Jesus Christus, unsere Hoffnung (1.Tim 1,1) und und

Das königliche Hochzeitsmahl

 19.03.2017

 

Und Jesus begann und redete wieder in Gleichnissen zu ihnen und sprach:
Das Reich der Himmel gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; aber sie wollten nicht kommen. Da sandte er nochmals andere Knechte und sprach: Sagt den Geladenen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet; meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! Sie aber achteten nicht darauf, sondern gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere zu seinem Gewerbe; die übrigen aber ergriffen seine Knechte, mißhandelten und töteten sie. Als der König das hörte, wurde er zornig, sandte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig. Darum geht hin an die Kreuzungen der Straßen und ladet zur Hochzeit ein, so viele ihr findet! Und jene Knechte gingen hinaus auf die Straßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, Böse und Gute, und der Hochzeitssaal wurde voll von Gästen. Als aber der König hineinging, um sich die Gäste anzusehen, sah er dort einen Menschen, der kein hochzeitliches Gewand anhatte; und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, führt ihn weg und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Da wird das Heulen und Zähneknirschen sein. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt! (Mt 22,1-14).

Was uns Jesus durch dieses Gleichnis verdeutlicht, ist auf der einen Seite, ein unfassbar liebevoller König, dem sehr an der Gemeinschaft mit seinen Untertanen gelegen ist. Auf der anderen Seite sehen wir die ungeheuerliche Respektlosigkeit die das Volk gegenüber diesem König hat. Da lädt er seine Untertanen zur Hochzeit seines Sohnes ein, doch anstatt sich die Leute geehrt fühlen und freudig zusagen, lehnt einer nach dem anderen unter irgendeinem Vorwand ab. Sie schenken der Einladung des Königs keinerlei Beachtung, seien es Äcker oder Gewerbe, alles scheint wichtiger, als die Teilnahme am königlichen Hochzeitsmahl. Doch nicht nur das, manche gehen sogar noch auf seine Knechte los, misshandeln und töten sie.

Versuchen wir doch mal dies auf unsere Zeit zu übertragen. Stellen wir uns vor, wir wären zu einem Staatsbankett geladen. Würden wir uns nicht verwundert fragen, ob hier ein Irrtum vorliegt? Würden wir nicht denken, dies muss wohl eine Verwechslung sein? Welches Staatsoberhaupt würde schon ganz gewöhnliche Menschen aus dem Volk, zu so einer bedeutenden Feierlichkeit einladen? Wahrscheinlich hätten wir nicht mal die passende Kleidung für solch einen Anlass, doch die Diener würden uns versichern, dass wir maßgeschneiderte Kleidung auf Staatskosten bekommen würden. Würden wir eine solche Einladung etwa ignorieren? Würden wir hier tatsächlich absagen?

Doch nehmen wir mal an, wir wären tatsächlich so dreist, was würde es über uns aussagen? Oder vielmehr, was würde es wohl über unsere Einstellung gegenüber dem Gastgeber aussagen? Wäre nicht schon allein unsere Ablehnung ein Zeichen der Geringschätzung, wenn nicht gar der Verachtung? Und wie viel mehr Verachtung hätten wohl jene, die die Überbringer dieser Einladung misshandeln und töten würden? Genau diese Verachtung, diese Ablehnung und diesen abgrundtiefen Hass gegenüber Gott und Seinem Sohn, bringt Jesus in diesem Gleichnis zum Ausdruck.

Gehen wir auf eine andere Ebene, stellen wir uns vor, die Einladung käme von einem Menschen, der uns sehr viel bedeuten würde. Nehmen wir an, es wäre jemand, der sehr viel für uns getan hätte und dem wir wahnsinnig viel zu verdanken hätten. Wie würden wir auf seine Einladung reagieren? Würden wir hier etwa auch mit faulen Ausreden kommen? Würden wir seine Einladung etwa auch ignorieren nach dem Motto: „Sorry, ich habe schon etwas Besseres vor!“? Wohl kaum. Aber wo wäre es denn der Fall, bei wem wären wir denn um keine Ausrede verlegen? Na klar, bei jemand der uns nichts bedeutet, jemand dessen Gemeinschaft wir nicht schätzen. Da würden wir selbst unsere Arbeit vorziehen, denn wir würden es als reine Zeitverschwendung ansehen, uns mit dieser Person abzugeben.

Ist es nicht krass, dass Jesus solch ein drastisches Bild benutzt, um uns zu verdeutlichen, wie kaputt und zerrissen, die Beziehung zwischen Gott und Mensch in Wahrheit ist? Und zeigt es nicht auch deutlich, dass die Feindschaft vom Menschen ausgeht, und nicht von Gott? ER will die Versöhnung, nur der Mensch weigert sich und will nichts davon hören. Um dieser Versöhnung willen, wurde Gottes Sohn Mensch und kam auf diese Erde, doch gleich zu Beginn des Johannes Evangeliums lesen wir die erschütternden Worte: Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf (Joh 1,11). Und im fünften Kapitel, sagt Jesus: „Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet“ (Joh 5,40).

Doch dieses traurige Bild, zeigt zum Glück nur die eine Seite, erfreulicherweise gibt es noch eine andere, und die sehen wir darin, dass der Hochzeitssaal am Ende voll wurde. Das ist ein Bild für die unzählbare Schar jener, die der Einladung des Königs gefolgt sind und noch folgen werden. Der Apostel Johannes, dem ein Einblick in die Zukunft gewährt wurde, gibt uns dazu einen wunderbaren Ausblick, indem er schreibt: Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! (Offb 7,9-10).

Jesus Christus, das Lamm Gottes, starb nicht umsonst den qualvollen Kreuzestod, Sein Lohn sind all jene, die Gottes Einladung annehmen. Und genau dies ist Sinn und Zweck von diesem Gleichnis, es geht um die Einladung ins Reich Gottes. Denn der König im Gleichnis, steht für Gott, sein Sohn steht für Jesus, die Diener sind die Überbringer der guten Nachricht und die Adressaten sind die Menschen, die dem Evangelium konfrontiert werden. Die Einladung ergeht also an jeden von uns persönlich. Der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, der König der Könige, lädt uns durch diese Worte ein, in Sein Reich zu kommen. Ist das nicht umwerfend? Der hocherhabene Gott, der über allem thront und spricht: „Ich bin der HERR, und sonst gibt es keinen Gott!“ (Jes 45,18), lädt ganz gewöhnliche Leute ein? Menschen ohne großartige Privilegien, ohne Ehrentitel, ohne Status, ohne Rang und Namen, einfach nur ganz gewöhnliche Leute aus dem Volk. Doch die entscheidende Frage lautet: Wie reagieren wir darauf? Gehören wir auch zu jenen, die tausend Ausreden parat haben, oder nehmen wir diese außergewöhnliche Einladung freudig an? Gottes Wort führt immer zu einer Reaktion. Welche Reaktion es bei uns auslöst, kann nur jeder für sich selbst beurteilen.

Wie im Gleichnis gesehen, gab es solche, die die Einladung des Königs annahmen, und solche, die sie ablehnten. Da waren Leute, die sich nichts aus der Einladung machten, die es nicht scherte, aber auch noch jene, die es nicht einmal dabei bewenden ließen, ihre Abneigung durch Ignoranz zum Ausdruck zu bringen. Nein, ihre Ablehnung gegen den König, ging sogar soweit, dass sie seine Knechte misshandelten und töteten. Wie abgrundtief muss wohl der Hass dieser Menschen auf den König und seinen Sohn sein, dass sie derart bösartig auf diese freundliche Einladung regieren?
Jesus hatte Seinen Jüngern diesen Hass um Seinetwillen mehrfach angekündigt (vgl. Mt 10,22: 24,9; Mk 13,13; Lk 6,22: 21,12+17, Joh 15,18) und Seine Worte haben sich bewahrheitet. Dieser unbegründete Hass gegen den Herrn (Joh 15,25; Ps 69,5), der in der Kreuzigung gipfelte, hat sich bis heute fortgesetzt. Angefangen von den Aposteln, bis hin zu den Christenverfolgungen in unserer Zeit, starben und sterben weltweit, unzählige Seiner treuen Zeugen den Märtyrertod (vgl. Offb 6,9-11).

Wenn auch auf traurige und erschütternde Weise, wird darin deutlich, dass die Botschaft vom Kreuz, eine Reaktion auslöst. Eine Reaktion, die wie schon erwähnt, auf der einen Seite Ablehnung in Form von Gleichgültigkeit oder Aggression, bis hin zu Hass und Totschlag auslöst. Doch auf der anderen Seite, und das ist das Erfreuliche, haben unzählige Menschen das Gnadenangebot Gottes angenommen. Und all jenen, die dieser Einladung bislang noch nicht gefolgt sind, sei gesagt, dass dieses Gnadenangebot noch Gültigkeit hat. Noch leben wir in der Gnadenzeit, noch steht die Tür zum Reich Gottes offen, noch gilt Seine Einladung: „Kommt her zu mir, alle!“ (Mt 11,28).

Gott hat durch das Evangelium die Vorkehrung für unsere Errettung getroffen, wenn wir dennoch verloren gehen, weil wir Seinen Heilsplan missachten, liegt es nicht in Seiner, sondern allein in unserer Verantwortung. Weil Gott uns liebt, legt ER uns in aller Eindringlichkeit nahe, die Einladung nicht auszuschlagen. Im Lukas Evangelium, in dem der Herr dieses Gleichnis in leicht abgewandelter Form erzählt, berichtet ein Knecht seinem Herrn, das noch Raum da sei, worauf dieser erwidert: „Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde“ (Lk 14,22-23). 

In der Tatsache, dass der Herr seinen Knecht dazu auffordert, die Leute zu nötigen, diese Einladung anzunehmen, sehen wir, wie wichtig dem Herrn unsere Errettung ist. ER hat genügend Raum geschaffen, niemand wird aufgrund von Platzmangel aus dem Himmelreich ausgeschlossen werden, das Opfer, das Jesus am Kreuz vollbracht hat, reicht für alle aus. Und keine Schuld ist zu groß, dass sie nicht durch Sein Blut ausgetilgt werden könnte. Wo aber das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmend geworden (Röm 5,20b). Wie barmherzig Gott ist, sehen wir auch darin, dass ER Seine Boten trotz vieler Ablehnungen mehrmals ausgesandt hat. Es besteht also kein Zweifel darin, dass ER nicht will, dass wir aufgrund unserer Sünde verloren gehen. ER will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1.Tim 2,4). Daher finden wir bereits im Alten Testament die rhetorische Frage: Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt? (Hes 18,23).

Dass ER in Seiner unbegreifliche Liebe alles Erdenkliche unternommen hat, sehen wir darin, dass ER wirklich bis zum Äußersten gegangen ist: Nicht einmal Seinen eigenen Sohn hat ER verschont, sondern hat IHN um unserer Sünde willen dahingegeben (vgl. Röm 8,32). Und mehr noch, die Schrift sagt: Dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechneten (2.Kor 5,19).

Wenn uns das kalt lässt, und wir dieses alles überwältigende Versöhnungsangebot ablehnen, dann wird es am Tage des Gerichts kein Erbarmen mehr für uns geben. Wie schon gesagt, noch ist Gnadenzeit, noch steht die Tür für unsere Rettung offen. Doch wir dürfen den Reichtum von Gottes Güte, Geduld und Langmut nicht verachten, sondern sollten darin vielmehr erkennen, dass uns Seine Güte zur Buße zu leiten will (vgl. Röm 2,4).

Die Botschaft des Evangeliums, ist die Einladung Gottes zu unserer Errettung. Doch eine Einladung stellt uns natürlich auch vor eine Entscheidung. Des Weiteren muss uns auch bewusst sein, jede Einladung ist mit einem Termin verbunden, man kann also mit der Entscheidung nicht ewig hin warten. Niemand weiß, wie lange er lebt und niemand weiß, wie oft diese Einladung noch an ihn ergehen wird. Möge auf uns nicht zutreffen, was Hiob 33,14 besagt: Gott redet einmal und zum zweitenmal, aber man beachtet es nicht.

Durch Nichtbeachtung kommt niemand ins Reich Gottes, es reicht auch nicht aus, sich alles nur anzuhören, Seine Verheißungen gelten nur jenen, welche das Wort Gottes hören und es tun! (Lk 8,21). Durch das Evangelium werden wir aufgefordert, zu Jesus zu kommen. Mit all unserer Sündenlasst, dürfen wir zu ihm kommen, denn ER lädt uns ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28). Zudem verspricht ER uns: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“(Joh 6,37), doch wenn wir zu jenen gehören, über Jesus, wie eingangs zitiert, sagen muss: „Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet“, wird uns weder Seine Einladung, noch Seine Zusage, etwas nützen. Man kann sich regelrecht daran gewöhnen, alles nur anzuhören, ohne je darauf zu regieren, aber den Weg zu kennen und ihn nicht zu gehen, führt nicht ans Ziel. Wie das Gleichnis gezeigt hat, werden wir durch diese Einladung vor eine Entscheidung gestellt. Niemand kann sie uns abnehmen, weder ein Priester, noch ein Pfarrer, noch der Papst, weder unsere Eltern, unser Ehepartner, oder sonstige Verwandten, wir selbst müssen uns entscheiden, niemand sonst kann das für uns tun.

Gerade in unserer Generation, wird das Evangelium überwiegend so präsentiert, als sei es ein Selbstläufer. Auch wenn dies nicht immer offen ausgesprochen wird, so wird doch vielfach der Eindruck vermittelt, dass man automatisch daran Anteil hätte. Diese fehlgeleitete Theologie, hat eine universelle Erlösung zum Inhalt, die für alle Gültigkeit hat, unabhängig davon, ob jemand etwas davon wissen will, oder nicht. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man zu jenen zählt, die der Einladung gefolgt sind, oder zu jenen, die diese Einladung ignoriert oder verschmäht haben (vgl. Mt 21,3). Letztlich, so wird behauptet, kommen alle ins Himmelreich.

Allein die Tatsache, dass Jesus das Gleichnis mit den Worten „Das Reich der Himmel gleicht…“, begonnen hat, widerlegt diese Lehre, denn diese Aussage weist darauf hin, dass diese Illustration uns zeigen soll, wie wir ins Reich Gottes gelangen können. Würde man automatisch ins Himmelreich kommen, wäre dieses Gleichnis ebenso überflüssig, wie der Missionsbefehl. Jesus hat durch dieses Gleichnis in bemerkenswerter Klarheit aufgezeigt, dass niemand automatisch ins Himmelreich hineinkommt. Wie im Gleichnis gesehen, konnten nur jene, die der Einladung gefolgt sind, am königlichen Hochzeitsmahl teilnehmen, alle anderen waren ausgeschlossen. Somit müssen wir uns entscheiden, wem wir vertrauen, jenen die sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede (Jer 6,14) ,oder Jesus Christus, der uns durch dieses Gleichnis eindrücklich vor Augen stellt, dass uns das Evangelium vor eine Entscheidung stellt. Eine Entscheidung, die uns, wie schon gesagt, niemand abnehmen kann, und die von lebenswichtiger Bedeutung für unsere Seele und unser ewiges Schicksal ist. Daher gilt es wohl zu überlegen, wie wir uns entscheiden. Natürlich kann man abwiegeln, natürlich kann man es verdrängen, doch wir müssen eines bedenken: Wer sich nicht entscheidet, hat auch eine Entscheidung getroffen, er hat sich gegen den Erlösungsplan Gottes entschieden, er hat sich gegen den Erlöser, Jesus Christus entschieden, denn wer nicht mit ihm ist, der ist gegen ihn (vgl. Mt 12,30; Lk 11,23).

 

 

www.evangeliums-botschaft.de

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