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Das Streben nach Anerkennung

Worauf sind wir aus, auf die Ehre bei Gott oder auf die Ehre bei den Menschen?

 

Veröffentlicht am 05.05.2017

 

Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ihn nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden, denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott (Johannes 12,42-43).

Es gibt eine Art von Glauben, der sehr trügerisch ist. Es ist ein Glaube, der Jesus ein Stück weit bewundert, ein Glaube, der IHN nicht für einen Betrüger oder Blender hält, sondern der in Jesus tatsächlich den Sohn Gottes sehen kann. Was diesem Glauben jedoch fehlt, ist die Bereitschaft, um Christi Willen Schmach zu leiden. Man liebt das Ansehen bei den Menschen zu sehr, um sich klar auf die Seite des HERRN zu stellten. Man schämt sich des HERRN und Seiner Worte, daher sucht man einen Weg, der es einem nicht abverlangt, entgegen gesellschaftlicher Erwartungen zu handeln. Vermutlich gibt es sehr viele Kinder Gottes, die in einer christlichen Gemeinschaft sind, von der sie wissen, dass vieles von dem, was praktiziert und toleriert wird, nicht mit dem Wort Gottes zu vereinbaren ist. Trotzdem bleiben sie in dieser Gemeinschaft, vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht wegen guter zwischenmenschlicher Beziehungen. Doch insgeheim wohl auch, weil einem die gesellschaftliche Anerkennung wichtiger ist, als die Ehre bei Gott. Somit ist es dasselbe Motiv, das wir in Johannes 12,43 gesehen haben. Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. Wer nun denkt, Jesus sei das egal, wer meint, ER würde so etwas tolerieren und einfach großzügig darüber hinwegsehen, der sollte sich bewusstmachten, dass Jesus folgendes gesagt hat: Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln (Mk 8,38).

Man hält sich gerne an die Angesehenen, doch wer sich an Jesus halten möchte, muss sich darüber im Klaren sein, dass Jesus nicht angesehen war. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet (Jes 53,4). So hatte es Jesaja prophetisch angekündigt, und genau so hat es sich erfüllt. Man hat IHN verhöhnt und verachtet, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Es ist in den Augen dieser Welt nicht cool, an Jesus Christus zu glauben. Alleinfalls ein bisschen Scheinfrömmigkeit im Rahmen des offiziellen Christentums lässt man durchgehen, doch sobald jemand anfängt die Bibel ernst zu nehmen, nimmt man ihn zur Seite und erklärt, dass man es nicht übertreiben dürfe. Ein bisschen fromme Zeremonie ist ja zu gegebenen Anlässen sehr schön, doch in unserer Zeit gemäß der Bibel zu leben, das ist zu viel des Guten, das geht gar nicht. Da es aber genau das ist, was Jesus von Seinen Nachfolgern erwartet, stellt sich für jeden die Frage, welche Erwartungen will ich erfüllen? Jene, die der Zeitgeist vorgibt oder jene, die Christus an mich stellt? "Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln", haben wir gelesen. Diese Worte habe ich mir nicht ausgedacht, es ist das, was Jesus gelehrt hat. Die Frage ist, wie gehen wir damit um? Können wir wirklich behaupten, Jesus zu lieben, wenn wir nicht klar zu IHM stehen? Können wir erwarten, dass ER sich zu uns bekennt, wenn wir nicht bereit sind, uns zu IHM zu bekennen? Jesus selbst hat die Antwort gegeben, und diese lautet: NEIN
Dennoch leben viele in der Illusion, es würde anders sein. Sie meinen, es sei einerlei, wie sie zu Jesus und Seinem Wort stehen. Sie reden sich ein, wichtig sei nur, einer namhaften, offiziell anerkannten Kirche zugehörig zu sein. Und genau das ist es auch, was in unseren Tagen sehr stark vermittelt wird.
Evangelisch, Katholisch oder Pfingstler, laut Auffassung von Allianz und Ökumene, läuft alles auf dasselbe heraus. Doch wo ist die Grundlage für diese Annahme, vorauf ist dieser Glaube gegründet? 

Ehe ich auf diese Frage zurückkommen möchte, will ich einen kurzen Einblick geben, was ich selbst durchlebt habe, und dies in der Hoffnung, dass es den Lesern Verständlich wird, warum mir dieses Thema so am Herzen liegt. Mein Elternaus war evangelisch, doch obwohl ich evangelisch konfirmiert wurde, bin ich in dieser Kirche nicht mit dem Evangelium konfrontiert worden. Soweit lief also alles genauso, wie es dem entspricht, was man in unserer Gesellschaft unter Christentum versteht. Ich hatte mein Soll fast schon erfüllt, es fehlte nur noch die christliche Hochzeit, die Taufen der Kinder und zu guter Letzt die christliche Beerdigung. Das war auch lange Zeit mein Verständnis. Nie habe ich mir weiter Gedanken gemacht und nie wäre es mir eingefallen, freiwillig in der Bibel zu lesen oder ohne speziellen Anlass einen Gottesdienst zu besuchen. Ich machte, was alle anderen machten, und wenn es Gott geben würde, ich war ja konfirmiert. Meine Mitgliedschaft war besiegelt, falls es einen Himmel gab, mir stand der Weg offen. 

Schließlich war es dann eine Glaubensschwester aus der Pfingstgemeinde, die mich mit der sündhaften Natur des Menschen konfrontiert hat, die mir sagte, dass die Bibel das Wort Gottes ist und mir deutlich machte, dass ich ohne Jesus verloren sei. Es war dann im Jahr 1990 als ich mein Leben Jesus übergab, von da an besuchte ich die Volksmission. Von der Evangelischen Kirche hingegen war ich sehr enttäuscht, so dass ich ausgetreten bin. Wozu sollte ich Mitglied einer Kirche sein, die es versäumt hatte, auf das Wesentliche Hinzuweisen, nämlich, dass Jesus der Retter ist, und das genau ich diesen Retter nötig hatte? Aber anstatt das zu vermitteln, wurde mir versichert, dass ich ein Kind Gottes sei. Nachdem ich mein Leben Jesus übergeben hatte, nachdem durch das Wort Gottes der ganze Schwindel aufgedeckt wurde und ich durch Gottes Gnade von diesem religiösen Selbstbetrug befreit worden war, sah ich in der Volksmission meine geistliche Heimat. Hier, so dachte ich, hält man sich noch an die Bibel und zudem hat man noch den Heiligen Geist, also musste das der richtige Platz für mich sein. 

Über Jahre hinweg entwickelte es sich jedoch so, dass sich die Volkmission immer mehr an die Landeskirche angenähert hat, sodass es heute nahezu selbstverständlich ist, dass man sich im Rahmen der Evangelischen Allianz zusammengeschlossen hat. In den Anfangszeiten, als ich zur Volkmission kam, hatte man sich noch von den großen Volkskirchen abgegrenzt, so dass auch Stellung gegen die Irrlehre der Katholischen Kirche genommen wurde. Aber dann wollte man plötzlich nur noch Gemeinsamkeiten sehen, alles Trennende musste ausgeblendet werden. Die wenigen, die noch Bedenken äußerten, wurden in die Schranken gewiesen. Und so ist es bis auf den heutigen Tag, anstatt auf jene zu hören, die die gesunde Lehre der Schrift gegenüber den Irrtümern Roms verteidigen, verteidigt man lieber die falsche Lehre. Zugleich beansprucht man jedoch im besonderen Maße die Salbung des Heiligen Geistes zu haben. Gerade weil der Heilige Geist, der Geist der Wahrheit ist, wurde ich skeptisch. Die Lehre der Schrift besagt, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt (1.Joh 2,21), folglich war mir bewusst, dass der Heilige Geist niemals falsche Lehre bestätigen würde. Im Gegenteil, Ursprung jeglicher falschen Lehre, ist niemals der Geist der Wahrheit, sondern immer der Geist des Irrtums. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht, schreibt der Apostel Johannes und erklärt weiter: Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums (1.Joh 4,6). Mit anderen Worten, die Haltung zum Wort Gottes, macht offenbar, welcher Geist hinter einer Lehre steht. Wird das Wort angenommen, handelt es sich um den Geist Gottes, wird es abgelehnt, ist es der Geist des Irrtums. Der Geist des Irrtums nimmt immer nur Teile der Wahrheit an, und dies allein aus dem Grund, damit der Anschein bestehen bleibt, es sei der Weg des Glaubens.

In Wahrheit wird der Glaube aber nur bis zu einem gewissen Punkt nachgeahmt, um die wahre Absicht zu verschleiern. Im Prinzip läuft es so, dass nur das gelehrt wird, was die Allgemeinheit akzeptieren kann. Jegliche Lehre, die nicht mit dem Zeitgeist zu vereinbaren ist, wird entweder komplett ignoriert oder umgedeutet. Somit steht der Glaube nicht mehr auf dem Felsen des Wortes, sondern auf einem immer brüchiger werdenden Gebilde. Heute ist es diese Wahrheit, die dem Zeitgeist zum Opfer fällt, morgen ist es jene, und letzten Endes wird es dazu führen, dass man keinen festen Grund mehr unter den Füßen hat. Denn logisch zu Ende gedacht, stellt sich doch die Frage, warum nur das als verbindliches Wort Gottes gesehen werden kann, was mir persönlich zusagt? Wenn ich nicht glauben kann, dass Gott Sünder bestraft, mit welchem Recht hoffe ich auf ein ewiges Leben in Gottes Herrlichkeit? Die Bibel bezeugt beides gleichermaßen (vgl. 1.Thess 1,6-10), warum soll nur das verbindlich sein, was dem modernen Menschen zusagt? Entweder wir glauben an die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift oder wir lassen es sein. Nichts ist unlogischer, als nur das annehmen zu wollen, das dem persönlichen Geschmack zusagt oder von der Allgemeinheit akzeptiert wird; doch genau das, ist der Ansatz der verfolgt wird. Und solange dabei alle nett sind, und es die anderen auch so machen, kommt man sich hierbei sehr christlich vor. So werden einst auch viele behauten, im Namen Jesu gehandelt zu haben, und dennoch wird sich der HERR nicht zu ihnen bekennen. Denn Jesus hat in der Bergpredigt klar gesagt: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel (Mt 7,21). Der Wille des Vaters ist uns im Wort Gottes offenbart worden, wer das missachtet, kann noch so oft „HERR, HERR!“ sagen, sein Verhalten macht offenbar, dass Jesus nicht wirklich der HERR über seinem Leben ist. Dennoch wird betont, dass einem die Bibel wichtig sei, doch man nimmt nicht wahr, dass man sie regelrecht zerpflückt und das Wort allenfalls selektiv lehrt.

Gerade, weil dies bei der Volkmission immer auffälliger wurde, weil einfach die Durchgängigkeit gefehlt hat und immer mehr Abstriche vom Wort gemacht wurden, habe ich begonnen, das ganze System anhand der Schrift zu hinterfragen, was letztlich dazu geführt hat, dass ich die Volksmission vor gut zwei Jahren verlassen habe. Es gab noch weitere Gründe, die ich im Beitrag „meine Erfahrungen mit dem Schwarmgeist“, geschildert habe, doch diese möchte ich hier nicht wiederholen, sondern nur diesen einen Aspekt, dass sofern der Geist, den man bei der sogenannten zweiten Erfahrung empfängt, wirklich der Heilige Geist wäre, diese Gemeinde mit Sicherheit auch die Gabe zur Unterscheidung der Geister hätte (vgl. 1.Kor 12,10). Wie gesagt, der Geist Gottes, ist der Geist der Wahrheit, ER leitet nie dazu an, Wahrheit und Irrtum, Licht und Finsternis zu vereinen (vgl. 2.Kor 6,15).

Ganz anders verhält es sich mit dem Reich der Finsternis, dieses basiert seit jeher auf Lügen und Täuschung. Daher ist es äußert naiv, wenn davon ausgegangen wird, Satan würde plötzlich mit offenen Karten spielen. ER verstellt sich als Engel des Lichts und seine Diener stehen ihm in nichts nach. Sie tragen kein Warnschild mit der Aufschrift: „Vorsicht Irrlehrer!“ Nein, sie treten mit dem Anspruch auf, Diener Gottes zu sein. Die einzige Abweichung zu wahren Dienern Gottes, ist darin zu sehen, dass sie eine andere Botschaft haben. Eine Botschaft, die von der Lehre der Heiligen Schrift abweicht. Wenn es an manchen Stellen Übereinstimmung gibt, dann nur um den Eindruck zu vermitteln, es ginge ihnen um die Sache Gottes. Doch wer nur Halbwahrheiten verkündigt, hinter dessen Dienst steht nicht der Geist der Wahrheit, sondern ein Lügengeist. Daher müssen wir hinter jeder Abweichung von der gesunden Lehre der Schrift, eine Irrlehre sehen hinter der sich die Macht der Finsternis verbirgt. Hier ist weder Vertuschten, noch Schönreden gefragt, vielmehr steht geschrieben: Habt nichts gemein mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, sondern stellt sie vielmehr bloß! (Eph 5,11).

Aus diesem Grund müssen wir uns bewusstmachen, wenn wir eine christliche Gemeinschaft aufsuchen, bei der wir feststellen, dass man sich nicht an die Lehre der Heiligen Schrift hält, dann dürfen wir nicht schlussfolgern, dass man Gottes Wort nicht so ernst nehmen müsse oder die biblischen Anweisungen nicht mehr gelten würden. Nein, es ist nicht die Schrift, die in diesem Fall danebenliegt, sondern die Gemeinde. Es ist nämlich nicht so, wie man heute vielerorts den Anschein erweckt, als sei es den Gläubigen freigestellt, was sie zum Inhalt ihrer Gottesdienste machen, sondern es geht darum, sich an die Lehre der Schrift zu halten. Wer das ablehnt, dem sage nicht ich, sondern das Wort Gottes: Wenn jemand anders lehrt und sich nicht zuwendet den gesunden Worten unseres Herrn Jesus Christus und der Lehre, die gemäß der Gottseligkeit ist, so ist er aufgeblasen und weiß nichts (1.Tim 6,3). Es muss uns bewusst sein, ohne die Schrift hat der christliche Glauben keine Grundlage, ohne die Schrift wissen wir nichts. Die Schrift sagt deutlich, dass wer diese Lehre verwirft und anders lehrt, aufgeblasen ist, denn was auch immer gelehrt wird, wenn es nicht mit den Anweisungen der Schrift im Einklang steht, dann ist es nichtig. Gott steht nicht hinter jenen, die in Seinem Namen Irrtum verbreiten, sondern hinter jenen, die an Seinem Wort festhalten. 
Daher gilt es jegliche Lehre und jegliche geistliche Strömung anhand der Schrift zu beurteilen. Es ist uns nicht freigestellt, wie eine Gemeinde zu führen ist oder was man zum Inhalt der Gottesdienste und der Lehre macht. Vielmehr gibt uns Gott in Seinem Wort eine feste Grundlage. So schreibt Paulus an seinen Schüler Timotheus: Wenn ich aber zögere, damit du weißt, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit (1.Tim 3,15).
Die wahre christliche Gemeinde kann nur Säule und Grundfeste der Wahrheit sein, wenn man sich an das Wort der Wahrheit hält. Nur wo dies der Fall ist, wird auch der Geist der Wahrheit zu finden sein. Gerade in der Pfingstbewegung, wo man mit dem Selbstverständnis auftritt, die Bewegung des Heiligen Geistes schlechthin zu sein, wird immer offensichtlicher, dass es ein anderer Geist ist, der dahintersteht. Aus diesem Grund, kann ich Glaubensgeschwister nur in aller Liebe bitten, ihren Glauben allein auf das Zeugnis der Heiligen Schrift zu gründen. Es gilt nicht alles unbedenklich zu tolerieren und mitzumachen, sondern es gilt, die Geister zu prüfen, ob sie aus Gott sind. Es ist prophetisch angekündigt worden, dass die Endzeit von Verführung gekennzeichnet sein würde, doch viele Christen leben so, als sei man völlig über jegliche Art von Verführung erhaben. Andere erkennen es vielleicht, haben aber nicht den Mut, sich davon zu distanzieren. Wieder anderen hat man jahrelang eingetrichtert, dass es unchristlich sei, irgendeine Wertung vorzunehmen. So leben sie in der Annahme, der christliche Glaube würde sich dadurch kennzeichnenden, alles zu tolerieren und jeden Standpunkt gutzuheißen. 

Überlegen wir uns doch einmal, was es bedeutet Christ zu sein. Es bedeutet Christus nachzufolgen, was ganz praktisch nichts anderes bedeuten kann, als den Weg zu gehen, den ER vorangegangen ist. Und wie sah das nun in Seinem Leben aus? Hat Jesus jegliche Lehre toleriert, ging es IHM wirklich darum, dass alle religiösen Menschen eins werden? War es aus Seiner Sicht völlig unerheblich, was im Namen Gottes gelehrt wurde, Hauptsache der Name Gottes war im Spiel? Keineswegs, immer wieder hat ER das offizielle religiöse System Seiner Zeit damit konfrontiert, dass sie den Weg der Wahrheit verlassen hatten. Dabei hat ER die Pharisäer und Schriftgelehrten ein ums andere Mal öffentlich bloßgestellt. Heute sagt man empört, das darf man nicht, doch wollen wir sagen, Jesus hätte sich falsch verhalten, wir hingegen seinen moralisch weiterentwickelt? Kann man sich als Nachfolger bezeichnen und so anmaßend argumentieren? Leider ja, man kann. Denn behaupten kann man viel, doch Anspruch und Wirklichkeit liegen in diesen Fall so weit auseinander, wie Himmel und Hölle. Daher sei es noch einmal betont, ausschlaggebend für den Glauben, ist allein das geschriebene Wort. Wer irgendwelche Behauptungen aufstellt, muss sagen können wo es geschrieben steht. 
Leider geht man heute immer weniger nach dem, was geschrieben steht. Leider trifft die Feststellung Alexander Seibels zu: Früher sagte man: Es steht geschrieben. Heute hört man immer öfters: Ich habe erlebt.* Insbesondere Pfingslter und Charismatiker, bauen ihren Glauben sehr stark auf Erlebtes. Sie haben neben dem Wort Gottes ihre Eindrücke und ihre Visionen. Eine von den vielen die ich gehört habe, lautete, dass Gott darüber weinen würde, weil es immer noch Christen gäbe, die gegenüber den Einheitsbestrebungen skeptisch seien. Es würde Gott das Herz brechen, wenn verschiedene Denominationen sich von anderen abgrenzen würden, anstatt auf den Gemeinsamkeiten aufzubauen. Wenn diese Vision vom Geist Gottes war, dann muss man sich doch fragen, was mit Jesus los war, als ER vor der falschen Lehre der Pharisäer gewarnt hat (vgl. Mt 16,12). Man beachte, Jesus hat sich mehrfach öffentlich gegen die damals offiziell anerkannte Kirche gestellt. Die Schrift sagt uns, dass in Jesus die Fülle des Heiligen Geistes war, wie kann dann diese Fülle zugleich in jenen sein, die solche Prophetien weitergeben?  Nein Gott weint nicht über jene, die die gesunde Lehre der Schrift gegenüber Irrlehren verteidigen, sondern über jene, die so verblendet sind, dass sie Wahrheit und Lüge vereinen wollen. 

Ich hatte eingangs gesagt, dass sich die Pfingstgemeinde noch vor 20 Jahren von der Katholischen Kirche distanziert hat. Man bedenke, zu jener Zeit war man genauso überzeugt, den Heiligen Geist zu haben, wie man es heute ist. Ist das nicht verwunderlich, derselbe Geist, der noch bis vor 20 Jahren vor den Irrtümern Roms gewarnt hat, will nun auf einmal keine Unterschiede mehr sehen? Ja mehr noch, er zeigt durch prophetisches Reden, wie sehr es Gott bekümmern würde, wenn sich Christen Gedanken über Lehrfragen machen, und zwischen gesunder und falscher Lehre unterscheiden. Wie sehr wird hier doch das vom Heiligen Geist inspirierte Wort missachtet, dass uns warnt: Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten (1.Tim 4,1). Es sind betrügerische Geister, die sich hinter falschen Lehren verbergen und was wir darin sehen, ist ein göttliches Gericht. Ein Gericht über alle, die sich weigern, die Wahrheit des Evangeliums anzunehmen. Anstatt dem Wort Gottes zu gehorchen, anstatt das Leben danach auszurichten, verdreht man Sein Wort solange bis es zum eigenen Leben und zu den eigenen Vorstellungen passt. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit (2.Thess 2,11-12).

Man missachtet was geschrieben steht, und verlässt sich lieber auf Erfahrungen. So freut man sich in Pfingstkreisen darüber, dass das Phänomen der Zungensprache auch unter Katholiken auftaucht, dass manche dann Marienerscheinungen haben, stört nicht weiter. Eine unverständliche Sprache und ein wenig mystischer Nebel reichen schon aus, um sich brüderlich die Hand zu reichen. Werden hier Bedenken geäußert, dann wird einfach alles weggelächelt. Die Frage ist nur, woher kommt dieser Sinneswandel? Kommt er nicht vielleicht auch daher, dass man es nahezu als Ritterschlag betrachtet, dass eine Bewegung, die anfangs vehement abgelehnt wurde, plötzlich Teil des offiziell anerkennten Christentums wurde? Plötzlich stand man nicht mehr als Außenseiter da, plötzlich war man bei den Etablierten angekommen. Doch was hat es mit diesem religiösen Gebilde auf sich? Die Welt nimmt es als Christentum wahr, wer auch immer Teil davon ist, muss sich nicht mehr wie ein Sonderling vorkommen. Kann es sein, dass das der Hauptgrund ist, warum nach wie vor so viele Kinder Gottes an einer abgefallenen Kirche festhalten? Und dies obwohl sich von Jahr zu Jahr deutlicher herauskristallisiert worauf dies alles hinausläuft? Nämlich, dass es nicht die keusche Braut des Lammes ist, sondern dass sich hier die treuelose Hure formiert. Es ist der Fürst der Welt, der die abgefallene Christenheit dem Antichristen zuführen wird. Die Schrift warnt deutlich vor dieser Verführung, doch wenn wir diese Warnung nicht ernst nehmen und Konsequenzen ziehen, dann wird uns dieser Sog mit nach unten reißen. Nicht ich, sondern das Wort Gottes sagt: Hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen (Offb 18,4).

 

*Quellangabe: Die sanfte Verführung der Gemeinde - Alexander Seibel, S.7 

 

 

 

 


 

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