unserem Leben überhaupt eine Rolle spielt, dann nur eine Nebenrolle. Wenn was Schlimmes passiert, kommt ER vielleicht ins Spiel, dann fragen wir ganz bestürzt: "Wo war Gott? Wie kann ER sowas nur zulassen?" Doch wenn alles gut läuft, fragt keiner nach IHM, dann ist es doch selbstverständlich, dann sind wir es doch, die alles so gut gemeistert haben. Wie gesagt, wir haben uns so weit von Gott entfernt, dass Jesus sagen musste: „Dieses Volk ist im Innersten verstockt. Sie halten sich die Ohren zu und schließen die Augen, damit sie nur ja nicht sehen, hören und begreifen, sagt Gott. Sonst würden sie zu mir umkehren und ich könnte sie heilen“ (Mt 13,15).

Ist das nicht erschreckend, Gott will uns in seiner Gnade zu Umkehr leiten, doch wir halten uns die Ohren zu und verschließen unsere Augen? Wir sind so weit von Gott entfernt, dass wir nicht nur als geistlich Blind, sondern als geistlich tot bezeichnet werden. Wenn wir diesen trostlosen Zustand betrachten, dann müssen wir uns doch auch fragen, ob diese Totengebeine überhaupt noch zum Leben erweckt werden können.

Gibt es ein krasseres Bild für Hoffnungslosigkeit als Totengebeine? Gerade beim Ungläubigen sind doch spätestens mit dem Tod alle Hoffnungen begraben. Egal mit wie vielen Ehrentiteln er zu seinen Lebzeiten ausgezeichnet wurde, egal wie viel Reichtum er angehäuft hat, er kann nichts mitnehmen, der Tod ist das Ende all seiner Hoffnung, was für ein trostloser Gedanke.

Warum stellt uns die Bibel sowas vor Augen, warum fordert sie Glauben und lehrt gleichzeitig, dass wir diesen Glauben von Natur aus gar nicht haben? Wird uns das aufgezeigt, damit wir aufgeben und resignieren sollen? So nach dem Motto, wenn es ohnehin zwecklos ist, dann lassen wir es eben bleiben. Ganz klar - Nein, wenn uns die Bibel unseren geistlichen Bankrott vor Augen malt, dann nur, damit wir mit unserer Not zu Gott kommen. Gott hat in seinem Wort versprochen: „Rufe mich an in der Not und ich werde dich retten und du sollst mich preisen (Ps 50,15).

Was hält uns davon ab, es so zu machen wie der Mann, der zu Jesus gekommen war und ihn darum bat, seinen kranken Sohn zu heilen? Als Jesus ihm sagte: „Alles ist möglich dem, der glaubt!“ Rief er unter Tränen: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“ (Mk 9,24) 
Wir dürfen vor Gott ehrlich sein, wir müssen ihm nichts vormachen und wir können ihm auch nichts vormachen. Wenn wir feststellen, dass wir nicht wirklich an IHN glauben können, wenn wir Zweifel an Seinem Wort haben oder sogar zweifeln, ob ER wirklich existiert, können wir beten: „Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“ Wenn wir nicht beten und uns mit unserem Unglauben abfinden, werden wir auch nichts empfangen, denn nur wer bittet, kann etwas von Gott empfangen. Als Jesus sagte: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan“, ging es um Gebetserhörung (Mt 7,7). 

Wir haben also keine Entschuldigung für unseren Unglauben, solange wir Gott nicht ernsthaft um Glauben gebeten haben. Über Leute, die aufgrund dieses Versäumnisses im Unglauben leben, schreibt Bischof John Charles Ryle: Sie sind so, wie sie sind, weil sie kein wirkliches Verlangen haben, verändert zu werden. Sie haben nicht, weil sie nicht bitten. Sie wollen nicht zu Christus kommen, um das Leben zu empfangen; und dadurch bleiben sie tot durch Übertretung durch Sünden (vgl Jak 4,3; Joh 5,40; Eph 2,1).

Daher meine Frage an Dich, lieber Leser: Hast Du Gott schon mal darum gebeten, dass ER sich Dir offenbaren soll, wenn es IHN gibt? Wenn Du keinen Glauben hast, was hält Dich davon ab, Gott darum zu bitten? Sag nicht, ich kann nicht glauben, solange Du Gott nicht darum gebeten hast. Bitte IHN ernsthaft im Gebet, dass ER sich Dir offenbaren soll. Lese in der Bibel und bitte IHN: „Gott wenn es Dich wirklich gibt und wenn die Bibel wirklich Dein Wort ist, dann schenke mir die Gnade und lass es mich erkennen!“
Bei mir hat es genau so funktioniert und ich bin mir sicher auch für Dich gilt sein Versprechen: „Sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen (Jer 29,13).
Wenn es um echten Glauben geht, gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt und das ist die neue Geburt, von der Jesus sprach, als ER sagte: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh 3,3).

Welche wichtige Rolle das Wort Gottes bei dieser neuen Geburt spielt, wird in 1. Petrus 1, 23 deutlich. Hier wird den Gläubigen folgendes gesagt: "Ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. Wiedergeboren durch das lebendige und bleibende Wort Gottes"

Wenn es Dir also an Glauben mangelt, dann beschäftige Dich mit Gottes Wort. Lese, wie schon gesagt, in der Bibel und bitte Gott, dass ER sich Dir zu erkennen gibt und Dich wissen lässt, dass die Bibel wirklich sein Wort ist. Es ist tatsächlich so, der Glaube kommt aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi (Röm 10,17). Manche denken vielleicht, wenn etwas Spektakuläres passieren würde, dann könnten sie glauben. Doch Jesus sagte: „Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, dann lassen sie sich auch nicht überzeugen, wenn jemand vom Tod aufersteht (Lk 16,31). Zurzeit Jesu gab es nur die Schriftrollen des Alten Testaments. Wir haben sogar die Bibel in kompletter Form vorliegen, wenn sich nicht einmal die Menschen der damaligen Zeit rausreden können, was wollen wir dann sagen? Im Neuen Testament wird uns eindeutig bezeugt, dass Jesus Christus der versprochene Messias ist. Dass ER der Sohn Gottes, auf diese Welt kam, um uns von unserer Sünde freizukaufen. Wenn wir diese Rettung ausschlagen, was wollen wir dann am Tage des Gerichts zu unserer Verteidigung vorbringen?
Wir müssen uns bewusst sein, Gottes Wort verspricht nicht allen Menschen das Himmelreich, sondern nur jenen die glauben. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Joh 3,16)
Im Gegensatz dazu heißt es unmissverständlich: Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen (Hebr 11,6). Nur die Gläubigen werden dem kommenden Gericht entgehen, nur ihnen gilt die Zusage, dass sie gerettet werden. Aus diesem Grund wird dieser Glaube in der Bibel als äußerst kostbar bezeichnet, so kostbar dass er mit nichts, was diese Welt zu bieten hat, zu vergleichen ist. Doch wie gesagt, dieser Glaube kommt nicht plötzlich aus dem Nichts, sondern er kommt aus der Predigt, konkret gesagt aus einer Predigt, die auf Gottes Wort gegründet ist. Welche wichtige Rolle Gottes Wort dabei spielt geistliches Leben und echten Glauben in uns zu wecken, hat Jesus auch im Gleichnis vom Sämann verdeutlicht.

 

 

 

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