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David, ein Mann nach dem Herzen Gottes

04.11.2017

 

Gottes Wort bezeichnet David als einen Mann nach dem Herzen Gottes (vgl. 1.Sam 13,14; Apg 13,22), doch wie kann das sein? Wenn man den Bericht über sein Leben sieht, so wie es uns durch das Alte Testament überliefert wurde, muss man feststellen, dass er keine lupenreine Weste hatte. David war kein perfekter, sündloser Mensch, der nie einen Fehler gemacht hätte. Einmal hat er sich sogar einen ganz gravierenden Fehltritt erlaubt. Er begann Ehebruch mit Batseba, was allein schon schlimm genug gewesen wäre, doch als Batseba schwanger wurde, verstrickte er sich in eine noch schlimmere Sünde, denn um den Ehebruch zu vertuschen, gab er seinem Heerobersten die Anweisung, Batsebas Ehemann Urija in vorderster Front in den Kampf zu schicken. Die Zeilen, die er dazu verfasste, lauteten wie folgt: »Stellt Urija in die vorderste Linie, wo der Kampf am härtesten ist! Dann zieht euch plötzlich von ihm zurück, sodass er erschlagen wird und den Tod findet« (2.Sam 11,15).

Der böse Plan ging auf, Urija fiel im Kampf, worauf David Batseba zu Frau nahm. Nach außen hin stand David nun gut da, alles war geregelt, ausgenommen dem Heerobersten und Batseba wusste niemand, was tatsächlich gelaufen war. Somit hätte in Davids Leben alles wieder seinen geregelten gang gehen können, doch Gott machte dieses Spiel nicht mit, sondern sandte den Propheten Nathan zu David. Dieser richtete im Auftrag Gottes folgende Worte an König David:

Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte. Und er nährte es, dass es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß und er hielt's wie eine Tochter. Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er's nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war, sondern er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.
Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat.
Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls  und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durchs Schwert der Ammoniter. Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei.
Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben (2.Sam 12,1-13).

Die Buße Davids wird hier nur mit einem kurzen Satz beschrieben, doch wie tief ihn diese Sündenüberführung getroffen hatte, sehen wir in Psalm 51. In tiefer Reue macht er Schluss mit jeglicher Vertuschung und legt sein schreckliches Vergehen offen. Die Frage ist, sind wir auch bereit, so offen mit unserer Schuld und unserem Versagen umzugehen? Oder sind wir immer bemüht alles schönzufärben und uns herauszureden? Wir haben gesehen, David hatte anfangs auch versucht alles zu vertuschen, doch als er von Gottes Wort getroffen wurde, da brach sein Lügengebilde in sich zusammen und er tat das einzig Richtig: Er gestand sein Vergehen ein und bekannte seine Schuld. Sehen wir uns dazu die Psalmworte an, die er verfasst hat  und bedenken wir, David hat hier nicht nur seine Schuld offen gelegt, sondern zugleich Zeilen verfasst die zum Vorsingen gedacht waren und was eignet sich mehr um Generationen zu überdauern als der Text eines Liedes? Bedenken wir, genau das, was er verbergen und verheimlichen wollte, legt er damit so weit offen, dass sogar wir in der heutigen Generation noch Anteil daran haben.

Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids.
Als der Prophet Nathan zu ihm kam, weil er zu Bathseba eingegangen war:
O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte; tilge meine Übertretungen nach deiner großen Barmherzigkeit!
Wasche mich völlig [rein] von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Übertretungen, und meine Sünde ist allezeit vor mir.
An dir allein habe ich gesündigt und getan, was böse ist in deinen Augen, damit du recht behältst, wenn du redest, und rein dastehst, wenn du richtest.
Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.
Siehe, du verlangst nach Wahrheit im Innersten: so lass mich im Verborgenen Weisheit erkennen!
Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!
Lass mich Freude und Wonne hören, damit die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten!
Erschaffe mir, o Gott, ein reines Herz, und gib mir von Neuem einen festen Geist in meinem Innern!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist!
Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.
Errette mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meines Heils, so wird meine Zunge deine Gerechtigkeit jubelnd rühmen.
Herr, tue meine Lippen auf, damit mein Mund dein Lob verkündige!
Denn an Schlachtopfern hast du kein Wohlgefallen, sonst wollte ich sie dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht.
Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz Wirst du, o Gott, nicht verachten.
Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern Jerusalems!
Dann wirst du Gefallen haben an Opfern der Gerechtigkeit, an Brandopfern und Ganzopfern; dann wird man Stiere darbringen auf deinem Altar!

Ist es nicht erstaunlich, mit welcher Offenheit König David seine Sündhaftigkeit bekennt, und wie eng er sich zugleich an den einen klammert, in dessen Macht es steht, ihm zu vergeben? David, der es gewohnt war, dass sich Menschen vor ihm verbeugen, war nicht zu stolz um seine Knie vor Gott zu beugen. Er erkannte an, dass es da einen gab der weit über ihm stand und in dessen Hand sein Leben lag. Wie steht es um uns, sind wir uns auch dessen bewusst, dass unser Schöpfer über uns steht? Wie viele Menschen leben doch so als seien sie selbst das Maß aller Dinge. Bei David war es anders, obwohl er König und somit der mächtigste Mann seines Volkes war, erkannte er die Herrschaft Gottes über seinem eigenen Leben an. Dass dies nicht gleichbedeutend mit einem perfekten, fehlerfreien Leben war, haben wir bereits festgestellt, dennoch, es ist wie gesehen, die Bibel bezeichnet ihn als einen Mann nach dem Herzen Gottes. Doch wie ist das möglich, hätte er nicht ein vollkommenes Leben ausweisen müssen um dieser Bezeichnung würdig zu sein?

Nun, hier muss uns bewusst sein, wer einen solchen perfekten Menschen sucht, der findet ihn allein in Jesus Christus, der Mensch und Gott zugleich war; ER ist der einzige der ohne Sünde war. Im Gegensatz dazu zeigt uns die Heilige Schrift, dass selbst die Besten unter den Gläubigen, nicht durch Eigenverdienst, sondern durch Gnade gerettet werden. Achten wir hierzu einmal ganz genau auf den Wortlaut aus den 10 Geboten, wo im 2. Gebot folgendes gesagt wird: Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten (2.Mo 20,6; 5.Mo 5,10). 

Hier wird deutlich, jene, die Gott lieben und Seine Gebote halten, sind dennoch auf Seine Barmherzigkeit und Gnade angewiesen. Denn wem sagt Gott hier Seine Barmherzigkeit zu? Es sind jene, die IHN lieben und Seine Gebote halten. Nun könnte man fragen, wozu benötigen diese Menschen überhaupt noch Gottes Barmherzigkeit? Die Antwort ist einfach: Kein Heiliger ist je in der Lage, so vollkommen zu leben, dass er sich den Weg in den Himmel verdienen könnte. Die Errettung eines Sünders geschieht allein aus Gnade. Doch was ist die Grundvoraussetzung, um Anteil an dieser Gnade zu haben? Es ist genau das, was wir in der Reaktion Davids gesehen haben, und was zugleich ein Wesensmerkmal in seinem Leben war. Wenn immer David mit einer konkreten Sünde konfrontiert wurde, suchte er nicht nach irgendwelchen Ausreden oder Ausflüchten, sondern war wirklich tief getroffen. Das war, wie gesehen, der Fall als ihn Natan mit seiner Sünde konfrontierte und dies verhielt sich nicht anders als eines Tages der Prophet Gad vor ihm Stand, um ihn im Auftrag Gottes mit einem anderen Vergehen zu konfrontieren. Auch hier gestand David ohne Umschweife und ohne jegliches Herausreden seine Schuld ein, indem er sprach: „Ich habe sehr gesündigt, dass ich diese Sache getan habe. Und nun lass doch die Schuld deines Knechtes vorübergehen! Denn ich habe sehr töricht gehandelt!“ (1.Chr 21,8). 

Von Natur aus mögen wir es nicht, wenn uns jemand mit unserem Versagen konfrontiert, doch es bedarf solcher Menschen, die uns mit unserer Schuld konfrontieren, die Frage jedoch lautet, wie reagieren wir darauf? Es ist gewiss keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen so reagieren wie David, sondern eher die Ausnahme, denn wie gesagt, von Natur aus möchten wir immer gut dastehen. Wir sehen gern Schuld und Versagen bei anderen und reiben uns vielleicht sogar insgeheim die Hände wenn das Versagen anderer ans Licht kommt, doch wenn es um unser eigenes Leben, wenn es um unsere Person geht, da winden wir uns nach allen Seiten, um ja immer gut dazustehen. Werden wir jedoch mit dem Wort Gottes konfrontiert, dann wird unsere Schuld aufgedeckt, was aber letztlich nur zu unserem Besten dienen soll, denn eines ist zweifellos klar, Jesus kam nicht um Gerechte zur Umkehr zu leiten, sondern Sünder. Doch um jemanden zur Umkehr zu bewegen, muss man ihm erst einmal klarmachen, dass er in falscher Richtung unterwegs ist und genau das geschieht durch Gottes Wort, es konfrontiert und mit unserer Schuld.

So war es auch im Leben Davids, seine Reaktion haben wir gesehen, doch wie bereits festgestellt, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass jemand so reagiert wie David, im Gegenteil, von Natur aus weichen wir lieber aus, von Natur aus sind wir Weltmeister im Beschwichtigen und Verdrängen. Sehen wir uns dazu ein weiteres Beispiel an, sehen wir uns dazu Davids Vorgänger an, befassen wir uns kurz mit König Saul, auch er wurde durch einen Propheten mit seiner Sünde konfrontiert. In seinem Fall war es der Prophet Samuel der ihm im Auftrag Gottes seine Schuld vor Augen stellte. Doch wie regierte Saul darauf? Wir finden die Antwort in 1. Samuel 15,30, wo Saul wie folgt zitiert wird:  „Ich habe gesündigt; aber ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete!“ (1.Sam 15,30). Oberflächlich gesehen, könnte man vielleicht meinen, auch Saul hätte seine Sünde eingesehen, doch die Aussage: „Ehre mich doch jetzt vor den Ältesten meines Volks und vor Israel“, macht deutlich, dass es ihm nur darum ging, Samuel hinter sich haben. Ihm war es nur wichtig, vor dem Volk gut dazustehen. Seine einzige Sorge bestand darin, auf keinen Fall sein Gesicht vor seinem Volk zu verlieren, seine Beziehung mit dem Herrn war da eher zweitrangig. Anstatt darüber betrübt zu sein, dass seine Sünde sein Verhältnis zum HERRN zerstört hatte, war seine einzige Sorge, dass ja alles wieder in geregelten Bahnen laufen würde. Mit anderen Worten, ihm war nur seine irdische Stellung wichtig, Hauptsache sein Volk würde ihn weiterhin ehren. Seine Beziehung zu Gott lief für ihn im Grunde nur so nebenbei, so dass er noch nicht einmal von seinem Gott sprach, sondern von dem Gott Samuels. „Kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete“, lauteten seine Worte. Nicht „meinen Gott“, noch nicht einmal „unseren Gott“, sondern „deinen Gott“, sagte er. Ja, man kann viel von Gott sprechen und nach außen hin einen frommen Schein wahren, doch beachten wir, was Jesus einst den religiösen Führern Seiner Tage sagte: Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen (Lk 16,15).

Wie ist es um unser Herz bestellt? Wie steht es um unseren Glauben? Zählt für uns auch nur das, was andere über uns sagen, Hauptsache alle Menschen haben eine hohe Meinung von uns? Vielleicht gelingt es uns sogar andere zu beeindrucken, vielleicht hält man sogar große Stücke auf uns. Womöglich schauen andere zu uns auf und sehen in uns ein Vorbild, weil wir erfolgreich sind und es in den Augen der Welt zu etwas gebracht haben. Durch eine Bilderbuchkarriere in Beruf oder Sport kann man sicher viele beeindrucken, Menschen himmeln alle an, die erfolgreich sind, doch vor Gott können wir damit nicht punkten, er weiß wie es wirklich in unserem Herzen aussieht (vgl. Jer 17,10). Daher die Frage: Sind wir stets bemüht, nach außen hin zu glänzen, weichen jedoch aus, wenn uns Gottes Wort mit unserer Sünde konfrontiert? Falls dem so sein sollte, können wir an diesem Punkt etwas von David lernen. Wir haben gesehen, David wird als ein Mann nach dem Herzen Gottes bezeichnet, obwohl er kein vollkommener Mensch war, was ihn jedoch ausgezeichnet hat, war seine Reaktion auf das Wort Gottes. Sein Herz war nicht verhärtet, sein Herz war weich gegenüber dem Wort Gottes. Er widerstand nicht dem Wort des HERRN indem er sich herausredete, sondern gestand seine Schuld ein und suchte Zuflucht beim Gnadenthron. Vielleicht haben auch wir uns in Sünden verstrickt, vielleicht haben wir die erste Liebe verlassen, vielleicht haben wir uns auf Dinge eingelassen von denen wir wussten, dass sie falsch sind. Machen wir es doch an dieser Stelle wie David und folgen wir der Einladung, die wir im Hebräerbrief finden: Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe! (Hebr 4,16).

Abschließend möchte ich noch einen weiteren Gedanken anführen, und zwar ist es die Frage, warum haben die beiden Könige so unterschiedlich reagiert? Warum hat David seine Schuld eingestanden? Warum war ihm daran gelegen, wieder mit Gott ins Reine zu kommen, während es König Saul nur wichtig war, nach außen hin eine reine Weste zu bewahren? Der Grund ist, weil der Mensch von Natur aus eine Schauspieler und Blender ist. Mit anderen Worten, es liegt in der gefallenen Natur des Menschen, keine objektive Sicht über sich selbst zu haben, daher können wir in Saul ein typisches Beispiel für den natürlichen Menschen sehen. Der gefallene Mensch, so wie er sich seit dem Sündenfall vor seinem Schöpfer versteckt. David hingegen ist ein klassisches Beispiel für einen wiedergeborenen Menschen. Ein Mensch, der sich nicht mehr von Gott abwendet, sondern bei IHM Zuflucht sucht. Treffend erklärt Martin Lloyd Jones: Allein die Kinder Gottes erkennen, dass sie eine sündhafte Natur haben. Die nicht wiedergeborenen, die natürlichen Männer und Frauen erkennen ihr sündhafte Natur nicht als solche. Sie mögen eingestehen, dass sie gewisse Dinge tun, die sie eigentlich nicht tun sollten, aber sobald jemand zu ihnen sagt, dass sie eine sündhafte Natur hätten, dass sie tot seien in Vergehen und Sünde, werden sie diesen Menschen hassen und anfangen, sich selbst zu verteidigen; sie hassen jede Verkündigung, die sie verurteilt. Nur allein Kinder Gottes erkennen, dass sie eine äußerst sündhafte Natur haben. Es war Paulus, der schrieb: „Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch nichts Gutes wohnt“ (Röm 7,18). Es ist der Christ, der ausruft und sagt: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib!“(Röm 7,24). Ein nicht wiedergeborener Gläubiger hat niemals solche Worte ausgesprochen und kann es auch nie - es stellt eine Unmöglichkeit dar. Die Innewohung des Heiligen Geistes ist es, die unsere sündhafte Natur und die Tiefe der Sünde und der Bosheit, die in unseren Herzen wohnen, bloßstellt. „Überaus trügerisch ist das Herz bösartig; wer kann es ergründen“ (Jer 17,9)*

Anhand dessen wiederum können wir uns selbst prüfen, ob wir Kinder Gottes sind. Die primäre Frage ist nicht, ob wir ein perfektes Leben vorweißen können, sondern ob wir unsere Schuld und Sünde eingestanden, und beim Thron der Gnade Zuflucht gesucht haben. Die Frage ist, hoffen wir auf uns, auf unsere eigene Gerechtigkeit und unsere eigenen Verdienste oder setzen wir unsere Hoffnung auf das, was Jesus getan hat? Eines muss uns klar sein, unsere eigene Gerechtigkeit wird niemals ausreichen um vor Gottes Gericht zu bestehen, die Gerechtigkeit Christi jedoch reicht aus für jetzt und alle Ewigkeit. Daher steht geschrieben: Der Gerechte wird aus Glauben leben (Röm 1,17; Hab 2,4). Nur wenn wir unser Vertrauen auf Christus setzen, statt in unser eigenes Vermögen, können wir Männer oder Frauen nach dem Herzen Gottes sein. Allein Christus hat dem Gesetz vollkommene Genüge getan, darum ist Errettung nur durch IHN möglich, wohl allen die auf IHN trauen.

Amen.

 

Quellangabe: Martyn Lloyd-Jones -  Kennzeichen eines Christen, S.355


 

 

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